Montag, y. Dezember 1940
Luxemburgs deutsches Antlitz
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Südamerikas eigene Wege.
Die panamerikanischen Konferenzen unter der Führung der USA. haben außer der Erweiterung der Sicherheitszone, um die England sich nicht kümmert, eigentlich keinerlei praktischen Erfolg gehabt Nordamerika und das iberische Süd- und Mittelamerika sind nicht nur in politischer, son» dern auch in rassemäßiger, sprachlicher und konfessioneller Beziehung so scharfe Gegensätze.wie etwa in Europa ein englischer Plutokrat und ein, den angelsächsischen Mammonismus verachtender spanischer Hidalgo. Allerdings hat sich Roosevelt alle Mühe gegeben, durch die von ihm verkündete Politik der guten Nachbarschaft eine Aenderung dieser Beziehungen zu erreichen, und es ist ihm wohl auch hier und da gelungen, die schweren Bedenken der Südamerikaner und ihre Abneigung gegen Dollaramerika zu überwinden. Aber der zweite Schritt Roosevelts, der Versuch zu einer Zusammenfassung ganz Amerikas zu einer wirtschaftlichen und wenn möglich auch militärischen Einheit unter Führung von Washington, hat doch die Gegensätze wiederaulbrechen lassen. In jeder südamerikanischen Republik hat man allzuviele Beispiele dafür, daß die Vankees ihre Phrasen um die Politik des „bi§ stick“ wickeln, solange Südamerika willfährig bleibt, daß aber die Politik des alten Theodore Roosevelt, die bekannte „Diplomatie in Hemdsärmeln", triunv phiert, wenn Südamerika im Interesse seiner Souveränität zu handeln gezwungen ist. Man kann nicht sagen, daß sich in den letzten fünfzig Jahren die Beziehungen zwischen den beiden grundverschiedenen Kultur- und Anschauungskreisen des amerikanischen Festlandes grundlegend geändert haben, trotz aller schönen Phrasen und den entsetzlichen Plattheiten, die Nordamerikas Presse und Politiker so freigiebig verzapfen.
Nordamerika hat jetzt, da die südamerikanischen Staaten unter dem Fortfall ihrer wichtigsten Abnehmer, der europäischen Märkte, leiden, zu einem konzentrischen Angriff auf Südamerika angesetzt. Es geht nach angelsächsischem Prinzip gleichzeitig den politischen und den wirtschaftlichen Weg. Durch die Abtretung der Stützpunkte in der Karibischen See
deutschen Bewegung bereits begonnen, die unnatürliche Trennung zu überwinden. Mit vollem Herzen und zielsicherer Entschlossenheit gingen sie ans Werk, die Schranken des Mißtrauens und der Zurückhaltung bei ihren Landsleuten zu beseitigen und vielleicht auftauchenden Zwiespalt in Versöhnung zu verwandeln. Sie dienen damit ihrem Land und der neuen Zeit und vor allem ihrer nunmehrigen Hei- mat, dem machtvollen Großdeutschland.
Neuyork, 8. Dez. (Europapreß.) Die Londoner Korrespondenten der nordamerikanischen Blä- ter greifen die in London vielfach erörterte Möglichkeit bevor st ehender Aenderungen im Oberbefehl der britischen Kriegsflotte in ihren Berichten auf. Man hoffe auf diese Weise der Admiralität neue Kräfte zuzuführen, um die durch die Verschärfung des U-Boot- Krieges geschaffene schwierige Lage zu überwinden. Es handele sich nicht nur darum, dem Schiffsverkehr Englands besser zu nützen, sondern auch möglichst rasch neue Handelsschiffe zu beschaffen. Diese Probleme seien sehr dringend geworden, weil jetzt die Versenkungen englischer Schiffe Über vier Millionen BRT. im Jahre erreicht hätten. Im Parlament wie in der Presse würden immer öfter wirksame Maßnahmen verlangt. Man betone, daß eine Reorganisation der Flottenleitung jetzt immer notwendiger werde. Besonders werde betont, daß der erste Seelord Sir Dudley P o u n d durch eine jüngere Kraft ersetzt werden müsse. Die England zur Verfügung stehende Tonnage müsse notwendigerweise beträchtlich vermehrt werden. Starke Zweifel würden laut an der Fähigkeit der britischen