Ausgabe 
11.4.1940
 
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Mit der deutschen Flotte nach Dänemark.

P. K. Die See ist spiegelglatt. Auf der Schanze, wie ein Teil des Schiffes achtern genannt wird, spiegelt sich die strahlende Sonne in den blitzenden Beschlägen und umspielt die langen grauen Ge­schützrohre, die sich drohend aus ihren Türmen emporrrcken. Die Mannschaft ist angetreten. Kurze Meldungen an den Ersten Offizier, dann kommt der Kommandant,aus dem Niedergang heraus und besteigt diePalaverkiste", einen Untersatz, der ihn über die Köpfe der versammelten Mannschaft hebt. Er verkündet, daß der Führer beschlossen hat, Nor­wegen und Dänemark unter den militärischen Schutz Großdeutschlands zu stellen.Unferm Schiff kommt die Aufgabe zu", fährt er fort, ,chie dänischen Hä­fen K o r s ö r und N y b o r g zu besetzen und die Landung von deutschen Wehrmachtsteilen zu sichern. Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß wir nicht als Feinde in dänisches Land kommen. Unsere Auf­gabe ist durch den Befehl des Führers klar Um­rissen. Ich erwarte, daß jeder seine Pflicht tut." Ein brausendes Hurra schließt die Ansprache des Kommandanten.

Die Kriegswachen sind aufgezogen. Die Dämme­rung sinkt langsam über Schiff und Meer, wäh­rend wir nach Norden dampfen. Alle Fahrzeuge sind abgeblendet. Da und dort blinken Sterne auf. Lautlos gleiten wir durch die Nacht. Nur ein leises Zittern geht durch das Schiff. Auf der Brücke hört man leise Kommandos. Ueberall stehen dunkle Ge­stalten mit Gläsern bewaffnet oder an Instrumenten.

Da Backbord voraus blitzt ein helles Licht auf. Es ist das erste dänische Leuchtfeuer. Einige Zeit später passieren wir die dänische Minensperre. Wir fahren nur mit halber Kraft, denn erst gegen Morgen wollen wir unseren Bestimmungsort er­

reichen. Bald ist es so weit. Wir können schon»di e Leuchtfeuer von Fünen und Seeland ausmachen. Da beginnt sich im Osten der Himmel zu färben. Im Licht der aufgehenden Sonne liegt K o r s ö r. vor uns. Eine kleine freundliche Stadt an flacher Küste. Jetzt ist der Augenblick gekommen. Rasselnd rauschen die Anker in den Grund. Das Landungskorps auf den Schiffen geht an D e ck. Die wenigen Menschen, die in Korsör bereits aufgestanden sind, zeigen weniger Ueberraschung als wir glaubten. Zuerst kommt ein Zollbeamter um die Ecke. Aber hier gibt es keine Arbeit für ihn. In rasendem Tempo werden Truppen, Waffen und Geräte ausgeladen. Immer mehr Dänen kommen herbei, sich dieses militärische Schauspiel anzusehen. Wagen auf Wagen wird mit großen Derladebäu- men aus dem Bauch des Schiffes gehoben und kaum, daß er sich zu Boden gesetzt hat, fahren sie schon davon.

Eine Viertelstunde später sind alle wichtigen Pu n k t e der Stadt besetzt, die Funkstation und der Hafen sicher in deutscher Hand. Die Stadt selbst ist völlig ruhig. Die Menschen gehen ihrem Tagewerk nach genau wie sonst. Da und dort kom­men Gespräche mit den Deutschen in Gang und ab und zu wird ein Gruß getauscht. Die Menschen haben begriffen, daß wir von ihnen nichts wollen, daß wir als Freunde kommen, und als solche wer­den wir auch behandelt. Das erste Fährschiff, das von Nyborg kommt, läuft ein und dippt die Flagge vor dem deutschen Kriegsschiff. Es bringt die Nachricht, daß Nyborg, der gegenüberliegende Hafen auf Fünen, auch ohne jeden Widerstand in deutscher Hand ist.

Der Einmarsch in Dänemark.

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Motorisierte deutsche Kolonnen passieren eine Straßenkreuzung in Dänemark. (PK.-Bieling-Scherl.)

Freundlicher Empfang in Aalborg.

