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9.3.1940
 
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M. Jahrgang Nr.ö9

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Oie allgemeine Wehrpflicht Grundlage des deutschen Kampfes.

Generaloberst von Brauchitsch zum 5. Jahrestag der Wehrfreiheit.

Berlin, 9. März. (DNB.) Der Ober- bsfchlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, hat zum 16. März, dem fünf­te n Jahrestag der deutschen Wehrfreiheit, folgende Ausführungen veröffentlicht, die wir einem Sonderheft der Jllustrirten Zeitung, Leipzig, entnehmen:

Als vor fünf Jahren, am 16. März 1935, der Führer die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland anordnete, erfüllte er einen weiteren Punkt des nationalsozialistischen Programms. Mit berechtigtem Stolz blickt wohl am fünften Jahrestag der Wiedereinführung der all­gemeinen Wehrpflicht jeder Deutsche und insbe­sondere jeder Soldat auf das Geleistete. Es ist nicht nur möglich gewesen, wenige Monate nach der grundlegenden Verordnung den ersten Jahrgang für die militärische Dienstpflicht zu erfassen, auszu- rüsten und auszubilden, wozu viele Voraussetzun­gen zu erfüllen waren, die Aufstellung des dafür notwendigen Offizier- und Unteroffizierkorps, die Organisation der Erfassung und Musterung, die An­fertigung und Beschaffung von Bekleidung, Waffen und militärischem Gerät für viele hunderttausend Soldaten und die Herstellung von Kasernen, Lagern und Hebungsplätzen. Es ist darüber hinaus mit Hilfe der kurzfristigen Ausbildung gelungen, Mil­lionen wehrtauglicher deutscher Männer mit dem Waffendienst vertraut zu machen sowie ihre Aus­rüstung und Versorgung im Kriegsfall mit Waffen, Munition, Bekleidung und vielem anderen sicherzu­stellen. Wir besitzen heute nicht nur in vereinzelten Schaustücken, sondern in gewaltiger Zahl Waffen, die uns durch das Versailler Diktat verwehrt waren. Wir haben Tausende von Kampfwagen, Hunderte schwerer und schwerster Batterien, eine mächtige Luftwaffe, Schlachtschiffe und U-Boote. Der beste Beweis für unsere militärische Schlag­kraft war der Siegeszug in Polen im September 1939.

Im Rückblick auf das Geleistete verdienen zwei Tatsachen gewürdigt zu werden. Die Arbeit der Reichswehr und dos Wirken der Partei. Ohne die jahrlang in aller Stille durchgeführten waffentechnischen Versuche des 100 000 -Mann- Heeres, ohne das Festhalten an dem Gedanken der allgemeinen Wehrpflicht und damit verbundene or­ganisatorische Vorbereitungen und ohne den festen Willen aller seiner Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, das Diktat von Versailles zu zer­brechen, schließlich ohne ihren unerschütterlichen Glauben an Deutschlands Aufitieg wäre die Durch­führung der Verordnung des Führers vom 16. März 1935 in der Art und Weife und vor allem auch in der Zeit, in der sie geschah, niemals möglich ge­wesen. Es bedurfte aber auch der Mobilisie­rung der Gei st er und Herzen, durch die Partei. Erst über den Nationalsozialismus gelang­ten wir wieder zur allgemeinen Wehrpflicht. Der Erziehungsarbeit ist darin unter allen Aufgaben der Bewegung der größte Wert beizulegen. Sie muß auf den militärischen Dienst vorbereiten und später an ihn immer wieder anknüpfen. Die

Bereitschaft zum Wehrdienst ist die Voraussetzung für seine Erfüllung. Die militärische Dienstzeit ist das Kernstück in der Erziehung des'deutschen Menschen.

