Ausgabe 
8.5.1940
 
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war gut gezielt. Englands Flotte ist um 8000 Brt. ärmer. Das Schiff sank innerhalb von drei Minuten.

Die Kameraden waren nach Hause geflogen und warteten auf die Kette, die noch auf Feindflug ist Wenn sie jetzt nicht bald kommt, muß sie als ver­loren gelten, denn länger kann der Vorrat an Brennstoff nicht mehr reichen. Da endlich brausen sie heran. Die übliche Ehrenrunde um den Platz und alle die Männer der Staffeln starren begeistert nach oben, als die eine Maschine übermütig mehr­mals sich nach links legt und nach rechts legt wackelt, um einen Erfolg zu verkünden. Damit ist der erste Tag beendet und ein verheißungsvoller Anfang gemacht.

Der zweite Tag bringt vier Feindflüge. Vier Dampfer werden versenkt. Jeder etwa 4000 Bruttoregister-Tonnen groß. Den ersten er­ledigt ein Leutnant, den zweiten ein Hauptmann. Dann holt sich ein Oberleutnant seine Beute. Und zum Schluß teilen sich ein anderer Leutnant und ein Unteroffizier ein Transportschiff. Von allen Schiffen mußten die Besatzungen in die Boote gehen. Schwer durch die deutschen Bomben beschä­digt, waren die Dampfer manövrierunfähig und brannten aus. Die Engländer haben erfahren, daß es gefährlich ist, den Namfos-Fjord weiterhin mit ihren Schiffen zu befahren. Inzwischen haben sie sich ja aucherfolgreich eingeschifft".

Und dann kommt der dritte Tag der 30. April. Fünfmal starteten die Maschinen, um den Nam - sos-Fjord und den Aurinfjord abzusuchen. Englische Kriegsschiffe werden gesichtet. Un­ter rasendem Abwehrfeuer werden die Angriffe ge­flogen. Zwei Unteroffizieren gelingt es, auf ei­nen Flakkreuzer zwei Volltreffer anzubrin- den. Im Abwehrfeuer dieses für Flieger so gefähr­lichen Kreuzers lösen sie ihre gutgezielten Bom­ben aus. Eine ungeheure Explosion, eine Himmel- hohe Rauchwolke der Kreuzer versinkt. Das ist der bisher schönste Erfolg der beiden Staffeln. Die Unteroffiziere werden zu Feldwebeln befördert und zum E. K. I eingereicht.

Von diesem Einsatz, bei dem noch ein weiterer Kreuzer durch Bombentreffer leicht beschädigt wurde, kamen fast alle Maschinen mit Einschüssen durch die gegnerische Flakabwehr zurück. Verluste entstanden keine. Von der Küste und von den Schiffen war mit Geschützen aller Kaliber ein wildes Feuer auf unsere Maschinen eröffnet worden einen Erfolg konnte der Engländer nicht für sich buchen. Nicht verhindern konnte er, daß eines seiner für die Fliegerabwehr bestimmten Kriegsschiffe durch deutsche Flieger ver­nichtet wurde. Am gleichen Tage versenkte ein Leut­nant im Aurinfjord einen 8000 BR.-Tonnen großen Transportdampfer.

Kriegsschiffe beschädigt und versenkt, Transport­dampfer versenkt, Kaianlagen und Eisenbahnlinien zerstört, so lauten die Gefechtsberichte der ersten drei Tage von nur zwei Fliegerstaffeln. Wer will sich aus­malen, wie es fein wird, wenn Deutschland seine ganze Schlagkraft zur Luft gegen die Westmächte einfetzt? Flieger nur zweier Staffeln in unermüd­lichem Einsatz, in wunderbarer Zusammenarbeit bei den Angriffen, gestalten das Norwegen-Unternehmen für den Engländer zu einem Verhängnis. Wer will solches Soldatentum überwinden?

Kayser (Drontheim).

416 USA.-Schiffe

für Auslandsverkauf freigegeben.

