Zreitag.lO.Mai MO
Gießener Anzeiger iGeneral-Anzeigrr für Oberhessen)
Nr. 108 Swettes Statt
pfingsiausflüge zu Kuß und mit dem Kahrrad
Ein
zurück.
Das Vlasbachtal.
Junge Mädchen auf froher Pfingftfahrt. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Segelflugmodelle im Ausscheidungskampf
Ausgong des Dorfes auf schwarze Striche, n wir nachqehen und bald darauf in das viel-
am
H.
Volkstümliche Vorträge und Dorlesungei Ludwigs-Universität Gießen: 20.30 Uhr Di
ien der
Dornotizen
Tageskalender für Freitag.
denen wir nachgehe.. -------------, ... — —
gewundene Wißmarbachtal kommen. Dieses Tal, das eines der schönsten in der Umgebung Gießens ist, bietet gerade jetzt, zur Zeit der Schlehdorn- blüte, einen überaus reizvollen Anblick. Nach ge-
die Richtung nach Gießen. Don der „Eisernen Hand" aus gestaltet sich die Fahrt sehr leicht, denn allmähliches Gefälle nach Gießen erfordert keinerlei Anstrengung. Ueber Frankenbach, Fellingshausen und Krofdorf führt die Straße nach Gießen zurück. Diese Rundfahrt führt durch eine stets abwechslungsreiche Landschaft, und wenn es auch einige Hügel zu bewältigen gibt, so läßt es sich doch unschwer schaffen. Die Gesamtstrecke beträgt über
raumer Zeit erreichen wir das Forsthaus Waldhaus, das leider seit einigen Jahren seinen Wirtschaftsbetrieb eingestellt hat. Hier treffen wir rote Keile, die uns auf stillen Waldpfaden, zum Teil an der ehemalig preußisch-hessischen Grenze entlang, schließlich in steilem, aber kurzem und aussichtsreichem Aufstieg zum Gipfel des Dünsbergs bringen. Nach einer Erholungspause (Sonntags sind oben Erfrischungen zu haben), die wir auch oazu benutzen, um den herrlichen Rundblick vom Turm zu bewundern, führen uns schwarze Punkte über drei altgermanische Ringwälle hinab nach unserem Endziel Bieber. Wanderzeit 5 Stunden.
Garbenleich—Mengelshäuser Teiche Arnsburg—Cid).
In Garbenteich mitten im Ort zweigt die Straße nach Lich ab, der wir, roten Kreuzen nach, bis zur Wasenmeisterei folgen. Bald nach Überschreitung der Reichsautobahn beginnt der Wald, an dessen Rand wir bis zur ersten Schneise entlanggehen, in diese einbiegen und alsbald an die Mengels- häuser Teiche, einige reizvoll gelegene, von Wald umgebene Weiher gelangen. Hinter dem größten befindet sich der Fürstenbrunnen, eine hübsche Quellenanlage. Das Zeichen leitet uns weiter an einem großen Wiesengrund vorbei, durch eine Eisenbahnunterführung auf einen schönen Waldweg. An dessen Ende werden wir uns links, kommen durch einen Hochwald, vor dessen Rand wir einen seinen Blick auf Lich, die Fasanerie, den Kolnhäuser Hof und den fernen Vogelsberg genießen. Wir über
mancherlei kleinem Werk
zeug aus, um nach den ersten mehr oder weniger gelungenen Starts kleine Veränderungen an den Modellen vornehmen, oder entstandene kleine Schäden beheben zu können. Für die Festlegung der erzielten Zeiten wurde eine Stoppuhr mitgenommen, und um den Flug der Modelle über eine größere Entfernung verfolgen zu können, wurde auch ein starkes Fernglas benützt.
Die Flüge der Modelle vollzogen sich sehr dramatisch. Manch eines „schmierte" nach anfänglich gutem Start ab und baute einen harten Sturz. An einigen der leichten Vögel gab es „Kleinholz", und ihre Erbauer mußten betrübt den Wettbewerb aufgeben. Andere wieder schwangen sich, von günstigem Wind getragen und von einiger Thermik immer wieder sanft emporgehoben, hinaus in die Landschaft und segelten so leicht und elegant dahin wie die Bussarde, die über der Landschaft in der Sonne spielten und sich mit Krähen balgten. Einige Modelle zogen in elegantem Flug bis über das etwa einen Kilometer entfernte Launsbach, und es galt scharf aufzupassen, um zu sehen, wo es niederging. Kurz nach dem Start mußten sich dann die glücklichen Besitzer der Modelle, die „auf Strecke" gingen, auf den Weg machen, um ihre irgendwo gelandeten „Vögel" wieder zurückzubringen. Einer der angehenden Segelflieger hatte das Pech, daß sein Modell in einem dichten, schier undurchdring-
„ ortrag
Professor Bollnow über „Volk, Sprache und Er-
60 Kilometer. Es bleibt also Zeit für manche beschauliche Rast an den vielen schönen landschaftlichen Punkten.
Durch das Weiltal.
