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Unterschiedliche Weinlese.

Zn diesen Tagen seht in allen Weinbaugebieten Großdeutschlands die Lese ein, mit der der Wein­bauer den Wunsch nach einem Abschnitt spätsom­merlich warmen, jedenfalls aber trockenen Wetters verbindet. Der außerordentlich harte und langan­dauernde letzte Winter f)ift sich erfreulicherweise nicht besonders nachteilig ausgewirkt, jedenfalls sind die Fro st schaden geringer als die­jenigen nach dem ebenfalls sehr kalten Winter 1929. Die ersten Frühlesen zeigen im allgemeinen ein unterschiedliches Ergebnis. Die Ergebnisse der Burgundertrauben, also desRoten", sind mittelmäßig, sie haben offenbar unter dem zeit­weilig sehr kühlen und sonnenarmen Wetters des vergangenen Sommers und des Septembers gelit­ten. Recht gut sind demgegenüber die Ernteaus- sichten im Rheingau und an der Mosel, in den Hauptweinanbaugebieten des Reiches. Der Behang ist in diesen Gebieten überdurchschnittlich, die Reben selbst weisen kaum Schäden auf. Beson- derts gut gehalten haben sich im gesamten wesent­lichen Anbaugebiet in diesem Jahre die Ries­ling s o r t e n. Sie bilden unter den verschiedenen Rebenarten die widerstandsfähigsten, sodaß sie auch jetzt am wenigsten von Frostschäden oder Krank­heiten befallen worden sind; man kann ihnen nur gutes Wetter zur Lesezeit in der ersten Oktober- Hälfte wünschen.

Weniger erfreuliche Nachrichten kommen aus den früher sehr ertragreichen Weinbaugebieten des Elsaß und Lothringens. Die Ursachen des dortigen starken Ausfalls liegen auf der Hand, weil während des gangen Frühlings und Hauptsommers die Weinbauern von den Franzosen evakuiert waren und somit die Anpflanzungen jeglicher Pflege, namentlich auch im Kampf gegen Schäd­linge, entbehren mußten. Es ist selbstverständlich, daß hier für das nächste Lese-jahr nach jeder Be- ziehuna Ordnung gefchafft wird, so daß dieses in normalen Zeiten überaus reichhaltige Weinbauge­biet bereits rm nächsten Jahre sich vollwertig in den Gesamtanbau des Grohdeutscben Reiches ein­schalten kann. Größere Anbauflächen befinden sich bekanntlich auch in Rheinhessen und in der O st m a r k bzw. in Tellen Oberschlesiens. In diesen Gebieten hat der Frost nachteiliger gewirkt, auch ist hier die Schädlingseinwirkung verhältnis­

mäßig stark gewesen, so daß die Ernte kaum den Mittelwert erreichen dürfte.

Soweit es erforderlich sein sollte, wird man durch Einfuhren aus den Balkanländern die Ausfälle wieder wettmachen können, zumal die Lieferbedin­gungen wobei in erster Linie Rotwein in Frage kommt sich wesentlich verbessert haben. Im übrigen haben wir auch Möglichkeiten, aus Süd­frankreich und Spanien Wein einzuführen. Es ist

selbstverständlich, daß die.se Einfuhr nur in dem Ausmaß erfolgt, wie sie für unsere Kriegswirtschaft tragbar ist. Weinbauern, die durch Kri^gsauswir- kungen oder durch Schäden des vergangenen stren­gen Winters besonders große Nachteile erlitten hoben, wird diejenige Unterstützung gewährt, die zur Aufrechterhaltung ihrer Betriebe und zur In­standsetzung der Anbauflächen für das kommende Lesejahr notwendig ist.

Aus aller Welt.

Jn 10 Wochen 400 000 Besucher im Haus der deutschen Kunst.

