Ausgabe 
9.1.1940
 
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Nr. 7 Erstes Matt

190. Jahrgang

Dienstag, Y.Zanuar W40

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Leidgeprüftes Anatolien.

Von unserem Or. He.-Korrespondenien.

Ankara, Januar 1940.

Das furchtbare anatolifche Erdbeben in den Weihnachtstagen, das heute schon von einigen als das größte in der Geschichte bekannte Beben in Kleinasien bezeichnet wird, hat im ersten Augen­blick bei der an Erdbebenmeldungen gewöhnten und in Weihnachtsruhe versunkenen Weltöffentlichkeit nicht die Beachtung gefunden, die ihm seinein Um­fange nach zustand. In Fachkreisen hatten aller- vings von Anfang an keine Zweifel über sein Aus­maß bestanden. Wie man jetzt in der Istanbuler ZeitungCumhuryet" liest, hat der Direktor der Erdbebenwarte in Jnstanbul noch am gleichen Tage, an dem die Apparate das Beben verzeichneten, er-

Jzmir (Smyrna), Bursa (Brussa) und Manisa, also die Zentren des anatolischen Industrie- und Wirt­schaftslebens. Smyrna, der größte, älteste und bedeutendste türkische Hafen am Aegäischen Meer, ist (nach einer Stattstik von 1935) mit seinen 170 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Türkei (nac§ Istanbul), größer als die Hauptstadt Ankara (124 000 Einwohner), Brussa (72 000 Einwohner) ist das Zentrum der türkischen Seidenindustrie und zusammen mit seinem am Marmara-Meer gelege­nen Hafen Mudania ebenfalls eine uralte Han­delsstadt. Einige Jahrhunderte vor Christt Geburt war es die Hauptstadt des Königreichs Brthynien.

Hier starb als Flüchtting der karthagische Feldherr und große Gegner der Römer Hannibal. Später war Brussa die Hauptstadt des Türkenreiches unter Osman, der ebenso wie seine Nachfolger im Sulta­nat hier sein Grabmal hat.

Ueberhaupt ist ganz Meinasien uralter Kul­turboden. Nacheinander haben hier Assyrer, Lyder, Perser, Griechen, Römer, Araber und Sel- schukken mächttge Reiche besessen und große Kulturen errichtet; auch das Christentum hat hier seine besten und fruchtbarsten Anfänge gehabt. Dann hat der Mongolensturm unter Tamerlan dieses blühende Land so gründlich verwüstet, daß es sich heute noch nicht davon erholt hat. Die osmanischen Türken, die die Mongolen ablösten, haben nichts für Anatolien getan, sondern es in diesem ttostlosen Zustand be­lassen. Erst der modernen Türkei des großen Kemal Atatürk blieb es vorbehalten, sich in Anatolien das Kernland eines türkischen Nattonalstaates zu schaffen.

Nach dem Rücktritt Höre Belishas.

klärt:Wenn das Zentrum des Bebens in einer unserer Städte geleaen ist, dann kann man nur mit Schmerz feststellen, daß in dieser Stadt kein einziges Gebäude, ja nicht einmal ein Baum stehengeblieben ist."

