dem
und
Reden
bH20v.H.*\ derholtenV&\ )lnerAnz*$\
nen wir wohl anfangen?"
Renate nickte etwas verzagt und ließ sich in grünen, harten Polstersitz nieder.
Der Doktor füllte das Wasserglas frisch auf setzte ein Schleifplättchen in den Bohrer.
„Einen Augenblick noch, Herr Doktor!" bat nate, als er sich schon über sie beugte und Bohrer in Betrieb setzen wollte.
Er sah sie fragend an.
„War das gestern auch ein Zufall, der Sie in den Tanzsaal führte?"
Der Doktor griff sich mit der freien Hand zwischen Hals und Kragen und schloß für eine Sekunde die Augen-; dann ließ er den Bohrer in seiner Rechten wie einen Degen sinken. „Rein!" erwiderte er laut und deutlich. „Es war kein Zufall! Ich bin Ihnen gefolgt ..."
„Ach!" rief Renate. „Und weshalb?"
Der Doktor knöpfelte den obersten Knopf seines weißen Kittels mehrmals auf und zu; die Finger, die bei diesem Spiel nicht unmittelbar beteiligt waren, arbeiteten am heftigsten. „Das ist eine Geschichte", sagte er schließlich mit einem nervösen Räuspern, „die inzwischen bedeutungslos geworden ist — völlig bedeutungslos, hm, sozusagen von den Ereignissen überholt ..."
„Aber gestern war sie Ihnen noch bedeutungsvoll, wie?" fragte sie hartnäckig, von seiner Antwort durchaus unbefriedigt.
„Ja, ich wollte Mister Parker sprechen; ich hatte da etwas klarzustellen. Und nun ist das, wie gesagt, erledigt, nachdem ich gestern abend — hm — auf dem Heimweg dazu eine Gelegenheit fand ..Er stotterte abscheulich.
„Ach so? Und, um Mister Parker zu sprechen, sind Sie gestern abend bei mir gewesen, nicht wahr?"
Er bewegte eine Weile stumm den Mund; es fiel ihm sehr schwer. „Ich wollte Sie warnen!" äußerte er endlich in einem Tonfall, als lehne er jede weitere Verantwortung ab.
„Mich warnen? Vor was?" Ihre Frage kam rasch und ein wenig atemlos.
„Vor Parker —", antwortete er mit einer gequälten Stimme, als wäre er den Tränen nahe; Tränen der Wut oder Tränen der Verzweiflung.
„Wie sind Sie nur darauf verfallen?"
„Woraus?" lastete er argwöhnisch.
Regiment
Piandt
„Ich ..
„Und weshalb?" forschte er hartnäckig und mit einem merkwürdig trotzigen Ausdruck, als habe er jetzt verteufelt wenig Zeit, sich zartfühlender anzu- ftellen.
Renate senkte den Kopf. „Weil ich ihn nicht liebte", antwortete sie tonlos.
Der Doktor drehte sich um und hängte das Handtuch sorgfältig ausgebreitet über die gläserne Stange. „Aber gestern hatten Sie seine Werbung doch angenommen!" stieß er etwas kurzatmig hervor.
„Ja — gestern hatte ich sie angenommen ..
Der Doktor beleckte sich die Lippen. „Ach so? Ich verstehe ... Der reiche Jüngling aus dem Märchen." Qfc besah feine Finger, bemerkte an einem Nagel ein Stückchen lose Haut und entfernte es.
Eine lange Pause entstand ... „Tja —", sagte der Doktor schließlich und deutete mit einer einladenden Bewegung auf den Operationsstuhl hin, „dann kön-
„Dann hat er sich umgedreht und ist die Treppe hinuntergelaufen", erwiderte Frau Holzschuh sehr hochdeutsch und sehr deutlich. Sie richtete sich auf und sah Renate etwas betroffen an: „Ich hab' mir nix dabei gedacht, wo er doch ein Arzt ist. Ich mein', er wird doch am End' net gar eifersüchtig sein, ha?"
Renate verließ die Küche so eilig, daß Frau Holzschuh zu den schlimmsten Befürchtungen geneigt war. Sie ließ das Geschirr stehen, trocknete sich die nassen Hände an der Schürze ab unö hastete Renate nach, die im Flur ihren Regenmantel vom Haken gerissen hatte und, mit der Kappe auf den Haaren, bereits die Flurtür öffnete.
