Ausgabe 
11.10.1940
 
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Zreitag.II. ©ttoberWO

Lin Unterseeboot versenkte zwei bewaffnete

Öberkommandierenden der Faschistischen Miliz ver-

Ununterbrochene Vergeltungsangriffe rollen Tag und Nacht gegen London.

Italien greift an!

Don Major a. O. von Keiser.

England betrachtet mit echt britischer Anmaßung das Mittelmeer lediglich als ein strategisches Gebiet zur Sicherung seines Seewegs nach Indien und zur Aufrechterhaltung der Vorherrschaft in Europa, während Italien in ihm dasmare nostro sieht, auf dem das Dasein und die zukünftigen Ent­wicklungsmöglichkeiten seines Imperiums beruhen. Im Mutelmeer schneiden sich die ostwestlichen Ver­bindungslinien Englands mit den nordsüdlichen Italiens, an ihrem Schnittpunkt in unmittelbarer Nähe Siziliens liegt das britische Malta, das gleich­zeitig die Meerenge zwischen der westlichen und östlichen Mittelmeerhälfte beherrscht. Solange Ita­lien militärisch schwach war, kamen diese naturgege­benen Gegensätze nicht zur Geltung. Als es aber unter Mussolinis tatkräftiger Führung sich eine starke Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und vor ollem in der Lust schuf, als es wagte, sich mit der Besitznahme von Abessinien inmitten britischer Herr­schaftsgebiet und in unmittelbarer Nähe der von England beherrschten Straße von Bab el Mandeb eine starke Position zu schaffen, da trat England diesem Ringen des italienischen Volkes um Er­weiterung seines schmalen Lebensraumes mit größ­ter Schärfe entgegen. Ein England, das die Tore des Mittelmeeres und des Roten Meeres zum freien

zweite Maschine der englischen Angreifer- gruppe rammte und diese mit in die Tiefe

Schaden drei Tote und sechs Verwundete gab. Ein feindliches Flugzeug wurde von der Marineflak abgeschossen.

In Ostafrika überraschten und vertrieben un­sere Abteilungen feindliche Streitkräfte in Mar Deglo (Kenya). Eine unserer Fliegerstaffeln machte einen Luftangriff auf L o l o b a t i (südöst- lich von Wasir) und beschoß im Tiefflug die feind­lichen Lager. Eine weitere Staffel bombardierte die Hafenanlagen und Lagerhäuser von Aden, sowie die im Hafen liegenden Schiffe.

Feindliche Flieger warfen Bomben auf Lheren, Buna, de (Saniere, Sura und Mai Edaga, ohne Opfer oder Schaden zu verursachen, während bei einem Luftangriff auf Assab unter den Italienern und Eingeborenen zwei Tote und einige Verwun­dete zu beklagen sind.

Die Bedeutung der Po-Armee.

Rom, 10. Oft (Europapreß.)Popolo di Roma" befaßt sich mit der großen Heerschau in Oberitalien. Die großen Einheiten, die kriegsmäßig in der Po- Ebene zusammengezogen seien, so erklärt das Blatt, müßten alsM anöoerMasse" betrachtet wer­den, die intakt und zur blitzschnellen Schwerpunkt­bildung an der Stelle verfügbar sei, an der ihr Einsatz am wichtigsten sei. Auch in derDislokation" biete die Po-Armee das Bild der Manövermasse, < weil sie sich geographisch in einer zentralen Stellung befinde, von der aus sie schnell nach allen Richtungen vor stoßen könne, zumal sie für einen schnellen Standortwechsel und ein tiefes Eindringen in feindliches Gebiet geeignet sei. Das Blatt weist weiter darauf hin, daß die Streitmacht in der Po-Ebene nur einen winzig kleinen Teil des italienischen Kriegspotentials dar- ftelle, das auf über neun Millionen Mann erhöht werden könne. Unter Anspielung auf ein auch von Mussolini gebrauchtes Wort vom Angriff als der besten Verteidigung hebt das Blatt den Kampfgeist der italienischen Truppen und die faszinierende Wir­kung hervor, die von der Persönlichkeit des Duce, wie von allen großen Feldherren, ausgehe, und die seine Stellung als höchster Befehlshaber der in Di« Visionen verwandelten Nation begründe.

werden. Einige Wohnhäuser wurden zerstört, ein Bauerngehöft brannte vollkommen ab.

