Ausgabe 
8.10.1940
 
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KameraDschastsabend im MTV.

Am Samstag hielt der Männerturnverein

hat, sind dünn wie Eierschalen, weisen zum Teil einen roten Farbton auf und müssen mit einem verfeinerten technischen Brennverfahren hergestellt worden sein, weil sie sich jetzt noch erhalten und nicht so leicht zerbrechlich fink Dr. Krüger schilderte die oft spielerische Art der Verzierung und die Eigenarten dieser Keramik, bei der relativ wenig Schmuck anzutreffen ist.

Später, um 600 bis 500 v. Ehr., wird frühestens das Eisen in Oberhessen angetroffen. Zu dieser Zeit werden die Ausläufer der Koberstätter Kultur in Oberhessen bemerkbar. Zwischen 500 und 400 v. Ehr breitet sich die Eifel-Hunsrück-Kultur bis nach Oberhessen aus, die die Lähn herauf kommt und sich nach dem Weser-Bergland hinzieht. Mit ihr verschwindet die Keramik aus Oberhessen, aber die Bronze tritt stärker auf. In einer Auseinander­setzung der nordgermanischen und der germanischen Kultur wird der nach Oberhessen eingedrungene germanische Wendelring, unter dem Einfluß der Kel­ten zu einem gedrehten Wendelring, der sich im Rhein-Mainischen Raum ausbreitet und von dem sehr reiche Funde vorhanden sind.

In der Zeit dieses keltischen Einflusses von 200 bis 150 v. Ehr. beainnt die kriegerische Auseinan­dersetzung im oberhessischen Raum. Die Kelten er­richten Rückzugs- und Schutzburgen, wie wir sie auf dem Dünsberg vorfinden, um sich gegen die vordringenden Germanen zu schützen, die dann spä­ter das Land einnehmen. Dr. Krüger erläuterte die Burganlage auf dem Dünsberg und die hohe künst­lerische Kultur der Kelten, die gegen das Vordrin­gen der Vandalen die Römer zu Hilfe riefen, durch die sie aus unserem Gebiet verdrängt werden. Die Römer, die das fruchtbare Gebiet der Wettercm und den Taunus bis nach der Lahn hin besetzten und deren kulturelle Einflüsse festzustellen sind, wurden später von den an den Limes vordringen­den germanischen Stämmen, besonders den Chatten, wieder zurückgedrängt.

Dr. Krüger zeigte ans dieser Uebergangszeit noch die Gräberfunde mit dem damals vorhandenen reichen Schmuck, von dem das oberhessische Museum zahlreiche Funde aufweist.

im ab, Ur- des

einigungen ist. Auch v. Beckerath, m. W. erster Konzertmeister der Münchener Philharmoniker, hat sich in letzter Zeit als Solist einen'Namen gemacht. Dasselbe gilt auch von Wolfgang Schneiderhan, der ja schon vor Jahren als Wunderkind allgemein be- rechttgtes Aufsehen erregte. Man kann wirklich Gie­ßen dazu beglückwünschen, daß das Konzertleben der Stadt auf «hier so beachtlichen Höhe steht ..

Aus Der Vorgeschichte Oberheffens

Führung durch das Oberhessische Museum.

Doktor Beraholz belastet. Warum Sie ihn ver­dächtigten, sollen Sie später erklären. Ich muß letzt nochmals den Umstand erwähnen, daß nach bi5^eri9en Feststellungen nicht nur Sie und Doktor Bergholz am Tatort waren, sondern gleich­zeitig auch noch Tjaden. Haben Sie den Mann oe- sehen?"

^e^nreüf) zuckt mit den Augenlidern, bewegt die Lippen, ohne daß ein Wort verständlich wird. In diesem Augenblick kommen Bergholz und der Kommissar, der ihn geholt hat, ins Zimmer.

