Ausgabe 
10.7.1940
 
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Aus der engeren Heimat

SJl.-tfport

rov

(Nachdruck verboten!)

38. Fortsetzung.

aus

den verwitterten Luken einer weitbauchigen

nicht

Rad

Sibylle! Herrgott, wo war j wußte doch, daß er kommen wollte. .........

Antwort sein? Nein, nein, er liebte sie doch.

Er holte von neuem den Wirt von Stein

See aus.

Vor Stein dümpelte ein Fischkutter in der Forde, mit gezurrten Segeln. Er war weitbauchig und chwerfällig, eine Kufs aus schwarz verwittertem Holz. Sie gehörte dem Fischer Ketelsen, der acht

Bis zum Nachmittag waren alle Arbeitsmaiden eingetroffen, und damit sie ihr neues Heim richtig kennen lernten, zeigte ihnen eme Führerin das ganze Haus. Vom Keller bis zum Giebel kletterten die Mädel und konnten sich nicht satt sehen an der wun­derschönen Aussicht, die sie von den Fenstern der Schlafräume über das Isenburger Land hatten. Das malerische Städtchen mit dem stolzen Wasser­schloß der Isenburger aus dem 12. Jahrhundert nennt man mit Recht oft das Rothenburg Hessens.

Wie froh waren alle die Mädel, daß sie ihre Arbeitsmaidenzeit gerade in dieser herrlichen Land­schaft verbringen dürfen. Zum größten ^eil war ihnen diese Gegend ja ganz neu, denn sie kamen aus Westfalen, Franken, Kur- und Rhemhessen und Hessen-

Ms'sie bei der Besichtigung in den Garten kamen, entdeckten sie zu ihrer größten Freude ein schönes Gartenhaus. Wohl manche frohe Stunde werden sie dort an langen Sommerabenden verbringen.

Die Führung durch das Lager endete aus der Kammer, wo nun die Mädel ihre Bekleidung erhiel­ten. Als sie alle die gleiche Tracht trugen, fühlten sie sich erst alsrichtige" Arbeitsmaiden.

lustiges Lachen und frohe Lieder klangen durch

1 ° - Z nur, r-. ___art,4« Sort

Lin spät daran. Na, 's ist egal. Er war ohnehin chlecht genug, der Fang. Sturm gefteYn."

Sibylle setzte sich auf die Luke. Der Fahrtwind trich über ihr Gesicht, das heiß war, über ihre Augen, die brannten, als hätte sie Fieber.

Der Motor stampfte hart und laut wie das rollende Räderwerk eines fahrenden Zuges.

Jetzt wußte Sibylle, daß sie Jochim liebte, daß sie ich nach seiner schützenden Hand sehnte, nach seinen ruhigen, gelassenen Worten. Jetzt ernannte sie, daß alles vorher nichts anderes gewesen war als Rausch einer Jugend, die voll ist von Opferwillen und Gebe- sreudigkeit. r. . .

Aber trotz dieser Erkenntnis war sie auf dem Weg zu Detlef. Denn stärker als Liebe und.Sehn­sucht war das Pflichtgefühl und die Treye in ihr. Und wenn auch viele sagen würden, daß niemand pon ihr verlangen könne, zu dem Mann zu gehen, der sie verlassen hatte, daß keine Pflicht mehr be­stünde, zu Detlef Hauck zu gehen, der sie zurückließ, wortlos, ohne Grund ... sie selbst erachtete es als ihre Pflicht, bei ihm zu sein und zu bleiben, wenn er sie brauchte, Mochte dazwischen gewesen sein, was

Sie hätte rufen können, aber sie dachte gar daran. Wozu auch.

Sie lächelte, ohne es zu wissen.

Frieren Sie?" fragte Ketelsen, der am

stand.

Sie schüttelte den Kopf.

