Ausgabe 
9.2.1940
 
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in August gefüllte ' e,m an- 1 Weber. 43000

m. 34 Erstes Blatt

M.Zahrgang

Freitag, 9. Februar 1940

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Metzeim Anzeiger

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aus

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Bukareft, Februar 1940.

Wenn jemand heutzutage eine Reise nach Rumänien macht, so sollte man erwarten, daß er hinterher vieles Interessante zu berichten weiß, besonders wenn er Journalist ist und gar wenn er noblesse oblige einen Namen hat und Georges Suarez heißt. Und wenn diese Be­richte zudem noch in einer Zeitschrift mit dem ver­pflichtenden TitelVue" erscheinen, so müßte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, daß sie wirklichgesehene" Tatsachen und nicht gehörter und vergröberter böswilliger Klatsch sind. Der fran­zösische Schriftsteller Suarez würde wahrscheinlich beleidigt und entrüstet sein, wenn man ihn ein Waschweib oder eine Klatschbase nennen würde, aber die Art, wie er sich in Rumänien ^unterrichtet" und seine Leser weiterunterrichtet", ist von den Jnformationsgepflogenheiten der genannten Damen nur im äußeren Rahmen, nicht aber in der Me­thode und der Gesinnung verschieden.

Die Sorge um den zurückgehenden französischen Einfluß in Rumänien hat Herrn Suarez nach Bu­karest getrieben, wo er versucht hat, auf einigen Banketten, die ihm seine höflichen Gastgeber ver­anstalteten, sich über das Land, seine Politik, seine Wirtschaft erschöpfend zu unterrichten. Die selbst­verständliche Freundlichkeit, mit der man ihn aus­genommen hat, veranlaßt ihn zu der Schlußfolge­rung, daßdas Renommee Frankreichs in dem schö­nen rumänischen Land allen Erpressungen und Un­

häfen bei Kriegsausbruch beschlagnahmt

vom Feind aufgebracht wurden

durch Selb st Versenkung wurden dem Zugriff durch den Feind entzogen

zwei großen Kriegsbetrieben Berlins sprachen die Admirale von Trotha und P r e n tz e l als Auf­takt zu einer Aktion des Reichsbundes deutscher Seegeltung, der deutschen Nation die schicksalhafte Bedeutung seiner Seegeltung vor Augen zu führen.

Admiral z.V. Prentzel verwies auf die Tatsache, daß England die Unangreifbarkeit seiner Insel durch die Entstehung der Luftwaffe verloren hat. Auch dem Geleitzugsystem sei in der Luftwaffe ebenfalls eine im Weltkriege noch unbekannte ernste Gefahr erwachsen. England, das schon einzusehen beginne, daß die militärische Niederwerfung Deutsch­lands heute aussichtsloser denn je ist, mache ver­zweifelte Anstrengungen, durch völkerrechtswidrigen und brutalen Druck auf die Neutralen die Wirt­schaftsblockade zu verschärfen. Aber auch das wird nicht mehr zum Erfolge führen, wenn wir nur felsenfest entschlossen sind, durchzuhalten und im­mer daran denken, daß die Freiheit Deutschlands nur durch die Erkämpfung des in keiner Form mehr behinderten Zuganges zu den Welt­meeren gewonnen werden kann.

Febr. 2er ' Watzen- lokal seine Vorsitzende . unter den zriißte die einsrechnei

Die Kasse m Rechn« erteilt Der ericht. Der Heuchelheim e ©efangs- ich währet den weiter eben *

Mann mit dem Fallschirm, er fällt wie ein Stein Hunderte von Meter herunter. Was ift denn los? Will sich der Fallschirm nicht öffnen? Wie gebannt starren die Posten und der ganze Zug hinauf. Jetzt endlich öffnet sich der Schirm, bremst den Fall und bläht sich weit auf. Jetzt erkennen sie alle den Piloten an den Leinen. Er pendelt hin und her.