Werften, die Kapazität der Handelsflotte im Augenblick zu vermehren. Gehe man davon aus, daß die Wersten jährlich Tonnage in Höhe von nur ungefähr einer Million produzieven könnten, so bedeute das, daß England, selbst wenn die größtmögliche Intensivierung der Neubauten erfolge, höchstens ein Viertel der von den U-Booten gerissenen Lücken selbst füllen könne und sich in bedeutendem Maße ausländischen Schiffsraum sichern müsse. England müsse besonders Schiffe aus den Vereinigten Staaten beziehen. Man glaube jedoch, daß die britische Amiralitätskommission, die sich augenblicklich in den Vereinigten Staaten aufhalte, um mit den amerikanischen Schiffswerften zu verhandeln, im allgemeinen allzu o p t i m i st i s ch bei der Beurteilung der Schiffsbaukapazität der Vereinigten Staaten gewesen sei. Die Bundes-Marine- Kommission bestreitet die Nachricht, daß die Vereinigten Staaten sich anschickten, 120 Handelsschiffe an England zu verkaufen. Die Kommission verfuge nur über 83 stillgelegte Schiffe, von denen aber höch stens 12 sofort verkauft werden könnten. Nach einem Londoner Bericht der „New York Times" ist man in England wegen der Haltung der Vereinigten Staaten von Nordamerika sehr entmutigt. Nach englischer Ansicht werde das
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Explosionen und Brände in den Hafen- und Dockanlagen Bristols.
letzt wurden. Fast alle getöteten oder verletzten Personen befanden sich außerhalb der Schuhräume. Vier feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, davon drei durch Flakartillerie. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.
Trotz schlechter Wetterlage.
London, Portsmouth und Bristol mit Bomben belegt.
Berlin. 7. Dez. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Trotz schlechter Wetterlage griffen Kampfflugzeuge, wie bereits gemeldet, in der Nacht zum 6. 12. £ o n o o n und Portsmouth an. Zahlreiche Bombentreffer riefen starke Brände hervor. 3m Laufe des Tages führte die Luftwaffe Aufklärungs- flüge und einzelne Störungsangriffe durch. 3n der Nacht zum 7. 12. belegten Kampfflugzeuge Bristol und andere kriegswichtige Ziele an der Kanalküfle mit Bomben.
Der Feind unterließ in der letzten Nacht jegliche Versuche, in das Reichsgebiet einzufliegen. Bewachungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen zwei britische Torpedoflugzeuge ab. Eigene Flugverluste traten nicht ein. Von den gestern als vermißt gemeldeten sieben deutschen Flugzeugen sind inzwischen noch zwei zurückgekehrt.
Schon der Name des kleinen Landes ist deutsch, ;r wurde abgeleitet von der Hauptstadt Lurern- lurg, die ursprünglich Lützelburg hieß. Dieses Dort ist gebildet nach der frühmittelalterlichen Feste »ucilienburhuc, um die die Stadt nach und nach entstand, und zwar vor niehr als tausend Jahren, 'm Jahre 963 brachte Graf Siegfried von der Ar- lennen die Burg durch Tausch in seinen Besitz und stimmte sie zum Mittelpunkt seiner im Warner-, Hösel- und Ardennengau liegenden Güter. Die Stabt und das Land Luxemburg blieben Jahrhun- lerte hindurch den Grafen von Salm und von Luxem- iurg sowie verwandten Linien, bis 1543 der Herzog Shilipp von Burgund sich der Burg bemächtigte, ändert Jahre später und dann noch einmal im ; afjre 1684 eroberten die Franzosen die Stadt und 4?6en ihre Befestigungswerke durch den Festungs- iciumeifter Vauban ausbauen. Nach dem Frieden :cn Ryswijk fiel das Land an Spanien und dann lieber an die Franzosen. Nach dem Einmarsch der Serbündeten in Paris (1814) wurde dis Festung Luxemburg eingenommen und kam als deutsche Sunbesfestung zum Rheinland bis zum Jahre 1866. Nachher ist Luxemburg zum selbständigen Groß- !erzogtum erhoben worden, das durch das Diktat :cn Versailles 1918 unter die Oberhoheit Frank- !sichs gestellt wurde.
