Ausgabe 
11.7.1940
 
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Das Land rüst die Stadt

Preise:

I 7,94

n 5,30

II 3,60

feto« Wurzel unfc W Mütter und * ® * «B « «1bülter Fkg W W.,

Blüten Md en eine Familie. So sind uns die Mu- 30 Rpf. Käse das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, men ein Sinnbild der ^rn^nschaft. Sie zeigenutre» ' Rpf., 50 kg 4,15 RM., neue,

den Weg zur Ruhe und Besinnlich^ sie alte, /^g50 kg 10,- RM., UNS, daß wir UNS bei Sturmen und Wetterschauern [ Z g » & Weißkraut 15

hntiTi aber Mieder au-frichten mu en. h. l Wirsing, grün, X2 w ______Fl

maier.

beugen, dann aber wieder aufrichten müssen.

(Nachdruck verboten!)

39. Fortsetzung.

0,88 0,58

0,94

weiße, rote, blaue Sorten

runde gelbe

Sorten . . -

lange gelbe

Sorten . . <

I II

I

II

I II

I

7,06 4,77

7,50 5,04

Klein« Verkaufspreis

festpreis

I 5,20

II 3,12

I 5,60

II 3,36

I 6,00

n 0,62

I 1,00

II 0,65

zu erübrigen sind, zurückgreifen. Getreide-, Kartoffel- und Obsternte bilden die vordringlichsten Arbeiten in der Heimat während der kommenden Wochen.

Noch ein weiterer wichtiger Faktor tritt für die Durchführung der Erntearbeiten in den Vordergrund, nämlich die ausreichende und rechtzeitige Bereit- stellung von Maschinen. Es kommt nicht nur darauf an, daß die Arbeitskräfte sparenden landwirtschaft­lichen Maschinen vorhanden sind, sondern ihr Einsatz muß sinnvoll geplant werden, um höchstmögliche Leistungen herauszuholen. Viele Orts- und Meis- bauernschaften haben sich gemeinsam Schlepper^ Dreschmaschinen, Bindemäher und andere Gerate angeschafft, die nach einem bestimmten Plan für die Bauern ihres Bezirks eingesetzt werden. Da mancherlei Feldarbeiten mit einem einmaligen Einsatz der ent­sprechenden Maschinen nicht erledigt sind, sondern eines Vor- und Nacheinsatzes bedürfen, wird es m den einzelnen Ortschaften notwendig sem, die vor­handenen Maschinen ohne Rücksicht auf den Besitzer, auch auf Nachbarhöfen, wo diese Maschinen fehlen, dann einzusetzen, wenn der Besitzerhof sie im Augen­blick nicht gebraucht. Es darf in diesem Erntesommer nicht vorkommen, daß irgendeine Maschine untätig auf dem Hofe steht, sondern sie muß laufend der Dorf­gemeinschaft zur Verfügung stehen, wobei der Bauern­führer ihren Einsatz organisiert. Nur bei solchem plan­vollen Einsatz sind die Maschinen in der Lage, 10 oder 15 Arbeitskräfte, wie es vorgesehen ist, tatsächlich auch zu ersetzen.

Es ist zu hoffen, daß sowohl die Organisation des Arbeitseinsatzes, die jetzt schon im tioUen. Gange ist und sich namentlich an die Städte wendet, von Erfolg begleitet ist, wie auch die maschinelle Planung in den einzelnen Bauernschaften. Wir haben in diesem Sommer bei der Ernteeinbringung infolge der be­sonders angespannten Lage durch den Krieg nut beschränkteren Mitteln erhöhte Aufgaben zu erfüllen. Die Erfüllung dieser Aufgaben ist Arbeit an der Inneren Front. Sie muß sich ebenso bewähren, wie die Front der Waffen in ihrem entscheidenden Einsatz zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Keine Spur von Haust

Boman von Charlotte Kaufmann.

es selbstverständlich, daß sie au ihm kam, ihn be- suchte als wären keine drei ungegarten Jahre zwischen ihnen.Wie geht es dir?" fragte er.

Danke, es geht mir gut."

Du siehst auch gut aus." Er setzte sich auf die Bettstelle, legte die Hand auf die Kme. Eine Strähne seines Haares fiel ihm in die Sttrn, und er sah aus wie immer. Wie immer ...

Wohnst du schon lange hier?" fragte Sibylle.

