Ausgabe 
8.5.1940
 
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sich die Puto traten in London wohl nicht genügend überlegt haben. Sie versperrten das Mit­telmeer, also auch den Wea durch den Suez­kanal, für die englische Handelsschiffahrt, und zwar um Italien zu bedrohen. Wenn es im Mittelmeer zum Schlagen käme, dann fielen naturgemäß auch diefe Wege aus, über die England bisher seine Waren bezog, aber schon der Zwischenzustand ist für die englische Wirtschaft sehr verlustbrinaend. Durch den Suezkanal kamen bisher Oele aus Asien und die Güter der afrikanischen Ostküste; die Schätze Indiens wurden ebenso wie die Metallausbeute der malayischen Staaten an Zinn usw. durch diese Straße verfrachtet, die tropischen Früchte der Süd­see (u. a. Kopra) gingen durch den Suezkanal eben­so wie die Rohstoffe aus Birma, Südchina und Niederländisch-Jnsulinde. Die von England ausge­sprochene Sperrung der Mittelmeerfahrt bringt allein hinsichtlich der britischen Benutzung des Suez­kanals 1937 einen Fortfall von rund 8,5 Millionen Nettoregistertonnen bei Durchfahrt in einer Rich­tung. Die Nettoregistertonne ist etwa zwei Drittel der Bruttoregistertonne, und schlägt man etwa zwei Rundreisen der durchgehenden. Schiffe an, dann müßten damit rund 6,3 Millionen Bruttoregrster- tonnen Schiffsraum einen anderen Weg suchen. Diese neue Strecke um das Kap der

Guten Hoffnung, um die Südspitze Afrikas, wird aber für die englische Volkswirtschaft kostspie­lig und langwierig. Nach Indien z. B. erfordert der Weg um das Kop der Guten Hoffnung bis zu 77 v. H. mehr Weg als durch den Suezkanal, nach Mombasa in Ostafrika noch 44 v. H. Man hat be­rechnet, daß England etwa 80 v. H. mehr Schiffsraum einsetzen müßte, um den gleichen Effekt zu erzielen, den sonst die Dampferladungen auf der Suezkanal-Strecke aufzuweisen haben. Ab­gesehen von der Verteuerung ber Waren durch die größeren Frachtkosten kommt aber noch die Verknappung des englischen Schiffsraumes bei gleichzeitig stärkerem englischen Zufuhrbedarf hinzu. Dieser Schwung der britischen Handelsflotte ist die eigentliche Crux, er kann auch durch Propaganda­mittel, die nur auf Dumme Eindruck machen, nicht behoben werden. Es war ehedem paradox, aber heute bestätigen es die englischen Maßnahmen, daß Britannien gerade in dem Augenblick, da das ein- fuhrabhängiae England schon unter Dampfernot leidet, politisch alles tut, um diese Schwierigkeiten durch Alarmmaßnahmen von so wenig Wirkung auf Italien, wie es die Sperrung des Suezkanals für englische Dampfer bleibt, noch zu vergrößern und seine wirtschaftliche Lage zu verschlimmern.

E. 8.

Das Meer mit den englischen Toren.

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In diesen Tagen, in denen durch die maritimen Provokationen der Westmächte das Mittelmeer, das bisher durch die ruhige Haltung Italiens vor ernsten Störungen bewahrt worden ist, im Mittelpunkt des Interesses steht, läßt sich "die Großmacht Italien, die das Mittelmeer als feinen Lebensraum betrach­tet, nicht nervös machen. Rom hat schon vor Tagen durch die Ministerreben vor der Faschistischen und Korporativen Kammer angekündigt, daß es den europäischen Konflikt nicht zu Ende gehen lassen wird, ohne eine Bereinigung der schwebenden Probleme im Mittelmeer durchgesetzt zu haben, in dem es sich als Gefangener fühlt, weil es an den Toren dieses Meeres durch die britische Macht in seinen Bewe­gungen behindert wird. Unsere Darstellung verzeichnet die britischen Stützpunkte und entscheidenden Kontrollstellen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Gin Vielsagendes Telephongespräch.

