Ausgabe 
8.4.1940
 
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Antisoziale Wolkendecke über England

Und ein aufschlußreiches deutsches Beispiel.

Erfolgreiche Lustkämpfe im Westen

Hause.

Hans Herbert Hirsch,

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Berlin, 7. April. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westen keine besonderen Ereignisse.

Die Luftwaffe führte am 6.4.1940 Luftauf­klärung über Bord- und Witlelfrankreich durch. Ein deutsches Dornier-Aufktärungs- f l u g z e u g wurde hierbei von vier Curtis- Flugzeugen angegriffen. Das Aufklärungsflug­zeug setzte sich so lange zur Wehr, bis der G e g n e r aus Brennstoffmangel von ihm ablaf- s e n muhte. Ls landete wohlbehalten in feinem Heimathafen.

Am Spätnachmittag des 6.4. flogen mehrere feind­liche Flugzeuge nordwestlich Trier über luxem­burgisches Gebiet nach Deutschland ein und über luxemburgisches Hoheitsgebiet auch wieder zurück.

Der heutige Wehrmachtsbericht.

Sieben feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Berlin, 8. April. (DBB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Laufe des 7. April unternahmen deutsche Flugzeuge Lrkundungsflüge über der mittleren Bord.fee, sowie über Bord- und Mittel- frankreich und führten Bewachungsflüge über der Deutschen Bucht und der Westfront durch.

Bördlich der 3nsel Sylt sichtete ein Schwarm Messerschmitt - Flugzeuge 24 britische Wel­lington-Bomber. Unsere 3äger schossen zwei britische Flugzeuge ab und zwangen die anderen zum Abdrehen nach Westen.

An der Westfront kam es wiederholt zu Luftkämpfen, hierbei schossen unsere 3agdflug- zeuge vier feindliche Flugzeuge ab, ein weiteres wurde durch F l a k a r t i l l e r i e zum Ab­sturz gebracht.

Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Deutsche Flieger gegen achtfache llebermacht.

.....6. April, (P.K.) Die OKW.-Berichte der letz­ten Tage melden u. a. oftAufklärungsflüge über Ostfrankreich". Mehrere unserer deutschen Fernauf-

keine Streiterei um denMeisterschuß" entsteht

Der erste ist heran. Aus allen Knopflöchern fängt er an zu schießen, aber er hat anscheinend nicht da­mit gerechnet, daß die Deutschen wiederschießen. Kaum ist er aus dem Bereich der MG.s, mit dem ihm der Beobachter einige wohlgezielte Feuerstöße vor die Nase setzt, heraus, da jagt ihm der Bord­funker im Abflug noch eine volle Ladung nach. Der zweite kommt, der dritte, der vierte verdammt, es kracht und splittert im Heckstand. Acht Jäger trommeln mit ihren Maschinengewehren und Bord­kanonen auf dem Aufklärer herum. Aber sie haben kein leichtes Spiel. Nicht nur im Heckstand hagelt es Einschüsse, an manchen Stellen sieht die Bord- wand förmlich durchsiebt aus. Kunststück, wenn acht Jäger um einen Aufklärer herumtoben, als wollten sie ihn fressen... Der Bordfunker setzt eine Trom­mel nach der anderen auf das Maschinengewehr, jagt eine Garbe nach der anderen heraus. Der deut­sche Fernaufklärer kämpft weiter gegen eine acht­fache Uebermacht. Immer von neuem setzen die Jä­ger zum Angriff an. Da kommt einer nicht schnell genug aus dem Bereich des Maschinengewehrs: der Bordfunker verfolgt seine Garbe genau. Sie sitzt im Motor des Franzosen. Weiße Benzinfäden zieht er hinter sich her. Er sackt ab. Der Bordfunker hat einen Flügel lahmgeschossen. Senkrecht geht die Ma­schine in die Tiefe. Ihren Weg bis zur Erde zu verfolgen, hat die Besatzung k^ine Zeit, denn noch gilt es, die restlichen sieben zu verjagen. Mittler­weile hat sich der Luftkampf bis zur Front, hin­gezogen. Plötzlich, noch kilometerweit vor der Grenze, Ziehen es die Jäger vor, nach rückwärts zu ver­schwinden. Was mag sie dazu bewogen haben. Die tapfere Abwehr aus dem Flugzeug? Die Messer­schmitt, oder die deutsche Flak?