Er nickte eifrig.Ein paar Monate. Die Frau, der das Haus gehört ..., es ist em abscheuliches altes Haus, ist sehr hilfsbereit Es ^?^te ^me Rolle bei ihr, wenn man einmal die Miete schuldig bleibt." Er lächelte mit schief geneigtem Kopf, wie er immer gelächelt hatte, ein wenig leichtsinrng uno ein wenig gleichgültig. .

Du bist einmal draußen gewesen m Dorup, wenn ich mich nicht täusche, vor Weihnachten ..., ich er­kannte dich zu spät." w

Za, ich wollte mich umsehen nach dm.

Weshalb bist du nicht zu mir gekommen t "Ach ..er hob die Hand.

'Ich habe drei Jahre auf dich gewartet.

Er nickte.Ich erfuhr es, als ich m die Stadt zog und nach dir fragte." __ e,

Ich habe nach dir suchen lassen, drei Jahre 1<m$d) weiß. Es tut mir leib. Es lag nicht in meiner Absicht. Ich schrieb dir einen Bries aus Rap oll, bald nachdem ich wegzog. Aber du hast ihn mcht bekom-

Driefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

t. In G. Otto Ubbelohde war ein bedeutender Maler und Graphiker. Er wurde am 5. Januar 1867 in Marburg geboren und starb am 8. Mai 1922 in Goßfelden bei Marburg. Ubbelohde war Schüler von Herterich und Löfftz und schuf vor allem neben Gemälden zahlreiche graphische Blätter, in denen er die hessische Landschaft roiebergab. Be» kannt sind u. a. auch die zahlreichen Illustrationen zu deutschen Märchen. Originale seiner Werke be­finden sich in den Sammlungen von Dresden, Darmstadt, Frankfurt a. M. und Berlin.

Wir werden zusammen gehen", erwiderte sie. Das Haus draußen wartet. Es ist alles wie da-

eins mit der Natur.

Weit, weit blauen die fernen Berge, stvbern glänzt das Band des Flusses drunten im Tal. Hebet Wiesen und Wäldern liegt es wie em zarter Schleier. Dor uns, hinter, überall leuchten Blumen- fteme. Duft spendend, in allen Farben er glühen!), leicht geneigt oder aufrecht, halb noch in der Knospe oder schon voll erblüht: Immer sind sie schon, die Wald- und Wiesenblumen!

Wer tarn sich dem Zauder bbe-fer Dlumenpracht entziehen! Da stehen sie in verschwenderischer Fülle: Hahnenfuß und Pfefferminze, Ehrenpreis und Augentrost, bescheidene Gänseblümchen, Gunder­mann und Quendel, hinkriechend am Boden, dann wieder aufstrebend zu blauem Himmel. Ein großer, bunter Teppich! .

Staunend stehen wir vor dem Blutenwunder des Sommers. Farbe zu Farbe gesellend, durchrantt vom dunklen Grün der Blätter, so grüßen uns die Blumen. Ein Märchenzauber geht von ihnen aus. Es ist ein Gut, das uns allen gehört. Auch der ärmste, der verlassenste Mensch kann sich an den Blumen erfreuen. Die kleinste, unscheinbarste Blute

Erzeuger- Großhandels- abgabepreis

Wie ein Sturm rauschte das Geräusch der Stadt um sie, die die Sttlle des Strandes gewohnt war, umgab ihre Gedanken wie mit Wolle und Seiden- gespinst, bis alles Denken erstarrt war.

Sie fragte einen Polizisten, der ein Buch aus der Tasche zog und nachblätterte.

Dann ging sie weiter.

Als sie vor dem Haus ankam, war es ihr, als wäre sie tagelang gegangen, endlos. Sie suchte nach einem Schild an der Tür und fand keines Sie wollte rufen, da merkte sie, daß die eiserne Garten­tür offen war, und trat ein. Die Hau stur war an­gelehnt, als wäre ein Mensch nur rasch her aus ge­laufen, um etwas zu holen und gleich wieder zuruck- $ Die Treppe war dunkel, aber aus der Höhe drang der Streifen eines Lichtes herab, der aus einem Türspalt herausquoll. Sie ftieg die Treppe hinauf, klopfte. Keine Antwort. Sie drückte die Klinke nie­der und stand in einem Dachzimmer.

Das erste, was sie sah, war eine Petroleumlampe auf einer Tischdecke mit orientalischem Muster. Dann erkannte sie den Mann, der eine Palette m der Linken hielt, die braun, leer und sauber war.