Der Gegner verlor gestern 10 Flugzeuge, davon eines durch Flakartillerie. Vier deutsche Flug­zeuge werden vermißt

Der Hafen von C a r d i f f, der nach dem Wehr­machtsbericht von der deutschen Luftwaffe ange­griffen wurde, ist der größte Kohlenaus­fuhrhasen Englands. Fast ein Viertel der gesamten englischen Kohlenausfuhr geht über diesen Hafen, der über spezielle Kohlenbunker- und Oel- bunkeranlagen verfügt. Die Kailänge des Hafens beträgt 11 km. Der Hafen von Cardiff ist auch a l s Einfuhrhafen von Bedeutung. Fast 10 v. H. der englischen Gesamteinfuhr an Eisenerz und Schrott und fast 15 v. H. der Gesamteinfuhr an Grubenholz kommen über Cardiff nach Eng­land. In der Nähe des Hafens befinden sich be­deutende Lagereinrichtungen, wie z. B. Kühlhäuser mit großer Lagerfähigkeit.

Am Donnerstag sieben britische Iagd- fluazeuae obaetchoffen.

Berlin, 10. Oft. (DNB.) Die britischen Ver­luste am Donnerstag betragen nach bisherein- qegangenen Meldungen sieben Jagdflug­zeuge. Lin deutsches Flugzeug muhte im Kanal not­wassern. Der Flugzeugführer wurde von einem See­notflugzeug ausgenommen. Die Maschine wird zur Zeit geborgen. Bei einem Luftkampf, der sich über der englischen Südküste zwischen einem einzeln fliegenden deutschen Bomber und zehn englischen Spitfire-Maschinen eutwickette, schoß das deutsche Flugzeug einen der englischen Jäger ab. hierbei ereignete sich der seltene Fall, daß die bren­nend abstürzende Spitfire eine ihre Bahn kreuzende

Drud und Verlag: vrÜHIsche UniverMätrdniderei R. Lange

folgte mit sichtlicher Befriedigung den flotten Vor­beimarsch, der von den ausländischen Vertretungen, mit 250 Hitlerjungen und ihrer Musik an der Spitze, eröffnet wurde. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches marschierte die Marsch­gruppe der HI. unter braustndem Jubel der Be­völkerung in vorbildlicher Haltung an Mussolini vorbei. Üeberall, wo sie auf ihrem Wege zum Pa­radeplatz vorbeigekommen waren, empfing sie eine Welle ungeheurer Begeisterung, die ihren Höhe­punkt erreichte, als Mussolini sie bei ihrem Vorbei­marsch begrüßte. Sie stellten sich an seiner Seite in Reih und Glied auf und stimmten oft in die jubeln­denDuce-Duce"-Rufe der Menge ein. Mussolini wandte sich immer wieder lächelnd zu ihnen und erwiderte ihre Ovationen mehrmals mit einem lau­tenHeil". Nachdem die anderen ausländischen Gruppen defiliert waren, marschierten die i t a - lienischen G I I.-D e r b ä n d e . von stürmi­schen Begeisterungskundaebungen begrüßt, in satt einstündigem Zuge zuerst im einfachen Marschtritt und dann im militärisch wuchttgen Paradeschritt des Passo Romano an ihrem obersten Führer vorbei. 3Wiemfrf»er IMrnwrWmW.

Rom, 10. Oft Der italienische Wehrmachtsbe­richt vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut:

In Norbafrika belegten feindliche Flieger Tobruk mit Bomben, wobei cs außer leichtem

Die amerikanischen Staatsbürger vertaffen Ostasien.

Getaffenes Echo in Japan.