Nun wird auf den Vorgang an der Oper zurück­gegriffen Bergholz schildert ihn noch einmal. Hei. denreich sagt nichts als:Ich kann mich nicht er­innern. Er sitzt starr da, sein Gesicht sieht grau und verfallen aus. Es ist ihm anzumerken, daß er sich Mit Anstrengung aufrechterhält.

erschrocken. Immer mehr scheinen sich die Geschehnisse zu verwirren. Er weiß nicht, welche sonderbare Tatsache hier eben zur Sprache gekommen war, und versucht dem Gedächtnis des Bankiers nachzuhelfen, indem er von weiteren klei­nen Begebenheiten des Abends spricht und erzählt, wie er du m Frau Röhls und Heidenreichs Gesell­schaft m einem Weinrestaurant gegessen und danach Mit ihnen gemeinsam eine Bar aufgesucht hatte, wo sie den Tagesschriftsteller Doktor Bock und des- sen Frau trafen. Da sei das Gespräch auf den un- heimlichen Menschen gekommen, der vor Frau Röhl aufgetaucht war, als sie in Heidenreichs Begleitung m fein Auto steigen wollte. Bock habe sehr einge- hend nach allen Einzelheiten gefragt und den Vor- fall zum Inhalt eines Zeitungsberichts machen rool- Icn öod) das hatte sich Frau Röhl verbeten, und Heidenreich habe auch Doktor Bock sehr nachdrück­lich aufgefordert, davon abzusehen.

Die Kriminalbeamten blicken während dieses Be- richts von Bergholz zu Heidenreich. Der bewegt D?21e!,ncrb ben ,^opf. ,Zch weiß von dem allen nichts , sagt er lallend und kaum verständlich.

Plötzlich richtet er sich aufspringt förmlich vE Sessel auf und auf den Kriminalassistenten zu. Was fallt Ihnen ein!" fährt er ihn an.Ich ver- bitte mir derartige Uebergriffe!" Mit einem Schlage scheint die Schwäche von ihm gewichen zu sein.

(Fortsetzung folgt.)

Die Fortsetzung der von KdF. veranstalteten Führungen durch das Oberhessische Museum (Gailsche Sammlungen) fand am Sonntag bei gutem Besuch statt. Nach den Einführungen in die Steinzeit und die Bronzezeit behandelte der Direk­tor des Museums, Dr. Krüger, die Eisenzeit, von der viel umfangreiches Material vorhanden ist, well der oberhessische Raum zu dieser Zeit (800 vor bis zur Zeit Ehr.) schon stärker im Brenn­punkt der Ereignisse stand.

Während die Funde aus der Steinzeit die ersten Kenntnisse der Menschheitsentwicklung vermittelten, stellten die Funde aus der Bronzezeit bereits eine Ausbreitung der Kultur und ihre Verfeinerung dar. In der Eisenzeit erreichte die Kultur bann einen gewissen Höhepunkt. Dr. Krüger führte u. a. aus, wie in der Hügelgräberkultur der Bronzezeit sich bereits ein Einfluß, man kann sagen ein Blutstrom, aus dem Osten, den wir den dinarischen nennen, in der Verwendung und der Herstellung der Urnen kenntlich macht. Diese Entwicklung geht weiter über die Hallstattzeit, die die Brücke bildet, bis in die Eisenzeit hinein. Unter dem Einfluß der aus Schle­sien und der Lausitz hereingekommenen Dinarier wer­den die Formen der Urnen reicher und vielfältiger. Die Bestattungsform ist eine andere. Die Asche wird in eine Urne getan und um sie herum wer­den die Beigefäße gestellt, die Schmuck, Gerätschaf­ten, Waffen u. a. enthalten, während bisher die Asche und die Beigefäße in einer großen Urne Aufnahme gefunden hatten. In der frühen Eisen­zeit, zwischen dem Ausklingen der Urnenfelderzeit und der Hallstattzeit', treten auch wieder Hügel in Erscheinung, wie bei dem Königsgrab bei Muschen- heim (800 bis 500 v. Ehr.), in dem ein Hallstatt­schwert, ein Rasiermesser und ein Meißel gefunden wurden.

Augenfällig in Erscheinung tritt die Keramik, die eine Schönheit erreicht, die die Rössener Kul­tur übertrifft Zu dieser Zeit werden auch Gravie­rungen in und außen an den Urnen und Gefäßen angetroffen, die bereits vor dem Brand in die Ge­fäßwand ein gefügt sein müssen. Die Gefäße, wie man sie z. B. in der Lindener Mark angetroffen

Rüben 8, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 10, Unter» kohlrabi 6 bis 7, Grünkohl 20, Rosenkohl 35, Tomaten 16, Zwiebeln 12, Meerrettich 50; Schwarz­wurzeln 35, Kürbis 7, Feldsalat (Vic^lO, Aepfel, Yi kg 15 bis 28, Birnen 15 bis 30, Zwetschen 13 bis 15, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 10, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 20, Ra­dieschen, das Bund 10 Rpf.

