Ausgabe 
11.4.1940
 
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Land ohne Eisenbahnen

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Nordische Städte, die im Wehrmachtsbericht genannt sind

pariser Selbstkritik.

Revision der gesamten Kriegspolitik gefordert.

Blick auf Narvik, der Hafenstadt im norwegischen Fylker Nordland, dem Endpunkt der LofoteN'Baho, die besonders für die Erzausfuhr von größter Bedeutung ttz. jEHert-Bilderdienst-M^

Blick auf Kopenhagen, wo deutsche Truppen am Morgen des 9. April landeten. Rechts sieht man das Schloß Cyristiansborg, wie es sich vom Rachausturm darbietet, (Scherl-Dilderdjenst-M^

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Die Sitzung des Obersten Mlegsrates.

Amsterdam, 10. April. (Europapreß.) Wie wir bereits meldeten, traf der französische Minister« Präsident R e y n a u d Dienstag in London ein. Am Abend fand eine Sitzung des Obersten Kriegsrates der West machte in der Dow­ning Street statt, die beinahe zwei Stunden dauerte. Don englischer Seite nahmen daran teil Minister­präsident Chamberlain, Lord Halifax, Oliver Stan­ley, Sir Samuel Hoare, Sir Alexander Cadogan, Luftgeneral Cyril Newall, Admiral Sir Dudley Pound und General Sir Edmond Jronside. Frank­reich war durch Ministerpräsident Reynaud und Verteidigungsminister Daladier vertreten, die von Admiral Darlan und General Koelts begleitet waren. In einem Kommunique wurde ledialich mit­geteilt, daß die britische und französische Regierung in vollem Einvernehmen die zu ergreifenden mili­tärischen und diplomatischen Maßnahmen festgelegt hätten, um der neuen deutschen Aktion entgegen- zutreten.

Die FrageWo bleibt die englische Flotte?", die am Dienstag auch tm engliscken Unterhaus Chamberlain entgegentönte, wird in der englischen Oeffentlichkeit immer erneut wiederholt. Das Parlament hat sich zwar im allgemeinen noch zurückgehalten und will offenbar abwarten, ob die englische Flotte in der Lage ist, die Scharte aus­zuwetzen. DerMann auf der Straße^ kann es jedoch nicht begreifen, wie es möglich war, daß es

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England rüst nach seiner Flotte.

Wachsende Beunruhigung in London über den Erfolg des deutschen Gegenstoßes

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Ueberblick von Flöjen auf die norwegische Hafenstadt B e r g e n, die mit 90 000 Einwohnern ein wichtiger Ausgangshafen Norwegens ist. (Scherl-M.)

artige Gestaltung der norwegischen Landschaft, in der viele auseinand erfolgende Gebirgsketten aus erheblicher Höhe jäh in das Meer abftürzen, so daß für einen Eisenbahnbau an der Küste im buchstäb­lichen Sinne kein Platz ift.

Norwegen war seit dem Wiener Kongreß (1815) mit Schweden in Personalunion verbunden. Schwe­den und Norweger vertrugen sich schlecht. Und so erklärte sich Norwegen am 7. Juni 1905 selbständig. Zum König wurde ein dänischer Prinz gewählt, der Bruder König Christians X., der unter dem Namen Haakon VII. der erste norwegische König der -neueren Zeit wurde. Er ist oberster Befehls­haber der norwegischen Streitkräfte, ernennt den Ministerrat und hat ein zweimaliges Einspruchsrecht gegen die vom Parlament beschlossenen Gesetze. Das Parlament, dasStorting", besteht aus 150 Abgeordneten, die auf vier Jahre gewählt wer­den. Hundert Storting-Abgeordnete werden von den ländlichen, fünfzig von den städtischen Wahlkreisen entsandt. Im gegenwärtigen Storting sitzen: 71 Ar- beiterparteiler, 36 Konservattve, 23 Liberale, 18 Landwirte und 2 christlich Soziale. Ein Teil der bisherigen Regierung ist am 9. April nach Hamar geflüchtet, einem kleinen Landstädtchen von 6000 Einwohnern mitten in einem ausgedehnten Oed­landgebiet. Hamar liegt 125 Kilometer von Oslo und 65 Kilometer von der schwedischen Grenze. In so bewegter Zeit ist es natürlich sehr wenig als Regierungssitz geeignet und darum sind auch einige der Geflüchteten bereits wieder nach'Oslo zurück­gekehrt. Das Heer ist eine Miliz schweizerischer Art, jedoch mit einem erheblichen Stammpersonal für die in letzter Zeit stärker entwickelten Spezialwaf­fen und die Luftwaffe.

