KameraDschastsabend im MTV.
Am Samstag hielt der Männerturnverein
hat, sind dünn wie Eierschalen, weisen zum Teil einen roten Farbton auf und müssen mit einem verfeinerten technischen Brennverfahren hergestellt worden sein, weil sie sich jetzt noch erhalten und nicht so leicht zerbrechlich fink Dr. Krüger schilderte die oft spielerische Art der Verzierung und die Eigenarten dieser Keramik, bei der relativ wenig Schmuck anzutreffen ist.
Später, um 600 bis 500 v. Ehr., wird frühestens das Eisen in Oberhessen angetroffen. Zu dieser Zeit werden die Ausläufer der Koberstätter Kultur in Oberhessen bemerkbar. Zwischen 500 und 400 v. Ehr breitet sich die Eifel-Hunsrück-Kultur bis nach Oberhessen aus, die die Lähn herauf kommt und sich nach dem Weser-Bergland hinzieht. Mit ihr verschwindet die Keramik aus Oberhessen, aber die Bronze tritt stärker auf. In einer Auseinandersetzung der nordgermanischen und der germanischen Kultur wird der nach Oberhessen eingedrungene germanische Wendelring, unter dem Einfluß der Kelten zu einem gedrehten Wendelring, der sich im Rhein-Mainischen Raum ausbreitet und von dem sehr reiche Funde vorhanden sind.
In der Zeit dieses keltischen Einflusses von 200 bis 150 v. Ehr. beainnt die kriegerische Auseinandersetzung im oberhessischen Raum. Die Kelten errichten Rückzugs- und Schutzburgen, wie wir sie auf dem Dünsberg vorfinden, um sich gegen die vordringenden Germanen zu schützen, die dann später das Land einnehmen. Dr. Krüger erläuterte die Burganlage auf dem Dünsberg und die hohe künstlerische Kultur der Kelten, die gegen das Vordringen der Vandalen die Römer zu Hilfe riefen, durch die sie aus unserem Gebiet verdrängt werden. Die Römer, die das fruchtbare Gebiet der Wettercm und den Taunus bis nach der Lahn hin besetzten und deren kulturelle Einflüsse festzustellen sind, wurden später von den an den Limes vordringenden germanischen Stämmen, besonders den Chatten, wieder zurückgedrängt.
Dr. Krüger zeigte ans dieser Uebergangszeit noch die Gräberfunde mit dem damals vorhandenen reichen Schmuck, von dem das oberhessische Museum zahlreiche Funde aufweist.
im ab, Ur- des
einigungen ist. Auch v. Beckerath, m. W. erster Konzertmeister der Münchener Philharmoniker, hat sich in letzter Zeit als Solist einen'Namen gemacht. Dasselbe gilt auch von Wolfgang Schneiderhan, der ja schon vor Jahren als Wunderkind allgemein be- rechttgtes Aufsehen erregte. Man kann wirklich Gießen dazu beglückwünschen, daß das Konzertleben der Stadt auf «hier so beachtlichen Höhe steht ..
Aus Der Vorgeschichte Oberheffens
Führung durch das Oberhessische Museum.
Doktor Beraholz belastet. Warum Sie ihn verdächtigten, sollen Sie später erklären. Ich muß letzt nochmals den Umstand erwähnen, daß nach bi5^eri9en Feststellungen nicht nur Sie und Doktor Bergholz am Tatort waren, sondern gleichzeitig auch noch Tjaden. Haben Sie den Mann oe- sehen?" ”
^e^nreüf) zuckt mit den Augenlidern, bewegt die Lippen, ohne daß ein Wort verständlich wird. In diesem Augenblick kommen Bergholz und der Kommissar, der ihn geholt hat, ins Zimmer.
