190. Jahrgang Ht. 136
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Marschall Badoglio. — (Scherl-Bilderdienst.)
•Aftr über unsere Gegner davonkragen
i Lebensrechle unserer beiden Völker wer-
(gez.) Adolf Hiller.'
Schristleitung und Geschastrstelle: Sietzen, Schulftratze 7-9
(Senf, 11. Juni. (DVD.) Die sich aus einer amllichen pariser Verlaulbarung ergibt, ist die französische Regierung bereits geflohen. Das Armeeoberkommando hatte die Ministerien aufgefordert, eine Verlegung in die Provinz „entsprechend den festgesetzten Plänen" vorzunehmen. Auch Rey- n a u d hat es oorgezogen, die Hauptstadt zu verlassen. Die offizielle französische Havas-Agen- tur ist nach Tours an der Loire verlegt worden. Rur ein kleiner Teil des Büros ist, wie das auch bei anderen Agenturen der Fall ist, in Paris zurückgeblieben. Die französischen Banken hatten am Sonntag eine autzergewöhntich rege Tätigkeit entfaltet. Ihre Archive wurden schleunigst mit Lastwagen fortgeschafft. Die Devisen und Wertpapiere sind schon seit mehreren Tagen in Sicherheit gebracht worden. Jetzt handelte es sich noch darum, auch die Gefchäftspapiere für die Fortsetzung des Betriebes in eine sicherere Stadt zu schaffen. •
Die Kriegserklärung Italiens hat die Panik auf den Höhepunkt getrieben. Die Bevölkerung der Hauptstadt und vieler Rachbarorte wie Versailles, Fontainebleau usw. flüchtet Hals über Kopf unter Mitnahme der notwendigsten Kleider und Habseligkeiten. Der seit Tagen ständig gröher werdende Flüchtlingsstrom hat unbeschreib- liches Elend auf den völlig verstopften Stratzen nach Süd- und Südwestfrankreich ausgelöst. Frauen, Linder und Greise sind schon seit Tagen auf allen möglichen Verkehrsmitteln und zu Fuh unterwegs, kommen jedoch kaum vorwärts. Die Eisenbahnstationen werden belagert, jeder Wagen ist überfüllt. Selbst auf den Dächern sitzen die Menschen,
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Als Vertreter des Königs und Kaisers führt der Duce das Oberkommando über die italienische Wehrmacht und wird an seiner Seite den von Marschall Badoglio geleiteten Generalstab haben. Der Duce hat das unmittel- ' bare Kommando über den Ehef des Generalstabes und über die einzelnen wehrmachtsleile durch die Lhefs des Generalstabes des Heeres, der Marine und der Luftwaffe.
J 'N- In dieser historischen Stunde; in der sich «nstarMQ- re Armeen zu treuer Waffen- er schäft vereinen, drängt es mich.
Honen bedroht und durch die Blockade behindert worden. Durch vorteilhafte und gerechte Vorschläge hatte Italien versucht, den neuen Zusammenstoß zu vermeiden, aber die vlutokratischen reaktionären Mächte haben den Krieg gewollt; sie werden den totalen Krieg haben, den sie haben wollten. Mit'der Entscheidung seines Eingreifens bleibt Italien seinen Verpflichtungen treu und gehorcht damit zugleich seinem Geschick. Ein großes Volk kann sich nicht von der Geschichte fernhalten zu einem Zeitpunkt, in dem das neue Europa geschaffen wird. Der Kampf, der jetzt geführt wirb,
r-?0™' 11-Sunt. (DNB. Funkspruch.) „Agenzia Stefarn schreibt: Italien ist stets von den Westmachten in seinem Aufstieg behindert und in seinem Leben beeinträchtigt worden. Anstelle der unbedingt notwendigen und unvermeidlichen Revision ist Italien mit Sank-
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'E dann für alle Zeilen gesichert sein. intwW;
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^Wlilösbare Kampfgemeinschaft.
es^MoEer Führer an den König unb an den Duce. Flugzeiten Berlin, 10. Iuni. (DRB.) Der Führer Hal an enMobcllipen König von Italien und Kaiser von
Oie französische Regierung aus Paris geflohen.