Seit der Eröffnung der Ausstellung Ende Juli haben bis jetzt, also innerhalb 10 Wochen, 400 000 Volksgenossen die Ausstellung besucht. Ein neuer Beweis für den starken kulturellen Impuls unseres Volkes, der durch den Krieg in keiner Weise eine Beeinträchtigung erfahren hat. Da es auch diesmal aus Raumgründen nicht möglich war, alle hervor­ragenden Arbeiten sogleich zu berücksichtigen, wird ein Austausch von bereits verkauften Plastiken und Gemälden gegen Kunstwerke, die noch nicht ausge­stellt werden konnten, vorgenommen werden. Um dies durchzuführen, wird die Ausstellung vom 14. Oktober ab für kurze Zeit geschlossen. Nach der Wiedereröffnung wird die Ausstellung noch einige Monate geöffnet bleiben.

Geheimrat Professor Dr. Ernst Elster f.

Im Alter von 81 Jahren st a r b nach längerem Leiden ein weitbekannter Marburger Gelehr­ter, der Professor für Deutsche Sprache und Lite­raturgeschichte, Geh. Reg.-Rat Dr. phil. Ernst E l - st er. Der Verstorbene, ein geborener Frankfurter, kam 1901 nach Marburg und blieb dort trotz meh- rer ehrender Berufungen an andere Hochschulen im In- und Auslande. 1914 folgte er einer Einladung der Cornell-Universität im Staate Neuyork, wo er Vorlesungen über neuere'deutsche Literaturgeschichte hieU. 1915/16 bekleidete er das Rektoratsamt der Philipps-Universität.

Hamburger Philharmonisches Orchester in Oslo.

Das Hamburger Philharmonische Staatsorchester gab sein erstes öffentliches Konzert im Osloer Äationaltheater, das bis auf den letzten Platz ge­

füllt war. Die Begeisterung der Zuhörer kannte keine Grenzen. Musiker und Dirigent nahmen die Huldigung des Publikums stehend entgegen. Nach dem Konzert gab Reichskommissar Terboven einen Empfang für die Hamburger Künstler, dem auch Generaloberst von Falkenhorst, Vidkun Quisling und viele andere führende Persön­lichkeiten beiwohnten. Hierbei gaben die Künstler neue Proben ihrer Kunst.

Danziger Ehrungen für wax halbe.

Auf einer feierlichen Veranstaltung zu Ehren des 75. Geburtstages des Ehrenbürgers der Stadt Danzig, des Dichters Dr. Max Halbe, im Ar- tushof, überreichte Oberbürgermeister Dr. Lippke im Auftrage des Gauleiters und Reichsstatthalters dem Dichter das K r e u z v o n Danzig I. Klasse. Er verlas sodann das Glückwunschtelegramm des Führers und verkündete die Stiftung eines L i t e - raturpreifes der Stadt Danzig, der zu Ehren des Dichters Max Halbe alle zwei Jahre am 4. Oktober, dem Geburtstag des Gefeierten in Höhe von 3000 RM. und zwar einer Persönlich­keit verliehen werden soll, deren literarisches Wir­ken dem deutschen Osten, insbesondere dem Reichs­gau Danzig-Westpreußen zugewandt ist. In An­wesenheit des Dichters fand im Danziger Staats­theater die Uraufführung des jüngsten Dramas von Max Halbe statt, das den TitelKaiser Fried- r t ch II." trägt.

Drei polnische Mörder hingerichtel.

Die Polen Stanislaw Kopczynski, Michal Micha­lak und Roman Swardsewski sind hingerichtet wor­den. Das Sondergericht in Posen hatte sie wegen Mordes und schweren bewaffneten Lanüfriedens- bruchs zum Tode verurteilt. Sie haben Anfang Sep­

tember 1939 den Volksdeutschen Ledrer Adam, der von dem polnischen Mob aufs schwerste miß­handelt worden war, in brutaler Weise ermor­det, nachdem ihm Kopczynski zuvor unter Mit­wirkung der beiden anderen Täter beide Augen ausgestochen hatte.