Annahme von Anzeige« für die Dttttagsnummer bi§8*/,Ubr desVormittags

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Der Wehrmachtsberichl vom Donnerstag.

Berlin, 10. Oft. (DNB.) Das Oberfommanbo der Wehrmacht gibt befannt:

Vom frühen Morgen bis zu Beginn der Dunfel- heit rollten ununterbrochen Berget- tungsangriffe leichter und schwerer Kampf­flugzeuge gegen die britische Hauptstadt. Unmittel­bar anschließend setzten Nachtangriffe schwerer Kampfflugzeuge ein, die bis in die Morgenstunden des 10. Oktober andauerten. Schwerste Schäden wurden den Docks im Themsebogen zuge- fügt. Umfangreiche Zerstörungen richteten Bomben- explosionen auch an den Bahn- und Gleis­anlagen im Stadtkern an. Während der Nacht waren zahlreiche' ausgedehnte Groß­feuer zu beobachten.

Einzelne Kampfflugzeuge griffen in 5 üben g- tanb Hafenanlagen, Truppenlager, Bahnkörper unb Rüstungsbetriebe erfolgreich mit Bomben schweren unb schwersten Kalibers an. In Süb - unb 2Uitfelenglanb belegten sie mehrere Flugplätze mit Bomben. In St. Lval, Penrhose unb St. Merryn gelang es, halten unb Unter­künfte burch Volltreffer zu zerstören unb am Boben ftehenbe Flugzeuge zu vernichten. 3m Hafenbecken von Car biff lösten Bombentreffer heftige Explo­sionen unb anschliehenb einen großen Branb aus.

Auf See würbe ein feinbliches Handelsschiff von etwa 4000 BRT. burch mehrere Bomben mittschiffs getroffen. Es blieb brennenb mit starker Schlagseite liegen.

der britischen Presse have ein Feldzug gegen Japan begonnen, an dessen Spitze sich dieTimes" gestellt habe. Der Widerstand Chinas gegen Japan werde glorifiziert. Sämtliche Blätter brächten in großer Aufmachung die letzte Rede des Marschalls Tschiang- schek, in der dieser versicherte, China werde nicht eher die Waffen niederlegen, als bis der letzte Ja­paner das chinesische Territorium verlassen habe.

Große Flottenparade vor dem Kaiser von Japan.

Tokio, 11. Okt. (DNB. Funkspruch.) In den Gewässern von Yokohama fand am Freitag vor dem Kaiser eine große Flottenparade statt, an der über 100 Kriegsschiffe und 500 Flugzeuge teilnahmen. Dieser Flottendemonstration kommt, wie der Marineminister kürzlich betonte, gerade in der augenblicklichen Weltlage eine große Bedeutung zu. Der Kaiser traf um 9 Uhr im Sonderzug in Yokohama ein und begab sich in Begleitung des Marineministers Oikawa, des Admiralstabschefs Prinz F u s ch i m i sowie mehrerer Mitglieder des Kaiserhauses mit größerem Gefolge an Bord des FlaggschiffesHiei", das darauf den Hafen ver­ließ. Der Kaiser nahm bann die große Parade ab. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen erscholl der Kaiser­salut aller an der Parade teilnehmenden Schiffe. Admiral I a m a m o t o , der Befehlshaber der ver­einigten Flotte, leitete die Flottenparade, die im Rahmen der Feiern des 2600jährigen Bestehens des Kaiserreiches durchgeführt wurde.