Durch die Enthüllung des sensationellen viertel­stündigen Telephongesprächs Reynauds mit Chamberlain werden die deutschen Hin­weise auf die neuen Kriegsausweitungspläne der Westmächte vollinhaltlich bestättgt. Es ist bezeich- nenD, wenn englandfreundliche amerikanische Blät­ter gerade jetzt darauf Hinweisen, daß Chamberlain nach der Katastrophe im Norden nur noch eine einzige Chance zur Aktivierung des englischen Krie­ges habe. Dieses Gefühl scheint auch der brittsche Premier persönlich zu Haden; darauf läßt wenig­stens sein kategorischer Ton gegenüber Reynaud in jenem Telephongespräch schließen. Wenn man die erwähnten amerikanischen Blätter zwischen den Zeilen zu lesen weih, so verhehlen sie nicht, daß England auf dem wahrscheinlichen Wege eines Angriffes gegen Deutschland von Süden, d. h. vom Mittelmeer her, nur dann eine vage Aussicht auf Erfolg Hoden könnte, wenn die Westmächte von der bisherigen Methode des vereinzelten Neutralitäts­bruches von Fall zu Fall nunmehr zur Methode des Neutralitätsbruches im größten Stil übergehen. Man kann nicht einen Angriff beispielsweise von Griechenland, etwa von Saloniki her, gegen Deutschland ansetzen, ohne gleichzeitig auch die Neutralität sämtlicher übrigen Balkan- länoer anzutasten.

Tatsächlich geben die englischen Bemühungen vor allem um die Heranziehung der Türkei als direk­ten Bundesgenossen und um ein engeres Verhältnis zu Bulgarien im Wege vonWirtschaftsver- yandlungen" solchen Vermutungen durchaus recht. Gegenüber Bulgarien griff man ja in London so­gar zu der außergewöhnlichen Maßnahme, die Ver- Handlungen nicht mehr nur über den englischen Ge­

sandten in Sofia zu leiten, sondern den englischen Botschafter aus der türkischen Hauptstadt eigens zu beordern, ein Zug, der starke Ähnlichkeit mit der Entsendung eines britischen Sonderbotschafters nach Moskau im Frühfommer vergangenen Jahres hat.

Geradezu komisch berühren in diesem ganzen Zu­sammenhang die westmächtlichen Methoden gegen­über der stärksten Mittelmeermacht Italien, Dem man bald mit heuchlerischen Verhandlungsgesten, bald mit grobschlächtigen Drohungen kommt. Im ganzen scheint man in London unb Paris die Ge­fahren des Mittelmeeres erheblich zu unterschätzen.

Schwedens Neuiraliiäi.

Der Gedankenaustausch zwischen dein Führer und König Gustav. Berlin, 7.Mal. (DNB.) Zwischen dem Füh­rer und dem König von Schweden hak wie bereits gemeldet in der zweiten Aprilhälfte ein brieflicher Gedankenaustauf ch über die politische Lage stattgefunden, der entspre­chend den bereits von der deutschen und der schwe­dischen Regierung öffentlich abgegebenen Erklärun­gen nochmals die volle Uebereinstlm- mung über die künftige politische Haltung der beiden Länder zueinander bekräftigte.

In diesem Gedankenaustausch wurde nochmals die feste Entschlossenheit Schwedens, seine strikte Neutralität nach allen Seiten aufrecht zu erhalten und zu wahren sowie die deutsche Anerkennung und Respektie­rung der schwedischen, Neutralität, wie sie in den kürzlichen Verlautbarungen der beiden Regierungen bereits dokumentiert wurde, zum Ausdruck gebracht.

Moskau zur Lage im Mittelmeer.

-Oie Lustwaffe und Flotte Italiens eine erhebliche Gefahr für England."