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Führung Adolf Hitlers für ein so mächtiges und starkes Deutschland gebracht hat! Kein Opfergroschen, keine Arbeitsstunde, keine Entbehrung im Dienst der Nation waren vergeblich. Sie werden einmal eine andere Belohnung ftnden, als die betrogenen Völker der Westmächte es je erhoffen können.

B. R.

Vorsichtige Diplomaten.

Berlin, 10. Aprll. (DNB.) Nachdem Oslo durch die deutschen Truppen besetzt worden ist, werden nunmehr auch interessante Einzelheiten über das Verhalten der Angehörigen der englischen und fran­zösischen Gesandtschaften in der Nacht vor dem Ein­marsch bekannt. Wie aus Oslo berichtet wird, herrschte vom frühen Abend an bis tief in den Mor­gen hinein in beiden Gesandtschaften Frankreichs und Englands ein äußerst leb­haftes Treiben. Alle Zimmer waren hell erleuchtet und ein ständiges Kommen und Gehen war zu be­obachten. Gegen 5 Uhr morgens wurden in den

Ueber die eigenartige Gestaltung des norwegischen Raumes sagt es alles aus, daß dieses Land als Land ohne Eisenbahnen bezeichnet werden kann. Natürlich hat Norwegen auch einige Eisenbahnen, aber sie umfassen nur 3646 Kilometer. Italien, das mit seinen 311 000 Quadratkilometer räumlich etwas kleiner ist als Norwegen (323 000 Quadratkilometer) hat dagegen rund 17 000 Kilometer Eisenbahnlange und dabei ist die Betriebslänge der Eisenbahnen in Italien nicht einmal besonders groß verglichen etwa mit dem Eisenbahnnetz von Deutschland, Eng­land oder Belgien. Tatsächlich gibt es in ganz Norwegen nur eine einzige große Eisen- b a h n st r e ck e. Sie führt von der Hauptstadt Oslo nach Drontheim und eine Seitenab­zweigung geht nach Bergen. Es ist das eine Hochlandbayn, die den Süden des Landes mit Mitt telnorwegen verbindet. Von Drontheim gibt es noch eine Eisenbahnverbindung nach Schweden und eine Stichlinie, die etwa 75 Kilometer weiter nördlich führt. Hoch im Norden existiert noch ein kleines Eisenbahnstück. Es verbindet den Erwerschiffungs- hafen N a r v i k mit der schwedischen Anschlußstrecke für den Transport von Erzen. Aber auf nor­wegischem Gebiete liegen von dieser Erzbahn nur 46 Kilometer. Küstenbahnen gibt es nur im Süden. Eine Küstenbahn, die etwa den Süden mit dem Norden verbindet, existiert nicht und dieser Tatbe­stand illustriert ungemein eindringlich die eigen-

Kaminen der beiden Häuser Feuer angezundet und Hunderte von Dokumenten und Schrift- stücken bis in die ftühen Dormittagsstunden hinein Stück für Stück verbrannt. Nach diesen be­zeichnenden letzten Amtshandlungen haben die diplo­matischen Vertreter der Westmächte dann fluchtartig Oslo verlassen. Aus den polnischen Archiven und den Veröffentlichungen der deutschen Amtsstellen weiß die Welt, mit welchen Mitteln die Diplomaten der westlichen Plutokratien zu arbeiten pflegen. Durch den deutschen Blitzsieg in Polen war es mög­lich, der Welt einen Einblick in diese Machenschaften zu geben und einmal hinter die Kulissen dieser organisierten Kriegsbrandstifter zu schauen. Das rasche Eingreifen des Führers hat in diesen Tagen das norwegische Volk davor bewahrt, das nächste Schlachtopfer der imperialistischen Plutokratien zu sein. Nach den Funden in Warschau kann kein Zweifel darüber sein, welcher Art die Dokumente gewesen sind, die die Vertreter der Westmächte in Oslo beseitigt haben.