Ortszeit für den 9. Oktober.

Sonnenaufgang: 7.40 Uhr, Sonnenuntergang: 18.43 Uhr; Mondaufgang: 15.49 Uhr, Monüunter- gang: (10.10) 0.16 Uhr. *

** Bann und Untergau 116. Am Sonn­tag, 13. Oktober, findet in Gießen eine Jugendfilm- stunde statt. Außer den Gießener Stadteinheiten nehmen auch die Einheiten der Vororte daran tell. Die Karten sind bei der Verwaltungsstelle ab zu­holen.

** Beförderungen t m Reichsluft» schutzbund. Der Präsident des Reichsluftschutz­bundes hat die nachgenannten Amsträger im Reichs­lustschutzbund zu Luftschutz führ er n befördert: Revier- aruppenführer der Regiergruppe II-Gießen Wil­helm Erle (Gießen) und Kassenführer der Orts­gruppe Gießen Heinrich Becker (Gießen-Wieseck).

* Eine Achtzigjährige. Am heutigen Tage vollendet Frau Elise Volz Ww.e., Gießen, Asterweg 59, in vortrefflicher körperlicher und gei­stiger Frische ihr 80. Lebensjahr. Möge der Jubi­larin weiterhin ein schöner Lebensabend beschieden sein.

** Silberne Hochzeit. Der Kaufmann Otto Kuhl und Frau Dina, geb.Hengst, Gießen, Son­nenstraße 10, begehen am morgigen Mittwoch, 9. Oktober, das Fest der silbernen Hochzeit. Dem Jubelpaar unseren herzlichen Glückwunsch.

Landkreis Gießen.

5 Steinbach, 8. Okt. Am morgigen Mittwoch, 9 Oktober, feiert der frühere langjährige Gemeinde­schäfer Hans Heinrich Schneider in guter Ge­sundheit feinen 7 0. Geburtstag. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch.

Die Meisterschaftsspiele im Handball.

Bereichsklasse:

Tv. Dornholzhausen Tv. Hochelheim 9:7 (4:4). Tv. Katzenfurt Mtv. Gießen 7:4 (4:1) Tv. Garbenheim Tv. Kirchgons 13:7 (4:2) Tv. Lützellinden Tv. Hörnsheim 3:3 (1:1).

In Dornholzhausen war man mit dem Schieds­richter nicht ganz einverstanden. Aus dem Grunde gab es hin und wieder Meinungsverschiedenheiten, die nicht zuletzt auch ein hartes Spiel aufkommen ließen. Das Ergebnis wird dem Spielverlauf nicht ganz gerecht, obwohl die Leistungen beider Mann­schaften gleichwertig waren.

Einen schönen und spannenden Verlauf nahm das Katzenfurter Spiel. Die Gießener traten mit nur 9 Mann an, sodaß sie schon von vornherein im Nachteil waren. Allerdings hatte auch Katzen­furt nicht seine komplette Mannschaft zur Stelle.

Kirchgöns entpuppte sich auch diesmal wieder als eine Mannschaft, die zu kämpfen versteht. Wäre nicht Garbenheim auf der Hut gewesen und hätte sich der eingestellte Ersatz nicht bewährt, so wäre das Ergebnis vielleicht anders ausgefallen. So aber konnten die Platzbesitzer nach einem vorbildlichen Spiel einen einwandfreien Sieg sicherstellen.

Das Lokalspiel in Lützellinden war im Gegensatz zu vorausgegangenen Kämpfen diesmal ohne In­halt. Beide Mannschaften (Lützellinden trat mit einer Reihe von Urlaubern verstärkt an) zeigten wenig und ließen auch jenen Einsatz vermissen, ver solchen Spielen normalerweise eigen ift

I. Klasse:

Tuspo W.-Niedergirmes To. Orüningen 3:7 (1:2). Nauborn Tv. Langgöns 3:8 (1:4)

Tv. Garbenheim II. Tv. Atzbach 1:14 (1:7)

Tv. Lich Tv. Harbenteich 3:4 abgebr.