So eindrucksvoll das äußere Bild der militärischen Organisation Deutschlands ist, so sind doch damit die Grundlagen unseres heutigen Kampfes und sei­ner Kräfte nur bedingt aufgezeigt. Erst wenn wir sehen, daß aus dieser Organisation bereits ein Or­ganismus und damit etwas Ganzes ge­worden ist, begreifen wir die vollbrachte Leistung sowohl der letzten fünf Jahre wie des jetzigen Krieges. Es wurde das deutsche Volk mit allen seinen personellen, materiellen, geistigen und see-

Geneval d>er Panzertruppe Guderian veröffentlicht zum fünften Jahrestage der deutschen Wehrfreiheit folgende Ausführun­gen:

In den zwanzig Jahren zwischen den Kriegen verstrich kaum ein Monat ohne Auseinandersetzun­gen über die voraussichtlichen Leistungen von M o - tor und Pferd. Kein Wunder! Hing doch von der Beantwortung dieser Frage Gliederung und Fechtweise neuzeitlicher Heere ganz wesentlich ab. Mit ungeheurer Spannung sahen wir der Probe des Ernstfalles entgegen. Sie liegt hinter uns.

Der Polenfeldzug führte uns in ein Ge­lärme ganz nach dem Herzen der Anhänger des Pferdes : Tiefe, weiche Sandwege in schier end­loser Ausdehnung, wenige Straßen, wenig trag­fähige Brücken, meist aus Holz, keine Werkstätten, keine Tankstellen, keine Ersatzteillager; dafür aber weite Ebenen, die Bewegungen zu Pferde abseits der Wege gestatteten, vorwiegend landwirtschaftliche Bebauung mit ausreichenden Futtermitteln; schließ­lich ein Umstand, der beiden Fortbewegungsmitteln zugute kam: gutes Wetter.

Der Feldzug bewies, daß unsere Motoren den Schwierigkeiten d^s polnischen Kriegsschauplatzes im trockenen Herbstwetter des September hervor­ragend gewachsen waren; sie wurden spie­lend überwunden. Unsere Schnellen Truppen ver­mochten die Heeresbewegungen so zu beschleunigen, daß der Feldzug in wenigen Wochen beendet wer­den konnte. Das flotte Tempo führte zu starker Beanspruchung der berittenen und bespannten Ein­heiten, die zeitweise Mühe hatten zu folgen.

Der Gegner glaubte, seine Armee der Eigen­art seines Landes bestens angepaßt zu haben. Sie war vorwiegend pferdebespannt; der Feind besaß eine zahlreiche und gute Kavallerie. Seine motori­sierten und gar gepanzerten Einheiten waren schwach und zudem verzettelt; von ihnen versprach er sich nicht viel. Der Gegner befand sich in einem grundlegenden Irrtum. Die Unterschätzung

lischen Kräften erfaßt. Es entstand die neue deutsche Wehrkraft. Sie ist nicht nur in der Wehrmacht, in der Wehrwirtschaft und in der Wehrwissenschaft sichtbar, sondern auch in der Or- ganisatton des Staates und in der Lebensordnung des einzelnen deutschen Menschen. Von der allge­meinen Wehrpflicht ist so gut wie alles, was in Deutschland seit 1935 geschehen ist, mitbestimmt worden. Millionen deutscher Männer, die durch ihre Schule gegangen sind, haben körperlich und geistig- seelisch Kraft empfangen. Ihr Denken und Handeln hat für das weitere Leben Richtunggebung erfahren. Sie wußten am 1. September 1939, daß der Füh­rer eine für die deutsche Zukunft notwendige For­derung gestellt hatte. Sie begreifen und vertreten, worum es im jetzigen Krieg geht und daß sein Ausgang für unser Volk bis in ferne Generationen entscheidend ist. Nur weil wir die allgemeine Wehrpflicht wieder besitzen, sind wir in der Lage, den jetzigen Kampf zu bestehen. Wir wissen, daß sich unser Sieg auf dieser Grundlage erhebt, auf der Bereitschaft des deutschen Mannes, sich zum Kampf für Volk und Vaterland zu stellen.

der motorisierten und zumal der gepanzerten neu­zeitlichen Einheiten unseres Heeres wurde fein Ver­hängnis. Vom zweiten Taae des Feldzuges an waren feine Fronten durchbrochen, feine Verbin­dungen gestört, seine Führung gelähmt. Die Kriegs­geschichte kenn! kaum eine vollständigere Niederlage, sie konnte auch durch den aufopfernden Einsatz der Kavallerie nicht aufgehalten werden. Im polnischen Feldzug hat der Motor entscheidend ge­siegt!

