fahrkarten, die sonst mit erheblicher Preisermäßigung ausgegeben und gerne in Anspruch genommen worden sind, fallen in diesem Jahre fort. Wer während der Osterfeiertage der Natur näher sein will, tut am besten, sich auf Schusters Rappen aufzumachen. Hangelstein, Schiffenbera und Gleiberg, Kloster Arnsburg, das Biebertal, Staufenberg, der Krofdorfer Forst und viele andere schöne Orte und Landschaften unserer Heimat sind dankbare und immer wieder reizvolle Ausflugsziele, die zu Fuß gut zu erreichen sind.
NS.-Zrauenschast/Zrauentverk.
Giehen-Ost.
Rassepolitische Schulungskurse für alle Amtsleiterinnen: erster Kurs heute 5reitag, 8. März, und Montag, 11. März, 15.30 Uhr. Zweiter Kurs heute Freitag, 8. März, und Dienstag, 12. März, 20.15 Uhr. Beide im „Caf6 Wenz", Licher Straße 29.
Gemeinschaftsabend: Freitag, 15. März, 20.15 Uhr, in der „Stadt Lüh" (an der Bergkaserne.) Es werden zwei Filme von der Kinder- und Äugendgruppe gezeigt. Alle Frauen der Ortsgruppe, auch solche, die nicht Mitglieder sind, werden herzlich eingeladen.
Abteilung Grenzland-Ausland: Arbeitsnachmittag am Dienstag, 12. März, 17 Uhr, im Biologiesaal der Justus-von-Liebig-Schule (Eingang Bismarckstrahe). Vortrag mit Lichtbildern. nHemelnfdjaft M kraft öur® Steuöe
Achtung! 6 b $.- $ p o r t.
Sportamt Wetterau, Schanzenstraße 18.
Für Frauen: 995D
Donnerstags, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerstraße.
Für Männer und Frauen:
Hallensport (insbesondere Hallenspiele) seht Mittwochs, 20 bis 21 Uhr, Goethefchule. Richt wie bisher Donnerstags, 18 bis 19 Uhr.
kinder-Gymnastlkkurs ist an einem Nachmittag geplant. Anmeldungen sofort erbeten beim Sportamt.
Neu! Für Frauen und Männer:
Schwimmen von 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr.
Beginn Freitag, den 8. März.
Zum letzten Opfersonntag gib doppelt!
Der kommende Sonntag bringt nun die letzte Opfersammlung des Kriegswinterhilfswerkes 1939/401 Diese letzte Sammlung soll ein besonderer Beweis der Opferbereitschaft unserer Boksgemeinschaft sein. Die Sammlung, di« wiederum mit Listen durchge- fuhrt wird, steht unter dem Wort und unter dem Gedanken: „Das letzte Mal — gib doppelt!" Einen besonderen Erfolg erhofft man sich bei der NSD. um fo mehr, als für den kommenden Sommer sowohl die Pfundspende, wie auch der Lebensmittel- Opferring in Fortfall kommen und die Hausfrauen mit dem Opfer in der Form der Lebensmittel nicht zu rechnen brauchen.
Die Block- und Zellenwalter der NSV., die sich auch für diese Sammlung wieder uneigennützig und in stiller Arbeit einsetzen werden, dürften also um so mehr offene Herzen finden und schließlich ein erfreuliches Ergebnis melden können
23 50SRM.Ergebnis der jüngsten Strahen- fammlung.
Di« Straßensammlung des vergangenen Wochenendes brachte ein erfreuliches Ergebnis. Soweit sich das Ergebnis bisher übersehen läßt (es liegen noch nicht alle Meldungen vor), wurden rund 23 500 RM. gesammelt. In Gießen wurden davon allein 7200 RM. aufgebracht. Die Glasabzeichen der Gablonzer Glas- und Schmuckindustrie, von denen für den Kreis Wetterau 100 000 Stück zur Verfügung standen, wurden restlos verkauft.