Eine überaus dankbare Radwanderung stellt auch eine Fahrt durch das Weiltal dar. lieber Butzbach, Hochweisel und Fauerbach gelangt man nach Usingen. Von dort aus folgt man der Straße über Merzhausen nach Altweilnau, einem der reizvollsten Orte des Weiltals. Hier begegnet man manchen romantischen Felsszenerien. Ueber Neuweilnau und Rod a. d. Weil folgt man dem Lauf der Weil durch die Orte Emmershausen, Winden, Weilmünster bis Ernsthausen. Hier biegt man ab, an Hirschhausen vorbei nach Braunfels und fährt schließlich über Wetzlar zurück. Die Fahrtstrecke dürste etwa 90 Kilometer lang sein.
Rundfahrten durch Oberhessen.
Auch durch unsere engere oberhessische Heimat lassen sich schöne Rundfahrten mit dem Fahrrad unternehmen. Eine Fahrt über Garbenteich—Lich— Grünberg und weiter durch die Rabenau (Beltershain—Geilshausen—Kesselbach—Londorf—Aliendorf —Treis—Staufenberg und Lollar) erschließt uns eine Fülle von landschaftlichen Reizen unserer ober- hessischen Heimat.
Nicht weniger schön ist eine Fahrt über Reiskirchen—Lindenstruth—Grün berg—Lauter—Wetterfeld Laubach—Ruppertsburg—Nonnenroth—Langsdorf und zurück über Lich (Steinbach oder Garbenteich). Während die erstgenannte Strecke über etwa 50 Kilometer führt, ist die zweite Route kaum mehr als 60 Kilometer lang.
Eine andere schöne Strecke führt von Laubach aus durch die großen, wildreichen Waldungen über „Laubacher Wald" nach Freienseen, dann weiter über Mücke nach Grünberg und von dort nach Gießen zurück.
Eine,schöne Radtour stellt die Fahrt von Gießen über Lich nach Hungen, dann weiter über Rodheim an der Horloff und durch die schönen Wälder nach Nidda dar. Dabei wird auch das idyllisch gelegene Forsthaus Glaubzahl berührt. Nach einem Spaziergang durch Nidda kann man die Fahrt nach Bad Salzhausen fortsetzen und dort eine Stunde zum Spaziergang durch die herrlichen Anlagen ausnützen. lieber Berstadt, Wohnbach, Münzenberg, Eberstadt, Grüningen und Watzenborn-Steinberg führt ein abwechslungsreicher Weg nach Gießen
Die Jungens der Mo- dellflug - Arbeitsgemeinschaft im Gießener Fliegersturm 6/75 NSFK... die in sorgfältiger und anhaltender Arbeit etwa 12 Segelflugmodelle der verschiedensten Bauart hergestellt hatten, fanden sich am gestrigen Donnerstagnachmittag auf dem Wettenberg bei Krofdorf ein, um dort ihre Modelle zu einer Prüfung starten zu lassen. Aus den Modellen sollten die beiden besten Modelle ermittelt werden, die beim Gruppenwettbewerb in Darmstadt die Arbeitsgemeinschaft vertreten sollen. Es ging also um die exakte Feststellung der besten Lei- stUNtz.
Für diese Prüfung zogen die jungen mit
Schützt eure Fensterscheiben.
Der Schutz der Fensterscheiben bei Luftangriffen ist für die Erhaltung gesunder und gebrauchsfähiger Wohn- und Arbeitsräume von großer Bedeutung. Es liegt daher im Interesse jedes einzelnen, durch geeignete Vorkehrungen eine Zerstörung der Fensterscheiben bei Luftangriffen soweit nur irgend möglich zu verhindern. Die in Betracht kommenden Schutzmaßnahmen sind in einem Merkblatt zusarnrnen- gestellt, aus dem ersichtlich ist, welche Maßnahmen je nach der Witterung und den örtlichen Verhältnissen am zweckmäßigsten anzuwenden sind. Das Merkblatt wird in den nächsten Tagen durch diq
Aus der Stadt Gießen.
Stellt Land zur Verfügung!