Washington, 8. Mai. (DNB.) Das Abgeord­netenhaus gab mit 194 gegen 15 Stimmen 116öer Bundesregierung gehörende Fracht» schiffe für Charterzwecke oder Verkauf frei. Es handelt sich um Schiffe, die die U8A.-Regierung während des Weltkrieges bauen ließ und seither aufgelegt hatte. Der republikanische Abgeordnete Schäfer opponierte gegen den Antrag, weil die U5A.-Regierungentgegen dem Sinn des amerika- nifchen Neutralitätsgesetzes diese Schiffe krieg- führenden Nationen überlassen" ryolle.

Kleine politische Nachrichten.

Die Indienststellung der für die Küstenbe­wach u n g notwendigen norwegischen Fahr­zeuge unter deutscher Kriegsflagge macht ständig weitere Fortschritte. Am Montag konnten sieben größere und zehn kleinere Bewachungsfahrzeuge armiert und bemannt werden. Für die Sicherung des Küstenschutzes ist die Beschlagnahme norwegi­scher Küstenbatterien besonders wesentlich. Bei der Durchsuchung der den Gewässern von Ber­gen vorgelagerten Inseln konnten mehrere G e - schütze mittleren Kalibers mit zahlreicher Muni­tion und einige gebrauchsfertige Scheinwerferanla­gen übernommen werden.

Die englische Handelsschiffahrt verfügt nicht mehr über einen ausreichenden Mannschaftsbestand, der Handelsschiffahrtsminister hat sich daher entschließen müssen. Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren anzuheuern. Alle Zeitungen treiben eine nachdrück­liche Propaganda, um möglichst viele Halbwüchsige, namentlich aus den englischen Elendsgebieten, an­zulocken.

Der englische Botschafter in Rom Sir Percy Lorraine ist aus London kommend in Rom ein­getroffen. Mit einem anderen Zuge kehrte auch der nordamerikanische Botschafter Philips, der sich einige Tage in Norditalien aufgehalten hatte, nach der italienischen Hauptstadt zurück.

Sßic die italienische Kolonialzeitung ,Mzione Colo­niale" berichtet, ist vor einigen Tagen der Scheich A bd el Hamid b en B ad is, der bedeutendste Führer der islamitischen Erneuerungsbewegung in Algier, der als Gegner der brutalen französischen Kolonialpolitik bekannt war, unter Vergiftungs­erscheinungen plötzlich gestorben. Die Eingeborenen hegen keinen Zweifel, daß Abd el Hamid im Zusam­menhang mit den englisch-französischen Kriegsaus- weitungsplänen im Mittelmeer beseitigt worden ist.

*

Der Reichs sichrer ff und Ches der deutschen Poli­zei, Himmler, besuchte in der Umgebung von Litzmannstadt die zurückaeführien Wolhynien- deutschen auf ihren Höfen und sprach zu ihnen in einem Sammellager. Weiter besichtigte er die im Gouvernement Lublin befindlichen ff- und Poli­zeiverbände.

In Berlin fand beim Stellvertreter des Führers eine Tagung der Gauwirtfchaftsberater statt, auf der Hauptamtsleiter Dr. Todt fein neues Aufgabengebiet als Reichsminifter für Bewaffnung und Munition umriß. Der Staatssekretär im Reichs­arbeitsministerium Dr. Syrup erläuterte die

Aufgabe, die deutsche Arbeitskraft zu stärkstem Ein­satz zu bringen. Besonders betonte er die Notwen­digkeit der Mitarbeit der Frauen. Der Reichskoh­lenkommissar Walter berichtete über die Sicher­stellung der Kahlenversorgung in den kommenden Monaten.

Die Hindenburg-Hochschule, Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwrssenschaften, Nüm- b e r, die als Stiftungsanstalt in der Hauptsache von der Stadt getragen wird, hat ein neues Kol- legienhaus erhalten, das in einem akademischen Fest­akt eingeweiht wurde. Nachdem Oberbürgermeister Liebel das neue Haus dem Rektor der Hochschule, Professor Dr. Dr. Georg Ritter von Ebert, übergeben hatte, sprach Reichsminister R u st.

