auf ihre Eignung vom gesundheitlichen Standpunkt zu prüfen. Bedenken werden unverzüglich der NSV. mitg-eteilt. Es wird weiter klargestellt, daß sich die Richtlinien auf sämtliche Verschickungen im Rahmen der Jugenderholungspflege, auf die Entsendung von Kindern und Jugendlichen, erstrecken. Die zweimalige Untersuchung vor der Entsendung ist für sämtliche Entsendungen in Heime und Familienpflegestellen durchzuführen. Um die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten in Heimen zu beschränken, ist die Anhäufung der Kinder in großen Gruppen zu vermeiden. Die Kinder sind möglichst in kleineren Schlafräumen und nicht in Schlafsälen unterzubringen. Jedes Kind muß ein eigenes Bett haben. Schulkinder sind von Kleinkindern abzusondern. Eine Ueberbelegung von Heimen ist unzulässig, wie auch mangelhafte Einrichtungen nicht behelfsmäßig für die Jugenderholungspflege herangezogen werden dürfen.
Trotz Rationierung gesunde Iugendernährung.
Seit langen Jahren hat sich die Gesundheitsführung der Jugend auch mit der I u g e n d e r n ä h -- r u n g beschäftigt und die Grundsätze für eine zweckmäßige und gesunde Kost in den Verpflegungsvorschriften für die HI. im Lager, auf Fahrt, in Jugendherbergen, Landdienstheimen usw. niedergelegt. Daß diese Forderungen auch noch mit der heutigen durch die Lebensmittelrationierung bestimmten Ernährungslage voll üderein- stimmen, beweist eine Untersuchung, deren Ergeb- nisse das Amt für Gesundheitsführung in der Reichsjugendführung jetzt mitteilt.
Man hat den Nahrungsbedarf eines I u n g e n im Lager mit dem Leben in frischer Luft,
körperlicher Ausarbeitung ufw. mit 2600 Kalorien berechnet. Damit ist jede mengenmäßige Unterernährung ausgeschlossen und gleichzeitig eine Ueberfütterung mit ihren schädlichen Folgen verhindert. Die jetzige Lebensmitteloerteilung hat sogar diesen relativ hohen Kalorienoerbrauch als Grundlage und setzt beispielsweise für den Zehn- bis Vierzehnjährigen die gleiche Kalorienzahl wie für den erwachsenen Normalverbraucher fest. Darüber hinaus erhält der Jugendliche Vollmilch, Kakao und Kunsthonig. Die auf den Tag berechneten Rationen der Jugendlichen zusammen mit den kartenfreien Nahrungsmitteln, Kartoffeln, Obst, Gemüse und Magermilch erreichen mühelos 2600 Kalorien, wobei die Sonderzuteilungen an Eiern und Süßigkeiten noch gar nicht berücksichtigt sind.
Auch in qualitativer Hinsicht werden die Mengen den Anforüchen des jugendlichen Körpers gerecht. Sie enthalten z. B. 78,6 g Eiweiß, während die Ernährungswissenschaft je kg Körper- gewicht 1 g Eiweiß in der täglichen Nahrung fordert. Auch 30 g würden schon den unbedingt nötigen Tagesbedarf decken. Die in der Lagerernährung an- gesetzte F e t t m e n g e betrug 0,5 bis 1 g Fett je kg Körpergewicht, also 40 bis 50 g täglich. Die zugeteilten Lebensmittel für den Jugendlichen enthalten täglich 47,4 g Fett. Es kommt hinzu, daß die noch wichtigere qualitative Ernährung von der Lebensmittelrationierung fast unabhängig ist. Schon immer wurde gefordert, daß die Ernährung die für den jugendlichen Körper besonders wichtigen Auf- baustoffe enthält, weshalb von der Jugend der Verbrauch von 'Obst, Gemüse, Salaten, Milch und Vollkornbrot stark gefördert wurde. Wenn sich noch heute irgendwo Schäden infolge mangelhafter Ernährung zeigen, so sind sie einzig und allein auf Unkenntnis in Ernährungsfragen zurückzuführeru
Zwei neue Großstädte.