Wachsende Panikstimmung in der französischen Hauptstadt.
nur um aus der Stadl herauszukommen. Obwohl das Militärkommando den Befehl gegeben hatte, den Auszug aus der Stadt zu verhindern, bevor nicht ein offizieller Befehl gegeben wird, stauen sich an den Toren der Stadt die Volksmengen, so daß es der Polizei nicht möglich ist, den andrängenden Massen widerstand zu leisten. Wer aus Paris auszieht nimmt mit, was er kann. Mau glaubt, daß alles verloren ist, und besitzt kein Vertrauen mehr in die Zukunft. In Paris ist es bereits zu vereinzelten Plünderungen gekommen. Jns- befondere wurden Gefchäfte von Italienern beschädigt und ausgeraubt. Gröhlend zieht der Mob durch die Stadt. Die Barrikaden und Sperren auf den großen Hauptverkehrsstraßen, vor allem in der Rähe der wichtigen Ministerien, dienen nach allgemeiner Ansicht einem doppelten Zweck: Sie sollen der Verteidigung gegen die Deutschen dienen, zum andern aber auch gegen Ausbrüche des Volkszorues.
Unvorstellbare Eindrücke eines neutralen
3 r u n, 11. Juni. (DRV.) Ein südamerikanischer Reisender, der mit seiner Frau am Sonntag aus Frankreich kam, berichtet über seine Eindrücke in Paris: Ich mußte Paris verlassen, da Ausländer sich nur noch mit Lebensgefahr in der französischen Hauptstadt bewegen können. Die Angst vor Spionen und Saboteuren ist einfach grotesk. Die Regierungsaufrufe und -maßnahmen haben die Bevölkerung in eine gefährliche Hysterie hinein- gehetzt. In der Nähe meines Hotels in der Rue de Rivoli wurde ein ^^.-Staatsbürger griechischer
Der Duce führt das Oberkommando
Marschall Badoglio Chef des italienischen Generalstabs.
—J 71 Majestät meine herzlichsten Grüße zu über- ■ hÄ < 34) bin der festen Heber Zeugung, daß die
f ju i(f aJHge Kraft Italiens und Deutschlands den '0 -■ t ' Z! llh P r 11 tl i O t" 0 ttk o n n ö f hrtnAnfrunon
Dienstag, 11. Juni
Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis8'/^UHrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Ps.,Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l AbschlüffeMengenstaffelV Platzvorschrift (vorherige V ereinbarung) 25 °/0 m ehr Ermäßigte Grundpreise
Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf.
Abkunft von der Menge vor den Augen der Polizei lflJJ 3u Tode geprügelt, weil irgendein Hysteriker in ihm einen deutschen Spion erkannt haben wollte.
Am Quai-d Orsay-Bahnhof waren die Eingänge von einer riesigen schreienden Menschenmenge be- 'lagert, die auf der einen Seite bis zum Pont Royal, auf der anderen Seite fast bis zur Solferino-Brücke reichte. Es war völlig unmöglich, im Wagen vor- wartszukommen. Wir beluden uns mit den Koffern und kämpften uns bis in die Bahnhofshalle vor. Der O-Zug in Richtung Südwesten war durch ein starkes Aufgebot von Territorialgarde gesichert. Die glücklichen Besitzer von Fahrkarten wurden von der Menge in nicht wiederzugebender Weise beleidigt und beschimpft. Immer wieder hörte man den Ruft „Schlagt sie tot, die Kapitalistenhunde!" oder , S-e bringen sich in Sicherheit, wir aber müssen verrecken!". Ein kleiner buckliger Mann mit blutunterlaufenen irren Augen schrie: „Wir wollen auch raus, wir wollen nicht verrecken, uns kleine Leute läßt man im Stich." Wir hatten kleine Fähnchen mit den Farben unseres Landes in der Hand und schwenkten unsere Pässe. Aber ohne das Dazwischen- tteten einiger Offiziere wären mir einfach überrannt worden. Schließlich gelang es den Soldaten uns m die Sanitätswache hineinzuziehen, die 'einen ölrehen Zugang zum Bahnsteig hatte. So konnten wir den Zug erreichen.
Als sich der Zug in Bewegung setzte, erklang aus der Menge an der Sperre ein einziger wilder Schrei der Angst, Wut und Verzweiflung. Wer ge° ehen hat, was hier geschah, weiß, daß Paris vor sehr ernsten Ereignissen steht. Ich mußte immer wieder an Zolas grandiose Schilderung der ftanzö- sischen Hauptstadt nach der Katasttophe Napo- leons III denken, aber ich fürchte, was jetzt kommt, wird schlimmer fein."
