Ausgabe 
9.9.1940
 
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Nr. AZ Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Montag, 9. September MV

Volkstumsarbeit im Dienste der Gemeinschaft

vgere Bronzezeit qt gerennzeicyner ourcg y Bestattungsform: die Toten werden nicht g> Hügelgräbern bestattet, sondern auf so

eine neue

mehr in Hügelgräbern bestattet, sondern

In Obst stehen Zwetschen und Mirabellen aus­reichend zur Verfügung. Die Mirabellenernte geht ihrem Ende entgegen. Aepfel und Birnen werden noch wenig angeboten, da die Ernte in unserem Gebiet allgemein erst später einsetzt. Daher erklärt , sich eine rege Nachfrage nach Trauben griechischer, holländischer und italienischer Herkunft sowie nach italienischen Pfirsichen. Gemüse ist in den der Jahreszeit entsprechenden Sorten ausreichend am Markt. An Kartoffeln ist das Angebot sehr groß. Die Haushaltungen sollten nicht, wie bisher gewohnt, mit ihrer Versorgung bis Oktober warten, sondern schon jetzt darangehen. Die jetzt geernteten

pathische Züge, gewandt zeigte sie sich im tänzeri­schen Singen und Spielen, das Lied non der sil­bernen Flöte wäre durch mehr musikalische Anmut noch eindrucksvoller geworden. Im Widerspiel mit Harry Grüne ke, der den Kammervorsteher Pimpinelli zu einer Kabinettsfigur werden ließ und meist die Lacher auf seiner Seite hatte, erstand so ein kontrastierendes Paar zu Paganini und Maria. Ein würdevoller Fürst war Hans Albert Schewe; Heinz Müller charatterisierte den geschäftigen Jmpressario; Gustav Brunn verlieh dem buck­ligen Beppo treffliche Züge. All die vielen Einzel­personen fügten sich gemäß dem Willen der Spiel­leitung organisch ein. Für die Schwierigkeiten der Geigensoli setzte Konzertmeister Franz Kerzis- nik sein ansehnliches Können ein.

Das gutbesuchte Haus wurde stellenweise zu star­ker Begeisterung erregt. Dafür sprachen die ver­schiedentlich verlangten Wiederholungen. So wurde die Aufführung ein verheißungsvoller Anfang für die kommenden Gaben, die die Intendanz den Gie­ßenern auserwählt hat. Dr. Hermann Hering.

Dänemark.

Die jüngere Bronzezeit ist gekennzeichnet durch

Dornottzeri.

Tageskalender für Montag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Wiener Geschichten". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Fräulein Frau.

Ortszeit für den 10. September.

Sonnenaufgang 6.51 Uhr, Sonnenuntergang 19.52 Uhr. Mondaufgang 16.30 Uhr, Monduntergang

Annahme-Untersuchungen für Waffen-^ und Schutzpolizei.

Am Dienstag, 10. September, um 7.30 Uhr in Gießern/ 83. Standarte, und am Mittwoch, 11. September, um 14 Uhr in Alsfeld, ^-Dienst­stelle, Lutherstraße, finden Aufnahmeuntersuchungen statt.' Angenommen werden Freiwillige für 1. -Verfügungstruppen (einschließlich Leibstandarte ffAdolf Hitler). Mindestgröße 170 cm. 2. ff - Totenkopfstandarten: a) mit Dienstzeitverpflichtung (12 Jahre, Lebensberuf: Po­lizei oder Wehrbauer), Mindestgröße 168 cm mit 17 Jahren; b) ohne Dienstzeitverpflichtung (bevorzugt SA.-Männer und Parteigenossen. 3. Schutzpoli­zei: ungediente Männer. Geeignete Bewerber kön­nen sich bei der Annahmeuntersuchung als Freiwillige melden.

*

** Feldpo st Päckchen. Die Mitteilung der Deutschen Reichspost, daß Feldpostpäckchen bis 1000 Gramm wieder zugelassen sind, gilt nur für den Verkehr von der Heimat nach dem Felde. In um­gekehrter Richtung sind nach wie vor nur Feldpost­päckchen bis zum Höchstgewicht von 500 Gramm

Gießener Gtadttheater.

Franz Lehär:Paganini."