Der italienische Minister für Dolkskultur Ales­sandro Pavolini wird auf Einladung von Reichsminifter Dr. Goebbels am Donnerstag zu einem mehrtägigen Aufenthalt in der Reichshaupt- stadt eintreffen. Er wird u. a. der deutschen Erst­aufführung des SchauspielsCavour" von Benito Mussolini undGiovacchino Forzano" beiwohnen.

Verbreiterung der mnerpolitischen Grundlagen Rumäniens. Äon unserem Dr. H.-Korrespondenien.

nie n s verwertet werden muß. Die Verhandlungen mit den Gardisten begannen schon bald nach jenem letzten furchtbaren Ausbruch der Leidenschaften, der im Gefolge der Ermordung Calinescus das ganze Land aufs schwerste erschütterte. Man hatte eingesehen, daß es auf diese Art nicht weiter­ging.

Es folgten die Loyalitätserklärungen der Gar­disten, Entlassungen aus den Konzentrationslagern, bis jetzt in diesen Tagen die drei Gefangenenlager durch die Entlassung der letzten Inhaftierten auf­gelöst wurden. Gleichzeitig, als äußere politische Rehabilitierung, wurden sieben ehemalige führende Mitglieder der Bewegung vom König in Audienz empfangen. Was in dieser Audienz gesprochen wurde, ist nicht bekannt geworden. Es dürfte für die Beurteilung auch nicht von entscheidender Be­deutung sein. Ob es sich bei der Sieben-Männer- Abordnung um eine Gruppe von Opportunisten oder um eine integrale Vertretung der gardisttschen Mehrheit handelt, wird erst die Zukunft erweisen können.

Die Freilassung des früheren Finanzministers Virgil Madaearu, der vor einigen Wochen erst wegen staatsfeindlicher Umtriebe verhaftet und zu Zwangs auf enthalt verurteilt worden war, liegt weniger auf der Linie der Gewinnung der Mas­sen, als vielmehr der Heranziehung aller vom Kö­nig für fähig erachteten Männer. Dasselbe gilt für die Ernennung Victor Antonescus zum König­lichen Kronrat. Antonescu, der nach dem Abtritt Titulescus das Außenministerium geleitet hatte, ist ein Repräsentant der alt-liberalen Gruppe, die über keine wesentliche zahlenmäßige Anhängerschaft mehr verfügt, aber doch einige fähige Köpfe aufweist.

Freilich, mit Ergebenheitsbeteuerungen, Ernen­nungen und Audienzen allein ist es nicht getan. Ob diese nach Temperament, Ueberzeugung und politischem Herkommen so heterogenen Männer und Kräfte zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit, allein zum Besten ihres rumänischen Vaterlandes, fähig fein werden, das kann erst die Zukunft zeigen.

Bukarest, im Mai 1940.

In diesen Tagen haben sich einige innerpolitische Vorgänge in Rumänien ereignet, die demjenigen, der der rumänischen Jnnenpolittk semsteht, nicht viel gesagt haben mögen, die aber doch eine grund­sätzliche Bedeutung haben dürften. Es fing äußer­lich damit an, daß der König den früheren Bauernführer John Miha lache in Audienz empfing und kurz darauf zum Kronrat ernannte. Mihalache war neben dem siebenbürgischen Rumä­nen Maniu der politische Führer jenes unent­wegten Teiles der ehemaligen Nattonal-Zaranisti- scheu Partei, der bisher nicht für die vom König seit dem Jahre 1938 ein geschlagene autoritäre Staatsfiihrung zu haben war. Die Gewinnung die­ses Mannes, der unter der rumänischen Bauern­schaft noch immer eine bedeutende Anhängerschaft Hat und auch heute noch als ihr ungekrönter Füh­rer angesehen werden kann, ist zweifellos ein gro­ßer Erfolg des Königs.

