Ausgabe 
10.10.1940
 
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(90. Jahrgang fit. 24(0 JW M W H vonm

Giehener Anzeiger

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Größenverhältnisse ein besseres Verständnis; treibt in Moskau noch immer Realpolitik.

Stockholm, 9. Oft. (DRV.) Churchill wurde zum Vorsitzenden der Konservativen Partei als Nachfolger von Chamberlain gewählt Die Kon­servative Partei Englands, die schon immer sich als unversöhnlicher Gegner eines selbstbewußten uni) starken Deutschlands erwiesen hat, unterstreicht durch diese Wohl nur ihre Einstellung. Sie will die Zeichen der Zeit nicht verstehen und be­kennt sich unzweideutig zur Politik Churchills, des Zerstörers des britischen Empire.

Nordwestlich Irlands, über 200 km von der schottischen Küste abgeseht, griff ein Kampf­flugzeug in kühnem Tiefangriff einen stark gesicherten Geteitzug mit fünf großen voll­besetzten Truppentransportern an und er­zielte auf einem Schiff von etwa 20 000 VRT. mehrere Treffer. Der Transporter blieb g e - ftoppt liegen.

Nächtliche Einflüge des Gegners in das Reich und in die besetzten Gebiete waren für die briti­schen Bomber infolge der starken Abwehrwirkung unserer Flakartillerie besonders verlustreich. Durch feindlichen Bombenabwurf wurden in einigen Städten Nord- und Nordwestdeutschlands mehrere Häuser beschädigt, sowie einige Zivilpersonen ge­tötet Angriffsversuche des Feindes auf Industtie- und Bahnanlagen blieben ohne Wirkung.

Die gestrigen Verluste des Gegners belaufen sich auf 1 6 Flugzeuge, von denen 12 im Luftkampf, 4 durch Flakartillerie abgeschossen wurden. Drei eigene Flugzeuge kehrten vom Feindflug nicht zurück.

Churchill zum konservativen partei- vorsitzenden gewählt.

von der Wirkungslosigkeit der deutschen Bomben­angriffe auf London.

Ich habe", so erzählte Hauptmann Wick, Leider erst am vierten Tage nach dem Beginn des großen Vergeltungsangriffes nach England starten können. Als wir nach London kamen, war von der Stadt überhaupt nichts zu sehen, denn eine dicke schwarze Rauchwolke lag von der Themsemündung an über dem Land und breitete sich über die ganze Hauptstadt aus. Ich versuchte, wenigstens die Vorstädte Londons zu sehen, konnte aber überhaupt nichts ausmachen, so stark war alles von den Brandwolken einge- hüllt Als dann ein starker Wind diesen Rauch etwas wegdrängte, flogen wir gerade in großer Höhe Über London hin, aber trotz dieser Höhe bot sich uns ein schauriger Anblick dar. Man sah die Wirkung der deutschen Angriffe in allen Teilen Londons mit aller Deutlichkeit. In der City und in den übrigen Stadtteilen konnten wir die Ge- ripve der zerstörten Häuser deutlich wahrnehmen."

Aus diesen Worten des erfolgreichen deutschen Kampffliegers konnte man mit aller Deutlichkeit er­kennen, wie die Dinge in Wirklichkeit sind. Den Lufttaum über England beherrscht die deutsche Luftwaffe. Mag Herr Churchill noch so sehr ver­suchen, die Wahrheit dringt doch durch, und so wird sich eines Tages die ganze Größe der Schuld er­weisen, die Churchill auf sich geladen hat, als er in der Verzweiflung über seine Mißerfolge ver­suchte, der Welt die Illusion aufzuschwätzen, Eng­lands Verteidigung sei stärker und erfolgreicher denn je.

Wie kämpst die Klak?

Von General der Flieger Quade.