Leider hat sich die Aeußerung eines Fachmannes nicht nur für eine einzige Stadt, sondern für ein ganzes, weites Gebiet von etwa 200 000 Quadratkilometer, also rund ein Sechstel der asiati­schen Türkei (oder etwa zwei Drittel der Oberfläche Italiens bzw. Großbritanniens und Irlands) be­wahrheitet. Nimmt man die Karte Anatoliens zur Hand, so sieht man, daß ungefähr durch die Mitte Kleinasiens (das etwa doppelt so groß wie die Pyrenäen-Halbinsel ist) der Kizil-Jrmak (der Rote Fluß) der Hylos der Alten, der schon dem sagenhaften Lyderkönig Krösus zum Verhängnis wurde fließt. Im nordwest-armenischen Hochland, nicht allzuweit von den Quellen des Euphrat ent­springend, wendet er sich nach Südwesten, um dann bei Kayseri (dem alten Caesarea) nach Nordwesten zu biegen und schließlich in schön geschwungener Ellipse nord-nordöstlich sich zwischen den Hafen­städten Sinope und Samsun ins Schwarze Meer zu ergießen. Im Innern dieser Ellipse, im Südosten und Osten noch erheblich über sie hinausgreifend, liegt das Erdbebengebiet. Wenn man es nach Städten abgrenzt, so geht die Linie im Westen von der (östlich des Kizil-Jrmak gelegenen) Stadt Can­ti r i, die nach den Meldungen ebenfalls schwer ge­litten hat, nordöstlich hinauf nach dem bedeutenden Schwarzmeerhafen Samsun, dann ungefähr der Küste entlang nach Osten über die Häfen Ordu, Giresun und Trapezunt, steil nach Süden hinunter bis in die Gegend zwischen Erzincan (sprich: Ersindschan) und E r z e r u m , dann südwestlich unterhalb von Sivas vorbei nach Kayseri, von da nordwestlich nach Dozgat und K i r f e f i r , von wo sich die Ellipse nordwärts in Richtung auf Can- kiri schließt.

10 von den 53 Vilajets (Verwaltungsbezirken) der kleinasiatischen Türkei sind von dem Beben betroffen. Die Gegend von Nozgat ist sogar am 2. Januar zum 'zweitenmal schwer 'heimge­sucht worden. Um die Wirkungen der Katastrophe verstehen zu können, muß man wissen, daß die zerstörten Dörfer und Städte meist in sehr gro­ßer Höhe Kegen. Die Stadt Yozgat z. B. liegt 1800 Meter über dem Meeresspiegel, Erze rum so­gar noch höher. In dieser Höhe sind Winter- temperaturen von 30 Grad unter Null keine Seltenheit.Eumhuriyet" berichtete denn auch, daß zahlreiche Menschen, die dem Tod unter den Ruinen der Häuser entgangen waren, erfro­ren sind. Auch bei den Hilfs mann schäften hat das Beben auf diese Weife nachträglich noch Opfer gefordert. Die Zerstörung der Telefon-, Telegraphen- und sonstigen Verkehrsverbindungen, die Schwierig­keit, bei dem herrschenden Winterwetter Flugzeuge einzusttzen, haben die Hilfsmaßnahmen stark ver­zögert und so die Zahl der Opfer von Hunger, Kalte und Entbehrungen noch erhöht.

Hier rächte sich zweifellos auch noch eine alte Schuld der Sultanherrschaft, die dieses Gebiet voll­ständig vernachlässigt hat. Es gab hier keine Eisenbahnen und keine Landstraßen. Erst der Kemalismus hat gute Aufbauarbeit geleistet, aber naturgemäß in 20 Jahren nicht die Unterlassungen von Jahrhunderten aufholen können. Vor kurzem erst wurde das letzte Stück SivasErze rum jener transanatolischen Eisenbahnlinie, die die südöstliche Schwarzmeerküste mit dem Aegäischen Meer ver­bindet, dem Verkehr übergeben; auch sie ist durch das Erdbeben an verschiedenen Punkten erheblich zerstört worden.

lieber die geologischen Ursachen des Bebens müssen die berufenen Fachleute sprechen. Es soll aber hier darauf hingewiesen werden, daß sich in Mittelanatolien, in der Nähe von Kayseri, das vulkanische Massiv des Erciyas bis zu einer Höhe von über 4000 Meter erhebt und daß der am Ostrande der Erdbebenzone über dem Dan- See bis zu 5150 Meter aufsteigende und bereits aus der Bibel bekannte Ararat ebenfalls vulkanischen Ursprungs ist. Bereits im Jahre 1774 ist die Stadt Erzincan einmal durch ein Erdbeben vollständig Zerstört worden. Im übrigen ist ganz Kleinasien ein altes Erdbeben- und Dulkangebiet, die Geologen behaupten sogar, daß der ursprüngliche Landzusam­menhang mit Europa erst in verhältnismäßig junger geologischer Zett durch solche Naturkatastrophen zer­stört wurde.