Für die Zukunft läßt sich mtt Sicherheit Voraus­sagen, daß die Entwicklung des Kraft­zuges noch keineswegs abgeschlossen ist und da­her eine gesteigerte Leistungsfähigkeit der motori­sierten und gepanzerten Einheiten eintreten muß. Die Leistungsfähigkeit des Pferdes hingegen ift naturgegeben; hier ist ein Mehr nicht möglich. Wäh­rend also bei den berittenen und bespannten Ein­heiten weder größere Beweglichkeit und Schnellig­keit noch besserer Schutz gegen Feuer zu erwarten sind, wird uns die Zukunft stärkere und zuverläs­sigere Motoren, bessere Laufwerke, festere Panzer, wirksamere Seh- und Verbindungs-Mittel und grö- ßere Kältebeständigkeit bringen. Der Wettstreit auf diesem Gebiet wird sobald nicht aufhören, zumal die Abwehr gegen die neuen Angriffsmittel wächst und zu immer neuen Anstrengungen zwingt.

Die Taktik und die operative Verwendung der neuen Waffen gründen sich auf die Ueberlieferung der besten Lehren d-er Kavallerie. Kavallerie und Panzertruppen, Panzerabwehr und Schützen, mo­torisierte und berittene Aufklärung bilden im deut­schen Heere die Schn ellen Trup p em In ihnen soll aus dem gleichen Geiste rücksichtslosen Draufgehens aus dem Streben nach Zufammenfaffen der Kräfte im entscheidenden Raum, aus dem Erfassen des richtigen Zeitpunktes, aus der geschickten Wahl des Geländes jene blitzschnelle Schlacht- und Kriegsent­scheidung gesucht und gefunden werden, die wir zum Heile unseres Vaterlandes im Polenfeldzug herbei­zuführen das Glück hatten.

Motor und Pferd im modernen Krieg.

Erfahrungen und Zukunstsaussichten der Schnellen Truppen.

Durch Opfer zum Sieg.

Das deutsche Volk aedenkt an diesem herben Märzsonntage seiner gefallenen Helden, der Toten des Weltkrieges, deren Gräber sich wie ein Wall rings um ihre Heimat ziehen, der Toten des Feld­zuges in Polen, der Toten, die im Westen die Grenze schützten, der Toten unserer Luftwaffe und Marine, die im Kampf gegen England ihr Leben einsetzten, und all der Männer und Frauen, die mit heißem Herzen für Deutschland ihr Blut ge­geben haben. Unser besond-erer Dank gilt diesmal auch den Helden deutschen Volkstums, die auf eine so entsetzliche Weise Opfer des von den Polen orga­nisierten Massenmordes geworden sind. Wo auch immer sich über ihrem Leib die Erde wölbt, und mag auch kein Kreuz und kein Stein ihre letzte Ruhestätte künden, mögen sie schlafen auf dem Grunde des Meeres oder im Sande der Wüste, sie alle sind durch ihre Taten unsterblich geworden, sie alle stehen unvergessen in der Erinnerung ihres Volkes, das heute voll Dankbarkeit und Ehrfurcht erhobenen Hauptes an ihre Gräber tritt, weil es weiß, daß feine Helden nicht umsonst ihr Leben dahingegeben haben, daß sie und ihr Volk eine große innige Kameradschaft eint, von der einst der Dichter und Frontsoldat Heinrich Lersch mit den schönen Worten gesprochen hat:

Wenn die letzten Strahlen der finkenden Sonn» über das Kampffeld streichen,

steigen aus Gräbern und Lüften die toten Soldaten herauf, aus Gräbern in Wäldern und Schluchten, aus Gräbern in Heide und Sand stehen sie vor ihren Hügeln betend, der Heimat zugewandt?