Unser Bild zeigt das alte Rathaus von Osnabrück, das tm 15. Jahrhundert erbaut wurde. Hier wurden die Verhandlungen für den Westfälischen Frieden geführt. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Unmittelbar vor Jahresschluß ist Deutschland um zwei Großstädte reicher geworden: das alte Regensburg, das 1933 noch 82 000 Einwohner zählte, ist in die Reihe der 100000-Städte eingerückt und ebenso hat Osnabrück diese Rang? erhöhung erfahren. Sein Oberbürgermeister konnte mitteilen, daß ausgerechnet am 31. Dezember 1939 in der Stadt ein Kind geboren sei, das die Zahl von 100 000 Vollmacht. In beiden Fällen handelt es sich um altberühmte, in der deutschen Geschichte wiederholt her- oorgetretene Städte mit einem ausgesprochenen eigenen landschaftlichen und kulturellen Gesicht. Von 1644 bis 1648 fanden in Osnabrück die Verhandlungen zwischen dem damaligen kläglichen Deutschen Reich und den Schweden statt, während in Münster Parallelver-
Handlungen vor allem mit den Franzosen geführt wurden. Natürlich spielte die „Wohnungsnot" bet dieser Teilung der Verhandlungen eine gewisse Rolle,mindestens ebenso wichtig war aber eine bizarre diplomatische Etikette-Frage, die dadurch gelöst wurde, daß die Schweden in Osnabrück und die Franzosen in Münster den damals oft und viel umstrittenen „Vortritt" hatten. Heute ist uns Osnabrück ein anderer Begriff mit feiner Textil-, Papier- und Metallindustrie.
Regensburg war schon als Castra Regina eine römische Lagerfestung und hat als Reichsstadt die jammervollen deutschen Reichstage von 1663 bis
1806 gesehen. In den bayerischen Staatsverband trat die Stadt erst im Jahr 1810, wie es überhaupt eine wenig beachtete aber sehr wichtige Tatsache ist, daß die meisten bayerischen und ostmärkischen Bischofsstädte reichsunmittelbar waren und die Landesherren ihre Autorität nur sehr allmählich und sehr spät „stabilisieren" konnten. Regensburg geht durch den Rhein—Main—Donau-Kanal einer großen Zukunft entge-gen. Als Vorläufer dieser Entwicklung konnten unlängst im Regensburger Donau- Hafen zwei unter griechischer Flagge fahrende Donau-Dampfer mit den klassischen Namen „Agamemnon" und „Odysseus" beobachtet werden.
Aus aller Welt
des
Körner,
das der das
rege Vortragstätigkeit aus.
Kloster Ensdorf durch Großfeuer zerstört.
Von einem schweren Brandunglück wurde Klostergebäude in Ensdorf bei Amberg in Oberpfalz betroffen. Durch ein Großfeuer ist
3n den Präsidlalrat der Reichsthealerkammer berufen.
rich Bethge, der seit September an der Westfront steht, neben seiner Präsidialtättgkeit in der Reichsschrifttumskammer auch in den Präsidialrat der Reichscheaterkammer berufen, um die enge Verbundenheit der Bühnenschaffenden mit den Autoren hervorzuheben und den Autoren die Gewißheit zu geben, eine besondere Vertretung ihrer Interessen im Prasidialrat der Reichscheaterkammer zu besitzen.
Deutsche Wissenschaftler in Moskau.
Eine deutsche Abordnung von Geologen und Oelbohrungsfachleuten ist, wie die Stockholmer Zeitung „Aftonbladet" aus Moskau meldet, in der russischen Hauptstadt eingetroffen. Am Sonntagmorgen fand zu Ehren der deutschen Wissenschaftler ein Empfang statt.
Ein Sprachgenie.
Der berühmte Sprachgelehrte Dr. Ludwig Harald Schütz, der seit mehr als drei Jahrzehnten in Frankfurt lebt, begeht am 10. Januar seinen 7 6. Geburtstag. Er kann 290 Sprachen sprechen und schreiben. Selbstverständlich befinden sich darunter auch viele tote Sprachen und Dialektformen. Er hat zahlreiche Uebersetzungen aus dem Chinesischen und dem Sanskrit veröffentlicht. Viel beachtet ist sein Buch „Die deutschen Kolonial- sprachen" sowie sein Werk über die Hauptsprachen unserer Zeit und die wichtigsten Sprachen der Vergangenheit. Eingehend hat ei sich auch mit der Ein-
Ein Lehrauftrag für Barnabas von Geczy.
