Houston Stewart Chamberlain und Adolf Hitler.
Houston Stewart Chamberlain war jener Patriot, der, selbst englischer Abkunft, zu den Sehern der deutschen Geschichte gezählt wird. Selbstredend hat er mit der gleichnamigen Sippe aus Birmingham, die Englands Namen in Mißkredit brachte, nichts zu tun. Houston Chamberlain lebte völlig in der geistigen Welt von Richard Wagner und Bayreuth. Er hat zu den ersten Vorkämpfern des Rassegedankens gehört und im Weltkrieg mit starker Leidenschaft für die Sache des Reiches gewirkt, obwohl ihm die Schwächen der damaligen politischen Führung in Deutschland nicht verborgen waren.
Interessant ist, daß Houston Stewart Chamberlain von Anfang an den Weg des Führers mit stärksten Hoffnungen begleitete. Schon im Fahre 1923 lernte er den Führer der jungen Freiheitsbewegung kennen, als in Bayreuth eine nationalsozialistische Kundgebung stattfand. Beim Vorbeimarsch stand er mit seinem Rollstuhl neben Adolf Hitler. Unter dem Eindruck dieser Begegnung hat H. St. Chamberlain an Adolf Hitler einen Brief geschrieben, der mit folgenden Sätzen schloß: „Mein Glaube an Deutschland hat nicht einen Augenblick gewankt, jedoch hatte mein Hoffen — ich gestehe es — eine tiefe Ebbe erreicht. Sie haben-ckien Zustand meiner Seele mit einem Schlage umge° wandelt. Daß Deutschland in der Stunde seiner
höchsten Not sich einen Hitler gebiert, das bezeugt sein Lebendigsein; desgleichen die Wirkungen, die von ihm ausgehen."
Am 20. April 1924 schrieb der greise Denker zum Geburtstag Adolf Hitlers: „Man kann bedeutende Menschen in zwei Klassen unterscheiden, je nachdem der Kopf oder das Herz vorwiegt. Hit° l e r würde ich entschieden zu den Herzmenschen rechnen, nicht etwa, daß ich seine geistigen Fähigkeiten gering schätze, im Gegenteil: aber der Herd, worauf die Glut sich entfacht, in der seine Gedanken geschmiedet werden, ist das Herz. Und weiter ist das Großartige an Hitler: sein Mut! Die Zivilcourage besitzt er in überschwänglichem Maße. Hitler spricht kein Wort, um das es ihm nicht ernst wäre. Goethe sagt einmal: Man glaubt nicht, in welcher Hochburg der Mann wohnt, dem es immer ernst ist um die Sache/ solch einer Hochburg wohnt Hitler. Endlich ein Mann, der meint, was er sagt; und was er meint, ist überall so tief als wahr und so einfach als tief. Er ist ein großer Vereinfacher, das gehört zu seiner Wahrhaftigkeit, zu seinem Mute, zu seinem Ernst, zu seiner Liebe. Dieser Mann hat gewirkt wie ein Gottessegen. Wir haben ihn noch bitter notwendig: Gott, der ihn uns geschenkt hat, möge ihn uns noch viele Fahre bewahren, zum Segen für das deutsche Vaterland!"
Aus -er engeren Heimat.
Lin Affe auf Kartoffeldiebstahl.
LPD. Wetzlar, 10. Juli. In Brandoberndorf wurden in den letzten Tagen wiederholt Verwüstungen auf den Kartoffelfeldern festgestellt. Jetzt klärte sich die Sache überraschend auf. Ein ausgewachsener Affe wurde beobachtet, wie er die Kartoffel- Lüsche ausriß und sich eine Mahlzeit bereitete. Als man ihn fangen wollte, entwischte er in den nahen Wald. Wem der Affe gehört oder von wo er ausgekniffen ist, ließ sich bisher nicht feststellen.
„Froschregen" bei Osthofen.
Lpd. Worms a. Rh., 9.Juli. Ueber eine seltene Naturerscheinung bei Osthofen berichtet die „Wormser Tageszeitung" u. a.: Wer gestern in der Umgegend des Gutes Mühlheim von der Straße Osthofen—Westhofen nach Norden zu ins Feld ging, konnte Tausende von kleinen braunen Fröschen beobachten. Die Tierchen kletterten auf- und übereinander, immer in einer bestimmten Richtung, getrieben nach einem unsichtbaren Ziel. Wie Frösche sehen sie aus, ihr warziger Rücken läßt auch aus Kröten schließen. Noch kann man nicht ausmachen, wo dieses Getier hergekommen ist, man kennt nicht die Ursache dieser Invasion. Vielleicht geben Fachleute in den nächsten Tagen Genaueres bekannt.
