sich die Puto traten in London wohl nicht genügend überlegt haben. Sie versperrten das Mittelmeer, also auch den Wea durch den Suezkanal, für die englische Handelsschiffahrt, und zwar um Italien zu bedrohen. Wenn es im Mittelmeer zum Schlagen käme, dann fielen naturgemäß auch diefe Wege aus, über die England bisher seine Waren bezog, aber schon der Zwischenzustand ist für die englische Wirtschaft sehr verlustbrinaend. Durch den Suezkanal kamen bisher Oele aus Asien und die Güter der afrikanischen Ostküste; die Schätze Indiens wurden ebenso wie die Metallausbeute der malayischen Staaten an Zinn usw. durch diese Straße verfrachtet, die tropischen Früchte der Südsee (u. a. Kopra) gingen durch den Suezkanal ebenso wie die Rohstoffe aus Birma, Südchina und Niederländisch-Jnsulinde. Die von England ausgesprochene Sperrung der Mittelmeerfahrt bringt allein hinsichtlich der britischen Benutzung des Suezkanals 1937 einen Fortfall von rund 8,5 Millionen Nettoregistertonnen bei Durchfahrt in einer Richtung. Die Nettoregistertonne ist etwa zwei Drittel der Bruttoregistertonne, und schlägt man etwa zwei Rundreisen der durchgehenden. Schiffe an, dann müßten damit rund 6,3 Millionen Bruttoregrster- tonnen Schiffsraum einen anderen Weg suchen. Diese neue Strecke um das Kap der
Guten Hoffnung, um die Südspitze Afrikas, wird aber für die englische Volkswirtschaft kostspielig und langwierig. Nach Indien z. B. erfordert der Weg um das Kop der Guten Hoffnung bis zu 77 v. H. mehr Weg als durch den Suezkanal, nach Mombasa in Ostafrika noch 44 v. H. Man hat berechnet, daß England etwa 80 v. H. mehr Schiffsraum einsetzen müßte, um den gleichen Effekt zu erzielen, den sonst die Dampferladungen auf der Suezkanal-Strecke aufzuweisen haben. Abgesehen von der Verteuerung ber Waren durch die größeren Frachtkosten kommt aber noch die Verknappung des englischen Schiffsraumes bei gleichzeitig stärkerem englischen Zufuhrbedarf hinzu. Dieser Schwung der britischen Handelsflotte ist die eigentliche Crux, er kann auch durch Propagandamittel, die nur auf Dumme Eindruck machen, nicht behoben werden. Es war ehedem paradox, aber heute bestätigen es die englischen Maßnahmen, daß Britannien gerade in dem Augenblick, da das ein- fuhrabhängiae England schon unter Dampfernot leidet, politisch alles tut, um diese Schwierigkeiten durch Alarmmaßnahmen von so wenig Wirkung auf Italien, wie es die Sperrung des Suezkanals für englische Dampfer bleibt, noch zu vergrößern und seine wirtschaftliche Lage zu verschlimmern.
E. 8.
Das Meer mit den englischen Toren.
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In diesen Tagen, in denen durch die maritimen Provokationen der Westmächte das Mittelmeer, das bisher durch die ruhige Haltung Italiens vor ernsten Störungen bewahrt worden ist, im Mittelpunkt des Interesses steht, läßt sich "die Großmacht Italien, die das Mittelmeer als feinen Lebensraum betrachtet, nicht nervös machen. Rom hat schon vor Tagen durch die Ministerreben vor der Faschistischen und Korporativen Kammer angekündigt, daß es den europäischen Konflikt nicht zu Ende gehen lassen wird, ohne eine Bereinigung der schwebenden Probleme im Mittelmeer durchgesetzt zu haben, in dem es sich als Gefangener fühlt, weil es an den Toren dieses Meeres durch die britische Macht in seinen Bewegungen behindert wird. Unsere Darstellung verzeichnet die britischen Stützpunkte und entscheidenden Kontrollstellen. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Gin Vielsagendes Telephongespräch.