Tv. Klein-Linden Tv. Beuern 4:8 (2:5).

Obgleich Niedergirmes'starken Widerstand leistete, konnte Grüningen sicher gewinnen und damit seinen Vorsprung weiter ausbauen. Die Mannschaft zeigte auch diesmal wieder recht gefällige Leistungen.

Wäre Langgöns nicht verstärkt angetreten und hatte Nauborn nicht noch in letztes Minute Ersatz einstellen müssen, wäre das Ergebnis vermutlich anders ausgefallen.

Klein-Linden spielte zwar recht ordentlich, das Können reichte aber nicht aus, um den Gästen, die auch diesmal wieder gut zusammenspielten, gefähr­lich werden zu können.

talängieinneuesLebenai]

Roman von Helene Kalisch

Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München

42. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

21. Kapitel.

Hans Bergholz hat die Arbeit des Alltags wie­der ausgenommen. Er ist mit großem Eifer und einer inneren Freudigkeit dabei, wie er sie lgnge nicht gekannt hat. Es ist etwas Neues darin. Er selber ist sich neu geschenkt. Dabei drängt in diesen Tagen manches an ihn heran, was geeignet fein konnte, ihn herabzustimmen. In dem Stadium der Lösung seiner Ehe sucht die Gegenseite nach im­mer neuen Gelegenheiten, sich an ihm zu reiben, es ihm ordentlich zu geben. Die sich nun recht all­täglich gestaltende Scheidung entspricht nicht ihren Erwartungen. Sie wünschen sie sich aufregender, sensationeller. Er hat sie zu sehr geärgert und ent­täuscht, und er kann sich vorstellen, daß sie ihn lieber als Mörder verurteilt sähen, als nun diese nüchterne Auseinandersetzung mit ihm zu haben.

Es geht vorüber", sagt er sich. Er ist durch Schlimmeres hindurch, hat sich hinübergerettet auf eine lichte, sichere Höhe, wo das Leben das Aller­beste für ihn bewahrt hat.

Am zweiten Tage nach feiner Haftentlassung er­reicht ihn Anruf von der Kriminalpolizei. Ein Be­amter ist schon mit dem Wagen unterwegs, um ihn abzuholen. Es ist einer der Kommissare, die ihn verhört haben. Während der Fahrt erzählt er Bergholz, daß es sich augenblicklich um die Verneh­mung des Bankiers Heidenreich handle. Heidenreich behauptet, Bergholz' Darstellung eines Vorganges, der sich am Abend des zehnten November abge­spielt haben soll, an dem Heidenreich Frau Rohl nach einer Tristan-Aufführung aus ihrer Garde­robe abholte, entspräche nicht der Wahrheit. Er wüßte nichts davon, daß sich ihnen in der dunklen Straße ein verdächtiger Mensch in den Weg gestellt und Frau Röhl erschreckt habe.

Diese. Aussage entspricht nach meinem Dafür­halten einer feindlichen Einstellung Herrn Heiden­reichs gegen mich", sagt Bergholz.

Der Kommissar, der im Auto eine Zigarette raucht, nimmt diese zwischen die Finger und blickt Bergholz fragend an.Wieso feindliche Einstel- lung? ... Was ist das für eine Spannung zwischen Ahnen beiden? War der Grund dazu vielleicht Eifersucht?"

Es ist anzunehmen", gibt Bergholz zögernd zu. Das Hervorzerren dieser heiklen Dinge ist ihm pein­lich. Aber auch da muß er hindurch. So überwin­det er seine Hemmung und sagt, Frau Röhl habe einmal zu ihm geäußert, Heidenreich sei eifersüchtig

Der Kommissar stellt dann keine weiteren Fra­gen mehr.

Die Vernehmung des Bankiers wird in dessen luxuriös ausgestattetem Privatkontor vorgenommen. Es leitet sie der Kriminalrat, den Bergholz von seinen eigenen Vernehmungen her kennt. Es kom­men dabei Dinge zur Erörterung, die allmählich Heidenreichs zuerst überlegen abwehrende Haltung erschüttern. Auch zu den weiteren Aussagen Berg­holz', über die er in Ergänzung der von ihm als unwahr bezeichneten unterrichtet wird, äußert er ßch ungläubig. Die Behauptung Bergholz', er sei in der Wohnung der erschossenen Künstlerin von einem Mann niedergeschlagen worden, in dem er den Vagabunden wiedererkannte, der an jenem No­vemberabend bei der Oper aufgetaucht sei, belächelt Heldenreich geringschätzig, zuckt die Achseln und murmelt:Alberne Geschichten."