Da, was ist das?! Da kommt eine Curtis- Maschine angebraust, nimmt Kurs auf den Fallschirm. Nein, es ist kein Irrtum! Man hört das Hämmern der Feuerstöße. Der Franzose schießt auf den wehrlosen Mann am Fallschirm. Er hat nicht getroffen, Gott sei Dank. Deutlich erkennt man an den Bewegungen des Körpers da oben, daß das MG-Feuer keine Wirkung hatte. Droben kurvt die Curtis, jetzt kommt sie zurück. Das Unglaubliche wiederholt sich, der Jäger nimmt sich von neuem den Deutschen am Fallschirm aufs Korn. Rack-tack-tack. Tacktack jagen die Schüsse aus dem MG. Der Deutsche zuckt

bereit;

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Durch ^ekloate 1 Arbeit

Brandt LN- hi, oon lchweisen wie ber -e diesem r Ange- Magie 1 Ml- ' wie bas ^zeugen derjenige, wesenden hatte die .

Sprechende Zahlen.

Die englische Art der Kriegspropaganda zeichnet sich dadurch aus, daß sie selbst uralte Tricks mit einer geradezu verbissenen Sturheit immer wieder spielen läßt. Mag es mangelnde geistige Regsam­keit, mag es insularer Hochmut, mag es Prinzip sein, was die Briten zu ewiger Wiederholung ihrer Propaganda- und Hetzmethoden veranlaßt, jeden­falls kann man diesem Dauerfeuer der Londoner Lügenkanonen nur ntit ebenso beharrlicher Auf- klörungsarbeit begegnen. Das wird umso notwen­diger, je mehr England die künstliche Perwirrung der Geister, auch der neutralen Geister, über be­stimmte Grundbegriffe und bestimmte Ereignisse des Seekrieges steigert, um so die eigenen schweren Verluste und die deutschen Erfolge zu verschleiern.

Wenn beispielsweise Reuter amtlich meldet, daß das 875 Bruttoregistertonnen große Minensuchboot S p h i n x" gesunken sei, so liegt schon darin eine bewußte Täuschung. Denn gemäß internationalem Brauch berechnet man die Größe der Kriegsschiffe nicht nach Bruttoregistertonnen, also Raumtonnen, sondern nach Gewichtstonnen. Nur bei Han­delsschiffen interessiert wegen der Fracht die Größe des umbauten Raumes unter und über Wasser. Die Registertonne ist also ein Raum oder Hohl­maß. Dagegen werden Kriegsschiffe naturgemäß nach ihrem Gewicht gemessen, und zwar ist das Gewicht eines Schiffes gleich dem Gewicht der von ihm verdrängten Wassermenge. Da aber die Zahl der Gewichtstonnen bei einem Schift größer als die Zahl der Raumtonnen ist, sucht Reuter durch seine Meldung den Eindruck zu erwecken, als ob es sich bei dem untergegangenen Kriegsfahr­zeug um ein kleineres Schiff handelte, als es in Wirklichkeit ist.

Die beste Aufklärung gegenüber diesen Lügen- manövern sind die nackten Ziffern der Er­folge des deutschen Handelskrieges, die das Oberkommando der Wehrmacht soeben ver­öffentlicht hat. Da die Engländer ihre Verluste mit großem Raffinement zu verheimlichen trachten und durch falsche Statistiken die wahre Lage ihrer Han­delsschiffahrt im unklaren zu lassen suchen, kann man mit großer Bestimmtheit annehmen, daß die tatsächlichen Verluste Englands noch erheblich höher als 1,5 Millionen Tonnen sind. Diese Erfolge der deutschen Seestreitkräfte sind um so höher zu bewerten, als sie bei eisigem Winterwetter erzielt wurden. Das erforderte von allen Teilen der deutschen Kriegsmarine höchste Pflichterfüllung, denn auch die ständige Bewachung der Nord- und Dftfee hat die wichtige Aufgabe, die Schiffahrt nach England zu unterbinden und den Transport oon Konterbande durch neutrale Schiffe zu verhindern. Das ist der deuftchen Seekriegfüh-

Jnsgesamt belaufen sich die beul- scheu Verluste auf 42 Schiffe mit 236 957 Brt

Neue Schiffsverluste.

