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Minister pavolini in Berlin.

scheu Generalstab alle Vorbereitungen getroffen, um unter brutaler Mißachtung der Neutralität Bel­giens und Hollands einen Vorstoß gegen das Herz der westdeutschen Wirtschaft, das Ruhrrevier, zu unternehmen. Hier konnten die plutokratischen Aggressoren um so eher auf einen Erfolg rechnen, als die Regierung Belgiens und der Niederlande es durchaus deutlich gemacht hatten, daß sie sich einem Durchmarsch englisch-französischer Truppen nicht widersetzen würden, ja, die deutsche Reichsregie­rung hatte unwiderlegliche Beweise dafür, daß es sowohl Belgien wie Holland mit ihrer so oft ver­kündeten Neutralität und Unabhängigkeit ihrer politischen Linie keineswegs so ernst gewesen ist, wie es in Kriegszeiten unbedingt erforderlich ge­wesen wäre.

Nicht nur, daß in beiden Ländern die Hetze gegen das nationalsozialistische Regime und besonders auch gegen die deutsche Wehrmacht selbst in weiten Krei­sen der Bevölkerung von Regierungsstellen geför­dert wurde, nicht nur, daß die Versuche des briti­schen Geheimdienstes, in Deutschland eine Revolte herbeizuführen, auf weitgehende Unterstützung auch höchster Kreise der Beamtenschaft und des General­stabes in Belgien und Holland hatten rechnen kön­nen, nicht nur, daß die Presse beider Länder in völlig einseitig deutschfeindlicher Weise zu den Er­eignissen des Krieges Stellung nahm, nein, es liegen auch dokumentarische Beweise dafür vor, daß Bel­gien sowohl wie Holland nichts taten, um die Mög­lichkeit auszuschließen, daß ihre Länder zur Ope­rationsbasis für einen gegen Deutschland gerichte­ten Angriff würden.

Aehnlich wie vor dem Weltkriege hat der bel­gische Generalstab engste Fühlung mit den General­stäben Englands und Frankreichs gehalten, und der Ausbau der belgischen Grenzbefestigungen ist ebenso wie damals ausschließlich gegen Deutschland hin er­folgt. Allen deutschen Warnungen zum Trotz und im vollsten Widerspruch zu der bekannten Unab­hängigkeitserklärung König Leopolds hat Belgien in Wahrheit nichts getan, um schon aus Paritäts­gründen die Grenze gegen Frankreich hin zu be­festigen. Vielmehr waren alle Vorbereitungen ge­troffen, um dem Durchmarsch der englisch-französi­schen Truppen jede auch nur denkbare Erleichterung und Unterstützung zuteil werden zu lassen.

Deutschland hat, nachdem es die belgische und die niederländische Regierung immer wieder gewarnt hat, ihre Neutralität auf eine so einseitige Weise aufs Spiel zu setzen, nicht einen Augenblick gezögert, die nötigen Maßnahmen zum Schutze des Reiches zu ergreifen, als ihm die Absicht der Westmächte bekannt wurde, den nächsten Versuch gur Aus­weitung des Krieges an der deutschen NoAwest- grenze zu unternehmen und eindeutige Beweise dafür Vorlagen, daß alle militärischen Porbereitun- gen zu diesem Vorstoß von den Westmächten im Einvernehmen mit der belgischen und holländischen Regierung getroffen waren. Wie in Polen und Skandinavien erfolgt der deutsche Gegenschlag auch hier mit der Schnelligkeit und der Energie, die das sichtbarste und spürbarste Merkmal der Ein­heit von Politik und Kriegführung im Großdeut­schen Reich ist. Holland und Belgien sind aufgefor­dert worden, in letzter Minute zu einer wahren Neutralität zurückzukehren, zu deren Schutz die deutsche Wehrmacht eingesetzt werden mußte. Aber es ist auch kein Zweifel darüber gelassen worden, daß, falls sich die Regierungen beider Länder nicht zu einer klaren Haltung entschließen können oder gar zum Widerstand gegen die deutschen Schutz­maßnahmen aufrufen, dieser Widerstand mit allen Mitteln gebrochen werden wird. Die Drahtzieher der plutokratischen Kriegsausweitungspläne in Lon­don und Paris aber werden auch diesmal wieder wie schon in Polen und Norwegen erfahren, was

Berlin, 9. Mai. (DNB.) Der italienische Mi­nister für Volkskultur, Alessandro Pavolini, ist als Gast des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. G o eb b e l s , in Berlin ein­getroffen. Dr. Goebbels hieß den Minister bei seiner Ankunft auf dem Anhalter Bahnhof herzlich will­kommen. Zur Begrüßung waren Reichsprefsechef Dr. Dietrich, ferner sämtliche Abteilungsleiter des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, der Leiter der Kulturpolitischen Abtei­lung des Auswärtigen Amtes, Gesandter von Twardowski, Stadtpräsident Dr. Lippert, der Stadtkommandant von Berlin sowie führende Vertreter des Staates, der Partei und der Wehr­macht erschienen..