Deutschland gelingen konnte, die norwegischen Hä­sen bis nach Narvik hinauf zu besetzen, wenn Eng- land wie ihm immer wieder versichert wird die See beherrsche. Das schwache Dementi des von deutscher Seite gemeldeten Erfolges der deutschen Bombenflieger gegen eine Anzahl wichtiger Ein­heiten der englischen Flotte hat nicht zur Beruhi­gung beigetragen. Es muß im Gegenteil die Sorge noch verstärken, denn die präzisen Angaben über die angeblich unbedeutenden Beschädigungen der Flotte durch die deutschen Flieger stehen im Gegen­satz zu der kurz vorher von Reuter verbreiteten Mitteilung, wonach vorläufig keine weiteren Einzel­heiten über die Seegefechte erwartet werden durf­ten, da die Flotte nicht durch Funksprüche ihre Position verraten dürfe. Die Oeffentlichkeit fragt sich, warum die Flotte, wenn sie doch in der Lage war, die genauen Angaben über die Wirkung der deutschen Bomben zu funken, nicht auch Mitteilung über den Stand ihrer Operationen machen konnte. Englische Geschäftigkeit in Aegypten.

Brussel, 11.April. (Europapreß.) Nach einem Bericht der ,Hndependance Beige" scheint in Kairo eine gewisse Beunruhigung zu herrschen.Wachsam­keit und Reserve herrschen vor", heißt es in diesem Bericht, die Zahl der Uebungslager für indische und andere unter englischem Oberbefehl stehende Truppen habe sich in der letzten Zeit beträchtlich vermehrt. Verschiedene Organisationen seien eingerichtet, die die Aufgabe hätten, zwischen diesen in Aegypten stehen- den und den in Palästina und im Sudan befind­lichen Truppen die Verbindung ausrechtzuerhalten.

Wenn in Dänemark die Landwirtschaft etn enorm hohes Niveau hat, so ist die norwegische Landwirt- schäft wegen des überwiegend gebirgigen und felsi­gen Aufbaus des Landes und der weiten Oedland­flächen auf 3,6 v. H. der gesamten Landesfläche be­schränkt. Mit anderen Worten: Norwegen mit fei­ner Fläche von 323 000 Quadratkilometer, die größer ist als das Gebiet Italiens, verfügt über ein land­wirtschaftlich nutzbares Gelände von der Größe Thüringens! Aber das Meer ist die große Ein- nahmequelle des Landes. Norwegen besitzt eine Handelsflotte von 4,6 Millionen Bruttoregisterton­nen und hat damit dieviertgrößteHandels- flotte der Welt, darunter auch viele Spezial­schiffe, wie Tank- und Walfangschiffe. Außerdem ist die Fischerei überaus ergiebig. Dazu kommt noch die Fischverwertungsindustrie, die Klippfisch, fieber« trän, Fischmehl und Fischguano sowie Fischkonser- ven liefert. Der Ertrag der Fischerei mit 231 Millio­nen Kronen eine norwegische Krone war etwa 56 Pfennige wert ist mehr als siebenmal so groß wie der Produktionswert des norwegischen Berg­baus. (Schwefel-Kies, Eisenerz, Molybdän-/ Wolf­ram-, Kupfer-, Zink- und Nickelerze.) Die Gewin­nung von Elekttizität ausweißer Kohle" ist recht entwickelt. Die Ausfuhr von Holz, Holzschliff, Zellu­lose und Papier war erheblich. Dr. Ho.

Wie der Widerstand vor Oslo gebrochen wurde.

