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Ur 34 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Bringt Hausbrieskästen an!
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(Nachdruck verboten!)
10. Fortsetzung.
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Roman von Frank F. Brann Copyright by Deutscher Verlag, Berlin
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Zögert nicht mit der Beschaffung der Volks- gasmaske. 3n jedem haushalt müssen die Volksgasmasken jederzeit bereit fein. Kauft sie bei den NSV.-Amtswaltern.
drüben an der gegenüberliegenden Hauswand fest- stellen. Der Lärm der Straße drang herauf. Es war acht Uhr. Ueberall begann der Betrieb. Er wandte sich um und öffnete die Tür in das Nebenzimmer, in dem fein Kommissar Kybander saß. Er wollte etwas sagen, vielleicht einen guten Morgen wünschen oder vom Sonnenschein sprechen, aber er kam nicht dazu. .... .
Kommissar Kybander hatte m diesem Augenblick den Telephonhörer ausgenommen und meldete sich.
Der Kommissar horchte. Sein breites, gutmutiges Gesicht wies Züge der Bestürzung.
„Wie denn? Mord sagen Sie? Wahrhaftig Mord? Wie kommen Sie daraus? Entschuldigen Sie die Frage, aber wir erhalten hier die unglaublichsten Anruse und Meldungen."
Kriminalrat von Karmin nahm rasch den Kopfhörer auf und legte chn ans Ohr. Er mckte Ky-
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Wenn der Fliegeralarm daran hindern sollte, pünktlich zur Arbeitsstätte zu kommen, so wäre das belanglos, da man ja auch im Betrieb vermutlich nicht arbeiten würde. Als Luftschutzwart muß man auf jeden Fall die Entwarnung abwarten und darf das Haus erst verlassen, wenn festgestellt ist, daß man nicht mehr benötigt wird. Selbstverständlich muß der stellvertretende Luftschutzwart während der Abwesenheit des Luftschutzwarts im Hause sein.
Ärotreste.
Trocken gewordene Brotstücke müssen sorgfältig, am bestene in Mullbeutel hängend, aufgehoben werden. Zu gegebener Zeit können daraus wohlschmeckende Gerichte entstehen. Eine findige, stets für Abwechslung sorgende Hausfrau wird einmal einen Auflauf, eine Supptz, einen Pudding oder eine kalte Speise daraus herstellen, oder den Brot- rest zum Dicken der Bratensoße nehmen. Doch wäre es grundverkehrt, sich eine Sammlung von altem Brot anzulegen, bloß weil die eine oder die andere Nachspeise den Kindern besonders gut schmeckt. Es sollte jeder so sparsam wie möglich mit dem Brot umgehen, um dadurch wenig Reste zu haben. Auch muß mit der alten Gewohnheit mancher Hausfrau aufgeräumt werden, nämlich mit der Verwendung von Brot zum Reinigen von Kleidern, Möbeln oder Tapeten. Die chemische Industrie stellt genug Mittel her, die statt dessen oder vielmehr besser als Brot für diese Zwecke verwendet werden können. Die Achtung vor dem Brot sollte jedem eine selbstverständliche Pflicht sein und ihn davor bewahren, das Brot zu anderem als zur menschlichen Ernährung zu verwenden. *
** Vortrag „D a s dunkleMittelalter" fällt heute aus. Auf allgemeinen Wunsch der Hörer, in Berücksichtigung der Veranstaltung de? Gießener Konzertoereins, fällt der für heute, Frei« tag, vorgesehene Vortrag von Professor Dr. I e 1* lenbach über „Das dunkle Mittelalter" aus. Sei? neue Termin wird noch bekanntgegeben.
** Verkehrssünde r. In der Zeck vom Januar bis 1. Februar mußte die Polizei gegen: 4 Kraftfahrzeugführer Anzeigen erstatten und 5 gebührenpflichtige Verwarnungen aussprechen. Sonstige Fahrzeugführer wurden in 2 Fällen gebührenpflichtig verwarnt, in einem Fall war Anzeige not" wendig. Außerdem wurde ein Radfahrer gebühren* pflichtig verwarnt. '
ihm da gesagt wurde. r
„Ihren Namen und Anschrift bitte , forderte er.
