Ausgabe 
8.10.1940
 
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Dienstag, 8. ®f (ober 1940

(90. Jahrgang Nr. 238

Gietzmer Anzeiger

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Vrühlsche UniDcrfttälsömderei R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen «ietzen^Schnlstrahe 7-9

Britische Luftpiraten überfallen erneut die Reichshauptstadt.

Wohngebäude und Krankenhäuser von Bomben getroffen.

Berlin, 8.Oft (DJIB. Fuukfpruch.) 3n der vergangenen Nacht griffen britische Flugzeuge die Reichshauptstadl an und warfen an verschiedenen Stetten Spreng- und Brandbomben ab. Getrossen wurden iLd. zwei Krankenhäuser, darunter das be­kannte Robert-Koch-Krankenhaus, meh­rere Wohngebäude sowie Lagerhäuser und Bahnanlagen. Die entstandenen Brände konnten noch im Laufe der Rächt gelöscht werden. Mehrere Personen, die sich nicht in Schuhräumen aufgehalten hatten, sind als lote und Ver­letzte zu beklagen. Ein Flugzeug wurde durch Flakartillerie abgeschossen.

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Wieder klagen gemordete Frauen und Kinder Churchill und seine Luftpiraten an. Aus nächtlichem Himmel warfen sie ihre Bomben auf die Wohn­viertel der Reichshauptstadt. Ein Wöchnerinnenheim und ein Kinderhospital wurden getroffen. Mehrere Tote und Verletzte sind zu beklagen. Zorn und Empörung packt jeden Deutschen, wenn er von die­sen neuen Schandtaten hört. Auf Churchills Be­fehl überfällt die RAF. deutsche Menschen. Die Der- antroortung kommt auf ihn, und die Vergeltung der deutschen Luftwaffe kann nicht hart genug aus- sallen. Es kann kein Zufall sein, daß es Wohn­stätten, Krankenhäuser, Kirchen und Schulen, ge­

schichtliche Denkmäler und Kulturbauten sind, die heimgesucht werden. Dafür ist die Auswahl zu über­legt, die Zahl der Fälle zu groß. Auch in dieser Nacht haben die englischen Flieger mit Leucht- raketen ihr Ziel gesucht. Erst gestern ließ das englische Lügenministerium verbreiten,der sorgfältig ausgearoeitete Plan", der den britischen Luftangriffen aus Deutschland zugrunde liege, werde in offiziellen Karten und durch Tatsachenmaterial veröffentlicht. Auflang vorbereiteten Plänen" seien diese Angriffe basiert, sozusagenwissenschaft­lich"' ausgearbeitet. Berlin hat in dieser Nacht wie­der kennengelernt, wie es mit diesersorgfältigen Planung" bestellt ist. Es handelt sich um nichts an­deres als einen tatsächlich sorgsam ausge­klügelten Mordplan gegen deutsche Frauen und Kinder. Churchill enthüllt 24 Stunden nach der Bekanntgabe einer solchen Heuchelei sein wahres Gesicht. Krankenhäuser und Wohnungen friedlicher Menschen, sie sind sein wirk­liches Ziel. Was Berlin in dieser Nacht wieder er­lebte, das ist die wirkliche Kriegführung dieses Ver­brechers und seiner Mordwerkzeuge. Aber sie kön­nen gewiß feiif, daß die deutsche Vergeltung ihnen tausendfältig heimzahlen wird, was sie dem deut­schen Volke angetan haben. Die deutsche Luftwaffe wird nicht nachlassen, um in immer neuen rollenden Angriffen, deren Wucht sich von Tag zu Tgg stei­gert, England auf die Knie zu zwingen.

Bombentreffer auf Rüstungswerke und Dersorgungsbeiriebe, Bahnhöfe und Flugplätze.

Der Wehrmachtsbericht vom Montag.