Im Fischereihafen legten sie an. Das Eis des Hafens, das gestern noch wie Flöße auf den Wellen schaukelte, war an die Ufer gespült und in die Hörn hineingedrückt worden. Es zerbröckelte, wurde zer­rieben von Schiffrümpfen, Schleppern und Booten. Es schien, als wäre es nicht mehr so kalt. Die Sonne des Mittags hatte aufgetaut und erwärmt. Sibylle bedankte sich bei dem Sckiffer und trat an Land. Ketelsen sah hinter chr her, während der Junge die Luken aufriß und silberne Fischberge bloß-

oben über den Pfad, den sie Schulter an Schulter mit Karsten Huith gewandert war. Sie schritt über den Strand und wich den lockenden Zungen der

Arbeitsmaiden halten ihren Einzug im neuen Lager Büdingen.

dem Schankzimmer.

Ich muß noch einmal anrufen.

Bitte." ..

Er verlangte das Amt.Sagen Sie mir, Fraw ' lein, wer die Nummer 77 832 hat. Sehen Sie doch eben einmal nach. Ich rief vorher an, bekam aber keine Antwort."

Augenblick." Und dann bekam er Auskunft: Rechtsanwaltsbüro Doktor Mjölln."

Ach, Mjölln. Halt, Fräulein, bleiben Sie noch da. Geben Sie mir doch bitte mal die Privatwoh­nung von Doktor Mjölln ... danke."

Er rief an.

Hallo, Mjölln sind Sie da? Gott sei Dank! Hören Sie, ich bin hier in Stein. Sagen Sie mir, was hatten Sie heute mit Frau Hauck zu tele­phonieren?" , , ,

Ach, nicht viel, ich hatte sie mir gefragt, ob ihr Mann in einer Wirtschaft verkehre, die zumGol­denen Horn" heißt, und ob er schon in Beirut ge-

ganzes Leben?

Sibylle ging aus dem Haus, lieber Meer und Strand lag Sonne. Langsam flössen die auf das Ufer geworfenen Wasser wieder zurück, hinterließen ' l und Tang.

sah in die Ferne. Jetzt, daWas-

Dr. Otto Luh bei den Reichs- wettkämpfen der Studenten.

Anläßlich der Reichswettkämpse der Deutschen Studenten im Kriege vom 5. bis 7. Juli 1940 in Braunschweig erzielte der Vertreter der Universität Gießen im Kugelstoßen, Dr. Otto Luh, Gießen, die prächtige Weite von 15,32 m. Schon in der Quali­fikation und im Vorkampf war es klar, daß ihm kemer einer Mitbewerber um die Ehre des Reichssregers gefährlich werden konnte. Er erreichte schon hierbei, um Klassen besser als alle anderen, mühelos 15,22 m. In der Entscheidung, die am 7. Juli im Stadion zu Braunschweig stattfand, verbesserte er sich von Stoß zu Stoß und erlangte den ersten Sieg Mit 15,32m. Der Zweite mußte sich mit der Leistung von 13,56 m um 1,76 m geschlagen geben. Reicher Beifall der überfüllten Kampfstätte belohnte den, schönen Stoß. Auch im Diskuswerfen zeigte er sich als großer Könner und belegte hinter Kronenberg (45,39 m) und Hilbrecht (43,45 m) mit 40,85 m den dritten Platz, trotzdem er in dieser Sportart bisher kein Spezialtraining aufgenommen hatte.

Auch der zweite Vertreter der Alma mater Ludoviciana, bet junge Tennisspieler Walter Becker, schlug sich sehr tapfer und gelangte bei ,ungefähr 70 Teilnehmern der L-Klasse unter die letzten Sechzehn. Hier wurde er von dem späteren Zweiten, einem gewiegten Turnierspieler aus Frankfurt am Main, in einem hinreißenden Kampf ausgeschaltet. Ein feiner Erfolg, mit dem er sehr zufrieden sein kann und der ihn nächstes Jahr zu noch besseren Leistungen anspornen wird. .

Die Reichswettkämpfe der Deutschen Studenten in Braunschweig brachten an sich sehr gute Ergebnisse.

wesen sei."

Und?" . .

Ach, nicht viel. Sie kannte die Kneipe nicht.

Warum wollten Sie das wissen?," Weil wir den Maler Hauck gefunden haben.

"Ja, er lebt. Es ist eine komische Geschichte, nicht wahr. Aber sind wir nicht tüchtig?"