Die vielfachen Ehrungen, die der siebzigjährige Franz Lehar entgegennehmen konnte, gaben sei­nem reichen Schaffen verdiente Anerkennung. Der Widerhall der zahlreichen Aufführungen zu dieser Gelegenheit bestätigten die Volkstümlichkeit dieses Meisters der Operette.

Die Entwicklung der Operette, die um die Jahr­hundertwende zu verflachen drohte, erhielt durch ihn starken Austrieb, und von dem Welterfolg der Lustigen Witwe" (1905) an bis in die Gegenwart kann er als der geistige Führer auf diesem Sonder- gebiet gelten. Sein Weg verlief allerdings nicht immer gradlinig; vielmehr ist es. ein verantwor­tungsbewußtes Suchen nach dem ihm als Ideal vor­schwebenden musikalischen Lustspiel, das auf Possen­effekt verzichtet und zur musikalisch-lillustrierenden Vertiefung hinstrebt. Denn Franz Lehar ist zwei­fellos ein bedeutender musikalischer Könner, der sich ein äußerst solides Rüstzeug erworben und der ernsten Musik vollwertigen Tribut entrichtet hat. Es ist sicher kennzeichnend für seine Fähigkeit, daß Dvorak den angehenden Violinvirtuosen, auf Grund vorgelegter Proben seines Talents zur Komposition hinführt.

Diese verantwortungsvolle Ernsthaftigkeit hat sei­ner fruchtbaren Arbeit stets einen beachtenswerten Grad an Vertiefung bewahrt; aufgeschlossen für die Entwicklung seiner musikalischen Umwelt hat er dem Stil der Operette Gegenwärtsnähe gegeben. Jebes Werk trägt bei ihm ein eigenes Gesicht, durch das Bemühen, das Milieu der Handlung in Echtheit em- zufangen. Unerschöpflich erscheint seine Erfindungs­gabe, stets mit typischer Eigenart erfüllt, frisch und ursprünglich quellend; sein Orchester entwickelt far­bigen Glanz, belebt durch die Vielfältigkeit m der Durchführung der Einzel- und Gegenstimmen dabei den Gefühlswert zu gesundem Ausdruck führend. Man hat zeitweilig Franz Lehar Sentimentalität vorqehalten; er selber betonte aber einmal, daß es in der Operette nicht immer nur lustig zuzu- gehen brauche. Für ihn ist der vom Textdichter. be­stimmte Stofs nicht nur ein Vorwand, Musik dazu ZU geben, sondern er läßt die Handlung auf seine eigene Art musikalische Gestalt gewinnen und m Eindringlichkeit durchleben. , .

^Paganrnr" (1925) beginnt die Reste ferner

Goethe und der Frankenwein.

In einer reizvollen Plauderei über den Franken­wein, seine Landschaft und seine Menschen im Sep­temberheft von Velhagen & Klasings Monatsheften geht Philipp Gottfried Maler auf die liebenswür­digen Beziehungen ein, die Goethe mit dem Fran­kenwein, feinem Liebling, verbunden haben. So schreibt er z. B. an seine Frau:Sende mir noch einige. Flaschen Würzburger, denn kein anderer Wein will mir schmecken, und ich bin verdrießlich, wenn mir mein gewohnter Lieblingstrank abgeht!" Der Würdige blieb bis zu den letzten Tagen seines reichen Lebens beim Frankenwein. Bald werden zwei, drei Eimer, bald wird ein Ohm (150 Liter) bestellt.Da Besuche mancher Art den Vorrat dünn gemacht haben", fügt der Besteller manchmal be­gründend hinzu. Ja, die Frankenwein-Korrespon­denz greift über des Dichters Tod hinaus.Die von dem seligen Herrn Geheimrat noch bestellle Ohm Escherndorfer (offenbar handelte es sich diesmal um den Jahrgang 1828) ist vor einigen Tagen ange­kommen und ersuche ich Sie, mir mit nächster Post die Rechnung zu übersenden. Mit Hochachtung er- gebenst Rinaldo Dulpms."