Die Flakwaffe, soweit sie als kämpfende Truppe im Heimatgebiet eingesetzt ist, ift der sinn­fällige Beweis dafür, daß der Krieg von heute ein totaler Krr-eg ist. Der BegriffFlak" ist schon vor dem Weltkrieg entstanden.Flak" ist die Abkürzung für das wenig ichöne Wortungeheuer Flugabwehrkanone". Die Aufgabe der Flakwaffe ist also die Abwehr feindlicher Flug­zeuge. Sie löst diese Aufgabe, wenn möglich, in enger Zusammenarbeit mit unseren Jägern und bei Nacht außerdem mit den Scheinwer­ferbatterien. Auch diese letzteren gehören or­ganisch zur Flakwaffe.

Die Waffe hat also eine defensive, eine Vertei- digungsaufgabe. Sie soll feindlichen Auf­klärungsfliegern den Einblick verwehren und die feindlichen Kampfflugzeuge am Bombenwurf hin­dern. _ 1

Als Kampfmittel stehen der Flakwaffe dazu schwere Flakgeschütze zur Verfügung, die bis in sehr große Höhen hinaufreichen, und leichte Flakgeschütze, die den Abwehrkampf in nie­deren Höhen führen. Alle diese Geschütze verfügen über besonders große Geschoßgeschwin- digkeit und schnelle Schußfolge, damit in kürzester Zeiteinheit recht viel Munition an das Ziel herangetragen werden kann. Das Endziel des Abwehrkampfes ist natürlich, wie das jedes Kamp­fes die Vernichtung des Gegners.

Wie unendlich schwer es ist, dieses Endziel zu erreichen, ist dem Laien oft nicht verständlich. Und zwar am wenigsten verständlich meist dem Laien, der zwei- oder dreimal im Jahre sich durch Lösung eines Tagesjagdscheines die Berechtigung erkauft, eine Schrotspritze zu führen und bei dieser Gele­genheit immer wieder feststellt, daß der Hase oder das Kaninchen hinten zu kurz sind, d.h. er schießt vorbei. Und dabei bleibt der brave Krumme auf der Mutter Erde, also auf der Horizontalen und läuft gar nicht so übermäßig schnell. Das Wild der Flakwaffe, das Flugzeug,, bewegt sich aber im Raume und nicht auf der Fläche, also nach dr e i Dimensionen. Und seine Geschwindigkeit liegt zwischen- 300 und 500 km/std, h. h. zwischen rund 80 und 120 m in der Sekunde.

Es kommt aber noch eine weitere Erschwerung hinzu. Das feindliche Flugzeug ist weder an eine bestimmte Flugrichtung gebunden, noch an eine bestimmte Höhe. Es kann, zumal wenn es Flakfeuer bekommt, Richtung und Hol-e, ja selbst die Geschwindigkeit schnell wechseln und der Flak damit das Treffen weiterhin erheblich erschwe­ren. So einfach sind die Schießaufgaben also nicht, die die Flakwaffe zu lösen hat.

Allein bis zum Ende August sind ihr ttotzdem schon 1259 Feindflugzeuge zum Opfer gefallen. Da­mit hat die Flakwaffe also einen erheblichen Anteil an der Erkämpfung der Luftüberlegenheit in Po­len, Norwegen und Frankreich. So erfreulich diese hohen Abschußzahlen sind bedeuten sie doch den Totalverlust von Feindflugzeug und Besatzung so sind sie doch nicht unbedingt notwendig zur Lö­sung der Hauptaufgabe, die der Flakwaffe gestellt ist: den angreifenden Gegner am Bomben­wurf zu hindern. Wie oft der Flakartillerie dieses gelungen ist, geht aus den Berichten her­vor, die in unzähligen Fällen solche Erfolge melden.

