Aus dem Reich
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. BerantworMch für Polttll, FeuMeton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.
Druck und Verlag: Brühlsche Univeriitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6.
von Solanum-Holz, so wurde der neue Werkstoff genannt, zu Papier zu kommen.
Kartoffelkraut ist ein Abfallprodukt der Landwirtschaft, dessen wirtschaftliche Verwertung bisher sehr problematisch war. Seine Verwendung als Futtermittel empfahl sich nicht, einmal wegen seines geringen Nährwertes, zum anderen wegen seiner schlechten Bekömmlichkeit für das Vieh. Wenn es in geringerem Maße zur Abdeckung von Mieten oder zur Düngung herangezogen wurde, so wurde die Hauptmasse des Kartoffelkrauts doch in den lodernden und qualmenden Erntefeuern vernichtet, zweifellos die bequemste Art, diesen Abfall zu beseitigen.
Damit wird man zweifellos in weiter Zukunft aufhören, wenn erst die technischen Voraussetzungen für eine Erfassung und Anlieferung von Kartoffelkraut geschaffen sein werden. Sie wird aber
Kartoffelkraut erseht „Haderlumpen".
Rohstoffquelle für Papier aus einem Abfallprodukt der Landwirtschaft.
Ein Generalnachwuchsplan der OAF.
In welchem Maße die Aufgaben der Berufserziehung auch im Kriege weitergeführt wurden, ergibt sich aus dem Leistungsbericht, den das Amt für Be r u f s er z i e h u n g und Betriebsführung der Deutschen Arbeitsfront für das Kriegsjahr 1939 veröffentlicht. Auf dem Gebiete der Berufsforschung und Nachwuchslenkung mußten die Fragen des Einsatzes weiblicher Arbeitskräfte in der Kriegswirtschaft beschleunigt geprüft werden. Die steigende Bedeutung der Berufsnachwuchslenkung forderte die Inangriffnahme eines Generalnachwuchsplanes, der für alle Berufe die Richtlinien für die Verteilung des jährlichen Zustromes von jugendlichem Nachwuchs auf die verschiedenen Berufe enthalten wird. In der Nachwuchserziehung stand die Planung industrieller Lehrwerkstätten im Vordergrund. Durch die Arbeit des Amtes wurde mit 58 Lehrwerkstätten, darunter acht Gemeinschaftslehrwerkstätten, für weitere 9200 Lehrlinge die Möglichkeit einer geordneten Berufserziehung geschaffen. Damit ist die Zahl der Betriebe, die von der DAF. zu einer geordneten Ausbildung geführt wurden, auf 3500 mit nahezu 250 000 Lehrlingen angewachsen. Die fördernde Berufserziehung für Erwachsene erzielte ebenfalls weitere Fortschritte. Die Zahl der überbetrieblichen und betrieblichen Berufserziehungswerke stieg auf 378, zu denen noch 205 Betriebe kommen, die eine planmäßige Berufsausbildung für Erwachsene eingerichtet haben. Rund 106 000 Maßnahmen mit 2,8 Millionen Teilnehmern wurden durchgeführt. Bei Kriegsbeginn standen die Schnellunterweisungen im Vordergrund. Wesentlich gesteigert wurde auch die organische Betriebsgestaltung. Die Jngenieurtrupps
des Amtes unterzogen 64 Betriebe mit 300 000 Ge- folgschaftsmitgliedern einer Totaluntersuchung und führten in 32 Betrieben Untersuchungen über den betrieblichen Arbeitseinsatz durch.
Nur noch deutsche Muttersprache im Elsaß.
Nach einer Anordnung des Chefs der Zioilver- waltung wird in allen öffentlichen Dienststellen im Elsaß nur noch die deutsche Sprache verwendet Familiennamen werden ausschließlich in ihrer deutschen Form gebraucht, auch wenn sie in französischer Sprache in das Geburtsregister eingetragen sind. Nur deutsche Dorna m e n dürfen noch eingetragen werden. Auch die Betriebe sind angewiesen, sich restlos auf die deutsche Sprache umzustellen. Nach einer weiteren Anordnung sind sämtliche ehemals bestehenden I u - gendverbände im Elsaß a u f g e l ö st worden. Es gibt nur noch eine Deutsche Volksjugend im Elsaß.
Sänger-Arbeit im Kriege.