„Sie, Fräulein Naumann!" Frau Holzschuh beugte sich übers Treppengeländer. „Also ich, wann ich zu wählen hält' zwischen einem Schentelmenn wie dem Herrn von Parker und so einem Zahnarzt mit dazu einer schiefen Nasn--"
Unten klappte die Haustür, und Frau Holzschuh verzichtete, bitter aufseufzend, auf den Schluß ihrer Ausführungen. —
Der Doktor war in eine Fachzeitschrift vertieft, als das Mädchen ihm „eine Dame" meldete.
Und obwohl diese vergangenen vierzehn Tage feiner Praxis einen bedeutenden Aufschwung gebracht hatten, so daß er eigentlich nicht mehr nur so zu tun brauchte, als ob er zu tun hätte, ließ er sich Zeit. Nach einigen Minuten erst stand er auf, rieb sich die Finger, um sie zu wärmen und geschmeidig zu machen, und ging schließlich zum Wartezimmer hinüber, das „Bitte, der Nächste!" schon auf der Zunge.
Er öffnete die Tür.
„Ah — Fräulein Naumann!" sagte er etwas belegt und trat zögernd über die Schwelle, um sie zu begrüßen und um ihr beim Ablegen des Mantels behilflich zu fein.
„Ich hoffe, ich komme nicht zu ungelegener Zeit?" fragte sie stockend und beeilte sich, den Mantel an den Haken zu hängen.
„Nein, durchaus nicht!" Er deutete auf das leere Wartezimmer. „Sie sehen: Es ist heute ein ruhiger Tag! Das Wetter ..." Er ging rückwärts in fein Sprechzimmer zurück unö forderte sie mit einer Handbewegung auf, einzutreten und auf dem Opera- tionsftuhl Platz zu nehmen. „Was machen übrigens hie Kopfschmerzen?" fragte er, während er zum Waschbecken schritt, um sich, wie üblich, die Hände abzubürsten. „Sie haben hoffentlich schlafen können, wie?" Er drehte den Wasserhahn auf und griff nach der Seife.
Renate sah sein Gesicht nur in dem weiß gerahmten Spiegel, der über dem Waschbecken hing. „Mister Parker fährt heute abend nach London zurück", sagte sie leise.
Der Doktor beugte mit einer Bewegung des Ueber- rafchtseins den Kopf vor, und chre Blicke kreuzten sich kurz im Spiegel.
Sie schwieg eine kleine Weile. „Unsere Beziehungen sind gelöst —", versetzte sie schließlich mit kleiner Stimme.
Der Doktor legte Seife und Bürste fort, hielt die schaumbedeckten Hände flüchtig unter den Wasserstrahl und griff nach dem Handtüch. „Haben Sie Schluß gemacht — oder er?" fragte er gespannt, als habe die Antwort für ihn eine besondere Bedeutung.
WSMllMMMM.
Roman von fjorfl Bicrnatb.
(Schluß.)
Frau Holzschuh überraschte diese Frage nicht im mindesten. In den fünfzehn Jahren, in denen sie das Atelier an Maler, Zeichner, Schriftsteller und einmal 'ogar an einen Komponisten vermietet hatte, waren ihr schon ganz andere Sachen zu Ohren gekommen als solch eine harmlose Spinnerei. Und dieser Traum vom Geld begegnete ihr nicht zum erstenmal. ..Ja, mei", erwiderte sie ein wenig gelangweilt, „das
„Nun — darauf, daß Sie mich warnen wollten!" Der Doktor rieb sich das Kinn. In seinem Gesicht stand ein flehentliches: ,Muß ich wirklich?
„Nun?!" beharrte Renate unerbittlich.
„Ach Gott, die Geschichte ist ebenso umständlich wie blödsinnig! Es fiel mir nämlich ein, daß Parker Ihre Anschrift unmöglich dem Adreßbuch entnommen haben konnte, weil sie da nämlich gar nicht drin steht. Und da bin ich eben auf ganz verrückte Vermutungen gekommen, weshalb er Sie ausgesucht haben könnte — ich meine: so rasch nach seiner Ankunft ... Ja, das ist furchtbar schwer zu erklären —- und wahrscheinlich überhaupt nicht zu verstehen .. .*
„Doch! Es hätte ja zum Beispiel so sein können, daß Parker etwa durch einen Zufall erfahren haben könnte, mir stünde eine bedeutende Erbschaft zu, nicht wahr? Oder — was haben Sie vermutet?"