Wer die Bedarfsdeckung gefährdet, kommt vor das Gondergericht.
Lpd. Frankfurt a. M., 9. Juli. Vor der Strafkammer erschien ein aus der Untersuchungshaft vorgeführter Molkereiproduktengroßhändler, der der fortgesetzten Urkundenfälschung in der Zeit von Oktober bis Dezember v. I. beschuldigt war. Er soll Bezugscheine der Ernährungsämter Frankfurt, Mörfelden und Lange« gefälscht und hierdurch ein erhöhtes Quantum Käse erlangt haben. Zu Beginn der Sitzung beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft die Verweisung des Falles an das Sondergericht, da eine Ausdehnung der Anklage auf § 1 der Kriegswirtschaftsverordnung vom September 1939 erforderlich sei. Nach den Vorschriften dieser Verordnung wird derjenige, der böswillig die Bedarfsdeckung gefährdet, mit Zuchthaus,
in besonders schweren Fällen mit dem Tode bestraft. Die Strafkammer erklärte sich für unzuständig und verwies die Sache an das Sondergericht.
Wirtschaft.
Hessische Landes-Hypotheken-Bank Darmstadt.
Fwd. Frankfurt a. M., 6. Juli. Das Institut, das am 1. Juli 1940 im Zuge der Vereinheitlichung des hessischen Realkreditwesens in die neugegründete Hessische Landesbank-Girozentrale Darmstadt überging, legt jetzt den Bericht für 1939 vor. Danach blieb auch 1939 die Geschäftstätigkeit im wesentlichen auf die Verwaltung des Darlehnsbestandes beschränkt. Zugesagt wurden rd. 0,305 (0,486) Mill. RM. neue Hypotheken, ausgezahlt 0,325 (0,363) Mill. RM. Von den 10,61 (11,24) Mill. Hypotheken waren damit 1,705 (1,558) Mill. RM. Neuausleihungen. Die Rückzahlungen betrugen 0,96 (0,91) Mill., davon 0,19 (0,18) durch Amortisation. Von den 5,50 v. H. Liqu.-Goldpfandbriefen liefen am Jahresende 8,505 (9,152) Mill. GM. um. Aus dem für das Land Hessen verwalteten verbilligten Baudarlehen wurden noch 5105 (5120) Darlehen mit rd. 11 (11,21) Mill. RM. geschuldet. Der Zinsrückstand ging auf 3,36 (4,39) v. H. des Zinsensolls zurück (7,19 gegen 9,48 v. H. bei landwirtschaftlichen, 2,97 gegen 3,80 v. H. bei anderen Grundstücken). Der Zinseingang hat sich also trotz des Krieges weiter gebessert. Die Rückzahlungen auf Kommunaldarlehen betrugen 0,31 (0,38) Mill. RM., der Umlauf an 4,-75 v. H. Komm.-Schuldverschreibungen betrug unv. 2,608 Mill., davon 1,865 (1,872) Mill, als Tilgungsdarlehen. Der freien Rücklage wurden diesmal aus dem Gewinn vorweg 120 000 (50 000) RM. zugeführt. Aus dem Reingewinn von 158 789 (166 304) RM. wurden wieder 5 v. H. Dividende gezahlt, wieder 25 000 RM. gehen dem Pensionsfonds zu, 49 789 (32 304) RM. wurden vorgetragen.
Die Bilanzsumme ist mit 19,12 (19,16) Mill, leicht zurückgegangen. Die einzelnen Posten zeigen wenige Veränderungen.
Oie Ergebnisse der Kreisklaffenspiele.
Garbenteich I — Großen-Vuseck I 2:3 (2:2).
Nach hartem Kampf gelang es dem Tabellenführer, nun auch in Garbenteich einen Sieg zu erringen. Dem Spielverlauf nach wäre zwar ein unentschiedenes Ergebnis richtiger gewesen, denn die Platzherren mußten teilweise mit 10 Mann spielen. Es entspann sich ein schnelles Spiel, das die Gäste, die körperlich stärker waren, zunächst etwas im Vorteil sah. Die Platzherren setzten diesem Manko einen enormen Eifer entgegen. Die Tore fielen in regelmäßigen Abständen. Großen-Buseck holte sich die Führung, die aber bald darauf ausgeglichen wurde. Eine abermalige Führung der Gäste holten die Platzherren bald wieder auf. Nach dem Wechsel gelang es den Gästen, einen Schuß anzubringen, der dos Spiel entschied. Garbenteich setzte alles daran, nochmals auszugleichen, aber die Hintermannschaft der Gäste war nicht mehr zu schlagen.