Dos Eintopfesfen
am „Tag der deutschen Wehrmacht".
Wte wir von der NSV.-Kreisamtsleitung erfahren, werden für das Eintopfessen, das am „Tage der deutschen Wehrmacht" vorher Essenmarken
Der gestirnte Himmel im März 1940.
Von Dr. Erwin Kofsinna
Seit Beginn dieses Jahres lenken die großen Planeten Venus, Mars, Juviter und Saturn, die gleicheitig am Südwesthimmel sichtbar sind, die Aufmerksamkeit der Sternfreunde auf sich . Es ist eine reizvolle Aufgabe, das mehr oder minder rasche Fortschreiten der einzelnen Wandelsterne zu verfolgen und die prächtigen Konstellation nen zu betrachten, die sich aus den wechselnden Stellungen dieser hellen Planeten ergeben.
Im Januar sahen wir den Mars am Jupiter vorüberziehen, im Februar überholte er den langsam sich bewegenden Saturn. Noch schneller aber als Mars ist V e n u s , deren Begegnung mit Jupi- ter wir im letzten Februardrittel beobachten konnten. Nun überholt Venus auch den Saturn. An den Abenden vom 4. bis 7. März sehen wir die hellstrahlende Venus dicht neben dem Saturn, dessen bleiches Licht neben dem wunderbaren Glanz des Abendsternes nicht recht zur Geltung kommt. Ist doch Venus 60mal so hell wie Saturn! Allerdings teht der Ringplanet auch in der neunfachen Ent- ernung der Venus. Die Schönheit dieser Kon- tellation wird noch durch die Mondsichel erhöht. Am 11. März sehen wir den zunehmenden Mond über dem schon tief im Westen stehenden Jupiter, am 12. März steht die Mondsichel zwischen Saturn und Venus, einen ganz besonders schönen Anblick gewährend, und am 13. finden wir sie unter dem Mars. Jupiter verschwindet Ende März in der Hellen Abenddämmerung, während Venus ihre Sichtbarkeit bis 23 Uhr ausdehnt. Saturn ist Anfang März bis 22 Uhr, Ende des Monats bis 20 Uhr sichtbar. Ein geübter Beobachter wird an den ersten Märzabenden bei klarer Luft auch den Merkur als Stern erster Größe tief im Westsüdwesten, etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang, bemerken.
Am abendlichen Firsternhimmel finden wir nach Eintritt der Dunkelheit das großartige Sternbild Orion hock im Süden und links von ihm Sirius, den hellsten aller Fixsterne. In mancher frostklaren Winternacht hat uns Sirius durch sein blauweißes Licht, das unruhig wie ein Diamant funkelt, entzückt. Sirius, auch Hundsstern genannt, kulminiert Anfang März um 20 Uhr, Mitte des Monats bereits um 17 Uhr. In dieser höchsten Stellung können wir gut das gesamte Sternbild des Großen Hundes erkennen, der so
wohl dem Jäger Orion, wie dem Hasen unter dem Orion auf dem Fuße folgt. Beide Sternbilder, Gro- her Hund und Hase, sind wegen ihrer südlichen Stellung jetzt am günstigsten zu beobachten.
Di« Milchstraße steigt steil im Süden zwischen Sirius und Prokyon empor. Auf ihrem bellen Grunde sehen wir die Sternbilder Zwillinge, Fuhrmann, Perseus und Kassiopeia. Oestlich des zart schimmernden Lichtbandes sind gegen 21 Uhr die Frühlingssternbilder Krebs, Löwe, Jungfrau und Bootes heraufaekommen. Besonders das schone Sternbild des Großen Löwen kennzeichnet den südlichen Himmelsraum im Frühling. Vier helle Sterne bilden ein flaches Trapez, dessen unteren rechten Eckpunkt der weihstrahlende Königsstern Regulus bildet. Regulus ist 60 Lichtjahre zu je 9V2 Billionen Kilometer von uns entfernt. Sein im Ultraviolett besonders kräftiges Spektrum und seine hohe Oberflächentemperatur von 13 500 Grad weisen ihn zur Klasse der heißen Heliumsterne mit großer Leuchtkraft. Regulus übertrifft unsere Sonne 84 mal an Lichtfülle. Viel näher als Regulus be- finden sich Sirius und Prokyon mit 9 und 10Vt Lichtjahren Abstand, die daher ttotz geringerer Leuchtkraft wesentlich heller erscheinen.