Um das Unglück der asiatischen Türkei voll zu machen, ist einige Tage nach dem Erdbeben, das in Mittel- und Ost-Anatolien rund 50 000 Menschen­opfer forderte, über das westanatolische Küstenge­biet infolge langanhaltender Regenfälle eine Ueberschwemmungskatastropye herein- gebrochen, die nach den letzten Meldungen auch etwa 1000 Todesopfer gefordert hat. Hier handelt es sich in der Hauptsache um die drei Vilajets

Amsterdam, 8. Jan. (Europapreß.) Der Wech­sel in der Leitung des Kriegsministeriums scheint sich sehr zum Leidwesen der Regierung zu einer inner politischen Krise erster Ordnung auszuwachsen. Die Verantwortung hierfür tragen zum weitaus größten Teil die populären Blätter aller politischen Richtungen. Jetzt erst zeigt sich, in welchem Maße der ausgeschiedene Kriegsminister es verstanden hat, sich zu einer der bekanntesten Per­sönlichkeiten in den breiten Schichten der Bevölke­rung zu machen. Mit Karikaturen, zahllosen Pho­tographien, Leitartikeln, Sonderaufsätzen und teil­weise recht rührseligen Geschichten über die Aus­wirkungen der von Hore-Belisha durchgeführten Armeereform geht die populäre Presse zum Angriff gegen die Regierung über. DieTime s" und zum Teil auch derDaily Telegraph" sind vergeb­lich bemüht, das Ausbrechen des Sturmes zu ver­hindern. Es hat übrigens den Anschein, als habe ein scharfer Leitartikel derTimes" Chamberlain veranlaßt, den Hauptschriftleiter derTimes", Geof­frey D a w f o n , während des Wochenendes über die tatsächlichen Hintergründe der Ministerkrise auf­zuklären. Nur dadurch laßt sich der betont verständ­nisvolle Arttkel derTimes" vom Montag erklären. Immerhin geht aus diesem Aussatz hervor, daß Hore-Belishas Gegner nicht nur unter der Genera­lität, sondern auch im Kriegskabinett selbst zu suchen sind.

Das Echo in Rom

Rom, 9. Jan. (Europapreß.) Die römische Presse beschäfttgt sich sehr aufmerksam mit dem ßärm der englischen Presse über den Hinauswurf Hore- Belishas. Noch zeige sich kein Anzeichen, daß sich der Pressesturm gegen Chamberlain besänftigen wolle.

Die Beherrschung der englischen Presse durch Juden oder ausgesprochene Parteigänger des Juden- tumes ist so weit fortgeschritten, daß sich ihr.keine einzige der sechs großen englischen Zeitungsgruppen entziehen kann. Beginnen wir mit der Heraus­geberin desD a i l y H e r a l d" (Auflage 2000000), der Gruppe der Odhams Preß. Diese Gruppe wird von Baron Southwood beherrscht, der bis vor kurzem noch den Namen Julius ©alter Elias hatte. Durch seine Vorsitzenden- oder Direktoren« posten in zahlreichen der Odhams Preß gehörenden Gesellschaften ist er Herr über 60 Zeitungen mit einem Jahresumsatz von 8,5 Millionen Pfund. Den außenpolitischen Teil des Arbeiterorgans Daily Herald" bestimmt der Jude A. Eafter - man.

Die zweite Gruppe, ein riesiger Trust, der vor allem denDaily Expreß" (Auslage 2 500 000), dann denSunday Expreß" undE v e n i n g Standard" (Auflage zusammen 2 000 000) her­ausgibt, hatte zu allen Zeiten in seinen Blättern sehr maßgebliche jüdische Mitarbeiter, so R. D. B l u m e n f e l d und A. E a st e r m a n. Zur drit­ten Gruppe, der Berry-Gruppe, mit dem im­mer besonders deutsch-feindlichenDaily Tele­graph", gehören etwa 30 Zeitungen. Sie ist im Besitz der Familie Berry, deren Haupt, Lord C a m r o f e, mit den Rothschilds verschwägert ist. Eigentlicher Beherrscher desDaily Telegraph" rft jedoch Lord Burnham, dessen Vater, damals noch mit dem Namen Moses Levy-Lawson, die Zeitung arünbete. Die Berry-Levy-Gruppe zählte immer sehr einflußreiche Juden zu ihren Mitarbeitern. 1926 wurde der Jude Lord Rea­ding Vorsitzender der Hauptgesellschast dieser Gruppe. Heute wird sie von den Juden Harry Kahn, Maurice Stern, Felix Rose beherrscht.