Der bekannte Geiger Barnabas von Geczy ist durch Reichsminister Rust mit der Abhaltung von Sonderlehrgängen für Violinspiel beauftragt worden, die im Jahre 1940 zurächst in der Zeit von Januar bis Februar und vom Juni bis Juli in der Staallichen Akademischen Hochschule für Musik, Berlin-Charlottenburg, stattfinden. Barnabas von Geczy, der in der Musikwelt und in weiten Kreisen der musikliebenden Bevölkerung als Repräsentant einer künstlerisch hochstehenden Unterhaltungsmusik bekannt ist, vollzieht damit den von ihm schon lange gewünschten 'Uebergang zu einer pädagogischen Tätigkeit, die seinem Wirken und seiner künstlerischen Laufbahn voraussichtlich eine neue Wendung geben wird.
Reichsminister Dr. Goebbels hat auf Vorschlag Präsidenten der Reichstheaterkammer Ludwig ter, oen Dichter und Frankfurter stellvertteten- den Generalintendanten, Reichskulturfenator Fried -
ganze Gebäude zerstört worden. Auch der Dachstuhl und der Turm der durch ihre Kunstdenkmäler weitbekannten Klosterkirche wurden sehr stark beschädigt.
Schwere Hochwasserschäden in Smyrna.
Die anhaltenden Regenfälle, die in Westan a t o l i e n riesige Ueberschwemmungen hervorgerufen haben, haben auch in der Stadt Smyrna und ihrer Umgebung große Schäden angerichtet. Zahlreiche Häuser finb eingestürzt. Die Hälfte der Stadt steht unter Wasser, und der Verkehr stockt vollkommen. Siebzig Arbeiter, die an einer Brücke arbeiteten, wurden von den Fluten überrascht und konnten erst nach achtundvierzig Stunden aus ihrer gefährlichen Lage befreit werden. In der Nähe von Brussa (Marmara-Meer) find fünfzehntau- send Stück Rindvieh vom Hochwasser eingeschlossen; es besteht Gefahr, daß die Tiere verhungern. Im mittelanatolischen Erdbebengebiet soll unter der Bevölkerung Typhus ausgebrochen sein.
Vierjähriger besiegt einen Athleten.^
Die gewaltigen Kraftreserven, die in einem kleinen Kind wirken, sind jedem Vater und jeder Mutter bekannt, insbesondere aus vergeblichen Versuchen wohl aller Väter, den immerwährenden Spieltrieb des Sprößlings jemals zu befriedigen. Um so interessanter ist ein Experiment, das unter ärztlicher Aufsicht in Neuyort durchgeführt wurde. Es handelte sich um ein regelrechtes Kraftduell zwischen einem 30jährigen wohltrainierten Athleten und einem vierjährigen Knaben. Beide traten morgens um 8.30 Uhr auf einem Spielplatz an, der 30jährige Mannschaftsführer der Neuyorker Baseball-Mannschaft „Giants", Mell Ott, und der 4jäh- rige Johnny Decket. Beide schüttelten sich die Hand und betätigten sich dann während der nächsten drei Stunden in der gleichen Weise. Sie schaufelten beide Sand, sichre» mit einer Schiebekarre herum.
geborenensprache Nord-, Mittel- und Südamerikas beschäftigt. Für einen Deutschen bezeichnete er als die schwierigsten Sprachen die Jndianersprachen, die Eskimosprachen, ferner Baskisch, Grusinisch, Ungarisch und Persisch. Seit Jahren hat Dr. Schütz in zallosen Fällen Behörden und Privaten wichttge sprachliche Auskünfte erteilt und übt heute noch eine
„Sieh mal
da feiert der Franzmann Silvester..."
NSG. (PK.) Frischgefallener Schnee hat den Wald verzaubert, durch den drei Flaksoldaten bergaufwärts stapfen, um den auf der höchsten Stelle des Berges hier im Westen stehenden Deob- achtungsposten abzulösen. Der Weg nach oben schlängelt sich in vielen Wendungen, aber querfeldein auf den Wildwechseln können die Ablösungen noch nicht gehen. Der Franzmann wurde erst kürzlich aus der Stellung zurückgeworfen und hat vor seinem Abzug alle Hänge und Heinen Pfade mit Minen belegt.