Amsterdam, 8. Febr. (DNB.) Der norwegische DampferBari! d" (1085 Brt.), der am 22. Januar von Horten nach England ausgelaufen war, ist an seinem Bestimmungshafen in England noch immer nicht eingetroffen, so daß man das Schiff mit feiner aus 15 Mann bestehenden Besatzung als v e r l o r e n ansieht. Der Kapitän und die Mannschaft (51 Mann) des britischen FrachtdampfersA r m a n i st a n" (6805 Brt.) wurden von dem spanischen Motorschiff Montebaril" in Las Palmas an Land gebracht. Der Dampfer istinderNähevonLifsabon ge­sunken.

zusammen. Er ist getroffen. An ihm vorbei jagt der abgefeimte Gegner, geht wieder in die Kurve und jetzt setzt er zum dritten Male zum An­griff an. Nochmals sprüht ein Feuerstrahl da oben. Dem deutschen Flieger fällt der Kopf auf die Brust! Tot!

Die Kameraden von der Infanterie sagen uns, daß sie vor Wut hätten heulen können in diesen Augenblicken, als der Sauhund da oben allen Ge­boten der menschlichen Kriegführung zum Trotz auf denausgestiegenen" wehrlosen Flieger schoß. Alles rannte dann zu der Stelle hin, wo der Fallschirm niederkam. Andere Kameraden waren schon zur Stelle. Da war denn die Freude groß, als sie den deutschen Piloten lebendvorfanden. Er hatte durch den gemeinen, hinterhältigen Angriff der Curtiß einen schweren Oberschenkelschuß erhalten. Er habe den Fallschirm erst nach acht­hundert Metern geöffnet, weil er nicht so lange in der Luft Herumgondeln wollte. Beim dritten An­griff der Curtiß habe er sich dann tot gestellt und damit sei er dem feigen Angreifer erst los gewor­den. Da fragen wir:Ist das Ritterlich­keit?" ,^st das mit den Gesetzen der Menschlich­keit vereinbar und derGrande Nation" würdig?" Eugen Press.

Roos kein deutscher Spion.

Erlogene Begründung für den Mord an dem elsässischen Autonomistenführer.

Berlin, 8. Febr. (DNB.) Die französische amt­liche Agentur havas verbreitet ein Kommunique des Kriegsgerichtes, das den elsässischen Heimatführer Roos zum lobe verurteilt hat. 3n biefetn heißt es, daß Roos feit mehreren Jahren mit Agenten des beutfchen Geheimbien st es in Ber- binbung geflanben unb ihnen Angaben über von Frankreich getroffene militärische Sicherheits­maßnahmen verschafft habe.

hierzu wirb amtlich mitgeteilt: Der El­sässer Roos hat zu keiner Zeit mit irgend­welchen beutschen Stellen in Berbin- d un g geflanben. Die Behauptung, baß er beuf- sche Beauftragte mit irgendwelchen Informationen über französische Sicherheitsmaßnahmen unb sonstige militärische Fragen versorgt habe, ist baher frei etfunben unb erlogen. Die französische Re­gierung wirb sich um eine anbere Begtünbung für den Mord an diesem seit langem als Autono« misten bekannten Etsässerführer Um­sehen müssen, ber ihr wohl wegen ber Kritik an ben unerhörten Zustänben innerhalb ber aus ber Heimat vertriebenen Elsässer im Innern Frankreichs lästig geworben war.

Deutschlands Recht auf die See.