Doch, doch, sehr. Aber erzählen Sie. Wo ...

Kommen Sie doch mal vorbei bei mir, Herr Kett. Ich bin zu Hquse. Fahren Sie rasch herein

Keine Sm von HM

Roman von LharloNe Kaufmann.

hen gebracht.

Gefängnis wegen Beleidigung einer Lustschuhwartin.

LPD. Darmstadt, 8. Juli. Eine Frau in Kel­sterbach hatte während eines Fliegeralarms ihr Schlafzimmer so ungenügend verdunkelt, daß der

Zchweinemarkt in Alsfeld.

± Alsfeld, 10. Juli. Der heutige Markt war mit 107 Ferkeln und Läuferschweinen beschickt. Preise- 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 26 bis 32 RM., 8 bis 10 Wochen alte 32 bis 38 RM Lauserschweme im Alter von 14 Wochen kosteten 45 RM. Markt­verlauf: glatt.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 10. Juli. (Vorbericht.) Käl- ber 28 bis 59 RM., Lämmer und Hämmel 18 bis 50 RM., Schafe 12 bis 44 RM., Schweine 53 bis 59 RM.'- Marktverlauf: zugeteilt.

Sie wird sich scheiden lassen", sagte Joachim hart, 1 Lch denke, Sie nehmen die Sache in die Hand.

Anwalt für Ehescheidung. Schön, wenn Sie es wünschen" ... ,,

Ich werde zu Ihnen kommen. Morgen vielleicht.

Ja, tun Sie das. Schade, daß Sie nicht gleich kommen können. Ich feiere nämlich seit heute mor= gen meinen Erfolg. Ich habe eben eine Flasche Tokaier hier ..:"

Joachim hörte nicht weiter.

Der Mann lebte ... lebte in der Stadt!

Es war elf Uhr, als Joachim abgehetzt, ausgesto- ren-und mit bohrender Angst nach Haufe kam.

Wo war Sibylle?

Detlef lebte. Lebte in der Stadt, ganz in der Nähe. Eine Stunde Bootfahrt, eine halbe Stunde Weg. So nah. , ,,,. . ,

Als Sibylle sich von Karsten Hmth verabschiedet hatte, dachte sie nichts anderes. Sie verrichtete mechanisch die Arbeiten, die das Haus forderte, und dachte immerfort dasselbe. Er lebt.

Sie nichts zu Mittag. Sie ging burd) bie Räume der Kate mit einer ruhelosen Ge chastigtett, als habe sie etwas verloren und mußte es suchen, toie tat hier etwas, dort etwas. Sie fand sich, wie sie im Atelier stand und das Bild mit dem aufziehen­den Gewitter über einem Aehrenfeld anstarrte. Der Mohn die Farbe dieser brennenden Blutflecke im Gelb der Aehren, saugte sich in ihr Herz.

legte.

Sie ging über die Straßen, gleichmäßig und stetig, durch langsam einfallende Dämmerung und aufspringende Lichter.

Krauttveg 78.

(Fortsetzung folgt.)

** Ernennung. Der Leiter des Arbeitsamts ' Gießen, Regierungsrot Dr. Nonnen mann, ist i durch Erlaß des Führers vom 28. Ium zum Oder- reaierunqsrat ernannt worden.

** Auszei chnun g für treue Di e n st e. Der Führer hat das Treudienst-Ehrenzeichen dem Telegraphenassistenten Richard Stroh und dem Telegraphenbauhandwerker Karl B o nari u s in Gießen verliehen. Ferner hat der Führer den Telegraphenbauhandwerkern Heinrich Mu l ch aus Annerod, Heinrich Kreiling aus Gießen-Wieseck und Heinrich Demper aus Großen-Buseck für verdienstvolle Arbeit zum Schutze Deut chlands das Deutsche Schutzwall-Ehrenzeichen verliehen. Die Auszeichnungen find den genannten Gefolgschasts- mitgliebern durch den Amtsvorsteher mit den besten Glückwünschen des Herrn Reichsposttnimsters und des Herrn Präsidenten der Reichspostdirektton in Frankfurt a.M. überreicht worden. .