Der feindliche Bomber vermag einen gezielten Wurf nur auszulösen, wenn er sein Zielfernrohr vorschriftsmäßig und in Ruhe bedienen kann. Dazu ist es notwendig, daß das Feindflugzeug das Ziel während der letzten Strecke^ vor dem Abwurf i n gerader Richtung an fliegt Das weiß die Flakbatterie ganz genau, und so macht sie dem An- : greiser diesen Anflug zur Hölle. Vor ihm, neben ihm, unter ihm platzen in schneller Folge die Gra- ; naten, oft so nahe, daß man trotz des Dröhnens der t Motoren ihren Knall hört. Häufig schütteln die Ge- schoHböen das Flugzeug, blenden die Scheinwerfer-

an den Tag legte, doch unerfüllt. Im Stillen mag dabei in der englischen Brust das Bewußtsein ge­schlummert haben, daß es mit dem Koloß im euro­päischen Osten noch einst eine Auseinandersetzung geben werde, der das ab baureife England nicht ge­wachsen sein wird.

Man braucht nur auf die beiden letzten Erklärun­gen Molotows zurückzugreifen, um den grund­sätzlichen Abstand zu ermessen, der zwischen den bei­den Ländern und Reichen besteht und der sich nicht überbrücken läßt. Am 29. März d. I. nahm er zu dem Finnland-Konflikt Stellung. Die da­malige zynische Erklärung Chamberlains, daß es leider nicht gelungen fei, diesen Friedensschluß zu verhindern, galt in Moskau als Gradmesser für die englische Verlogenheit und Durchtriebenheit; sie war aber auch für die eigene Einstellung bestimmend. Moskau weiß, wessen es von Englands Seite ge­wärtig sein muß, wenn es nicht jeden Tag und jede Stunde auf der Hut ist! Und so war es nur noch mehr begreiflich, daß Molotow am 1. August betonte, Moskau werde auch weiter voll und ganz zu dem Derttage mit Deutschland stehen, der seine Wichtigkeit eindeutig erwiesen habe, und sich nicht im geringsten durch irgendwelche Quertreibereien aus dem Konzept bringen lassen.

Wenn also heute in London erklärt wirdman sollte es vielleicht doch wieder einmal mit einer Annäherung an Moskau versuchen", so hat man im Kreml und im russischen Volk nur ein Lächeln dafür. Denn man hat in Moskau für die richtigen

Moskau, Anfang Oktober 1940.

Es liegt noch keine Bestätigung in Moskau da­für vor, daß der englische Botschafter Cripps, wie die Agentur Reuter in diesen Tagen groß­spurig versicherte,Gelegenheit nehmen wird, mit dem Ministerpräsidenten Molotow den ganzen Komplex der durch den Dreimächtepakt aufgeworfe­nen Fragen zu besprechen", oder daß er, wie der englische Ruridfunk etwas bescheidener ankündigte, demnächst mit einem Vertreter der Sowjetregie­rung eine Unterredung haben wird". Die Sowjet­regierung hat noch nicht zu erkennen gegeben, ob und für wann der britische Botschafter um eine Un­terredung nachgesucht hat, und auch die Moskauer Presse ist in den letzten Tagen ruhig und gelassen geblieben und hat keineswegs so getan, als ob nun gewaltige Dinge passieren würden.

Freilich: Sowohl Reuter als auch der englische Rundfunk sind in Moskau für ihre Intrigen be­kannt nur allzu vertraut ist man hier vor allem mit dem nervöses Getue und dem aufgeregten Ge­baren, das stets "noch im Verlauf der letzten ein­einhalb Jahre von London auszugehen pflegte, wenn den Briten das Wasser wieder einmal bis zum Halse stand und sie die eigene Hilflosigkeit hin­ter einem Phrasenschwall versteckten, vor allem aber, wenn man in London ein neues. Mal drauf und dran war, Moskau für eine englische Unter­nehmung einzufangen. Denn so war es im März 1939, als die englisch-französische Dele­gation an die Moskwa entsandt wurde, um die Svwjetregierung auf die Einkreisungspoli- t i k gegen Deutschland festzulegen, so war es n a ch dem finnischen Konflikt, als England, nachdem die ftnnische Karte chren Wert für London verloren hatte, über Nacht wieder seinerussische Liebe" entdeckte und Cripps mit einem Koffer voll Hoffnungen, Plänen und Aufträgen nach Mos­kau schickte, und so Ist es auch heute!