Die weibliche Stimme sagte: ,Lch bin Frau Carlotti Witwe; wir wohnen Nettelmannstraße 10. Vielleicht kennen Sie das Antiquitätengeschaft meines Sohnes Ludwig Carlotti?" .
In der Nettelmannstraße find zahlreiche Antiquu tät'engeschäfte", sagte Kybander, es ist möglich, ich werde es jedenfalls finden. Sie sagen, Sie fanden Ihren Sohn Ludwig heute morgen erschossen m ^Jch stlber^fand ihn nicht. Das Mädchen, das den kleinen Raum hinter dem Laden, sozusagen das Privatkontor meines Sohnes, in Ordnung bringen wollte, fand ihn. Er war tot."
„Sagte das Mädchen?" „
.Ja, ich lief sofort hinunter und überzeugte mich. Ihre Stimme wurde brüchig. „Er ist wirklich tot. Schon ganz steif und starr. _ . ...
„(Sie haben hoffentlich nichts verändert und Nichts ang^ruhrt.chts, Mädchen ist sofort nach der
furchtbaren Entdeckung umgekehrt und hat nichts angefaßt." _ eM
^Sie wohnen hn selben Haus!
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Aus der Stadt Gießen.
Schneefahrt im Vogelsberg.
„Fahren Sie mal besser bis Hartmannshain", meint der biedere Alsfelder Metzgermeister, der mir im Fruhzug von Lauterbach nach Gedern gegenüber- sitzt, nachdem er erfahren hat, daß ich in Ilbeshausen meine Schiwanderung zum Hoherodskops beginnen will. Und da auch der mitreisende Herr von nebenan den gut gemeinten Rat billigt, „zügele" ich noch ein paar Kilometer weiter durch den grauenden Vogelsberger Wintermorgen. Mein zweiter Ratgeber entpuppt sich jetzt als begeisterter Vogelsber- gianer und bedauert lebhaft, -nicht mehr „wie einst im Mai" mttinachen zu können. Das höre mit dem Mer alles auf. Warum ich das erwähne? Nun, der „alte Herr" war — künfunddreißig Jahre alt. Und lveil ich mich jener sechsundvierzigjährigen Mutter von fünf Kindern erinnerte, der ich vor vier Jahren unterwegs zur Zugspitze im Höllental begegnete und abends im Schneefernerhaus zufällig 'wieder gegenübersaß.
Den dampfenden Korn „in der Wirtschaft gleich am Bahnhof in Hartmannshain, zu dem mir der Metzgermeister noch dringend geraten hat, trinke ich nicht, weil auch in Hartmannshain die Wirtsleute wie die Bauern ganz zu Recht im Winter nicht mit den Hühnern aufzustehen scheinen. Drum die Bretter an die Füße und 'rauf ins winterliche Vergnügen. Auch in Herchenhain regt sich noch nichts, außer dem eisigen Lüftchen, das die niedrigen Bauernhäuser umtanzt. Ich schließe mich einem schiernden Waldarbeiter an, mit dem ich bald darauf — den Reiz der ersten Abfahrt genießend — über die baumfreie Mulde hinweg dem jenseitigen Walde zusteuere. Ich nahm bisher an, unsere hessischen „Gebirgler" seien durchweg zünftige Schneeschuhläufer, muß aber im Laufe der Unterhaltung mit meinem Weggenossen erfahren, daß wohl die Schulkinder eifrige Schisportter sind, dann aber den Brettern Lebewohl sagen. „Ich nehm' sie auch nur n-och, weil ich leichter zur Arbeitsstelle komme", bemerkte der pfeifenschmauchende Mann.
Unser Morgengespräch ist verstummt, als wir die Stille des Waldpfades nicht unterbrechen wollten,
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Studienjahren stammt- und ihre Entstehung demnach jahrzehntelang zurücklag. Herr van Karmin fah den jungen Assistenten an, der da vor ihm stand.