Nun wird auf den Vorgang an der Oper zurückgegriffen Bergholz schildert ihn noch einmal. Hei. denreich sagt nichts als: „Ich kann mich nicht erinnern. Er sitzt starr da, sein Gesicht sieht grau und verfallen aus. Es ist ihm anzumerken, daß er sich Mit Anstrengung aufrechterhält.
erschrocken. Immer mehr scheinen sich die Geschehnisse zu verwirren. Er weiß nicht, welche sonderbare Tatsache hier eben zur Sprache gekommen war, und versucht dem Gedächtnis des Bankiers nachzuhelfen, indem er von weiteren kleinen Begebenheiten des Abends spricht und erzählt, wie er du m Frau Röhls und Heidenreichs Gesellschaft m einem Weinrestaurant gegessen und danach Mit ihnen gemeinsam eine Bar aufgesucht hatte, wo sie den Tagesschriftsteller Doktor Bock und des- sen Frau trafen. Da sei das Gespräch auf den un- heimlichen Menschen gekommen, der vor Frau Röhl aufgetaucht war, als sie in Heidenreichs Begleitung m fein Auto steigen wollte. Bock habe sehr einge- hend nach allen Einzelheiten gefragt und den Vor- fall zum Inhalt eines Zeitungsberichts machen rool- Icn öod) das hatte sich Frau Röhl verbeten, und Heidenreich habe auch Doktor Bock sehr nachdrücklich aufgefordert, davon abzusehen.
Die Kriminalbeamten blicken während dieses Be- richts von Bergholz zu Heidenreich. Der bewegt D?21e!,ncrb ben ,^opf. ,Zch weiß von dem allen nichts , sagt er lallend und kaum verständlich.
Plötzlich richtet er sich aufspringt förmlich vE Sessel auf und auf den Kriminalassistenten zu. „Was fallt Ihnen ein!" fährt er ihn an. „Ich ver- bitte mir derartige Uebergriffe!" Mit einem Schlage scheint die Schwäche von ihm gewichen zu sein.
(Fortsetzung folgt.)
Die Fortsetzung der von KdF. veranstalteten Führungen durch das Oberhessische Museum (Gailsche Sammlungen) fand am Sonntag bei gutem Besuch statt. Nach den Einführungen in die Steinzeit und die Bronzezeit behandelte der Direktor des Museums, Dr. Krüger, die Eisenzeit, von der viel umfangreiches Material vorhanden ist, well der oberhessische Raum zu dieser Zeit (800 vor bis zur Zeit Ehr.) schon stärker im Brennpunkt der Ereignisse stand.
Während die Funde aus der Steinzeit die ersten Kenntnisse der Menschheitsentwicklung vermittelten, stellten die Funde aus der Bronzezeit bereits eine Ausbreitung der Kultur und ihre Verfeinerung dar. In der Eisenzeit erreichte die Kultur bann einen gewissen Höhepunkt. Dr. Krüger führte u. a. aus, wie in der Hügelgräberkultur der Bronzezeit sich bereits ein Einfluß, man kann sagen ein Blutstrom, aus dem Osten, den wir den dinarischen nennen, in der Verwendung und der Herstellung der Urnen kenntlich macht. Diese Entwicklung geht weiter über die Hallstattzeit, die die Brücke bildet, bis in die Eisenzeit hinein. Unter dem Einfluß der aus Schlesien und der Lausitz hereingekommenen Dinarier werden die Formen der Urnen reicher und vielfältiger. Die Bestattungsform ist eine andere. Die Asche wird in eine Urne getan und um sie herum werden die Beigefäße gestellt, die Schmuck, Gerätschaften, Waffen u. a. enthalten, während bisher die Asche und die Beigefäße in einer großen Urne Aufnahme gefunden hatten. In der frühen Eisenzeit, zwischen dem Ausklingen der Urnenfelderzeit und der Hallstattzeit', treten auch wieder Hügel in Erscheinung, wie bei dem Königsgrab bei Muschen- heim (800 bis 500 v. Ehr.), in dem ein Hallstattschwert, ein Rasiermesser und ein Meißel gefunden wurden.
Augenfällig in Erscheinung tritt die Keramik, die eine Schönheit erreicht, die die Rössener Kultur übertrifft Zu dieser Zeit werden auch Gravierungen in und außen an den Urnen und Gefäßen angetroffen, die bereits vor dem Brand in die Gefäßwand ein gefügt sein müssen. Die Gefäße, wie man sie z. B. in der Lindener Mark angetroffen
Rüben 8, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 10, Unter» kohlrabi 6 bis 7, Grünkohl 20, Rosenkohl 35, Tomaten 16, Zwiebeln 12, Meerrettich 50; Schwarzwurzeln 35, Kürbis 7, Feldsalat (Vic^lO, Aepfel, Yi kg 15 bis 28, Birnen 15 bis 30, Zwetschen 13 bis 15, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 10, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Rpf.