Todesurteil sechs Tage nach der lat

Das Sondergericht München verurteilte den 20jährigen Alfred O b e r g aus Braunschweig wegen Verbrechens gegen das Volksschädlingsgesetz und Raubes zum Tode. Der Verurteilte hatte am 29. September die Kassiererin eines Lichtspieltheaters überfallen, als diese mit einem Säckchen Wechsel­geld ein nahegelegenes Haus betreten hatte. Er raubte ihr das Säckchen mit 42 RM. Inhalt. Auf die Hilferufe der Ueberfallenen hin wurde §r von Straßenpassanten festgehalten und zur Polizei ge­bracht. Oberg war von feiner Firma in Magde­burg weggelaufen und hatte nach einem Diebstahl bei einem Onkel ein Dagabundenleben geführt. In München ging ihm das Geld aus. Schon einige Tage vor der Tat beobachtete er die Kassiererin. In der Verhandlung gab er zu, gewußt zu haben, daß ihm der Raub den Kopf kosten werde.

Wespen töteten Hirt und Pferde.

Don einem schweren Mißgeschick, wurde kürMch der ungarische Pferdehirt Barna Janos betroffen, der mit einem kranken Pferd seiner Herde einen Tierarzt aufsuchen mußte. In seiner Abwesenheit sollte sein ISjähriger Sohn auf die übrigen Pferde aufpassen; der Vater warnte ihn noch dringend vor einem Akazienbaum, auf dem sich mehrere Nestor von Wespen befanden. Kaum war er aber gegangen, wollte der junge Hirt aus Neugier doch einmal die Insekten an schauen und nach Jungenart ärgern. Er warf mehrmals seine Peitsche nach den Nestern, traf sie auch, und sofort stürzten sich Tau­sende der wilden Wespen auf den Knaben und die Pferde. - Obwohl der Junge und die Tiere sogleich Reißaus nahmen, wurden sie von den wütenden Wespen eingeholt und schrecklich zerstochen. Als der Vater abends zurückkam, fand er feinen Sohn und drei feiner besten Pferde tot auf der Pußta liegen.

Hauplichriftletler: Dr. Friedrich Wtideim Lange. Stellvertreter oe» Hauptichrislleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich sür Politii und Bilder: Dr. Fr. SB. Lange: für daS Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadl Gießen, Provtn,, Wtuichasl u. Sport: Emst Blumfchein.

Druck und Verlag Brühljche Univenitatsdruckeret R. Lange K. G. Verlageletter: Dr.-Ing. Erich Hamann: ülnzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich lür den Inhalt derAn-eiaen: Theodor Kümmel W.Nr.e

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Für die Ausgabe der ab 21. Oktober 1940 (16. Versorgungsabschnitt) gültigen Lebensmittel­karten werden folgende Ausgabetage festgesetzt:

1. Ausgabetag: Donnerstag, 10. Oktober 1940, 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr.

2. Ausgabetag: Freitag, 11. Oktober 1940, 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr.

3. Ausgabetag: Samstag, 12. Oktober 1940, nur 8 bis 13 Uhr.

4. Ausgabetag: Montag, 14. Oktober 1940, 8 bis 13 und 15 bis 18 Uhr.

5. Ausgabetag: Dienstag, 15. Oktober 1940, 8 bis

13 und 15 bis 18 Uhr.

Welche Ausgabetage für die Bezugsberechtigten in Frage kommen, ergibt sich aus der Aufstempelung auf dem Lebensmittelpersonalausweis.

Die Ausgabetage sind genau einzuhalten: an Kin­der werden Lebensmittelkarten nicht ausgehändigt.

Die Reste der Lebensmittelkarten des 14. Dersor- gungsabschnittes müssen bei Empfang der neuen Karten abgeliefert werden.

Der Umtausch von Lebensmittelkarten in Reise­marken erfolgt nur noch in begründeten Fällen (Reise, ständige Verpflegung in Gaststätten usw.). Anträge, auf Umtausch ohne Beibringung ein^ Nachweises find zwecklos. 4509C

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