Der Doktor starrte Renate verblüfft an. „(Erb« schäft —?" stammelte er wirr. „Wie kommen Sie eigentlich darauf?"
„Oh, ich meine nur so! So etwas — ober etwas Aehnliches — müssen Sie doch gedacht haben, als Sie mich warnen wollten?"
„Ich habe mir gar nichts gedacht!" gab der Doktor, leicht verstört, zu. Er machte plötzlich eine Bewegung, als habe er die Absicht, Renate auf die Schulter zu schlagen, aber er bremste noch rechtzeitig ab. „Erbschaft?" murmelte er. ,„Erbschaft ist gut! Donnerwetter — das ist ’ne Idee! Und daraus sind Sie jetzt so im Augenblick geraten, was?" Er sah Renate bewundernd und fast ein wenig neidisch an, als wünsche er sich von ihrer Phantasie nur den zehnten Teil ... Und bann griff er roieber nach bem Hanbstück bes Bohrers unb tunkte bie Schleifscheibe in ein Wassernäpfchen. „Ich werbe ba also nun leibet keine Zeit mehr haben, mich bei Mister Parker zu entschulbigen", meinte er etwas verlegen. „Ich fürchte nämlich, ich habe ihn gestern abenb auf unferm gemeinsamen Heimweg einigermaßen an» geöbet — eben mit biesen Verrücktheiten ... Wissen Sie, ich wollte ihm nämlich, wie man so sagt, auf ben Zahn fühlen ..." Er machte ein leicht unglückliches Gesicht, bas auf ben Erfolg ober vielmehr, auf ben Mißerfolg seines Unternehmens sehr deutliche Schlüsse ziehen ließ. „Es ist immerhin unangenehm, für verrückt gehalten zu werden, auch wenn der, der einen für blödsinnig hält, in London sitzt.. /*
Renate nickte bestätigend. Sie lehnte sich zurück und sah in die fliegenden Wolken hinein. „Eine Erbschaft —!" sagte sie plötzlich leise, wie von ihrer eigenen Einbildungskraft entzündet. „Wie wäre das eigentlich, wenn man nun tatsächlich — sagen wir mal — eine Million besäße, wie?"
Der Doktor tunkte die Schleifplatte zum drittenmal ins Wasser und ließ den Bohrer anschnurren.
Renate öffnete den Mund und sah ihn an.
„Es wäre entsetzlich!" sagte der Doktor und sah starr auf diesen ihren Mund, als koste es ihn eine ungeheure Anstrengung, sich nicht tiefer hinabzu- beugen und seine zahnärztlichen Pflichten zu vergessen. „Denn wo bliebe einem armen Mann wie mir bann noch bie Möglichkeit, Ihnen mit einem Platz im zweiten Rang eine Freube zu machen* wie?"
enke
chlosseni
iäm’ ganz darauf an, w i e reich!"
Renate tunkte ein Stückchen Würfelzucker in den Kaffee und lutschte daran wie an einem Bonbon. „Sagen wir mal: eine Million ..."
„Eine Mülljohn —?" wiederholte Frau Holzschuh
! Irent oder in Berg am Lairn."
„Schon mit zwanzigtausend Mark ein Häusl?" forschte Renate zweifelnd.
„Ja, was glauben denn Sie? Ueberhaupt: Häusl! ) Deshalb sag' i ,Häusll? Eine Filla stell' ich Eahna i fiir dös Geld hi — eine Filla!"
Renate nickte schüchtern, als glaubte sie Frau Holz- ! schuh aufs Wort. „Dann könnte man also mit einer Nillion ungefähr — fünfzig--" Sie sah plötzlich
krau Holzschuhs Blick in aufrichtiger Besorgnis auf ! ihrer Stirn ruhen und brach verwirrt ab.
„Nehmen S' Ihnen noch ein Stück Juchen, Fräu- i hin Naumann!" riet Frau Holzschuh gutmütig. „Die grnze Spinnerei bei denen Künstlern kommt eh vom 1 lieren Magen her."