Ortszeit für den 9. Oktober.
Sonnenaufgang: 7.40 Uhr, Sonnenuntergang: 18.43 Uhr; Mondaufgang: 15.49 Uhr, Monüunter- gang: (10.10) 0.16 Uhr. *
** Bann und Untergau 116. Am Sonntag, 13. Oktober, findet in Gießen eine Jugendfilm- stunde statt. Außer den Gießener Stadteinheiten nehmen auch die Einheiten der Vororte daran tell. Die Karten sind bei der Verwaltungsstelle ab zuholen.
** Beförderungen t m Reichsluft» schutzbund. Der Präsident des Reichsluftschutzbundes hat die nachgenannten Amsträger im Reichslustschutzbund zu Luftschutz führ er n befördert: Revier- aruppenführer der Regiergruppe II-Gießen Wilhelm Erle (Gießen) und Kassenführer der Ortsgruppe Gießen Heinrich Becker (Gießen-Wieseck).
*♦ Eine Achtzigjährige. Am heutigen Tage vollendet Frau Elise Volz Ww.e., Gießen, Asterweg 59, in vortrefflicher körperlicher und geistiger Frische ihr 80. Lebensjahr. Möge der Jubilarin weiterhin ein schöner Lebensabend beschieden sein.
** Silberne Hochzeit. Der Kaufmann Otto Kuhl und Frau Dina, geb.Hengst, Gießen, Sonnenstraße 10, begehen am morgigen Mittwoch, 9. Oktober, das Fest der silbernen Hochzeit. Dem Jubelpaar unseren herzlichen Glückwunsch.
Landkreis Gießen.
5 Steinbach, 8. Okt. Am morgigen Mittwoch, 9 Oktober, feiert der frühere langjährige Gemeindeschäfer Hans Heinrich Schneider in guter Gesundheit feinen 7 0. Geburtstag. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch.
Die Meisterschaftsspiele im Handball.
Bereichsklasse:
Tv. Dornholzhausen — Tv. Hochelheim 9:7 (4:4). Tv. Katzenfurt — Mtv. Gießen 7:4 (4:1) Tv. Garbenheim — Tv. Kirchgons 13:7 (4:2) Tv. Lützellinden — Tv. Hörnsheim 3:3 (1:1).
In Dornholzhausen war man mit dem Schiedsrichter nicht ganz einverstanden. Aus dem Grunde gab es hin und wieder Meinungsverschiedenheiten, die nicht zuletzt auch ein hartes Spiel aufkommen ließen. Das Ergebnis wird dem Spielverlauf nicht ganz gerecht, obwohl die Leistungen beider Mannschaften gleichwertig waren.
Einen schönen und spannenden Verlauf nahm das Katzenfurter Spiel. Die Gießener traten mit nur 9 Mann an, sodaß sie schon von vornherein im Nachteil waren. Allerdings hatte auch Katzenfurt nicht seine komplette Mannschaft zur Stelle.
Kirchgöns entpuppte sich auch diesmal wieder als eine Mannschaft, die zu kämpfen versteht. Wäre nicht Garbenheim auf der Hut gewesen und hätte sich der eingestellte Ersatz nicht bewährt, so wäre das Ergebnis vielleicht anders ausgefallen. So aber konnten die Platzbesitzer nach einem vorbildlichen Spiel einen einwandfreien Sieg sicherstellen.
Das Lokalspiel in Lützellinden war im Gegensatz zu vorausgegangenen Kämpfen diesmal ohne Inhalt. Beide Mannschaften (Lützellinden trat mit einer Reihe von Urlaubern verstärkt an) zeigten wenig und ließen auch jenen Einsatz vermissen, ver solchen Spielen normalerweise eigen ift
I. Klasse:
Tuspo W.-Niedergirmes — To. Orüningen 3:7 (1:2). Nauborn — Tv. Langgöns 3:8 (1:4)
Tv. Garbenheim II. — Tv. Atzbach 1:14 (1:7)
Tv. Lich — Tv. Harbenteich 3:4 abgebr.