Die versöhnliche Haltung derDaily Mail", die dem Besitzer derDaily-Mail"-Gruppe, R o «= thermere, gehörte, wurde jäh unterbrochen, als es dem Judentum gelang, auf dunklem Wege die Aktienmehrheit an sich zu reißen. Man vermutet hinter diesen Machenschaften, die nach außen durch eine Banktreuhändergesellschaft geschickt getarnt werden, einen der drei Juden Rothschild, I. M. Sief, einen Freund Edens, oder Sir John E l - lerman. In der sechsten Gruppe, der West­minster Preß, besitzt der Halbjude Rose­berry großen Einfluß. Durch sie werden 19 große Provinzzeitungsgesellschaften kontrolliert.

Fast alle diese Konzerne sind, wie sich aus den wetteren Angaben von Peter Aldag in seinem außerordentlich interessanten BuchJuden beherr­schen England" ergibt, gegenseitig durch Uebergabe und Austausch von Aktien noch weitgehend mit-

| (Er wüte in einem solchen Ausmaß fort, daß man den Eindruck gewinne, diese bescheidene Episode könnte sich im politischen Leben Englands zu einer inneren Krise auswachsen. Offensichtlich, so schreibt dasGiornale d'Jtalia", habe Chamberlain zu dem Beschluß, ganz unerwartet einen Mann ausscheiden zu lassen, der zu den Exponenten des englisch-fran- Izösischen Krieges gegen Deutschland zähle, seinen persönlichen Mut in beide Härtt>e genommen. Der Jude Hore-Belisha habe nicht unverdächtig^ bleiben können, durch den Krieg reichlich Wasser auf die Mühlen Israels ziehen zu wollen. Es sei verständ­lich, daß die englischen Frontkämpfer, die ihr Blut hergeben sollten und zum Leben im Schützengraben gezwungen seien, der Gedanke beschäftigen mußte, der Kriegsminister führe diesen etwas dunklen Krieg aus allzu persönlichen Gründen, die über die natio­nalen englischen Interessen hinausgriffen und mehr dem jüdischen Groll gegenüber dem nationalsozia­listischen Deutschland Ausdruck gäben.

Chamberlain habe die Verärgerung eines großen Teiles jener Kräfte in Kauf genommen, die sowohl in England als auch in Frankreich das Gerüst der politischen Parteien und der nationalen öffentlichen Meinung darstellten. Hore-Belisha habe die Vor­bereitung und die Führung des Krieges in seinen Händen gehalten, ohne das Vertrauen und die Sym­pathien der wahren Kämpfer zu besitzen. Diesem Um­stand habe Chamberlain Rechnung getragen. Das beweise die Tatsache, daß fein Entschluß, nach feiner Rückkehr von dem Frontbesuch in Frankreich erfolgt sei. Der nun in der englischen Presse und in der öffentlichen Meinung der Westmächte herrschende Sturm enthülle die Gefährlichkeit der jüdischen Soli­darität, die weder Grenzen noch nationale Interessen achte und nicht einmal in den schwersten Stunden der Geschichte der Gaslländer schweige.

einander verquickt. Die maßgeblichen Männer der gegenwärtigen englischen Regierung, besonders Eden und Churchill, von dem Volljuden Hore-Belisha ganz abgesehen, sind mit den einflußreichen Männern der englischen Judenpreffe auf das freundschaftlichste verbunden. Mit Hilfe die­ser Presse fachte das äubentirm die Kriegsstimmung des englischen Volkes gegen Deutschland an.

Englands wahre Absichten im Norden.