Das war kein Meisterstück, Ottavio", sagte er m dunkler Anlehung an eine Erinnerung aus der Obertertia, obgleich der Kriminalassistent Henke nut Vornamen Karl hieß. „Sie hätten den Burschen gar nicht erst bis zum Bahnhof kommen lassen dürfen, nun ist er nach Leipzig entwischt, und die Herren in Sachsen können nochmal zu suchen anfangen. Er schüttelte den Kopf. „Nehmen Sie sich em Beispiel an Kriminalkommissar Kybander, unter dem Sie ja sonst arbeiten." . v . .
Der junge Mann war schlank, dreiundzwanzig Jahr- alt, hatte ein offenes, ehrliches Gesicht, IN dem ein paar flinke, blaue Augen hm- und her- wanderte/ Jetzt blickten sie allerdings etwas be-
schaftsleiterin nach Tag und Stunde bekanntgegeben. Manches hübsche Bildchen aus der Arbeit der NS.» Frauenschaft-Deutsches Frauenwerk wird ebenfalls in den Kästen zu finden sein.
Oie Aufgabe des Sanitäts-Offiziers.
Mit einem weiteren Vortrag wurde am gestrigen Donnerstagabend im Hörsaal des Chemischen Instituts die Reihe der Wehrwissenschaftlichen Vorträge unserer Universität fortgesetzt. Oberstabsarzt Dozent Dr. Deist sprach in anschaulicher Weste über das Thema „Die Aufgaben des Sanitätsoffi- ziers", das er umfassend behandelte. Zahlreiche Zuhörer fanden sich dazu ein und folgten dem Dor- trag mit gespannter Aufmerksamkeit.
Sei Fliegeralarm bleibt jeder, wo er ist
Auf diese Frage eines Luftschutzwartes, wohin er sich zu wenden hat, wenn Fliegeralarm ertönt, während er auf dem Wege zur Arbeit oder noch in seinem Betriebe ist, schreibt die „Sirene": Wenn Fliegeralarm ertönt, bleibt jeder da, wo er gerade ist, also in seinem Hause oder an feiner Arbeitsstätte. Die Straßen sind so schnell wie möglich zu räumen.
einen durchaus unnötigen Verbrauch ihrer Körperkraft darstellt. Man wird es verstehen können, daß manche Briefträgerin, wenn sie von ihren Ppst- bestellgängen heimkehrt, fast am Ende ihrer Kräfte ist, und dann kommt für diese Frauen sofort die Arbeit und Sorge für den eigenen Haushalt, für ihre Kinder und für mancherlei notwendige Gänge, z. B. Einkäufen usw. Wer sich die Summe dieser alltäglichen schweren Anstrengungen unserer Brief- trägerinnen vergegenwärtigt, wird mit uns der Meinung sein, daß es dringend notwendig ist, durch die Schaffung von Hausbriefkästen in allen Häusern diesen Frauen den schweren Dienst im Kampf ums Leben nach Möglichkeit zu erleichtern.
Die Einrichtung von Hausbriefkästen wird überall technisch ohne allzu große Umstände möglich fein. Es wird vollkommen genügen, wenn ein aus Holz zusammengefügter Kasten aufgehängt wird, der durch Zwischenwände in einige Fächer, entsprechend der Zahl der Familien in dem Hause, und Einwurfschlitze in den Deckel untergeteilt ist. Derartige Kästen kann jeder Schreinermeister mit Leichtigkeit Herstellen, ein handwerklich geschickter Mann kann sie sich unter Umständen auch selbst unfertigen. Selbstverständlich kann man in völlig zweck entsprechender Weise auch mit dem Aufhängen der in den Geschäften feilgehaltenen Metallbriefkästen den erwünschten Erfolg, den Briefträgerinnen den Dienst leichter zu machen, erzielen. Soweit man einen derartigen Metallbriefkasten bereits an feiner Wohnungstür hat, braucht man den Kasten dort nur abzuschrauben und ihn im Parterre neben dem Hauseingang aufzuhängen.