Weil Dynasten, nicht das Volk, den „Staat .axemburg" erfanden, weil eine geldgierige, im Ihrigen haltlose Oberschicht das öffentliche Leben ^rwelschte, blieb dieser „Staat" ein Gebilde auf lhwachen Füßen. Während man der französischen Sprache und Kultur immer weitere Verbreitung zu erschaffen suchte, behielt das Volk seine dem Rheinischen ähnliche Mundart, seinen deutschen Sinn Jr Ordnung sowie für äußere und innere Haltung. >ie offiziellen Sprachen waren Deutsch und Fran- Dsisch, die eigentliche, von jedermann gesprochene .anbessprache über ist das Luxemburger Deutsch, Lite mit französischen Ausdrücken leicht durchsetzte deutsche n Mu ndart. Don den sieben Tages- isitungen Luxemburgs erschienen bisher eine in rcmzöfischer, die übrigen sechs jedoch in beut« cher Sprache. Die Kinder in der Schule lernten derft die deutsche Sprache, im dritten Schul- ihre wurde mit dem Französischen begonnen. Ob- Dohl bislang bei den Gerichten Französisch als Amtssprache galt, verhandelten die Parteien und beugen doch größtenteils in ßuremburger Deutsch. Der Gottesdienst sowie der Religionsunterricht in
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Der Wehrmachtbericht vom Sonntag.
Berlin. 8. Dez. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Lin Unterseeboot versenkte zwei feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 17000 BRT.» ein anderes Unterseeboot zwei weitere feindliche Handelsschiffe mit zusammen 12 000 BRT., darunter einen Tanker von 9000 BRT.
Wie bereits gemeldet, griffen Kampffliegerverbände in der Nacht zum 7.12. die Hafen- und Dockanlagen sowie andere kriegswichtige Ziele von V r i st o l an. 3n verschiedenen Teilen der Stadt, besonders in der Nähe der Wasserwerke, würben Explosionen und mehrere Brände beobachtet. Am 7.12. beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe auf Störungsangriffe gegen einzelne kriegswichtige Ziele an der Südoflküfte Englands. 3m Zuge der bewaffneten Aufklärung hn Seegebiet ostwärts und nordostwärts von Great Airmoulh wurden zwei Handelsschiffe aus niedrigster höhe mit Bomben angegriffen. Beide Schiffe erhielten Treffer und gerieten in Brand.
3n der Nacht zum 8.12. flogen britische Flugzeuge in die besetzten Gebiete sowie in Westdeutschland ein und warfen mehrere Bomben ab. An drei Stellen wurden Fabrikanlagen unerheblich beschädigt. Außerdem traten an mchreren Stetten Häuserschäden
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gabt wurden. Um der Spende „ftünftlerbant" auch fernerhin die Möglichkeit zu geben, ihre segensreiche abe durchzuführen, f)at Reichsminister Dr.
eis ihr weitere 2V» Millionen R M. zur Verfügung gestellt.
Das großzügige Sozialwerk ,Lünstlerdank", bas Reichsmmifter Dr. Goebbels vor vier Jahren ins Leben rief, hat feit feinem Bestehen in fast 18 000 Fällen insgesamt über fünf Millionen RM. Beihilfe an alternde ober notleibende Künstler gewährt. Kein deutscher Künstler, ob er am Theater, Film, in der Musik oder bildenden Kunst tätig ist, braucht das graue Gespenst der Not oder des Alters mehr zu fürchten. Auch der Schiller- Stiftung in Weimar, die sich die Betreuung in Nst' geratener deutscher Schriftsteller und Schriftstellerinnen zur Aufgabe macht, werden namhafte Beträge aus der Spende „Künstlerdank", die ihr Aufgabengebiet auch auf die deutschstämmigen Künstler in Luxemburg, Elsaß, Lothringen sowie auf den Reichsgaz? Wartheland ausgedehnt hat, überwiesen. „Die romantischen und falschen Vorstellungen vom kunstschaffenden Menscben als einem Stubenhocker oder Hungerleider finb , wie Dr. Goebbels bei der Stiftung der Spende vor vier Jahren ausführte, „vorbei." Der deutsche Künstler ist für Alter und Krankheit sichergestellt. Ungehemmt durch diese Sor-
Icn Schulen ift deutsch; und das wichtigste: das , Renten und Tun der Luxemburger war von jeher ieutsch.