Berlin, 7. Oktober. (DRB.) Das Ober­kommando der Wehrmacht gibt bekannt:

London und zahlreiche andere Ziele in 5 üb- engtand wurden' am 6. 10. und in der Rächt zum 7.10. trotz schwierigster Wetterlage wieder erfolgreich angegriffen. 3n London explo­dierte ein Großgaswerk mit nachfolgender starker Brandwirkung. Weiter gelang es, ein Wasserwerk stark zu beschädigen. Einzelne Flugzeuge griffen mehrere Rüstungsbetriebe in Südengland an und vernichteten Kesselhäuser, Montagehallen, Maschinen, Fertigsabrikate und Vorräte. Bomben schweren Kalibers trafen mehr- fach Bahnhöfe und Gleisanlagen. 3n- folge von Bombentreffern auf einigen Flug­plätzen stürzten mehrere Hallen ein, zahl­

reiche Flugzeuge wurden durch Bombentref­fer und MG.-Befchuß am Boden vernichtet. Angriffe auf verschiedene Truppenlager süd­lich von London hatten nachhaltige Wirkung. Zahl­reiche Volltreffer in Baracken und Unterkünften konnten beobachtet werden. 3n Thameshaven und Port Victoria lösten Bombenexplosionen neue große Brände aus. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Süd- und Süd­ostküste Englands.

Zu Luftkämpfen kam es infolge der Wetterlage gestern nicht. An der dänischen Westküste versuchten feindliche Flugzeuge, zwei deutsche Vorposten­boote anzugreifen. Lin feindliches Flugzeug wurde abgeschossen, die übrigen zur Umkehr ge­zwungen. Bei den Angriffen auf Rüstungswerke in England zeichneten sich durch besondere Kühnheit aus: Oberleutnant Braun, Oberleutnant Bie­wer, Oberleutnant Kühn und Oberfeldwebel Dolf.

London dem Untergang geweiht.

Ein neutraler Diplomat berichtet über

Genf, 7. Oft. (DNB.) ,Hn einigen Wochen wird es sinnlos sein, daß deutsche Flieger London weiterhin bombardieren, wenn bis dahin die deut­schen Luftangriffe so intensiv fortgesetzt werden, wie das in den letzten Tagen meines Londoner Aufent- halles der Fall war. Die Zerstörung Londons wird alsdann wie der Untergang Karthagos in die Ge­schichte eingehen", erklärte ein neutraler Diplomat, der London am 23. September ver­lassen hat und nun in Genf angekommen ist. Es gebe in London und Umgebung kein Industrieviertel mehr, das nicht unter den deutschen Bombenan­griffen gelitten habe. Kein vernünftiger Mensch könne mehr von einer normalen Wetterführung des Londoner Wirtschaftslebens sprechen. Jeder Wirtschafts- und Handelsverkehr diene nur noch dem Zweck, wichtige Rohstofflager in das In­nere des Landes zu transportieren sowie das Maschinenmaterial wichtiger Londoner Kriegsindu­strien vor der Zerstörung zu retten. Die Des- Organisation des Londoner Verkehrs­lebens hätten die Deutschen bereits erreicht. Die Versorgung der Londoner Bevölkerung mit Lebensmitteln sei zum heikelsten Problem der Be­hörden geworden, nachdem Tausenden obdachlos und brotlos gewordenen Menschen Massenspeisun­gen verabreicht werden müßten.

So tapfer sich die Londoner auch bisher ver­halten hätten, so könnten sie doch angesichts der schlechten Vorbereitung Londons auf die große deutsche Luftoffensive nicht bei guter Moral er­halten werden. Nur derjenige, der ein einziges Mal eine Nacht auf einem der Londoner U n t e r - gründ bahnhöfe verbracht habe, könne mit einigem Recht die Nervenprobe beurteilen, der die Londoner täglich seit Wochen ausgesetzt seien. Er werde nie die Panikstimmung vergessen, die er in Waterloo-Station erlebte, als für Sekun­den der elektrische Strom durch Erschütterungen von in der Nähe emschlagenden Bomben unterbrochen wurde. Das zweite Mal befand er sich im Unter» qrundbahnschlacht von Piccadilly-Zirkus, als aus dem Tunnel der Bahnlinie plötzlich eine dichte Rauchwolke drang. Durch den leichtsinnigen Rus Gas" habe es unter der zusammengedrangten Menge eine furchtbare Panik gegeben. Was er dabei erlebte, gehöre zu den fürchterlichsten Eindrücken seines Lebens.