Das zweite große Fragezeichen in der Politik des Lanyes ist die ehemaligeEiserne Garde". Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß von einer polittschen Organisatton bei dieser Bewegung nicht mehr die Rede sein kann. Das Werk der Zer­schlagung, das vor zwei Jahren mit der Erschießung Codreanus und seiner wichtigsten Unterführer begann, ist vorn Staatsapparat bis in die letzten Konsequenzen durchgeführt worden. Aber nicht allein darum geht es. Bei der gewaltigen Anhängerschaft, die die Legionärsbewegung in einzelnen Teilen des Landes hatte, ist es selbstverständlich, daß trotz orga- nisatorischer Zertrümmerung und trotz verschiedener Ergebenheitserklärungen führender Mitglieder der Geist dieser Erneuerungsbewegung in vielen Köpfen unb Herzen weiterlebt. Allmählich hat auch die ver- antmortlidie Staatsführung erkannt, daß das ge­waltige Reservoir an patriotischem Idealismus und jugendlichem Schwung, das in der Anhängerschaft dieser Bewegung steckt, nicht auf die Dauer unge­nützt bleiben darf, sondern vor allem in diesen schweren Zetten zur Stärkung Rumä°

9er ostasiatische Friede - die Hoffnung für 1940.

Äon unserem O. ^.-Korrespondenten.

Tokio, im April 1940.

Das Jahr 1940 ist für Japan reich an Jubiläen. Der Kaiser begeht sein fünfzehnjähriges Krönungs­jubiläum, das Parlament sein fünfzigjähriges Stif­tungsfest und das Reich seine zweitausendsechshun- dertjährige Gründungsfeier. Das Jubiläumsjcchr fällt in eine ernste Zeit. Der Krieg in Europa lastet auf der ganzen Welt, und Japans Krieg gegen China wird in diesem Sommer schon drei Jahre alt. Darum sind eine Weltausstellung, die Olympischen Spiele und andere Festlichkeiten abgesagt worden. Doch bleibt noch Raum für Fest- spielwochen der Kunst, Jubiläumsbauten, soziale Werke und Tempelfeste.

Fast sieht es so aus, als wollte das Schicksal die Jubiläumsfeiern Japans mit dem Festgeschenk des Friedens krönen. Die Bildung der neuen chinesischen Regierung unter Wang- tschingwei scheint sich nun endlich zu verwirk­lichen. Diese Regierungsbildung würde zugleich praktisch den chinesisch-japanischen Friedensschluß bedeuten. Zwar dürfte die noch von Marschall Tschiangkaischek behauptete äußerste Süd- west-Ecke Chinas sich auch weiterhin als im Krieg mit Japan befindlich betrachten. Aber das ist für die Neuordnung Ostafiens nicht mehr ausschlag- gebend. Das ganze übrige China ist in japa­nischer Hand. Und dieses China ist es, in dessen Namen Wangtschingwei mit Japan Frieden schließt. Heute noch besetztes Gebiet, wird dieses China in der Stunde des Friedens ein freies Reich werden, freier als feit hundert Jahren.__________________

Vor hundert Jahren tobte der Opiumkrieg Englands gegen1 China. Jeglicher ideeller Beweg­gründe bar, wurde dieser Krieg von einem weit überlegenen Gegner gegen ein schutzloses, unbewaff­netes Volk lediglich nackter Geldinteressen wegen aeführt. Er hat sich seinen Ruf in der Weltge­schichte als der unmoralischste Krieg aller Zeiten ge­sichert. Den Chinesen war das Opium vorher un­bekannt. Die Engländer führten es aus Indien ein und zwangen die chinesische Regierung, nicht nur die Einfuhr des zerrüttenden Giftes zu dulden, sondern ihnen auch noch die Kronkolonie Hongkong ab» zutreten, die zum Schutze des Rauschgifthandels zur Festung ausgebaut wurde. Aehnliche Gebietsabtre­tungen erzwang sich England bald auch an allen bedeutenden chinesischen Handelsplätzen. In Tient­sin, Weihaiwei, Schanghai, Nanking, Hankau überall schnitt England sich Gebiete heraus, die China zu einer 2fusbeutungskolonie machten und die Staatshoheit Chinas zu einem Schatten er­niedrigten.