Zwischen Prokyon und Regulus erstreckt sich das wenig beachtete Sternbild des Krebses. Mit einem Feldstecher mustern wir die helleren Sterne dieses Bildes und finden ungefähr in seiner Mitte einen schönen Sternhaufen: die Krippe. Etwa 50 Sonnen sind hier zu gemeinsamer Fahrt durch das Weltall vereinigt. Der Abstand dieses „Sternsiro- mes" beträgt 500 Lichtjahre, sein Durchmesser 13 Lichtjahre. Alle im Fernglas erkennbaren Sterne der Krippe sind Lichttiesen im Vergleich zur Sonne.
Am Osthimmel erscheint gegen 21 Uhr der auffallend gelb gefärbte Arkturus im Bootes als Vorbote des nahenden Frühlings. Die Deichsel des Himmelswagens im Großen Bären, den wir schon ziemlich hoch im Nordosten erblicken, ist auf den Arkturus gerichtet.
Die Sonne überschreitet am 20. März 19 Uhr 24 Minuten den Himmelsäquator in aufsteigender Bahn, womit astronomisch der Frühling beginnt. Der Mond zeigt folgenoe Lichtgestalten: letztes Viertel am 1., Neumond am 9., erstes Viertel am 17., Vollmond am 23. und letztes Viertel am 30. März.
ausg«geben, di« bei ben Block- und Zellemvaltern der NSD. zu erhalten sind. Ein „Schlag" tastet, Vie in all den Jahren vorher, 50 Rpf. Selbstverständlich wird das Essen „markenfrei" abgegeben, ein Grund mehr, daß sich die Hausfrau für den Sonntag, 17. März, die Arbeit des Essenkochens spart und sie diesmal den Küchen der Wehrmacht überläßt. Wenn das Esten fertig ist, wenn die Seit gekommen ist, mit den Töpfen anzurücken, werden di« Trompeter und Hornisten blasen.
Lichtbildervortrag für die Rückgeführten.
Im „Burghof" fand ein Lichtbildervortrag für die Rückgeführten unter der Leitung des Kreisbeaus- tragten, Pg. Brandt, der einer der Ihrigen ist, statt. Kreispropagandaleiter Pg. Rahner sprach m fesselnder Weise über die tieferen Hintergründe des von Juda entfachten Krieges. Er hob hervor, daß auch das nationalsozialistische Deutschland keinen Krieg wollte und nur durch England, das stolz auf seine Abstammung vom Stamme David ist, überfallen wurde. An Hand von zahlreichen Dokumenten erbrachte der Kreispropagandalelter den Nachweis dafür, daß das jüdische Volk der Keim des Todes für jedes Volk ist, in dem es sich einmal festgesetzt hat. Er wies weiterhin nach, daß das Judentum auch die Vernichtung Deutschlands von langer Hand vorbereitet hatte. 1897 wurde bereits die Vernichtung des kaiserlichen Deutschlands und am 10. 5. 1933 die des nationalsozialistischen Deutschlands beschlossen. Die Blockade während des Weltkrieges war ein Anfang dieses teuflichen Planes des Judentums, das durch die Hungersnot dem deutschen Volke ungeheuren Schaden zugefügt
hat. Das Ostjudentum, die Wieg« des von Chaim Weitzmann geführten Zionismus, habe schon damals mit einer Hetze gegen Deutschland eingesetzt, die in der Nachkriegszeit zu einer Gefahr für Mitteleuropa wurde. Die Staaten Mitteleuropas seien sich der darin ruhenden Gefahr nicht bewußt gewesen und hätten sie aus eigener Kraft nie bannen können. Durch die Vernichtung Polens sei auch dieses Hetz-Jubenturn vernichtend getroffen worden. Da Polen nur die Juden mosaischen