Aber Renate dankte. Sie stand auf und ging zum Herd, um ihre Hände über die heiße Platte zu halten.
Frau Holzschuh räumte das Geschirr ab und fäöpfte aus dem Schift im Herd heißes Wasser in i de Abspülschüssel. „Uebrigens fallt mir was ein, Fräulein Naumann!" sagte sie unvermittelt. „Da hat e- nämlich gestern, wie ich mir die Haare gewaschen |i hrb', und wo Sie mit dem Herrn von Parker in die Eerenabe gegangen finb, geläutet. Unb ba ist es biefer Doktor gewesen — biefer Zahnarzt, Sie wissen [tion ..."
„Doktor Menzel?"
„Ja, der Herr Doktor Menzel! Und er hat sich nach 3inen erkundigt, und dann hab' ich ihm gesagt, daß &e mit dem Herrn von Parker in den Brunnenhof fr-gangen sind. Und dann ist er weg. Ohne ,Danke ■l<f)ön‘ und ohne ,Grüß Gotft. Also, ich muß schon 'egen: für einen gebüldeten Menschen, was doch ließlich auch ein Zahnarzt ist--!" Frau Holz-
lomh schloß ihre Rede mit einem bedauerlichen Achselzucken über die leider so häufige Unstimmigkeit fischen Bildung und Benehmen.
„Sie haben ihm gesagt, Mister Parker unb id) ’ le,en zur Serenabe in ben Brunnenhof?" wieber»
Mte Renate hastig. „Und dann t—1”
ein wenig verblüfft, denn die Einbildungskraft ihrer verflossenen Mieter war meist an der Hundert- | tausendmarkgrenze hängengeblieben. „Gengan S' zu!
Wer reb’t glei von einer Mülljohn? Aber sagen wir | Sinai: zwanzigtausend Markt, wann mir hätten, sag'
i, da tätn mir uns a Häusl bauen, in Harlaching
Ur. 85 Zweites Blatt
ite cknl itn
hier, Lan5 Hieibt am en mit, bafe tfeften gute !N Gelenke ich, daß ii ii arbeiten en in den i verspüre, Mablelten oohltuend." pe, ■ Morno, sich dir W>-- bewährt. Lik larrnemM- ct einen Ufa. In alln .Münchens.
Vertretet bei i für eßen, ibtoig SleuneL i-Lange ft.au v. Hans BeL nmel.Pl.NrL
V 'n be. "ereck »o
)Q j6*1*' I •y
Mä
Äh
hl i E^a ein | er roten 1nenbut(k D°n 430)
Sein
^wen bfc [ oer !ße,
SterM * Auch ferne U es betrach- ' folgt id nles unb funkelnden nwfteiqt, -fer. lieber den Per.! pheus unb
Wgestal.
15, Voll, tlpril. An 18 6on< m Stillen^ t> Da der t er ettoas Finsternis
Aus der Stadt Gießen.
Bachstelzen bauen.
D!- weiße Bachstelze, an item schwor,-weisi- grauen Kleid erkenntlich und vor allem mit den wechen Wangen, dem schwarzen Käppchen und der schwarzen Kehle auffallend, paßt sich, wie es schon bie Amsel m merklicher Weise getan hat, mehr und mehr der menschlichen Nahe unb den Gepflogenheiten der Zivilisatlon an. Sie begegnet einem nicht nur, wie es ihr Name will, an Bachufern unb Sanbbänken, sondern überall, wo es Insekten, Würmer und Ma- den ZU.finden gibt. Sie sucht Aecker und Gärten, Rasenstücke und Komposthaufen ab. Und in der Nahe dieser Jagdreviere baut sie auch, nie verlegen um einen Nistplatz, bald unter Brücken und Dachsparren, bald in Mauerlöchern, Steinhaufen, Holzstößen oder kleinen Erdhöhlen.