Der große imperialistische Aussauger Chinas war England und der Krieg, den Japan feit dem 7. Juli 1937 um die Neuordnung Ostafiens führt, richtet sich äußerlich gegen den Marschall Tschiang­kaischek, in Wirklichkeit aber gegen England, das den chinesischen Marschall für britische Inter­essen fechten ließ und dessen Hoffnungen auf die Briten ebenso jämmerlich betrogen worden sind wie die des Negus von Abessinien, Rotspaniens, des Herrn Benesch, Polens und Finnlands. China hat das erkannt und ist bereit, die von Japan prokla­mierte Neuordnung Ostasiens anzunehmen, die Ja-

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pan, China, Mandfchukuo und die Innere Mongolei zu einem Staatenbund rafsenverwandter Völker vereinigt. Der dadurch entstehende Block von 400 Millionen Menschen, politisch und wirtschaftlich zen­tral geleitet, geographisch sehr günstig gelagert und mit Rohstoffen gut ausgestattet, hat Aussichten, ein Großstaat zu werden, der einen ebensolchen Auf­schwung nimmt wie Japan selbst in den letzten sechzig Jahren, und in den allerletzten acht Jahren die Mandschurei unter japanischer Führung.

Was Japan in dieser kurzen Zeit aus der Man­dschurei gemacht hat, ist eine zivilisatorische Leistung ersten Ranges. Das alte Räuberland ist in acht Jahren zu einem modernen Ordnungsstaat umgebildet worden. Es hat in dieser kurzen Spanne Jahrhunderte übersprungen. Mandschukuos Ver­kehrsmittel sind ganz modern. Die Städte sind sau­ber und gepflegt. Das Land ist ein blühender Garten. Die Industrie wächst in stürmischem Tempo. Rechtswesen, moderne Verwaltung, geordnete Fi­nanzen und bürgerliche Sicherheit haben die Man­dschurei bis in ihre letzten Winkel von der einstigen Willkür räuberischer Banden reingefegt.

Diese Leistung steht in grellem Gegensatz zu den englischen Konzessionen, wo neben sat­tem Luxusleben kolonialer Herren das größte Elend der verachteten Eingeborenen zum Himmel schreit. Nach dem Jahresbericht der englischen Verwaltung von Schanghai wurden allein im vorigen Jahre in der englisch verwatteten Internationalen Nieder­lassung 37 930 chinesische Leichen von den Straßen aufgelesen! Diese armen Teufel waren da einfach verhungert und im Rinnstein verkommen, während dicht daneben Old England sich in den glitzernden Vergnügungsstätten Nacht für Nacht bis zum Mor­gengrauen in einem Taumel materieller Genüsse amüsierte. In keinem japanisch verwalteten Ge­meinwesen gibt es auch nur einen Bettler.

Es ist kaum daran zu zweifeln, daß unter der Willenskraft und Leistungsfähigkeit Japans ganz Ostafien den gleichen Erneuerungs- und Verjün­gungsprozeß erleben wird wie Mandfchukuo. Alles wartet nur noch auf den Friedensschluß. Aeußerlich sicht man Japan nicht an, daß es einen drei­jährigen Krieg hinter sich hat. Während der Krieg den Chinesen schwere Wunden geschlagen hat, ist Japan unverletzt. In China haben fünfzig Mil­lionen Menschen Haus und Hof verloren und irren heimatlos umher. Viele Städte, Dörfer und Land­striche sind verkohlte Trümmer. Neunzig vom Hun­dert dieser Zerstörungen rühren nicht von den Kämpfen her, sondern sind von den Truppen Tschi- angkaischeks willkürlich angerichtet, zur Verzweif­lung und Wut der Bevölkerung. Das war die grau­sige Taktik derverbrühten Erde". Den japanischen Vormarsch hat sie nicht verhindert. Den Chinesen hat sie furchtbaren Schaden zugefügt.

Daß Japan heute, nach 33 Monaten Krieg, noch so gesund und stark dasteht, beweist die außerordent­liche Planmäßigkeit, mit der dieses Volk vor­geht. Gefahren vorsichtig wägend, Tollkühnheit meidend, kritische Lagen im gegebenen Augenblick durch einen ganzen Entschluß meisternd. So steigt diese Nation unaufhaltsam empor und schafft sich durch Begründung eines ostasiatischen Großreiches von 400 Millionen Menschen ihren Lebensraum für kommende Jahrhunderte.