Durch die Enthüllung des sensationellen viertelstündigen Telephongesprächs Reynauds mit Chamberlain werden die deutschen Hinweise auf die neuen Kriegsausweitungspläne der Westmächte vollinhaltlich bestättgt. Es ist bezeich- nenD, wenn englandfreundliche amerikanische Blätter gerade jetzt darauf Hinweisen, daß Chamberlain nach der Katastrophe im Norden nur noch eine einzige Chance zur Aktivierung des englischen Krieges habe. Dieses Gefühl scheint auch der brittsche Premier persönlich zu Haden; darauf läßt wenigstens sein kategorischer Ton gegenüber Reynaud in jenem Telephongespräch schließen. Wenn man die erwähnten amerikanischen Blätter zwischen den Zeilen zu lesen weih, so verhehlen sie nicht, daß England auf dem — wahrscheinlichen — Wege eines Angriffes gegen Deutschland von Süden, d. h. vom Mittelmeer her, nur dann eine vage Aussicht auf Erfolg Hoden könnte, wenn die Westmächte von der bisherigen Methode des vereinzelten Neutralitätsbruches von Fall zu Fall nunmehr zur Methode des Neutralitätsbruches im größten Stil übergehen. Man kann nicht einen Angriff beispielsweise von Griechenland, etwa von Saloniki her, gegen Deutschland ansetzen, ohne gleichzeitig auch die Neutralität sämtlicher übrigen Balkan- länoer anzutasten.
Tatsächlich geben die englischen Bemühungen vor allem um die Heranziehung der Türkei als direkten Bundesgenossen und um ein engeres Verhältnis zu Bulgarien im Wege von „Wirtschaftsver- yandlungen" solchen Vermutungen durchaus recht. Gegenüber Bulgarien griff man ja in London sogar zu der außergewöhnlichen Maßnahme, die Ver- Handlungen nicht mehr nur über den englischen Ge
sandten in Sofia zu leiten, sondern den englischen Botschafter aus der türkischen Hauptstadt eigens zu beordern, ein Zug, der starke Ähnlichkeit mit der Entsendung eines britischen Sonderbotschafters nach Moskau im Frühfommer vergangenen Jahres hat.
Geradezu komisch berühren in diesem ganzen Zusammenhang die westmächtlichen Methoden gegenüber der stärksten Mittelmeermacht Italien, Dem man bald mit heuchlerischen Verhandlungsgesten, bald mit grobschlächtigen Drohungen kommt. Im ganzen scheint man in London unb Paris die Gefahren des Mittelmeeres erheblich zu unterschätzen.
Schwedens Neuiraliiäi.
Der Gedankenaustausch zwischen dein Führer und König Gustav. Berlin, 7.Mal. (DNB.) Zwischen dem Führer und dem König von Schweden hak — wie bereits gemeldet — in der zweiten Aprilhälfte ein brieflicher Gedankenaustauf ch über die politische Lage stattgefunden, der entsprechend den bereits von der deutschen und der schwedischen Regierung öffentlich abgegebenen Erklärungen nochmals die volle Uebereinstlm- mung über die künftige politische Haltung der beiden Länder zueinander bekräftigte.
In diesem Gedankenaustausch wurde nochmals die feste Entschlossenheit Schwedens, seine strikte Neutralität nach allen Seiten aufrecht zu erhalten und zu wahren sowie die deutsche Anerkennung und Respektierung der schwedischen, Neutralität, wie sie in den kürzlichen Verlautbarungen der beiden Regierungen bereits dokumentiert wurde, zum Ausdruck gebracht.
Moskau zur Lage im Mittelmeer.
-Oie Lustwaffe und Flotte Italiens eine erhebliche Gefahr für England."