Der Bordfunker greift nach seinem Fuß, eine MG.-Trommel ist ihm anscheinend herausgefallen. Nein Blut bringt durch den Pelzstiefel. Ein Split­ter des Geschosses aus der Bordkanone eines Fran­zosen hat ihn getroffen. Unser Fernaufklärer sieht böse aus, wie ein gerupfter Vogel, über den eine Meute von acht Habichten hergefallen ist. Aber er fliegt, das ist die Hauptsache. Und noch wichtiger ist, er hat seinen Auftrag erfüllt! Sicher bringt die Mannschaft das wertvolle Aufklärungsmaterial nach

Keine Arbeitskraft darf ungenützt bleiben

Oer Gauleiter an der Spitze einer Versammlungsaktion.

Montag, 8. April MO

Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis8'/2Uhrdes Vormittags Grundvreise für 1 mm Höbe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf., Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelB Platzvorschrift (vorherige B ereinbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grundvreise Baderanzeigen

und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf.

NSG. In zwei Großkundgebungen der Partei am Freitag in Nieder-Saulheim.(Rheinhessen) und am Samstag in Pfungstadt bei Darmstadt trat Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger an die Spitze einer im gesamten Gau angesetzten Ver­sammlungsaktion. In beiden Orten rourb-e dem Gauleiter durch die Bevölkerung ein herzlicher Empfang zuteil. Sie dankte ihm dafür, daß er sich trotz der Beanspruchung durch wichtigste Führungs- ausaaben dennoch immer wieder die Zeit nimmt, um so wie einst in der Kampfzeit das Wollen des Führers in das kleinste Dorf seines Gaues zu tta- aen. Damals, um die einzelnen in den verschreden- sten Parteilagern stehenden Volksgenossen von der Richtigkeit der Idee des Nationalsozialismus zu überzeugen, heute, um einer Gemeinschaft überzeug­ter Nationalsozialisten die Haltung im Einsatzfür die Verteidigung des von der Idee zur Wirklichkeit gewordenen Großdeutschland zu weisen. Damals, um ihren Glauben zu gewinnen an einen Weg aus der Ohnmacht und dem Verfall des Reiches heute, um ihre Siegeszuversicht im Kampf des Reiches, das größer und stärker auferstand, als es ie einst­mals gewesen, als die Bekundung einer unzerstör­baren Geschlossenheit und unüberwindlichen Kraft entgeaenzivehmen. So ließen auch diese Kund- qebunqen feinen Zweifel an ber Haltung des deut­schen Volkes. Es hat sich für die kommenden Er- eigniffe mit dem Geiste des Opferns des M u t e s und der Treue gewappnet und sieht da­mit der Zukunft gefaßt und stegessicher entgegen.

Diese in unserer Volksgemeinschaft fest veranker- ten Werte unterstrich der Gauleiter zu Beginn

klärungsflugzeuge wurden in Luftkämpfe verwickelt und zum Teil von einer weit größeren Uebermacht angegriffen. Die Besatzungen der Aufklärer erwider­ten nicht nur das auf sie eröffnete Feuer, sondern konnten sogar mehrfach aus den Schwärmen der Angreifer feindliche Jäger abschießen. Nachfolgend die Schilderung eines solchen Aufklärungsfluges, bei dem ein deutsches Flugzeug-, das über Ostfrankreich aufklärte, aus einer achtfachen Uebermacht einen französischen Jäger herausschoß und trotz rasenden Beschüsses von feindlicher Seite den deutschen Flug' Hafen wenn auch schwer beschädigt wieder erreichte.

Seit einiger Zeit ist der deutsche Aufklärer in der Luft. Die Besatzung hatte vor dem Start den Flug- auftrag genauestens durchgesprochen und sich ein- geprägt. Jetzt überfliegt die Maschine die Front, die mit ihren Gräben und Wällen im Niemandsland deutlich zu erkennen ist. Nichts ist zu hören vom gegnerischen Störungsfeuer, kein Abschuß und kein Einschlag. Das Donnernder Motoren erfüllt die Kabine, in der die Besatzung, ein jeder auf seinem Posten, einen Auftrag ausführt und dabei noch nach allen Seiten Ausschau nach dem Feinde hält.