Da widerspricht ihm der Kriminalrat zum ersten- mallEs ist inzwischen festgestellt, Herr Heiden- reich sagt er,daß sich dieser Mann, den Doktor Bergholz wiedererkannt hat, dort im Hause auf-- hleit, als der verbrecherische Anschlag auf das Leben öer Künstlerin verübt wurde. Es ift ferner fest- gefteüt, daß es Klaus Tjaden, der Ehemann der Getöteten, mar."

Durch diese Erklärung erhält die Selbstsicherheit Heldenreichs einen empfindlichen Stoß. Aber er bleibt dabei, sich an die von Bergholz berichtete Begegnung am Bühnenausgang der Oper nicht zu ' erinnern. ,

Es folgen dann Fragen, über feine Beziehungen \

Bayrischen Hof" einen KameraLschaftsabend bei dem Vereinsführer Müller zahlreiche tauber begrüßen kornste. Zunächst gedachte er gefallenen Turnkameraden Dr. Werner Lotz, dem ein stilles Gedenken gewidmet wurde, tn das alle Gefallenen eingeschlossen waren. Mit besonderer Freude bearüßte er dann den Turner Becker, der als Oberschütze schwer verwundet wurde und nun soweit genesen ist, daß er wieder Dienst machen kann. Nachdem der Vereins führ er die übrigen Kameraden, darunter auch den Oberzahlmeister Peter Ritsert, noch begrüßt hatte, teilte er mit, daß der Referendar Rupprecht Krausch, der an derLingiade" in Stockholm teilgenommen hatte, jetzt zum Leiter des Amtes für Leibesübungen der Universität ernannt wurde. Der Vereinsführer dankte ihm besonders dafür, daß er sich in der Kriegszeit für den turnerischen und sportlichen Be­trieb im Mtv. eingesetzt fyat. Im weiteren Verlaufe des Abends sprach Vereinsführer Müller auch der Turnerin Magret Seim feinen Dank für die Mit­arbeit und die Treue aus, die sie dem Mtv. bewie­sen hat. Nachdem sie von einer turnerischen Aus­bildung in Berlin zurückgekehrt war, hatte sie sich der Turnerinnen angenommen und auch wieder für den Nachwuchs in der Korbballmannschaft ge­sorgt, so daß der Mtv. mit zwei Mannschaften in Wetzlar antreten konnte. Da sie jetzt zum Arbeits­dienst eingezogen wird, verabschiedete sie der Ver­einsführer mit den besten Wünschen. Mit Unter­stützung des Turners Otto G u t j a h r wurde im Verlaufe des kameradschaftlichen Beisammenseins manch altes Turnerlied gesungen und die Erinne-

zu Dietmuthe Röhl, die er mit Zurückhaltung be­antwortet, ohne jedoch in Abrede zu stellen, was m wetten Kreisen bekannt ist und ihm offensichtlich schmeichelt. Aber eine leise Unruhe und Unsicher­heit kann er nicht mehr verbergen.

Wann sind Sie zum letztenmal in der Wohnung der Sängerin gewesen?" fragt der Kriminalrat.

2lm Tage vor ihrem schrecklichen Ende", ent- segnet ^Heidenreich mit einer Gebärde schmerzlicher

Der Kriminalrat beugt sich vor..Herr Heiden- reich, ich muß meine Frage wiederholen! Bitte über­legen Sie genau Ihre Antwort!"

Mit eine kurzen Bewegung rückt der Bankier seinen Stuhl um ein paar Zentimeter zurück, starrt den Beamten mit empörter Miene an.Ich ver­stehe Sie nicht, Herr Kriminalrat!"