Moskau, 7. Mai. (DNB.) Das Blatt der russischen Gewerkschaften „Trud" behandelt die Verschärfung der englisch-italienischen Beziehungen, die infolge der neuen Konzentration britischer Flotteneinheiten im Mittelmeer und den „blockadeähnlichen" Maßnahmen der Zurückziehung englischer Handelsschiffe aus den Mittelmeerhäfen entstanden fei. In London behaupte man, daß diese Maßnahmen Englands durch den feindseligen Ton der italienischen Presse gegenüber den Westmächten hervorgerufen fei. Diese Erklärung, so schreibt das Blatt, erkläre in Wirklichkeit nichts. Zwei Gründe könnten die Konzentration der englisch-französischen Flotte im östtichen Teil des Mittelmeeres bestimmt haben: .Erstens der Versuck, das Schwerge- wirbt der militärischen Operationen nach dem Nahen Osten und insonderheit nach dem Balkan zu verlegen, wie die ganze Weltpresse schon seit geraumer Zeit schreibt. Der zweite Grund könne darin bestehen, daß die englisch-französische Flottenkvnzentration nur bezwecke, die Aufmerksamkeit des Gegners von an- deren Gebieten abzulenken, wo die Westmächte in Wirklichkeit eine neue Erwei- terung des Kriegstheaters beabsichtigen.
Wetter stellt „Trud" fest, daß gewisse Organe der englisch-französischen Presse mit Drohungen und Einschüchterungsmanövern an die Adresse Italiens nicht sparten. So habe die Londoner „News Chronicle" unlängst darauf hingewiesen, daß Italien die am meisten verwundbare Kustenlinie in Europa besitze und im Westen einem Angriff der Franzosen angeblich nicht stanbhalten könne. Einer der Wortführer der französischen Presse habe ferner prahlerisch erklärt, daß Italien im Mittelmeer von den englisch-französischen Streitkräften e i n g e t e f f e [ t sei und keln§ Chance in einem Krieg, Kegen die Weltmächte
habe. Diesen Betrachtungen könne man eine Reihe von Argumenten gegenüberstellen, die davon zeug, ten, daß es schädlich ist, die Kräfte des Gegners zu unterschätzen. Bei ihrer Aufzählung der vorteilhaften Positionen der Westmächte und in ihrem Traum von einem Abschneiden der italienischen Verbindungslinien schweige sich die Presse der Westmächte wohlweislich über die Stärke der Po- fitionen Italiens aus. Die italienischen Stützpunkte im Mittelmeer seien dazu geeignet, die englischen und französischen Seewege zu bedrohen; die Luftwaffe und Flotte Italiens stelle für England eine erhebliche Gefahr dar.
Weiter bringt der Artikel zutn Ausdruck, daß Italien gegenwärtig die Westmächte vor einem Vorgehen auf Dem Balkan warne. Eine Verletzung der Neutralität der Balkanstaaten irgendwelcher Art werde das sofortige Vorgehen Italiens Hervorrufen. Daran brauche man nicht zu zweifeln. Gleichzeitig wollten die Gerüchte über bevorstehende Aktionen Der Westmächte auf Dem Balkan nicht nur nicht verstummen, sondern sie verstärkten sich im Zusammen- fyang mit den letzten Ereignissen in Norwegen immer metyr. Es fei bezeichnend, daß der bekannte Oberst Fabry unlängst tm „Matin" schrieb: „Wird d e r Kampf um das Oel bald beginnen, so wie zur Zeit der Kamps um das Erz geführt wird? Man kann annehmen, daß Italien über die Absichten der Westmächte auf Dem Balkan unterrichtet sei. Man höre in Italien nicht auf, mit gespannter Aufmerksamkeit die Armee Des Generals WeyganD zu verfolgen und fei sich klar Darüber, daß diese Armee keineswegs nur für Fußballkämpfe gebildet wurde. Die Drohung eines Vorgehens Italiens könne aber Die Pläne der Schaffung eines neuen Kriegsschauplatzes auf Dem Balkan Mnfluffeji! -
Deutsche Truppen erreichten Mosjoen.
Der Wehrmachtsbericht.
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Berlin, 7.Mai. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Bei Narvik hat sich die Lage bisher nicht verändert. Deutsche Kampfflugzeuge griffen britische Kolonnen mll Bornen und Maschinengewehren an und zersprengten sie. Lin vor Narvik liegender Kreuzer wurde durch eine Bombe mittleren Kalibers getroffen, ein Sunderland-Flugboot durch Bombenwurf versenkt. Die aus dem Raum von Namsos und Grong nach Norden vorstoßenden deutschen Truppen erreichten Mosjoen.