* Mieter-Jubiläum. Landgerichts-Regi­strator Ernst Rumpf wohnt sett 30 Zähren im Hause von Karl Hahn, Wwe., Goethefttaße 57 I. Das langjährige Mietverhältnis ist em Zeichen schönsten Einvernehmens zwischen dem Mieter und der Vermieterin. , .

** Verbotder Einreise indasehema - lige Kampfgebiet. Die Einreife -in das ehe­malige Kampfgebiet (zwischen dem Rhein und der Reichsbahnlinie Rastatt^Basel) ist derzeit nur mit besonderer Genchmitzung der Landrate zulässig. Die Besichtigung der Kampfstellungen, Bunker usw. ist noch nicht gestattet. Vor unerlaubter Zureise wird ernstlich gewarnt. Zuwiderhandlungen gegen das Verbot werden bestraft. Die Aufsichtsorgane haben , Anweisung, erforderlichenfalls Zwangsgestellungen und. polizeiliche Abschiebungen vorzunebw"'.

Lichtstrahl deuüich nach außen drang. Dieerste Er- Mahnung der Lustjchutzwartm wurdes ni4t beach­tet. Schließlich ging auch noch das LichiI,'w Trep penhaus an und ließ den Schein auf die Straße und aui ein gegenüberliegendes Haus fallen. Die er­neuten Ermahnungen der Luftschutzwartm wurden mit Beleidigungen beantworte t. Nun hatte sich die Frau vor dem Amtsrichter in Darm­stadt zu verantworten, der wegen Beleidigung eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen und wegen ungenügender Verdunkelung eine Haft­strafe von zwei Wochen verhängte.

* Lützellinden, 9.Juli. Dem Unteroffizier Friedrich Gärth von hier wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen, weil er als Fahrenführer bei einem Kanalübergang trotz stärkstem Artillerie­beschuß vorbildlich seine Pflicht tat.

* Ebersgöns, 9. Juli. Dem Arbeiter Johan­nes I o ll von hier fiel bei seiner Arbeit ein schwe­res'ck Eisen auf den Fuß, so daß er einen Kn^elbruch erlitt. Der bedauernswerte Mann rol. urch die Gießener Bereitschaft des Deutschen Ro Kreuzes in die Chirurgische Klinik nach Gie-

non berbegrüßt wurden, ging auch Arbeitstag irn Lager Büdingen, das letzte Nestchen von Befangenheit verloren. I

in Gang.

Bin neugierig, ob ich meine Ladung noch los- kriege in der Stadt." Ketelsen spuckte ins Wasser. I

Vielleicht ist er danach doch gegangen, weil er sie nicht mehr liebte, weil er allein sein wollte, un­gebunden, weil er ihrer Sorge überdrüssig, gewor­den war. Vielleicht hatte Karsten Huith recht.

Es war das erstemal, daß dieser Gedanke ihr kam, und fast wünschte sie, daß er wahr sein möge.

Aber, dann würde er nicht in der Stadt wohnen, nicht eine Bootstunde von ihr entfernt. Dann würde er nicht über neblige Aecker gehen, um ihr zu be­gegnen. Dann wäre er draußen in der Welt ge­blieben und nie zurückgekommen.

Es wurde Mittag, und am Abend kam Joachim. Er wollte ihre Antwort holen. Konnte sie antwor­ten, während ihr Herz voll war von Ungewißheit und Zweifel? Konnte sie hingehen und ein neues Leben beginnen, wenn in der Stadt der Mann lebte, dem sie Treue zugesagt hatte, Treue für ein

sili" nicht mehr da war, fühlte sie ihre Einsamkeit in einer neuen Form. Es war, als hätte sie plötz­lich keinen Halt mehr in der Oede.

Sie machte sich auf den Weg. Sie ging nicht oben über den Pfad, den sie Schulter an Schulter

Zieger Fortgang der Wartenbach-Ausgrabungen.

