England und das kaukasische Erdöl.
Englands Gangstertraum um Baku, aus dem es jetzt so nachdrücklich herausgerüttelt wurde, stammt in seinen Anfängen nicht von 1939, sondern schon aus dem Weltkriege. Kaum war das zaristische Rußland 1917 zusammengebrochen, da glaubte England die Gelegenheit gekommen, nun endlich die Hand auf ein weiteres Oelgebiet legen zu können. Bei dem russischen Erdölgebiet um Baku handelt es sich um ein Petroleumlager, das nicht weniger als ein Sechstel des gesamten in der Welt vorhandenen Petroleums umfaßt. Die Produktion, die 1913 mit der bescheidenen Bohrungstiefe von 172 Meter begann und damals 7,3 Millionen Tonnen pro Jahr förderte, war im Jahre 1938 auf 28 Millionen Tonnen gestiegen, das tiefste Bohrloch war 3472 Meter, also fast 3% Kilometer tief.
Nachdem England 1918 völlig eigenmächtig auf russischen Gebiet die „Republiken" Aserbeidschan, Armenien und Georgien als „selbständige Staaten ausgerusen hatte, Verschleierungsmanöver für den kommenden Streik, ließ es im selben Jahr Baku militärisch besetzen und — wurde nach drei Wochen von türkischen Truppen aus Baku wieder hinausgeworfen, ohne daß die Engländer auch nur den Versuch gemacht hätten, sich zu wehren. Erst nach dem Zusammenbruch der Türkei 1918 erschien ein neues englisches Expeditionskorps in Baku und hißte — echt britisch — außer der englischen ohne jeden Auftrag auch die französische und die — zaristische Fahne. 1920 mußte es jedoch das Gebiet unter dem eifersüchtigen Druck Frankreichs und der USA. wieder räumen, es betrieb nun mit tausend Intrigen die Neutralisierung des Erdölhafens von Baku, Batum, das „unter die Kontrolle des Völkerbundes" kommen sollte und fand sich zum drittenmal hinausgeworfen, als Moskau Aserbeidschan und Georgien im April 1921 zu Sowjetrepubliken erklärte und sämtliche russischen Erdölunternehmen nationalisierte. Auf der Konferenz von Genua schob England dann die Oel- trusts vor und ließ der russischen Abordnung eine Forderung der Alliierten in Höhe von 2,5 Milliarden Pfund (!!) überreichen. Moskau seinerseits antwortete seelenruhig mit der Ueberreichung einer Gegenrechnung in Höhe von 5 Milliarden Pfund für die Schäden, die die englisch-französischen Truppen in Südrußland angerichtet hatten.
Heute ist das Petroleumgebiet um Baku seit mehreren Jahren militärisch scharf bewacht. Man hat in Moskau nicht vergessen, daß die Engländer 1918 in
Baku 26 Kommissare erschießen ließ. Man weiß in Moskau auch, welche zärtliche Vorliebe das England Churchills etwa für die mächtigen 847 Kilometer langen Rohrleitungen von Baku nach dem Schwarzmeer-Hafen Batum hat. Rußland, nächst England die größte Erdölmacht der Welt, hat begreiflicher-
Aus de»
Studentischer Kriegseinsatz in der Heimat.
Eine Fülle wertvoller Arbeit ist bereits bisher im Kriegseinsatz des deutschen Studententums in der Heimat, im Rahmen der neuen studentischen Dienstpflicht, geleistet worden. „Die Bewegung" berichtet darüber. Der häufigste Einsatz fand in dem strengen Winter beim Kohlentransport und Schneeschaufeln statt. Mittellosen und kranken Volksgenossen und den Angehörigen der zum Wehrdienst Einberufenen konnte wiederholt geholfen werden. Dafür wurden von der Universität Göttingen Tag für Tag 25 bis 45 Mann eingeteilt. Daneben wurden Kar- toffelwaggons ausgeladen und Lebensmitteltransporte bewerkstelligt. Sammlungen von Altpapier wurden veranstaltet und bei der Einbringung der Metallspende geholfen. Als Hilfsschaffner bei der Straßenbahn waren studentische Dienstgemeinschaften z. B. in Halle, Leipzig, Münster u. a. tätig. In weiteren Orten halfen sie der Reichspost im Verwaltungsdienst oder beim Paketeausladen. Auch beim Aufbau im Osten, bei der Rück- und Ansiedlungsaktion halfen die Studenten mit. An vielen Hochschulen wurden Gemeinschaften in Alarmbereit- fchaft für jederzeitigen Arbeitseinsatz gehalten. Weiter erfolgte Einsatz in den Ernährungs- und Wirtschaftsämtern. Besonders begrüßt wurde die Heranziehung von Pharmazeuten für Apotheken und von Medizinern für sanitäre Hilfsarbeiten. Landwirtschaftliche Studenten wurden ebenfalls fachgemäß eingesetzt.
Ein „Institut für Lebensgeschichte" in Salzburg.