Was ist?" fragte er, ohne sich umzudrehen. Er tupfte mit einem leeren Pinsel auf die Leinwand, die weiß war, mit Kreide grundiert. Dann drehte ^Es^war, als würde minutenlang die Stille des Zimmers Umschlägen zu einem harten und hani' mernden Geräusch, aber es war wohl nur das

sollte uns heilig sein.

Mr schmücken auch unser Zimmer. Em Blumen­strauß aus dem Mittagstisch sollte eine Selbstver­ständlichkeit sein. Wenn uns Blumen entgegen- nicken, werden wir schon froher. Am frühen Mar­gen wenn wir unser Tagewerk beginnen, sollen sie nicht fehlen. Ein kleiner Blumenstrauß, eine einzige Blüte mit den seidenzarten Blättchen hat Gewalt über manchen Schoten und über graue Wolken die uns das Leben verdüstern. Es gäbe im Familienzimmer vielleicht keine harten Wor^wenn uns ein Strauß Sommerblumen grüßte; denn die Blumen besänftigen, tröfte* und versöhnen. Jeder Mensch, der bas Leben liebt, liebt auch die Blumen. Sie sprechen zu unseren Herzen.

Aber nicht nur die Farben und den Dust sollen wir bewundern. Jede Blume ist ein BW rwn voll­endeter Kraft. Sie kennt keine Ungeduld. Rur die oberste Blüte ist voll entfaltet. Nun wachsen die zarten Knospen heran, ein ewiges Blühen unfb Ber- oeben Alle Teile werden betreut von der Mutter­pflanze. Jede Knospe, jedes Blatt erhält Nahrung aus dem Schoß der Erde. Das Sonnenlicht spendet ___ - - < . . . . V fT* L - -- 1 SUilrtMi/VI- 1 ttl.n

Brief hin meinen und vergessen. Ich dachte, du wärst längst wieder verheiratet, als ich zuruckkam. , Aber ich fand dich noch immer allein." 1

Du wußtest, daß ich ein Mensch bin, der nicht so leicht vergißt ..., der ..." }

,Tote vergißt man, erwiderte er,und wenn man sie noch so geliebt hat." Er stand auf trat an den Schrank, holte Zigaretten hervor.Rauchst bu?^

,Zch habe es in den drei Jahren nicht gelernt.

Ach ja, du rauchst ja nicht. Sich, ich wollte, daß du frei fein solltest. Frei von mir. Du bist em Mensch, der gern Opfer bringt, viel Opfer. Aber ich bin nicht der Mensch, der sie wert gewesen ist. Außerdem bin ich verrückt, irrsinnig. Noch nicht ganz vielleicht, aber das kommt noch. Ja, ich hatte vor tot zu sein für dich. Es war eine verdammte Schwäche von mix, daß ich wiederkam und nach­sehen wollte, wie du nun lebst. Es mar eine oer- )ammte Schrnäche, die mich hierbleiben lieh. Aber es mürbe von Tag zu Tag schwerer, wegzugehen, und dann, als Mjölln kam mit seinen lächer­lichen Bemühungen, da ritt mich der Teufel und ich mußte bleiben, roie er seine Kreise um mich zog. Hat er dir gesagt, baß ich hier stecke?'

Nein." ,, .. ,

Ich benfe, du wirst dich nun scheiden lassen. Ein Mann wie ich taugt nicht zur Ehe. Ich werde dir ein ärztliches Attest bringen über meinen Zu­stand, meine Krankheit. Es wird ganz einfach sein. Der Brief aus Rapoll märe allerdings einfacher ge« tpeien

Ich merde bet dir bleiben", sagte Sibylle.

Er antwortete nicht, sondern blies den Rauch feiner Zigarette zu Kringeln und phantastischen Fl­oren Plötzlich sah er sie an.Weißt du was das letzte war, das ich seinerzeit zu dir sagte?

3a "

Behalte den Ausdruck. Dieses Lächeln, vergiß es : nicht ... du hast es doch vergessen." Er deutete aus ine leere Leinwand neben dem Fenster.Dort habe ich gemalt. Seit Jahren male ich daran, an deinem glückhaften Lächeln." Er stand auf, ging zur Wand, rückte das leere Bild ins Licht, hängte die Lein­wand wieder in den Schatten. Dann kam er zu ihr, > stand neben dem Stuhl, beugte sich nieder, rasch, plötzlich, wie gestoßen, und küßte chr Haar. Und ftine Gedanken sagten: Ich liebe dich. Maßlos hebe i ich dich. Aber er sprach nichts.

