Dornotizen.
Tageskalender für Montag.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Feuerteufel". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): 14 Uhr „Der Choral von Leuthen"; „12 Minuten nach 12". — Schützenverein Gießen: 20.30 Uhr Jahreshauptversammlung im „Burghof".
Intendant Hans Walter Klein verpflichtet.
Der neue Leiter unseres Gießener Stadttheaters.
Nach reiflicher Ueberlegung und nach sorgfältiger Wahl ist nunmehr die Entscheidung über die neue Leitung unseres Gießener Stadttheaters getroffen worden. In diesen Tagen wurde durch den Oberbürgermeister unserer Stadt als zukünftiger Intendant Hans Walter Klein verpflichtet. Er tritt bereits am 15. April seine Stellung an.
Der neue Intendant ist gebürtiger Ostmärker. Er wurde im Jahre 1897 in Ebensee geboren, er war Weltkriegsteilnehmer und machte in den Jahren von 1915 bis 1918 den Feldzug gegen Rußland und Italien in österreichischen Truppenteilen mit und widmete sich dann nach Beendigung des Krieges dem Theater. Er wirkte zunächst als Schauspieler in Linz, Troppau und in Brünn, nahm dann Gesangsstudium und ging anschließend endgültig zu Oper und Operette über. Während der Verpflichtungen in Magdeburg, in Ulm, in Salzburg und in Wien, wie auch in München entwickelte sich seine künstlerische Persönlichkeit. Auch an Auslandstourneen nahm er teil. Lange Zeit war er ferner am Stadttheater und am Festspielhaus in Salzburg tätig. Ueber mehrere Jahre wirkte er auch als Privatdirektor und bespielte mit seinem Ensemble bayrische und ostmärkische Sommerbühnen. In der Spielzeit 1938/39 war er als Gastspielleiter an den Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M. tätig. Auch am Grenzlandtheater in Hof und an der Pfalzoper in Kaiserslautern war er als Oberspielleiter mit großem Erfolg tätig. In dem neuen Intendanten verbinden sich mit den künstlerischen Fähigkeiten auch die notwendigen kaufmännischen und organisatorischen Erfahrungen, auf die es sehr ankommen muß, wenn unser Theater auch in Zu- kunft seinen Aufgaben gerecht werden soll.
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Mit dem neuen Intendanten ist auch ein neuer Kapellmeister verpflichtet worden. Kapellmeister Otto Söllner (bisher am Grenzlandtheater in Triers, der als Gastdirigent für „Tosca" und „Freischütz^ seine künstlerische Leistungsfähigkeit bewies, ist endgültig verpflichtet worden. Otto Söllner, geborener Münchener, ist seit 1926 am Theater, studierte in München und Salzburg, war mehrere Jahre in Aachen Kapellmeister.
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Der Oberspielleiter unseres Stadttheaters, Dr. bisherige Oberspielleiter unseres Stadttheaters, Dr. Hannes R a z u m, der kürzlich zu Gastinszenierungen in Düsseldorf weilte, wurde nunmehr von den Düsseldorfer Städtischen Bühnen fest verpflichtet.
„Schaffende sammeln, Schaffende geben."
Rund 250 v. h. Steigerung im kreis Wetterau.
NSG. Die außergewöhnliche Summe von RM. 952032,38 wurde durch Schaffende des Gaues Hessen-Nassau anläßlich der 6. Reichsstraßensammlung für das Kriegswinterhilsswerk 1939/40 gesammelt. Erwähnenswert sind einige Krekse, die ihr Ergebnis verdoppelt und verdreifacht haben. So brachte der Kreis Bergstraße eine Steigerung von über 400 v. H., und zwar von 7058,22 auf 31 562,17 RM. Der Kreis Darmstadt verdoppelte sein Ergebnis. Der
Kreis Main-Taunus steigerte seine Sammlung vom Herbst 1939 um rund 350 v. H. Der Kreis Oberlahn- Usingen brachte fast 400 v. H. mehr als der Herbst. Offenbach brachte rund 100 v. H. mehr ein. Geradezu sensationelle Ergebnisse meldete der Kreis Schlüchtern, der seine Sammlung von 5337,47 aus 73 034,96 RM. erhöhen konnte, also um rund 1300 v. H. Der Kreis Wetterau steigerte seine Sammlung um runt^ 250 v. H.