Wie schon kurz gemeldet, hielt der Deutsche Sängerbund seine Jahrestagung in Dresden ab. Aus dem Jahresbericht ergab sich, daß trotz des Krieges die Arbeit der Vereine mit verschwindenden Ausnahmen fortgesetzt wird. Von den 27 000 Vereinen des Deutschen Sänger-Bundes waren nur 7 Prozent gezwungen, ihre Tätigkeit zu unterbrechen. Abgesehen davon, daß die uneingeschränkte Fortsetzung des Dereinslebens die Stärkung der Heimatfront unterstützte, daß die Pflege des Soldatenliedes und Bekenntnisliedes besondere Beachtung fand, haben sich Vereine und Sänger bei Veranstaltungen des Staates, der Partei und der Wehrmacht mit ihrem Liede eingesetzt. Diejenigen, die Soldaten sind, haben sich bei der Aufstellung und Ausbildung der Soldat-'nchöre be
auch schon aus rein privatwrrtschaftkchen Gründen aufhören, da der Verkauf von Kartoffelkraut sich zu einer nicht unbeträchtlichen Nebenemnahme für den Landwirt oder Bauer entwickeln wird, da er pro Doppelzentner verladefähiges Kartoffelkraut 1,75 RM. erhalten wird. ...
Neben dieser privatwirtschaftlichen Bedeutung für den Landwirt steht aber die noch viel größere volkswirtschaftliche Bedeutung. Nachdem es schon gelungen ist, durch die Maßnahmen des Reichskommissars für Altmaterialoerwertung der deutschen Papierindustrie etwa eine Million Tonnen Altpapier, d. h. etwa 25 v. H. ihres Rohstoffbedarfes, zur Verfügung zu stellen, kann die Möglichkeit geschaffen werden, etwa drei 4k 11 1 o- nen Tonnen Kartoffelkraut in Großdeutschland zu gewinnen, die einer Entlastung der deutschen Waldwirtschaft um etwa 675 000 Tonnen Zellulose entsprachen Wenn diese letzte Zahl auch noch eine Zukunftszahl ist, so laßt sich aus ihr doch ermessen, welche Bedeutung einmal das einst (o wertlose Kartoffelkraut für ine deutsche Volkswirtschaft gewinnen wird. J. K.
Einer der wichtigsten Kulturträger ist das Papier. Ohne sein Vorhandensein wäre die Erfindung der Buchdruckerkunst bedeutungslos geblieben, ohne es hätten die Geistesheroen niemals die Möglichkeit gehabt, ihre Gedanken Allgemeingut des Volkes werden zu lassen.
Während die ältesten Papiermacher als Rohstoff überwiegend „Haderlumpen" verwandten, Alttextilien also, die heute in der Papierherstellung nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, eine um so größere dagegen in der Textilwirtschaft, keß sie die immer größer werdende Nachfrage nach Papier nach einem in Massen vorhandenen Rohstoff suchen, den sie schließlich im Holz der Fichte fanden. Als diesem hochwertigen, aber langsam wüchsigen Holz neben seiner Rolle als Rohstofflieferant für die Papierindustrie noch die des Lieferanten für die immer größer werdende Zellulose- industrie mit ihrer steigenden Bedeutung für die Textilversorgung zugewiesen wurde, stellte es sich bald heraus, daß Fichte und Tanne mit ihrem jährlichen Zuwachs nicht mehr den gesteigerten Bedarf dieser beiden Industriezweige befriedigen konnten. Es gelang deutschem Forschergeist, nach zweijährigen Versuchen nun auch die bis dahin ungenutzte Buche für die Zelluloseherstellung dienstbar zu machen. Im waldarmen Italien gelang es, das bisher unverwertete Schilfrohr ebenfalls zum Zelluloseträger für das ganztz Land zu machen, während man in Deutschland daranging, immer mehr pflanzliche Zelluloseträger m den Laboratorien zu untersuchen.
Während eine Reihe von anderen Zelluloseträgern bei diesen Untersuchungen als brauchbar für ihre Auswertung erkannt wurden, schien es den Fachleuten sehr abwegig, wenn nicht sogar absurd, das Kartoffelkraut der gewerblichen Zelluloseausnutzung zuzuführen. Da war es der Führer selbst, der im Frühjahr 1938 den Gauleiter und Reichsstatthalter von Thüringen, S a u ck e l, damit beauftragte, in der Thüringischen Zellwollefabrik Versuche durchführen zu lassen, ob aus Kartoffelkraut Zellulose zur Erzeugung von Fasern für die Herstellung von Textilstofsen und Papier gewonnen werden könne.