Ls Hal sich herausgestelll, daß im kreis Weile r a u noch manches Stück Garten- oder Ackerland brachliegt, das, wenn es zweckmäßig ausge- nuht und bebaut wird, auch zu seinem kleinen Teile dazu beitragen kann, die Ernährung des deutschen Volkes aus eigener Scholle sicherzustellen. Diese Richtbebauung mag ihren Grund darin haben, daß die Besitzer oder Pächter zu alt und zu solcher Arbeit nicht mehr in der Cage sind, oder daß der Mann eingezogen ist und die Frau die Arbeit alleine nicht mehr bewältigen kann ufw. Wir dürfen indessen heute, im Zeichen einer äußersten Jntensivie- rung, kein Land mehr brach liegen lassen, kein Ar guten, fruchtbaren Bodens darf heute der Volkswirtschaft verlorengehen. Ls ergeht deshalb an alle, die es angehl und die nicht in der Lage find, aus eigenen Kräften ihren Boden zu bewirtschaften, die dringende Bitte, ihren zuständigen Ortsgruppenleiter unverzüglich hiervon in Kenntnis zu fetzen, der sofort das Kotige veranlassen und darüber hinaus dafür Sorge tragen wird, daß das Land einer finngemähen und ertragreichen Bebauung zugeführt wird.
und wann einen kleinen Schaden zusügen. Wir dürfen aber nie vergessen, daß sie in der Hauptsache treue Helfer im Garten sind. Und aus diesem Grunde verdienen sie unfern Schutz. Das sollte auch schon so ftüh wie möglich den Kindern beigebracht werden, denn sie gehören leider ebenfalls oft zu den Feinden unserer Singvögel.
Ziehung in der Zeit der deutschen Erneuerung", im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Iphigenie auf Tauris". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Postmeister". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Meine Tante, deine Tante".
Notizen für den 11. Mai.
Sonnenaufgang 5.37 Uhr, Sonnenuntergang 21.06 Uhr: Mondaufgang 8.52 Uhr, Monduntergang 24.31 Uhr.
Don der Universität Gießen.
Der ordentliche Professor für Agrikulturchemie und Direktor des Agrikulturchemischen Instituts der Ludwigsunioersität Gießen Dr. Scharrer hat einen Ruf an die Deutsche Technische Hochschule in Brünn auf den dortigen Lehrstuhl für Agrikulturchemie und zugleich als Direktor des Agrikulturchemischen Instituts der Deutschen Technischen Hoch- schule in Brünn erhallen.
Pfingsten ist für viele Volksgenossen von jeher eine willkommene Gelegenheit zu Ausflügen in die herrliche Frühlingslandschaft gewesen. In diesem Jahre gilt dies in gleicher Weise, nur mit dem Unterschied, daß wir diesmal auf die sonst üblichen Reisen mit der Bahn gerne verzichten, weil die Reichsbahn gegenwärtig wichtigste kriegswirtschaftliche Dienste zu leisten hat, hinter denen Pfingst- reisen zu Erholungszwecken selbstverständlich zurück- stehen müssen. Wir machen uns daher bei unseren 5ßfingftau5flügen zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg und werden auch dabei in Feld und Wald schöne Erholung finden. Für diese Pftngst- ausflüge zu Fuß oder mit dem Rad geben wir nachstehend einige Winke.
Gießen — hangelstein — Lollarer Kopf — Babenburg — Gießen.
Zu dieser Wanderung, die ohne Bahnfahrt ist, benutzen wir zunächst die Straßenbahn nach Wieseck. Beim Friedhof treffen wir rote Keile, die uns zum Hangelstein (Naturschutzgebiet) bringen. In kräftigem Anstieg erreichen wir die Höhe und kommen an verschiedenen hervorragenden Punkten, wie Schöne Aussicht und Felsenkanzel, die beide hübsche Ausblicke bieten, vorüber. Die Zeichen führen uns weiter bis an eine Quelle am Fuße des Lollarer Kopfes, wo wir die Keile verlassen und in bequemen Windungen den Gipfel des Berges erreichen, wo sich uns wiederum prächtige Ausblicke erschließen. Auf dem
Eines der schnittigen Modelle am Start. — (Aufnahme: Neuner.)