Im übrigen gilt auch hier das Wort: Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg! Dnach wollen wir alle handeln, um den Briefträgerinnen und ihren aus dem Kriege heimkehrenden Kollegen den Dienst zu erleichtern! B.
über den hinweg die Fichtenzweige sich schwesterlich zart aneinanderschmiegen. Nun habe ich doch solch „schwesterlich Paar" mit dem Kopfe gestreift, — gleich schütten sie mir zur Strafe ihre weiße Last über Kopf und Nacken. Allein quere ich die Berg- wiese, die schneeverzauberte Waldbäume umgürten. Dort hat ein Reh den Boden beim Suchen nach spärlichen Hälmchen zerhackt. Da drüben hinter dem schwarzen Gebüsch haben sicherlich Hasen genächtigt, die vielen Spuren deuten wenigstens darauf hin. Heute achte ich übrigens gar nicht auf die bunten Kreuze und Kreise an den Baumrinden, die mir sonst sichere Wegweiser sind. Denn wo konnte das tief eingegrabene Schneeschuhgleis anders hinführen als zu meinem Tagesziel: dem Hoherodskopf!
Im Klubhaus trinken die „Frühaufsteher" gerade Kaffee, als ich hereinpoltere. Welche Erquickung das einfache Rucksackfrühstück zu dem schon verloren geglaubten Kornkaffee brachte, weiß wohl der am besten, der in den gleichen „Fußtapfen" geglitten ist. Aber die kurze Zeit, die ich im Vogelsberger Schiparadies verbringen darf, muß recht genutzt werden. Drunten winken schon die Schneedächer von Breungeshain. Bald wippe ich auch schon auf den Spuren meiner „Vorfahren" den {teilen Hang hinab. Die Eröffnungsfahrt ging ohne „Notbremse" zu Ende. Nun bin ich zwar bemüht, zenes erkenntnisvolle Wort: „Wie kommst du am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!", möglichst zu verwirklichen. Konnte jedoch beim schrägen Aufstieg zur jenseitigen Uebungs- wiefe nicht verhindern, daß sich mein Verlangen nach jenen netten Einrichtungen richtete, die man in Garmisch und Zürs als „Schilift" findet. Also ein Ding, das einen rasch zum Starck zuruckschiebt, um bald von neuem den Hang hinabteufeln zu können. f s
Wirklich eine ideale Uebungswiese! Weck und breit kein Bäumchen, das sich die Schi-ABC.- Schützen so gerne als „Halt" heraussuchen Und drunten das breite Waldtor mit Auslauf und eingelegten „Schikanen". Vom Schneepflug bis zum Telemark, alles läßt sich auf der glatt gebügelten Kuppe schaffen. Zumal, wenn man das Gluck gar, ein paar „Zünftige" zu treffen, die einem die letzten
Geheimnisse der Bretter, die die Winterwett bedeuten, erschließen.
Am Abend ist im Klubhaus jene unbekümmerte Stimmung, die Menschen im Urlaub um sich verbreiten. Vorweg Gießener und Friedberger. Man 1 pieft Romme, blättert in Zeitschriften und lacht in gemischter Gesellschaft. Ich muß morgen früh beizeiten wieder zum Hang und deshalb den anziehenden Kreis zwangloser Geselligkeit bald mit meiner Schlafkammer vertauschen. Draußen faucht noch immer der Bergwind um Ecken und Giebel. Sternklar blickt mich der Nachthimmel an, als ich ihm aus meiner „Dunkelkammer" noch einen kurzen Augenblick schenke.
Der Morgen gehört dem Uebungshang. Doch bevor am Mittag der Rucksack zur Weiterfahrt gepackt wird, wandere ich hinüber zum Taufstein. Wunderliche Wanderung! Verzaubert scheinen die Bäume. Sehen die schneebeladenen Tannenzweige nicht aus wie riesige Raubtterkatzen? Und die Buchen neigen ihre Aeste zu Boden wie der den Kamps eröffnende Fechter das Rapier. Wenn die Fichten sich im Winde wiegen, gleichen sie täppisch schreitenden Mädchen in weiten Reift ocken und adretten Kapuzen. Und wie ächzen die Waldriesen, wenn der Sturm sie packt. Wie Menschen, die schwere Lasten fast erdrücken. Sieh da, auch der alte Turm hat sich winterlich gekleidet, ist weiß betupft vom Fuß bis zum Kopfe. Doch sind da drüben nicht Schispuren? Ja, und schon gleite ich die mählich steiler abfallende Schneise hinab. Mir ist, als habe mich der alte Winter als Hausherr zu sich geladen und geleite mich nun auf kaum spürbaren Schwingen durch seinen schönsten Besitz. .