Vor und Flakwölkchen" ruft der Beobachter, und der Bordfunker bestätigt die Warnung: Auch hinter dem Aufklärer, wenn auch tief unter.der eige­nen Flugbahn, erscheinen sie. Aber ebenso schnell wie die Wölkchen erscheinen, verschwinden sie auch wieder; nur vereinzelte Batterien feuern noch. Der deutsche Aufklärer ist ihnen doch wohl zu hoch. Eigentlich seltsam, daß die französische Flak das deutsche Flugzeug erst jetzt entdeckt, nachdem es schon nahezu zwei Stunden über ihren Stellungen fliegt und mit genug Bildgerät Aufnahme um Aufnahme einfängt.

Der Beobachter gibt einen Zettel zum Bordfunker: Nach Jägern Ausschau halten!" Aber der sitzt sowieso schon im Heckstand und vergewissert sich nach allen Seiten. Ein Wolkenschleier nimmt die Sicht nach oben. Ob da nicht ein ....? vermutet der Flug­zeugführer ... und richtig ... urplötzlich tauchen aus dem schützenden Dunst französische Jäger auf! Sie müssen den Aufklärer schon eher gesehen haben und wählten dann diesen versteckten Angriff. Aber sie kommen um Sekunden zu spät.Gemeine Bande", brüllt der Bordfunker,jetzt tun sie so, als ob sie uns nicht gesehen hätten." Der Beobachter deutet nach vorn. Da kommen sie wieder! Wie im Gänsemarsch, alle Flugzeuge hintereinander. Acht französische Jäger sind es, die den deutschen Fern­aufklärer abschießen wollen. Wenn nachher bloß

bel über Lon-don zerreißen wird, damit es aller Welt offenbar wird, wo die Kriegshetzer fitzen, wer sie sind und wie sie sich einem echten und gerechten Frieden entgegenstemmen, nach dem sich alle Völker Europas sehnen und den sie durch den Sieg Deutschlands auch erhalten werden.

Dr. Friedrich Bubendey.

Unterernährung der britischen Arbeiterschaft.

In dem BuchEngland erwartet, daß jeder Amerikaner seine Pflicht tut", berichtet der Amerikaner Howe folgende interessante Tat­sachen:Die Hälfte der britischen Be­völkerung ist unterernährt. Etwa vier­einhalb Millionen Menschen können nur vier Schil­linge pro Woche für Nahrungsmittel und neun weitere Millionen nur sechs Schillinge ausgeben. Für eine angemessene Ernährung braucht man ein Minimum von 10 Schillingen pro Woche. Für sechs

seiner Rede besonders und stellte ihnen das un­ruhige und nervöse Handeln unserer plutokratischen Angreifer gegenüber. Auf den Ministerpräsidenten­wechsel in Frankreich hinweisend erklärte er in diesem Zusammenhang:Ob nun das neue Kabi­nett der Kriegshetzer gleichbedeutend mit einer stär­keren Aktivität ist oder nicht, eines gilt als sicher: dort, wo in der Schlacht der Feldherr wechselt, steht es gewöhnlich nicht zum besten. Wenn England nunmehr an derselben Krankheit herumdoktert, ist auch das uns ein Beweis, daß den Demokratien >d) einiges zu tun übrig bleibt, bevor ihre poli- che Führung intakt ist.

' ....... ' "" '» der Gauleiter dann

Frühjahrsbestellung. Die gesamte Bevöl­kerung ist von den Hoheitsträgern zu dieser wich­tigen Arbeit in der Landwirtschaft aufzurufen. Ohne Rücksicht auf Rang und Stand wird es jeder Mann und jede Frau, deren Arbeitskraft heute noch ein­gesetzt wird, als Ehrenpflicht ansehen, ihre Kräfte der Sicherung unseres Brotes zur Verfügung zu stellen. Daß daneben der geschlossene Einsatz der Gliederungen der Partei und angeschlossenen Ver­bände zu"diesen Arbeiten angeordnet wurde, sei eine^elbstverständlichkett. Der Gauletter sprach zu diese^Aufgabe seine Erwartung aus, daß die Be­völkerung des Gaues Hessen-Nassau auch in dieser entscheidenden Frage der Sicherung der Frühjahrs­bestellung restlos ihre Pflicht erfüllen werde. Er ließ auch keinen Zweifel darüber, daß jede Drückebergerei im Interesse der Geschlossenheit unserer Gemeinschaft eine entsprechende Antwort finden werde.