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Achtung? KdF.-Sport.
Jeden Mittwoch, Donnerstag und Freitag finden folgende Kurse statt: 1678D
Mittwoch, 20.30 bis 21.30 Uhr: Sport und Spiele für Männer und Frauen, Goetheschule, Horst- Wessel-Wall.
Donnerstag, 20.30 bis 21.30 Uhr: Gymnastik und Spiele für Frauen, Scbillerschule, Schillerstraße.
Freitag, 16 bis 17 Uhr. Kindergymnastik (für Kinder unter 10 Jahren), Goetheschule. Hierfür Anmeldungen vorher an Sportamt, Schanzenstraße 18, oder KdF., Laden Seltersweg, erbeten.
Freitag, 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr: Schwimmen für Männer und Frauen, auch Anfänger, Volksbad.
Neuanmeldungen werden in den Kursen angenommen.
Jahreshauptversammlung des Deutschen Alpenvereins.
Zweig Gießen-Oberheffen.
In der dieser Tage abgehaltenen stark besuchten Jahreshauptversammlung des Zweiges Giehen- Oberhessen begrüßte der Vereinssuhrer W r e d e die Mitglieder, gedachte der Toten des vergangenen Monats und gab einen kurzen geschichtlichen lieber- blick über die gewaltigen politischen Ereignisse des abgelaufenen Jahres. Die unwandelbare Treue zum Führer fand ihren Ausdruck in einem dreifachen „Siegheil" auf den Führer.
Es ist ein schöner Brauch des Zweigvereins, be- sonders verdienstvolle Mitglieder zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Für diese Auszeichnung, die nur in Einzelfällen verliehen wird, konnte fein Würdigerer als Mitglied Eduard Krumm in Gießen gefunden werden. Unter allseitiger Zustimmung wurde er in dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste um die Förderung des Zweigvereins und um die Pflege des alpinen Gedankens zum Ehrenmitglied ernannt. Herr Wrede betonte im besonderen noch die stete, uneigennützige Hilfsbereitschaft des Ehrenmitglieds, und dessen vom besten Geiste getragene Kameradschaft.
Der Geschäftsbericht, den der Vereinsführer erstattete, umfaßt die Zeit vom 1. 1. 1939 bis 31. 3. 1940. In dieser Zeit wurden die regelmäßigen monatlichen Tageswanderungen sowie Nachmittagswanderungen durchgeführt und außerdem zahlreiche Vorträge mit z. T. farbigen Lichtbildern abgehalten. Diese sowie die sonstigen Veranstaltungen des Zweigvereins erfreuten sich eines sehr regen Zuspruchs der Mitalieder und dienten in erster Linie der Pflege der Kameradschaft und des alpinen Gedankens. Der Ausbruch des Krieges rief bis jetzt zahlreiche Mitglieder zu den Fahnen. Mit diesen wurde bald nach Kriegsausbruch eine regelmäßige Verbindung aufgenommen, sie erhielten Liedes- gaben der verschiedensten Art übermittelt.
Eine der Hauptaufgaben des Zweigvereins ist die Pflege und Förderungder Jugend- gruppen, die sich in Wetzlar und Gießen befinden. Sie wurden in weitgehendstem Umfange unterstützt. Durch die Einziehungen zum Heeres- d-ienst und aus sonstigen Gründen sind z. Z. die Leitungen der Jugendgruppen nicht besetzt, sodaß
GolöcntlDolMIwlWt.
Roman Don fjorftBicrnatb.
27. Fortsetzung (Nachdruck verboten!)
Dann fanf wieder das alte Schweigen herab, und der alte Herr verschanzte sich abermals hinter seiner Zeitung. Jedesmal, wenn die Tür ging, ließ er das.Blatt sinken und warf einen raschen Blick auf den Eintretenden. Es war ein ermüdendes Spiel, denn es erforderte eine dauernde Spannung und eine dauernde Bereitschaft, die äußerst unan- acnehme Unterredung, die ihm beoorstand, auch in seiner äußeren Haltung vor^ubereiten.