Wie ihr letzter Gedanke der Heimat gatt, die sie mit ihrem Opfer davor bewahrt haben, Kriegs­schauplatz zu werden, so fühlen wir uns heute und immerdar mtt ihnen innig verbunden. Denn aus ihrem Opfer wurde Deutschlands Auferstehung. Aus der Fro-ntkameradschaft des Großen Krieges wuchs den Besten unseres Volkes der Glaube an ein neues Reich und die Kraft, im Geist der gefallenen feldgrauen Kameraden den Kampf für eine deutsche Wiedergeburt auf sich zu nehmen und durchzustehen. Aus ihren Händen haben wir als teures Vermächt­nis die hohe Verpflichtung übernommen, uns ihres Opfers würdig zu erweisen, wohin uns auch immer der Befehl des Führers gestellt haben mag, in

außerdem innerhalb des Oberkommandos des Hee­res den Ausbau der Schnellen Truppen und die Mo­torisierung der gesamten Wehrmacht. Er war maß­geblich beteiligt an der Entwicklung der Schnellen Truppen, die im siegreichen Polenfeldzug ihr Kön­nen unter Beweis gestellt haben. Die Vereinigung der verschiedenen Aemter bietet die Gewähr ein­heitlicher Zielsetzung und Durchführung in der Mo torisierung von Wehrmacht und Wirtschaft.

Ein Ansporn.

Der fünfte Opfersonntag brachte mehr als 13 Millionen.

Berlin, 9. März. (D3tB.) Der am 10. Februar 1940 durchgeführle 5. Opferfonntag des Kriegs- winlerhilfswerkes erbrachte mit 13 337 776,22 RM. einen durchschlagenden Beweis für die Opferbereit-

Generaloberst von Brauchitsch

Bei den Krontarbeitern.

...... 9. März. (P. K.) Im erneut winterlichen Schneewinde blähen sich die Fahnen. Am Fuße der Masten haben sich im offenen Viereck die Frontarbeiter des Westwalles aufgestellt. General- von Brauchitsch, der Oberbefehlshaber des Heeres, spricht zu den Männern, die im Feuerbe­reich der Geschütze des Gegners unter den schwer­sten äußeren Bedingungen, unter einem ungewöhn­lichen körperlichen Einsatz, unter Verzicht auf viele Angenehmlichkeiten des äußeren Lebens, Bunker, Stellungen und Sperren bauen. Der Generaloberst würdigt diese Arbeit und legt den Männern dar, wie notwendig gerade eine solche Leistung sei. Sie gebe den Soldaten die Möglichkeit, die Heimat zu verteidigen, sie zeige dem Gegner, wie ein Volk sich gegen jeden Angriff zu sichern wisse. In den vergangenen Monaten des Krieges habe die deutsche Wehrmacht gemeinsam mit dem deutschen Arbeiter und der deutschen Frau der uns feindlichen Welt gezeigt, wie das heutige Großdeutschland einen geg­nerischen Angriff bekämpfe. Darum auch verdien­ten Soldat und Arbeiter stets zusammen ge­nannt zu werden, darum auch spreche er im Namen der Soldaten des Westens den Frontarbeitern feinen Dank für ihren Einsatz aus. Dann trat der Ober­befehlshaber, begleitet von Dr. Todt, auf die Frontarbeiter zu und Übergab den Männern, die die längste Zeit am Westwall ihren Dienst tun, das Schutzwallehrenzeichen. Mit jedem sprach der Generaloberst, erkundigte sich nach seiner Arbei^ Er schüttelte den Männern die Hand und dankte jedem. Ein Westwallarbeiter dankte dem General­oberst für fein Kommen und versprach für seine Kameraden, wie bisher ihre Pflicht zu tun.

Bei den Soldaten.

Im dichten Schneetreiben setzte der Oberbefehls­haber die Fahrt fort. Er besichtigte die Hebung eines Infanterieregiments Mischen den Bunkerstellungen, er besprach sich mit seinen Gene­ralen, und während er die Hebung verfolgte, bei diesem oder jenem Soldaten verhielt und mit ihm sprach, erinnerte sich das Wetter besserer Pflichten, und wärmend kam die Sonne. Der Wmd trug leisen Kanonendonner von der Front herüber und deutete an, daß diesen Hebungen ein ernster Hiw tergrunb geboten war. Nach der Hebung sprach h-x Generaloberst itt eindringlichen Worten zu den.