Mondhell ist es in dieser letzten Nacht des alte>n Jahres. Die Sterne blinken vom matthellen Himmel, der sich wolkenlos über dem Talbecken, in dem her Berg mit seinem Beobachtungsposten die westliche Grenze bildet, wölbt. Kein Laut ist zu hören, der Atem der drei Männer flattert wie eine kleine Fahne vor ihnen her.
Kurze Rast auf halber Höhe, ein letzter Blick zurück ins Tal, dann führt der Weg durch niederen, dichten Tannenwald. Die letzten paar hundert Meter sind rasch bezwungen, schnell ist der Standpunkt des Beobachtungspostens erreicht. Hier, weit vor dem Westwall, steht auf einsamer Wacht der Flak- b eob achtungsposten.
©er Marsch ins neue Jahr.
Einfach und doch gemütlich haben sich die Flaksoldaten eingerichtet. Stühle und Tische gibt es zwar nicht, aber dafür tun roh gezimmerte Kisten, mit etwas Stoff befoannt, auch ganz gute Dienste.
Wie die Weihnachtsmänner werden die drei Mann, die chre Kameraden ablösen wollen, ange- ftaunt. „Ähr kommt ja doch in diesem Jahr nicht mehr ins Quartter, es ist ja schon gleich 11 Uhr, und bis Ihr unten seid", beginnt einer der An gekommenen, „ist Eure Post uralt! Deshalb haben wir tue Grüße für Euch gleich mitgebracht." Briefe und Karten werden ausgeteilt, und noch ehe die drei, die jetzt abgelöst sind, sich auf den Weg nach unten machen, wird schnell mal nachgesehen, wer die Neujahrsgrüße geschickt hat. Dann machen sich die Soldaten auf den Weg, der sie von 1939 nach 1940 bringen soll, denn der Marsch zurück durch all die vorgeschobenen Stellungen wird bis nach Mitternacht dauern.
Der erste Posten ist aufgezogen, den Mantelkragen hochgeschlagen steht er da, den Blick zum Feind gewand, der nur einige hundert Meter weiter vorn am Hang liegt. Denn auch das Niemandsland ist besetzt, wenn auch nur von Spähtrupps und Vorposten. Hin und wieder flackert mal Gewehrfeuer auf, wenn irgendwo zwei Patrouillen aufeinander gestoßen sind; im Niemandsland sind deutsche und feindliche Trupps unterwegs ...
Glocken läuten von weit, weit her.
Der schwere Postenmantel, der den Mann einhüllt und gegen Wind und Wetter schützt, gibt der Gestalt ein gespenstiges Aussehen. Wie ein vermummter Geist steht die Silhouette am Haren Nachthimmel ab gezeichnet, ein dickes, schwarzes Etwas vor der Brust, das in Wirklichkeit ein ganz harmloser Feldstecher ist, neben sich einen schwarzen Kasten, das Feldtelephon zu den Geschützen der Kompanie.
Es geht auf Mitternacht. Gleich wird das alte Jahr vorüber fein, ein neues, siegreiches Jahr wird kommen. Unten, im Aufenthaltsraum der Posten fitzen die beiden dienstfreien Soldaten. Sie haben die Kerzen des kleinen Tannenbäumchens noch einmal angezündet. In Gedanken sind die beiden daheim. Sie sollen ungestört sein. Leise gehe ich wieder
hinaus und lasse die beiden Soldaten allein. Die Bilder von Frau und Kind liegen vor ihnen auf dem Tisch.
Von weither klingt Glockenläuten über das Land. Mitternacht. Das neue Jahr beginnt. Der Posten steht unbeweglich, er wacht auch in dieser Nacht, daß — wie es im Weltkrieg oft war — der Feind nicht die Stimmung an diesem Abend ausnutzt.
Neujahrsläuten aus demNiemandslond
Einige hundert Meter vor uns im Niemandsland liegt ein französisches Dörfchen, den einen Tag sind französische Spähtrupps drin, den anderen Tag kundschaften deutsche Trupps die Gegend aus. Heute nacht find deutsche Soldaten nach vorne gegangen, sagt mir der Posten, sie wollen die Glocken des Dorfkirchleins läuten. Ob sie Feuer bekommen werden?