Heber die angerichteten Schaden konnten sich die Londoner selbst kein Bild machen.^Die am meisten betroffenen Industrie- und Hafenviertel seien ab-

die Wirkung der deutschen Lustangriffe, gesperrt worden. Die Journalisten europäischer Zeitungen könnten sich mir noch über amerikanische Kollegen einigermaßen über das ins Bild setzen, was im Verlauf der letzten Angriffe bombardiert wurde. Die offiziellen Mitteilungen enchatten in der Regel Angaben über Schäden, die a ch t Tage vorher angerichtet wurden und auch nur das, was nicht mehr verheimlicht werden konnte. In die City gelangt man nur noch, wenn man sich aus­weisen könne, daß man in diesem Stadtviertel wohne oder beschäftigt sei. Seit dem 20. September könne der gewöhnliche Sterbliche weder die' St. Pauls-Kathedrale noch die Bank von England be­suchen.

Das Bewußtsein, daß die deutschen Flieger nur wirtschaftliche und militärische Ob­jekte angreifen, gebe ihnen mehr Sicherheit als der Luftschutzkeller. Wenn es in der Absicht der deutschen Flieger gelegen hätte, Londoner Kunst­bauten zu zerstören, so gäbe es wahrscheinlich heute weder ein Parlamentsgebäude, noch eine West­minster-Abtei, noch eine St. Pauls-Kathedrale mehr. Ein Wärter vom St. James-Palast habe ihm das durch eigene Beobachtung bestätigt. Er schilderte, wie ein deutscher Flieger dicht über dieTrafal- gar s ä u l e geflogen sei. Fast habe es ausgesehen, als ob er in Whitehall landen wollte, tief fei er plötzlich heruntergegangen, um dann dicht am Big- Ben-Turm über das Parlamentsge­bäude zu fliegen. Alsdann habe er beobachtet, wie das deutsche Flugzeug in einer steilen Aufwärts­kurve über d i e Themse geschwenkt sei, um dann seine Bomben auf das große Bürohaus einer Schiffahrtsgesellschaft zu werfen. Ein Kraterloch war etwa 200 Meter entfernt vom St. James-Palast auf einem freien Platz zu sehen. Die Bombe habe wahrscheinlich dem etwas weiter unten liegenden Gebäude der brittschen Admiralität gegolten.

Als in der Woche vom 17. bis 21. September der örtliche Londoner Po st verkehr zwei- mal unterbrochen war, verbreitete sich das Gerücht, daß das Londoner Hauptpostgebäude eben­falls vernichtet fein müsse. In den letzten Tagen meines Londoner Aufenthaltes brauchte ein Brief von Bekannten aus Surditon, das von Waterloo­statton mit der Vorortbahn in 25 Minuten zu er­reichen ist, 10 Tage. Die Vororte Londons sind durch die deutschen Luftangriffe zu unerreichbaren Gegenden geworden, wie umgekehrt die meisten Be­wohner der Vorstädte nicht mehr nach London fah­

ren können. Das Eisenbahnnetz der Vorortbahn, namentlich der Linien, die in Waterloo-Station ein­laufen und vom Surrey kommen, muß sehr gelitten haben. Von etwa 18 in Waterloo einlaufenden Linien sind drei völlig ausgefallen.

Wenn ich daran denke, daß sich seit meiner Ab­reise die deutschen Angriffe auf London verdop - pelt haben, schließt der neutrale Berichterstatter, so scheint es mir unmöglich, daß man in nächster Zeit in London noch von einer Stadt sprechen rann, die in wirtschaftlicher oder strategischer Hin­sicht eine nützliche Funktion für die britische Ver­teidigung ausüben kann".