Padua, 10. Okt. (Europapreß.) Die gewerbe- reiche Universitätsstadt Padua steht im Zeichen des großen italienischen Jugendaufmarsch es. An diesem Aufmarsch nehmen neben 20 000 Mit­gliedern der faschistischen Jugend eine Abord­nung d e r HI. aus dem Reich, Jugendabordnun- qen aus Spanien, Ungarn, Bulgarien und Rurnä- nien teil. Die Stadt trägt ein festliches Gepräge. Alle Straßen und Plätze sind reich mit den Fah­nen der vertretenen Länder geschmückt. Musso­lini hat gleich nach seiner Ankunft in Padua die Truppenschau der 22 Bataillone der Kriegsfreiwil­ligen der Faschistischen Jugendorganisationen und der Vertretungen ausländischer Jugendorganisation nen, die zu dieser Kundgebung nach Padua gekom­men sind, angenommen. Hierauf begab sich der Duce nach einer vierzig Kilometer von der Stadt entfern­ten Anhöhe, zu einer Scharfschießübung der Jungfaschisten. Am Mittag kehrte Mussolini nach Padua zurück und nahm auf der Piazza Garibaldi die große Parade der 20 000 Jungkaschisten ab, die in diesem Sommer vom Golf von Genua bis nach Venedig einen Uebungsmarsch von 420 Kilo­metern zurückgelegt haben. Auf der Ehrentribüne sah man die Botschafter Deutschlands, Spaniens und Japans sowie die Gesandten Unaarns, Rumä­niens und Bulgariens, ebenso die Militärattaches, die im Gefolge Muffolinis besten Jnsvektionsfahrt i. Der Duce in der Uniform des

Tokio, 10. Okt. (Europapreß.) Die alarmierende Mahnung der Washingtoner Regierung an ihre m Ostasien befindlichen Staatsbürger, baldigst d i e Heimreise anzutreten, durcheilt heute alle Städte des Fernen Ostens. Wer noch zögerte, eilt jetzt zum nächsten Schiffsbüro und belegt dort einen Platz.Asahi" meldet aus Schanghai: , USA.= Firmen in China hätten Anweisung erhalten, nach Manila zu gehen und dort Wartestellung zu beziehen. Die Angestellten der nordamerikani­schen O e l f i r m e n in China, die sich zur Zeit auf Heimaturlaub befinden, werden nicht mehr zurück­kehren. Die Familien der Offiziere des asiati­schen Geschwaders der USA. wurden angewiesen, in den USA. zu bleiben. Sämtliche Kabinen der Trans-Pazisik-Schifte in Richtung USA. sind aus- verkauft und mit nordamerikamschen Heimkehrern belegt. Der große Ausverkauf, der schon seit Wochen im Gange ist, dauert an. Jeder wünscht möglichst leichtes Gepäck für eine Reise, die vielleicht zur Flucht werden könnte. In China sind rund 10 000, in Japan 8000 und in Hongkong 2000 nordameri­kanische Staatsangehörige.

Der Inhaber der japanischen ZeitungYomiuri", S h o r i k i, erklärt in einem in den USA. ver­öffentlichten Interview desInternational News Service", jede weitere japanfeindliche Kundgebung der Vereinigten Staaten wäre gleichbedeu­tend mit einer Kriegserklärung. Auch die Erklärung des englischen Botschafters Lord Lothian in Washington, er habe seine geplante Reise nach London wegen der Krise im Fernen Osten auf englische Anweisung aufgegeben, löste große Aufmerksamkeit aus und vertiefte die gespannte Atmosphäre, bei der allerdings Japan eine vorbildliche Gelassenheit bewahrt. Auf die

seindllche Handels,chisse oon insges-ml 7000 BRT. 'rife. Der deutsche Bomber erreichte m.t zahlreichen In Westdeulschland unb in ben besetzten Gebie- Treffern seinen Flughafen. Ein Mitglied ber Be­ten burch nächtlichen feinblichen Bombenwurf an- satzung würbe burch bie feindliche Einwirkung lob- gerichteter Sachschaben konnte rasch wieder behoben lich getroffen.