____ sehr dankbarer Ausflug ist eine Radwanderung in das hessische Hinterland. Man fährt nach Lollar, überquert auf der Brücke bei Ruttershausen die Lahn und fährt dann auf der linken Lahnseite (von Gießen aus gesehen) bis nach Fronhausen. Dort wird das Lahntal verlassen und nach links abgebogen. Das nächste Dorf ist Ober-Walgern. Die Straße führt dann weiter über Damm noch Lohra, von dort aus ist es nicht mehr weit nach Gladenbach. Dieses Städtchen kann für die Fahrt der eigentliche Zielpunkt fein. Nach einer Raft und einem Gang durch die alten Gaffen nimmt man die Fahrt wieder auf. Fährt aber nicht auf gleicher Straße zurück, sondern nimmt an Ober-Weidbach vorbei über die bekannte „Eiserne Hand" wieder
Eine schöne Fahrt führt auch über Rodheim und Bieber hinauf nach Königsberg und schließlich nach Hohensolms. Wer Hohensolms noch nicht kennt, tut gut, der alten Burgruine einmal einen Besuch abzustatten. Don Bieber bis Königsberg ist die Fahrt anstrengend, denn dort zieht sich die Straße teilweise (besonders in Königsberg selbst) steil aufwärts. Es gilt an manchen Punkten der Strecke abzusteigen, wenn man nicht reichlich erhitzt oben ankommen will. Ueberaus reizvoll ist dafür die Ab- ahrt durch das ganze Blasbachtal, durch ein zwi-> chen Wäldern und Hügeln tief eingeschnittenes Tal, )as von den Radfahrern mit besonderem Vergnügen befahren wird. Es ist fast fo, daß man bis Wetzlar überhaupt nicht mehr zu treten braucht, weil die Straße stetig abfällt. Auf der Rückfahrt von Wetzlar nach Gießen kann mafi sowohl über die Spilburg, als auch über Garbenheim fahren, es lassen sich aber auch die Hauptverkehrsstraßen vermeiden, indem man die Fahrt über Dorlar, Atzbach und Heuchelheim vorzieht. Die Gesamtstrecke Dieser Fahrt beläuft sich auf etwa 50 Kilometer.
lichen Weißdorngebüfch landete. Dem Modckll geschah bei der Landung kein Unglück, aber der Erbauer mußte manchen Dornriß hinnehmen und blutete aus mancher Wunde, doch brachte er sein Modell wohlbehalten wieder zur Startstelle. Wieder ein anderes trug der Wind bis über die Eisenbahnstrecke Lollar—Wetzlar und es erbrachte damit die beste Zeit des Tages. Die besten Ergebnisse verzeichneten die jungen Kameraden Heisen, R a - a a l l e r und R o h w e d e r. Angeregt von den in herrlicher Landschaft bei sinnvoller Tätigkeit verbrachten Stunden kehrten die Hitlerjungen frohgemut nach Gießen zurück.
heil Hitler!
Backhaus, krelsleiler.
Ser Nutzen unserer (Singvögel.
Alle Gartenbesitzer sollten fid> freuen, wenn zahlreiche Vögel ihren Garten bevölkern. Nicht nur das muntere Treiben und der Gesang der Vögel erfreuen uns, sondern auch der Nutzen, den uns die gefieberten Sänger bringen, darf nicht vergessen werden. In fast allen Singvögeln haben wir Bundesgenossen, die uns im Kampfe gegen Schädlinge der Kulturpflanzen helfen. Und es sind gerade die kleinsten Vögel, die am meisten leisten. Zaunkönige, Meisen und Goldhähnchen nehmen am Tage eine solche Nahrungsmenge auf, die etwa einem Drittel ihres eigenen Gewichtes entspricht.
Wir sollten deshalb die Vögel soviel schützen, wie nur möglich, denn zahlreiche Feinde stellen ihnen nach. Vor allem sind es die Hauskatzen, die von Baum zu bäum klettern und die junge Brut verzehren. In den meisten Gärten können die Katzen die Vogelnester, wenn sie nicht in besonderen Nisthöhlen eingebaut sind, vlündern. Das muß unter allen Umständen verhindert werden. In der Zeit, in der die Vögel brüten oder Junge haben, darf keine Katze in den Garten. Die Katze muß in dieser Zeit eingesperrt werden.
Die Anschauungen über den Nutzen und Schaden, den uns die Vögel bringen, sind verschieden. Alle Rheinhessen, die bei uns sehen, wie der Bauer in feinem Garten, ja in seinem Hofe Nistkästen für Stare aufhängt, schütteln den Kopf, denn sie sehen in dem Star den Hauptfeind der Weinberge. Das können wir verstehen. Wir in Oberhessen haben aber nun einmal eine kleine Liebe für diesen Vogel. Gewiß kann er uns auch manchmal ärgern, wenn er Blumen abreißt oder Knospen abpickt. Kommt die Zeit der Kirschenernte, dann kann der Star auch gehörig unter den Früchten aufräumen. Das Gefährliche dabei ist, daß die Stare immer in großen Scharen antreten und in einigen Tagen einen ganzen Baum leer fressen können. Aber da müssen wir uns selber schützen. Einige Schreckschüsse helfen oft schon. Wir können aber auch einige Spiegelscherben in den Baum hängen. Durch das beständige Blitzen werden die Vögel abgeschreckt. Der Schaden, den der Star während einiger Wochen anrichtet, wird aber ausgewogen durch den großen Nutzen, den er dem Bauern' und dem Gartenbesitzer bringt.