Sibylle erkannte Detlefs Gedanken, horte, was - sie sprachen, wußte, daß sie bei ihm bleiben wurde, so lange er lebte, obwohl sie ihn nicht mehr liebte. Nein, sie liebte ihn nicht mehr.

bis 18, Gelberüben 20 bis 25, Roterüben, bas Bund 15, Spinat, kg 20, Römischkohl 12, Bohnen, grün 25 bis 55, gelb 30, Erbsen 22 bis 35, Mischgemuse 15 Tomaten 34, Zwiebeln, bas Bunb 15 bis 20, Rhabarber, kg 10, Pilze 45 bis 50, Himbeeren 40 bis 45, Kirschen 50, Heibelbeeren 42, Stachel­beeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25, Erbbeeren 50, Blumenkohl, bas Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 40, Oberkohlrabi 10 bis 15, Ret­tich 10 bis 15, Rabieschen, bas Bund 10 Rpf.

** Achtet auf die Wefven! Ein Mann in Höchst trank einen Schluck von feinem Bier, in das kurz vorher eine Wespe geflogen war. Der Mann hatte es nicht bemerkt. Das noch lebende Infekt stach ihn bann in die Zunge, die sofort derart an­schwoll, daß es großer Mühe bedurfte, den Mann vor dem Ersttckungstode zu bewahren. Ebenfalls in Höchst wurde vor einigen Tagen eine Hausfrau von einer Wespe am Arm gestochen. Später stellte sich an der kleinen Wunde eine schwere (Entrun­dung und Blutvergiftung ein, die eine sofortige Ope­ration notwendig machte. Während der Obft-und Einmachzeit find Wespenstiche keine Seltenheit. Man darf sie aber nicht leichtfertig behandeln, sondern nimmt zweckmäßig sofort eine Reinigung der Stich­stelle vor und versieht sie mit einem Umschlag mit essigsaurer Tonerde.

NSG- In Ställen und Scheunen darf nicht geraucht werben. Durch Beseitigung von Feuersgefahr wertvolles Volksgut zu erd ar­ten, ist eine bringende Notwendigkeit. Immer noch werden jährlich Millionenwerte durch Feuer vernich­tet. Wir haben jetzt auf unseren Bauernhöfen mel- ach Helfer aus der Stabt, die zwar nicht aus- em Willen, sondern eher aus Gedankenlosigkeit m Ställen, Scheunen und Lagerräumen rauchen. Aber auch vom Landarbeiter ober Dauern kann man dies noch oft sehen. Gerade er sollte mit gutem Beispiel vvrangehen. Der Betriebssicherer hat die Pflicht, in feuergefährdeten Räume» Schilder anzubringen, die die Gefolgschaft auf das Rauchverbot Hinweisen. Wer diesem Rauchverbot zuwiberhandelt, kann mit einer Geldstrafe bis zu 150, RM. ober 14 Tagen Haft bestraft werden.

RSG. Sammeln von Mohnkapseln. Die bei her Mohnernte anfallenden Mohnkapseln wer­ben nach neuerem Verfahren chemisch auf geschloffen und zur Opiumgewinnung verarbeitet. Gerade wah­rend des Krieges wirb das Opium für die Wund­behandlung in sehr großem Maße benötigt und es ist deshalb notwendig, daß in diesem Sommer jeder ' Mohnanbauer die Kapseln forgfältig sammelt und . für den Verkauf bereit hält. Der Ankauf erfolg* ! durch bestimmte Genossenschaften und Verteiler.

♦♦ Don der ßanbesunoerfität. Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wirb uns mitgeteilt, daß der a. o. Professor der Alten Geschichte, Dr. Kurt Stabe, zum Mitglied der Historischen Kommission für Hessen und Walbeck ge­wählt worben ist. _ .

** Auszeichnung für treue D i e n ft e. Der Führer und Reichskanzler hat der technischen Lehrerin Klara Wolff an der Schillerschule und dem Gewerbelehrer Hans Uihlein an der Ge­werblichen Berufsschule zu Gießen als Anerkennung für 25jährige treue Dienste das silberne Treubienst- Ehrenzeichen verliehen.