Wer verargt es mir deshalb, daß ich am Nachmittag nicht ganz ohne „Neid" auf die noch länger im Banne des Zauberwaldes und auf den glatt gebügelten Hängen Verweilenden das gastliche Klubgasthaus verlasse, um meine „Vogelsbergdurchquerung" nach Ulrichstein fortzusetzen, über J)ie Stumpertenroder Höhe zu klettern und schließlich mein Taldörfchen wiederzufinden! War die Vogelsberg-Schneeschuhfahrt bis zum Gipfel und erst recht dort eine poesievolle Angelegenheit, so entpuppte sich mein freundlicher Gastgeber von vorhin auf der Heimreise als mürrisch-schnauzbärtiger Geselle. Aber deshalb bin ich ihm nicht böse, und
War das der Perser? „Wer sind Sie? , stieß Car. fotti unsicher heraus. Seine Finger tafteten über bie Schreibtischplatte und suchten den Revaloer unaus. fällig in die Hand zu bekommen. Aber die Blatter darauf rutschten ab und verschoben sich. Die Waffe wurde sichtbar, bevor Carlottr sie ergreifen konnt^
Der Fremde lächelte fpöttifch, Er hatte bu: Be- wegung beobachtet und schien mit st'chem Empfang gerechnet zu haben. Seine Abwehr geschah m> Bruchteil einer Sekunde. „Laßen Sie das .sagte er, „es täte mir leid ..und er faßte in 8 l tafche und hatte schneller als Carlottt den Reool im ^Ia9' was wollen Sie?", brachte Carlotti mühsam heraus. Seine Zunge versagte den Dienst Wo blieb Zibilla? Er wagte es Nicht, £>te(™°]l,cA ergreifen, obgleich feine Fingerspitzen schon das kalte Metall berührten. f .
Der Eindringling sah ihn mit flnsterem Mick an. „Das werden Sie sofort* erfahren , verhieß er.
gelegt und von ihm aufgearbette^ wurd^^
Herr von Sarmin war em blonder era» kicher Herr, der sich dem Ende der "°bene
nicht zu sagen, dem Anfang der 50, Scheitel » 4t gern. Er trug g=tte5 ßa« fern S^e.^ sah aus rote angeklebt. Gr paue ..
eine Tiefquart von ber Mundecke z noch röter war, obgleich sie aus des Knmmalrais
tri0er Kriminalrat stellte das fest. Er war ein angenehmer Vorgesetzter. Was er hatte sagen wollen und müssen, war gesagt. Er fuhr ohne Scharfe 'M Ton fort: „Vielleicht haben Sie einmal Selegen- beit in einem bedeutenderem Fall, als es diese kleine Gauneraffäre war, mitzuwirken.
Das wäre schön", sagte Henke. ,^ch brenne darauf Herr Kommissar Kybander hat nur versprochen, im nächsten Mordfall werde er mich hinzuziehen. Ö lieber Verrn oon Karmins Gesicht huschte die Andeutung eines Lächelns. „So", sagte er und er mukte den Mund spitz machen, um ernst bleiben m können „es scheint, Herr Kommissar Kybander iüat über 'die Mordfälle, bevor sie sich ^getragen haben Mag uns der Himmel mit einem Mordfall verschonen, Henke. Das wünschen Sre sich gefälligst, nid)@eroife ^Herr^Kriminalrat", versicherte Henke.