Was er zu faaen hatte, darüber war er sich in den langen Stunden der Fahrt längst klar geworden. Die Losung, die sein Bruder Nathanael ihm mitgegeben hatte, hieß: Schärfster Abbruch der Beziehungen und sofortige Aufklärung Renate Naumanns über die Absichten, die Allan Parker verfolgte. Eine kleine Summe — das übliche Zehrgeld, mit dem man sich ungeratener Verwandter entledigt — befand sich als Scheck in seiner Brieftasche ...
Wieder klirrten die großen, mattverglasten Flügel des Eingangs. Der Portier signalisierte mit beiden Armen gleichzeitig, und Watson legte im gleichen Augenblick die Zeitung weg.
Parker war in die Halle getreten. Sein Mantel troff vor Nässe; er schien lange durch den Regen gelaufen zu sein, und von feiner Hutkrempe stürzte, als er den Kopf senkte, ein kleiner Bach herab. Seine Schuhe waren völlig durchweicht und hinterließen auf dem dunkelroten breiten Läufer, der sich von der Tür zu den Treppen zog, dunkle Wasserflecken.
Er beachtete den Zuruf des Portiers nicht und sah auch nicht, wie Watson sich hager und übergroß aus seinem Sessel erhob. Er ging langsam, mit tief in den Taschen vergrabenen Händen, ohne den Kopf nach rechts oder nach links zu wenden, auf die Treppe zu und stieg etwas mühsam, als käme er von einem anstrengenden Marsch zurück, die rot ausgelegten flachen Stufen empor.
Der Portier beugte sich über den Schalter herüber und unterdrückte, mit einem Blick auf Watfon, noch im letzten Augenblick eine unwillkürliche Handbewegung zur Stirn hin. „Hallo, Mister Parker! Ihr Schlussel —!" Er drehte sich um und riß ihn vom Brett öffnete den Schlag und wollte Parker Nacheilen, der bereits hinter der Treppenwendung verschwunden war.
„Geben Sie den Schlüssel mir!" rief Sir Jeremias rasch und nahm ihm kurzerhand den Schlüssel ab. Er eilte zur Treppe, vernahm noch den Zuruf des Portiers: „Zimmer vierzig, Herr!" und holte feinen Neffen ein, als der gerade in den langen Flur abbog. „He, Allan!" Er ergriff ihn am Arm und hielt ihn auf; sein Atem ging ein wenig keuchend, und er fühlte, von dem raschen Treppensteigen angestrengt, das heftige Arbeiten seiner Pulse.
Parker drehte sich um und sah ihn zerstreut an.
„Hallo, Onkel Jim!" sagte er ruhig und scheinbar nicht im mindesten überrascht, Watson hier zu sehen. „Ah, der Schlüssel! Natürlich!" Er nahm ihn dem Oheim ab, als wäre es selbstverständlich, daß Onkel Jeremias aus London herübergekommen war, um ihm den Schlüssel seines Hotelzimmers nachzutragen. „Danke ..."
Watsons erster Gedanke war: Betrunken! Aber In der nächsten Sekunde gewahrte er Parkers Zer- brochenheit, die Schlaffheit feines Gesichts, die müden Augen, in denen aller Mut erloschen war und in denen nur noch der letzt« klägliche Wille stand, die zuckende Fackel wegzuwerfen und abzutreten ... Watson entsann sich seines Auftrags. Er dachte an die letzte Unterredung mit feinem Bruder und an das Zimmer, in dem sie beide gesessen und Allan abgeurteilt hatten, zwei alte, rechtschaffene, ehrenwerte, strenge Männer mit dünnem Blut und früh verwelktem Herzen. Und jetzt —? Sollte man den Stein, der ohnehin schon fiel, auch noch stoßen? War man vielleicht zu früh gekommen?
Sie gingen durch den langen, fensterlosen Flur. Lautlos und weich. Türen rechts, Türen links; lauter weihe Türen mit blitzenden Messingbeschlägen. Die Nummernschilder liefen an ihnen vorbei: 36 — 37 _ 38 _ 39 ...