Ein kleines Glöckchen beginnt zuerst, dann fallen zwei etwas größere Glocken ein, und auf einmal hallt friedliches Glockenläuten zu uns herauf. Dort, wo täglich der Tod in jedem Haus, hinter jedem Baum lauert, stehen deutsche Soldaten im Turm eines französischen Kirchleins und läuten die Glocken, grüßen ihre Kameraden und senden ihre Wünsche auf diese Weise. Kein Schuß fällt, obwohl auch die Franzosen, deren Spähtrupps im gleichen Dörfchen unterwegs find, das Läuten hören müssen.
Noch eine Bedeutung hatte das Glockenläuten. Es war die Meldung zur Ausgangsstellung, daß der Erkundungsauftrag erfüllt war. Still ist es wieder geworden. Nur ganz von ferne hört man noch Glocken, die ihren Klang weither über die Berge senden.
»Der Franzmann tanzt vor seinem Bunker/'
Der Posten gibt mir sein Glas. Er hat einen Lichtschein gesehen, der unten am Hang, dicht vor den französischen Stellungen auf den Weg fiel. Der Mann neben mir lacht und zeigt nach Dame: „Sieh' mal, da feiert der Franzmann Sil- v e st er!"
Lch mag das Glas gar nicht absetzen, denn was ich da sehe, ist so interessant. Es ist zwar ziemlich weit bis zu den französischen Stellungen, aber man farm mit dem Glas einwandfrei französische Soldaten erkennen, die aus Unterständen und Bunkern herauskommen. Einer hat eine Flasche in der Hand, Zwei umarmen sich vor der Tür einer Holzbude. Anscheinend tauschen sie ihre Neujahrswünsche. Ein anderer tanzt in tollem Wirbel von einem Unterstand zum andern.
„Sie ühlen sich unbeobachtet, die Herren Fran- zosen", sagt der Posten neben mir, „aber es ist ja bekannt, daß die Franzosen viel ausgelassener Silvester feiern als wir. Und dann werden sie beim Trinken vergessen haben, daß es heute nacht sehr klar ist und daß der Mond so hell scheint. Ihre Bunkertüren lassen beim Oeffnen auch genug Licht durch. Aber an diesem Abend herrscht ja überall Ruhe. Deshalb fühlen sie sich so sicher."
Ein paar Leuchtkugeln gehen drüben hoch, sogar ein Feuerwerkskörper zerknallt vor den feindlichen Bunkern. Plötzlich knattert aus dem Dors Gewehr- feuer. Scheinbar sind zwei Patrouillen auseinander gestoßen. Mit einem Male verschwindet der Spuk vor den ftanzösischen Bunkern. Nacht ist wieder überall. Ganz hinten im deutschen Land läutet noch eine Glocke... Hans Hirsch.
erkletterten Leitern, rannten und sprangen und fuhren auf einem Dreirad, und dies alles geschah nicht nur ohne Uitterbrechung, sondern auch mit lebhaftem Tempo. Dem Heinen Johnny war es aber dennoch zu langweilig. Um 11.30 Uhr rief er seinem athletischen Spielgefährten zu: „Ach komm, wir wollen fetzt endlich mal ein bißchen Ball spielen". Da gab Ott das Rennen auf. Der Vierjährige war Sieger geblieben. Nach Ansicht des beobachtenden Arztes Dr. Nach von der Neuyorker Uniroer- srtät ist das Ergebnis darauf zurückzu'führen, daß das Kleinkind, das dauernd in Bewegung ist und dessen Muskeln sich in fartgefetzter Weiterentwicklung befinden, verhältnismäßig etwa zehnmal so viel Kraftreserve entwickeln kann wie ein Erwachsener.
Kleine politische Nachrichten.
Professor Richard K l e i n, der bekannte Münchener Künstler, der besonders durch die Schöpfungen der Reichsparteitagsplaketten bekannt geworden ist, beging am 6. Januar feinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlaß ließ ihm der Führer fein Bild mit Widmung überreichen.
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Nachdem der bisherige anhalttsche Staatsminister Freyderg das Amt als Oberbürgermeister der Reichsmessestadt Leipzig endgültig übernommen bat, hat der Führer den Reichsstatthalter in Braunschweig und Anhalt, Gauleiter Jordan, mit der Führung der Landesregierung von Anhalt beauftragt.
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Das britische Handelsschiffahrtsministerium hat sechs amerikanische Handelsschiffe gekauft. Der Verkauf bedarf noch der Genehmigung durch den amerikanischen Schiffahrtsausschuß.