Tv. Klein-Linden — Tv. Beuern 4:8 (2:5).
Obgleich Niedergirmes'starken Widerstand leistete, konnte Grüningen sicher gewinnen und damit seinen Vorsprung weiter ausbauen. Die Mannschaft zeigte auch diesmal wieder recht gefällige Leistungen.
Wäre Langgöns nicht verstärkt angetreten und hatte Nauborn nicht noch in letztes Minute Ersatz einstellen müssen, wäre das Ergebnis vermutlich anders ausgefallen.
Klein-Linden spielte zwar recht ordentlich, das Können reichte aber nicht aus, um den Gästen, die auch diesmal wieder gut zusammenspielten, gefährlich werden zu können.
talängieinneuesLebenai]
Roman von Helene Kalisch
Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München
42. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
21. Kapitel.
Hans Bergholz hat die Arbeit des Alltags wieder ausgenommen. Er ist mit großem Eifer und einer inneren Freudigkeit dabei, wie er sie lgnge nicht gekannt hat. Es ist etwas Neues darin. Er selber ist sich neu geschenkt. Dabei drängt in diesen Tagen manches an ihn heran, was geeignet fein konnte, ihn herabzustimmen. In dem Stadium der Lösung seiner Ehe sucht die Gegenseite nach immer neuen Gelegenheiten, sich an ihm zu reiben, es ihm ordentlich zu geben. Die sich nun recht alltäglich gestaltende Scheidung entspricht nicht ihren Erwartungen. Sie wünschen sie sich aufregender, sensationeller. Er hat sie zu sehr geärgert und enttäuscht, und er kann sich vorstellen, daß sie ihn lieber als Mörder verurteilt sähen, als nun diese nüchterne Auseinandersetzung mit ihm zu haben.
„Es geht vorüber", sagt er sich. Er ist durch Schlimmeres hindurch, hat sich hinübergerettet auf eine lichte, sichere Höhe, wo das Leben das Allerbeste für ihn bewahrt hat. —
Am zweiten Tage nach feiner Haftentlassung erreicht ihn Anruf von der Kriminalpolizei. Ein Beamter ist schon mit dem Wagen unterwegs, um ihn abzuholen. Es ist einer der Kommissare, die ihn verhört haben. Während der Fahrt erzählt er Bergholz, daß es sich augenblicklich um die Vernehmung des Bankiers Heidenreich handle. Heidenreich behauptet, Bergholz' Darstellung eines Vorganges, der sich am Abend des zehnten November abgespielt haben soll, an dem Heidenreich Frau Rohl nach einer Tristan-Aufführung aus ihrer Garderobe abholte, entspräche nicht der Wahrheit. Er wüßte nichts davon, daß sich ihnen in der dunklen Straße ein verdächtiger Mensch in den Weg gestellt und Frau Röhl erschreckt habe.
„Diese. Aussage entspricht nach meinem Dafürhalten einer feindlichen Einstellung Herrn Heidenreichs gegen mich", sagt Bergholz.
Der Kommissar, der im Auto eine Zigarette raucht, nimmt diese zwischen die Finger und blickt Bergholz fragend an. „Wieso feindliche Einstel- lung? ... Was ist das für eine Spannung zwischen Ahnen beiden? War der Grund dazu vielleicht Eifersucht?"
„Es ist anzunehmen", gibt Bergholz zögernd zu. Das Hervorzerren dieser heiklen Dinge ist ihm peinlich. Aber auch da muß er hindurch. So überwindet er seine Hemmung und sagt, Frau Röhl habe einmal zu ihm geäußert, Heidenreich sei eifersüchtig
Der Kommissar stellt dann keine weiteren Fragen mehr. —
Die Vernehmung des Bankiers wird in dessen luxuriös ausgestattetem Privatkontor vorgenommen. Es leitet sie der Kriminalrat, den Bergholz von seinen eigenen Vernehmungen her kennt. Es kommen dabei Dinge zur Erörterung, die allmählich Heidenreichs zuerst überlegen abwehrende Haltung erschüttern. Auch zu den weiteren Aussagen Bergholz', über die er in Ergänzung der von ihm als unwahr bezeichneten unterrichtet wird, äußert er ßch ungläubig. Die Behauptung Bergholz', er sei in der Wohnung der erschossenen Künstlerin von einem Mann niedergeschlagen worden, in dem er den Vagabunden wiedererkannte, der an jenem Novemberabend bei der Oper aufgetaucht sei, belächelt Heldenreich geringschätzig, zuckt die Achseln und murmelt: „Alberne Geschichten."