P. K. 6.28 Uhr Start! Die dicke, brave Ju 52, die uns in wenigen Minuten nach Norden bringen soll, läßt noch einmal ihre Motoren donnern. Die Be­satzung steigt ein. Wir klemmen uns zwischen die Flieger, Gewehre und Kleidersäcke, und was derlei Dinge sind, die zum täglichen Gebrauch nicht fehlen dürfen. Links und rechts begleitet von den Schwe- stermaschinen des Schwarms ziehen, wir unsere Bahn in vier- bis fünfhundert Meter Höhe dahin. Allgemeine Flugrichtung: Nordweft. Wie aus einer Spielzeugschachtel stammend liegen Höfe und Häuser in den braunen Sandteppich der Felder eingebettet. Dort unten ist alles ruhig. Kaum, daß jemand zu uns aufsieht. Wir fliegen längs der jütländifchen Ost­küste, nähern uns Aalborg, um uns flitzen I deutsche Jagdflugzeuge, die unteren Verband sichern. Es bleibt alles ruhig.

Auf dem Flugplatz Aalborg landen im Abstand von vier Minuten unsere Maschinen. Auf die Tür, und raus! Ein paar neugierige Dänen stehen am Rande des Flugfeldes und staunen immer wieder über dies Bild. Die erste mühsame Unterhaltung kommt ingang. Zigaretten werden getauscht. Das Eis ist gebrochen. Nicht anders das Bild in der Stadt. Freundliche Gesichter rundum. Eine Kom­panie zieht singend in die Straßen ein. Da öffnen sich die Türen. Aus einer Schlächterei strömen Ge­sellen und Lehrlinge heraus mit weißen Kittel­schürzen und hohen gelben Lederstiefeln an den Bei­nen. Sie lachen und wir lachen zurück. So hatten sich unsere Soldaten den Empfang nicht vorgestellt. Zu beiden Seiten begleitet die Bevölkerung die mar­

schierenden Kolonnen. Man darf nicht stehen bleiben, sofort ist man von neugierigen Gesichtern umringt, die wissen wollen, was ist und was wird.Werden die Deutschen schießen? Werden die Engländer kom­men?" sind immer die Fragen.Nein! Wir schießen nicht." Warum denn auch? Ich bin eingekeilt in einen Kreis von Menschen und kann die Fragen gar nicht alle beantworten. Man steckt mir Zigaret­ten zu, ein ganz Uebereifriger will mich sogar mit einem Pack Butterbrot beglücken.Nein, danke schön. So hungrig bin ich denn doch nicht. Deutsch­land versorgt seine Soldaten immer gut."

Wenn jemand uns nicht wohlgesinnt war, dann war es die Presse. Die Dänen sind ehrlich genug, das einzugestehen. Der Arzt, der mich gleich darauf anspricht, macht aus seiner Freundschaft für Deutsch­land kein Hehl.Im letzten Dezember war ich in Berlin bei Prof. Sauerbruch. Ich bin Chirurg und wenn ich etwas lernen will, gehe ich nach Deutsch­land." Einen besseren Beweis für die Bindungen von Volk zu Volk gibt es nicht.

Mittlerweile sind die wichtigen Punkte der Stadt besetzt worden. Draußen, auf dem Flugplatz, legen Nachrichtentruppen Telephonleitungen. Kuriermaschi­nen starten und landen. Mit den Verwaltungsstellen der Stadt werden die ersten Verbindungen ausge­nommen und gleichsam als ein Symbol der fried­lichen Zusammenarbeit flattern die dänische Natio­nalflagge und das Hakenkreuzbanner an den zwei Fahnenmasten vor dem Empfangsgebäude des Flug­platzes. Enno Eimers.

Eine Regierung des nationalen Zusammenschluffes in Dänemark.

Oer erste Tag der Besetzung in der dänischen Hauptstadt.

Kopenhagen, 10.April. (DNB.) Die dänische Regierung ist am Mittwoch durch Erweiterung zu einem Kabinett des nationalen Zusam­menschlusses umgestaltet worden. Das Kabinett, das bisher nur aus Vertretern der Sozialdemo­kraten und der Radikalen bestand, ist durch die Aufnahme von je drei Vertretern auch der bei­den großen Oppositionsparteien, der Konserva­tiven und der V e n st r e , erweitert worden. Der dänische Reichstag trat am späten Abend des Dienstag zusammen. Staatsminister S t a u n i n g erklärte, der König und das Ministerium haben be­schlossen, im Vertrauen zu Deutschlands Zusiche­rung, daß Deutschland nicht die Absicht habe, Däne­marks territoriale Integrität und politische Unab­hängigkeit anzutasten, eine Ordnung der Verhält­nisse und dieser Besetzung zu versuchen, um Land und Leute vor den Folgen des Kriegszustandes zu bewahren. Die Regierung habe die Verantwortung für die Entscheidung, sie habe aber auch die Emp­findung, aus einer ehrlichen Ueberzeugung gehan­delt zu haben, daß sie Land und Volk vor einem schweren Schicksalsschlag bewahre. Es sei der Wunsch der Regierung, daß die Besetzung mit Verständnis und humanem Gefühl gegenüber einer alten nor­dischen Nation geleitet werden müsse.