LPD. Lauterbach, 8.Juli. Wie derDer- ein Lauterbacher Museum e. D." in einem am 6. Juli veröffentlichten Bericht über seine For- schungs- und Ausgrabungsarbetten an der Burg­ruine Wartenbach bekanntgibt, ist jetzt nördlich des einstmaligen Burgfriedes ein früherer zweistöckiger Steinbau ausgegraben worden, dessen Erdgeschoß einst die Küche und dessen Obergeschoß die Burg­kapelle enthielten. Im Gewölbe der Küche wurden Pfannenreste, Reste von Waffeleisen und Topf­scherben, von der Kapelle Zierfensterreste, sowie bronzene Buchbeschläge vorgefunden. In einem wei­teren Raum der Burg wurden ein früherer Pferde­stall im Erdgeschoß und im Obergeschoß em zweiter Pallas festgestellt, dessen Karnin bereits 1938 auf­gefunden worben ist. Wie berichtet wird, sind -mit I Ausnahme des Burgbrunnens die inneren Teile ber Oberburg damit völlig ausgegraben. Anschlie- ßnd wurde mit der Freilegung der Ringmauerder Oherburg begonnen, wobei eine Reihe schöner Funde (behauene Steine, Bögen und Säulen von ro­manischen Fenstern) gemacht werden konnte. Die Arbeiten gehen weiter.

Das Grab seines im Weltkrieg vermißten Vaters gefunden.

LPD. Biedenkopf, 9. Juli. Ein in Bieden­kopf wohnhafter Soldat, ber an den Kämpfen im Westen teilnahm, entdeckte auf einem Soldatenfned- hof an der Somme das Grab seines im Weltkrieg gefallenen und als vermißt gemeldeten Vaters.

Kinder hatte. ,

Sie traf ihn, als sie unter dem Deich herankam.

Hallo, Frau Hauck", lachte er, als er ihr begeg­nete.Wo wollen Sie hin?"

In die Stadt, Ketelsen", erwiderte sie, aus ihren Gedanken auffahrend.

So, so. In die Stadt. Zu Fuß oder mit dem Dampfer? Hab' es gehört. Ihr Boot ist beim Teu- eL Wenn Sie wollen, können Sie mitfahren. Er machte eine Handbewegung zu seiner Kufs hinaus, die an der Ankerkette lag.

,/Fahren Sie in die Stadt mit dem Kutter? fragte sie zurück? , ,, ., ,.

Ja, das habe ich vor. Ich bin nur rasch hier ausgestiegen. Meine Frau, Sie wissen ja, hat einen Jungen bekommen. Ich muß doch nachsehen zu Haufe." Er lachte breit, stand neben ihr.Kommen Sie. Steigen Sie ein ins Beiboot. Verdammt, ist schon wieder Wasser drin. Das Ding leckt, daß es

Die Organisation, die hervorragend geklappt hatte, machte die Reichswettkämpfe der Deutschen Stti- denten im Kriegsjahr 1940 zu einem fortlaufenden Band von immer neuen Entscheidungen, und der Deutsche Student, der jetzt noch nicht an der Front stehen kann, hat gezeigt, daß er durch diese Leibes­erziehung, deren Krönung der Reichswettkampf der Deutschen Studenten darstellt, für alle Fälle gerüstet und gewappnet ist. K- W.

Vorschlußrunde

der Fußball-Kriegsmeisterschafi.

Die Fußballspielzeit 1939/40 nähert sich ihrem Höhepunkt. Am kommenden Sonntag stehen die beiden Vorschlußrundenspiele der deutschen Kriegs­meisterschaft zur Entscheidung und schon acht ^age später vorausgesetzt daß die beiden Endspielteu- nehmer am Sonntag ermittelt werden soll im Berliner Olympiastadion das Endspiel steigen. Das eine der beiden Vorrundenspiele führt den badischen Meister SV. M annh e i m--Wa 1 d h o f mit dem Titelverteidiger Schalke 04 in Stuttgart zusam­men, im anderen sind Rapid Wien und Dresdner SC., die Meistermannschaften von Ostmark und Sachsen, im Wiener Stadion die Geg­ner. Im Süden des Reichs ist man besonders darauf gespannt, wie sich die blutjunge Waldhofelf gegen die ebenfalls verjüngte großdeutsche Meistermannfchast hält. Wenn hier auch ein WaldhostiTfolg durchaus im Bereich ber Möglichkeit liegt, so gilt doch allge­mein Schalke als Favorit. Als vollkommen offen ist der Wiener Kampf anzusehen, , obwohl Rapid den nicht zu unterschätzenden Vorteil hat, in heimischer Umgebung spielen zu können.

