Ausgabe 
11.10.1940
 
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Kärntens deutscher Schwur.

Zwanzig Jahre sind es her, als an jenem denk­würdigen 10. Oktober 1920 die sogenannte Zone A, wie der jum Abstimmungsgebiet erklärte Teil Kärntens von der interalliierten Kommission ge­nannt wurde, ein überwältigendes Bekenntnis zur Heimat und zum Deutschtum abgab. Trotz ungün­stiger Verhältnisse und schlechtester Bedingungen blieb der markige Volksstamm an des Reiches Süd­grenze seinem deutschen Erbe treu und setzte Gut und Blut ein, um in einem Kampfe, in dem über 200 Kärntner ihr Leben verloren und fast 1000 verwundet wurden, das Augenmerk der Welt auf Kärnten zu lenken und wenigstens eine Volks­abstimmung herbeizuführen. Im Dezember 1918 begann dieser Kleinkrieg, der auf der Gegen­seite von regulären Regimentern in großer Ueber- zahl, auf deutscher Seite aber nur von freiwilligen Kompanien ausgetragen wurde. Zweimal wurde Der Eindringling zurückgetrieben, und erst beim dritten­mal gelang es ihm, in Südkärnten Fuß zu fassen, nachdem er mit zwölffacher Uebermacht' gegen ein Häuslern anrannte, das in diesem Augenblick nicht abwehrbereit war, weil es blind aus die Verspre­chungen der Alliierten vertraute. Hatte doch eine amerikanische Kommission das Land bereist und in St. Germain auf Grund eingehender Studien in Kärnten ein Urteil abgegeben, demzufolge die Kärnt­ner Bevölkerung nur den einen Wunsch hatte, bei Deullchösterreich zu bleiben. Doch der Heldenkampf des tkinen Grenzvolkes an der Drau war trotz der

Berlin, im Oktober.

Als das Altertum noch nicht grau war" heißt die gewinnende Zeitbestimmung zu der Komödie Hans Hömbergs .Kirschen für Ro m", die das Kleine Haus des S t a a t s t h e a t e r s als Uraufführung herausbringt, und es ist wirk­lich kein langweiliges, sondern ein sehr amüsantes, durchaus modernisiertes Rom, das der Autor auf die Bühne stellt, ein Rom, dessen Menschen sich in einem gepflegten und geschliffenen modernen Bühnendialog unterhalten und mit den neuesten Denk- und Umgangsformen und Schlagworten ver­traut sind: ein nicht ganz neuer Bühnentrick, dem aber immer wieder jene überraschenden und er­heiternden Wirkungen abzugewinnen sind, auf die sich Hans Hömberg durchaus versteht.

Der etwas zweifelhafteHeld" der Komödie ist der bekannte Schlemmer Lukullus, dessen Name in Verbindung mit leiblichen Genüssen unsterblich ge­

scheinbaren Schlappe nicht umsonst gewesen, denn der hartnäckige Widerstand der Kärntner ließ die Welt aufhorchen, so daß es zu einer Volksabstim­mung kam, die den Kärntnern ihre Freiheit brachte.

Es war ein arger Irrtum derjenigen, die von dem Pariser Vorort aus Europa nach ihren oberfläch­lichen Prinzipien aufteilten, anzunehmen, daß Kärn­ten nicht deutsch sei. Seit der Zeit Theodorichs sie­delten in diesem Lande Germanen. Bayern waren es, die das Land kolonisierten, und seit jenen Zeiten wechselte Kärnten niemals mehr seinen deutschen Charakter. Es blieb das germanische Bollwerk von den Karawanken, an jenem Punkt, wo Slawen, Romanen und Germanen zusammenstoßen. Die Männer dieses kleinen, schönen Landes haben nicht nur treue Grenzwacht gehalten, sondern sie haben auf allen Schlachtfeldern Europas für die deutsche Sache gekämpft: in den Türkenkriegen, in Flan­dern, am Rhein, bei Aspern und bei Leipzig. Im Weltkrieg war Kärnten selbst Frontgebiet, und ein Kärntner Verband, das Regiment Graf von Kheven- hüller Nr. 7, war es, das die meisten Blutvpfer für die Monarchie aufzuweisen hatte. Trotz der nach dem Zusammenbruch herrschenden Mißstimmung waren die Kärtner sofort zur Stelle, als Fremde in das Land entfielen. Während andereNie wieder Krieg" schrien, taten sie wortlos ihre Pflicht und erhielten dadurch die südlichste Mark dem Reich, jenem großen Reich, für das auch im Juliaufftand 1934 viele Kärntner das Leben Hingaben und für das sie in Narvik den großen Heldenkampf des jetzigen Krieges fochten.