Vor mehr als 5000 Gefolgschaftsmitgliedern

Insgesamt 463 796 Brt

Damit belaufen sich die G e s a m t v e r l u st e der feindlichen unb neutralen hanbelsschiffahrt seit Kriegsbeginn auf insgesamt

409 Schiffe mit 1 493 439 Brt.

Demgegenüber hat die deutfche Handels- s ch i f f a h r t bis einschließlich 31. Januar 1940 fol- genbe Berlufte erlitten:

1. vom Feinb würben in seinen

Ist das ritterlich?

Feindlicher Jäger beschießt abgesprungenen deutschen Flieger.

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Dorleben, d der Um- eringfte zu e.

409 Schiffe mit 1,5 Millionen BNT seit Kriegsbeginn versenkt.

Die Gesamtverluste der feindlichen und neutralen Handelsschiffahrt.

Atlanten an, dem ' fei. Der daß eint | lharakter« f veranlaßt I der leicht | Tat be-

Wenn französische Journalisten reisen

Äon unserem Dr He.-Korrespondenien.

DNB. ..., 8. Febr. (PK.) Wir sind b e i e i n em Jnfanterievorposten im Vorfeld Drü­ben sehen wir, nur einige hundert Meter über der Talmulde, kaum aus der Schneedecke erkennbar, den Verlauf der französischen Stellungen. Wir stehen hier auf französischem Boden, denn das verschossene Dorf hinter uns, in dem die abrucken­den Franzosen in echt gallischer Barbarei gehaust hoben rft das erste lothringische Grenz- d o r f in diesem Abschnitt.Wie war das nut der Do 17so fragen wir hier die Kameraden, die auf der'Schneefläche einer Anhöhe Vorposten halten. Sie erzählen uns nun den Vorfalls .

Ein deutsches Flugzeug, eine Do 17, wird bei ihrem Rückflug ins Reichsgebiet d o n f r a nzo - fifdien Jägern verfolgt und ist in großer fiobe schon unweit der deutschen Dorpostenlimen. Da, plMch setzen die Motoren aus, der deuftche Aufklärer verliert an Hohe kommt herunter^ geradewegs auf die Grenze zu. Hoch droben lost sich Än Punkt aus dem wunden Vogel. Es ftt etn

ternehmungen der feindlichen Propaganda wider­steht". Er schreibt selbst ganz offen, daß sein Aufent­halt in Bukarest sich um einige wenige Anziehungs­punkte wie das Luxusrestaurant Capsa, die Kaviar- Handlung Luchien und die Haute-Volee-Bodega Dragornir gedreht habe, deren auserlesener Tafel- tyrannei er sich nach einigen vergeblichen Versuchen nicht habe entziehen können. Aber nicht einmal da­bei hat er ordentlich aufgepaßt, denn sonst könnte er nicht vonJuica" offenbar ist Zuika, der rumänische Pflaumenschnaps, gemeint als einem leichten, warmen Alkohol, mit dem man in Ru­mänien jede Mahlzeit begießt", sprechen.

Das wäre an sich ganz belanglos, wen er nicht i auch die politischen Probleme in der gleichen ober­flächlichen Art behandelte, lieber diehauchdünne" soziale Schicht der Kaviarbrötchen, mit denen nach ; feiner Darstellung jede Mahlzeit in Rumänien an- . geblich beginnt, ist er nicht hinausgekommen. Er , macht sich gar nicht erst die Mühe, zu untersuchen, warum z. B. Frankreichs Wirtschafts­austausch mit Rumänien und damit auch sein Einfluß hier ständig z u r ü ck g e h t. Statt dessen spricht er von denstarken intellektuellen und senti­mentalen Banden", die seiner Ansicht nach Rumä­nien und Frankreich verbinden. Immerhin, die eine fundamentale Erkenntnis ist ihm auch bei allem Essen und Trinken nicht entgangen, wenn er sie auch mit einem kurzen, unauffälligen Satz ab­tut:Das natürliche Absatzgebiet des rumänischen Exports ist nicht Frankreich, sondern Deutschland und die Länder Mitteleuropas . Um die Wirkung dieses Eingeständnisses abzuschwä­chen, folgt gleich hinterher eine faustdicke Unwahr­heit, auf die jeder Kenner mit einem lauten Ge­lächter antworten wird:Und trotzdem spricht hier niemand oder fast niemand deutsch". Das ist wieder die Bankett- und Kaviar-Perspektive des journa­listischen Sonntagsreiters Suarez. Als wenn jemand ! Veranlassung gehabt hätte, mit ihm, dem Fran­zosen, deutsch zu sprechen! In Wirklichkeit ist Fran­zösisch in Bukarest die Fremdsprache einer sehr dün­nen politischen und gesellschaftlichen Oberschicht (tue ' übrigens auch meist sehr gut das Deutsche beherrscht).