Schon wenige Monate später konnten dem Führer zu seinem Geburtstag die ersten Fasern aus Kartoffelkraut in einem kleinen Album überreicht werden. Aber von den ersten gelungenen Laboratoriumsversuchen bis zur Großproduktion war nachdem weiter und mühevoller, mit unzähligen Rückschlägen gepflasterter Weg. „Als die Chemiker und Zellulosetechniker die technischen Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt hatten", so erzählt der mit der Durchführung der Versuche beauftragte Staatsrat und Gauwirtschaftsberater Dr. Schieber, der Leiter des Werkes, „da begannen die Sorgen des Betriebswirtschaftlers und die Mühen des Ingenieurs." Aber auch der inzwischen ausgebrochene Krieg konnte die Arbeit nicht unterbrechen, so daß es mit Hilfe der Papierindustrie gelang, zur industriellen Großverarbeitung
währt. Der Bund unterstützt die Wehrmacht durch regelmäßige Versendung von Liederbänden und Liedblättern.
Michsakademie der Wissenschaft.
Die im Reichsverband der Deutschen Akademien der Wissenschaften zusammengeschlossenen Akademien der Wissenschaften von Berlin, Göttingen, Heidelberg, Leipzig, München und Wien haben unter dem Vorsitz des Präsidenten der Preußischen Akademie, ^-Oberführer Ministerialdirektor a. D. Prof. Dr. V a h l e n, getagt. Im Hinblick auf die erhöhten Aufgaben, die der deutschen Wissenschaft nach dem siegreichen Kriege erwachsen, haben die Vertreter der Akademien des Reichsverbandes den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung gebeten, zwecks Durchführung und Vertiefung der den Akademien übertragenen wissenschaftlichen Gemeinschaftsaufgaben den Reichsverband der Deutschen Akademien zu einer Reichsakademie zu erheben und damit ihrer Orgamsation eine der neuen Aufgabenstellung angepaßte Form zu geben. Reichsminister Rust hat diesen -Entschluß der deutschen Akademien begrüßt und die Umwandlung genehmigt.
Kleine politische Nachrichten.
Im Auftrage des Führers hat der deutsche Botschafter in Madrid, von Stohrer, dem spanischen Staatschef, Generalissimus Franco, heute das Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adl er in Gold, das der Führer dem spanischen Staatschef am spanischen Nationalfeiertag verliehen hatte, feierlich überreicht.*
Der 54jährige Neuyorker Rechtsanwalt und Kinobesitzer Frank C. Walker wurde von Präsident Roosevelt zum G e n e ra l p o stm e i ste r (Post- minkster) als Nachfolger des kürzlich zuruckgetrete- nen James Farley ernannt. Gleichzeitig wurde der neue Landwirtschaftssekretär Claude R. Wickard als Nachfolger des zum demokratischen Vizepräsidenten nominierten Henry Wallace vereidigt.
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Im Gebiet Groß-Prags werden für Zwecke der Hitler-Jugend besondere Heime errichtet werden, wofür bereits entsprechende Objekte gewählt sind. Die Stadtgemeinde Prag wird für diese Heimstätten die Miete bestreiten und die bauliche Ausstattung und die Inneneinrichtung besorgen.
In der französischen Diplomatie ist ein neuer Diplomatenschub vor sich gegangen. Zwei neue Botschafter, de St. Quentin in Rio de,Janeiro und Jules Henry in Ankara, sind ernannt worden. St. Quentin war bisher Botschafter in Washington, Jules Henry, der bisher Botschafter in Rio de Janeiro war, wird Nachfolger Massigks in der Türkei.
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Von zuständiger amtlicher Stelle im Haag wurde mitgeteilt, daß für ganz Holland die Auflösung ber Freimaurerlogen angeordnet worden ist.
Todes-Anzeige.
Am 7. September d. J. verschied nach schwerer, mit großer Geduld getragener Krankheit der
Kreiskriegerfechtwart im NS. Reichskriegerbund
Kamerad Heinrich Zimmermann
Wir verlieren einen treuen Kameraden und pflicht- bewußten Mitarbeiter. Das Andenken an sein vorbildliches Wesen und Wirken wird bei uns unvergessen bleiben. 0er Xreiskriegertübrer: Dr. Monnard.
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Am 7. September 1940 starb '■4 plötzlich unser 1b. Kamerad
MAX Kreiskriegerfechtwart
Heinrich Zimmermann, Steuer-Inspektor.
zu erweisen.
Die Führerschaft.
Die Beerdigung findet Dienstag, 10. Sept., 3.15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.
Es ist Pflicht eines jeden Kameraden, unserem treuen Mitglied die letzte Ehre
Heinrich Zimmermann
Steuer-Inspektor
aus dem Leben geschieden. — Des verdienstvollen Kameraden werden wir stets in dankbarer Treue gedenken.
Beerdigung: Dienstag, den 10. Sept., um 15% Uhr, Neuer Friedhof.
4005 D
Unser lieber Alterskamerad
Heinrich Zimmermann
ist am Samstag sanft entschlafen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. September, tum 1514 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet DER VORSTAND.
Am 7. September 1940 ist unser Mitglied
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