Und plötzlich hielt Parker an und wandte mit einer raschen Bewegung seinem Onkel das Gesicht zu; es war wach und klar. „Entschuldige! Ick) glaube, ich war soeben mit den Gedanken ein wenig — nun — unterwegs ..Er machte kleine Pausen Zwischen den Worten und sprach abgerissen und hastig. „Du bist hier? Ich weiß natürlich, weshalb du gekommen bist! Der Brief--Spike — ja, ja,
ich kann mir alles ganz gut zusammenreimen: die Erbschaftsgeschichte ... Aber — hm — du kannst unbesorgt sein: Die Geschichte hat sich von selbst erledigt; es ist nichts geschehen, was eurem Firmenschild --Also, du verstehst mich schon? Es ist
alles in Ordnung! Du kannst Onkel Nat und Mister Bones sagen: Es ist alles in Ordnung ..." Er beugte sich zum Schlüsselloch hinunter und sperrte die Tür auf. „Fräulein Naumann wohnt übrigens Dorotheenftraße 16 — Atelier, großes Fenster, weißt du, schräge Wände ... Wirst du dir die Nummer merken können? Dorotheenstraße 16 ..."
Watson Übersah die verabschiedende Handbewegung. „Weiß sie von der Erbschaft, Allan?"
„3a, ich habe es ihr gesagt. Es ist noch gar nicht so lang« her — eine halbe Stunde vielleicht ..." Er bemerkte Watsons überraschtes und zugleich entspanntes Gesicht und schüttelte den^Kopf, als müsse er des Onkels irrige Auffassung von der Angelegenheit berichtigen: „Ich fühlte mich verpflichtet, es ihr mitzuteilen, nachdem sie mir wenige Minuten vorher gesagt hatte, daß sie nicht meine Frau werden könne. Sie hielt mich für reich und unabhängig — verstehst du? —, und sie fürchtete, ihr Ja gelte nicht mir, sondern meinem (Selbe ..." Er öffnete die Tür und behielt den Drücker in der Hand. „Aber immerhin: Die näheren Umstände der Erbschaft kennt sie nicht. Deine Nachrichten werden ihr sicherlich sehr willkommen fein ... Also —Er nickte dem Oheim zu und wollte über die Schwelle treten.
Aber der alte Herr stellt« sich in die Tür und folgte ihm ins Zimmer hinein.
Parker lächelte nervös :„Jch möchte dich nicht aufhalten, Onkel Jim ..."
„Aber ich möchte dich aufhalten, Allan!" wie- derfprach Watson gelassen. „Setzen wir uns doch mal hin! Ich spüre nämlich, trotz Schlafwagen und allen anderen Reisebequemlichkeiten, di« lange Fahrt doch mächtig in den Knochen."
Er nahm Allan bei den Schultern und drückt« ihn mit fünfter Gewalt in einen Sessel; er selber stelzte, steifbeinig und händereibend, um den Tisch herum und lieh sich, nachdern er seinen Mantel sorgfältig glattgestrichen hatte, auf dem Sofa nieder. „Ja, mein Junge, ich wollte dir nämlich einen Vorschlag unterbreiten, den dein Onkel Nathanael und ich in den letzten Tagen einmal besprochen haben. Es war uns eigentlich feit langer Zeit klar, daß deine Stellung und die Arbeit bei uns dich nicht befriedigen könnten. Und ein Mann auf falschem Postey ist — wie — wie — " Er trommelte mit den Fingerspitzen gegen seine Knöchel und fand den Vergleich nicht. „Nun ja! Jedenfalls dachten wir an dich, Allan, als uns vor kurzem Sir George Deering aus Syrien schrieb, ob wir nicht einen verläßlichen Mann wüßten, der ihm bei Erschließung eines neuen Marktes für fein Del den Adjutanten machen könne."
Er erhob sich, verschränkte die Hände auf dem Rücken und ging ein paarmal zwischen Tür und Fenster auf und ab. Dann blieb er nahe der Tür stehen. „Ein großer Posten, mein Junge! Kein leichter Posten! Deering pumpt feine Leute so restlos aus wie feine Gruben und wie sich selbst. Ich überlasse die Entscheidung selbstverständlich dir!"