Zur zweiten Führung durch das OberheMche Museum am gestrigen Sonntagvormittag hatten sich wiederum erfreulich viele Besucher eingefunden, die den Ausführungen des Museumsdirektors Dr. Krü­ger aufmerksam folgten, als er, anknüpfend an die erste Führung vor einigen Wochen, zunächst noch einmal eine gedrängte Uebersicht über den In­halt der ersten Führung ältere und jüngere Stein­zeit gab, um dann überzuleiten zum Thema der zweiten Führung. . .

Unterstützt durch ausgezeichnetes, meist originales Anschauungsmaterial, das in Vitrinen übersichtlich ausgestelll und mit erläuternden Beschriftungen ver­sehen ist, behandelte Dr. Krüger dann die Bronze­zeit deren wesentliches Merkmal die Verwendung von Geräten und Waffen aus Bronze ist, einer Legierung von Kupfer und Zinn. Dabei kommt un­serem engeren Heimatgebiet besondere Bedeutung zu insofern, als Oberhessen zwischen den damals wirksamen drei Kulturkreisen, dem westeuropäischen, dem osteuropäischen und dem nordischen Kultur­kreis, wie eine Brücke liegt, über die viele Wande­rungen gingen ober der Austausch von Gegenstän­den sich' vollzog. So konnte der Vortragende an -einzelnen Stücken zeigen, wie die Bronze-Leute Oberhessens in der Zeit von etwa 2000 bis 800 v. Ehr. bas plumpe Kupferflachbeil über mehrere Stadien durch immer zweckmäßigere Form, bessere Schäftung und geringeren Metallaufwand entwickelt haben zum schlanken Bronze-Tüllenbeil, das übri­gens gegossen wurde. ..

Die Bronzezeit wird nach den Gebrauchen der Totenbestattung bzw. nach den bei Ausgrabungen gemachten Funden aufgeteilt in die Hügelgräber­kultur (ältere Bronzezeit) und in die Urnenfelder-

heutigen Zeit ganz besonders verurteilt werden muß. Die Bahnschutzpolizei ist angewiesen, schärfstens vor­zugehen. Festgestellte Täter haben wegen vorsätz­licher Sachbeschädigung und Diebstahls Gefängnis bis zu fünf Jahren zu gewärtigen, soweit nicht das Kriegssonderrecht noch schwerere Strafen vor­sieht. Auch jugendliche Täter können keine Nach­sicht erwarten, sondern müssen stets den Jugend­gerichten zugefüyrt werden.

Bestrafung von Preistreiberin

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie- rung Stelle für die Preisbildung hat gegen zwei Mitinhaber eines Sägewerkes wegen erheblicher grober Zuwiderhandlungen gegen die Holzpreisvor­schriften Ordnungsstrafen von je 50 000 RM. ver­hängt. In beiden Fällen ist die Firma mit in An- spruch genommen worden. Der Inhaber einer Lederfabrik wurde wegen grob-fahrlässiger Verfeh­lungen gegen die Lederpreisverordnung und die dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen sowie Preis­rechnungsvorschriften im Unterwerfungsverfahren in eine Ordnungsstrafe von 15 000 RM. genommen.

Die Bersorgungslage im Rhein-Main-Gebiet.

dem Gebiete der kulturpolitisch so außerordentlich wichtigen Volkstumsarbeit immer mehr zur Geltung gebracht werden müsse.

Er betonte ferner die starken ideellen Werte, die in der Sammlung heimatlicher Sach- und Kultur­güter zu erblicken sind, wobei aber das Sammeln nicht Selbstzweck sein dürfe. Als besonders wesent­lich bezeichnete er auch das Erleben und immer tiefere Erfassen der heimatlichen Landschaft und die Sicherung unserer Volkstumswerte von der bio­logischen Seite her. In diesem Zusammenhang wür­digte er mit warmen Worten der Anerkennung das von Landgerichtsrat Dr. Ha ns ult in Gießen er­schienene und auch imGießener Anzeiger" bespro­chene BuchVogelsberg und Wetterau", ferner die Arbeiten der Hessischen Vereinigung für Volkskunde und ihre ausgezeichnete Zeitschrift unter Leitung von Professor Dr. Hepding i» Gießen sowie das Hessische Flurnamenbuch unter Leitung von Pro­fessor Dr. Götze in Gießen.