Am Mittag 22 Briten abaeschosien.

Berlin, 7.Oft (DRB.) Am Montag griffen unfere Kampfflugzeuge zum Teil unter dem Schuhe von 3agbftiegern London und Ziele im Süden und Südosten der britischen 3nfel an. 3n London wurde fast pausenlos Fliegeralarm gegeben. Hafenanlagen, Rüstungswerke. Versorgungslager, Eisenbahnen, Flugplätze und andere wichtige Ziele erhielten Treffer, die Brände und Zerstörungen zur Folge hatten. An verschiedenen Stellen entwickelten sich Luftkämpfe, in deren Verlauf 22 feind­liche Flugzeuge abgeschossen wurden. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt.

3tolienifd)e Li-Boote passieren die Straße von Gibraltar.

Stockholm, 7. Okt. (Europapreß.) Italienische U-Boote sollen nach einer Meldung derAllehanda" aus London, die Straße von Gibraltar passiert haben.News Chronicle" lyncht die italienischen U-Boote auch für die Versenkung zahlreicher eng­lischer Schisse im Mittelmeer v-erantwortlich.

Rund 15 Millionen Reichsmark in der ersten Reichsstraßensammlung.

Berlin, 7. Oktober. (DBB.) Die am 21. und 22. September 1940 durchgeführte erste Reichsstra- hensammlung im zweiten Krlegs-Winter- h 11 f s w e r k 1940/41 erbrachte nach bisher vor­liegenden Meldungen das Ergebnis von 14896404,18 Reichsmark, das find 19 Reichspfennig je Kopf der Bevölkerung.

Kamps am Kanal.

Don Konteradmiral a O. Täqert.

Eine freundliche Einladung von hoher Stelle gab Gelegenheit, d i e Häfen Belgiens und der französischen Küste bis^hinab zur Loire­mündung zu besichtigen. Eindrücke unvergeßlicher Art bringt eine solche Reise. Dem Berichterstatter war sie ganz besonders interessant, wett er den ge­samten Weltkrieg bei den Marinekorps in Flandern mitgemacht hatte Admiral v. Schröder,der Löwe von Flandern", führte damals das Kom­mando. Die Kriegsmarine hätte sich keinen besse­ren Vertreter wünschen können. Seine Aufgabe war nicht leicht. Mit neu zusammengestellten Formatio­nen galt es den langen Küstenstreifen von der hol­ländischen Grenze bis zum Jserkanal, gleichzeittg das nördlichste Stück der Landfront zu sichern. Schwere Angriffe der Engländer waren abzuweh- ren. Diesen lag alles daran, die verhaßten Unter» seebootnester Ostende, Zeebrügge in Besitz zu be­kommen. Der Admiral hat alle diese Angriffe zu' vereiteln gewußt. Aber das, was wir alle im März 1918 von der großen Frühjahrsoffensive erwarteten: ein weiteres Vordringen längs der Küste bis nach Boulogne und Calais, das ist uns nicht beschieden gewesen.

Anders heute, da ein Feldzug ohnegleichen die gesamte Nord- und Westküste Frank­reichs in unsere Hand gebracht hat. Die Häfen von Ze e b r ü g g e und O st e n d e, die wir nur flüchtig besuchten, sind jetzt von sekundärer Bedeu­tung. Auch das starke Dünkirchen, der Hattpt- ausstihrhafen der gewerbereichen Picardie, im Welt­kriege ein ersehnter strategischer Punkt, hat nicht mehr den einstigen Wert. Boulogne und Ca­lais sind naturgemäß die Hauptorte unserer Stel­lung an der französischen Nordküste. Unvergeßlich der Blick vom ururalten Leuchtturm des Kaps Gris Nez, das westlich von Calais seineGraue Nase" in die See steckt: Drüben liegen in leichten Dunst ge­hüllt die Umrisse der englischen Küste. Nur 35 Kilo­meter breit ist hier der engttsche Kanal. Die stolze­sten Erinnerungen Englands knüpfen sich an die Erfolge, die feine Flotten einst in dieser Seestraße daoontrugen. Im Weltkriege blieb der Kanal fest in feindlicher Hand. Mehr als 150 000 Handels­schiffe haben während seiner Dauer die Straße von Dover passiert. Auch im jetzigen Kriege, noch vor wenigen Monaten, bestand drüben in den Downs, der südlich der Themsemündung liegenden Außen­reede, die gefürchtete Kontrollstatton, die jedes hier