Schulter an Schulter.
Die lange verschlossen gebliebene Tür zum historischen Balkon des Palazzo Venezia, zu dem sich immer wieder die Blicke des italienischen Volkes und der ganzen Welt wandten, hat sich aufgetan, der Duce hat sein Schweigen gebrochen. Italien marschiert Seite an Seite in den Kampf gegen die westlichen Plutokratien. Das Wort ist gefallen, auf das man in Paris und London mit Zittern gewartet hat. Zwischen Hoffen und Bangen haben die plutofra- tischen Politiker seit dem denkwürdigen 3. September vorigen Jahres Woche auf Woche, Monat auf Monat nach Rom geblickt. Mit Phrasen und Gesten glaubten sie das faschistische Italien Hinhalten zu können, glaubten sie ein ähnlich falsches Spiel anlegen zu können wie vor einem Vierteljahrhundert. Aber es ist ein anderes Italien, das heute feine Entscheidungen trifft, das die Trugbilder klar als solche erkennt, die plutokratische Politiker mit leichter Hand vor ihm hinzaubern möchten, ohne dabei auch nur non ihrer alten Ueberheblichkeit lassen zu können, die die arrivierten Nationen der westlichen Demokratien von jeher dem zu spät gekommenen Habenichts gegenüber an den Tag gelegt haben. Nicht nur, baß weder Paris noch London sich auf irgendeine Diskussion über die lebensnotwendigen territorialen Forderungen Italiens eingelassen hätten, sie konnten 'es nicht einmal über sich gewinnen, ihre brutale Seekontrolle, die sie zur Durchführung ihrer Blockade gegen Deutschland, auch auf Atlantik und Mittelmeer auszudehnen suchten, aus wohlerwogener Rücksichtnahme gegenüber Italien fallen zu lassen. Soviel politische Klugheit vertrug sich nicht "mit der Arroganz der Westmächte, die damit nur folgerichtig eine Politik weiterführten, die seit dem Betrug von 1915 immer schon Maxime der Haltung gegenüber Italien gewesen war.
So wenig wie man aus dem Erstarken Deutschlands durch den Nationalsozialjsmus die richtige Folgerung zog, so wenig gewann man in Paris und London es über sich, den Faschismus Italiens richtig zu werten. Man übersah, daß das faschistische Italien nach der schweren Enttäuschung über die Politik der westlichen Demokratien während des Abessinienfeldzuges einen außenpolitisch grundsätz- llchen Stellungswechsel vorgenommen hatte. In der gestrigen Rede des Duce zitterte noch die Erregung über die Sanktionen nach, mit deren Hilfe die westlichen Demokratien und ihr „Völkerbund" Italien hatten auf die Knie zwingen wollen. Man verkannte spater die entscheidenden Wandlungen im Mittel-
$er U ^tiner Majestät dem König von Italien. Kaiser Aethiopien. Rom.
ckes Dp l Vorsehung hat es gewollt, daß wir entgegen iL’ren eigenen Absichten gezwungen sind, die bra lheit und Zukunft unserer Völker ampf gegen England und Frankreich zu oer-
Posten. ie weni. rtz.
hi. Gemeinsamer Kampf um die
sie # Führer hat an den Duce folgendes TfiD2ari^^iamm gerichtet:
niH seiner Exzellenz dem Kgl. Italienischen Regie- . ,5 ll-tiigschef Eav. Benito Mussolini. Rom.
"ie weltgeschichtliche Entscheidung, die Sie heute , seinen iBikündelen, hat mich auf das Tiefste b e - ißen umhegt. Das ganze deutsche Volk denkt in diesem ugenblick an Sie und Ihr Land. Die deutsche inei^Ahrmacht freut sich, im Kampfe an der Seite Er bEAr italienischen Kameraden stehen zu Iort u^nen.
i^**m September des vergangenen Jahres haben es e britischen Machthaber dem Deutschen Reich ohne veinivd den Krieg erklärt. Sie lehnten jedes Angebot V noch Eer friedlichen Regelung ab. Auch Ihr Ver- aren friA'if llungsvorschlag. Duce, wurde damals ^dies e>" 7I einem harten „R e i n“ bedacht. Die steigende f wieder "Pachtung der nationalen Lebensrechke Italiens anire vrch die Machthaber in London und Paris hat uns Die "’JJijn, die wir weltanschaulich durch unsere beiden lange Devolutionen, politisch durch die Verträge schon mit 5 p m er auf das engste verbunden waren, it J"”1' grofjfen Kampfe um die Freiheit und Zukunft
©iulferer Völker endgültig zusammen- Ä trag«iföh rt.
e w Duce des Faschistischen Italien! Rehmen Sie die Aadt Scherung der unlösbaren Kampfge- ^ps"^einschaft des deutschen Volkes mit dem ita- dre flltWni^en Volke entgegen.
e auf3d) selbst sende Ihnen wie immer in treuer
, Meradfchaft die herzlichsten Grüße.