♦♦ Abgängiges K i nb ermittelt. Me die Münchener Polizeibirektion mitteilt, konnte bas, wie kürzlich gemeldet, feit Kriegsausbruch ab­gängige Kind Johann Himb ert, geboren am 24. Juni 1939 in Völklingen, inzwischen ermittelt werden. . ...

** HI. ißt Vollkornbrot. Das Amt für Gefundheitsführung der Hitler-Jugend hat ange­ordnet, baß in Zukunft mindestens 50 v. H. des ge­tarnten Brotbedarfs in der Verpflegung der Hitler- Jugend in Lagern, Schulen, Jugendherbergen, Landdienstheimen usw. durch anerkanntes Vollkorn­brot zu decken sind. Die Jugend marschiert hier an erster Stelle, denn es gibt in ganz Großbeutschland noch keine andere Stelle, die für ihre Angehörigen eine solche Pflicht ausgesprochen hätte.

Kann-Kurzstrecken-Ziegatia in Gießen.

Die Pabdlergikbe Gießen, die sich in den vergan­genen Jahren schon verschiedentlich erfolgreich für die Durchführung von Kanu-Regatten auf der Lahn eingesetzt hat, ist auch für dieses Jahr damit beauf­tragt morden, die Kanu-Kurzsttecken-Regatta für den Bereich XII durchzuführen. Die sportliche Ver- airftaltung findet am kommenden Sonntag statt. Nach dem bisher vorliegenden Meldeergebnis ist mit einer überraschend starken Beteiligung zu rech­nen. Neben der Paddlergilde Gießen und den Mannen der Gießener Rudergesellschoft liegen bie Kanusportler vom Kanuclub Wetzlar, von Hanau, vom Marburger und vom Kasseler Kanuklub, roie auch von Paddelsport Kassel im Rennen. Selbst­verständlich ist auch der eifrige Kanuklub Wieseck vertreten. Im Verlauf der Regatta werden auch zwei Bereichs^Kriegsmeisterschaften bestritten, und zroar im Einer- und im Zweier-Kajar.

Sehr stark roirb auch die Jugend vertreten fern. Die Httler-Iuaend aus den Standorten Gießen Marburg, Kastel und Hanau werden zum Kamp um ihre Bannmeisterschaften antreten und dazu zah­lenmäßig sehr stark erscheinen. Obwohl der Melde- termin noch nicht abgelaufen ist, liegen schon jetzt so viele Meldungen vor, daß für manches Rennen bis zu acht Teilnehmer sicher sind. Man wird also mit spannenden Kämpfen rechnen dürfen. Die Lei­tung der Regatta liegt in Händen des Vereinsfuh- rers der Gießener Paddler^Gilde, Dr. Schwarz-

Aus -er Stadt Gießen.

Sommerreichtum.

Die ©etreibefelder sind noch grün. Unabsehbar dehnt sich die Fläche. Einen herrlichen Anblick bietet ein solches Fruchtfeld. Auf und ab, Welle folgt aus Welle. Das ist ein Schaukeln und Wiegen wie bei einem See. Hier und da leuchten blaue Kornblumen, feuriger Mohn und zierliche Kornraden aus den Halmen hervor. .

Die ersten Gräser und Blumen auf den Wiesen fielen unter dem Schnitt der Sensen. Desto schöner und farbiger leuchtet der Waldrand. Alles steht in Blüte. Heiß brennt die Sonne auf die Erde nieder, das Grün schimmert hell, die Vögel fingen noch ihre Liebeslieder, und Schmetterlinge schweben von Blume zu Blume. Jeder Sonnentag ist ein Fest für unsere Schmetterlinge. In der Lust schaukeln Tag­pfauenaugen, Admirale, Schwalbenschwänze und die vielen, vielen Bläulinge. Sie brauchen ja nur ein wenig Licht und Wärme, um leicht und froh ihr kurzes Dasein zu genießen.

Behutsam, wie aus wertvollen Kelchen, trinken sie aus den Blüten. Leise bewegen sich die .Blumen, wenn ein Sommervogel sich auf ihnen nieder!aßt. Es ist so, als ob sie zustimmend stickten, als ob sie sagen wollten: Nehmt nur, ts ist genug da für alle!