Immer werden in der demokratischen Allerwelts-

Der WehrmschWericht vom Mittwoch.

Berlin, 9. Okl. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

(Ein Hilfskreuzer meldet als bisheriges Ergebnis seiner erfolgreichen Handelskriegführung in über­seeischen Gewässern die Versenkung von 5 2 0 0 0 BRT. feindlichen Handels­schiffsraumes.

Die Vergeltungsangriffe. der Luft­waffe gegen London und andere wichtige Plätze der britischen Insel wurden im Laufe des gestrigen Tages und in der Nacht ohne Unterbrechung fortgesetzt. Besonders wirksam waren Angriffe auf zahlreiche Städte, Hafen- und Industrieanlagen, Bahnanlagen sowie Flugplätze in Südengland. Auf sieben Plätzen der britischen Luftwaffe gelang es, durch Volltreffer mittleren bis schwersten Kali­bers hallen und Unterkünfte zu zer­stören und zahlreiche Flugzeuge, teil­weise im Tiefangriff mit Maschinengewehren, am Boden zu vernichten. Weitere Angriffsziele waren Truppenlager, Industrie- und Versorgungsbetriebe in Südengland; Bombentreffer losten an verschiedenen Orlen starke Brände aus. Auch an der Westküste trafen Bomben schweren Kalibers Hafen- und In­dustrieanlagen.

Vor der schottischen Küste griff ein Aufklärungs-

gers gelangen, so gehen sie sofort tief herunter in Bodennähe, um leichter entkommen zu können. Diese ganz einwandfreien Fesfftellungen belegte Hauptmann Wick durch eine Reihe von Schilderun­gen der Flüge, die er und seine Kameraden in der letzten Zeit nach England gemacht haben. Mit An­erkennung spricht er von den Leistungen der alten englischen Kampfflieger, die sich einst den Deutschen als Gegner entgegenstellten. Aber ihre Zahl sei immer geringer geworden und an ihre Stelle seien junge, unerfahrene Flieger ge­treten, die lieber dem Kampf ausweichen, als sich auf ihn einzulassen.

Entgegen den Behauptungen Churchills habe gerade in den letzten drei Wochen ein unerhörtes Abfallen in der englischen Luftverteidigung ein­gesetzt. Wo früher noch ein Gegner im Kampf zu finden war, da trffit man heute auf das Aus­weichen und auf die Flucht.Wir kannten das von den Franzosen her", so erzählte Hauptmann Wick weiter,die gingen immer weg. Wir freuten uns dann schon auf die Engländer, weil diese zäher im Widerstand sein sollten. Aber jetzt gehen sie auch schon weg." v

Wenn Churchill weiter behauptet, daß die eng­lische Flakabwehr immer stärkere Erfolge erziele und heute schon der deutschen Luftwaffe eine vernichtende Niederlage beigebracht habe, so sagte Hauptmann Wick dazu schlicht und einfach: Ich habe aber noch nicht eine einzige deutsche Maschine gesehen, die von der Flak heruntergeholt worden wäre." Und ähnlich ist es mit den Churchillschen Beteuerungen

Man kennt das in Moskav

Von unserem Tl.-Äerichiersiatier.

presse die englischen Absichten in aller Breite bespro­chen, immer wird angeblich etwas ganz Neuartiges, etwas Grandioses geplant. Stets werden Verspre­chungen bereitwillig im Vorhinein gemacht, immer wird Rußland umschwärmt und umschmeichelt, gol- bene Berge werden ihm verheißen wenn es sich nur bereiterklärt, die Kastanien aus dem plutvkra- tischen Feuer zu holen und sie dann ergeben in eng- 1 lische Hände zu legen. Man kennt das in Moskau ... |