Sauber in der Gesinnung und sau­ber i n d e r T a t werde sich die Heimat neben der Front der Soldaten beweisen. Auch in der Me­ta l l s p e n b e als Geburtstagsgabe für den Führer werde sich dieses hervorragend ausdrücken. Der hingebende Opfergeist allein habe das Reich zu seiner jetzigen Macht und Größe geführt, so schloß der Gauleiter seine Ausführungen. Erlist heute der feste Untergrund unserer Siegeszuversicht, er ist die Verbindung zwischen Front und Heimat, die ge­meinsam unter dem Führer die gesicherte Zu­kunft unseres Reiches erkämpfen wer­den»

Es sind nur wenige Zahlenbeffpiele für eine deutsche Tat der umfangreichen und vor allem schnellen Hilfsbereitschaft. Aber schon die Fähigkeit deutschlands, das man doch blockieren und aus- ijungern wpllte, versetzte das plutokratische England in Zorn und Ang st! Tausend und aber Tausend Lügen der englischen Propaganda öurben durch die deutsche Hilfsaktion widerlegt. Was aber das ärgerlichste war, das war die Ge- jchr, daß, wie dem polnischen Volke, auch dem englischen Volke die Augen geöffnet würden darüber, daß es kein Gesetz der selbst­verständlichen Not eines Landes gibt. Das deuffche Scispiel zeigte auf, daß, wenn ein Staat und ein 8olk es nur wollen, auch allen geholfen werben kann. So gern die Engländer den krassen Gegensatz von Reich und Arm alsvon Gott ge- vsillt" hinstellen möchten: Deutschland bewies bet stch und in Polen, daß fanatischer Wille zum So­zialismus auch zum Ziele führt!

Und weil so das deuffche Beispiel geeignet war, bei dichten Nebel englischen Plutokratentums zu zeireißen, deshalb mußte der Krieg gegen Deutschland weitergeführt werden. Die ant:- !oziale Wolkendecke^ die über dem g a n- zen britischen Reich lagert, darf nicht aus- Missen werden durch die Sonne sozialistischer Ge­sinnung! Die schlotternde Angst der englischen Plu- Giraten, die Angst vor Enthüllung und Vergel- lutig, die Angst vor dem Ende der Herrschaft der englischen Oberschicht, sie ist es, die die Kapitalisten kvalands heute noch daran festhalten läßt, Deuffch- kirds endgültige Vernichtung zu predigen.

Wir Deutschen wissen, daß der Führer, der schon so viele Nebelschleier der Dummheit, Feigheit nfo Erbärmlichkeit durchstoßen hat, auch den Ne­

Die erste Bekanntschaft, die man bei einem Be­suche Londons macht, ist die Bekanntschaft mit dem Nebel, der sich fast während des ganzen Jahres in dichten, gelblichen Schwaden über diese Riesenstadt senkt. Vielleicht ist es gut, daß dieser dichte Nebel über London lagert. Er verwischt die Umrisse der Schlösser und Elendsbehausungen und mildert so den krassen Gegensatz, in dem hier Reich und Arm bart nebeneinander wohnen und leben. Wundert R der Fremde über diesen Gegensatz, so scheint es den Engländer selbst weniger zu stören. Er ist das Nebeneinander von Schlössern, Parks und arau-häßlichen Slums ja auch von Glasgow und Liverpool und noch mancher anderen englischen Großstadt her seit je gewohnt. Das Entsetzen packt den Wanderer, der einen Gang durch die eng­lischen Elendsviertel unternimmt, in denen fein Sonnenschein, fein Lachen, ja nicht einmal ein armseliges Kino anzutreffen ist und in denen für den Arbeitslosen knapp 11 Pfennige für ein Mit­tagsmahl zur Verfügung stehen. Selbst jetzt im Kriege, in dem die Wehrpflicht Menschen von der Straße holte und in dem eine erhöhte Tätigkeit der Kriegsindustrie herrscht, steigt d i e 21 r b e i t s- lofigfeit noch immer. Zählte man am Be­gum des Krieges, am 1. September 1939, 1 270 000 Erwerbslose, so waren es deren am 13. Januar 1940 rund 1 400 000 und am 5. März gar 1 504 000. Diejenigen aber, denen ein gütiges Geschick Arbeit aeschenkt hat, hungern nicht minder, weil die Le­bensmittelpreise von Tag zu Tag steigen.