Wenn wir aus dem bunten Wald hinaustreten auf die sonnige Sommerwiese, dann fühlen roir eine wohlige Betäubung. Wir können nicht vorüber. Wir müssen hinsinken in die Pracht und uns mit aus gebreiteten Armen in bas duftende Wuiwer betten. Wir liegen da und schauen hinauf nach den weißen Sommerwölkchen am ttefblauen Himmel. Das Leben hinter uns verschwindet. Wir fühlen uns

ie 50 kg bzw. beim Kleinverkaus bei Mengen je 5 kg. Bei Abgabe unter 5 kg ist ein weiterer Zu- schlag nicht statthaft, die Preise für Teilmengen unter 5 kg find nach den Preisen für 5 kg zu be­rechnen. Die Abrundung nach oben bzw. nach unten darf erst beim Endbetrag für die abgegebene Teil­menge unter 5 kg erfolgen.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 11. Juli. Auf dem heutigen Wochen-

unb kontrollierten Gebieten bie Erntevorbereitungen mit erhöhtem Nachbruck betrieben. Es gilt, bie vor- hanbenen Arbeitskräfte, Zugkräfte unb Maschinen o einzusetzen, baß sie bei höchstmöglicher Leistung bie Ernte in kürzester Frist einbringen können. Im vorigen Sommer, als wir eine hervorragend Ernte hatten, ist es bank ber vorsorglichen Planung aller Arbeiten unb bei bafür notwenbigen Arbeitskräfte gelungen, ben Ernteanfall mit benlbar geringstem Verlust em- zubringen unb so bie Vorrats wirtschaft wesentlich zu kräftigen. Wenn wir heute in ber Lage sinb, bie Nahrungsmittelrationen auf biesen unb jenen Ge­bieten zu erhöhen, so ist barin ein Erfolg ber weit­sichtigen Vorratsplanung zu sehen unb bie stolze Gewißheit, baß bie beutsche Ernährungswirtschaft absolut gesichert ist. Diese Sicherung ber Ernährungs­lage bes Volkes muß unb wirb unter allen Um- stänben weiter gewahrt bleiben.

Für ben deutschen Raum kommt es auch in biesem Erntesommer toieber auf bie weitgehenbe tätige Mithilfe ber Stabt an. Das Lanb hat viele Ar­beitskräfte abgeben müssen, bie an ber Front noch wichtigere Aufgaben zu erfüllen haben als in ber Heimat. Wenn auch bie (Erntearbeiten m ber Heimat teilweise burch ben Einsatz von Kriegsgefangenen unterstützt werben unb in einzelnen Fällen auch Beurlaubungen von ber Wehrmacht möglich sem bürsten, so ruht ber Schwerpunkt bet Erntehilfe boch auf bem freiwilligen Einsatz namentlich ber Stabtbevölkerung. In umfangreicher Form wer­ben sich daher auch diesmal der Landdienst, die Hitler­jugend und der Arbeitsdienst zur Verfügung stellen. Zusätzlich werden die Parteigliederungen, wie schon im vorigen Jahr, einen Großeinsatz aus ihren Reihen organisieren. Darüber hinaus wirb man aber auch auf anbere Kräfte, bie in ber Stabt trgenbtoie

Die Früchte auf ben Felbern unb Aeckern gehen ber Reife entgegen. Es ist sehr gut möglich, baß bie (Erntearbeiten plötzlich in großem Umfange beginnen müssen, wenn bas Wetter bas Ausreisen beschleunigt. Darum werben jetzt in ben länblichen Teilen Deutsch- lanbs unb in ben von beutschen Truppen besetzten

lagesfalenber für Donnerstag.

Gloria-Palast (Selterswea):Kennwort Machin". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Golowin geht durch die Stadt".

Preisregelung für Speisefrühkartoffeln in Heffen-Naffau.

Fwd. Der Reichsstatthalter in Hessen Landes­regierung Stelle für die Preisbildung hat unterm 6. Juli 1940 eine Anordnung über die Preis- reaeluna für Speisefrühkartoffeln im Bereich des Kartoffelwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau erlassen. Hiernach gelten für bie Zeit vorn 8. Juli bis 13. Jmi 1940 für deutsche Speifefrühkartofsel« folgende

Pochen ihres Blutes. , , .

Sibylle", faste der Mann tetfe, als muräe er aufwachen.Sibylle," Er legte Pmfel und Palette auf den Tifch, hastig, kam um den Ttsch und stand D°r.3<V'r sagte sie,ich mußte wohl kommen, nach­dem ich enuhr, daß du hier lebst ... da du da du nicht zu mir gekommen bist.