Lavour, der Einiger Italiens/

Die deutsche Erstaufführung in Berlin.

Berlin, 9. Mai. (DNB.) Am 4. Jahrestag der Gründung des italienischen Imperiums kam im fest­lichen Rahmen das SchauspielCavour", das den Schöpfer des Imperiums, Benito Musso­lini, und den Dichter Giovacchino F o r z a n o- zu Verfassern hat, an der repräsentativsten Bühne des Reiches, dem Staatlichen Schauspielhaus in Berlin, zur deutschen Erstaufführung. Dem be­deutenden Ereignis entsprach auch der Besuch der festlichen Aufführung, der zahlreiche führende Per­sönlichkeiten aus Staat und Partei, Diplomatie und Wehrmacht, dem künstlerischen und kulturellen Leben

es heißt, das nationalsozialistische Deutschland her­auszufordern.

Das deutsche Volk weiß, daß es in dieser ent­scheidendsten Stunde, die nach den Worten des Füh­rers an die Soldaten der Westfront nunmehr in diesem uns von den. westlichen Plutokratien verbrecherisch aufgezwungenen Krieg gekommen ist, sich auf die Wehrmacht verlassen kann. Wie ste in allen ihren Teilen vom Oberbefehlshaber bis zum schlichten Schützen in Polen und Norwegen ihren Mann gestanden hat, so wird sie auch jetzt die große Aufgabe, die ihr nun zum Schutz der deutschen Westgrenze gestellt ist, erfüllen. Mit hei­ßem Herzen begleitet das deutsche Volk'seine Wehr­macht in diesen entscheidungsvollen Stunden in den Kampf und es weiß, daß der Sieg auch dies­mal bei Deutschlands Fahnen sein wird.

Dr. Fr. W. Lange.

Postverkehr von der Heimat zur Front fünf Tage gesperrt.

Sperre für Päckchen und Pakete bis zum Widerruf.

Berlin, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Mit so­fortiger Wirkung tritt eine allgemeine Post- sperre fürden Verkehr vonder Heimat zur Front ein für alle Sendungen mit einer Feldpostnummeranschrift. Die Sperre dauert fünf Tage für Briefpost, Privattelegramme und Post­anweisungen sowie für gewöhnliche Dienstbriefsen­dungen. Die Sperre für Feldpostpäckchen und Dienstpakete aller Art dauert bis zum Widerruf. Eingeschriebene Dienstbriefe und Dienstbriefe mit Wertangabe werden angenommen und befördert. Unter diese Anordnung fallen auch Sendungen an Marine- und Luftwaffeneinheiten sowie an boden­ständige Einheiten des Feldheeres, die in der An­schrift außer der Feldpostnummer ein Abholungs­postamt angegeben haben. Der Postverkehr von der Front zur Heimat bleibt wie bisher in vollem Umfange aufrechterhalten.

der Reichshauptstadt beiwohnten. In der Ehren­loge sah man den Königlich-Italienischen Botschaf­ter Exz. A 11 o l i c o und Frau, den italienischen Minister für Volkskultur Alessandro P a v o l i n i, Generalfeldmarschall Göring und Frau, Reichs- propaganbaminifter Dr. Goebbels und Frau.

Das von dem Generalintendanten Staatsrat Gustaf Gründgens in Szene gefetzte Werk, das die geschichtliche Episode von Villa Franca aus dem Kampf um die Einigung Italiens zum Gegenstand hat, fand in der hervorragenden Besetzung des Staatlichen Schauspielhauses eine begeisterte Aufnahme, die sich von Bild zu Bild steigerte. Am Schluß wurde die von leidenschaftlichem Schwünge getragene außerordentlich- bühnenwirk­same Dichtung mit minutenlangen begeisterten Ovationen ausgenommen, für die neben dem an­wesenden Dichter Giovacchino Forzano, der Spiel­leiter, Staatsrat Gründgens, und die Träger der Hauptrollen danken mußten. Pon diesen seien Wer­ner Krauß alsCavour", Paul Hartmann alsKönig Viktor Emanuel II.", Aribert Wäscher alsNapoleon III.", Pamela Wedekind als Kaiserin Eugenie", Wolfgang Liebeneiner als Prinz Jerome" und Antje Weißgerber als Prinzessin Klothilde" genannt. Mit ihnen trugen aber auch alle anderen zu dem großen Erfolg bei, der einem großen Werke, seiner kongenialen dich­terischen Gestaltung und einer vollendeten Wieder­gabe gezollt wurde.

Die Bevölkerung wird diesen Maßnahmen, die lediglich bezwecken, eine reibungslose Feldpostversor­gung für später sicherzustellen, das notwendige Ver­ständnisentgegenbringen.

Das Ritterkreuz für hervorragende Verdienste in Norwegen.