5,err von Karmin tat eine H°ndberoegung „Sie lehnen sich ja doch nach einem Mordfall , faßte er 1 JannH aeben Sie nur, Sie ichlechter Mensch " Aber er lächelte den jungen Mann dabei und Henke verließ ihn bedeutend weniger geknickt als er hereingekommen war.
Ken von Karmin erhob sich, und trat an das Seniler Er zündete sich eine Zigarre an; es war Ane pechschwarze Brasil. Er sah einen Augenblick
sollst du, Iftber Leser, nicht schadeuftoh lachen über dre eben noch himmelhoch jauchzende und jetzt scheinbur zu Tode betrübte Schiläuferseele, e. i.
Bornotizen.
Tageskalender für Freitag.
Populärwissenschaftliche Vorträge der Universität: 20.15 Uhr im Hörsaal des Zoologischen Instituts, Bahnhofstraße, Professor Dr. Schmidt, „Filmvorführungen aus dem Gebiet der Zoologie". — Gießener Konzertverein: 20 Uhr im Saale des Gesellschaft svereins, Sonnenstraße 19, „Quartetto di Roma". — Stadttheater: 20 bis nach 23 Uhr „Die Fledermaus". — Gloria-Palast, Settersweg: „Na- nette". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Drei Väter um Anna".
Stadttheater Gießen.
Am heutigen Freitag wird die Operette „Die Fledermaus" von Johann Strauß wiederholt. Musikalische Leitung: Heinz Markwavdt. Spielleitung: Harry Grüneke. Chöre: Mchard Boeck. Tänze: Thea Maaß. Bühnenbilder: Karl Löffler. 19. Vorstellung der Freitag-Miete.
71S.-Frauenschast Gießen.
Der Gemeinschaftsnachmittag der Ortsgruppe Mitte findet am Montag, 12. Februar, um 16 Uhr, im „UC“, Plockftraße statt. Gäste sind willkommen. Tiachrichtenkästen derNS-Franenschast-
Deutsches Frauenwerk.
Die NS.-Frauenschaft-Deutsches Frauenwerk hat beschlossen, für jede Ortsgruppe der NS.-Frauen- schaft-Deutsches Frauenwerk in Gießen Nachrichtenkästen auszuhängen. Wo diese Kästen zum Aushang gelangen, wird zu gegebener Zeit bekanntgemacht. Die Nachrichtenkästen sollen einer umfassenden Unterrichtung der Mitglieder und Nichtmitglieder dienen. Mitteilungen aus der Arbeit der Ortsgruppen über die Veranstaltungen der verschiedenen Abteilungen, Bekanntgabe der Ortsgruppenabende, der neueste Rezeptdienst, die jeweils wichtigste Arbeit und prakttsche Hinweise auf die zeitgemäßen Aufgaben der Hausfrau, das alles wird im Nachrichtenkasten zu finden sein. Ferner werden die Kurse des Mütteroienstes, die Sprechstunden der Ortsftauen-
Der Wunsch, in allen Häusern neben der Haus- türe oder sonstwo im Erdgeschoß Hausbriefkästen anzubringen und dadurch den Briefträgern das mühevolle Treppensteigen zu ersparen, ist schon wiederholt geäußert worden. Teilweise haben die Hausbesitzer diesem Wunsche Rechnung getragen, indem sie im Zusammenwirken mit den Hausbewohnern eine derartige Brieftasteneinrichtung schaffen ließen, bei den Neubauten hat man in erfreulicher Weise von vornherein auf diese zeitgemäße soziale und wirtschaftliche Forderung Rücksicht genommen und neben den Hauseingängen in das Mauerwerk hinein Briefkästen für die einzelnen Mietparteien geschaffen. Jedoch fehtt diese Einrichtung noch in dem größten Teile unserer Häuser, insbesondere in älteren Gebäuden, die schon vor dem Weltkrieg errichtet wurden und zum Teil seit Jahrzehnten bestehen.