Das gleiche Pärchen, das im Vorjahre unter dem Dachfirst des Gartenhauses wohnte, scheint sich wie- der dort heimisch einzunisten, und es ist ein Vergnügen, bie zierlichen und flinken Vögel zu beobachten, bie in der Leichtigkeit unb Anmut all ihrer Bewegungen viel Tänzerisches haben. Die schlanke Gestalt, die hohen Beine und der lange, immer wippende und federnde Schwanz, der wie der Schwung eines wehenden Kostüms jedem Schritt etwas Schwebendes unb Huschenbes verleiht, schaffen alle Voraussetzungen hierzu. Wenn sie in behendem Getrippel über den Boden rennt, erinnert sie an eine Spitzentänzerin, so graziös geschieht es. Oft läßt sie sich dabei im Winde seitlich treiben, als würde sie willenlos dahingefegt, bis sie mit Hilfe des steuernden Schwanzes plötzlich eine jähe Wendung macht und steht. Selbst der Flug der Bachstelze, der in Bogen auf und nieder erfolgt, ist wie ein Jnein- andergleiten von tänzerischen Sprüngen zu den Rhythmen einer leicht beschwingten Melodie.
Immer froh und heiter zwitschert das Pärchen sich mit feinem hellen „Ziwieh!" gegenseitig an, so- I bald der Schnabel leer ist. Mit diesem sammeln sie Halme und Wurzelfasern, Moos und Wollfäden, um damit äußerlich das Nest zusammenzufügen und im Innern weich auszulegen. Bei der Arbeit sind Männchen und Weibchen in gleicher Weise beteiligt, keines will scheinbar dem andern nachstehen. Zuweilen fliegen sie zum Wassertrog im Garten, um sich ein wenig zu stärken. Dabei zwitschert bas Männchen eine feine leise Liebesstrophe, so verhalten, als brauche sie außer seiner Geliebten niemand sonst zu hören. Aber die Pause währt nicht lange, und von neuem geht es mit unverkennbarer Fröhlichkeit an die Arbeit. Sie sind glücklich wie alle Geschöpfe, die sich ein Heim einrichten, das bald zu einer sonnigen Kinderstube werden soll.
Schon Ende des Monats wirb das Gelege der ersten Brut mit fünf bis acht weißen, grau unb rötlich gesprenkelten Eiern vollständig fein. Und im Juni brütet die Bachstelze zum zweitenmal. P. B.
Kundgebung in der Neuen Aula.
„Die Aufgaben der Frau im Kriege."
Am heutigen Dienstag, 9. April, findet in der Neuen Aula der Universität eine Kunbgebuna der Partei bzw. der NS.-Frauenschaft statt. Im Mittelpunkt des Abends steht ein Vorträg der Reichs- b rebnerin Marie b e Smeth , bie über bas Thema I „Die Aufgaben ber Frau im Kriege" sprechen wirb. I Der Vortrag bürste einem allgemeinen Interesse be- F gegnen.
Dienstag, 9. April 1940
Gießener Anzeiger tGeneral-Anzetger für Oberhessen)
Gtadlbauamtmann Wettläufer f.
^Rach fast zweijährigem schwerem Leiden ist am Sonntagnachmittag der Stadtbauamtmann a. D. 21 b a m Wettläufer in Gießen verstorben. Mit ihm ist ein Mann aus dem Leben abberufen worden, der sich um die bauliche Entwicklung in der Stadt Gießen große Verdienste erworben hat.
Adam Wettläufer stammte aus Waltersdorf (Kr. Alsfeld), wo er am 15. August 1878 geboren war. Rach dem Besuch des Bautechnikums bestand er im Dahlie 1899 seine Diplom-Abschlußprüfung im Hoch- "nd Tiefbau. Hierauf war er mehrere Jahre lang in der privaten Bauwirtschaft tätig. Von 1902 bis 1904 wirkte er im Dienste der Städte Eupen und Neuß, dann kehrte er während der Jahre 1905 und 1906 wieder in die private Bautätigkeit zurück. Don 1906 bis 1915 war er auf dem Stadtbauamt ber Stadt Gießen tätig, dann machte er bis zum Jahre 1919, mit Unterbrechungen, seine Arbeitskraft und Kenntnisse im Militär-Neubauamt nutzbar. Er kehrte hierauf wieder in den Dienst der Stadt Gießen zurück, wo er am 1. April 1920 als Stadtbau- Obersekretär in das Beamtenverhältnis eintrat. Am 14. Mai 1925 wurde er zum Stadtbauoberinspektor ernannt, am 1. November 1928 erfolgte fein« Ernennung zum Stadtbau-Amtmann. Als Leiter der Hochbauabteilung und Stellvertreter des Amtsvorstandes des Stadtbauamtes entfaltete er jahrelang eine außerordentlich rege Tätigkeit, die sich bei vielen städtischen Bauten und bei den unter städtischer Mithilfe entstandenen Wohnhausblocks auswirkte. Am 1. Oktober 1939 mußte Amtmann Wettläufer wegen feiner schweren Erkrankung in den Ruhestand treten.