Ob Cripps nun in den nächsten Tagen in den , Kreml gehen wird oder nicht an der Position Rußlands wird dies nichts zu ändern v e r - mögen. Gerade die Tatsache, daß diese Position weiterhin stark, ja, vom Standpunkt Englands aus ' gesehen, geradezu beneidenswert stark'ist, geht aus i nichts bester als aus der Art hervor, in der England vorzugehen gezwungen ist, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Hätte London es nötig, soviel Schaum zu schlagen und mit seinem lauten Gackern in der ganzen Welt zu ^verkünden, daß es im Be­griff fei, ein Ei zu legen, wenn es in der Tat Ruß­land etwas Besseres zu bieten hätte, als es die Sowjetunion mit dem deutsch-russischen Vertrag bereits seit über einem Jahre besitzt? Daß England heute die Fiktion einer gesteigerten diplomatischen Tätigkeit hervorruft und bestrebt ist, den Eindruck zu erwecken, als sei es noch in der Lage, die Jni- tiatine an sich zu reißen, kann niemand mehr in der Welt vor allem auch nicht in Moskau! über die wahre Lage Englands hinwegtäuschen. Mit souveräner Ruhe und ungetrübter Gelassenheit sieht man deshalb hier dem Schritt Englands entgegen, der von der Londoner Presse als eine Art neuer Offenbarung englischer Außenpolitik von vornherein gepriesen worden ist. Die Haltung Moskaus, wie sie immer von neuem in der Presse, in öffentlichen Er­klärungen und in halbamtlichen Kommentaren zum Ausdruck kommt, ist unverändert, geblieben und wird unverändert bleiben! Das ist die russische Friedens- und Neuttalttätspolitik, wie sie im deutsch-russischen Vertrag festgelegt worden ist und wie sie seit dem Abschluß dieses Vertrages sich hun­dertfach bewährt hat..

Daher sind auch bie Hoffnungen eitel, bte die angelsächsischen Kriegshetzer nach dem Abschluß des D r e i m ä ch t e p a k t es auf Rußland gesetzt haben. In dem bekanntenPrawda"-Artikel ist zuerst an diese Kreise in England und anderswo, bte letzt glaubten, in Moskau leichteres Spiel zu haben, eine eindeutige Absage erteilt worden, und in anderen Moskauer und Provinzblattern ist diese sowjetrussische Nichteinmischungspolitik weiter be­kräftigt und erhärtet worden. Svwsettußland hat nur zu leicht durchschaut, daß hinter allem auf­geregten Getue und allen noch so flammenden Auf­forderungen an die Moskauer Adresse, sich den Plutokraten anzuschließen, nur der alte Wunsch steckt, den Krieg auszuweiten, neue Schau­plätze für den englischen Kampf zu finden und schließlich wieder einen Dummen für die Interessen der britischen Weltherrschaft bluten zu lassen.

Neines war nichts mit der Hoffnung, daß Moskau sich angeblich von Deutschland hintergan­gen fühlte, daß der Dreierpakt von Berlin gegen bie Bestimmungen des deutsch-russischen Vertrages verstoße, daß die russischen Einflußsphären selbst bedroht seien. Denn in dem Augenblick, als London noch nicht einmal die ganze Größe seiner neuen Niederlage erkannt hatte, war Moskau bereits längst vollinhaltlich über die Bestimmungen des deutsch-italienisch-japanischen Militärbündnisses un - terrichtet und hatte keine Veranlassung gefun­den, dessen gewaltige Konzeptton als gegen sich selbst gerichtet anzusehen. Der Arttkel 5 das un­terstreichen alle Moskauer Blätter ist eine neue Bestätigung der Nichtangriffspakte, die zwischen Rußland und Deuffchland sowie^ zwi­schen Rußland und Italien bestehen, er beweist die Achtung der drei Mächte vor der russischen Neutra- litäts- und Friedenspolittk und sichert auch für die