Japan habe selbstverständlich auch heute noch den ernsthaften Willen zum baldmöglichsten Frieden in China. Der Dreierpakt, den Churchill zu bejam­mern scheine, sei eine Maßnahme zur Erreichung dieses Zieles. Wenn die britische Regierung wirk­lich, wie sie vorgebe, den Frieden in Ostasien wünsche, sei ihm unverständlich, wie London durch die Wie­deröffnung der Burma-Straße Tschiangkaischek zu weiterem Widerstand und Kampf gegen Japan er­muntern könnte. Schließlich betonte der Außen­minister, daß der Dreierpakt nicht gegen Ame­rika eingegangen sei. Die drei Staaten wünschen ernstlich, daß gerade eine mächtige Nation, wie die USA. nicht in den Europakrieg ver­wickelt würbe ober wegen des Chinakonfliktes zu einem Zusammenstoß mit Japan käme. Der Ge­danke an einer derartige Möglichkeit, die eine furcht­bare Katastrophe über die Menschheit bringen könne, genüge, um einen zaudern zu lassen, wenn man die Folgen erwäge. Der Dreierpakt sei kurz ge­sagt ein Friedenspakt.

Britischer preffefeldzuq gegen Japan.

Madrid, 10. Okt. (Europapreß.) Der Londoner Berichterstatter desYa" meldet seinem Blatte, in

Der Duce bei der kriegssreiw',1 _

Die Marschgruppe der 63. in Padua begeistert gefeiert.

Ozean beherrscht, würde auch in Zukunft der ge­fährlichste Feind eines starken römischen Imperiums sein, das auf den freien Ueberseeverkehr dringend angewiesen ist. Die Teilnahme am Kriege auf Deutschlands Seite war daher ein lebenswichtiges Gebot für Italien.

Italien hat für den Kampf im Mittelländischen Meer gegenüber England den strategischen Vorteil derinneren Linie", d. h. es kann von seiner heimatlichen Kampfbafis aus seine See- und Luft­streitkräfte geschlossen gegen die weit getrennt von Gibraltar und Alexandrien aus operie- renden englischen Flottenteile einsetzen. Malta hat seit der Erstarkung der italienischen Luftwaffe seine Bedeutung als britischer Marinestützpunkt ver. loren und dient heute nur noch als Luftstützpunkt. Aber auch als solcher ist er gegenüber der vorzüg­lichen italienischen Luftwaffe, die ihn aus nächster Nähe jederzeit mit überlegenen Kräften angreifen kann, in recht ungünstiger Lage. In Ausnutzung dieser strategischen Vorteile hat Italien den Mitte Juli unternommenen britischen Flottenvorstoß von Gibraltar und Alexandrien aus gegen die italieni­schen Gewässer trotz seiner Unterlegenheit an See- ftreitfräften durch feine Luftangriffe vereitelt und beide feindlichen Geschwader unter schweren Verlusten in ihre Ausgangshäfen zurückgejagt. An­fang September scheinen die Engländer nod) ein­mal eine größere Flvttenaktion beabsichtigt zu haben, ihre Seestreitkräfte wurden aber im mitt­leren Mittelmeer, vor Algier und im Aegäischen Meer von italienischen Kampf- und Sturzkampf­verbänden angegriffen und erlitten wiederum starke Verluste. Seitdem tritt die einst so stolze britische Flotte im Mittelmeer genau so wenig in Erschei­nung wie in der Nordsee.

Die entschiedene Ueberlegenheit der italienischen Luftwaffe über die englischen See- und Luftstreit­kräfte hat sich nicht nur in diesen Seekämpfen, son­dern auch bei den immer wiederholten erfolgreichen Luftbombardements auf die wichtigsten britischen Stützpunkte Gibraltar, Malta, Alexandria, Haifa und Suez gezeigt. Wenn die Engländer in den ersten drei Kriegsmonaten rund sechsmal soviel Flugzeuge verloren haben wie die Italiener, so

(90. Jahrgang Br.2U Erscheint täglich, au her Sonntags und fteiertaaS Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter i Heimat nnRild DieScholle | MonatS-Be-ugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80