worden ist. Wenn er schon in weiser Selbsterkennt­nis von sich sagt, daß er keiner der großen Voll­ender sei, so kann von einer solchen Gestalt, deren Passivität sich im Verlaufe der Handlung erweist, auch keine erhebliche dramatische Triebkraft aus­gehen. Wir sehen vielmehr in fünf Bildern eine mehr episch ausgemalte als dramatisch bewegte Handlungsreihe, deren einzelne Ereignisse in nur lockerem Zusammenhang zu einander stehen. Schwe­ren Herzens trennt sich Lukull von seiner geliebten Fotis, weil er zum Feldherrn des kleinasiatischen Krieges ernannt wurde. Er besiegt den Barbaren Tigranes und unterwirft das feindliche Land, aber während er von kolonialem Aufbau, römischer Größe und Menschlichkeit träumt, wird er von den geldgierigen Kaufleuten der römischen City gestürzt, die Gewinn und Nutzen des Feldzuges sehen wol­len. Lukull fügt sich, bringt aber aus Kleinasien die Kirsche nach Rom, deren Frucht den Gaumen,

deren Blütenpracht den Schönheitssinn der Men­schen fortan erfreuen soll. Fotis hat sich inzwischen einem jungen Offizier ergeben, von dem sie ein Kind erwartet: Lukull, stark gealtert, vom Zipper­lein geplagt und der väterliche Freund des jungen Paares geworden, findet noch einige Worte fröh­licher Altersweisheit und heiterer Entsagung und damit ist das Spiel zu Ende.

Lukullus als Kirschenimporteur für Rom und Europa: das ist kulturgeschichtlich gewiß sehr be­deutsam, aber dramaturgisch für einen ganzen Ko­mödienabend doch nicht genug. Dafür ist dieser passive Held ein liebenswürdiger Causeur, ein über­legener Räsoneur, der Zustände und Menschen bis­weilen mit sanftem Spott, bisweilen mit scharfer Satire glossiert und mit jedem Satz einen blank geschliffenen Aphorismus hinlegt. Es ist also nicht der Reichtum an äußerer oder innerer Handlung, sondern die fast schon vergessene Kunst der elegan­ten Dialogführung, die der Komödie noch viele Wiederholungen sichern wird.

Hinzu kommt die unter Wolfgang Lieben- e i n e r 5 Leitung vollendete Aufführung im Kleinen Haus. Gustav Gründgens, der mit Lukull eine große Rolle gefunden hat, gelingt das Unwahr­scheinliche, diese undramatische Gestalt zu drama­tisieren und dem tatenlosen Helden einen Schein menschlicher Größe zu verleihen; es ist durchaus seine Kunst, die die Komödie trägt und ihre Schwä­chen überspielt. In größeren Rollen wirken Gustav Knuth als Pompejus, Heli Finkenzeller als Fotis, Will Dohm als Koch mit, und es ist nicht zuletzt dieser Ausführung zu danken, daß der Abend ein großer Erfolg wird, nach dessen Ende Darstel­lung und Autor immer wieder gerufen werden.

*

Aus Carlo Goldonis dramatischem Vorrat hat Bruno H ü b n e r die KomödieDas Kaffee­haus" gemeinsam mit Kurt Adalbert bearbei­tet und sie als Spielleiter auf die Bühne des Deutschen Theaters gestellt. Don - Marzio, der im italienischen Original als ein finsterer Ver­leumder aus Menfchenhaß und Einsamkeit einher­schleicht und die Kaffeehausgäste durcheinander bringt, hat in der neuen Fassung feinen fast tra­gischen Charakter ganz eingebüßt und ist ein mun­terer Schwätzer geworden, der durch feine Klatsch­sucht einen jener Komödienreigen aus Mißver­ständnissen, Verwechslungen und galanten Aben­teuern verursacht, die Goldoni so trefflich zu führen und zu lösen versteht. Ernst Schüttes Bühnen­bild, das ein Stück romantischen Venedigs darstellt, dient als Hintergrund einer sehr freubig aufge­nommenen Aufführung, in der Wilfried Sey - ferth als Marzio, Elisabeth Flickenschildt, Eva Lissa, Axel von Am besser die Haupt­rollen spielen. Gerhard Bohlmann.