NSG. Im ehemaligen Rentamt zu Büdingen waren schon seit einigen Wochen dw Handwerker tüchtig bei der Arbeit. Es wurde geweißt, gezimmert n^^Bald ^sah"'man es dem stattlichen Haus mit den Giebeln und bunten Erkerfenstern an, daß es wieder bezogen werden sollte. Als nun die Leute neugierig frügen, für wen denn das schöne Haus so neu her- aerichtet würde, hörten sie, daß es ein Lager des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend gäbe und daß Anfang Juli schon die neuemges eilten Ar­beitsmaiden ihr neues Heim beziehenswollten.

Nichtig, am frühen Morgen dieses Tages kamen auch schon die ersten Arbeitsmaiden an. Aus federn Zug, der im Büdinger Bahnhof emüef, kletterten lustige Mädel mit großen Koffern und schauten^stch dauernd suchend um, ob nicht unter den Nesierch^ irgend eine neue Kameradin zu erkennen sei. Immer fanden sich auch einige zusammen, die dann gemein­sam den Weg zum Lager antraten, beglettet von den Kindern, die ja so neugierig uuf die neuen Arbetts- maiden waren. Staunend gingen die Madel nun durch das schöne hessische Städtchen, das so ganz mittel- alterlich onmutete, bis zum Lager. ,

Freilich standen die Mädel nun etwas schüchtern , v i...... Sin nvtMtrh hon Mintr tnuiPTI

zu denken, daß wir das doch nur unserer herrlichen Wehrmacht und unserem Führer zu danken haben. Mit den Liedern der Bewegung und dem Dank der Saarländer schloß der wohlgelungene Abend.

Uis.

Gießener Gchlachiviehmarkt.

Auf dem gesttigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Vlehverste.l- qerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 39 bis 45; Bullest 34 bis 43,5; Kühe 20 bis 43,5; Färsen 35,5 bis 44,5; Kälber 28 bis 57; Hämmel 20 bis 38 Rpf. je kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16; bl (135 bis 149,5 kg) 1,16; b2 (120 bis 134,5 kg) 1,16; c (90 bis 119,5 kg) 1,14; d (80 bis 89,5 kg) 1,08; ef (unter 80 kg) 1,04; gl (fette Specksauen) 1,16; i (Altschneider) 1,16; g2 (andere Sauen) 1,08; h (Eber) 1,08 RM. Marktverlauf: Auftrieb gut; alles zugeteilt.

** Mit dem Eisernen Kreuz ausge­zeichnet. Der Unteroffizier Karl Rau (Kttnik- straße 16) hat sich bei den schweren Kämpfen um Amiens ausgezeichnet und echielt nun das Eiserne Kreuz II. Klasse. Bei den Kämpfen an der Saar wurde der Soldat Karl Jmmel, Riegel­pfad 26, für seine Tapferkeit vor dem Feinde nut dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Die gleiche Auszeichnung erhielt ferner fein Schwager, Dr. Gustav Hartmann, der als Unterarzt in einem Artillerieregiment vor Verdun feinen ver­wundeten Kameraden unter dem Einsatz feines eigenen Lebens half.

sie hingegangen? öie oollte. Sollte das ihre

eine Art hat."

Einen Jungen!" Sibylle hatte vergessen, daß Fischer Ketelsens Frau ein Kind bekam. Sie hatte soviel für sich selbst zu denken seit einiger Zett, daß sie alles vergaß, um was sie sich fruhergekum° mert hatte. ,/Jch gratuliere Ihnen, Ketelsen."

Er nickte.Danke, danke. Ein dicker Kerl ist es. Der wird kräftig werden. Er wird zur See gehen."