Kopenhagens.Jan. (Europapreß.) Von eng­lischer Seite wird versucht, die wahren Absichten der Westmächte bei ihren Httssaktionen für Finnland zu verschleiern, indem man den Korrespondenten neu­traler Blätter Informationen gibt, die in krassem Gegensatz zu den neuesten Darstellungen der eng­lischen Presse stehen. Gegenüber dänischen Pressever­tretern in London wird neuerdings die lächerliche Version entwickelt, England und Frankreich hätten mit einer deutschen oder russischen Angriffslust im Norden zu rechnen.

Im Gegensatz zu den scheinheiligen Beteuerungen, England wolle den Narben nicht in einen Krieg verwickeln, steht die Tendenz, die in dem letzten Leitarttkel vonS u n d a y Times" entwickelt wurde und die in Kopenhagen nicht ohne Beachtung geblieben ist, weil sie erkennen läßt, daß man in England den Angriff auf Deutschland von der skandinavischen Seite her als denleich­testen Weg" erachtet.Sunday Times" gibt offen zu:Es besteht da ein Gesichtspunkt, auf den man bisher nicht genügend aufmerksam gewesen ist. Es ist zu Zeiten gesagt worden, daß es em Fehltritt wäre, etwas zu unternehmen, was dazu fuhren könne, Rußland zu unserem aktiven Feind zu machen, und daß wir, wenn wir es täten, die Kräfte von unserem Haupt­ziel ablenken würden, nämlich von Deutsch­lands Niederlage. Das aleiche Argument wurde während des Weltkrieges gebraucht, um unsere teuer erkauften Offensiven an der Westfront zu rechtferttgen, während an anderen Fronten die besseren Ergebnisse leichter hätten erziett werden können. Aber es ist eine grundsätzliche Regel, daß, wenn das gleiche Ergebnis auf zwei verschiedenen Wegen erreicht werden kann, bem einen schwieri­geren nämlich wo der Feind am stärksten ist und dem anderen, leichteren Ausweg wo der Feind am schwächsten ist, so sollte die leich­tere Methode vorgezogen werden."

In Kopenhagen bezeichnet man diesen versteckten englischen Vorschlag, vom Norden her als der

3uhen beherrschen die englischenZeiiungskonzerne

Vertuschung.

Von unserer Äerliner Schristleiiung.

Der plötzliche Rücktritt des britischen Kriegsmini­sters Höre Belisha hat überall größte Ueber- raschung hervorgerufen, nicht zuletzt in England selbst, wo nun die Presse der Liberalen und der Arbeiterpartei Chamberlain heftig attackiert, weil er den Mann in die Wüste geschickt habe, der angeb­lich am stärksten für Demokratisierung des Heeres gesorgt habe. Der brittschen Regierung ist die Sache natürlich höchst peinlich, und man leitet nun em regelrechtes Vertuschungsmanöver ein, um möglichst wenig Staub aufzuwirbeln. Dazu find ge­wisse Parolen ausgegeben, die sich in der ganzen britischen Re gierungs presse wiederfinden. So soll Höre Delifha zurückgetreten fein, weil er mit dem britischen General st ab in einen unlösbaren Konflikt geraten fei. Es ist bekannt, daß Höre Be- lisha bei feinem Amtsantritt bereits einen Sturm der Entrüstung hervorrief, als er, unbekümmert um jede geheiligte Tradition, eine Anzahl älterer Offiziere in den Ruhestand versetzte und andere überging bet der Neubesetzung der höchsten Posten , des britischen Heeres. Auch sonst haben meitere Maßnahmen des jüdischen Kriegsministers, die nun I von ihm und seinen Anhängern in der Presst als besonders demokratisch bezeichnet werden, in Krei­sen des britischen Offizierkorps größte Empörung hervorgerufen. Eine andere Version will wissen, daß Höre Belisha gegangen wurde, wett er keine Trup­pen nach Finnland schicken wollte, und wieder an­dere behaupten, daß seine Krttik an der englischen Flak-Artillerie seinen Sturz herbeigeführt habe.