Abschließend erinnerte er daran, daß auch im Wirken unserer Dichter und Künstler, der Wissen­schaft und der Erzieher das Volkstum als lebenbig wirkende Kraft und als Bindeglied unserer neuen Zeit starke Geltung erlangt hat. Die gesamte Volks­tumsarbeit bezeichnete er als steten Dienst für unser ewiges Volk und Vaterland, zu dem wir immer alle bereit sein müssen.

Einen zweiten Vorttag mit gleichzeitiger Vor­führung zahlreicher farbiger Lichtbilder hielt Rektor Dr. Klippel (Mainz) über das ThemaBlühende Berge am Wilden Kaiser". Der Vortragende machte durch die fesselnde Schilderung seiner Bergfahrten und durch die hervorragenden farbigen Lichtbilder mit den reichen Schönheiten der Alpenwelt und insbesondere auch der alpinen Flora bekannt. Er bot damit den gespannt folgenden Hörern ein Er­lebnis, dessen sie sich noch lange gern erinnern wer­den.

Nach den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vorträgen sprach Oberstudiendirektor Dr. R o l o ff ein kurzes Schlußwort, das zu dem Gruß an Hei­mat, Volk und Führer überleitete.

In der Aula der Universität trat der Heimatbund ür Hessen und Nassau, Ortsverein Gießen, in Ver­bindung mit dem NS.-Lehrerbunb am gestrigen Sonntagvormittag mit einer Kundgebung an die Öffentlichkeit. Im Kreise der zahlreichen Teilneh­mer weilten Kreisleiter Backhaus als Hoheits­träger im Kreise Wetterau, Beigeordneter Nico­laus als Vertreter des Oberbürgermeisters und der Stadt Gießen, Landrat Dr. Lotz als Vertreter des Landkreises Gießen, ferner Vertreter der Wehr­macht und des NS.-Lehrerbundes.

Der stellvertretende Ortsringleiter, Oberstudien­direktor Dr. R o l o f f, leitete die Kundgebung mit herzlichen Grußworten ein und stellte dann die große Bedeutung des Heimatgedankens und den tie- en Gehalt des BegriffesHeimat" in den Vorder­grund. Damit verband er die Kennzeichnung der hohen Aufgabe des Heimatbundes im Dienste der Heimat und der Volksgemeinschaft.

Anschließend sprach Studienrat Dr. v o n d e r A u (Darmstadt) über das ThemaVolkstumsarbeit als Kulturarbeit". Einleitend wies er auf die Bedeu­tung des Stromes völkischer Ueberlieferungen hin, der für unser Volkstum erhalten werden müsse. Dann legte er die Bindungen dar, die sich aus der Volkstumsarbeit unserer Tage ergeben und die zu der großen Aufgabe der Wiederverwurzelung des deutschen Menschen in Vdlkstum und Heimat füh­ren. Der Weg zu diesem Ziel aehe über eine mu­sische Gesamterziehung des deutschen Menschen.

Eingehend schilderte der Redner hieraus die großen Nachteile, die sich in früheren Jahrzehnten aus der Entfremdung weiter Bevölkerungsschichten von den hohen Werten des Volkstums und der Heimat er­geben hoben und die wir mit dem Schlagwort Proletarisierung" als Kennzeichen für die geistige und seelische Entwurzelung deutscher Menschen be­zeichnen können. Dieser bedauerlichen Entwicklung stellte er die großen Werte der heutigen Volkstums­arbeit gegenüber. In diesem Zusammenhänge schil­derte er Oie vom Sudetenland ausgegangene,musi­kalische Erüeuerungsbewegung und besonders das tiefe Erlebnis von Singwochen. Dann stellte er die Forderung auf, daß der Totalitätsgrundsatz auch auf