Deutsche Kampfflieger berichten.

P. K. Während Oslo sich bereits ergeben hat, leisten noch Befestigungen südlich der Stadt Wider­stand. Diesen zu brechen war der Auftrag, den un­sere Staffel am frühen Nachmittag erhielt. Ueber Dänemark geht es dem Ziel entgegen. Wir fliegen sehr niedrig. Bald sind wir über dem Skagerrak. Regenschauer und Böen treiben ihr Spiel mit unse­rem Flugzeug. Dann liegt die norwegische Küste . vor uns. Die Sonne bricht durch die Wolken. In feiner ganzen Schönheit liegt das norwegische Land mit seinen dunklen Fjorden, gletscherbedeckten Ber­gen und Felsen, sprudelnden und springenden Was­serfällen und den winzig kleinen Landhäusern unter uns. Mit Höchstgeschwindigkeit geht es nun unserem Ziele entgegen. Es ist ein befestigter Stütz­punkt südlich Oslo, auf einem felfenartigen Eilcnch in einer Enge des Oslofjordes, der unseren Seestreitkräften den Weg zur Stadt zu versperren versucht. Den Widerstand, der hier geleistet wird, müssen wir mit Waffengewalt brechen. Die kleine Insel in den vielen Wasserstraßen zu finden, ist aber nicyt leicht. Doch bald liegt der Oslofjord vor uns. Jetzt gehen wir auf die F e stu n g s'a n la­gen, die zwischen zwei Höhen eingebettet liegen. Und nun greifen wir an. Unser Flugzeug jagt dicht über die Höhe, wird über der Festung bis aus 40 Meter heruntergedrückt, so daß die Kasematten und Geschütze greifbar nahe scheinen, und dann fal­le n bie Bomben. Wir sehen es unten aufblitzen, und die Sprengstücke fliegen bis zu uns herauf. Wir find von heftigem Flakfeuer emp­fangen worden, rings um uns krepieren die Ge­schosse. Unsere Kabine ist vom Pulvergeruch erfüllt. Steil wird das Flugzeug hochgezogen und dann geht es über die andere Höhe hinweg. Die Bomben haben gesessen. Heller Feuerschein und starke Rauch­entwicklung zeugen von der vernichtenden Wirkung der Bomben.

Wieder über dem Oslofjord bietet sich uns dann i ein schönes Bild. Deutsche Seestreitkräste ziehen dort I unten in Kiellinie ihre Bahn, Wir haben diesen j Kriegsschiffen den Weg nach Oslo frei gemacht. I Ihre Geschütze werden leicht den restlichen Wider- A stand der Festung brechen. Sie haben ihn ge- | brochen. Seidat

Der Widerhall in Schweden.

Stockholm, 10. April. (Europapreß.) Nach dem ersten Schock, den die schwedische Oeffentlichkeit durch die letzte Entwicklung der Dinge in Skandinavien erhalten hat und nachdem von der schwedischen Re­gierung der Beschluß zur Aufrechterhaltung einer neutralen Haltung, welche Maßnahmen auch immer zur Durchführung der Nichteinmischungspolitik not« wendig seien, bekannt geworden ist, spiegelt sich in der schwedischen Presse jetzt der nachhaltige Eindruck wieder, den die deutsche Aktion in Schweden her­vorgerufen hat. Die Blätter sprechen von einem Prestigegewinn Deutschlands, den es durch seinen beinahe unglaubhaft blitzartigen Schritt errungen habe. Das rasche Vorgehen, die Besetzung, eines Landes wie Dänemark, die Eroberung aller wichtigen militärischen Stützpunkte Norwegens bin­nen weniger Stunden, ohne daß die große See­macht Englands mit ihrem Bundesgenossen Frank­reich dem deutschen Vorgehen habe Einhalt gebieten können, müßten bei Freund wie Feind einen nach­haltigen Eindruck Hervorrufen.Dagens Nyheter" stellt'in einem Bericht aus Berlin fest, daß Nor« roeaen und Dänemark nicht das Schicksal der Tschecho-Slowakei teilen würden. Das Blatt unter­streicht in diesem Zusammenhang die bestimmten Deutschen Versicherungen, daß die Reichsregierung