Line deutsche U-Iagdflotttlle versenkte im Skagerrak ein feindliches R - V o o t.
Bei einem Einflugversuch in die Deutsche Bucht wurden zweibrilischeFlugzeugevon deutschen Iägern abgefchossssn.
An der We st front keine" besonderen Ereignisse.
Italienische Stimmen zur Lage in Norwegen.
Rom, 7. Mai. (Europapreß.) „Die Schlacht um Narvik ist im Schneebestöber im Gange", so verkündet Der „Popolo Di Roma" in großen Lettern. Die Blätter weifen übereinftimmenD auf Die Vorteile hin, Die Die deutschen Streitkräfte sich bereits in diesem ersten Abschnitt Des Kampfes um Nord- norwegen sichern konnten. Vor allem wird Der überraschend schnelle Vormarsch Der von Süden am
rückenden deutschen Abteilungen hervoraehoben. Mit besonderem Interesse wird auch wieder Der Anteil Der deutschen Luftwaffe an Den Kämpfen verzeichnet, Die durch unermüdliche, vernichtende Angriffe gegen feindliche Stützpunkte und Verbindungswege einen entscheidenden Einfluß auf Die Entwicklung Der militärische« Lage ausübe.
Auch Die neuerlichen schweren Verluste Der Seestreitkräfte Der Westmächte finden hier große Beachtung. Als eine Bestättaung Der deutschen Angaben wirb es gewertet, daß Die britische Admiralität nun Die bereits vor Tagen von deutscher Seite gernel» Dete Versenkung eines englischen Zerstörers eingesteht, und daß auch Der französische Heeresbericht mit 48 Stunden Verspätung Die Versenkung Des Torpedojägers „B i s o n" (2436 Tonnen) zugibt. Man wartet, wie lange Zeit Die Westmächte brauchen werben, um auch Die Verluste an Schlachtschiften unb Kreuzern einzugestehen, bie zum Teil bereits burch neutrale Augenzeugenberichte bestätigt worben sind und daher auf Die Dauer schlecht abgeftritten werben können.
Britische Selbstgenügsamkeit.
Amsterdam, 7. Mai. (DNB.) Der brittsche Generalstabschef Sir Edmund Ironside richtete eine Ansprache an die britischen und französischen Truppen, die nach ihrem kläglichen Verschwinden aus Norwegen in einemschottischenHafen angenommen sind. Jronside sagte: „Ich kenne wohl die Schwierigkeiten, gegen bie Ihr habt kämpfen müssen. Schnelligkeit war bas wesentlichste. (!) Hätten wir Eure Abfahrt um 24 ober gar 48 ©tumben verschoben, so wäre der Zusammenbruch noch schlimmer, als er es in Wirklichkeit ist." Nach diesem offenen Eingeständnis der Niederlage fuhr der General fort: Wir glaubten, Euch die notwendigen Geschütze und Flugzeuge mitgeben zu können, die Euch in Die Lage versetzt hätten, gegen die Kriegsmaschine zu kämpfen, Der Ihr gegenüberftan« bet. Aber Ihr wißt, baß das Rennen sich gegen uns entschieden hat. Es war uns unmöAich, diese Dinge rechtzeitig herbeizuschaffen. Euer Rückmarsch von Dombas und Eure Einschiffung wirb in der Geschichte weiterleben. Keiner von Euch braucht zu denken, Ihr wäret aus Norwegen herausgetrieben worben (!). Ihr seid von dort abkommandiert worben, unb es ist eine ,/große Leistung", daß ihr zurückkommen konntet (!).