Glaubens zählte und der getaufte Jude als Pole galt, fei jeder 8. Pole ein Jude. Der Jude habe sich in diesem Raume Osteuropas, der durch deutschen Fleiß und deutsche Tatkraft erst den Anschluß an die westliche Kultur erreichte, erst im 15. und 16. Jahrhundert festgesetzt, und bann habe es keine wichtige Funktion des polnischen Staates gegeben, die er nicht in seinen Händen hatte. An Hand zahl- reicher Lichtbilder zeigte Pg. Rahner den unheilvollen Einfluß des Judentums und schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung, den Kampf unerbittlich fortzusetzen, denn nur wenn das Judentum aus Europa verschwunden sein werde, komme die Zeit des wahren Völkerfriedens. Der Vortrag fand lebhaften Beifall.
Keine unnützen Reparaturen mehr!
Wir kennen im Augenblick keine größere Aufgabe neben der Schaffung neuer Werte, als die oestehenen Werte zu erhalten. Das gilt nicht zuletzt für im Gebrauch befindliche Kraftfahrzeuge. Hier tft aber das Maß des Vernünftigen in vielen Fällen überschritten worden. Es ist sinnlos, in einen Kraftwagen noch Ersatzteile, di« anderen, besseren Wagen verloren gehen, sowie Geld und
Arbeit hineinzustecken, wenn damit zu rechnen ist, daß der Erfolg der Instandsetzung zu den investier- ten Werten in keinem Verhältnis mehr steht. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat daher bestimmt, daß Aufwendungen für Instandsetzungen und Verbesserungen, die zum Zwecke der Weiter- Veräußerung des Fahrzeuges vorgenommen sind, nur bann berechnet werben, wenn sie in einem angemessenen Verhältnis zum Gesarnzustanb und Wert stehen.
Gefahren beim Auffinden von abgerissenen Ballonen und Drachen.
Es läßt sich nicht völlig vermeiden, daß gelegent- lich Drähte von Fesselballons ober Drachen reißen unb die Flugkörper bann abgetrieben werben, wobei sie oft lange Stücke ihrer Fesselbrähte mitschleifen. Es muß auch bamit gerechnet werben, baß gelegent
welch' eine Zrenüe bereitet dem Rindeben ein Matzeno-Süppchen ober ein Malzeno-Pud- ding oder gar eine Mol« zenaspetse mit Kompott oder mit eingemachten Zrüchten. Moizenospei- fen find aber nicht nur lecker und köstlich, sondern auch vor ollem gehaltvoll, leicht verdaulich und von hohem Nähcwert.Matzenasoll» te daher in keiner Küche fehlen/wer mit Mol» -ena kocht, kochtgesua»
Liebe Mutier, das felt Über 70 Zähren bewährte Klndernährmittel Maizena für die Ziasche, für den Beel, für den Pudding ist in allen Kolonialwaren- geschälten gegen die Kreuzabfchnltte der Reich»« brotkarte erhältlich. Rezepte liegen ledern Paket bei
MAIZENA
lich eigene oder feindliche Sperrballone (-brachen) unter Mitnahme von Drahtseil abreißen.
Wenn sie auf die Erbe niebergeben, kann der Fesseldraht an einer elektrischen Freileitung hängen bleiben. Es wird vor der Berührung solcher Drähte dringend gewarnt, da dies mit Lebensgefahr verbunden ist. Auch bei noch treibenden Ballonen kann das Berühren des nachschleppenden Seiles lebensgefährlich sein. Man benachrichtige in solchen Fällen die Polizei sowie das nächste Elektrizitätswerk, die ihrerseits für Abhilfe sorgen werden.