Moskau, 7. Mai. (DNB.) Das Blatt der rus­sischen GewerkschaftenTrud" behandelt die Ver­schärfung der englisch-italienischen Beziehungen, die infolge der neuen Konzentration britischer Flotten­einheiten im Mittelmeer und denblockadeähn­lichen" Maßnahmen der Zurückziehung englischer Handelsschiffe aus den Mittelmeerhäfen entstanden fei. In London behaupte man, daß diese Maß­nahmen Englands durch den feindseligen Ton der italienischen Presse gegenüber den Westmächten hervorgerufen fei. Diese Erklärung, so schreibt das Blatt, erkläre in Wirklichkeit nichts. Zwei Gründe könnten die Konzentration der englisch-französischen Flotte im östtichen Teil des Mittelmeeres bestimmt haben: .Erstens der Versuck, das Schwerge- wirbt der militärischen Operationen nach dem Nahen Osten und insonderheit nach dem Balkan zu verlegen, wie die ganze Weltpresse schon seit geraumer Zeit schreibt. Der zweite Grund könne darin bestehen, daß die englisch-französische Flottenkvnzentration nur be­zwecke, die Aufmerksamkeit des Gegners von an- deren Gebieten abzulenken, wo die Westmächte in Wirklichkeit eine neue Erwei- terung des Kriegstheaters beabsichtigen.

Wetter stelltTrud" fest, daß gewisse Organe der englisch-französischen Presse mit Drohungen und Einschüchterungsmanövern an die Adresse Italiens nicht sparten. So habe die Londoner News Chronicle" unlängst darauf hingewiesen, daß Italien die am meisten verwundbare Kustenlinie in Europa besitze und im Westen einem Angriff der Franzosen angeblich nicht stanbhalten könne. Einer der Wortführer der französischen Presse habe ferner prahlerisch erklärt, daß Italien im Mittelmeer von den englisch-fran­zösischen Streitkräften e i n g e t e f f e [ t sei und keln§ Chance in einem Krieg, Kegen die Weltmächte

habe. Diesen Betrachtungen könne man eine Reihe von Argumenten gegenüberstellen, die davon zeug, ten, daß es schädlich ist, die Kräfte des Gegners zu unterschätzen. Bei ihrer Aufzählung der vorteil­haften Positionen der Westmächte und in ihrem Traum von einem Abschneiden der italienischen Verbindungslinien schweige sich die Presse der West­mächte wohlweislich über die Stärke der Po- fitionen Italiens aus. Die italienischen Stützpunkte im Mittelmeer seien dazu geeignet, die englischen und französischen Seewege zu bedrohen; die Luftwaffe und Flotte Italiens stelle für England eine erhebliche Gefahr dar.

Weiter bringt der Artikel zutn Ausdruck, daß Italien gegenwärtig die Westmächte vor einem Vor­gehen auf Dem Balkan warne. Eine Verletzung der Neutralität der Balkanstaaten irgendwelcher Art werde das sofortige Vorgehen Italiens Hervorrufen. Daran brauche man nicht zu zweifeln. Gleichzeitig wollten die Gerüchte über bevorstehende Aktionen Der Westmächte auf Dem Balkan nicht nur nicht ver­stummen, sondern sie verstärkten sich im Zusammen- fyang mit den letzten Ereignissen in Norwegen immer metyr. Es fei bezeichnend, daß der bekannte Oberst Fabry unlängst tmMatin" schrieb:Wird d e r Kampf um das Oel bald beginnen, so wie zur Zeit der Kamps um das Erz geführt wird? Man kann annehmen, daß Italien über die Absich­ten der Westmächte auf Dem Balkan unterrichtet sei. Man höre in Italien nicht auf, mit gespannter Auf­merksamkeit die Armee Des Generals WeyganD zu verfolgen und fei sich klar Darüber, daß diese Armee keineswegs nur für Fußballkämpfe gebildet wurde. Die Drohung eines Vorgehens Italiens könne aber Die Pläne der Schaffung eines neuen Kriegsschauplatzes auf Dem Balkan Mnfluffeji! -

Deutsche Truppen erreichten Mosjoen.

Der Wehrmachtsbericht.