Heuchelheim I — VfV.-Reichsbahn II 2:2 (1:0).
Einen weiteren Punkt konnten die Grünweißen noch schnellem Spiel in Heuchelheim herausholen. Das Spiel hatte zwei vollkommen verschiedene Halbzeiten. Vor der Pause dominierten die Hausherren mit dem Winde Zielend, jedoch nur ein Tor konnten sie erzielen. Als nach dem Wechsel das zweite Tor fiel, rafften sich die Grünweißen auf und wurden stark überlegen. Es gelang ihnen aber erst in der Mitte der Spielzeit auszugleichen; einen Sieg ließen die aufmerksamen Platzherren aber nicht zu.
Hungen I — Steinbach I 7:0 (2:0).
Eine derbe Abfuhr holte sich Steinbach beim Rückspiel in Hungen. Obwohl wir schon in der Vorschau darauf hinwiesen, daß Hungen ein ernst zu nehmender Gegner sei, erlaubten sich die Gäste, mit nur acht Mann anzutreten. Dadurch war eine Niederlage nicht zu vermeiden. In der ersten Spielhälfte konnten die Gäste noch einigermaßen Widerstand leisten, aber nach der Pause brachen sie zusammen.
Grüningen I — Klein-Linden I 7:0 (4:0).
Grüningen heftete einen weiteren Sieg an seine Fahnen. Die Gäste verloren zwar sehr hoch, doch hatten sie Gelegenheit genug, ebenfalls Tore zu erzielen, aber der Sturm war sehr hilflos und verpaßte alle Torchancen. Die Platzherren hatten das Spiel jederzeit in der Hand, vor der Pause hieß es schon 4:0. Nach dem Wechsel schossen die .Platzherren noch drei weitere Tore, während der Gegner leer ausging.
Oer Handballsonntag.
Am kommenden Sonntag wird sich ein umfangreiches Programm abwickeln, das folgendes Aussehen hat.
TV. Vorwärts Bockenheim-TV. Lützellinden, TV. Dornholzhausen-TV. Katzenfurt, TV. Garbenheim-MTV. Gießen, TV. Hörnsheim-TB. Holzheim, W.-Niedergirmes-TV. Dutenhofen, TV. Lang-Göns II.-TB. Grüningen, TV. Klein-Linden-TV. Oberkleen, TV. Atzbach-TV. Heuchelheim, Sp.G. Gr.-Buseck-TV. Krofdorf.
Bei den Kämpfen um die gebietsbeste Vereinsmannschaft steht Lützellinden in der Vorschlußrunde unter den letzten „Vier". In Verfolg der weiteren Kämpfe trifft es am Sonntag auf Bockenheim. Es wird nicht leicht sein, sich durchzusetzen, wenngleich wir auch volles Vertrauen zu unserem Vertreter haben können.
Das Spiel in Dornholzhausen wurde neu angesetzt. Wir glauben kaum, daß es den Gästen gelingen wird, diesmal den vor einiger Zeit errungenen Sieg zu wiederholen.
Auch MTB. Gießen dürfte im Augenblick nicht in der Lage sein, die in ausgezeichneter Form spielenden Garbenheimer auf eigenem Platz zu schlagen.
Hörnsheim, das sich erst am letzten Sonntag überlegen zeigte, wird auch zu Hause alles daran setzen, um die Gäste aus Holzheim zu besiegen, nachdem man von ihnen schon seit langem keine einheitliche Leistung mehr gesehen hat.
Dutenhofen ist sicherlich in der Lage, die Wetzlarer Vorstädter auf eigenem Platz zu schlagen, wenn auch das Spiel nicht leicht genommen werden darf.
Die II. Mannschaft des TV. Lang-Göns ist sicherlich für die Grüninger kein Gegner und wird dementsprechend eine einwandfreie Niederlage hinnehmen müssen.
Klein-Linden sollte eigentlich in der Lage sein, sein zweites Spiel — zumal auf eigenem Platz — siegreich zu gestalten.