fogenannten großen Operetten, die sich von der Wiener Tanzoperette abkehren und bewußt eine charakteristische Figur, meist ist es der führende Tenor, in den Vordergrund rücken. Hier ersteht die Persönlichkeit des legendenumwobenen Geigers, mit feinem an Liebesabenteuern reichen Leben pla­stisch vor uns und erfährt zumal als König feines Instruments durch Lehar feine musikalische Ver­klärung. Der Entstehungszeit des Werkes entspre­chend, wählt Lehar Ausdruckswerte, die namentlich in harmonischer Beziehung neuartig sich für das Ohr auswirken. Stellenweise erhebt er sich zu höchster dramatischer Kraft im Sinne der Oper. Die Auf­führung erfuhr durch Harry ©rünete eine lebens­volle Durchbildung der Bühnenhandlung, wohlbe­dacht in den einzelnen Zügen wie auch in den Massenszenen, besonders in dem Realismus des letzten Aktes. Die Bühnenbilder Karl Löfflers waren milieukräftig und im zweiten Akt (Schloß) prunkhaft repräsentierend. Geschickte Lichtfuhrung (R. Konen) ließ besonders das Geiaenspiel des Titelhelden im magischen Schimmer erscheinen.

Als musikalischen Leiter lernten wir Otto Söll- n e r kennen, der die Partitur mit musikalischem Empfinden in ihrem wechselvollen Ausdruck zum Erklingen führte, jedoch bei der Begleitung der Sänger viel mehr den ihm noch nicht geläufigen akustischen Verhältnissen Rechnung tragen und leichte Schwankungen zwischen Bühne und Orche­ster ausgleichen konnte. Die Ehöre (Arthur Apelt) waren geschlossen und erhoben sich im letzten Akt zu schwungvollem Erklingen. Das Tänzerische (Irm­gard Trömel) erhielt seine Verttefung durch das Ballett im zweiten Akt und im Menuett des konzertes"; tanzende Genien verdeuttichten das Spiel desTeufelgeigers".

Christoph Reuland verlieh dieser Titelrolle eine individuelle Verkörperung bei feinsinnigem Eindringen in die Gegebenheiten der Situation und Einsetzen starken seelischen Anteils. Fernab von reißerischem Geltenwollen ließ er gerade das viel­gehörteGern hab' ich die Frau'n geküßt" mit dem Zuge innerer Besinnlichkeit wachwerden; ein Schönsänger, der seine Aufgabe mit einem ganzen Menschen füllte, als Primo nomo im besten Sinne. Gabriele Possinke war als Anna Elisa, Fürstin von Lucca, Mensch und hoheitsvolle Fürstin zu­gleich bemüht, ihrem Empfinden Kündung zu ge­ben und mit ihren beachtlichen stimmlichen Mitteln zu stützen. Der Bella Giretti gab Gertt Vogt sym-

ZweiteMrung durch das Oberhessische Museum

Eine Veranstaltung der AS.-Gemeinschast »Kraft durch Freude".

Zeitschriften.

Das reizvolle Bild einer Dajak-Schönheit aus Zenttalborneo schmückt das Titelblatt des Sep­temberheftes vonFreude am Leben", der oielfeitigen Bilderzeitschrift.des Reichsbundes für Biologie, die Dr. Walter ©reite im Hugo Bermüh- 1er Verlag, Berlin-Lichterfelde, herausgibt. Das Bild gehört zu einem Reisebericht Dr. Karl Hel- bigs über Goldbergwerke der Dajak in Zenttal­borneo, die diese von einer in Konkurs geratenen holländischen Gesellschaft übernommen haben, sicher ein einzigartiger Fall, zumal die eingeborenen Berg­leute dabei ihren guten Verdienst haben und zu den wirtschaftlich höchstentwickelten der Insel gehören, lieber die namentlich in Schlecht-Wetter-Jahren im­mer wieder diskutterte Frage über den Zusammen- Hang von Sonnenflecken und Witterung gibt Profes­sor Plaßmann-München sachkundig Auskunft. An Hand einer Reihe von Bildern untersucht Dr. I. Helm-Dresden den Aufbau der Säugetterhaare. Auf allergrößtes allgemeines Jntereffe wird auch das Ergebnis der Untersuchung stoßen, die Dozent Dr. R. Engel-Berlin über Lebensaussichten bei erhöh­tem Blutdruck angestellt, und die Folgerungen, die er daraus für die Lebensführung zieht. Er mahnt, eine gewisse Rhythmik in der Lebenshaltung inne­zuhalten und vor allem die Ruhe- und Erholungs­pausen nicht zu vergessen, die zum Neuaufbau der oft überbeanspruchten Reservekräfte notwendig sind. Auch für die Gestaltung unserer Ernährung gibt er wichtige Hinweise. Professor Dr. Hase von der Bio­logischen Reichsanstatt berichtet sehr fesselnd über zwei auch den Menschen angreifende Lausfliegen. Einen zusammen fassenden, reich bebilderten Aufsatz über den heute in vielen Gebieten Deutschlands mit Erfolg betriebenen Seidenbau hat Dr.-Jng. Dierkes beigesteuert. Manch interessanter Hinweis findet sich auch in der Zeitschriftenschau, so der auf die scharfe Auslese, die der mittel- und nordeuro­päische Mensch durch die Vereisung ausgesetzt war, oder der auf die Notwendigkeit, bei der Beurteilung von Kulturüberresten des Altsteinzeit-Menschen zwischen den Spuren des prähistorischen Menschen und Fraßresten eiszeitlicher Raubttere wie der Höhlenhyäne sorgfältig zu unterscheiden, oder der Hinweis über die außerordentliche astronomische Be­gabung der mittelamerikamschen Maya. Wie diese Grenzgebiete so finden auch alle Zweige der Bio- I lvgie stete Berücksichtigung. Eine interessante Preis­frage schließt auch dieses Heft der lehrreich und fest