Sowohl als Beamter, wie auch als Mensch erfreute sich Amtmann Wettläufer in weiten Kreisen ber Bevölkerung großer Beliebtheit. Seine berufliche Tüchtigkeit verschaffte ihm nicht nur die Anerkennung seiner Vorgesetzten und Mitarbeiter, sondern auch die Wertschätzung der an der Bauwirtschaft beteiligten Kreise. Durch sein allezeit freundliches und charaktervolles Verhalten im Umgang mit den Volksgenossen erwarb er sich deren Zuneigung,. die sich in vertrauensvollen Beziehungen zu ihm äußerte. Im Stadtbauamt war er einer der wertvollsten Mitarbeiter unserer Stadtverwaltung und dadurch ein guter Diener der Allgemeinheit. Dem Entschlafenen wird nicht nur im Kreise der Stadtverwaltung und seiner Amtsgenossen, sondern auch in weiten Kreisen unserer Bevölkerung ein ehrendes Andenken bewahrt werden.
Kameradschaft ebem. L ZN 116, (Siefeen
Arn Samstag hielt die Kameradschaft L.J.R. 116 bei Kamerad Kimpel, Licher Straße, ihre Generalversammlung ab. In seiner Begrüßungsansprache streifte Kameradschaftsführer Rudolf Schneider die Ereignisse des abgelaufenen Jahres, zollte unserer Wehrmacht größtes Lob, wies darauf hin, daß die alten Kriegsteilnehmer stolz auf den Schneid und die Tapferkeit unserer jungen Wehrmacht seien und daß ber Krieg zum Wohle unseres Volkes geführt werde und der Sieg uns sicher sei.
In feinem Jahresbericht streifte ber Schriftführer, Kamerad Ehr. Studt, die Ereignisse innerhalb der Kameradschaft untu hob besonders die hohen Verdienste des früheren ^Kameradschaftsführers Wilhelm B o p f hervor, der wegen Arbeitsüberlastung die Führung im vergangenen Herbst niederlegte. Kamerad Bopf war Führer der Kameradschaft feit deren Gründung. Kamerad Studt erinnerte in seinem Bericht daran, daß im laufenden ■»»——■■III »MN
Kochanweisungen liegen jedem Paket bei.
Sportvereine hallen Ähresrückschau
Schützenverein Gießen
Der
Interesse nahm man davon Kenntnis, baß Angehörige von Wilhelm Grimm (bekannt durch dis volkskundlichen Forschungen der Brüder Grimm) Mitglieder der Vereinigung der Gelnhäuser und Kinzigtaler finb. Im Geiste einer schönen Heimat- verbunbenheit verlief der Abend.
MAIZENA
unb erstattete sodann ben Jahresbericht. Er erinnerte zunächst an bie Maßnahme bes Verkaufs des Schützenhauses und gab hierzu einige geschäftliche Mitteilungen. Ferner konnte er mitteilen, daß bis zu Kriegsbeginn sämtliche Meisterschaften und Fernwettkämpfe mit gutem Erfolg bestritten worben waren. Auch beim Kreisfest in Grünberg konnten wertvolle Ehrenpreise errungen werben. Die Zahl der Mitglieder betrug am 31. Dezember 1939 insgesamt 139. Durch den Tod verlor der Verein das Mitglied Gustav Senkler, dessen ehrend gedacht
W w e., Schillerstraße 14, ihren 70. Geburtstag begehen. Wir beglückwünschen die Jubilarin herzlich.