Aehnlich ist es mit der Amsel, in der viele Gärtner auch einen Feind sehen. Gewiß kann sie Schaden bringen, wenn die Erdbeeren reif sind: aber auch da kann sich der erfahrene Gärtner helfen. In öffentlichen Anlagen dagegen, wo größere Baumbestände find, sollten wir die Amsel schützen. Ihr Gesang allein ist schon Dank genug. Die Nestplün- bcrei.en, die der Amsel nachgesagt werden, sind wohl nicht so schlimm. Anderseits yilst aber auch die Amsel durch ihr Geschrei, daß sich die kleinen Vögel vor Feinden (etwa der Katze) retten können. Es ist sogar beobachtet worden, daß Amseln selbst gegen Katzen vorgehen und sich zur Wehr setzen.
Zu den nützlichsten Vögeln gehören die Meisen. Sie sind es, die unermüdlich die Bäume nach schädlichen Raupen, Puppen usw. absuchen. Sie sind auch im Winter bei uns, wenn ihre Kameraden in südlichen Ländern weilen, und. können dann mit Fleiß und Ausdauer die Rinden der Bäume ab- klopjen. Unter den andern kleinen Vögeln wären noch die Finken, die Bachstelzen, die Rotkehlchen, die Grasmücken und vor allem die Schwalben zu nennen.
Wir dürfen bei der Betrachtung, ob ein Vogel schädlich oder nützlich ist, nie von dem kleinen persönlichen Standpunkt aus urteilen. Alle Vögel sind in der Natur wichtige Glieder, die ihre bestimmten Aufgaben zu erfüllen haben. Sie können uns dann
gleichen Wege erfolgt der Abstieg bis zur Marburger Straße, auf der wir bis zum Walde zurückgehen. Hier stoßen wir auf blaue Striche, die uns über die Ruine Badenburg, in deren malerischem alten Gemäuer wir uns erfrischen können, bis nach Gießen das Geleite geben. Dauer der Wanderung höchstens 4 Stunden.
Gießen — Wahenborner Weg — Lindener Mark — Theodorsruhe — Gießen.
Von der Universitäts-Bibliothek führt diese Wanderung blauen Keilen nach dem Schreiberweg entlang, ein kurzes Stück am „Nizza" her, hierauf über die Wiesen nach den Eisteichen. Hier beginnt der Watzenborner Weg, eine stille Waldschneise, dem wir bis zum- Schnittpunkt mit den gelben Punkten nachgehen. Dem letzteren Zeichen nach wandern wir jetzt durch die prächtigen Waldungen der Lindener Mark hinauf zur Theodorsruhe, wo sich unsere Augen von der Schutzhütte an dem reizvollen Schiffenbergblick weiden. Zum Rückweg wählen wir das rote T, das uns auf lauschigen Waldpfaden, später am Gailschen Tonwerk vorüber, nach etwa dreistündiger genußreicher Waldwanderung wieder nach der Stadt bringt.
Gießen—Wißmar—Wißmarbachtal—Waldhaus Dünsberg—Bieber.
Wir beginnen unsere Wanderung an der Unterführung in der Ederftraße und folgen zunächst blauen Strichen am Bahnkörper entlang bis zur Lahnbrücke, wo wir die Zeichen verlassen, die Lahn überschreiten und alsbald nach Wißmar gelangen. Bei der Schule wenden wir uns rechts und stoßen
queren die Dorf-Giller Straße und kommen wieder durch Wald nach dem Wettertal, überschreiten den Bach und gehen nunmehr mit dem blauen Ring, der uns nochmals über die Wetter führt, nach Arnsburg, wo wir nicht versäumen dürfen, die zum Teil wohlerhaltene Klosterruine zu besuchen. In der Klostermühle ist gute Unterkunft. Zum Endziel Lich wählen wir die blauen Ringe durch das liebliche Gottesackertal. Wanderzeit etwa 3 Stunden.
Für Radwanderer.
In das hessische Hinterland.
MW
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