,T>ann muß ich deutlicher werden, Herr Heiden­reich! Es ist durch Zeugenaussage festgestellt, daß Sie gleichzeitig mit Doktor Bergholz in der Woh­nung der erschossenen Künstlerin gewesen sind. Das Hausmädchen hat Ihren Mantel und Hut sowie Ihr seidenes Halstuch an der Flurgarderobe hängen sehen. Ihre dunkelgrauen Wildlederhandschuhe lagen auf dem Spiegeltischchen. Das Mädchen gibt an, öie Sachen, die sie Ihnen oft abgenommen hat, genau zu kennen. Ferner hat der Hauswart Ihr Auto, dessen Nummer er kennt, um die gleiche Stunde auf der Straße stehen sehen. Wo befinden sich hier Ihre Ueberkleider? Lassen Sie bitte die Sachen herausnehmen. Wir werden versuchen, auch diese Zeugin des Vergleichs wegen heranzuholen."

Heidenreich bekommt einen Schwächeanfall. Das Verhör muß unterbrochen werden. Der mit anwe­sende junge Kriminalassistent holt ein Glas Wasser. ^_?Cr-J^lminaIrat eine schmale Schachtel vom Schreibtisch genommen und geöffnet. Ein kleines rohrenartiges Instrument liegt darin, das in einer fernen nadelspitzen Kanüle ausläuft. Er wendet sich zu dem im Sessel Zusammengesunkenen.Sie sind ... Morphinist, Herr Heidenreich?"

Ja", erhält er kaum verständlich zur Antwort. '^r deshalb fühle ich mich augenblicklich unwohl."

Der Krimmalrat wartet noch ein paar Minuten ms sich Heidenreich anscheinend wieder besser fühlt fahrt er zu fragen fort:Sie haben mit Ihren Aus­sagen ähnlich wie Fräulein Springer den

nm gen an die Zeiten wachgerufen, in denen bereits der Gemeinschaftsgeist im Mtv. in hoher Blüte stand. Die Urlauber dankten dem Vereinsführer Müller für feine Arbeit und vor allem für die rege Tätigkeit, durch die er die Kameradschaft zwischen den Soldaten und der Heimat tn bester Weise auf­rechterhalten hat.

Dffobertoanöerung des VHC. Gießen.

In einen der schönsten Teile unserer engeren Heimat, in das Gebiet um den Dünsberg, führte am Sonntag die Oktoberwanderung des VHC. Gießen. Dom Ausgangspunkt Bieber ging es durch das an­mutige Biebertal, um hinter der Obermuhle einen Heckenweg einzuschlagen, der reizvolle Blick auf das burggekrönte Königsberg gewährte. Gegenüber der ehemaligen Oberförsterei Strupbach wurde die schwarze Punktmarkierung erreicht, die die nahezu 40föpfige Wanderschar zum bewaldeten Helf holz führte. Unterwegs boten sich prächtige Blicke auf das malerisch gelegene Königsberg, auf den Düns­berg, den Jfselscheid und später auf die Westerwäl- der Höhen. In langsamer Steigung ging es an der Philippstanne vorbei aufwärts über den mit alten Bäumen und mächtige« Bäsaltblöcken bestandenen Marktplatz, Hals genannt, an dem hochragenden Schloß vorüber nach Hohensolms, wo Mittagsrast gehalten wurde. Der, weitere Weg führte auf der zum Teil von 600jährigen Linden umsäumten Land- sttaße nach dem von einem Turm überragten Alten­berg, von wo max bei der klaren Sicht wiederum entzückende Blicke, vor allem auf die in den schön­sten Farben der Herbstes prangenden Wälder ge­noß. Ein großes Stück auf dem alten Rennweg gehend, kam man, stets auf aussichtsreichen Wegen, über den Großen Rothenberg nach dem Endziel Bieber, von wo nach einem Schlußtrunk die Heim­fahrt erfolgte.

Gießener DochenMarktpreise.

* Gießen, 8. Okt. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, Y kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10 auslän­dische Eier 12, Kartoffeln, kg 4, 5 kg 40, Weiß- fraut, kg 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 8, rote

erreichbare Hausgehilfin gibt es nämlich in Frank­furt a. M., wie auch in den anderen Städten des Gaues, eine große Anzahl von Haushalten ohne Kinder unter 14 Jahren, die nicht nur eine oder zwei, sondern drei und vier Hausangestellte in An­spruch nehmen. Sicher ist die Zahl dieser Haus­angestellten oft durch den Umfang der zu bewälti­genden Arbeiten bestimmt wobei man sich vor­stellen kann, daß dieser Umfang durch wenige räum­liche Aenderungen sowie Einschränkungen auf dem Gebiete der Bequemlichkeit und Repräsentation er­heblich verringert werden kann sehr oft aber reicht selbst diese Begründung dafür nicht aus.