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Der britische Dampfer „C e d r i n g t o n Court" (5160 Bruttoregistertonnen) ist nach einer Explosion an der Südostküste innerhalb von zehn Minuten gesunken. Die Schiffsbesatzung ist gerettet worden. Der Schiffsjunge war durch die Explosion sieben Meter hoch in die Luft geschleudert worden, konnte aber gerettet werden.
Die britische Admiralität meldet den Verlust des Dorpostenschiffes „K i n g st o n" (450 Tonnen) infolge Zusammenstoßes mit dem französischen Dampfer „Chella" in der Meerenge von Gibraltar. Der französische Dampfer wurde am Achterschiff leicht beschädigt. Die 17 Mann der Besatzung der „Kingston" sind ertrunken.
Der englische Dampfer „Townsley" (2888 Bruttoregistertonnen) ist an der Siwostküste Englands auf eine Mine gelaufen und gesunken. Die Mannschaft konnte gerettet werden.
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Die Ausfuhr der USA. für 1939 hat trotz der erhofften Kriegsaufträge einen Rückgang auf« zuweilen. Die .Gesamtausfuhr im vergangenen'Jahre
betrug 3,1 Milliarden Dollar, während sich die Gesamteinfuhr auf 2,3 Milliarden belief. Damit ging die aktive Handelsbilanz der USA. von 1100 Millionen Dollar im Jahre 1938 auf 800 Millionen Dollar im Jahre 1939 zurück.
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3n Italien sind die Kokereien und Gasgesell- schäften in Zukunft verpflichtet, über ihre Normalbestände hinaus eine besondere für drei Monate Normalbetrieb reichende Kohlenreserve anzu» legen» die als eiserner Bestand gilt.
Vermischtes.
©er Norden wird wärmer.
Der norwegische Forscher Adolf H o e l, der sich mit der Beobachtung und Messung der nordischen Gletscher beschäftigt, bestätigt in der Zeitung „Af- tenpoften" die von vielen Seiten beobachtete Tatsache, daß die Gebiete im Nordvolar- kreis von Jahr zu Jahr wärmer werden und daß infolgedessen die Gletscher abschmelzen und immer kürzer werden. Die Verkürzung der norwegischen Gletscher durch Ab schmelzen beträgt in den letzten dreißig bis vierzig Jahren schon fünf bis sechs Kilometer. Wichtiger noch als die Verkürzung ist aber die abnehmende Stärke der Gletscher. Je dünner so ein Gletscher wird, um so schneller schmilzt er ab. Der Talgletscher in Jotucheim wird bei Fortdauer der bisherigen Entwicklung in ab« sehbarer Zeit ganz verschwinden. Auffallender noch als in Norwegen machen sich die Folgen der Jahr um Jahr zunehmenden Erwärmung in Spitzbergen, Grönland und Alaska bemerkbar. Die Eisgrenze des Nördlichen Eismeeres rückt ständig weiter nach Norden hinauf. Spitzbergens Küsten kann man jetzt vollständig mit einem Motorboot umfahren, ohne selbst im Norden durch Eisbarrieren aufgehalten zu werden, wie dies noch vor einem Menschenalter der Fall war. In Nordost-Grönland bedroht die Klima-Veränderung die Existenz der dort bisher heimischen Tierwelt. Die Schneehühner, Schneehasen und Moschusochsen finden keine Lebensmöglichkeiten mehr, seitdem in diesem Gebiet tm Gegensatz zu früher ausgedehnte Regenfälle vorkommen. Nach dem starken Herbstregen wird das Land von Glatteis bedeckt, das den Tieren den Zugang zum Futter wirksamer versperrt als die Schneedecke. Das Wild verläßt sein bisheriges Wohngebiet und versucht, über das Eis weiter nach nördlicheren Inseln zu wandern. In diesem Jahre wurden auf der Jackson-Insel und auf der Geographical-Society- Jnsel Moschus-Ochsen gesehen, die früher dort nie gelebt haben. Man stieß auch im Treibeis weitab von den Küsten auf verendete Moschus-Ochsen. In Nordostland hat ein Gletscher, der sonst am Meeres- ufer „talbt", unter dem starken Schmelzprozeß seine Struktur so verändert, daß sein ganzes Endstück als riesige Eismasse ins Meer hinabglitt. Ein moderner Expedittonsdampfer brauchte sieben Stunden, um dieses im Wasser schwimmende Eisgebirge zu um- fahrens Nd&