Berlin, 10. Ott. (DNB.) Es gehört zu den beliebtesten Reguisiten der Jllusionspropaganda, mit der Churchill nicht nur die Welt, sondern auch das englische Volk und sich selbst betrügt, daß Tag für Tag von der englischen Agitation die Behaup­tung aufgestellt wird, daß England einerseits den deutschen Fliegern immer wieder vernichtende Nie­derlagen beibringe und andererseits den Lufttaum über dem eigenen Lande beherrsche.

Was sagen die deutschen Flieger, die Tag für Tag und Nacht für Nacht England ungehindert Tod und Verderben bringen, zu diesen Behauptun­gen? Hauptmann W i ck weilte am Mittwochabend auf Einladung des Reichspressechefs in einem Kreise deutscher und ausländischer Journalisten, erzählte im bescheidenen Ton des kämpfenden Soldaten, aber mit überzeugender Bestimmtheit, wie d i e englische Gegenwehr in der Luft im­mer schwächer wurde, wie immer deutlicher Anzeichen eines Rückganges in der Luft- oerteiD iaung der Insel festzustellen waren und welche Lage die Deutschen vorfanden, wenn sie versuchten, die englischen Flieger zum Kampf zu

Die Qualität der englischen Flugzeugführer sei immer mehr zurückgegangen. Das könne man nicht nur an der immer geringer werdenden Zahl der wirklichen Gegner feststellen, sondern auch an den zunehmenden Versuchen, beim Auftauchen der deut­schen Kampfflieger sofort zu türmen. Es sei heute schon schwer, zu einem Abschuß zu kommen, da bie Engländer eben jedem Kampf aus wich en. Wenn sie in die Nähe eines deutschen Kampfflie-

Deutscher Hilfskreuzer versenkte in Llebersee 52000 BRT. Oie vergeltungsangriffe gegen London und andere wichtige Plätze Tag und Nacht ohne Unterbrechung fortgesetzt. - MehrereTreffer auf einen Truppentransporter.

Zukunft die russische Führung im großen eurasischen Raum.

Daß diese Einstellung Rußlands eine neue schwere Schlappe für London bedeutet, liegt offen auf der Hand! Denn nicht nur der Berliner Pakt als Ausdruck der neuen Weltlage und als formelle Bestätigung für die Beseitigung des englischen Füh­rungsanspruches in dem größten Teil der Welt wird in Moskau damit stillschweigend zur Kennt­nis genommen und gutgeheißen, in den Blätterkom­mentaren wird- vielmehr auch eindeutig hervorge­hoben, wieso es natürlicherweise zu dieser neuen Lage hat kommen müssen. Und wenn England in den drängenden Kriegsgeschäften heute noch die Muhe hätte, ein wenig in dem Buch der Geschichte der letzten Jahre und Jahrzehnte zurückzublättern, so würde es finden, daß nicht nur stets und überall die russischen Interessen denen Englands wie Feuer und Wasser gegenübergestanden haben, sondern daß Moskau auch seit langem bereits dazu übergegan­gen war, die verknöcherte und verkalkte englische Plutokratenherrschft als überaltert abzuschreiben. Die ganze Geschichte der russisch-englischen Be­ziehungen der Nachkriegsjahre ist eigentlich nur ein ständiges Zurückweichen Englands vor Rußland, und wenn es auch Gelegenheitsgeschäfte zwischen London und Moskau gegeben hat, so blieb das un­gestüme Liebeswerben, das England nur allzu oft

Die deulsche Lustwaffe beherrscht den Lustraum über England

Hauptmann Wick berichtet. - Churchills Illusionen durch die Tatsachen widerlegt.

flugzeug ein britisches Handelsschiff mit mehreren Bomben an. Das Schiff geriet in Brand und blieb in finkendem Zu st and liegen. >