2hr
B v* (gez.) Adolf Hiller.
ȟhrerhauptquartier, den 10. Juni 1940.*
ichlver 11 d
Men tritt an Deutschlands Seite in den Kampf.
10 3unt Stefani veröffentlicht folgende amtliche Verlautbarung: Heute, 16.30 Lthr, hat der Außenminister Ä! Öcn französischen Botschafter empfangen und ihm folgende Mitteilung gemacht:
M “nö ^oifer ""art, daß Italien sich ab morgen, dem 41.3uni, mit Frankreich als im Kriegs-
kÄ bestndUch betrachte. -Um 16.45 Uhr hat Graf Erano den englischen Botschafter nach dem Palazzo Ehigi gebeten $orm l>aß sich Italien als mit Großbritannien im Kriegszustand befindlich be-
w' 19 ^at btt Duce vom Balkon des Palazzo Venezia dem italienischen Volk und der Welt mitgeteilt,
Saß stauen zum Kampf gegen den gemeinsamen Feind England und Frankreich an Deutschlands Seite getreten ist.
ist das Ringen zwischen zwei Ideen, denen der schäftemachenden und denen der Gerechtigkeit für aüe Völker; ist der Kampf zwischen zwei Zahrhun- derten. Die neuen Kräfte werden siegen. Italien hat nicht die Absicht, andere Nationen, die an sein Land und sein Meer grenzen, in den Konflikt hineinzuziehen, die Worte des Duce waren gerichtet an die Schweiz, an Jugoslawien, an Griechenland, an die Türkei, Aegypten. Auch mit Rußland beabsichtigt Italien normale Beziehungen der friedsamen Arbeit aufrechtzuerhalten, wie dies aus der Rückkehr des italienischen Botschafters nach Moskau und der des russischen Botschafters nach Rom hervorgeht.
Lebensrechke beider Völker.
Eine Erklärung der Reichsregierung.
Berlin, 10. Juni. (DNB.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop gab am e Montagabend im Bundesratssaal des Auswärtigen zeigtr. Umtes vor den Vertretern der deutschen, und der ausländischen Presse eine Erklärung der Reichs- legieruna ab, die folgenden Wortlaut hatte:
Ai . "Sie Reichsregierung und mit ihr das gesamte l Lachen, deutsche Volk haben mit tiefer Bewegung soeben ^,men' die Worte des Duce Italiens vernom- MDeoura men. Ganz Deutschland ist in dieser historischen Die|e acht Stunde von jubelnder Begeisterung Sonntag darüber erfüllt, baß das faschistische Italien aus eigenem freien Entschluß zum Kamps gegen «n gemeinsamen Feind, England und Frankreich, on feine Seite tritt. Deutsche und italienische 1IIIL 6olbat.en werden jetzt Schulter an Schulter m ' marschieren und solange kämpfen, bis die Machten Wackrer Englands und Frankreichs bereit sind, die ten FlMk^risrechte unserer beiden Völker zu respektieren. (hnittia«|fr.r*t nac$ diesem Siege des jungen nationalsoziali- idere wi<«K*^.en Deutschlands und des jungen faschistischen sich meft^liens wird es möglich sein, auch unseren resschönik^kern eine glücklichere Zukunft zu kurvte imf.9er.n- Garanten des Sieges aber sind: die un° ;k>en Leid-Ledige Kraft des deutschen und des italienischen Ä I»ilFoIfe5 und die unwandelbare Freundschaft unserer id in duWen großen Führer Adolf Hitler und Benito uten Fluz^ssoiini-
(90. Jahrgang Kr. (36 a Ä
Ericheim täglich, außer wl W
ta Gießener Anzeiger
infolge boberer Gewalt 1
E IStiAeifHßsüf^anfS BrBI)!f<»eUnlo«mats»niderei8. lange General-Anzeiger für Oberhessen Mniep, ————