Das alles trifft jedoch keineswegs den Kern der Sache. Alle diese Parolen werden lediglich ausge­streut, um über die wahren Hintergründe des Rück­tritts Höre Belifhas hinwegzutäuschen. Taffächlich hat schon vor einigen Wochen die Veröffentlichung einer niederländischen Zeitschrift über Herkunft und Vergangenheit Höre Belifhas in Eng­land das größte Aufsehen erregt. Es hatte sich näm­lich herausgeftellt, daß Höre Belisha nicht nur einer jüdischen Familie entstammte, sondern auch marok­kanischen Einschlag aufzuweisen hat. Noch heute sollen die Fremdenführer in der maroEfani« schen Stadt Mogador mit einem gewissen Stolz das Geburtshaus dieses seltsamen englischen Kriegs- mtnifters zeigen. Diese Abstammung ist Hare Belisha zum Verhängnis geworden, denn das Judentum empfand diese Herausstellung eines so polnischen Prototyps seiner Rasse mehr und mehr als bedenkliche Belastung und entschloß sich daher wohl oder Übel ihn zurückzuziehen.

Dazu kam noch, daß das internationale Juden­tum mit einem kurzen Kriege und einem ebenso schnellen Siege der Plutokratien gerechnet hatte. Jetzt aber, wo es sich immer mehr herausstellt, daß der Krieg für England ein bitter ernster Existenz­kampf wird, ist das Judentum nicht geneigt, bfe Verantwortung dafür in Gestalt eines jüdischen Kriegsministers zu tragen. Es war natürlich auch, je länger der Krieg dauert für das britische Offi­zierkorps um so schwieriger, den brittschen Truppen plausible Gründe dafür zu geben, daß an der Spitze der Kriegslettung ein Jude stehe, ber zudem noch durch eine Reihe höchst zweifelhafter Finanztrans- aKronen als übler Geschäftemacher bekannt tft Schließlich darf auch noch mitgesprochen haben, daß man von der marokkanischen Abstammung Höre Bettshas eine Belastung der britisch-französi­schen Freundschaft befürchten mußte. Ader sei bent wie ihm wolle, das Ganze ift Nichts anderes als ein Trick des Judentums, das in der gegenwärtigen Situation und unter den gegenwärtigen Umständen wünscht, einen allzu exponierten Rassegenosstn zurückzuziehen, um den taffächlich vorhandenen und auch künfti'ghin unverminderten jüdischen Einfluß auf das britische Kriegskabinet nach außen hin zu verbergen.

schwächsten Seite des Feinde" gegen Deutschland Morzugehen, alsinteressanten englischen Finnland­kommentar".

Evakuierte kehren nach Helsinki zurück.

Helsinki, 8.Jan. (Europapreß.) Nach Schab zungen sollen in der letzten Zeit etwa 45 000 der evakuierten Einwohner Helsinkis in die finnische Hauptstadt zurück gekehrt fein, da die provi­sorisch errichteten Flüchtlingslager in den Wäldern bei der derzeitigen Kälte unbequem und teilweise unbewohnbar sind. Die Behörden sind nicht nur wegen der mit der Rückwanderung der Zivilbevöl­kerung verbundenen Gefahren beunruhigt, sondern auch wegen der wachsenden Ansprüche, die an die öffentlichen Werke, wie Elektrizitäts-, Gas- und Kohlenversorgungsanftalten usw., gestellt werden. Das finnische Versorgungsminifterium hatte erst kürzlich anordnen müssen, daß in den Miethäusern nur noch am 1. und 15. des Monats Warmwasser verteilt werden soll, und daß die Temperatur in den Häusern wegen des Kohlenmangels nicht mehr als 14 Grad betragen dürfe. Auch die Restaurants wurden wegen der Lebensmittelknappheit und der Transportschwierigkeiten aufgefordert, die Anzahl ihrer Gerichte einzuschränken und vereinfachte Speisen anzubieten.

Nach dem finnischen Heeresbericht vom 8. Januar soll das Ziel der Kämpfe der letzten Tage im Suo- mussalmi-Abschnitt erreicht sein. Auf den anderen Frontabschnitten soll es am 7. Januar, abgesehen von üblicher Crkundungs- und Artillerietätigkeit, verhält nismäßig ruhig gewesen sein. Auch habe nur ge­ringe Fliegertätiqkett geherrscht. In großer Anzahl werden an verschiedenen finnfsche» Kampfabschnitte»