Hier allein liegt folglich noch eine Möglichkeit, wenigstens in den dringendsten Fällen helfen zu können. Sie wird, wie bereits ausgeführt, auf dem Wege gesetzlicher Bestimmungen nicht genutzt, sie muß aber durch die Verständnis- und Hilfsbereit­schaft der Beteiligten selbst zum Einsatz gebracht werden. Von den Frauen dieser Haushalte darf man daher mit Recht erwarten, daß sie dem Ar­beitsamt ihre nicht unbedingtlebensnotwendige" Hausangestellte wenigstens für einen befristeten Einsatz im Haushalt einer kinderreichen Familie melden. Von den betreffenden Hausangestellten aber soll man annehmen, daß sie sich einem solchen Dienst an der Gemeinschaft gern und freudig un­terziehen. Sicher wird die Hausfrau, die auf diesen Ruf ihre Hausangestellte abgibt, nun in der Wirt­schaft auch einmal selber zupacken müssen und die Hausangestellte ein anstrengenderes und vielleicht auch geringer bezahltes Arbeitsgebiet zu überneh­men haben, doch beide werden sich zu dieser Hilfe verpflichtet wissen. Angesichts der in diesem Kriege bereits gebrachten und noch zu bringenden Opfer ist dieser Beitrag nicht meßbar und kaum des Auf­hebens wert, in feiner Auswirkung jedoch beseitigt er eine Dissonanz in unserem Gemeinschaftsleben und macht sich damit verdient.

Wir wollen annehmen, daß es nur dieses hin­weisenden moralischen Appells bedurfte, um auch in dieser Hinsicht die Kameradschaft der Heimat wirksam zu wissen.

fl5-WiW M kraft öarm Sreaöe

Achtung! Achtung!

Sportamt KdA.

Neuer Schwimmkurs! Am Dienstag, 8.10.1940, beginnen wir wieder mit unseren

Dienstag-Schwimmstunden!

Jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr.

Die Freitag-Schwimmstunden bleiben wie bisher von 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr.

Alle Stunden auch für Anfänger. 4491V

Ein auswärtiges Urfeil zum Gießener Konzertwinter.

»Ulan kann wirklich Gießen beglückwünschen

Ein Musikfreund in Gießen hat das Programm des Konzert-Rings 1940/41, das vom Gießener Konzertverein, dem Stadttheater und der NSG. Äraft durch Freude" als Gemeinfchasts-Deranstal- . tung im Winterhalbjahr 1940/41 den Gießener Mu- sikfreunden geboten wird, einem Musikfreund in München übermittelt. Daraufhin ift bei dem Gie­ßener Musikliebhaber ein Brief seines Münchener Bekannten eingegangen, der sich über das Gießener Konzert-Programm für 1940/41 sehr anerkennend äußerte. In dem Briefe ist u. a. folgendes zu lesen:

Mit großem Interesse entnahm ich aus dem reichhaltigen und mit großem Geschmack zusammen­gestellten Programm, daß sich unter den Solisten Ihrer Konzerte Künstler von internationalem Ruf befinden, wie Wilhelm Backhaus, Erna Berger und Vasa Prchoda. Aber auch mit manchem anderen Namen verbindet sich bei mir die Erinnerung an starke musikalische Eindrücke. Vor Jahren horte ich in München in einem Orchefterkonzert ein Konzert von Johann Sebastian Bach für drei Klaviere; einer der Solisten, die neben Meister Edwin Fischer das herrliche Werk zu gewaltiger Wirkung gestal­teten, war Konrad Hansen/ der Solist Ihres ersten Konzertes. Aus jüngerer Zeit stammt meine Be­kanntschaft mit dem Stroß-Quartett, dessen Kon­zerte in Müncken schon seit ein paar Jahren einen besonderen Anziehungspunkt für Freunde der Kammermusik bilden. Die Konzerte, die ich von die­ser jungen Vereinigung härte, bestätigten den Ruf, daß sie heute eine der ersten deutschen Ouartettver--