LowerbendiebrilischenLustverbrechenvergollen.

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Unser Bild gewährt einen Blick in eine Geschäftsstraße in unmittelbarer Nähe der Lon­doner Docks, die von den Vergellungsangriffen der deutschen Luftwaffe, die diesen militärischen Anlagen galten, schwer betroffen wurde. Die Ausnahme wurde telegraphisch von London nach Neu» york übertragen und von dort durch Luftpost wieder nach Europa befördert. (Scherl-Bilderdienst-M.)

London unter ständigem Lustalarm.

Stockholm, 8. Okt. (Europapreß.) London hat in den frühen Morgenstunden des Montags fünf Luftalarme erlebt Jedesmal konnte man selbst in der City das Dröhnen der deutschen Flugzeug­motoren hören oder die Detonationen deutscher Bomben vernehmen. Es wird nicht bestritten, daß sich die deutschen Maschinen trotz heftig st er englischer Boden- und Luftabwehr ihren Weg bis zum Herzen der Haupt­stadt bahnen konnten, um dort Bomben abzu­werfen.

Die Grafschaft Kent kommt in des Wortes wahrster Bedeutung aus den Luftalarmen nicht mehr heraus, wett die deutschen Maschinen an die­ser Stelle meist die Küste überfliegen, um ihren Kurs nach London fortzusetzen. Küstenorte dieser Grafschaft und wichtige Punkte an der Südostküste wurden auch am Montag wieder bombardiert. Bei den Einflügen in den englischen Luftraum handelt es sich nach englischen Darstellungen um Aktionen großer deutscher Formationen, die von Jagdflug­zeugen stark geschützt waren. Auch die Ballonsper­ren von Dover sind im Lause des Montags zwei­mal angegriffen worden.

Die englischen Zensurmaßnahmen scheinen am Montag wieder vers ch ä r f t worden zu sein. Die schwedische ZeitungAstonbladet", die einen

eigenen Korrespondenten in London unterhält und ihre Setten täglich mit langen Spalten eigener Berichte füllt, enthält am Montag nicht einen einzigen davon. In Schweden macht man außer- dem die Feststellung, daß der Nachrichtendienst des englischen Rundfunks mit jedem Tage ärmer wird. Am Montagvormittag war in Schwe­den nur der für die Vereinigten Staaten bestimmte Nachrichtendienst zu hören. Die Nachrichten waren bereits in der Nacht zum Montag in London ver­faßt worden. Sie wurden in den Vormittagsstun­den von Wachsplatten auch im europäischen Pro­gramm gesandt.

Das Geschäftsleben an der Londoner Börse verläuft nach neutralen Darstellungen nicht mehr normal. So berichtetAstonbladet" am Mon­tag, daß sich viele Geschäftsleute des Telephons bedienen. Man wagt nicht mehr in die City zu fahren und will offensichllich seine Geschäfte durch Fernschreiber von der Provinz aus abwickeln. An eine Evakuierung der Börse ist man noch nicht gegangen, weil man die gewaltigen Er» schütterungen des Börsenverkehrs vermeiden will, die eine solche Maßnahme mit sich bringen müßte. Pläne für eine Evakuierung des Börsenverkehrs wurden bereits im Juli fertiggestellt.