Der Ausgang des Atzbacher Treffens ist vollkommen offen. Beide Mannschaften sind sich gleichwertig und werden infolgedessen auch einen ausgeglichenen Kampf zeigen.
Wenn sich Krofdorf anstrengt, kann es ein achtbares Ergebnis erzielen, weil die Platzbesitzer in ihren Leistungen zurückgegangen sind. Die Jugendmannschaft des MTV. wurde zurückgezogen, so daß alle angesetzten Spiele ausfallen müssen.
Z.Mball-LanderkampsSeiiWand-Mmamen , in Frankfurt.
Nach über zweijähriger Pause ist das schöne Frankfurter Sportfeld wieder einmal der Schauplatz eines Fußball-Länderspiels. Waren es zuletzt die Portugiesen, die mit ihrem temperamentvollen Spiel 60000 Fußballfreunde begeisterten (und nebenbei ein 1:1 gegen die deutsche Elf erzielten!), so gilt es diesmal, Gäste aus der entgegengesetzten Ecke Europas zu empfangen, aus Rumänien. Den rumänischen Fußballern geht ein guter Ruf voraus und man darf sich freuen, die Bekanntschaft mit ihnen zu erneuern. Schon zweimal standen deutsche Nationalmannschaften gegen die Rumänen im Feld, und wenn auch beide Male zahlenmäßig klare deutsche Siege zustande kamen, so erwies sich der Gegner doch jedesmal als überaus stark und gefährlich. Im Jahre 1935 in Erfurt stieg das erste deutsch-rumänische Treffen. Bei der Pause lagen die Gäste überraschend 2:1 in Front, und später stand die Partie noch lange 2:2, ehe der deutschen Vertretung noch zwei weitere Tore gelangten. Buchloh, Münzenberg, Kitzinger, Lenz, Hohmann und Rasselnberg standen damals in der deutschen Elf. Beim Rückspiel 1938 in Bukarest
waren es in der Hauptsache Wiener Spieler, die die deutschen Farben vertraten. Mit 4:1 (1:0) wurde ein schöner Sieg errungen, doch dauerte es auch hier lange, bis der Widerstand der Gastgeber gebrochen war.
Nun geht es zum dritten Male gegen Rumänien. Der Kampf fällt in eine ernste und schwere Zeit, aber der deutsche Sport ist gewillt, auch im Kriege seine Kraft und Stärke zu beweisen. Sind auch viele unserer Nationalspieler an der Front, so wird es doch möglich sein, eine schlagkräftige National-Elf auf die Beine zu bringen. Im Frankfurter Länderspiel wird man — die endgültige Aufstellung der Mannschaften ist noch nicht bekannt — in stärkerem Maße den deutschen Nachwuchs vertreten sehen, aber zu ihm gesellen sich voraussichtlich mit Janes (Düsseldorf), Hahnemann (Wien) sowie Kupfer und Kitzinger (Schweinfurt) vier Spieler der „ersten Wahl", die der Elf Rückhalt und Stärke geben werden. Aus dem Süden sind weiterhin noch Walter (Kaiserslautern), Fiederer (Fürth), Pfänder (Nürnberg) und Moog (Frankfurt) aufgeboten, alles blutjunge, aber doch keineswegs mehr unbekannte Spieler.
im Alter von 72 Jahren für immer von uns gegangen.
Staufenberg, Alsfeld, den 10. Juli 1940.
3192 D
Herrn Kirchenrechner
Kirchberg, den 11. Juli 1940.
Die Beerdigung findet am Freitag, 12. Juli, 15 Uhr statt.
3190 D
Die Beerdigung findet Freitag, den 12. Juli, 15 Uhr, von der Friedhofskapelle aus statt.
Die Evangelische Kirchengemeinde Kirchberg betrauert den Heimgang ihres verehrten Mitarbeiters
Heute nacht um 1 Uhr ist nach kurzem schweren Leiden unser lieber herzensguter Vater und Großvater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel
In treuer und unermüdlicher Arbeit verwaltete der Heimgegangene sein Amt und war stets auf das Wohl seiner Kirche bedacht.
In tiefer Trauer:
Vermessungsinspektor Ernst Stephan und Familie
Elisabet Stephan
Hermann Klinkei und Familie.
Evang. Kirchenvorstand Kirchberg
Biedenkopf, Pfarr-Ass.
Ludwig Stephan
Staufenberg
Herr Ludwig Stephan II
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