Da widerspricht ihm der Kriminalrat zum ersten- mall „Es ist inzwischen festgestellt, Herr Heiden- reich sagt er, „daß sich dieser Mann, den Doktor Bergholz wiedererkannt hat, dort im Hause auf-- hleit, als der verbrecherische Anschlag auf das Leben öer Künstlerin verübt wurde. Es ift ferner fest- gefteüt, daß es Klaus Tjaden, der Ehemann der Getöteten, mar."
Durch diese Erklärung erhält die Selbstsicherheit Heldenreichs einen empfindlichen Stoß. Aber er bleibt dabei, sich an die von Bergholz berichtete Begegnung am Bühnenausgang der Oper nicht zu ' erinnern. ,
Es folgen dann Fragen, über feine Beziehungen \
„Bayrischen Hof" einen KameraLschaftsabend bei dem Vereinsführer Müller zahlreiche tauber begrüßen kornste. Zunächst gedachte er gefallenen Turnkameraden Dr. Werner Lotz, dem ein stilles Gedenken gewidmet wurde, tn das alle Gefallenen eingeschlossen waren. Mit besonderer Freude bearüßte er dann den Turner Becker, der als Oberschütze schwer verwundet wurde und nun soweit genesen ist, daß er wieder Dienst machen kann. Nachdem der Vereins führ er die übrigen Kameraden, darunter auch den Oberzahlmeister Peter Ritsert, noch begrüßt hatte, teilte er mit, daß der Referendar Rupprecht Krausch, der an der „Lingiade" in Stockholm teilgenommen hatte, jetzt zum Leiter des Amtes für Leibesübungen der Universität ernannt wurde. Der Vereinsführer dankte ihm besonders dafür, daß er sich in der Kriegszeit für den turnerischen und sportlichen Betrieb im Mtv. eingesetzt fyat. Im weiteren Verlaufe des Abends sprach Vereinsführer Müller auch der Turnerin Magret Seim feinen Dank für die Mitarbeit und die Treue aus, die sie dem Mtv. bewiesen hat. Nachdem sie von einer turnerischen Ausbildung in Berlin zurückgekehrt war, hatte sie sich der Turnerinnen angenommen und auch wieder für den Nachwuchs in der Korbballmannschaft gesorgt, so daß der Mtv. mit zwei Mannschaften in Wetzlar antreten konnte. Da sie jetzt zum Arbeitsdienst eingezogen wird, verabschiedete sie der Vereinsführer mit den besten Wünschen. Mit Unterstützung des Turners Otto G u t j a h r wurde im Verlaufe des kameradschaftlichen Beisammenseins manch altes Turnerlied gesungen und die Erinne-
zu Dietmuthe Röhl, die er mit Zurückhaltung beantwortet, ohne jedoch in Abrede zu stellen, was m wetten Kreisen bekannt ist und ihm offensichtlich schmeichelt. Aber eine leise Unruhe und Unsicherheit kann er nicht mehr verbergen.
„Wann sind Sie zum letztenmal in der Wohnung der Sängerin gewesen?" fragt der Kriminalrat.
„2lm Tage vor ihrem schrecklichen Ende", ent- segnet ^Heidenreich mit einer Gebärde schmerzlicher
Der Kriminalrat beugt sich vor.. „Herr Heiden- reich, ich muß meine Frage wiederholen! Bitte überlegen Sie genau Ihre Antwort!"
Mit eine kurzen Bewegung rückt der Bankier seinen Stuhl um ein paar Zentimeter zurück, starrt den Beamten mit empörter Miene an. „Ich verstehe Sie nicht, Herr Kriminalrat!"