..... (P K.) Das Leben in Kopenhagen geht schon heute, am Tage nach der Besetzung, seinen völlig normalen Gang. Die Bevölkerung bereitet den deutschen Truppen natürlich keine enthusiasti­schen Freudenkundgebungen, aber man kann durch­aus sagen, daß sie sich freundlich-korrekt verhält und sich mit der Besetzung des Landes als einer unabwendbaren Folge der britischen Kriegshandlungen gegenüber Deutschland abgefun­den hat. Allgemein herrscht ein gewisses Gefühl der

Erleichterung darüber, daß das Schlimmste, was man befürchtet hatte, nämlich das Hereinbrechen des eigentlichen Krieges mit Kampfhandlungen und Zer­störungen, nunmehr unter dem starken Schutz Deutschlands endgültig abgewendet ist. In Gesprä­chen mit Dänen kommt immer wieder zum Aus­druck, daß das ebenso zielbewußte wie vordringliche disziplinierte Auftreten der deutschen Soldaten tiefen Eindruck auf die Kopenhagener gemacht hat. Gerade der Tatkraft und Entschlossenheit, mit der die Be­setzung der Zi'tadelle durchgeführt wurde, ist es ja in der Tat zu verdanken, daß das Unter­nehmen nahezu ohne Verluste von Menschenleben durchgeführt werden konnte. Der deutsche Komman­deur der Verbände, die die Zitadelle besetzten, ist den dänischen Offizieren, die sich in der Festung befan­den, von Anfang an mit ausgesuchter Ritterlichkeit gegenübergetreten. Die Herren sind kaum eine Stunde in ihrer Bewegungsfreiheit behindert ge­wesen. Kopenhagen hat sich am Dienstag sehr früh zur Ruhe begeben, zum ersten Male im Zeichen einer allgemeine Verdunkelung. Die zeitige Stille ist für die meisten Kopenhagener ein natürlicher Ab­schluß eines bewegten Tages, denn man ist ja tags­über viel unterwegs gewesen. Alle wollten eines der aufklärenden Flugblätter erwischt haben, wie sie von deutschen Flugzeugen mehrfach über der Stadt ab- geworfen worden waren, oder wollten doch wenig­stens einen deutschen Soldaten gesehen haben. Wo deutsche Truppen auftauchten, wurde ihnen überall mit Achtung und vielfach auch mit Freundlichkeit! begegnet Man betrachtete interessiert die Ausrü­stung. Man bewunderte die strafte Haltung, man! stellte fest, wie frisch und froh alle diese jungen Sol­daten aussehen, und ging befriedigt über einen so guten Schutz nach Hause.

Wieder deutsche Vombeu auf Englands Flotte.

Unsere Kampfflieger berichten von dem Angriff vor Bergen.

PK. Jrn Fliegerhorst herrscht um die Mittags­stunde vor den Hallen Hochbetrieb. Erst in der Nacht zuvor sind die Flugzeuge von einem Einsatz in Soapa Flow zurückgekommen, und dennoch stehen sie jetzt schon wieder einsatzbereit. Bereits am Vor­mittag sind an der Westküste Norwegens in der Höhe von Bergen starke feindliche Streitkräfte ge­meldet worden. Es dauert nur 10 Minuten bis die Flugzeuge mit ihrer schweren Bombenlast gestartet und in Richtung Nordwest am Horizont verschwun­den sind.

Kurz nach 17 Uhr trifft d i e e r ft e Funkm e l- dung von einem der deutschen Flugzeuge ein; in kurzen Abständen lausen weitere Meldungen ein. Die Maschinen sind sämtlich wieder auf Heimatkurs, und es ist kaum eine Besatzung, die nicht Angriffs­erfolge melden kann. Schon früher als erwartet jagt das erste der zurückkehrenden Flugzeuge in steiler Kurve um den Platz und landet. Nach und nach folgen die anderen. Die Berichte der Besatzung bestätigen die gehegten Erwartungen voll und ganz. Westlich von Bergen stießen die in großer Höhe anfliegenden Kampfflugzeuge aus den Feind. Der Feind fuhr beim Auftauchen der Flugzeuge sofort Zickzackkurs. Zwei Feldwebel erzählen, daß sie einem Kreuzer zunächst einen schweren Brocken vor den Bug warfen, während der zweite ziemlich mitt­schiffs aufschlug. Eine riesige Rauchwolke brach

aus dem Mittelschiff und blieb noch lange als bren­nendes Fanal über dem getroffenen Schiffe stehen.