Metzeim Anzeiger

vrWscheAnivrrsttSkdniSerelR. £<mge General-Anzeiger für Oberhessen S$ «iiben^ch»Iftratze7-2

Schillinge erhält man nicht genug Milch, Früchte oder Gemüse. Für vier Schillinge kann man über­haupt nicht genügend Lebensrnittel irgendwelcher Art kaufen." Dieses amerikanische Werk erschien in Neuyork 1937.

Ein Jahr sväter veröffentlichte der Engländer Robert B r i f f a u 11 sein BuchAufstieg und Nie­dergang des Britischen Weltreiches". Er traf darin folgende Feststellungen:Nur 75 v. H. der steuer­zahlenden Engländer verfügen über Eigentums­werte, die die magere Summe von 100 Pfund er­reichen. Die Damen und Herren, deren Paraden mit Rolls-Royce-Limousinen und Diamanten bei den Theatervorführungen der Londoner Saison die einfachen Englandbesucher von Uedersee beein­drucken, stellen eher weniger als 1 v. H. der englischen Bevölkerung dar. Die finanziell wich­tigeren Mittelklassen, dasRückgrat der Nation" bilden nur 15 v. H. Don den übrigen, das sind etwa 80 v. H. der Engländer, fehlt der Hälfte die Mittel, um sich genügend Lebensrnittel kaufen zu können. Die Hälfte der Bevölkerung Großbritanniens leidet an Unter­ernährung, und ein Ausschuß der englischen Aerztevereinigung berichtete, daß etwa 10 Millionen mit einer. Ration ihr Leben fristen, die unter dem Standard der schlimmsten Zuchthäuser liegt."

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Es ist unmöglich, die englischen Sozialverhält- «isse mit denen Deutschlands irgendwie zu ver­reichen, weil es in Deutschland weder Slums, noch jenen Nebel englischer Gefühlslosigkeit für den .Jammer täglicher Not gibt. Aber ein anderer Ver­gleich läßt sich ziehen. Es ist der Vergleich mit dem sozialen Elend Polens, bevor die deut­schen Truppen siegreich die Grenze überschritten. So wurden allein in Ost-Oberschlesien bei der Besetzung von den deutschen Behörden rund 140 000 Arbeits­lose gezählt. Das sind 100 000 mehr als die pol­nischen Arbeitsämter kurz vorher gezählt hatten. i Und welch erbärmliche Unterstützung zahlte Polen! " Es gab für den Hauptunterstützungsempfänger 8 Zloty und 2 Zloty für jedes Familienmitglied, das waren 4 Reichsmark bzw. 1 Reichsmark im Ti o n a t! Man könnte also von englischen Zustän­den in Polen sprechen, gäbe es nur in Polen jenen Reichtum Englands, der sich ungestört und unge- Mhrt neben der grauen Armub?sehen läßt.