Berlin, 9. Mai. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat für her­vorragende Verdienste im Zusammenhang mit den Operationen in Norwegen das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen: Im Heer: General­leutnant Dietl, Kommandeur einer Gebirgsdivi­sion, Generalleutnant Pellengahr, Komman­deur einer Infanterie-Division, Generalmajor Engelbrecht, Kommandeur einer Infanterie- Division, Oberst Fischer, Kommandeur eines Infanterieregiments, Major Klein, Walter, Ba­taillonskommandeur in einem Infanterieregiment, Oberleutnant Matheß, Leopold, Kompaniechef in einem MG.-Bataillon, Oberleutnant Gerl ach, Waldemar, Kompaniechef in einem MG.-Bataillon.

In der Kriegsmarine: Generaladmiral Saalwächter, Marinegruppenbefehlshaber West, Kapitän zur See Bey, Führer der Zerstörer.

In der Luftwaffe: Oberst Fiebig, Kom­modore eines Kampfgefchwaders, Hauptmann H o z - z e l, Kommandeur einer Kampfgruppe, Oberleut­nant Schäfer, Elmar, Flugzeugführer in einer Kampfgruppe, Leutnant Möbus, Martin, Flug­zeugführer in einer Kampfgruppe, Leutnant Baum­bach, Werner, Flugzeugführer in einer Kampf­gruppe, Unteroffizier Gerzel, Gerhard, Flug­zeugführer in einer Kampfgruppe.

Das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz wurde fer­ner verliehen: Korvettenkapitän Hartmann, Werner, Kommandant eines U-Bootes.

Nur die Taten werden mein Schweigen brechen!"

Mussolini sprach amTag des Heeres".

Rom, 9. Mai. (DNB.) Im Mittelpunkt des 4. Jahrestages des Imperiums und des Tages des Heeres stand die militärische Feier auf der Piazza Venezia, wo verschiedene Waffengattungen der Gar­nison Rom angetreten waren. Als der Duce unter dem Dröhnen der Salutschüsse in der Uniform ei­nes ersten Marschalls des Imperiums erschien, be­grüßte stürmischer Beifall den Begründer des Im­periums, der an der Spitze sämtlicher Regierungs­mitglieder, der Präsidenten von Senat und Kam­mer, der Marschälle Badoglio, Graziani, de Bono, des Großadmirals Thaon di Revel, des Parteidirek­toriums sowie zahlreicher Offiziere von Wehrmacht und Miliz vor dem Grabmal des Unbekannten Sol­daten die Verleihung von Kriegsaus­zeichnungen an Spanien- und Albanienkämp- fer vornahm.

Nach feiner Rückkehr in den Palazzo Venezia wurden Mussolini von einer begeisterten Menge immer neue Kundgebungen bereitet, so daß der Duce sich auf dem Balkon zeigen mußte und die Bedeutung des Tages für die Gegenwart wie folgt unterstrich: Der 9. Mai 1936 ist em großer Tag in der Geschichte des Vaterlandes, ein Tag sonnenklaren Sieges. Nach meinen Reden müßt ihr euch an mein Schweigen gewöhnen. Nur die Taten werden es brechen. Stürmische Ovationen folgten den Porten des Duce.

Französischer Kreuzer vor Nanisos schwer beschädigt.

B e r t i n, 9. 2Hai. (DNB.) Die französische Presse gibt seht kleinlaut zu, daß der französische Kreuzer Emile Berkin" vor Namsos durch die An­griffe der deutschen Luftwaffe schwer beschä­digt worden ist. Dieser Kreuzer tief 1933 vom Stapel und hatte eine Wasserverdrängung von 5886 Tonnen. Lr ist bestückt mit neun 15,2-cm- kanonen,vierzehn 9-cm-Flak, acht 3,7-cm-Flak, sechs Flak^MG.s und sechs Torpedo-Ausstoßrohren. Er führt 200 Minen und zwei Flugzeuge mit sich. Die Stärke der Besatzung beträgt 567 Wann. Eine Bombe schweren Kalibers traf das Hin­terdeck des Kreuzers und durchschlug das Schiff. Die Beschädigung ist so schwer, daß der Kreuzer für die französische Kriegsmarine auf lange Zeit» wenn nicht ganz ausfällt.

Oer Führer empfing Botschafter Attolico.

Berlin, 9. Mai. (DNB.) Der Führer empfing heute in der neuen Reichskanzlei den von feinem Berliner Poften scheidenden königlich italienischen Botschafter Dr. Attolico und Frau Attolico zur Verabschiedung. Zu Ehren des Botschafters gab der Reichsminister des Auswärtigen von Ribben­trop ein Frühstück im kleinen Kreis, an dem Mit­glieder der italienischen Botschaft, Herren des Aus­wärtigen Amtes sowie einige weitere Persönlichkeiten teilnahmen.

Höuptschrtftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschristleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Langes für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport' Heinrich Ludwig Neuner.

Druck und Verlag: Brühlsche llniversttätsdnrckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.5.

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