Rom, 11. April. (Europapreß.) Der Pariser Vertreter desGiornale d'Italia" berichtet, die widersprechendsten Nachrichten liefen um, die Presse verrate eine auffallende Unsicherheit und Ungewiß­heit. In einemVerantwortung" übertriebenen Artikel, der klaffende Zensurlücken aufwei.se, mache der3 o u r" seinem Unwillen Luft, indem er die Frage stelle, wo die englische Flotte g e» steckt habe. DieEpoque" beklage wieder einmal den Mangel der Demokratien an Ini­tiative und Energien in der Kriegführung. DerMatin" erkläre, die Demokratie, jenealte langsame Dame", und auch die von Natur aus vor­sichtige französisch-englische Koalition müßten sich Eile an gewöhn en, um ihre Entscheidun­gen und ihre Aktionen zu beschleunigen. Nach dem ,Hour" haben die deutschen Aktionen in den Wan­delgängen der Pariser Abaeordnetenkammer eine große Erregung hervorgerufen. Aus den Unterhal­tungen habe man den Eindruck gewonnen, daß die Mißstimmung der letzten Tage bei den Politikern ungeachtet des Ernstes der Ereignisse sich noch ver­schärft habe. Der rechtsstehende Abg. Fernand- Laurent verlangt von der Regierung Auskunft über die Bedingungen, unter denen bie deutsche Flotte und die deutsche Armee ohne Kampf mit den alliierten Streitkräften Dänemark und Norwegen besetzen konnten, sowie über die Konsequen­zen , die die Regierung hinsichtlich der Ausdehnung der Blockade und hinsichtlich 5er Kriegführung hier­aus zu ziehen gedenkt". Fernand-Laurent schreibt im3our", die neuen Tatsachen seien von einem derartigen Ernst, daß die ganze Kriegs- und Blockadepolitik revidiert werden müßte. Bevor man aber den Aktionsplan von morgen aufstelle, sei es unerläßlich, die begangenen Fehler zu erkennen. Auch imOrdre" heißt es, falls die Engländer nicht absichtlich eine bestimmte Taktik verfolgten, habe

man den Deutschen bereits zuviel Initiative bet einem Unternehmen gelassen, über das man in London und Paris schon seit dem Dezember dis­kutiert habe.

Die Pariser Presse, so schreibt der Berichter­statter derIribuna , höbe alle Mühe, ihrer Leser­schaft zu erklären, wieso es möglich gewesen sei, daß Hitler, nachdem er eben erst nach Chamberlains Ausspruchbereits den Autobus verpaßt" hatte, plötzlich nach dem weit entfernten Norden habe vor­stoßen können, durch die Blockade hindurch, die Deutschland schnell und unfehlbar erdrosseln sollte. Es sei nicht zu bestreiten, daß die Vorgänge eine tiefe Bestürzung in Frankreich hervorgerufen hätten. In Den beiden Hauptstädten der Westmäckste, so berichten die italienischen Blätter übereinstim­mend, habe die schwedische Neutralitätserklärung und die Einleitung von Verhandlungen zwischen Norwegen und Deutschland große Bestürzung her- oorgerufen. Man befürchte, daß der von Chamber­lain an gekündigten Hilfsaktion für Norwegen die Grundlagen entzogen werden könnten.

Starke Kurseinbußen auf der pariser Börse.

9t o m, 11. April. (Europapreß.) Der Pariser Ver­treter desPiccolo" berichtet, in Frankreich hätten die Ereignisse des Dienstags die Wirkung eines Keulenschlages auf den Kopf gehabt. An der Pariser Börse habe sofort nach der Eröffnung ein Kurszusammenbruch eingesetzt, der sich im weiteren Verlauf noch verschärft habe. Dabei ver­loren Bank von Frankreich 405 Punkte, Suezkanal 480, Royal Dutch 425 Punkte.