Aus aller Wett.

Mein Kampf" In sechs Millionen Exemplaren.

Nach einer Mitteilung des Zentraloerlags der NSDAP, waren bis zum 20. April über sechs Mil­lionen Exemplare der deutschen Ausgaben des BuchesMein Kampf" verkauft.

Elektrischer Schlag aus dem Ackerboden.

In der Gegend von Hamm (Westfalen) war ein Landwirt beim Eggen, als plötzlich fein Pferd zu Boden stürzte und liegen blieb. Als der Land­wirt dem Pferde helfen wollte, erhielt er einen starken elektrischen Schlag. Betäubt blieb er neben dem Pferd liegen. Anwohner aus der Umgebung stellten dann fest, daß in der Nähe der Draht von einem Hochspannungsmast herunterhing und den Strom in die Erde geleitet hatte. Mit einem Holz­rechen wurde der Draht entfernt. Während der Landwirt wieder wohlauf ist, ist das Pferd ver­endet.

Irrweg eines Säuglings.

Bei der Evakuierung einiger Ortschaften in der Nähe der ehemaligen deutsch-polnischen Grenze mußte auch eine sechsköpfige Familie aus © o dulla-Hütte in das Lanoesinnere flüchten. Das jüngste Kind, erst sechs Wochen alt, wurde im Trag- kiffen mitgesckleppft. Auf der Flucht wurde der Säugling so schwach, daß die verzweifelte Mutter ihn schon aufgeben wollte. Da es sich außerdem um ein Kampfgebiet handelte, übergab die Mutter das kranke Kind einer polnischen Rotkreuz­schwester, die sie auf der Flucht getroffen hatte, vergaß aber in der Eile, ihren Namen anzugeben. Nach zwei Tagen konnte die Familie mit Hilfe der deutschen Wehrmacht in den Heimatort zurückkeh- ren. Alle Forschungen nach dem Kind blieben aber ergebnislos. Schließlich wandte sich die Mutter an das Deutsche Rote Kreuz in Berlin, und jetzt hat sie den Bescheid bekommen, daß sie ihr Kind in Tarnowitz abholen könne. Ueberglück- lich nahm die Mutetr ihr Kind dort gesund und wohlbehalten wieder zu sich. Fast acht Monate war es verschollen.

Haupischristleiter: Dr. Friedrich WiHelm Lange. Stellvertreter bei Hauptfchriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Silber: Dr. Fr. W. Lange,' für Stabt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein' für Sport: Heinrich Ludwig Neuner.

Druck und Verlag: Brühlfche Univerflttitsdruckeret R. Lange R. G. Berlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann,- Anzeigenleiter: HanS Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. PI.Nr.b.

Bekanntmachung.

Strumpf-Sonderzuteilung für Jrauen.

Durch eine Bekanntmachung Nr. 8 der Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete vom 4. 5.1940 wird angeordnet, daß auf den Sonderabschnitt VI der Reichskleiderkarte für Frauen vom 6. Mai 1940 an wahlweise ein Paar Damenstrümpfe aus Natur­seide, ein Paar kunstseidene Damenstrümpfe zweiter oder geringerer Wahl, ein Paar Damenkniestrümpfe oder ein Paar Damenunterziehstrümpfe an Verbrau­cher abgegeben und von ihnen bezogen werden darf. Eine Anrechnung auf die Teilabschnitte (Punkte) der Reichskleiderkarte findet nicht statt. Die Gültigkeit des Sonderabschnittes VI erlischt mit der Gültigkeit der Reichskleiderkarte. Ein Umtausch gegen Strümpfe anderer Art ist unzulässig. Strümpfe zweiter und geringerer Wahl müssen gesondert ausgelegt werden und preislich in dem üblichen Verhältnis zu Strümp­fen erster Wahl stehen. 2281D

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