Die neueste Entwicklung im Verkehrsdienst hat die Forderung: Schafft Hausbriefkästen im Erdgeschoß aller Häuser! dringlicher als je zuvor gemacht. War das Treppensteigen für die ^Briefträger schon immer eine große Anstrengung, so ist es für die jetzt im Kriege aushilfsweise im Briefträgerdienst tätigen Briefträgerinnen (Frauen und Mädchen) fraglos eine noch größere Strapaze. Außerdem bedeutet das Treppensteigen heute mehr denn je einen Verlust an kostbarer Zeit. In der ©tabt Gießen sind gegenwärtig 16 Brief- trägerinnen täglich zweimal mit dem Austragen der Postsendungen beschäftigt. Diese Frauen müssen nicht nur weite Wege zurücklegen, sondern sie sehen sich in all den Häusern, die dis jetzt noch keine Hausbriefkästen haben, vor die zwingende Notwendigkeit gestellt, die Treppen hinaufzusteigen, oftmals bis zum zweiten und dritten Stock, um die Postsachen abzugeben.
Wohl niemand wird beftreiten, daß dieses Treppensteigen für die mit schweren Brieftaschen behängten Frauen eine ganz besondere Anstrengung ist und
bänder zu. ~ P1. . ,
Eine sonore, klangvolle Frauensttmme sprach. Sie n schien gefaßt, versuchte jedenfalls sachlich zu sein - und gab auf Kybanders Fragen klare, vernunf- e tiae Antworten. Der Kommissar schrieb mit, was
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ansotz, zahnfieischkröl gend, mild aromatisch, - und so- preiswert!
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„Im Gartenhaus, jawohl, im ersten Stocks
„Und es handelt sich um Ihren Sohn Ludwig Carlotti?" .
„Jawohl. Er wohnt unter mir im Erdgeschoß. Julia weiß noch gar nicht, daß er tot ist. Sie schlaft noch. Ich will es ihr jetzt sagen."
„Julia ist vermutlich die Frau Ihres Sohnes?
„Jawohl."
„Wie kommt es, daß sie um acht Uhr morgens noch nichts von dem Mord weiß. Es muß ihr doch aufgefallen fein, daß der Gatte aus dem Laden nicht nach Haufe in die Wohnung kam?"
„Es hätte ihr auffallen können, mußte es aber nicht unbedingt, Herr Kommissar. Die beiden schlafen getrennt Mein Sohn arbeitet oft spät abends noch im Laden. Er schrieb da unten an einem kunsthistorischen Werk. Manchmal saß er schon halbe Nachte dort. Es war verabredet, daß Julia ihn dann nicht erwartete und sich nicht um sein Kommen füm* werte."
„So", sagte Kybander, „dann ist es allerdings das beste, Sie bereiten Ihre Schwiegertochter schonend vor und nehmen uns das ab/ Er zog seine Uhr. „Ich bin mit der Mordkommission in zwanzig Minuten dort. Sorgen Sie dafür, daß bis dahin niemand den Raum betritt oder gar den Toten anrührt. Der Laden bleibt geschlossen. Sonst noch etwas zu fragen, Frau Carlottt?"
„Nein", sagte Frau Henriette schluckend. Der Kommissar hörte das deutlich durch den Draht. Er wechselte mit dem Kriminalrat einen Blick. „Dann darf ich Sie unserer Anteilnahme versichern", schloß er. „Wir werden tun, was in unseren Kräften steht. Ihnen wenigstens die Genugtuung zu verschafftn. daß der Tod Ihres Sohnes nicht unqesühnt bleibt.
„Danke", sagte Frau Henriette förmlich.
Kybander hängte rasch an. Diese Szenen waren seiner Gutmüttgkeit zuwider. Und außerdem war das so eine Sache, das Beileid aus^usprechen, bevor der Fall klar lag. Er erinnerte sich, daß er einmal einer Ehefrau feine aufrichtige Teilnahme aussprach und sie zwei Tage später als die Mörderin ihres Mannes einlieferte. „Fahren Sie mit, Herr Kvimr- nairat?" fragte er.
Herr von Karmin schüttelte den Kopf. „Diele Köche verderben den Brei. Ich kann mich ja auf Sie verlassen, Kybander. Kommen Sie bitte gleich nach? Iher zu mir und berichten Sie mir. HZ orts. MM
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25Pt