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Berlin, 7.Mai. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bei Narvik hat sich die Lage bisher nicht ver­ändert. Deutsche Kampfflugzeuge griffen britische Kolonnen mll Bornen und Maschinengewehren an und zersprengten sie. Lin vor Narvik liegender Kreuzer wurde durch eine Bombe mittleren Ka­libers getroffen, ein Sunderland-Flug­boot durch Bombenwurf versenkt. Die aus dem Raum von Namsos und Grong nach Nor­den vorstoßenden deutschen Truppen erreichten Mosjoen.

Line deutsche U-Iagdflotttlle versenkte im Skager­rak ein feindliches R - V o o t.

Bei einem Einflugversuch in die Deutsche Bucht wurden zweibrilischeFlugzeugevon deut­schen Iägern abgefchossssn.

An der We st front keine" besonderen Ereignisse.

Italienische Stimmen zur Lage in Norwegen.

Rom, 7. Mai. (Europapreß.)Die Schlacht um Narvik ist im Schneebestöber im Gange", so ver­kündet DerPopolo Di Roma" in großen Lettern. Die Blätter weifen übereinftimmenD auf Die Vor­teile hin, Die Die deutschen Streitkräfte sich bereits in diesem ersten Abschnitt Des Kampfes um Nord- norwegen sichern konnten. Vor allem wird Der überraschend schnelle Vormarsch Der von Süden am

rückenden deutschen Abteilungen hervoraehoben. Mit besonderem Interesse wird auch wieder Der Anteil Der deutschen Luftwaffe an Den Kämpfen verzeichnet, Die durch unermüdliche, ver­nichtende Angriffe gegen feindliche Stützpunkte und Verbindungswege einen entscheidenden Einfluß auf Die Entwicklung Der militärische« Lage ausübe.

Auch Die neuerlichen schweren Verluste Der See­streitkräfte Der Westmächte finden hier große Beach­tung. Als eine Bestättaung Der deutschen Angaben wirb es gewertet, daß Die britische Admiralität nun Die bereits vor Tagen von deutscher Seite gernel» Dete Versenkung eines englischen Zer­störers eingesteht, und daß auch Der französische Heeresbericht mit 48 Stunden Verspätung Die Ver­senkung Des TorpedojägersB i s o n" (2436 Tonnen) zugibt. Man wartet, wie lange Zeit Die Westmächte brauchen werben, um auch Die Ver­luste an Schlachtschiften unb Kreuzern einzugestehen, bie zum Teil bereits burch neutrale Augenzeugen­berichte bestätigt worben sind und daher auf Die Dauer schlecht abgeftritten werben können.

Britische Selbstgenügsamkeit.

Amsterdam, 7. Mai. (DNB.) Der brittsche Generalstabschef Sir Edmund Ironside richtete eine Ansprache an die britischen und französischen Truppen, die nach ihrem kläglichen Verschwinden aus Norwegen in einemschottischenHafen angenommen sind. Jronside sagte:Ich kenne wohl die Schwierigkeiten, gegen bie Ihr habt kämpfen müssen. Schnelligkeit war bas wesentlichste. (!) Hätten wir Eure Abfahrt um 24 ober gar 48 ©tum­ben verschoben, so wäre der Zusammenbruch noch schlimmer, als er es in Wirklichkeit ist." Nach diesem offenen Eingeständnis der Niederlage fuhr der General fort: Wir glaubten, Euch die notwen­digen Geschütze und Flugzeuge mitgeben zu können, die Euch in Die Lage versetzt hätten, gegen die Kriegsmaschine zu kämpfen, Der Ihr gegenüberftan« bet. Aber Ihr wißt, baß das Rennen sich gegen uns entschieden hat. Es war uns unmöAich, diese Dinge rechtzeitig herbeizuschaffen. Euer Rück­marsch von Dombas und Eure Einschiffung wirb in der Geschichte weiterleben. Keiner von Euch braucht zu denken, Ihr wäret aus Norwegen herausgetrie­ben worben (!). Ihr seid von dort abkomman­diert worben, unb es ist eine ,/große Leistung", daß ihr zurückkommen konntet (!).