Offizieren über die schweren Aufgaben der Zukunft I und erinnerte immer wieder an die Festigkeit des! soldatischen Einsatzes, indem er schloß:Immer nur voran sehen und immer nur voran gehen, ohne darauf zu achten, was zur Rechten oder zur Linken geschieht!"

In schneller Fahrt begann die Besichtigung der Stellungen und F r o n t a r b e i t e n , der Pioniere, immer wieder wurden Besonder­heiten der Bauten und der Stellungen erläutert und erklärt. In allen Dörfern in den geräumten Gebieten, an den Stellungen längs der Straße standen die Soldaten, grüßten die Frontarbeiter. In rascher Fahrt ging es zur luxemburgischen Grenze. Still lag die Mosel, still lagen die Häu­serdrüben", ein paar Zollbeamte waren zu sehen, konst alles still. In der hellen, strahlenden Sonne lagendrüben" an der Dreiländerecke bereits die gegnerischen Stellungen. Die Nähe der Front wurde offenbar: die ersten zerschossenen Häuser, ausge­besserte Granattrichter am Straßenrand, verstärk­ter Stellungsbau, Feldkabelleitungen, Batteriestel­lungen, deren getarnte Geschütze kaum erkennbar waren. In einem Dorf ein Halt: Es beginnt ein neuer Divisionsabschnitt. Der Divisionskommandeur meldet sich und meldet zugleich vier Soldaten zur Verleihung des Eisernen Kreuzes. Der Oberbefehls­haber überreicht jedem mit Worten des Dankes die Auszeichnung: Zuerst einem Pionierhauptmann für den Einsatz seiner Kompanie, einem Hnter- offizier und zwei Gefreiten für tapferes Verhalten in einer Vielzahl von Spähtruppunternehmungen. Inmitten der Frontarbeiter läßt sich der Oberbe­fehlshaber von den Pionieren und Bauführern die Stellungen zeigen. Er gibt Anregungen und trifft Anordnungen, und während er mit seiner Hinge­bung auf der Höhe steht, strömen Frontarbeiter und Soldaten herbei und stehen in weitem Halb- kreis umher.

3m Vorfeld.

Es ist immer das gleiche, grüßende und winkende Menschen. Dann aber wird es einsamer, als der Generaloberst in das Vorfeld fährt: Erstaunt und überrascht stehen die Posten an den Schranken­sperren, als der General an ihnen vorüberfährt. Soweit es mit dem Wagen nach vorn geht, so weit auch wird gefahren. Inmitten der verlassenen fran­zösischen Stellungen hart hinter dem vordersten Posten besieht sich der Generaloberst das Vorfeld»

an der Krönt.

Eine zerschossene Kapelle, aus gebaute Stellungen, die von wett vorgeschobenen MG.--Posten besetzt sind, verfallene ftanzösische Stellungen, im Oktober vom Gegner verlassen. Hier besichtigt und vergleicht der Generaloberst die Vorfeldstellungen. Der Geg­ner schießt auf den Schneeberg, etwa 2 Kilometer zur Rechten, dort wo die Sonne, bereits sich nei­gend, wie ein glühender Teller steht. Dumpf die Abschüsse, summende Flugbahn, dunkel die Ein­schläge der Atem des Krieges.

Am Grabe der Gefallenen.