,T>ann muß ich deutlicher werden, Herr Heidenreich! Es ist durch Zeugenaussage festgestellt, daß Sie gleichzeitig mit Doktor Bergholz in der Wohnung der erschossenen Künstlerin gewesen sind. Das Hausmädchen hat Ihren Mantel und Hut sowie Ihr seidenes Halstuch an der Flurgarderobe hängen sehen. Ihre dunkelgrauen Wildlederhandschuhe lagen auf dem Spiegeltischchen. Das Mädchen gibt an, öie Sachen, die sie Ihnen oft abgenommen hat, genau zu kennen. Ferner hat der Hauswart Ihr Auto, dessen Nummer er kennt, um die gleiche Stunde auf der Straße stehen sehen. Wo befinden sich hier Ihre Ueberkleider? Lassen Sie bitte die Sachen herausnehmen. Wir werden versuchen, auch diese Zeugin des Vergleichs wegen heranzuholen."
Heidenreich bekommt einen Schwächeanfall. Das Verhör muß unterbrochen werden. Der mit anwesende junge Kriminalassistent holt ein Glas Wasser. ^_?Cr-J^lminaIrat eine schmale Schachtel vom Schreibtisch genommen und geöffnet. Ein kleines rohrenartiges Instrument liegt darin, das in einer fernen nadelspitzen Kanüle ausläuft. Er wendet sich zu dem im Sessel Zusammengesunkenen. „Sie sind ... Morphinist, Herr Heidenreich?"
„Ja", erhält er kaum verständlich zur Antwort. '^r deshalb fühle ich mich augenblicklich unwohl."
Der Krimmalrat wartet noch ein paar Minuten ms sich Heidenreich anscheinend wieder besser fühlt fahrt er zu fragen fort: „Sie haben mit Ihren Aussagen — ähnlich wie Fräulein Springer — den
nm gen an die Zeiten wachgerufen, in denen bereits der Gemeinschaftsgeist im Mtv. in hoher Blüte stand. Die Urlauber dankten dem Vereinsführer Müller für feine Arbeit und vor allem für die rege Tätigkeit, durch die er die Kameradschaft zwischen den Soldaten und der Heimat tn bester Weise aufrechterhalten hat.
Dffobertoanöerung des VHC. Gießen.
In einen der schönsten Teile unserer engeren Heimat, in das Gebiet um den Dünsberg, führte am Sonntag die Oktoberwanderung des VHC. Gießen. Dom Ausgangspunkt Bieber ging es durch das anmutige Biebertal, um hinter der Obermuhle einen Heckenweg einzuschlagen, der reizvolle Blick auf das burggekrönte Königsberg gewährte. Gegenüber der ehemaligen Oberförsterei Strupbach wurde die schwarze Punktmarkierung erreicht, die die nahezu 40föpfige Wanderschar zum bewaldeten Helf holz führte. Unterwegs boten sich prächtige Blicke auf das malerisch gelegene Königsberg, auf den Dünsberg, den Jfselscheid und später auf die Westerwäl- der Höhen. In langsamer Steigung ging es an der Philippstanne vorbei aufwärts über den mit alten Bäumen und mächtige« Bäsaltblöcken bestandenen Marktplatz, Hals genannt, an dem hochragenden Schloß vorüber nach Hohensolms, wo Mittagsrast gehalten wurde. Der, weitere Weg führte auf der zum Teil von 600jährigen Linden umsäumten Land- sttaße nach dem von einem Turm überragten Altenberg, von wo max bei der klaren Sicht wiederum entzückende Blicke, vor allem auf die in den schönsten Farben der Herbstes prangenden Wälder genoß. Ein großes Stück auf dem alten Rennweg gehend, kam man, stets auf aussichtsreichen Wegen, über den Großen Rothenberg nach dem Endziel Bieber, von wo nach einem Schlußtrunk die Heimfahrt erfolgte.
Gießener DochenMarktpreise.
* Gießen, 8. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Y kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10 ausländische Eier 12, Kartoffeln, kg 4, 5 kg 40, Weiß- fraut, kg 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 8, rote
erreichbare Hausgehilfin gibt es nämlich in Frankfurt a. M., wie auch in den anderen Städten des Gaues, eine große Anzahl von Haushalten ohne Kinder unter 14 Jahren, die nicht nur eine oder zwei, sondern drei und vier Hausangestellte in Anspruch nehmen. Sicher ist die Zahl dieser Hausangestellten oft durch den Umfang der zu bewältigenden Arbeiten bestimmt — wobei man sich vorstellen kann, daß dieser Umfang durch wenige räumliche Aenderungen sowie Einschränkungen auf dem Gebiete der Bequemlichkeit und Repräsentation erheblich verringert werden kann — sehr oft aber reicht selbst diese Begründung dafür nicht aus.