Das Deutschtum prägt fick tot allem aus, in den Sauten, in dem oft sehr alten Brauchtum, in den 1 Xolfsiieb-ern, Märchen, Sagen und Geschichten, . Isren das Volk viel zu erzählen weiß, und riid)t 1 !-iletzt in der Land schatt, die ein typisch deutsches Sepräge aufweist. Da ist zunächst die tausendjährige ittlsenstadt Luxemburg mit ihren alten Fe- imngstürmen und neuen Brücken, mit malerischen peiligtümern und langgestreckten, im Fluß sich siegelnden Unterstädten, mit verwitterten dunklen i orwegen und Hellen Prunkbauten neuester Zeit, Bürgen und Schlösser auf Höhen und Hügeln, bald ii trotziger Einsamkeit, bald über besiedelten Törn. Weitere Glanzpunkte des nicht ganz 3000 Quadratkilometer umfassenden Landes sind: Ech- le r n a d), das durch seine seltsame Springprozes- !on berühmte alte Abteistädtchen mit den verzau- lerten Winkeln des Luxemburger Sandsteingebietes irm das Müllertal; Vianden mit den mächtigen Ruinen der grauen Dranierburg; Clerf im Nor- ftn mit dem malerischen Grafenschloß und der [ frönen neuen Benediktinerabtei; die lieblichen Fluß- I tler des Gutlands wechseln mit bin herben Höhen- 5, l ndschaften des Oeslings; dann die Städttein und I Decken Diekirch, Befort, Fels und Esch an b.er I k auer, um nur einige zu nennen. Gewaltige iahlwerksanlagen zeugen von den ir ichen Bodenschätzen des Landes (Luxemburg ist 11 e Wiege des Stahlkartells). Wandert man die Iflußtäler aufwärts, so begegnen einem überall I - efte uralter Burgen ober wildumwachsene Hohlen, I denen fagenbunfle Geschichten spuken, wie man I f° in ähnlicher Form auch an der Mosel oder in der I bnadjbarten Eifel kennt; die Kinder fingen auf der pitrafje oder abends am warmen Ofen die alten IJ'eime und Lieder, die man fast genau so am IJüjein hören kann. Und was Sitte und Brauch an- so finden sich im Luxemburgischen noch viele Altdeutsche Gewohnheiten rein und vollständig er- lilten, die in den angrenzenden deutschen Gebieten rur noch bruchstückweise Vorkommen ober" bereits Sanz vergessen sind. Unsere alten deutschen Volkslieder werden in Luxemburg alle gesungen, wahrend sch französische Volkslieder so gut wie gar nicht enzubürgern vermocht haben. Selbst die Volks'este (-irmes," Jahrmarkt, Wuzzenmarkt, Schützenfeste t a.) werden gefeiert wie am Niederrhein.
,/Des Landes Flüsse fließen alle bis auf einen 8-:m Rhein", sagte kürzlich Professor Kratzenburg, der verdienstvolle Vorkämpfer für deutsche Sjltur in Luxemburg, „des Landes Geschichte ist in jäheren Jahrhunderten aufs engste verbunden ge= n?sen mit der großen deutschen Vergangenheit
I tnb das wichtigste, was wir schon oben festgestellt Ifrben: das Volk behielt durch alle Zeitläufte hm- tb::rd) feine deutsche Gesinnung. Im Jahre 1848 Ifrrieb die jetzt noch erscheinende Zeitung Luxemburger Wort": „Seien mir alle, was wir durch un- Usi7e Nationalität waren, auch wieder dem Herzen | U'ib der Gesinnung nach: Deutsche! Unser oinn Ifrcb deutsch! Mit Freude erkennen wir, daß Deutlch- llenb, das uns so lange vergessen zu haben schien, i° eher an uns denkt!" Das war im ^hre 184« |?sr leise angedeutete Vorwurf, daß Deutichland Älcne ftnmmesDerroanbten Brüder jenseits ber I^enze oft allzu schnell vergessen habe, mar auch in den letzten fünf Jahrzehnten berechttgt, »l)nite ist er hinfällig. Heute sind die Machte der An. H Zst)ung stärker als die der Fliehkratt. Die ber» x kunstsbewußten Luxemburger haben in der oous-
Erfcbeuu täglich, autlet Sonntags und feiertags geilaaen: Die.tUuftnerte Äiehenerf^amilienblätteT Setmat nnBild DieSxüoüe Nonats-Be»ugSvreiS: Sil 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1^0 zuilellgebühr. n .25 • ucb bei sJiid)terfcbemen Jon einzelnen Nummern nfolge böberer Gewalt Zern fvrechansck lutz 8251 Prabtanscürist: „Anzeiger" yoiitdberf 116s* S>ranft. M
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kriegswichtiger Ziele au der französischen, belgischen, holländischen und norwegischen Küste und der italienischen Städte ließen sie katt. Sie wolle einen großangelegten Massenangrifs gegen die deutsche Hauptstadt und die deutschen Städte sehen.