General Paget, ber Den Rückzug Der britisch- französischen Truppen in Norwegen leitete, betont in einem Interview, daß seine Truppen während ihres Rückzuges fünf verschieden voneinander ge­trennte Aktionen, sozusagen einen Rückzug mit allen Schikanen zu bestehen hatten.Wir hatten keinen Erfolg, als wir Die Deutschen verhindern woll­ten, von Süden her nach Drontheim durchzubre- chen." Aber es könne nicht ber geringste Zweifel bestehen, baß ber britische Aufenthalt in Norwegen Den deutschen Vormarsch zwar nicht endgültig, aber doch wenigstens vorübergehend aufgehalten habe. Zu diesem Lorbeer komme sodann noch ber bes äußerst schwierigen" Rückzuges. Diese Leistung fei ber ,/glänzenden Ausdauer unb Den kämpferischen Werten" der britischen Truppe zu danken.

Dem Zugriff des Feindes entzogen.

Tapfere deutsche Handelskapitäne versenken ihre Schiffe.

Berlin, 7. Mat. (DNB.) Deutsche Harckels- schiffskapitäne pflegen ihre Schiffe, wenn sie Dem drohenden Zugrift Des Feindes anbers nicht mehr entzogen werden können, selbst zu versenken, trotz Der Drohung Der Engländer, Den Kapitän zu erschießen und ohne Rücksicht darauf, ob Die Wetter­lage sichere Aussichten für Die eigene Rettung bietet. Zwei Beispiele dieser Art haben Die Kapitäne Des DampfersAruca s" (Norddeutscher Lloyd) und bes DampfersUffufuma" (Deutsche Afrika­linie) geliefert. Kapitän Robert Möh rin g von berArucas" hat hierbei Den Helbentob gesunden.

Der DampferArucas" befand sich im Nord- atla n ti t auf Der Heimreise von U ebenste, als er ein britisches Kriegsschiff sichtete. Sofort ließ Der Kapitän Die Seeventile öffnen, um Das Schiff zu versenken. Ein Augenzeuge, Der sich an Bord Des britischen Kriegsschiffs befand, berichtete DemDaily Telegraph" folgendes:

Wir sichteten DieArucas" kurz nach 9 Uhr vor­mittags. Es wehte ein Sturm, unb schwere Seen brachen über uxferen Bug. Das deutsche Schift lag bereits tief zu Wasser mit geöffneten Seeventilen, Die Mannschaft befand sich in Grup­pen an Deck. Als wir in Rufweite kamen, würben zwei Boote von DerArucas" heruntergefiert. Bei schwerem Wetter kenterte das eine sofort, und Die Besatzung fiel ins Meer. Die schwere See machte es uns unmöglich, ein Rettungsboot zu Wasser zu lassen. Wir warfen Leinen aus, und eine Anzahl ber Deutschen wurde auf biefe Weise an Borb ge­zogen. In ber kurzen Zeit waren ihnen die Klei­ber am Körper festgefroren. Einige unserer Leute sprangen angeseilt über Borb und befestigten Lei­nen an Den anscheinenb leblosen Körpern. So wur­den noch einige Deutsche gerettet und Die Besatzung Des zweiten Rettungsbootes konnte an Borb ge­nommen werben. Ein Teil Der Besatzung einschließ­lich Des Kapitäns befand sich immer noch auf ber

Arucas". Als Das Wasser über Den Ladungsluken stand, sprangen sie über Bord. Der Kapitän ber21 ruc as" ging v erloren, nachdem er fast gerettet war. Als einige unserer Leute ihn an Bord ziehen wollten, riß eine schwere See ihn wie- ber fort. Man sah ihn zuletzt etwa 100 Meter von unserem Schift. Von Den 53 Mann Mann DerAru­cas" konnten Die britischen Seeleute 40 retten.

lieber die Selbstversenkung Des Dampfers Ussukuma" liegt ebenfalls Der Bericht eines Augenzeugen vor. Er zeigt, wie Das englische KriegsschiffA j a x" den Kapitän und die Besatzung einzuschüchtern versucht hatte, um eine Selbstver­senkung zu verhinbern. Bei Annäherung besAjax" würben bie Deutschen durch Funk- und Morsespruch aufgeforbert, bas Schiff nicht zu verlassen und es nicht zu versenken, ba sie andernfalls nicht ge­rettet werden würden.