General Paget, ber Den Rückzug Der britisch- französischen Truppen in Norwegen leitete, betont in einem Interview, daß seine Truppen während ihres Rückzuges fünf verschieden voneinander getrennte Aktionen, sozusagen einen Rückzug mit allen Schikanen zu bestehen hatten. „Wir hatten keinen Erfolg, als wir Die Deutschen verhindern wollten, von Süden her nach Drontheim durchzubre- chen." Aber es könne nicht ber geringste Zweifel bestehen, baß ber britische Aufenthalt in Norwegen Den deutschen Vormarsch zwar nicht endgültig, aber doch wenigstens vorübergehend aufgehalten habe. Zu diesem Lorbeer komme sodann noch ber bes „äußerst schwierigen" Rückzuges. Diese Leistung fei ber ,/glänzenden Ausdauer unb Den kämpferischen Werten" der britischen Truppe zu danken.
Dem Zugriff des Feindes entzogen.
Tapfere deutsche Handelskapitäne versenken ihre Schiffe.
Berlin, 7. Mat. (DNB.) Deutsche Harckels- schiffskapitäne pflegen ihre Schiffe, wenn sie Dem drohenden Zugrift Des Feindes anbers nicht mehr entzogen werden können, selbst zu versenken, trotz Der Drohung Der Engländer, Den Kapitän zu erschießen und ohne Rücksicht darauf, ob Die Wetterlage sichere Aussichten für Die eigene Rettung bietet. Zwei Beispiele dieser Art haben Die Kapitäne Des Dampfers „Aruca s" (Norddeutscher Lloyd) und bes Dampfers „Uffufuma" (Deutsche Afrikalinie) geliefert. Kapitän Robert Möh rin g von ber „Arucas" hat hierbei Den Helbentob gesunden.
Der Dampfer „Arucas" befand sich im Nord- atla n ti t auf Der Heimreise von U ebenste, als er ein britisches Kriegsschiff sichtete. Sofort ließ Der Kapitän Die Seeventile öffnen, um Das Schiff zu versenken. Ein Augenzeuge, Der sich an Bord Des britischen Kriegsschiffs befand, berichtete Dem „Daily Telegraph" folgendes:
Wir sichteten Die „Arucas" kurz nach 9 Uhr vormittags. Es wehte ein Sturm, unb schwere Seen brachen über uxferen Bug. Das deutsche Schift lag bereits tief zu Wasser mit geöffneten Seeventilen, Die Mannschaft befand sich in Gruppen an Deck. Als wir in Rufweite kamen, würben zwei Boote von Der „Arucas" heruntergefiert. Bei schwerem Wetter kenterte das eine sofort, und Die Besatzung fiel ins Meer. Die schwere See machte es uns unmöglich, ein Rettungsboot zu Wasser zu lassen. Wir warfen Leinen aus, und eine Anzahl ber Deutschen wurde auf biefe Weise an Borb gezogen. In ber kurzen Zeit waren ihnen die Kleiber am Körper festgefroren. Einige unserer Leute sprangen angeseilt über Borb und befestigten Leinen an Den anscheinenb leblosen Körpern. So wurden noch einige Deutsche gerettet und Die Besatzung Des zweiten Rettungsbootes konnte an Borb genommen werben. Ein Teil Der Besatzung einschließlich Des Kapitäns befand sich immer noch auf ber
„Arucas". Als Das Wasser über Den Ladungsluken stand, sprangen sie über Bord. Der Kapitän ber „21 ruc as" ging v erloren, nachdem er fast gerettet war. Als einige unserer Leute ihn an Bord ziehen wollten, riß eine schwere See ihn wie- ber fort. Man sah ihn zuletzt etwa 100 Meter von unserem Schift. Von Den 53 Mann Mann Der „Arucas" konnten Die britischen Seeleute 40 retten.
lieber die Selbstversenkung Des Dampfers „Ussukuma" liegt ebenfalls Der Bericht eines Augenzeugen vor. Er zeigt, wie Das englische Kriegsschiff „A j a x" den Kapitän und die Besatzung einzuschüchtern versucht hatte, um eine Selbstversenkung zu verhinbern. Bei Annäherung bes „Ajax" würben bie Deutschen durch Funk- und Morsespruch aufgeforbert, bas Schiff nicht zu verlassen und es nicht zu versenken, ba sie andernfalls nicht gerettet werden würden.