Wenn Ealvo auch den Rest verschweigen muß, weil der britische Zensor einen ungeschminkten Bericht nicht hätte passieren lassen, so sieht man doch schon aus den knappen Sätzen, die ihm genehmigt wurden, annähernd welche Nervosität die zielsichere deutsche Kriegführung im englischen Volk hervorruft. Die zermürbenden Wirkungen der unvermindert hart auf die britische Insel niederprasselnden deutschen Bombenangriffe im Zusammenwirken mit der durch U-Boote und Fernbomber sich immer spürbarer auf die Dersorgungslage Englands aus» wirkenden Blockade bringen das englische Volk langsam um seine Ruhe. Die lebhafte Kritik an den unzureichenden Maßnahmen der Admiralität um Schutz der Geleitzüge und das Mißttauen in b*- Richtigkeit der Erfolgsmeldungen der Royal Air Force werden ja, wie man aus dem Bericht Ealoos sieht, nicht nur in Presse und Parlament sehr unmißverständlich laut.
Auch mit der Propaganda ist man trotz der Betriebsamkeit Duff Coopers keineswegs zufrieden. So haben die scharfen Angriffe, die man seit längerer Zeit gegen die Rundfunkgesellschaft British Broadcasting Corporation richtete, nun zum Abgang des Generaldirektors des britischen Rundfunks, O g i I v i c, geführt. Auch der Chef für die Auslandspropaganda, Stephan T a 11 e n t s , hat feinen Poften verlas feg müssen. Zum Nach'ol- ger Ogilvics ist der englische Jurist Sir Walter M o n ck t o n ernannt worden, der bisher als Verbindungsmann zwischen dem Außenministerium und dem 3nformationsminifterium tätig war. „Stockholms Tidningen" berichtet, daß weite Kreise in England von dem neuen Chef für Auslandspropaganda, dessen Name bisher noch nicht bekannt gegeben worden ift, eine aktivere Auslands- Propaganda als bisher fordern. „Svenska Dagbladet" weiß davon zu berichten, daß der britische Rundfunk in Kürze von Ausländern „gereinigt" werden soll, von denen viele bisher verantwortliche Stellen gerade in der Abteilung, die von Tallents geleitet wurde, bekleideten.
Reichlich spät scheint man also auch in England dahinter gekommen zu sein, daß die Emigranten, die man einst mit offenen Armen empfangen hat, bas Vertrauen, das man ihnen in sturem Deutschenhaß entgegenbrachte, schlecht gelohnt haben. Sie hatten nichts Besseres zu tun, als ihren Brotgebern zum Munde zu reden und haben sich damit zu 5->auptschuldigen der Völkerverhetzung gemacht, denn sie waren die Urheber des völlig falschen Bildes, das in den Köpfen weiter Kreise des englischen Volkes heute noch spukt. Angesichts aller dieser Anzeichen wachsender Unsicherheit muß man sich freilich vor voreiligen Schlüssen hüten. Das schwedische Blatt .Göteborgs Moraenposten" meint mit Recht, es erscheine wobl möglich, daß Englands Lage sehr schwer fei, vielleicht sogar ebenso schwer rote in den dunkelten Wochen des Weltkrieges 1917, besonders, wenn man obiektiv die Vorteile zu beurteilen versuche, die die Deutschen immer noch besäßen sowohl bei den Luftbombardements als auch bei der Blockade der englischen Zufuhren. Auf der anderen Seite sei es ratsam, vorsichtig im Urteil zu sein, da es für einen objektiven Beobachter völlig klar sei, daß die. englische Propaganda seit ein paar Wochen in Pessimismus mache, nicht zum wenigsten, um amerikanische Kredite und vielleicht sogar ein amerikanisches Eingreifen zu erzwingen. Man könne nicht bezweifeln, daß England es schwer habe, jedoch sei die Situation nur sehr schwer zu überschauen und sehr kompliziert. Daher müsse vor übereilten Urteilen gewarnt werden.