Um sein Gesicht glitt ein Zug von Verlegenheit und Fremdheit und verschwand sofort wieder.

Willst du dich nicht setzen? fragte er drehte sich zuruck, holte den Korbstuhl heran. "Nein , fuhr er gleich darauf fort,laß den Mantel beller an. Es ist nicht warm hier. Das Feuer ist «usgeringem Ich yatte zu früh angezündet. Er sprach, als wäre

mals."

Und der Mann aus den Schefsield-Werken?"

Sie machte eine Gebärde, roie er zuvor. ,Hch werde es vergessen."

Glaubst du, daß du es kannst?^

Was man will, das kann man."

,Ha", erwiderte er leise,was du willst, das kannst du."

Sie erhob sich und machte eme Bewegung zu chm hin, als wollte er sie küssen. Plötzlich lächelte sie, ein opferbereites und verträumtes, ein glückhaftes Lächeln. ,

Er starrte sie an, als erwachte er von neuem aus einer tiefen und schweren Bewußtlosigkeit. Und wieder sprachen feine Gedanken: Ich liebe dich. Maßlos liebe ich dich.

Er sah zur Seite und sagte laut:Ich werde Wein holen. Ich werbe Wem holen, da du gekom­men bist. Setz dich wieder. Warte hier. Wir wollen feiern."

Rasch, als habe er Angst, sie könnte etwas da­gegen sagen, eilte er auf die Treppe hinaus.

Sibylle wartete. Sie dachte vielerlei, während sie in diesem nüchternen, kalten Zimmer saß. Diel nebensächliche Dinge. An den neuen Laden zum Beispiel, den sich die Bettina in der Stadt kaufen wollte, an die Kinder in ber Schule von Sörup, an die Frau des Doktors, bei der sie so oft Geige gespielt hatte. Diele, belanglose und unwichtige Dinge. Sie dachte sie nur, weil es weh tat, an Joachim erinnert zu werden. ..

Joachim Keit. Ob es chm leicht fein wurde, sie nun wieder zu vergessen?

Sie wartete. Sie wartete eine endlose Zeit, die über sie hinwegkroch, wie eine große und dick­bäuchige Spinne.»Sie horte Musik durch die Wände ein Radio. Dann fiel chr Blick auf die leere Leinwand neben dem Fenster.

Ach sie dachte an Joachim und Liebe unb Gluck, und da war doch Detlef, allein, elend und krank. Es ist eben Schicksal, fühlte sie. Ich muß bei Detlef bleiben. Ich werde mich wieder an ihn gewöhnen. Es wird alles nicht so schlimm sein. Warum kommt er nicht? Wo bleibt er so lange? Ich warte doch. Aber er kam nicht.

Sie horte unten eine Haustur gehen, horte Schlüssel sperren. Da stand sie auf unb lief Hirn ' unter, klopfte an bie Tür im Erbgeschoß.

' Die Inhaberin des Hauses erschrak, als sie öt- bylle erblickte.

(Schluß folgt!)

men." _ .

Was für einen Brief? .

Wieder hob er bie Hanb. Ich sagte schon du hast ihn nicht bekommen. Ich horte es.erst kürzlich

Ich weiß nichts davon. Doktor Mjolln hat ver­gessen, es dir zu sagen."

"3aÖbu?siehst, ich bin orientiert. Die Frau, bie brünten im ersten Stock wohnt, hat manche Gange für mich gemacht. Der Sekretär Fromme!. rebet gern." Er lächelte, weich, schmiegsam.Du bist sehr böle auf mich, nicht wahr?"

Die Petroleumlampe warf Licht um sich, weiches, bleiches Licht, wie bas bes Mondes. Sie warf Kreise auf bie Tischdecke, einen, zwei, drei.

Was stand in bem Bries aus Rapoll? fragte Sibylle, ohne sich zu rühren. .

Er lachte auf, kurz und hohnifch. Und dies war ein neues Lachen an ihm, das sie nicht kannte, an das sie sich nicht erinnerte.

Oh, nicht wichtig. Ich teilte dir mit, daß ich ae- starben fei. Ich lieft bir mitteilen, baß ich tot fei. Ich ja boch, bas war es. Seitbem heiße ich Neels. Nein, sie liebte ihn Maler Neels. Ich dachte, du würdest auf diesen |Geh jetzt, sagte er.