Er nahm seine Wanderung wieder auf. Und dann, nach einer Weile, hielt er in der Zimmermitte an. Er nahm feine Brille ab, suchte den Lederlappen in der äußeren Rocktasche, rieb die Glä- fer blank und hielt sie gegen das Fenster. „Man kann solche Geschichten natürlich erledigen, wie man will. So oder so. Aber ich meine: Männer sterben f ü r etwas — meinetwegen auch für eine Dummheit —, aber nicht wegen etwas ..." Er ging zu Allan hin und legte ihm die Hand auf die Schul- ter: „Ich hole dich nach einer Stunde zum Essen ab, mein Junge! Du wirst unten in der Halle auf mich warten!"
Parker drehte sich nicht um. Er tastete nach der Hand, die auf feiner Schulter lag, und drückte sie fast zärtlich an sich. Und nickte.
Am Nachmittag stieg Sir Jeremias Watson die vier Treppen zu Renates Atelier empor
Sie hatte sich nach Parkers Weggang erschöpft zum Schlafen niedergelegt und erwachte erst, als Frau Holzschuh ihr Watsons Karte hereinbrachte. Und im gleichen Augenblick, in dem sie den Namen las, standen Parkers Gesicht und seine Abschiedsworte plötzlich so deutlich und so eindeutig vor ihr, daß sie aufsprang und dem Besucher erschrocken entgegeneilte.
Vielleicht ahnte der alte Herr, was für eine Botschaft sie aus feinem Mund« zu hören befürchtete ... Er reichte ihr die Hand und schüttelte den Kopf.
man sich entschließen mußte, bis zum Kriegsende die Jugendgruppen zu suspendieren. Nach Beendigung des Krieges wird man ihnen wieder eine besondere Aufmerksamkeit zuwenden, um einen Nachwuchs für Bergsteiger und vor allen Dingen für die Gebirgsformationen zu schaffen. — Durch Tod und Wegzug von Gießen ist in der Berichtszeit eine Reihe von Mitgliedern ausgeschieden, denen jedoch mehr Neuaufnahmen gegenüberstehen, sodaß sich der Mitgliederbestand erhöht hat.
Der Hüttenwart berichtete im einzelnen über die in Kärnten liegende „Gießener Hütte". Ihr bau- kicher Zustand befindet sich in bester Ordnung Und es wurden Neuanschaffungen und Ergänzungen durchgeführt. Die Besucherzahl hat sich gegenüber dem Vorjahre erhöht, obgleich durch die kriegerischen Ereignisse Ende August und im September 1939 die Benutzung stark zurückging.
Der Kassenbericht ergab eine gute finanzielle Situation des Zweigvereins. Dem Vereinsführer und feinen Mitarbeitern wurde Entlastung erteilt. Der Wanderwart gab einen Ueberblick über die in der Berichtszeit vorgenommenen Wanderungen sowie über die Beteiligung der einzelnen Mitglieder hieran. Von der Verleihung von Wanderauszeichnungen wurde mit Rücksicht auf den Krieg Abstand genommen.
♦♦ Arbeitsjubilar e. Bei den Gail'schen Tonwerken können in dieser Woche wieder drei Mitarbeiter für langjährige Betriebszugehörigkeit geehrt werden. Der Glasiermeister Ludwig Hainer aus Heuchelheim ist am 10. April 40 Jahre, der Ofenarbeiter Wilh. Schmidt aus Gröningen ist am 12. April 25 Jahre, und der Ofenarbeiter Karl Freund aus Watzenborn - Steinberg ist am 13. April ebenfalls 25 Jahre in diesem Betriebe tätig. Die Jubilare haben sich während ihrer lang- jährigen Betriebszugehörigkeit die volle Achtung und Zufriedenheit der Betriebsführung und aller ihrer Mitarbeiter erworben. Sie bezeugen ihre Be- ttiebsverbundenheit auch weiterhin durch vollen Einsatz ihrer Arbeitskraft für die Bedürfnisse des Betriebes und gleichzeitig unseres Vaterlandes. Die Jubilar« werden an ihrem Ehrentage durch die Firma, ihre Arbeitskameraden und durch die Deutsche Arbeitsfront entsprechend gefeiert.