Hier allein liegt folglich noch eine Möglichkeit, wenigstens in den dringendsten Fällen helfen zu können. Sie wird, wie bereits ausgeführt, auf dem Wege gesetzlicher Bestimmungen nicht genutzt, sie muß aber durch die Verständnis- und Hilfsbereitschaft der Beteiligten selbst zum Einsatz gebracht werden. Von den Frauen dieser Haushalte darf man daher mit Recht erwarten, daß sie dem Arbeitsamt ihre nicht unbedingt „lebensnotwendige" Hausangestellte wenigstens für einen befristeten Einsatz im Haushalt einer kinderreichen Familie melden. Von den betreffenden Hausangestellten aber soll man annehmen, daß sie sich einem solchen Dienst an der Gemeinschaft gern und freudig unterziehen. Sicher wird die Hausfrau, die auf diesen Ruf ihre Hausangestellte abgibt, nun in der Wirtschaft auch einmal selber zupacken müssen und die Hausangestellte ein anstrengenderes und vielleicht auch geringer bezahltes Arbeitsgebiet zu übernehmen haben, doch beide werden sich zu dieser Hilfe verpflichtet wissen. Angesichts der in diesem Kriege bereits gebrachten und noch zu bringenden Opfer ist dieser Beitrag nicht meßbar und kaum des Aufhebens wert, in feiner Auswirkung jedoch beseitigt er eine Dissonanz in unserem Gemeinschaftsleben und macht sich damit verdient.
Wir wollen annehmen, daß es nur dieses hinweisenden moralischen Appells bedurfte, um auch in dieser Hinsicht die Kameradschaft der Heimat wirksam zu wissen.
fl5-WiW M kraft öarm Sreaöe
Achtung! Achtung!
Sportamt KdA.
Neuer Schwimmkurs! Am Dienstag, 8.10.1940, beginnen wir wieder mit unseren
Dienstag-Schwimmstunden!
Jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr.
Die Freitag-Schwimmstunden bleiben wie bisher von 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr.
Alle Stunden auch für Anfänger. 4491V
Ein auswärtiges Urfeil zum Gießener Konzertwinter.
»Ulan kann wirklich Gießen beglückwünschen
Ein Musikfreund in Gießen hat das Programm des Konzert-Rings 1940/41, das vom Gießener Konzertverein, dem Stadttheater und der NSG. „Äraft durch Freude" als Gemeinfchasts-Deranstal- . tung im Winterhalbjahr 1940/41 den Gießener Mu- sikfreunden geboten wird, einem Musikfreund in München übermittelt. Daraufhin ift bei dem Gießener Musikliebhaber ein Brief seines Münchener Bekannten eingegangen, der sich über das Gießener Konzert-Programm für 1940/41 sehr anerkennend äußerte. In dem Briefe ist u. a. folgendes zu lesen:
„Mit großem Interesse entnahm ich aus dem reichhaltigen und mit großem Geschmack zusammengestellten Programm, daß sich unter den Solisten Ihrer Konzerte Künstler von internationalem Ruf befinden, wie Wilhelm Backhaus, Erna Berger und Vasa Prchoda. Aber auch mit manchem anderen Namen verbindet sich bei mir die Erinnerung an starke musikalische Eindrücke. Vor Jahren horte ich in München in einem Orchefterkonzert ein Konzert von Johann Sebastian Bach für drei Klaviere; einer der Solisten, die neben Meister Edwin Fischer das herrliche Werk zu gewaltiger Wirkung gestalteten, war Konrad Hansen/ der Solist Ihres ersten Konzertes. Aus jüngerer Zeit stammt meine Bekanntschaft mit dem Stroß-Quartett, dessen Konzerte in Müncken schon seit ein paar Jahren einen besonderen Anziehungspunkt für Freunde der Kammermusik bilden. Die Konzerte, die ich von dieser jungen Vereinigung härte, bestätigten den Ruf, daß sie heute eine der ersten deutschen Ouartettver--