Ein Leutnant erzählte, daß ein ganz großer' Brocken nur dadurch entkam, daß sich im ^ugent blick des Anfluges eine dichte Wolkenschicht zwischen Flugzeug und Ziel schob. Dafür konnte man einem anderen Fahrzeug eine Bombe aufs Deck werfen. Wie der Bordwart beobachtete, hatte die Bombe gut gesessen. Don fast allen Flugzeugen wurde ein größeres Kriegsschiff gesehen, das mitt­schiffs brannte und bewegungslos in einem riesigen Oelf!eck lag. Ein Feldwebel berichtete, daß er ein inmitten der feindlichen Fl^teneinheiten fahrendes großes Transports Äl f, wahr­scheinlich einen Truppentransport, wr t zwei Bomben angegriffen habe. Der erste Wurf ging daneben, aber der zweite saß. Der Funker des Flugzeugs sah unmittelbar nach dem Einschlag einen Brand au sb rechen. Eines der großen Schlachtschiffe bekam einen schweren Treffer auf die Bordwand oder hart daneben. Die Flieger beobachteten starke Rauchentwicklung und Absacken des Schiffes nach achtern als Wirkung des Treffers. Die Britenschiffe haben erneut erfahren müssen, daß Deutschlands Kampfflugzeuge überraschend und mit größter Wucht Zuschlägen, wenn die Stunde des Einsatzes für sie gekommen ist. Albert Clapprott.

Die Wett unter dem Eindruck der deutschen Aktion

Fieberhafte Spannung in WA.

Washington, 10. April. (Europapreß.) Die amerikanische Oefsentlichkeit folgt den Ereignissen in Europa mit fieberhafter Spannung. Den Zei­tungshändlern werden die neuen Ausgaben buch­stäblich aus den Händen gerissen. Trotz ungezählter Extraausgaben, die sich in Abständen weniger Mi­nuten folgen, hält selbst das berühmte Tempo der amerikanischen Presse mit der sich überstürzenden Entwicklung des europäischen Krieges nicht Schritt. Die Presse, wie auch der Rundfunk, dessen Pro­gramm auf allen Sendern dauernd zur Durchgabe von Sondermeldungen unterbrochen wird, beschrän­ken sich auf die Wiedergabe der Tatsachenmeldun­gen und verzichten auf jegliche Stellungnahme. England, so wird erklärt, ist durch die deutsche Blitz­aktion in die kritischste Situation gebracht worden. Die Frühausgaben der Mittwochpresse, deren Spal­ten fast ausschließlich mit Meldungen über die skan­dinavischen Ereignisse gefüllt sind, spiegeln maß­loses Erstaunen über die Schnelligkeit und Prä­zision, mit der die deutsche Wehrmacht die ihr ge­stellte Aufgabe in Skandinavien erfüllte, und ver­stärkt mit aller Deutlichkeit die an die O8A.-Regie-

rung gerichteten Rufe:Haltetunsausdem Krieg heraus!" Typisch hierfür ist zum Bei­spiel der Leitartikel derNew Port Daily News", in dem das D8A.-Dolk zur Wahrung kaltblütiger Ruhe aufgefordert wird.New Port Daily Mirror" bezeichnet die skandinavische Entwicklung der letzten 24 Stunden als zwangsläufig und unvermeidbar. Deutschland habe mit Recht in seinen Noten an Norwegen und Dänemark geltend gemacht, daß die Westmächte offen die These proklamiert hätten, es dürfe in diesem Krieg keine Neutralen geben. Im übrigen räumt die I18A.-Presse den militärischen Sachverständigen" einen großen Platz ein, in deren Wertung zum Ausdruck kommt, daß England durch die deutsche Aktion in eine ungemein schwierige Lage gebracht wurde. Der militärische Sachverstän­dige derNew Port Daily News" sagt:Deutsch­land hält alle Trümpfe in den Händen."

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Erster Bildbericht vom Einmarsch deutscher Truppen in Dänemark.

Eine der ersten Ausnahmen vom Einmarsch deutscher Truppen in eine dänische Stadt, (PK.-Lanzinger°Scherl-W.1

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Dänische Jungen und Mädel zusammen mit deutschen Soldaten in den .Straßen einer dänischen Stadt. (PK,-Lanzing er-ScherbW^

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