In der Wirtschaft und im alltäglichen Leben ist das Deutsche ganz unbestritten die ! Fremdsprache Rumäniens

Wie dann Suarez im zweiten Teil feines Artikels . seinen im qrften Teil mühsam verhüllten Aerger i über den natürlich auch von ihm trotz aller gegen» , teiligen Behauptungen sehr gut wahrgenommenen i Rückgang des französisch-englisch-jüdischen Einflusses t abreagiert, das ist der Gipfel infamster Journail- lerie. An einer Stelle ist er auch so vorsichtig, an- , zudeuten, wer ihm das Gift geliefert hat, bas er verspritzt. Es ist der Bukarester Vertreter des 'Paris Soir", Hermann, gerade kein Urfran- [ zofe, aber ein polnischer Jude, ber auf diese Art seine Wut darüber ausgelassen hat, daß er i durch das unrühmliche Verschwinden seiner Pro­tektoren im Jnformationsministerium etwas m den Hintergrund gedrängt worden ist. Suarez hat ve- bemerkt, daß man diesem in früheren fahren iour- nalistisch leider so vernachlässigten Lande deutscher- I seits Aufmerksamkeit schenkt und daß was ja eigentlich bei dem Volumen, das die deutsch-rumä­nischen Wirtschaftsbeziehungen angenommen haben, eine Selbstverständlichkeit ist - in längster Zeit eine Anzahl deutscher Zeitungen und Nachrichten­agenturen sich durch eigene in Bukarest ansässige Korrespondenten ausführlich über die Pallaschen, wirtschaftlichen und kulturellen Vorgänge des Lan­des informieren lassen. Das grämt Herrn Suarez ber die Berichterstattung aus Sudosteuropa anschei nenb für ein französisch-englisches Monopol ha t.

Also greift er zu dem Kampfmittel der Diffamie, rung unb erfindet eine pikante Story. DieE s färe" Berlins" mindestens ein ganzes Bataillon Journalisten, das tagtäglich durch neue Rekruten vergrößert wird - stchen unter .dem Kommando einer klugen, eleganten und verfuh rischen Frau, bie man in Bukarest angeblichDie schöne Spionin" nennt. Diekleinen Sol­daten Mabarns" kommen nitt verhungertem Aus sehen unb hohlen Wangen aus Deuftchland und ver