In der abendlichen Stunde des sich neigenden Tages besuchte der Oberbefehlshaber einen Friedhof, der die Gefallenen des Abschnittes birgt. Die Schlichtheit, mit der der deutsche Soldat seine gefallenen Kameraden ehrt, ist rührend. Schmale Holzkreuze nennen die Namen, kleine Tannen schmücken den Totenacker, Blumen künden die Dankbarkeit der Kameraden. Ein großes Kreuz aus weißer Birke hebt sich hoch hinauf, eine Kriegs­flagge weht im Wind, und die rotleuchtende Abend­sonne gibt die letzten, versöhnenden Strahlen. Der Oberbefehlshaber legt, während ein Ehrenzug das Gewehr präsentiert, an einem Grabe für alle Toten einen Kranz nieder. In diesem Toten ehrt er seine gefallenen Kameraden, die ihr Leben für ihr Va­terland gaben. Vor den Toten einer Division ehrte der Oberbefehlshaber des Heeres über dem Grab des Unteroffiziers Joseph Dollendorf die Toten des Westens und die Toten in Polen, er dankte den Toten dieses'Krieges für ihr Opfer und er dankte zugleich für alle Soldaten feines Heeres.

Dr. Joachim Fischer.

Generalmajor von Schell llnterstaats- sekretär im Neichsverkehrsministerinm.

Berlin, 8. März. (DNB.) Der Führer hat den Generalbevollmächti Aen für das Kraftsahrwefen im Vierjahresplan, Oberst des Generalstabes von Schell zum Generalmajor ernannt. Gleichzeitig ist Generalmajor von Schell unter Verleihung der Dienstbezeichnung Unterftaatefetretär als Abtei­lungsleiter in das Reichsverkehrs- minifterium berufen worden. Das Aufgaben­gebiet des Unterstaatssekretärs umfaßt den gesam­ten motorisierten Verkehr und den allgemeinen Straßenverkehr. Generalmajor pou Schell bearbeitet

schäft des deutschen Volkes. Von dieser Summe zeichnete erstmals in der Geschichte des WHW. der Gau Wartheland 72000 RM. Mit einer Mehrsumme von 5 316 477,67 RM. erhöhte sich das Ergebnis gegenüber dem gleichen Eintopfsonnlag des Vorjahres um 66,28 v. h., womit sich der Durch­schnitt je Haushalt von 36,33 Rpf. auf 57,68 Rps. steigerte. Angesichts des morgigen lehtenOpfer- sonntags im diesjährigen Winterhilfswerk er­fahren gerade diese Zahlen eine besondere Be­deutung. Das deutsche Volk opferte an den fünf bisherigen Opfersonntagen allein weit mehr als 60 Millionen RM., so daß zu erwarten ist, daß aus den sechs Opfersonntagen dieses KWHW. minde­stens 75 Millionen RM. aufgebracht werden. In wel­chem Maß die Opferbereitschaft des deutschen Vol­kes angestlegen ist, ergibt sich am besten aus einem Vergleich mit dem Ergebnis der sechs Eintopfsonn­tage des ersten WHW. 1933/34, die damals etwas mehr als 25 Millionen RM. erbrachten. Auch der bevorstehende Opfersonntag wird den Beweis da­für erbringen, daß das deutsche Volk sich darüber klar ift, daß der Sieg nur hinter Opfern sieht.

Oer Wehrmachtsbericht.

Berlin, 8. März. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront außer örtlicher Artillerietätigkeil keine besonderen Ereignisse.

In der Nacht vom 6. zum 7.3. und vom 7. zum 8.3. fanden wiederum erfolgreiche Vorstöße der Luftwaffe gegen die britische Ostküste statt, hierbei wurden trotz starker Gegenwehr ins­gesamt 11 im britischen Geleit oder abgeblendet längs der britischen Ostküste fahrende Handelsschiffe ver» senkt oder schwer getroffen. Alle deutschen Flug­zeuge, die zu dieser Unternehmung eingesetzt waren, kehrten ohne Verluste zurück. Ein zur Aufklärung gegen Nordschotlland eingesetztes Flugzeug wird vermißt.

In der Nacht vom 6. zum 7. 3. flogen einzelne englische Flugzeuge in die Deutsche Bucht ein. Bis auf ein Flugzeug traten alle übrigen noch vor Er­reichen der deutschen Küste den Rückflug an. Bei feindlichen Einflügen nach Nord- und Westdeutsch­land in der Nacht vom 7. zum 8.3. wurde dänisches und luxemburgisches Hoheitsgebiet verletzt.