(Sin guter Fang.
LPD. Alsfeld, 7. April. Die hiesige Polizei verhaftete einen Mann namens Fritz Köhler, der aus Sachsen stammt und ein reiches Sündenregister auf dem Kerbholz hat. Der Verhaftete war im Jahre 1938 auf feiner Wandertour durch die
deutschen Lande u. a. auch nach Schlitz gekommen, wo er sich im Zertrümmern von Straßenlampen, Fensterscheiben und ähnlichen „Scherzen" betätigte. Ferner hatte er in der Nähe des Ortes Allendorf im Kreise Biedenkopf einen Waldbrand verursacht, der glücklicherweise noch im Entstehen gelöscht werden konnte. Neben diesen Taten hat er noch allerlei anderes vollbracht, was ihn mit dem Strafrichter in Verbindung bringen wird.
^50 Jahre Hessische Garde-Oragoner.
LPD. D a r m ft a b t, 6! April. Am 6. April 1790 wurde das Garde-Dragoner--Regiment (1. Großh. Hessisches) Nr. 2 3 durch den damaligen Landgrafen Ludwig X., dem späteren Großherzog Ludwig 1., gegründet. Sein Gründungsort Darmstadt
Volksgenossen!
Gebt Eure Nletallspenden nur an die örtlichen Annahmestellen, nicht an die Kanzlei des Führers, TUinifferkn oder andere Dienststellen. Mur so kommt sie rechtzeitig an die richtige Stelle, und unnötige kostspielige Mehrarbeit wird erspart.
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Die S ammel ft eilen i n Gießen befinden sich im Laden Marktstraße 18, für Gießen-Wieseck in der dortigen Verwaltungsstelle, für Gießen-Klein- Linden ebenfalls in der dortigen Verwaltungsstelle.
blieb immer Garnison, wenn auch vorübergehend einzelne Schwadronen in Butzbach oder Babenhausen lagen. Während des Weltkrieges war das Regiment zweimal im Westen, dazwischen im Osten, bei dem Vormarsch in Rumänien und zuletzt in der Ukraine eingesetzt. Die hessischen Gardedragoner nahmen u. a. im Westen an den Gefechten bei Brandeville und Kruiseik, in welch letzterem Falle sie sogar zu Fuß gegen englische Infanterie siegreich vorgingen, an den Kämpfen an der ©iegfriedfront und beim Grenzschutz an der Schelde teil,, waren im Osten an der Schlacht bei Wilna beteiligt, standen im Dezember 1916 bei Kronstadt und im Frühjahr 1918 in der Ukraine.
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Aus den Gießener Gerichtskälen
Strafkammer Gießen.
Der E. H. P. in Gießen hatte sich wegen Kindes- rnißhandlung, die A. B. in Gießen wegen Kindes- mißhandlung und Beamtenbestechung zu verantworten. P. soll ein Kind, das seiner Fürsorge unterstand, roh mißhandelt haben. Die B. soll die Kinder des P., die ihrer Fürsorge unterstanden, ebenfalls roh mißhandelt und einem Beamten Geschenke (10,— RM.) angeboten haben, um ihn zu einer Handlung zu bestimmen, die eine Verletzung seiner Dienstpflicht enthielt. Die Angeklagten waren im wesentlichen geständig. Der Anklagevertreter beantragte gegen die B. eine Gesamtaesängnisstrafe von zehn Monaten und Anrechnung der Untersuchungshaft, ferner Freisprechung des Angeklagten P. mangels ausreichenden Beweises bzw. Einstellung des Verfahrens, insoweit die Tat unter das Amnestiegesetz fällt. Die Angeklagte B. wurde zu einer G e« famtgefähgnisftrafe von zehn Monaten, abzüglich zwei Monate und zwei Wochen
Untersuchungshaft, verurteilt. Das Verfahren gegen P. wegen gefährlicher Körperverletzung wurde auf Grund des Gnadenerlasses des Führers und Reichskanzlers vom 9. September 1939 eingestellt; ;m übrigen wurde der Angeklagte P. freigesprochen.
