Gießener Stadttheater.
Tanzgastspiel Manon Ehrfur - Rolf Jahnke
Die Erwartungen, die mit dem Auftreten des Solotänzerpaares der Berliner Staatsoper in unserem Stadttheater verknüpft waren, wurden in jedem Bezug erfüllt. Manon Ehr für und Rolf Jahnke boten Tanzkunst in des Wortes umfassender Bedeutung. Sie ließen von Anfang an wissen, daß es ihnen um ihre Kunst ernst ist sie; gaben auch zu erkennen, wie viele Möglichkeiten gegeben sind, Empfindungen durch Rhythmus, Geste und wohlerwogene Bewegung auszudrücken.
Schon der erste Auftritt zeigte, auf welch unge- gewöhnlichem Niveau sich die Darbietungen des Abends bewegen sollten. Die völlige Beherrschung der tänzerischen Mittel, die Mühelosigkeit, die sich in jeder Bewegung kundtat, ließen nichts mehr von der angestrengten Arbeit wissen, die diesem Grad der Reife vorausgegangen sein mochte.
Aeußerte sich schon in den beseelten „Klassischen Variationen' die ganze Kultur des Tanzpaares, so gab es im Laufe des Abends noch viel Gelegenheit, die Wandlungsfähigkeit, die Originalität, den inneren Reichtum der Künstler zu bewundern und ihre Teperamente zu erkennen. Wenn Manon Ehr- fur schon gleich zu Beginn an die schönsten Traditionen der Tanzkunst anknüpfte und dabei durch eine vollendete Beherrschung des Spitzentanzes über
raschte, so äußerte sich dann die Vielseitigkeit ihrer künstlerischen Persönlichkeit in der frischen und urwüchsigen Studie „Tanz aus dem Böhmerwald", in einem kapriziösen, fast etwas frivolen Cancan, in der anmutigen Drolerie beim „Tanz im Dorf", in der verhaltenen Leidenschaftlichkeit in einem „Blues" und in der temperamentvollen Groteske „Der Klaviervirtuose". In den Tanzduetten, in denen sie, wohl unbeabsichtigt und auch unaufdringlich, die Dominante hielt, war sie für Rolf Jahnke eine Partnerin von feinem Gefühl.
Rolf Jahnke äußerte in seinen „Wiener Skizzen", noch stärker aber im Tanz der mit einer Seele begabten Marionette Petruschka (die sich in Liebessehnsucht zur Ballerina verzehrt) seinen persönlichen Stil. Mit der Skizze „Sportfrohe Jugend", einer lustigen Umsetzung verschiedener sportlicher Disziplinen in den Tanz, sicherte er sich anhaltenden Beifall.
Mit besonderer Freude folgte man auch den Tanzduetten. Der „Tanz im Dorf", ein Liebesspiel, war ganz Heiterkeit und Spielerei, die „Serenata d’amore“ war ein Kabinettstück der tänzerischen Pantomime. Eine Tanzgroteske von unwiderstehlicher Komik stellten „Die Hamsterer" dar. Eine rassige Tarantella beschloß den Reigen. Es gab sehr viel Beifall, und die Künstler mußten sich zu mancher Wiederholung entschließen.
Ein Teil der Bewunderung gebührte auch der Künstlerin am Flügel, Maria Kalamkarian,
die übrigens auch für zwei Darbietungen des Abends die Musik geschrieben hatte.
Sehr angeregt, nachdenklich bewegt von der Ausdruckskraft wahrhafter tänzerischer Kunst und dankbar für die beiden unterhaltsamen Stunden verlies man das Haus. Heinrich Ludwig Neuner.
Herzensgeheimnis.
Von Max Iunqmckel e
Das hatten sie ihm nicht zugetraut, diesem harten Bauern mit den Händen, die wie Schraubstöcke sind. Ja, wenn man Soldat ist, dann kommen in 'der Freizeit manchmal wunderliche Gedanken, die früher, als man von der Erde, von der Sonne und vom Winde angerufen wurde, sich nicht hervorwagten. Und nun, im Bunkerlicht, sind sie auf einmal da, sind in den Bauern hineingefahren, in seinen Kopf und in sein Herz ...
Die harten, klobigen Hände greifen ein Stück blankes Blech, machen es mit Nagel und Hammer kreisrund und so groß wie einen Taler. Und nun klopft er in dieses Stückchen Blech einen Vogel hinein, der auf einer blühenden Rosenranke sitzt und singt. Sein wettergegerbtes Gesicht sieht ganz verwandelt aus, wenn er an diesem Ding herumbastelt. Er sitzt da, im Bunker, zwischen lachenden, singenden
und erzählenden Kameraden, hat sich in sich zurück» gezogen wie eine Schnecke in ihr Haus.
Er macht ja eine Brosche für seine Braut daheim. Und er denkt sich dabei, daß das Ding ihr sagen wird, daß er die ganze Zeit fest an sie gedacht hat. Gewiß, es ist ein richtig singender Vogel, den er da in das Blech hämmert. Und ein blühender Rosenzweig ist es auch. Aber da ist noch mehr dabei. Er hämmert seine Träume und seine Liebe mit hinein. Und das können die Kameraden-Augen nicht schauen. Nur sie, seine Braut, wird das sicherlich sofort erkennen. Und wenn er dann nach Hause kommt, auf Urlaub, dann wird er ihr das weiße Halsgrüblein küssen, bis es brennt, und hernach wird er ihr die Brosche anstecken. Ja, das wird er.
Vorläufig ist er allerdings noch nicht fertig, immer fällt ihm etwas Neues ein. Wie er so sitzt, der starke, hellblonde Junge! Vielleicht sieht er mit den Augen seiner Seele die Lilie vor sich, die in seines Vaters Garten, in der Ecke des Kohlbeetes steht. So anmutig steht sie da, so voll schwebender Leich- tigEeit und Musik. Genau so, wie sein Herz jetzt ist.
Und draußen, über dem Bunker, mäht die Sichel des Mondes in den Wolkenwiesen.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., Derlagsleiter: Dr. Erich Hnmvnn, alle in Gießen.
Ihre Verlobung geben bekannt
Gustav Senkler
Holzheim, den 9. März 1940
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Gießen (Frankfurter Straße 30), den 11. März 1940.
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