Trotz dieser Aufforderung wurden die Seeventile geöffnet und die Vorbereitungen zum Verlassen Des Schiffes getroffen. Beim Ausschwenken Der Rettungsboote wurde auf Den deutschen Dampfer ein Schuß gefeuert, beim Herunterfieren ber Boote ein zweiter Schuß unb noch beim Ablegen ein dritter Schuß. Als Die Rettungsboote schließlich von Dem finfenDen Schiff frei- aefommen waren, befahl Der Engländer Den deutschen Seeleuten, auf das sinkende Schift zurück- zukehren, da man sie nicht retten würde. Der Kapitän befahl hierauf, Segel zu setzen und Kurs auf bie Küste zu nehmen. Etwa eine Viertelstunde ließ Der Englänber die Deutschen fortsegeln, nahm Dann plötzlich die Verfolgung auf und übernahm jetzt erst auf hoher See die deutsche Besatzung. So wurden zwei deutsche Handelsschiffe unter Einsatz Des Lebens Der Besatzungen Dem Zugriff Des Feindes entzogen.
Zwei Fliegerstaffeln stören die Engländer.
PK. Deuftche Energie, deutsches Tempo hatten in allerkürzester Zeit einen Flugplatz geschaffen, der es Maschinen aller Typen gestattete, zu landen unb zu starten. Der weiche, morastige Untergrufib war befestigt worben unb wo bies nicht ging, eine Rollbahn aus Bohlen errichtet. Schwierigkeiten wurden überrounben. Die anbere als deuftche Soldaten hätten verzweifeln lassen. Zweimal versuchte ber Tommy durch Bombenwürfe Den Bau bes Platzes zu stören. Beide Male ohne Erfolg. Unb jetzt ist es soweit, daß ber Platz voll f I u g f I a r ist und bie unermüdliche Arbeit unserer Männer Erfolg findet. Stündlich starten unb landen deuftche Flieger, bie nur Das eine Ziel kennen, die Engländer aus Norwegen zu verjagen.
Am 28. Aprll erhielt ein Hauptmann den Befehl, mit zwei feiner Staffeln hierher an Die W e st -- füfte Norwegens zu fliegen. Um schon bei diesem Flug „nur Nützliches" zu leisten, hatte er sich vorher Die Stellungen Des Gegners südlich D o mb a s angesehen. Nun überflog er mit seinen Männern dieses Gebiet unb schaffte durch gut gezielte Bombenabwürfe unserer vorrückenben Infanterie eine Bresche unb trug dazu bei, Dem em- emjKndlich- Schlappe heizudrmgen.
Das war schon eine gute Tagesarbeit, aber unsere Flieger konnten sich damit nicht begnügen, kaum auf Dem neuen Bestimmungshafen eingettoff en, flogen sie los, gegen See, um englische Schiffe in ihren Schlupfwinkeln, die in den Fjorden nicht allzu leicht zu finden sind, aufzuspüren, anzugreifen unb zu vernichten.
Bombenwerfen ist eine schwierige Kunst. Bisher hauptsächlich nur mit Landzielen vertraut, mußten sich Die Besatzungen auf die beweglichen Seeziele umstellen. An diesem ersten Tage wurden die Flugzeuge' noch zweimal eingesetzt. Beim ersten Einsatz wurde ein G l e i t z u g ausgemacht und angegriffen. Das nächste Mal galt es, zwei en glische Torpedoboote ausfindig zu machen. Vergeblich aber wurden alle Ecken und Kanten Der zerklüfteten Küste abgefuckt. Da machte sich ein Leutnant mit seiner Kette selbständig und versuchte auf eigene Faust noch einmal sein Gück. Ihm ließ es keine Ruhe — irgendwo mußte doch ein englischer Dampfer aufzutrecken sein. Er Drehte mit seinen decken Kettenfliegern von Der Staffel ab. Tatsächlich machte er nach kurzer Zeit einige englische Transportschiffe aus. Er suchte sich Den größter; Dampfer heraus fliegt an, dich Bawbß