** Heimatabend der Kinzigtaler. Dieser Tage versammelten sich die Gelnhäuser und Kinzigtaler bei Landsmann E. Walter in ber „Stadt Mainz". Kamerad Karl Walther hieß die Landsleute, die in stattlicher Anzahl gekommen waren, herzlich willkommen. Er sprach davon, daß die Zusammenkünfte den Zweck hätten, die Liebe zur Heimat lebendig zu erhalten und Erinnerungen auszutauschen, die leben einzelnen mit ber Heimat verbinden. Er gedachte sodann der verstorbenen Kameraden. Beste Wünsche galten den Kameraden an der Front. Im Verlaufe des Abends brachte Frau Faust mundartliche Gedichte zum Vortrag, während Kamerad Walther „Erzählungen aus einer altmodischen Stadt" zum besten gab. Mit
** Eine Siebzigjährige. Am morgigen Mittwoch, 10. April, kann Frau Auguste Brück
Muller!
Gegen 2 mft einem X
Schützenverein Gießen vereinigte gestern abend im „Burghof" eine stattliche Anzahl seiner Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. Vereinsführer Georg hieß die Kameraden willkommen
Jahre das 20jährige Stiftungsfest der Kameradschaft zu begehen sei.
Unter allgemeiner Zustimmung ernannte der Kameradschaftsführer Rud. Schneider, mit Genehmigung des Kreiskriegerführers Dr. Monnard, den Kameraden Wilhelm Bopf zum Ehrenvorsitzenden der Kameradschaft mit ber Berechtigung zum Tragen der Abzeichen eines Kameradschaftsführers.
Der Kassenwart, Kamerad Friebr. Schneider, berichtete über die Kassenverhältnisse, die sich günstig gestaltet hatten. Nachdem die Kasse und Buchführung von den Kameraden G l a g o w unb Mom- b e r g e r geprüft unb richtig befunden worden sind, wurde dem Kassenführer und dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt. Kamerad Fuhr brachte dem Gesamtvorstand den Dank der Kameradschaft zum Ausdruck.
Zu einer regen Aussprache kam es bei dem Punkt „Schießen". Eine stärkere Beteiligung als seither bei diesem Sport wurde beschlossen. Unter Hinweis auf die Wichtigkeit ber Metallspende und mit dem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Generalversammlung geschlossen.
Lornotizen.
Tageskalenber für Dienstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Feuerteufel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14 Uhr „Der Choral von Leuthen"; „12 Minuten nach 12".
Hitler-Jugend Bann 116.
Slanbortappell.
Flieger-HI.: Dienstag 9. April, Antreten sämtlicher Angehörigen der Flieger-HI. um 20.15 Uhr an der Justus-oon-Liebig-Schule, Bismarckstraße.
Motor-HI.: Mittwoch, 10. April, Antreten sämtlicher Angehörigen der Motor-HI. um 20 Uhr im NSKK.-Heim, Selter sw eg.
BOM-Untergau 116 Gießen.
Diensibefehl.
Am Dienstag, 9. April, spricht in der Aula ber Universität um 20 Uhr die Reichsrednerin Maria de Smeth. Die IM.-, M- und BDM.-Werk- Führerinnenschaft wird auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht und zur Teilnahme aufgefordert.
wurde. Die Ausbildung der Jungschützen habe nqch einem guten Anfang leider nicht den erhofften Erfolg gezeigt. Zum Schluß des Jahresberichtes dankte der Vereinsführer allen feinen Mitarbeitern und bat sie, sich auch weiterhin zur Verfügung zu stellen.
Im weiteren Verlauf der Versammlung erftattete Schießwart Schilling einen umfassenden Bericht über die Schießtätigkeit. Dem Bericht sei folgendes entnommen: Beim Anschießen waren I. Krum- pen mit 54, H. Schmall mit 51 und W. Georg mit 50 Ringen die besten Schützen. Die Werner-Legler-- Plakette erhielt H. Appel, bie Ehrenscheibe W. Burk» Hardt. Bei einem Vereinsstädtewettkampf am 11. April belegte ber Verein einen guten Platz. Die brei besten Schützen waren H. Appel mit 299 R^ I. Krumpen mit 297 und W. Schilling mit 288 R. Die Vereinsmeisterschaft hatte folgende Er-
bezeichnete Nähnnittelab» schnitte der Neichsbrotkarte für Kinder bis zu 6 Jahren erhaltenSie2-wöchentt.auch1paket-250gMaizena, dos bewährte Säuglings-- und Kindernährmillel für die Zlafche, für den örei, für den Pudding.