Deutschland hätte sich ja nun in stolzer Sieger­geste gar nicht um das Elend in Polen zu küm­mern brauchen. Allein: dort in Polen lebten Hun­derttausende von Volksdeutschen, deren Schicksal und Not uns selbstverständlich zu Herzen ging. Und so rückte wie einst im Sudetengau und in der Ost­mark sofort mit den Truppen auch die Natio­nalsozialistische V o l k s w o h l f a h r t in Polen ein. Davon nur diese wenigen, aber spre­chenden Zahlen als Beispiel. Als R y b n i k am 3. September 1939 um 6 Uhr morgens besetzt wor­den war, fuhren bereits um 11 Uhr desselben Tages die ersten Lebensmittelwagen der NSV. in die Stadt ein. Am 4. September rückte die NSV. wäh­rend der abendlichen Dunkelheit in Kattowitz ein, obwohl hier noch lebhaftes Feuer der Hecken- schützen dos Vorgehen behinderte. Aber am näch­sten Tage waren auch in Kattowitz 12 Lebensmit­telwagen bis in die Mitte der Stadt in geschlosse­ner Kolonne vorgedrungen, und am Abend gab es bereits das erste warme Essen. Vom 4. September bis zum 10. Oktober 1939 wurden auf diese Weise in Ost-Oberschlesien 1 926 562 Portionen warmes Essen, 162 077 Brote und 153 000 Kilogramm son­stige Lebensmittel ausgegeben und insgesamt 320 000 Personen betreut. Galt diese Betreuung auch vornehmlich den Volksdeutschen, so nahmen aber auch P o l en an dieser deutschen Hilfsaktion teil, sehr zu ihrer eigenen Verwunderung und sehr Sm Aerger der Engländer, die ja in so reichem aße dem volnischen Staate Hilfe und Unter­stützung versprochen hatten.

Hohe Auszeichnung für Oberst Fuchs.

Berlin, 7. April. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh dem Commodore des bekanntenLöwengeschwa­ders", Oberst Dipl.-Jng. Nobert Fuchs, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz.

Oberst Fuchs hat sich durch vorbildliche Füh­rung feiner Verbände, sowie durch persönlichen Einsatz bei den Kriegshandlungen über See beson­ders ausgezeichnet. Sein Geschwader hat sich seit Krieasbeginn in zahlreichen Einsätzen gegen die britische Seemacht hervorragend bewährt. Der hohe Ausbildungsstand des Geschwaders, sowie die sorg­fältigsten Vorbereitungen und die kraftvolle Füh­rung seiner Angriffe auf britische Seestreitkräfte, Geleitzüge und Seestützpunkte haben bereits in den ersten Monaten des Krieges Erfolge eingebracht, die Englands Seemacht schwer erschüttert haben. In den wenigen Monaten ihrer Kampfesführuna gegen England griffen die Verbände des Oberst Fuchs über 200 Kriegs- und Handelsschiffe an. 46 Schiffe mit einer Gesamttonnage von ungefähr 70 000 Tonnen wurden von ihnen versenkt, 76 Schiffe mit einer Gesamttonnage von über 300 000 Tonnnen schwer beschädigt.

Die hohe Auszeichnung, die dem Geschwader- Commodore zuteil wurde, bedeutet zugleich eine Anerkennung für die Leistungen des Geschwaders. Diese Anerkennung wird den Männern desLöwen- geschwaders" ein besonderer Ansporn für wettere Taten fein.

190. Jahrgang Nr. 82

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tische Fül,

Es stehe jedoch fest, so führte ... weiter aus, daß in den Kabinetten der plutokratischen Kriegshetzer nunmehr jene Richtung die Oberhand gewonnen habe, deren ZieFdie völlige Vernichtung Deutschlands ist. Die Europakarte des Herrn Rey- naud habe ungewollt diese Absichten mit ganzer Klarheit noch einmal offiziell bestätigt. Es sei daher abwegig, die Situation irgendwie leicht zu nehmen. Dem entschiedenen Vorhaben, uns zu vernichten, stellen wir daher unseren enffchlossenen Willen ent­gegen, diese Absichten nicht nur jetzt, sondern für alle Zukunft unmöglich zu machen.

Diesem Willen gelte es auch für die Heimat im Arbeitseinsatz durch besondere Leistungen Ausdruck zu geben. Ueberall, wo Not am Mann ist, habe die Heimat nach den Gesetzen der Front ihre natio­nalsozialistische Gesinnung zu bekunden und sich sofort zur Hilfeleistung einzusetzen. Dabei verkün­dete der Gauleiter den vom Stellvertreter des Füh­rers angeordneten Einsatz der. Partei frutÄ