Der H. L. Z. in Maulbach war beschuldigt, im Herbst 1939 in Maulbach strafbare Handlungen mit männlichen Personen unter 21 Jahren Dorgenom» men zu haben. Der Angeklagte war geständig. Der Anklagevertreter beantragte acht Monate Gefängnis. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Es wurde ihm eröffnet, daß er im Wiederholungsfälle mit Zuchthausstrafe zu rechnen habe.
Amtsgericht Gießen
H. D. in L. hatte wegen fahrlässiger Uebertretung des Lebensmittelgesetzes einen Strafbefehl über 100,— RM. erhalten. Da eine Schuld des D. nicht festzustellen war, mußte Freisprechung erfolgen.
Renate machte ihm die Unterredung leicht; sie ersparte ihm alle Erklärungen über Allan Parker und sein eiaenes überraschendes Dazwischentreten und spürte, daß er- ihr dafür von Herzen dankbar war.
Wenn sie durch Parker nicht auf die Erbschaft vorbereitet gewesen wäre, hätte es zwischen chr und dem alten Herrn wohl unüberbrückbare Verstän- digungsschwierigkeiten gegeben. Das Deutsch, das er sprach, war einfach schauderhaft, und ihre englischen Kenntnisse bestanden in ziemlich trümmer- haften Schulerinnerungen. Sie konnte zwar noch die Grabrede des Antonius und den Anfang von „Childe Harolds Pilgrimage“ ganz hübsch aufsagen, aber für eine Unterhaltung im Dorngestrüpp des Erbschaftsrechts reichten dies« poetischen Brocken nicht recht aus.
Watson hatte eine Abschrift des Testaments mit- gebracht. Aber auch jetzt, nachdem sie die letztwillige Verfügung ihres Onkels Robert Naumann gelesen hatte — mit dessen Namen sie übrigens kaum eine Erinnerung verband —, auch jetzt noch stand sie dieser Nachricht mit einem verzagten, hilflosen und faft ein wenig unheimlichen Erstaunen gegenüber. Achtzigtausend Pfund —? Die Höhe der Hinterlassenschaft überflieg ihr Vorstellungsvermögen. Die Zahl sprach sie nicht an; sie war leer wie ein astronomischer Begriff, leer und zugleich bedrückend groß. Man wußte nicht recht, ob man ein Glück oder eine Last übernahm. Und' das Abenteuer mit Allan Parker hatte ihr einen bitteren Vorgeschmack gegeben ... „Ach Herr Watson", fragte sie ein wenig betäubt, „was fängt man mit so viel Geld nur an?"
Der alte Herr hätte daraufhin gewiß eine lange und weisheitsstrotzende Rede halten können, denn als Vertreter vieler noch größerer Vermögen wußte er über Kapitalanlagen sicherlich gut Bescheid; aber seine Zunge zerbrach an der Sprache. Schließlich begnügte er sich mit der Feststellung, daß die An- läge eines Vermögens Sache des Temperaments sei, und fügte den guten Rat hinzu, Renate möge sich an einen tüchtigen Anwalt wenden ...
Sie ging, als Watson sich verabschiedet hatte, zu Frau Hvlzschuh in die Küche hinüber und setzte sich auf einen Schemel an den weiß gescheuerten Ab- spültisch.
Es war warm und behaglich in dem kleinen Roum. Frau Hvlzschuh hatte so tüchtig eingeheizt, daß die Herdplatte glühte. Sie setzte Renate eine Tasse Kaffee vor und schnitt ihr auch ein Stück vom felbftgebadenen Kuchen ab, ganz auf Vergell's Gott natürlich. „Da, Fräulein Naumann, trinken S' a Schluckeri! Heut kann man schon was Warmes vertragen, bei die grausliche Kältn, bei die grausliche ..
Frau Holzschuh setzte sich ihr gegenüber an den Tisch.
Renate horte ihren Geschichten nur mit halbem Ohr zu. „Was würden Sie eigentlich tun, Frau Holzschuh, wenn Sie reich wären?" fragte Plötzlich.
(Schluß folgt)
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