Ifeliä) gestatteten Zettschrift ab. Dr. Fr, W. L

kuttur (jüngere Bronzezeit). Als früheste neue For­men der Bronzezett, durch neues Material geschaf­fen, kennen wir das Kupferbeil (zwei Stücke find in Oberhessen gesunden worden), dessen Weiterbil­dung wir oben besprochen haben, und den Kupser- dolch (Fundstätte am Trieb), mit Nieten am Holz­griff befestigt, als Vorläufer des Bronzeschwertes mit festem Handgriff, auf dem die entbehrlichen Nieten zu Schmuckornamenten ausgebildet find. Der Dolch ist entwickelt worden aus dem nordischen Feuersteindolch und hat als Handelsware in ganz Deutschland Verbreitung gefunden, während das nordische Schwert hier nicht weitergebildet worder ist. (Ein Griffzungenschwert wurde bei Langsdor ausgegraben.) Um etwa 1200 v. Ehr. müssen wir den Schluß der Hügelgräberzeit annehmen und zu­gleich das erste Einsttömen germanischen Blutes ins Fuldaer Becken und in die 2B etter au.

Die Menschen der Bronzezeit kannten aber nicht nur den Gebrauch ihrer Mafien und Geräte, son­dern trugen bereits gewebte Leinen- und Woltt gewänder, die freilich nicht genäht, sondern als fertige Formen gewebt, mit Metallspangen zusam­mengehalten wurden, und wohnten in sog. Stra­ßendörfern; ihre Tongefäße aber waren, im Gegen­satz zu früheren Epochen, mit reichem keramischen Zierat, schlicht in der Form und schmucklos. Aus der Hügelgräberkultur in der etter au wissen wir, daß die Männer Waffen trugen; die Frauen schmück­ten sich mit Radnadeln und Bernsteinketten aus nordischen Gebieten, etwa Schleswig-Holstein und

Aus der Stadt Gießen.

Spätsommer.

Wie blüht es noch im Garten, sommerlich voll und bunt, alles ist da und will uns erfreuen: die schlanken Gladiolen, in lachsrosa und gelb, Die run­den Dahlien in leuchtendem Rot oder Bischofsliia. Die Goldrute hat ihre lichten Blütenzweige auf­gesteckt, hell- und dunkelgelb wuchern die Ringel­blumen auf den Beeten. Die letzten roten Rosen glühen in der Sonne an den Büschen, und bunte Zinnien, jede ein kleines Blumenbeet, stehen steif und wohlgeordnet da. Wie entzückend sind die feinen Farben der Astern!

Das Unkraut ist während unserer Ferienabwesen­heit mächtig in die Höhe geschossen. Aber inter­essant ist es doch, mal zu sehen, was daraus wird, wenn man es nicht immer gleich ausrupft! Ja, nun müßte ich also jäten. Und Strümpfe zum Stopfen habe ich mir auch mitgebracht, sogar Briefpapier für einen eiligen Brief an Tante Dora. Alles liegt fein säuberlich auf dem Tisch und wartet.