Er stieß von Land, wriggte über das türkis- farbene Wasser mit ruckartigen Bewegungen, Sibylle saß auf der Ducht und sah ihm zu. Er hatte kräftige Arme und Hände. Sein Gesicht war wie Leder, aus­getrocknet, verwittert. Aber seine Augen waren hell. Er schien glücklich zu sein und zufrieden. Für heute menigftens.

Dann half er ihr an Bord. Der Knecht tarn aus der Kajüte.

Wie steht's?" fragte er.

Ketelsen nickte.Gut".

Sie zogen den Anker ein, brachten den Hilfsmotor

Landkreis Gießen.

* Beuern, 9. Juli. Der hiesige Landwirt Hein­rich Dietrich wurde beim Beschlagen seines Pfer­des von dem Tier heftig getreten, so daß er einen Unterschenkelbruch erlitt. Der Verunglückte wurde durch die Gießener Bereitschaft vom Deutschen Roten Kreuz in das Evangelische Schwesternhaus nach Gießen gebracht.

Kreis Büdingen.

h Schotten, 9.Juli. Zu einer Arbeitstagung des Milchleistungsausschusse s der hiesigen Molkerei Hoherodskopf waren unter Leitung des

Bezirksbauernführers Straub (Ramrod) die Orts- bauernführer und Bürgermeister des oberen Vogels- berges zusammengetreten, um über Maßnahmen zu beraten die eine Steigerung der Milchanlieferung im Gefolge haben. Dr. Günther vom Landwirt- cbaftsamt Schotten und Dr. Hartmann von der Landesbauernfchast erstatteten hierzu sehr inter= «ssante Referate. Der hohe Vogelsberg muh sich mehr auf Grüntandwirtschaft umstellen. Ordnungs­mäßige, nicht übertrieben große, aber ergiebige Wei­den, die sachgemäß gedüngt werden, sind vor allem nötig. Durch richttge Wiesendüngung muß sich bei vielen ertragreichen Wiesen ein dreifacher Schnitt im Jahr erzielen lassen. Kleinere. Silos sind zu er­bauen, in. denen Kraft- und Feld futter für den Winter aufzu-speichem sind. Eine Kraftfuttermittel- zuteilung wird nach Maßstab der zur Molkerei an- gelieferten Milchmenge erfolgen. Rindviehzucht und Weide geht vor der Schafweide. Bei dem letzt er­höhten Milchpreis ist die Rindviehzucht rentabler geworden, auch ist eine Zunahme der Milcherzeu­gung festzustellen. Richtige Viehpstege, Melkweise, Stallü tung und dergl. Dinge sind zu beachten. Eine lebhafte Aussprache schloß sich an. Geklagt wurde über Wildschaden durch überhand nehmend es Schwarzwild. Eine baldige Feldbereinigung im Vogelsberg, die größere, gesunde Betriebe schasst, ist dringend notwendig.

Kreis Wehlar.

in die Stadt." -.

Ich habe keine Zett, Doktor. Ich ... sagen Sie mir, wo ist der Mann?"

Ach, er wohnt in der Stadt. Unter einem an­deren Namen. Er scheint nicht ganz normal zu sein. Ich muß erst einmal sehen, wie man ihm am besten beikommt. Polizei vielleicht."

Nicht die Polizei."

Gut, nicht die Polizei, ^ebenfalls ist die Frau ujcr geworfenen * Hauck nun keine Witwe." Mjölln lachte gemütlich. Schaum Muscheln Er war jehr zusrieden mit sich selbst. 1 ®le stand und st

wollte.

Die Ausläufer der Stadt schoben sich heran. Hau­er mit zahllosen Fenstern, in denen sich das Feuer der Abendsonne brach, gleißend und glühend. Ein Segel kam aus dem Binnenhafen, glitt schief geneigt vorbei. Es war Joachims Boot. Sie kannte es gut. Er war auf dem Weae zu ihr. Er sah geradeaus nach vorn, während sie an ihm vorbeifuhr, über den verwitterten Luken einer weitbauchigen Kuff.