An die Ballone selbst trete man wegen der bestehenden Feuersgefahr nur mit Vorsicht heran. Befestigte Jnsttumente find schonend zu behandeln und dürfen nicht geöffnet werden. Ein Begleitbrief, worin der Finder aufgefordert wird, den Fund irgendeiner Stelle anzuzeigen, ist in jedem Falle der nächstliegenden Polizeidienststelle zu übergeben.
Landkreis Gießen.
$ Steinbach, 7. März. Heute morgen ereignete sich in umfevem Ort« ein Derkchrsunfull, der schlimmst« Folgen nach sich ziehen konnte. Cm Lastkraftwagen, der von Gießen kam, mußte von seinem Lenker in der scharfen Kurve im Orte rasch gebremst werden. Der Wagen stellte sich dabei quer auf di« Fahrbahn, als im gleichen Augenblick aus der Richtung von Lich «in Personenkrastwagen ankam unb heftig gegen den Lastkraftwagen fuhr. Das Personenauto wurde schwer beschädigt. Glücklicherweise wurden Personen nicht verletzt.
Kreis Biedenkopf.
4- Nordeck, 7. März. Die Mitglieder des hie- r Gesangvereins „Teutonia" fanden in ihrem Vereinslokal zusammen, um die Gesangsstunden wieder aufzunehmen. Obwohl der Chorleiter, der Vereinsführer und fast die Hälfte der Sänger unter den Fahnen steht, wurden von der kleinen Sängerschar unter der Stabführung des neuen Dirigenten einige Lieder sehr ansprechend vorgetragen. Die Zuhörer, die sich zu diesem Abend eingefunden hatten, dankten mit herzlichem Beifall.
Bekanntmachung. Beb.: Lebensmittelbewirtschaftung.
Nach dem Erlaß des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 13. Februar 1940 sind die dem Verbraucher zustehenden Lebens- mittelmengen für die Zeit vom 11. März bis 7. April 1940 wie folgt festgesetzt worden:
Erster Abschnitt: Lebensmittelzuteilungen.
Die dem Verbraucher für die Zeit vom 11. März bis 7. April 1940 auf Karten zustehenden Lebensmittelmengen bleiben gegenüber den Rationen der Zuteilungsperiode vom 12. Februar bis 10. März 1940 grundsätzlich unverändert. Gewisse Veränderungen ergeben sich jedoch über den Fettbezug und die Verteilung von Kunsthonig, Konserven, Trockenpflaumen und Kondensmilch:
1. Für die Butter- und Margarinerationen bei gleichbleibender Gesamtfettzuteilung,
2. durch eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Kunsthonig an alle Versorgungsberechtigten,
3. durch die Möglichkeit, an Stelle von 250 Gramm Nährmitteln: Konserven, Trockenpflaumen oder Kondensmilch zu beziehen,
4. durch den Fortfall der Sonderzuteilungen an Fleisch und Hülsenfrüchten, die nur für eine begrenzte, nunmehr abgelaufene Zeit vorgesehen waren.
Auch auf die einzelnen Abschnitte sämtlicher Karten können mit Ausnahme der sich aus den Regelungen unter 1 bis 4 ergebenden Abweichungen dieselben Mengen wie bisher bezogen werden.
Für die Fl-Abschnitte der Reichsfleischkarte und für die bei den Reichsfettkarten für Kinder vorgesehenen F-Abschnitte, die keinen Mengenaufdruck erhalten, gilt die bisherige Regelung, nach der sie nur bei entsprechendem Aufruf zum Lebensmittelbezug berechtigen.
I.
Auf die einzelnen Abschnitte der Reichsfettkarten können folgende Mengen bezogen werden:
Nr. 1.
Reichsfettkarte für Normalverbraucher.
1. Auf die Abschnitte 1 bis 3 „Butter" je 125 g,
2. auf die Abschnitte a und b je 80 g Butter oder Margarine oder Speiseöl,
auf den Abschnitt c 62,5 g (% Pfund) Butter oder Margarine oder Speiseöl,
auf den Abschnitt d 200 g Butter oder Margarine oder Speiseöl,
auf die 5-Gramm-Abschnitte insgesamt 90 g Margarine,
3. auf den Abschnitt 1—3 „Käse oder Ouarg" je 62,5 g (% Pfund) Käse oder je 125 g Ouarg,
4. auf den Abschnitt 1—3 „Schweineschmalz oder Speck oder Talg" je 62,5 g (% Pfund).
Nr. 2.
Fetlzusatzkarte für Schwerarbeiter.
1. Auf die Abschnitte al—a4 „Margarine oder Speiseöl" je 40 g, auf den Abschnitt b „Margarine oder Speiseöl" 90 g,
2. auf die Abschnitte 1—4 „Schweineschmalz oder Speck oder Talg" je 62,5 g (% Pfund).
Nr. 3.
Fett-Zusahkarte für Schwerstarbeiter.
1. Auf die Abschnitte al—a4 „Margarine oder Speiseöl" je 40 g,
auf die Abschnitte bl und b2 „Margarine oder Speiseöl" je 125 g,
auf den Abschnitt b3 „Margarine oder Speiseöl"
. 90 g,
2. auf die Abschnitte 1—3 „Schweineschmalz oder Speck oder Talg" je 375 g, auf den Abschnitt 4 „Schweineschmalz oder Speck oder' Talg" 250 g.
Nr. 4.
Reichsfettkarte für Kinder bis zu 3 Jahren.
1. Auf die Abschnitte 1—3 „Butter" je 125 g,
2. auf den Abschnitt 4 125 g Butter oder Margarine oder Speiseöl,
3. auf die Abschnitte 1—3 „Käse oder Ouarg" je 62,5 g (% Pfund) Käse oder je 125 g Ouarg,
4. auf den Abschnitt F 3 125 g Kunsthonig, auf den Abschnitt F 5 62,5 g Pfund) Kakaopulver.
Nr. 5.
Reichsfettkarte für Kinder von 3—6 Jahren.
1. Auf die Abschnitte 1 und 3 „Butter" je 250 g, auf den Abschnitt 2 „Butter" 125 g,
2. auf den Abschnitt 4 125 g Butter oder Margarine oder Speiseöl,
3. auf die Abschnitte 1—3 „Käse ober Ouarg" je 62,5 g (% Pfund) Käse oder je 125 g Ouarg,
4. auf den Abschnitt F 5 125 g Kunsthonig, auf den Abschnitt F 5 62,5 g Pfund) Kakao- pulver.
Nr. 6.
Reichsfettkarte für Kinder von 6—14 Jahren.
1. Auf die Abschnitte 1 und 3 „Butter" je 200 g, auf den Abschnitt 2 „Butter" 125 g*
2. auf die Abschnitte a und b je 125 g Butter oder Margarine oder Speiseöl, auf den Abschnitt c 62,5 g (% Pfund) Butter oder Margarine oder Speiseöl, auf den Abschnitt d 200 g Butter oder Margarine ober Speiseöl,
3. auf die Abschnitte 1—3 „Käse ober Ouarg" je 62,5 g (% Pfunb) Käse ober je 125 g Ouarg,
4. auf bie Abschnitte F1 unb F 2 je 100 g Marmelabe,
auf den Abschnitt F 3 125 g Kunsthonig, auf den Abschnitt F 5 62,5 g (% Pfund) Kakao- pulver.
II.
Verteilung von Kunsthonig.
In der Zeit vom 11. März bis 7. April 1940 erfolgt eine Sonderzuteilung von 125 g Kunsthonig an alle Versorgungsberechtigten. Der Kunsthonig wird auf die Abschnitte Fl 1 der Reichsfleischkarte für Normalverbraucher und der Reichsfleischkarte für Kinder bis zu 6 Jahren abgegeben.
Durch diese Sonderzuteilung wirb bie über bie Reichsfettkarte für Kinber vorzunehmenbe laufenbe Verteilung von ebenfalls 125 g Kunsthonig je Kind nicht berührt. Jedes Kind bis zu 14 Jahren erhält also in der Zeit vom 11. März bis 7. April 1940: 250 g Kunsthonig, und zwar je zur Hälfte auf feine Fleisch- und Fettkatee.
III.
Rährmitkelkarte.
Auf die einzelnen Abschnitte können bezogen werden:
1. Auf bie Abschnitte NI unb N2 250 g Nährmittel ober
auf bie Abschnitte N2 unb N 3 eine "i-Dose Obst- ober Gemüsekonserven ober 250 g Trocken- (Back-) Pflaumen ober 1 große Dose bzw. zwei kleine Dosen Kondensmilch,
2. auf bie Abschnitte N11 bis N 20 je 25 g Nährmittel,
3. auf bie Abschnitte N 21, N 22, N30, N31 je 25 g Sago oder Kartoffelstärkemehl ober auch anbere ähnliche Erzeugnisse ober Nährmittel nach näherer Weisung ber zustänbigen Haupt-
, Vereinigung,
4. auf ben Abschnitt N 23 125 g Kaffee-Ersatz ober -Zusatzmittel in ber Zeit vom 11. 3. bis 7. 4. 1940,
auf den Abschnitt N 25 25 g Kaffee-Ersatz ober -Zusatzmittel in der Zeit vom 11. 3. bis 7. 4. 1940,
auf ben Abschnitt N 32 125 g Kaffee-Ersatz ober 'Zusatzmittel in ber Zeit vom 18. 3. bis 7. 4. 1940,
auf ben Abschnitt N 33 125 g Kaffee-Ersatz ober .Zusatzmittel in ber Zeit vom 25. 3. bis 7. 4. 1940.
IV.
Reichseierkarte unb Reichskarte für Marmelade unb Zucker.
Die Reichskarte für Marmelabe, Zucker unb Eier roirb in eine Reichseierkarte unb in eine Reichskarte für Marmelabe unb Zucker umgestaltet. Die bisher gegebene Möglichkeit, auf eine Karte Marmelabe, 3urfer unb Eier zu beziehen, hat zu Schwierigkeiten geführt, weil bei Selbstversorgung ber bie Eier be- hanbelnbe Teil ber Karte vor deren Aushändigung abgetrennt werden mußte. Trotz dieser Anordnung haben vielfach irrtümlich auch Selbstversorger in Eiern die volle Karte erhalten und konnten daher Eier beziehen. Um dies zu verhindern, wird eine besondere Reichseierkarte eingeführt. Sie darf an eelbfnjerforger in Eiern nicht ausgegeben werden. Als Selbstversorger gelten Personen, bie Hühner ober Enten zum Zwecke ber Eigenversorgung mit Eiern ober gewerbsmäßig hatten, wobei die Zahl der gehaltenen Hühner ober Enten gleichgültig ist. Die Reichseierkarte darf auch nicht für die Zeit aus- gehändigt werden, in ber die gehaltenen Hühner oder Enten nicht legen.. Die Gültigkeit ber Reichs- eierfarte erstreckt sich auf sechs Zuteilungsperioben. Werben Versorgungsberechtigte während ber Lauf- jeit ber Reichseierkarte Selbstversorger in Eiern so haben sie bie Karte ihren Ernahrungsämtern zuruckzugeben. 1164A
Der Oberbürgermeister ber Stadt Gießen.
a.33«i ÖlUölaus, Betgeordneter.