Inzwischen lockt der Liegestuhl zu einer kurzen Rast. Mein Blick schweift über die vollen Beete, alles steht prächtig. Riesenköpfe von Rotkraut und Weißkraut hat es gegeben, die Tomaten mußten ge­stützt werden, um die Trüppl^in roter Früchte tra­gen zu können. Ein Zitronenfalter schaukelt eben Drüber hin. Jetzt folge ich mit den Augen einem Paar Rotschwänzchen, die pfeilschnell hintereinander von Baum zu Baum fliegen. Aber da ist ja noch ein Drittes. Also Eifersucht! Aber schließlich ist der lästige Bewerber aus dem Feld geschlagen. Die Hasen drücken die rosa Schnäuzchen an das Gitter ihres Stalles, dann höre ich sie an einem saftigen Stengel knuspern. Später sitzen sie da, mit zurück­gelegten Ohren, ein Bild satter Zufriedenheit. .

Nun sehe ich einem großen grünen Grashüpfer zu, komisch sieht er eigentlich aus. Ich glaube, er müßte lachen, wenn er sich im Spiegel sähe. Hopps, da ist er fort. Das wäre eine feine Sache, wenn wir Menschen das auch könnten, nicht wahr? Vor allem für uns Hausfrauen wäre dasprie-mah", wie man so schön und bezeichnend in Gießen sagt. Hopps! Und ich wäre bei meinem Metzger:Bitte, drei Pfund Kalbsfleisch ohne Knochen!"Dante schön, auf Wiedersehen!" Hopps! Und ich wäre bei meinem Schuster:So, die Schuhe sind schon lange fertig, Das ist ja fein!" Hopps! Halt, da bin ich ja ein Stück zu weit gehoppst. Da Drüben ist och Der Laden, wo es Einmachgläser gibt.

Ja, das wäre wirklich schön. Aber, was nicht ist, ist nicht. Es kommt alles wieder. E. L. St.

Scheiterhaufen verbrannt und Die Reste in riesigen tönernen Urnen, bis zu 73 Zentimeter Höhe, auf- bewahrt mit mehreren Beigefäßen für Speise und Trank. Im Gegensatz zur Hügelgräberkultur zeigt Die UrnenfelDertuItur nur wenig Schmuck, Dafür aber reiche Keramik. Von SüDosteuropa kommen über Böhmen nach MittelDeutschlanD als Gebrauchs- gegenftänDe Die Sichel und Das Messer, Zeichen bäuerlicher Kultur mit hochentwickelter Arbeitsweise.

Theaterabend bei KdF.

Am Samstagabend fand Der Theater-Sommer- ring Der NSG.Kraft durch Freude" im Stadt­theater mit Der Aufführung Des vierakttgen Schau- MsJohannisfeuer" von Hermann SuDermann einen Abschluß. Die Vorstellung sand vor stark be- etztem Hause statt, Das außerordentlich beifallsfreu- Dig war. Mit Dieser Aufführung kann Die NSG. Kraft Durch Freude" auf einen wohlgelungenen Veranstaltungs-Zyklus zurückblicken, Durch den sie vielen Volksgenossen dankbar empfundene Stunden der Freude und Erholung bereitet hat.

Oie Reichsbahn warnt.

In letzter Zeit wurden wiederholt Vorhänge, Fensterriemen und andere AusstattungsgegenstänDe von Eisenbahnwagen mutwillig beschäDigt und so­gar entwendet. Es bedarf keines besonderen Hin­weises darauf, daß solche nutzlose Vernichtung oder Beseitigung wertvoller Werkstoffe gerade in Der

Leiden Gie unter Nervosität

und damit zusammenhängenden Beschwerden, wie Schlaflosigkeit, nervösen Herz - oder Magen - beschwerden oder nervösem Kopfweh? Danmmachen Sie einmal einen Versuch mit Klosterfrau-Melissen­geist, der erfahrungsgemäß eine überaus berulngenoe Wirkung auf das Nervensystemausubt. Trinken Sie 23mal täglich einen Teelöffel Klosterfrau- Melissengeist mit der doppelten Menge Wasser verdünnt. Bei regelmäßiger Anwendung werden Sie immer wieder mit Befriedigung eine wohl­tuende Wirkung feststellen. .

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