Im Anschluß an das „H a u s d e r N a t u r" wird in Salzburg ein „Institut für Lebensge- fchichte" errichtet. Die Leitung hat der frühere Rektor der Universität Wien, Unioersitätsprofessor Dr. Othenio Abel. Den Grundstock des neuen Instituts wird die paläobiologische Prioatsammlung
weise die großen Sabotageakte des englischen Geheimdienstes an den rumänischen Erdölquellen höchst aufmerksam beobachtet. Weder der englische Geheimdienst noch die sagenhafte Orient-Armee wird jemals bis Baku Vordringen.
it Reich.
des Gelehrten bilden, die sich — zur Zeit noch in Kisten verpackt — bereits in Salzburg befindet. Die Gründung des Instituts geht auf einen Wunsch von Gauleitung und Reichsstatthalter Dr. Rainer zurück. Danach soll Salzburg ein Zentrum für die biologisch-naturwissenschaftliche Forschung werden. Hierbei ist an eine Reihe ähnlicher Institute gedacht, die als freie Forschungsstätten von bedeutenden Vertretern ihrer Fächer betreut werden. Während bisher die Ueberreste vorzeitlicher Tierwelt als Dokumente der Erdgeschichte betrachtet wurden, sollen sie künftig als solche der Lebensge- schichte betrachtet werden. — So wird es dem Institut für Lebensgeschichte, das mit seinem weit umfassenden Forschungsgebiet von großen, weiten Gesichtspunkten aus geleitet werden soll, möglich werden, Aufklärung über viele Erscheinungen des heutigen Lebens aus der Vergangenheit heraus zu geben.
Berufsaussichten für Akademikerinnen
Die Leiterin der Reichsvermittlungsstelle für Frauenberufe, Dr. Marie Fischer erklärt, es kristallisierten sich immer deutlicher gute Einsatzmöglichkeiten für Volkswirtinnen und Diplom- Kaufleute in der Industrie und bei Wirtschaftsverbänden heraus, namentlich für jüngere Kräfte mit kaufmännischer Praxis. Auch Stellungsuchende mit dem Volkswirtdiplom sozialer Richtung seien ge- ftagt. Einer ständigen Nachfrage werde sich der Beruf der Diplom-Handelslehrerin erfreuen. Auch der Dolmetscherin würden in Handel und Industrie bei kaufmännischer Eignung Stellungen geboten. Die Lage der Juristin habe sich gebessert. Sie werde im Wirtschaftsleben vielfach in der Personalabteilung beschäftigt oder mit sonstigen Rechtsfragen wie SSerfrehmg der Firma bei Gericht oder in sinanzwissenschaftlicher Richtung betraut. In der Verwaltung komme die Juristin durchweg nur für den mittleren Dienst in Betracht, während nach wie vor die Möglichkeit, im höheren Dienst Beschäftigung zu finden, gering sei. Groß sei die Gruppe -der stellungsuchenden Philologinnen, die nicht im
Schuldienst eingesetzt werden wollen. Ist kaufmam nische Begabung vorhanden, so bestehe bie Möglichkeit sprachenkundige Kräfte ins Wirtschaftsleben zu vermitteln, Studienreferendarinnen der Fachnch- tuna Chemie und Physik könnten in der Industrie Stellung finden. Die Möglichkeit, Bewerberinnen einzusetzen, die ihren Berus wechseln ober lediglich promoviert haben, gelinge nur bei besonders gun- ftiqer Berufslage. Daher fei es angebracht, das Swdium in jedem Falle mit dem Staatsexamen abzuschließen. Im allgemeinen fei die Lage der Akademikerin wesentlich gebessert gegenüber früher, m einer Reihe von Berufen günstig.
Aus aller Wett.
Vollstreckung eines Todesurteils.
Berlin, 9. Juli. (DNB.) Am 9. Juli ist der am 23. September 1912 in Braunschweig geborene Karl Fabianek hingerichtet worden, den das Sondergericht in Troppau als Volksschädling zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat. Fabianek, der bereits we- qen vorsätzlicher Brandstiftung mit einer mehrjährigen schweren Kerkerstrafe vorbestraft ist, hat Ende Februar 1940 in Johannestal (Sudetengau) em Gehöft in Brand gesteckt, das mit Vieh, Erntevorräten und Fahrzeugen völlig niederbrannte.
Schweden und Norwegen beschicken'die Deutsche Ostmesse.
Schweden und Norwegen werden auch in diesem Jahr die Deutsche Ostmesse, die vom 11. bis 14. August in Königsberg stattfindet, mit Ausstellungen ihrer gewerblichen und landwirtschaftlichen Erzeugung beschicken. Damit sind auf der diesjährigen Königsberger Messe sämtliche Ostseeanliegerstaaten mit größeren Ausstellungen vertreten. Sie unterstreichen durch ihre Beteiligung die besondere Mittlerstellung, die die Deutsche Ostmesse für den Handel im Ostseeraum einnimmt.
Wolkenbruch im Passeiertal.
Ein Wolkenbruch von außerordentlicher Heftigkeit ist im Passeiertal niedergegangen. Durch eine Erdlawine ist das Bett des Wildbaches Graves verlegt und eine Ueberschwemmung der Umgebung verursacht worden. Die Erdlawine hat zwei Wirtschaften verschüttet. Es sind a ch t T o t e zu beklagen.
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Wir erfüllen die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Freundes
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in Kenntnis zu setzen. Wir werden dem Verschiedenen ein
ehrendes Andenken bewahren. Beerdigung Mittwoch, den 10. Juli, 14 Uhr, Neuer Friedhof Der Vorstand.
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Herr Heinrich Ruhl
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