Im Komödienh aus wurde aus der neuen italienischen Produktion an leichten Unterhaltungs­spielen ein wirklich gut gekonntes, spannungsreich angelegtes Theaterstück zum erstenmal in Berlin gezeigt.D e r Elfte aus der Reihe" von Bruno Corra und Giuseppe Achille (das Stück steht auch auf dem Spielplan des Gießener Stadt­theaters) ist ein scheinbarer Budapester Arbeits­loser, der sich, plötzlich auf das Parkett einer rei­chen jungen Witwe gestellt, als frappierender Zau­berkünstler des Lebens und von Beruf entpuppt. Die bewußte Unwahrscheinlichkeit aller Bühnen­vorgänge ist von so entwaffnendem Charme und wird in einem von Roland Schacht ins Deutsche übertragenen prallen Dialog so flott vorgetragen, daß man sich völlig bedenkenlos und bestens un­terhalten der beherrschenden Leistung des Abends hingibt: Georg Alexander, der mit seiner be­zaubernden Eleganz des Auftretens und des Spre­chens sich listenreich die verwirrend schöneWitwe" Irene von Meyendorff erobert.

Johannes Jacobi.

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Max-Halbe-Urauffühttmg in Danzig.

In Anwesenheit des Dichters fand im Danziger Staatscheater am 75. Geburtstage Max Halbes die Uraufführung feines jüngsten DramasKai­ser Friedrich II." statt. Es war eine festliche Aufführung, die zu einer begeisterten Kundgebung für den Ehrenbürger und kulturellen Ehrenbeirat der Stadt Danzig wurde. Halbe hat die Person Friedrichs II. und den tragischen Konflikt mit fei­nem Sohne Heinrich, dem deutschen König, in den Mittelpunkt eines großen historischen Gemäldes ge­stellt, in dem der Kampf des Kaisertums mit der imperialistischen Idee des Papsttums einerseits und zum anderen die Tragik mit dramatischer Wucht zum Ausdruck kommen, die sich aus der Zwiespäl­tigkeit zwischen deutscher Aufgabe und römischer Kaiseridee ergab. Halbe sagt, daß es das gewaltige Zeitgeschehen war, das das Problem für ihn reif machte und ihn erkennen lehrte, wo der Hebel in Handlung anzusetzen sei. Auf der Höhe der mittel­alterlichen Kaisermacht empfinden wir schon das sich drohend ankündende Dunkel, aus dem erst jetzt nach 700 Jahren die neue Größe in der Versöh­nung der alten Reichsidee mit der deutschen Aus­gabe heraufsteigt: an Stelle des Heiligen Römischen Reiches das neue germanische Reich deutscher Nation.

Die glanzvolle Aufführung unter der Regie von Carl K l i e w e r fand vor dem ausverkauften Hause eine begeisterte Aufnahme. Ferdinand Neuert gab dem Friedrich kaiserliche Größe. Der Beifall des Publikums steigerte sich zur Kundgebung, als sich der Dichter auf der Bühne zeigte. Bernhard Boie.

Deutsches und italienisches Lustspiel in Berlin.

Theaterbrief aus der Reichshauptstadt.

Bekanntmachung.

Von den für die Metallspende des Deutschen Volkes ausgefertigten Urkunden ist noch immer eine große Anzahl abzuholen. Zustellung an die einzelnen Spender ist aus Mangel an Arbeitskräften nicht möglich. Es wird nochmals gebeten, Spendeurkun­den, auf die Anspruch erhoben wird, bis zum 26. Ok­tober während der allgemeinen Dienftstunden bei der unterzeichneten Dienststelle, Asterweg 9, abzu­holen. Nach diesem Zeitpunkt können nicht abgeholte Urkunden nur bei Dorliegen besonderer Verhältnisse noch zur Ausgabe gelangen. 4547D

Gießen, den 10. Oktober 1940.

Der Oberbürgermeister. Stadtbauamt.

I. A.: Gravert.

Bekanntmachung.

Vetr.: Pferderäude in Gießen.

In dem Pferdebestand 'des Fuhrunternehmers Georg Sauer, Gießen, Walltorstraße 48 h.» ist der Ausbruch der Räude amtstierärztlich festgestellt worden. 4546C

Die Sperrmaßregeln sind angeordnet.

Gießen, den 10. Oktober 1940.

Der Oberbürgermeister. Gez.: Ritter.

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