wenden die ersten Tage ihrer Anwesenheit in Bu­karest darauf, wieder zu Kräften zu kommen und sich ein repräsentables Aeußere zu verschaffen. Wenn sie so weit in Ordnung sind, nimmt bieBa­ronin" sie in bie Hanb. Wozu, bas weiß natürlich auch Herr Suarez nicht zu berichten, weil die ganze Geschichte von A bis Z erlogen ist. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, sich über ben- tatsächlichen Arbeitsbereich dieser Frau, die er mit Namen nennt, bei den rumänischen Amtsstellen zu infor­mieren. Statt dessen verleumdet er öffentlich eine Frau, die ihm nichts getan hat, nur um sich die billige Dreigroschen-Sensation derschönen Spio­nin" nicht entgehen zu lassen. Ein feiner Kavalier. Die alsdie kleinen Soldaten der Baronin" be­witzelten deutschen Schriftleiter in Bukarest aber kommen gar nicht erst in die Verlegenheit, an die Kollegialität dieses Schreibhelden zu appellieren, der so zynisch zwischen den Zeilen verrät, daß für ihn Journalismus unb Spionage dasselbe ist. Sie tun weiter ihre Pflicht, um die deutsche Oeftentlich- keit sachlich, offen und gründlich über die politischen, wirtschaftlichen unb kulturellen Vorgänge und Er­scheinungen dieses mit Deutschland so eng verbun­denen Landes zu unterrichten. Das mag auch ein Soldatentum fefn, wenn auch ein stilleres unb ernst­hafteres als bas Schundroman- unb Operetten-Sol- batentum bes Herrn Suarez.

Man könnte das Produkt bes Herrn Suarez Dieb

Berlin, 8. Februar. (DNB.) Das Okw. gibt befannf:

Au der Saarfronf etwas lebhaftere Artillerle- unb Spähtrupptätigkeit.

Die Verluste der feindlichen und neu­tralen handelsfchiffahrt, soweit sie allein durch die Kampfmaßnahmen der deutschen Kriegs­marine verursacht sind, haben von Kriegs­beginn bis Ende Januar die Summe von 409 Schiffen mit 1 493 431 Brt. erreicht.

In demselben Zeitraum wurden ferner von deut- chen Seestreitkräften 354 Schiffe mit insgesamt 607 881 Brt. zur weiteren prisenrechtlichen Unter­suchung in deutsche Häsen eingebracht.

In der Zeit vom 21. Dezember 1939 bis 31. Januar 1940 sind an feindlichen und neutralen Handels­schiffen in Berlust geraten:

1. nach bestätigten Meldungen 371 898 Brt.

2. nach Meldungen, die mit gro­ßer Wahrscheinlichkeit auf einen Totaloerluft schließen lassen 91 898

leicht damit entschuldigen, daß es gegen Deutsch­land, gerichtet ist unb baß im Kriege alles erlaubt sei. Der französische Journalist schießt aber so wilb um sich, baß er dabei auch seine rumänischen Gast­geber empfindlich trifft. Er spricht von dem angeb­lich ärgerlich-gelangweilten Wesen, das der Gene­ralsekretär bes rumänischen Propaganbaministe- riums, Dragu, bei einem beutschen Tee-Empfang natürlich ganz im Gegensatz zum Diner für Herrn Suarez am nächsten Tag! zur Schau getragen habe, er kompromittiert ben Jnformationsminister Fabian und geht sogar so weit, den Kronrat und früheren Ministerpräsidenten A r g e t o i a n u , einem ausgesprochenen Vorkämpfer der deutsch­rumänischen Zusammenarbeit, die Aeußerung in den Mund zu legen:Auch bie unter uns, die den Tatsachen Rechnung tragen zu müssen glauben unb sich gut mit Deutschland stellen, sind im Grunde auf der Seite Frankreichs".

Nun, wir Deutsche sind nicht so einfältig, auf die­sen allzu plumpen Versuch, das gute deutsch-rumä­nische Verhältnis durch Intrigen unb Klatsch zu stören, hereinzufallen. Das einzige, was Herr Sua­rez mit biefer naiven Giftmischerei erreicht hat unb bie Beschlagnahme berVue"» Nummer, bie seinen Artikel enthält, in Rumä­nien beweist das, ist, daß er sich bei den zu­ständigen Stellen in Bukarest, denen er ihre Gast­freundschaft so übel lohnte, sehr unbeliebt ge­macht hat. Schließlich auch ein Erfolg, wenn auch nicht in ber von ihm beabsichtigten Richtung. Wir aber empfehlen ihm, in Zukunft bie Gründe für den Rückgang der französischen Sympathien in Ru­mänien zunächst einmal in der eigenen Brust zu suchen.