Trotz dieser Aufforderung wurden die See­ventile geöffnet und die Vorbereitungen zum Verlassen Des Schiffes getroffen. Beim Ausschwen­ken Der Rettungsboote wurde auf Den deutschen Dampfer ein Schuß gefeuert, beim Herunter­fieren ber Boote ein zweiter Schuß unb noch beim Ablegen ein dritter Schuß. Als Die Ret­tungsboote schließlich von Dem finfenDen Schiff frei- aefommen waren, befahl Der Engländer Den deut­schen Seeleuten, auf das sinkende Schift zurück- zukehren, da man sie nicht retten würde. Der Kapitän befahl hierauf, Segel zu setzen und Kurs auf bie Küste zu nehmen. Etwa eine Viertelstunde ließ Der Englänber die Deutschen fortsegeln, nahm Dann plötzlich die Verfolgung auf und übernahm jetzt erst auf hoher See die deutsche Besatzung. So wurden zwei deutsche Handelsschiffe unter Einsatz Des Lebens Der Besatzungen Dem Zugriff Des Feindes entzogen.

Zwei Fliegerstaffeln stören die Engländer.

PK. Deuftche Energie, deutsches Tempo hatten in allerkürzester Zeit einen Flugplatz geschaffen, der es Maschinen aller Typen gestattete, zu landen unb zu starten. Der weiche, morastige Untergrufib war befestigt worben unb wo bies nicht ging, eine Rollbahn aus Bohlen errichtet. Schwierigkeiten wurden überrounben. Die anbere als deuftche Sol­daten hätten verzweifeln lassen. Zweimal versuchte ber Tommy durch Bombenwürfe Den Bau bes Platzes zu stören. Beide Male ohne Erfolg. Unb jetzt ist es soweit, daß ber Platz voll f I u g f I a r ist und bie unermüdliche Arbeit unserer Männer Er­folg findet. Stündlich starten unb landen deuftche Flieger, bie nur Das eine Ziel kennen, die Eng­länder aus Norwegen zu verjagen.

Am 28. Aprll erhielt ein Hauptmann den Befehl, mit zwei feiner Staffeln hierher an Die W e st -- füfte Norwegens zu fliegen. Um schon bei diesem Flugnur Nützliches" zu leisten, hatte er sich vorher Die Stellungen Des Gegners südlich D o mb a s angesehen. Nun überflog er mit seinen Männern dieses Gebiet unb schaffte durch gut gezielte Bombenabwürfe unserer vorrückenben Infanterie eine Bresche unb trug dazu bei, Dem em- emjKndlich- Schlappe heizudrmgen.

Das war schon eine gute Tagesarbeit, aber unsere Flieger konnten sich damit nicht begnügen, kaum auf Dem neuen Bestimmungshafen eingettoff en, flogen sie los, gegen See, um englische Schiffe in ihren Schlupfwinkeln, die in den Fjorden nicht allzu leicht zu finden sind, aufzuspüren, anzugrei­fen unb zu vernichten.

Bombenwerfen ist eine schwierige Kunst. Bisher hauptsächlich nur mit Landzielen vertraut, mußten sich Die Besatzungen auf die beweglichen Seeziele umstellen. An diesem ersten Tage wurden die Flug­zeuge' noch zweimal eingesetzt. Beim ersten Einsatz wurde ein G l e i t z u g ausgemacht und angegriffen. Das nächste Mal galt es, zwei en glische Torpedoboote ausfindig zu machen. Vergeb­lich aber wurden alle Ecken und Kanten Der zer­klüfteten Küste abgefuckt. Da machte sich ein Leut­nant mit seiner Kette selbständig und versuchte auf eigene Faust noch einmal sein Gück. Ihm ließ es keine Ruhe irgendwo mußte doch ein englischer Dampfer aufzutrecken sein. Er Drehte mit seinen decken Kettenfliegern von Der Staffel ab. Tatsäch­lich machte er nach kurzer Zeit einige englische Transportschiffe aus. Er suchte sich Den größter; Dampfer heraus fliegt an, dich Bawbß