Weitere 2,25 Millionen für den „Künstlerdank".
Berlin, 7. Dez. (DNB.) Anläßlich des vierjährigen Bestehens der vom Reichsminister Dr. Goebbels ins Leben gerufenen Spende „Künstlerdank" fand unter Vorsitz des ehrenamtlichen Geschäftsführers, Ministerialdirektor Dr. Ott, eine Sitzung mit den ehrenamtlichen Treuhändern der
W. Jahrgang Nr. 2yt jw | 9 Mo
GietzemrAnzeiger
Land nicht in der erhofften Weife von den USA. unterstützt.
Der Londoner Berichterstatter der crrgentinifchen Zeitung „Nacion" unterstreicht die schweren Schläge, die die deutsche Kriegsmarine und Luftwaffe der englischen Schiffahrt versetzt habe. Die englischen Gel-eitzüge seien nur noch ungenügend -geschützt, weil die englischen Kriegsschiffe anderwärtsinAn- spruch genommen seien. Don den bei Kriegsausbruch vorhandenen englischen Torpedobootszerstörern stehe heute nicht einmal mehr d i e Hälfte im Dienst, eingerechnet die von den Vereinigten Staaten gelieferten fünfzig Torpedobootszerstörern. Seit Juni habe ber, tägliche englische Schiffsraumverlust durchschnittlich 11400 BRT. überschritten, gegen 6300 BRT. in den ersten neun Monaten des Krieges. Der Londoner Berichterstatter der Zeitung „ABC", Louis Calvo, schreibt, daß die Londoner Bevölkerung über die „Größe der Bedrohung durch den Seekrieg" ernsthaft nachzudenken beginnt. Der Seekrieg — so sagt sich der Londoner — sei weniger aufsehenerregend und anscheinend weniger blutig, aber durch seine stille und unaufhörliche Einwirkung ohne Zweifel viel wirksamer als die Bombardierungen. Sogar amtlich seien die ersten alarmierenden Stimmen über die drohende Gefahr des Seekrieges bereits laut geworden. Nur ein Viertel der Bevölkerung könne von den reichlich bedürftigen Landes- Produkten des eigenen Bodens leben. Alles übrige käme aus Heberte e. Größte Sorge bereite deshalb den Engländern der Unterseeboolskrieg. Churchill habe bereits zugegeben, daß eine sehr große Anzahl deutscher U-Boote die Meere unsicher machten. England werde sich also eines Tages, wenn vielleicht auch nicht isoliert, doch derartig umklammert finden, daß die Lebensmittel in wahrhaft alarmierender Weise eingeschränkt werden müßten. Calvo schreibt sodann, er habe viel gesehen und wenig erzählt. Er werde noch sehr viel sehen und noch mehr verschweigen müssen. Er müsse feststellen, daß das Volk langsam seine Ruhe und seine Geduld verliere und voller Haß und Groll sei. Als -der König die Zerstörungen in Southampton besichtigt habe, sei er von seinen Untertanen mit großem Geschrei empfangen worden. Die Leute hätten übereinstimmend und energisch die schärfste Bombardierung deutscher Städte gefordert. Die öffentliche Meinung wolle nichts von militärischen Zielen, die angegriffen werden sollten, wissen uni) die eigenen MeLungen über Bombardierungen
BrflWdH UntBtrflläteb ruderet 8. tagt General-Anzeiger für Oberhessen *f<Tie6eB,9$d)il|lra6t 7-9
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Spende statt. Aus dem Jahresbericht ergab sich, daß in außerordentlichem Umfange durch namhafte Spenden die Not und Sorge alter und hilfsbedürftiger deutscher Künstler gelindert werden konnte. In I gen kann der kunstschaffende Deutsche, mitten' im den verflossenen vier Jahren fett Bestehen der Volke stehend, an seinem Teil an den großen Auf- Stiftung wurde in 17 815 Fällen eine Beihilfe ge- gaben der Nation arbeiten.
währt, wofür insgesamt 5 220 000 RM. veraus-i --------