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Frage, ob auch Japan daran denke, seine Staats­bürger aus den USA. heimzurufen, antwortete der Sprecher des Auswärtigen Amtes:Wir sind nicht so nervös!" Ebenso bleiben die japani- , schen Zeitungen in ihren Kommentaren ruhig. ' Wir nehmen die englische und jetzt anscheinend auch folgende amerikanische Evakuierung Chinas , als erfreuliches Zeichen, wodurch der schrittweise t Rückzug des an g l o - a m e r i k a n i sch e n Im- perialismus angebeutet wird", schreibt ,Kc>- kumin Schimbun". England und Amerika scheinen immer noch Drohungen und Bluff als wirksame Hindernisse für die Aufrichtung der Neuordnung in Ostasien zu betrachten.Yomiuri" schreibt:Eng­land scheint Amerika in Panikstimmung versetzt zu haben. Beide Stauten sind aber gegenwärtig z u entscheidenden Gegenmaßnahmen un­fähig. Sie greifen nur zu demonstrativen und drohenden Gesten durch die Uebertreibung der Wichtigkeit der Wiedereröffnung der Burmastraße und der Zurückzichung der amerikanischen Staats­bürger aus Ostasien.Yomiuri" legt den Äußerun­gen amerikanischer Marinekreise, wonach der USA.= Flotte noch ausgebildete Besatzungen fehlen, größte Bedeutung bei. Solange dieser Mangel andauert, werde ben USA. auch die größte Zahl von Flotteneinheiten nichts nützen. Der nord- amerikanische Druck werde daher wahrscheinlich in verstärkten wirtschaftlichen Sanktionen bestehen. Gewohnt, Japans Gesamtstärke zu unter­schätzen, glaube Washington, Japan kampflos ledig­lich durch eine verschärfte Wirtschaftsblockade auf die Knie zwingen zu können. Die einzige Antwort darauf sei, die Gesamtstärke Japans mit allen Mit­teln zu erweitern und die Rückschlagung jeden An­griffs vorzubereiten. , ..

Englands Erklärung, daß ab 17. Oktober die Burma-Straße wieoer geöffnet wird, wirb mit ruhiger Entschlossenheit ausgenommen. Nichi Nichi" berichtet, in Burma seien sämt­liche Lagerhäuser zum Bersten voll mit nordamerikanischem Kriegsma terial, bas nur barauf warte, nach Tschungkmg gebracht zu werden. Nicht so sehr England als vielmehr die USA. hätten auf der Deffnung des Burma-Weges bestanden. Die USA., die eben erst Tschungkmg einen neuen Kredit von 25 Millionen Dollar zum Ankauf von Rüstungswerten eröffnet hatten seien jetzt ber stärkste Faktor in ber arunbfa^ieben Bekämpfung der Ziele Japans. Die spanische Prelle betont übereinstimmend, die Lage habe sich jedoch grundlegend geändert, denn von Indo­china aus könne jetzt Japan ben Kanonen-Weg BurmaTschungkmg zerstören.

Abgesehen von ben politischen und nnrtschafttichen Kreisen kümmert sich die iaPamf^,D^erntÄ' zur Zeit wenig um die Außenpolitik. Alle Parks sind voll fröhlicher Schuljugend, die oort ihre sport­lichen Kampfspiele zur Feier des 2 60 01 a h ri- gen Reichsjubiläums abhalt, das in Den nächsten Wochen seinen Höhepunkt erlebt. Riefige Vorbereitungen sind getroffen. In der japanischen Hauptstadt ist ein Kaiferpavillon errichtet, in dem das Kaiferpaar zur Gratulation erscheinen wird. Dam sind vom Hofmarschallamt allein 55 000 per­sönliche Einladunaen erganaen. Ausstellungen, irest- spielwochen der Kirnst, der Musik und des Theaters öfinen in diesen Wochen ihre Tore ^ur Krönung des Jubiläumsjahres. Der Festalanz überstrahlt die Hauptstadt und das ganje Land.

Wemmmffer Mffvoka zur Mederöfflmna der VurmattraSe

Tokio 10 Okt. (DNB.) Zur Wiedereröffnung der Burma-Straße sowie zum Dreierabkommen er­klärt Außenminister Matsuoka, daß das drei monatige ^r^ebingung ^e- die im Gesotpe '1

London durchaus nicht ^rend dieser' Zeit rnitgernacht batten.

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Gietzeim Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen