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Tommies in Gefangenschaft
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Elf britische Handelsdampfer getroffen.
Erfolgreiche Aktion der deutschen Luftwaffe an der englischen Ostküste.
Berlin. S. März. (DNB. Aunkspruch.) In der Tlacht vom 6. zum 7. und vom 7. zum 8. Mär; fanden wiederum erfolgreiche Slufklärungsflüge gegen die britische Ostküste statt, hierbei wurden insgesamt 11 in britischem Geleit oder abgeblendet unter der britischen Ostküste fahrende Handelsschiffe mit einer Gesamltonnage von rund 30000 VRT. versenkt oder schwer getroffen. Alle deutschen Flugzeuge, die zu dieser Unternehmung eingesetzt waren, kehrten ohne V e r l u st e zurück.
Oer Wehrmachtsbericht.
Berlin, 7. März. (DUB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Die eigene Luftaufklärung gegen England wurde fortgesetzt. Einzelne britische Flugzeuge flogen in der Nach! vom 5. zum 6. März in die Deutsche Bucht ein und berührten hierbei das nordwestdeutsche Küstengebiet. Lin britisches Flugzeug flog nördlich Sylt über dänisches Hoheitsgebiet ein.
Die Auswahl der Adolf-Hitler-Gchüler des Gaues Hessen-Nassau.
diese Meldungen mit einer gewissen Zurückhaltung aufnehmen können, da die räumlichen Flächen, um die es sich hier handelt, zu groß sind, um einen allgemeinen Erfolg solcher Sprengungen aus der Luft zu gewährleisten. Soviel zur militärischen Lage! Aber es ist ganz offenbar, daß die Kämpfe auf der Karelischen Landenge auch eine gewaltige politische Rückwirkung haben. Und so jammert denn auch bereits der Pariser „Ternps", daß die Folgen eines russischen Sieges in Finnland außerordentlich ernster Natur wären und eine neue Niederlage der Westtnächte bedeuten würde, deren Ohnmacht damit erwiesen sei. Wörtlich heißt es dann: „Es ist hoch an der Zeit, das zu begreifen und sich nicht länger bei diplomatischen Spitzfindigkeiten und bei Neutralitätsillusionen aufzuhalten, bei Einbildungen also, die eine tödliche Wirkung hgben." In Paris geht also irgend etwas mit dem Grundeis!
Ausnahmemoßnahmen
gegen die Provinz Buenos Aires.
Buenos Aires, 8.März. (DNB. Funlkspruch.) Nachdem bei den unlängst abgehaltenen Wahlen für den Gouverneurposten uno die Legislative der Provinz Buenos Aires so schwere Unregelmäßigkeiten vorgekommen find, daß ein klares Bild des Wahlergebnisses unmöglich wurde, hat Präsident Ortiz eine Intervention verfügt und den Divisionsgeneral CassineM zum impevimistischen Interoentar ernannt, bis eine entsprechende Kommission gebildet sein wird. Ackerbauminister Pa- dilla und der Minister kür öffentliche Arbeiten Alvarado haben ihre Aemter zur Verfügung gestellt, weil sie mit der' Maßnahme des Präsidenten nicht einverstanden sind. Um Kund
mehr als vier Prozent der englischen Steinkohlenerzeugung lägen aus den Halden von Northumber- land und Buckingham und könnten nicht verschifft werden, die Kohlenbesitzer drohten mit Stillegung ihrer Erzeugung. Inzwischen ist die englische Steinkohle aus den Auslandsmärkten ein fel- teuer Artikel geworden. Die englische Steinkohle kostet z. B. in Holland heute durchschnittlich einen Gulden pro Tonne mehr als andere Kohle. Die Bezüge aus England sind gleich Null. Für England 1 " es die französische
gebungen vorzubeugen, wurde ein starkes Polizeiaufgebot in Buenos Arres eingesetzt.
Nie Verwaltung «m Äneqe.
Freiburg, 7. März. (DNB.) Dom Reichs* Minister des Innern Dr. Frick wurde durch den Rektor der Universität Freiburg die Urkunde seiner Ernennung zum Ehrensenator der Universität überreicht. Wie der Minister dann in seinem Dortrage „Verwaltung im Kriege" aus- führte, wurde vom Führer der Minister- rat für die Reichsverteid i g ung geschaffen. Er ist für die Dauer des Krieges das höchste, nur dem Führer verantwortliche, mit umfassenden Zuständigkeiten ausgestattete Organ des Reiches. Die Reichsverteidigungskommissare, die ihren Sitz am Sitz der einzelnen Wehrkreiskommandos haben und die zivlle Reichsverteidigung im Wehrkreis einheitlich steuern, haben keine Ausgaben der laufenden Verwaltung und bedienen sich des Apparates der Behörden der allgemeinen und inneren Verwaltung. Die Kriegsverwaltung und Kriegswirtschaftsorganisation sieht in der mittleren Instanz u. a. Bezirkswirtschaftsämter trnd Landes, oder Provinzialernährungsämter, tn der unteren Instanz die Wirtfchaftsämter und Ernährungsämter vor. Dadurch, daß diese Behörden nicht als Sonderverwaltung aufgebaut, sondern in die Behörden der allgemeinen und inneren Verwaltung einbezogen worden sind, ist der Grundsatz der Einheitlichkeit der Verwaltung auch in dieser Kriegsorganisation durchgeführt worden. Die Konzentration der Verwaltung auf die Erfordernisse der Kriegführung hat zur weitgehenden Vereinfachung des Behördenapparates und zu einem Abstößen von Ausgaben an die unteren Instanzen geführt. Die Fülle der Aufgaben lasse das Maß der Arbeit erkennen, die gegenwärtig auf den Verwaltungsbehörden lasten. Sie werden freudig von ihnen erfüllt, weil jeder Beamte weiß, daß es im Kriege nur eine Losung gibt: Einsatz bis zum Aeußersten.
Oie geistige Betreuung der Jugend.
Der Ministerrat für die Reichsverteidigung hat beschlossen, fortlaufend durch Ansprachen führender Persönlichkeiten aus Partei und Staat die deutsche Jugend in Schule und Werkstatt über den Kampf unserer Zeit und über die Pflichten der Jugend au unterrichten. Reichsleiter Rosenberg hat die Leitung dieser Erziehungsarbeit übernommen und spricht am 11. März um 20.30 Uhr über alle Sender einleitend über „Volkskameradschaft". Führende Persönlich- ketten aus Partei und Staat werden allwöchentlich über den deutschen Rundfunk zur deutschen Jugend sprechen. Die Schule wird die Aufgabe haben, die Ansprachen in ihrem Unterricht auf zu greif en. Die Hitler-Jugend wird aus Ge- meinschcrstsabenden die einzelnen Parolen vertiefen und in die Tat umsetzen.
führt — seine Koh len ausfuhr ist blockadesicher! — stockt ü i e englische Kohlenausfuhr, da infolge der scharfen deutschen Gegenblockade die Kohlendampfer entweder versenkt werden oder gar nicht auszulaufen wagen. Die englischen Kohlen- gebiete liegen hauptsächlich in Wales, Northumber- land und Buckingham. Die Ausfuhr ging in Frie- denszeiten zum größten Teil über den englischen Osthafen New C a st l e. Aber diese Ausfuhr ist durch die deutsche Beherrschung der Nordsee sehr gefährdet. Infolgedessen meldete bereits Anfang Januar der Kohlenkorrespondent der „Times",
Seine unsinnige Aufgeregtheit wollte nicht verebben. Die Burg war ihm höchst gleichgültig, wichtig war ihm einzig und allein dies Mädchen Sigrid, ja, er erkannte erschüttert, daß ihm zum erstenmal seit seinem Unglück das Herz wieder voll echter Zärtlichkeit war.
Sigrid lauschte hingegeb-en und blickte ehrerbietig auf alle Spieße, Morgensterne, Schwerter, Sturmhauben und Kettenpanzer, auf verblichene Gobelins, aus die wurmstichige Wiege eines vor Jahrhunderten in den Abgrund gestürzten Junkers, und da auch die Erwachsenen voll Hingabe lauschten, durfte er ohne Scheu das geliebte Antlitz des fremden Kindes unersättlich betrachten. Er ließ sich nie von ihr wegdrängen, er legte sogar beide Hände auf ihre Schultern, um jederman zu zeigen: „Dies Kind gehört zu mir! Niemand soll es wagen, uns beide zu trennen!" Sie mußte wohl spüren, wie gut er ihr war, denn manchmal lehnte sie sich mit dem Rücken gegen ihn, und er hatte tapfer zu kämpfen, um nicht zu weinen.
In der einstigen Folterkammer schwang der Livrierte ehernen Gesichts das Beil, mit dem, wie er sich ausdrückte, „49 Verurteilte vom Leben zum Tode befördert" worden waren. Da blickte Sigrid aus blassem Antlitz zu ihm auf, und er sagte begreifend: „Komm, Sigrid", und führte sie aus dem Gedränge. Aber sie kamen an eine noch schrecklichere Stätte, an eine Mauernische, wo hinter einem Gitter ein angeschmiedetes Skelett zu sehen war, und sie wich mit einem Aufschrei zurück und erfaßte seine Hand.
Ja, sie erfaßte seine Hand und ließ sie auch so bald nicht mehr frei, und er sagte bebend:
„Jetzt denke ich, daß du meine Tochter bist!"
„Und da denke ich, daß Sie mein Papa sind. Sie haben wohl niemanden?"
„Nein."
Sie legte den Kopf an seine Seite
„Großer Gott", dachte er, „ich brächte es fertig, die Mutter um der Tochter willen zu heiraten!" und er hatte so große Sehnsucht, wenigstens Sigrids Scheitel zu küssen, daß er sich fast grob von ihr lösen mußte, um dem Zauber ihrer Lieblichkeit zu entgehen.
Aus dem Turm blickte sie mit süßem Gruseln in die steile Tiefe und flüsterte endlichr
Möchten Sie gern Ritter jeinF
«eben sich die wunderlichsten Verschrobenheiten. Australien wird seine Getreideernte nicht los, weil nicht aenug Frachtraum zur Verfügung steht. Die englischen Schiffe sind für den gestiegenen Einfuhr- bedarf viel zu wenig zahlreich, und die neutralen Schisse warten aus feste Angebote der englischen Regierung. Die Dinge haben sich bereits so weit entwickell, daß die Admiralität mit Bluffs, richtiger: Falschmeldungen, die Preise für neutralen Schiffsraum zu drücken versucht. Vor wenigen Tagen wurde (durch Engländer) von Argentinien aus bas Gerücht verbreitet, daß ein Ueberangebot an Frachtraum für die südameorkanische Getreideernte vorhanden fei. Die Preise für Frachtraum von Südamerika nach England kamen auch ein-i-ae Stunden dis Sinken. Sobald aber die Reeder über die tatsächliche Situation und die Eigenart des englischen Bluffs unterrichtet waren, stiegen — begreiflicherweise! — die Frachten um so heftiger.
Schiffsbauprogramm für den Onjepr-Bug-Kanal.
Moskau, 7. März. (DNB.) In der „Prawda" teilt der stellvertretende Volkskommissar für Flußschiffahrt, Lubjanow, über die für den deutsch-russischen Güterverkehr bedeutsame Schiffahrtsverbindung des Dnjepr-Bug-Kanals, an deren Reorganisierung zur Zeit gearbeitet wird, mit, daß die über die Flüsse Styr, Pripet und Pina führende Binnenschiffahrtsstraße in erster Linie dem Transport von Getreide, Zucker, Salz, Naphthaprodukten und Metallen dient. Ein großes Schiffsbauprogramm, das noch in diesem Jahr den Bau einer großen Anzahl von Lastkähnen, Schleppern und Motorschiffen vorsieht, soll den Bestand der aus den Flüssen West-Weißrußlands verkehrenden Schiffe um das 20fache gegenüber dem im früheren Polen vermehren. Bereits bis zum 15. April rechnet man
(P. K.) Wie bereits gemeldet, wurden durch ein deutsches Stoßtruppunternehmen auf französischem Boden 16 Engländer gefangen genommen. Ihre Befürchtungen, daß ihnen Schlimmes widerfahren würde, verstreuten sich bald, als sie sahen, daß deutsche Aerzte sich um ihre Verwundeten be- mühten, und daß ihnen ihre Erinnerungsstücke, Photographien, Wertsachen und Genußmittel belaßen wurden. „Warum habt Ihr eigentlich so lange geschossen, als Eure Lage schon völlig aus- sichtslos war?", fragte einer der Stoßtruppmänner. „Wir befürchteten, schlimm behandelt zu werden, wenn wir in Gefangenschaft gerieten!", erwiderte ein Engländer. Nach den üblen Greuelmärchen, die man ihnen im Jnselreich über den „Kuns" erzählt hatte, war ihnen die anständige Behandlung, die ihnen durch die Deutschen zuteil wurde, unfaßbar.
Ein Pferdepfleger aus London, ist früh Berufs- foldat geworden und hat bereits mehrere Jahre gedient. Still, in sich gekehrt, richtet er den Blick zum Boden. Er befürchtet anscheinend, jedes Wort, das er spricht, könne ihm Unheil bringen. „Chamberlain, Churchill, Duff Cooper machen, was sie wollen, ohne das arbeitende Volk zu befragen ..."
Offenherzig, vvll Vertrauen auf die von den Deutschen gewährte Behandlung, schaut Harald Walford den Fragenden in die Augen. Er ist 23
aland find aber kommt yinzu, daß Eisenindustrie, di, Koks und deutscher Kohle arbeitete, mitverforgen soll. Schon haben die Schwierigkeiten der französi- sehen Industrie infolge der mangelnden Versorgung mit britischer Steinkohle zu einem Produktionsabstieg geführt, der besonders in diesen Kriegszeiten bedenklich ist. Wenn daher England den I t a l i e -
sehenden Herrn haften, der offensichtlich ohne jeden Anhang war.
„Wenn Sie die Kleine vielleicht mitnehmen wollten ...?"
„Aber natürlich, sehr gerne!"
Und das Mädchen machte ihm sofort einen artigen Knicks, drängte sich zwischen ein paar Großen energisch durch und stellte sich gefügig neben ihren durch den Livrierten ernannten Freund. Er errötete in jäher Freude und fürchtete die vielen Menschen, als müsse er sich seines übertriebenen Gefühls schämen.
„Wir wollen also miteinandergehen", sagte er schließlich.
„Ja, das ist schön", antwortete sie. „Mama ist zu müde zum Steigen, und Onkel Bernhard wollte sie nicht allein am Tisch lassen."
Er erschrak, weil sie nur von ihrer Mutter und einem Onkel sprach, ihren Vater aber nicht erwähnte, und schon ihre nächsten Worte bestätigten, was er geahnt hatte:
„Mein Papa ist schon lange gestorben."
„Oh", sagte er bedauernd und ärgerte sich, daß er so schwerfällig war.
Das Mädchen schritt zuerst durch das knackende Drehkreuz, das immer nur eine einzige Person einließ und wandte sich dann sofort nach ihrem Begleiter um. Es war nur eine winzige Gebärde^ dies kurze Sichumwenden und der treuherzige Aufblick aus den blauen, reinen Augen dauerte, buchstäblich nur einen „Augenblick", aber diesem Manne, der so viel verloren hatte, waren es große Erlebnisse.
Sie war blond, noch etwas Heller als sein verstorbenes Töchterchen. Ihr liebliches Gesicht war nicht eben blühend, vielleicht hatte sie eine Krankheit hinter sich? Sie trug ein geblümtes heiteres, hübsches Kleid, dessen Tröger über eine weiße Blust liefen, an der fein Fleckchen war. Ihr fehlt der luftige, starke Kamerad, ihr fehlt der Vater, und sie weiß es selber kaum, wie sehr er ihr fehlt, dachte er.
„Hast du schon andere Ruinen gesehen?"
„Oh ja, und alle sind so schön! Aber hier gibt's ja noch richtige Zimmer, wo die Ritter früher gewohnt haben."
„Ja, das ist wahr. Ms heißt du dem»?"
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Begegnung.
Don Arnold Ulih.
Ein Mann, der feine Frau und sein zehnjähriges Töchterchen durch einen Unfall verloren hatte, fand auf absonderliche Weise einigen Trost: Sonntag um Sonntag fuhr er ins Land hinein, immer mit dem ftühesten Zuge, den viele Hunderte von Lebensfrohen benutzten, und kehrte erst mit dem letzten Züge zurück, und wenn er dann auch zwischen müoen Glücklichen saß, die vertraulich zu gemeinsamer Ruhe gegeneinander lehnten, war er selber viel zu erschöpft, um neidvoll und traurig zu sein. Der kommende Morgen sodann führte sechs prall gefüllte Arbeitstage yerauf.
Eines Sonntags aber hatte er eine Begegnung, die ihn für einige Zeit der schwer errungenen Ruhe entriß.
Gegen Mittag hatte er einen Berggipfel erglommen, der die berühmteste Burgruine der Gegend und überdies ein Wirtshaus trug, das durch (eine weit gepriesene Küche bekannt war. Als dann, wie alle halben Stunden, eine kuhglockenhafte Bimmel schepperte und so das Zeichen gab, daß wiederum eine Führung durch die Ruine beginne, entschloß er sich und schritt den granitgepflasterten Weg zum Tor mit hinauf und fand sich entzückt in der herrlichen Kühle des alten Turmes.
Im Hintergrund, vor einem gotischen Torbogen, stand ein livrierter, würdevoller, geradezu dünkelhafter Mann, ein Angestellter der gräflichen Rent- meifterei. Er hielt den langen Handgriff der Kuh- glocke noch markig in der rechten Hand, und forschte falt und hoheitsvoll den Granitweg hinab, ob auch recht viele seinem Glockensignal folgten.
Trotz feines komischen Stolzes mußte ihm doch ■ein menschliches S)en im harten Busen schlagen; ein kleines, etwa zehnjähriges Mädchen trat vor ihn hin und reichte ihm ein 50°Pfennigstück, da geruhte er gütig auf die Kleine herabzublicken:
„Wenn du dich einer erwachsenen Person an- schließest", sagte er, obwohl das Mädchen nicht etwa » bedürftig aussah, „bann brauchst du nur dreißig zu bezahlen."
Sie blickte ängstlich drein, aber schon suchten die strengen Augen des Livrierten fast gebieterisch herum und blieben auf dem etwas kummervoll aup*
sitz haben hier entschieden, sondern allein die körperliche und geistige Veranlagung und Leistung. Unter den Berufen der Väter finden mir den Buchdrucker, den Lagerarbeiter, den Bauer, den Techniker, den Lederarbeiter, den Kaufmann, den Bankangestellten, den Schneidermeister, kurz, jene Volksgenossen, denen es ehedem nicht möglich war, ihre Kinder bei aller leistungsmäßigen Voraussetzung etwas werden zu lassen, da die wirtschaftlichen Verhältnisse es nicht zuließen. Wenn über die Zulassung zu den Schulen von Eton, Oxford und Cambridge allein der Name und das große Bankkonto des Herrn Papa entscheiden, so entscheidet über die Zulassung zu den Adolf-Hitler-Schulen Deutschlands einzig und allein die Leistung, lieber Dünkel und Anmaßung triumphiert damit auch in der Nachwuchsfrage die sozialistische Haltung einer jungen Nation.
27 Schillinge (f Schilling etwa 50 Rpf.), heute aber 150 Schillinge. Ebenso sind die Frachtkosten für 1000 Mogramm Getreide von Australien nach England von 25 auf 140 Schillinge vesti «en. Das gilt selbstverständlich nur für die freii Frachten, also für die Preise, die für „neutrale n" Schiffsraum bezahlt werden müssen. Die englische Schiffahrt selbst fährt zu Zwangstarifen, tft also beschlagnahmt. Aber EnAand kommt ohne den neutralen Schiffsraum nicht aus. Und so er-
Jahre alt, in Buenos Aires geboren und von Beruf Installateur. Er ist erfreut, daß er über den Rundfunk zur Heimat sprechen darf und teilt dies sofort feinen Kameraden mit. Ohne Zögern nimmt er die Zigarette, die ihm ein Feldwebel anbietet, und raucht behaglich. Er spricht gern über die früheren sportlichen Beziehungen xu den Deutschen und ist sichtlich zufrieden, daß dieser Krieg für ihn zu Ende ist. Spontan reißt er einen Messingknopf mit dem Wappen des Herzogs von Cornwall vom Mantel und gibt ihn für die Zigarette als Erinnerungsgeschenk mrück.
Ziemlich verstört, voller Kummer und Sorge über das Schicksal seiner Familie, sitzt Joseph Ungent — 39 Jahre alt, Vater von zwei Äinbern — in der Ecke. Er grübelt über das Vergangene nach: „Why do we kill each other?” (Warum töten wir uns aegenfeitig?) fragte er nachdenklich. „Wir wollen reinen Krieg und hoffen» bald wieder tn England zu sein!" Die Gefangenen wissen nicht, warum sie eigentlich kämpfen und finden keine Erklärung für die verderbliche Kriegs Politik ihrer Regi erung. „Wir wollen keinen Krieg!" beteuert ein Tommy nochmals, und feine Kameraden stimmen schweigend zu. Die 16 Engländer haben nun Mußezeit, über das von ihrer Regierung verursachte Unheil nachzu- öenfen. Dr. Ludwig Zahn.
nern vorgeschlagen hat, es wolle ihnen die deutsche Ruhrkohle ersetzen, so ist bas nichts als ein lächerlicher Bluff. E. S.
Seefracht *als Lebenselement.
Der Binnendeutsche verbindet in der Regel keine klare Anschauung von der Bedeutung der See- krachten für die Preishilfe und damit natürlich für das ganze Wirtschaftsleben. Das ist auch kein Wunder, denn die Einzelmeldungen erwähnen tn der Regel nur die jeweiligen Zu chläge und geben darum kein Bild von den weck el fettigen Beziehungen zwischen Seefrachten und Lebenskosten. Ganz anders wird es, wenn man die Februar- und Augustfracht miteinander vergleicht. Die Seefracht für einen Ballen Baumwolle von Britisch- Indien nach England betrug im August 1939
NSG. In der Gauschule Auerbach a. d. B., in der seit 14 Tagen ein Ausleselager der Anwärter des Gaues Hessen-Nassau für die Adolf - Hitler« Schulen eingerichtet war, nahm Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die endgültige Auswahl vor. Von jenen 37 zwölfjährigen Jungvolkpimpfen, die sich in der Dorauslese als die Besten der 20 000 ihres Jahrganges herausgestellt hatten, mußten nochmals die 15 besten festgestellt werden. Nach Einsicht in die während des Lagers bewiesenen körperlichen und geistigen Leistungsergebnisse, beobachtete der (Bauleiter sie beim Spiel und bei sportlichen Mutproben, prüfte an Hand der schriftlichen Arbeiten ihre Auffassungsgabe und geistige Regsamkeit, untersuchte ihre häuslichen Verhältnisse, wobei er sein besonderes Augenmerk auf Jungen aus kinderreichen Familien richtete, und traf dann die Auswahl. Weder Herkunft noch Be-
mit der Indienststellung von 54 neuen Lastkähnen. 15 Fabriken des Wolgagebiets arbeiten mit Hochdruck an den technischen Ausrüstungen für die Schlepper und Motorschiffe. Um den Schiffsbau zu beschleunigen, sollen die Pinsker Werften bedeutend erweitert und in Dawid-Gorodko eine neue Werft errichtet werden. Für den Ausbau der Hafenan- lagen in Brest, Pinsk und anderen großen Umschlagplätzen sind drei Millionen Rubel bereitgestellt worden.
Wiborg.
Die Nachricht von der Umzingelung Wiborgs durch die russischen Truppen hat in der ganzen- westmächtlichen Presse ein großes Wehe-Geschrei ausgelöst, lieber die strategisch-taktischen Vorgänge, die sich feit dem 11. Februar, dem Beginn der neuen Sowjet-Offensive auf der Karelischen Landenge, abgespielt yaben, ist es angesichts der Vielzahl durcheinanderschwirrender Meldungen schwer, ein völlig klares Bild zu gewinnen. Wiborg liegt auf einer Halbinsel, die von der Karelischen Landenge in den Finnischen Meerbusen hineinreicht. Nun sind die Sowjetrussen im Süden bis hart an bas Weichbild der Stadt herangekommen; weiter östlich, also nach Nordosten zu, haben sie die Stadt bereits umgangen. Unklarheit herrscht aber darüber, ob es ihnen auch gelungen ist, über das Eis des Finnischen Meerbusens in das Gebiet nordwestlich von Wiborg vorzustoßen und damit die Straßen- unb Bahnverbinbungen zwischen der Karelischen Landenge und der finnischen Hauptstadt Helsinki zu bedrohen. Von finnischer Seite wird berichtet, daß Flugzeuge mit Bomben bas Eis des Finnischen Meerbusens zu sprengen versucht hätten. Man wirb
„3a, sehr gern!"
„Und ich möchte auch gerne Ritterin sein!"
Er mißdeutete den schiefen Ausdruck nicht, fit wollte nur behütet fein unb freudig winken können, wenn der Vater den Burgberg heraufritt. Als sie dann im inneren Burghof am'sechzig Meter tiefen Brunnen standen, leierte von droben herab die Litanei eines anderen Livrierten, der eine neue Besucherschar durch die Räume führte.
Als sie auf den grellen Granitweg hinaustraten, sagte Sigrid: „Das war aber schön, kommen Sie mit zu meiner Mama? Ach, Sie müssen mitkommen, bitte, bitte!"
„So lauf nur voran, Sigrid!" Und sie lief und rief. Da sah er eine schöne Frau mit einem sehr eleganten Herrn, der sich sprechend zu ihr neigte, und blitzschnell wurde ihm klar, daß diese beiden Menschen sich geeinigt hatten, Sigrid einen neuen Vater zu geben. Ein schmaler Pfad bog zur Linken in den Wald. So konnte er entschlüpfen, und trotz der Steile lief er wie ein Fliehender.
Sr kehrte noch viele Male zu der berühmten Burgruine zurück, und der Livrierte kannte chn schon und begrüßte ihn immer gleichsam kollegia- ksch. Auch die Kellner behandetten ihn besonders freundlich und raunten ihm vertraulich die empfehlenswertesten Gerichte zu. Er hoffte immer, noch einmal das Mädchen zu sehen, das eine halbe Stunde lang feine Tochter gewesen war, aber er begegnete ihr nie mehr wieder.
Zeitschriften.
— Das Märzheft von Velhagen 6e Kla- fings Monatsheften bringt aus der Feder von Professor Dr. Emil Waldmann einen Aufsatz über den deutschblütigen holländischen Maler Cas- par Netscher, ferner eine Plauderei über Aquarien von Dr. Oskar Heinroth und endlich eine Schilderung des Couvenhauses der Stadt Aachen. Wichtig auch für unsere Hausfrauen ist der Beitrag von Dr. Max Winckel über neue Ernährungsftoffe. lieber den Hochgesang der Vögel schreibt Philipp Gottfried Maler. Neben der Fortsetzung des Romans „Die Zaubergeige" von Kurt Kluge bringt das Heft eine Liebesgeschichte aus der französischen Revolutionszeit „Der kleine Zaubervogel" von Mathilde von Metzradt und ein« Erzählung Jöater*


