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8.3.1940
 
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Eichener Anzeiger

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Freitag, 8. März 1940

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zyv. Jahrgang Nr. 58

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General-Anzeiger für Oberhessen

Neue Fronten? Neue Opfer?

Von unserem E. ^.-Korrespondenten.

Brüssel, März 1940.

Die Kriegspolitik der Alliierten ist auch im Spie­gel der französischen Presse in den letzten Tagen mit schonungsloser Offenheit enthüllt worden. Diese Politik heißt: Ausdehnung der Kriegs­schauplätze um jeden Preis. Die franzö­sische Presse steht bei dieser Kampagne den eng­lischen Blättern um nichts nach. Das Gefühl der militärischen Ohnmacht, das sich für Frankreichs Armee aus dem Zustand zwischen Maginotlinie und Westwall ergibt, ist natürlich für die Pariser Blätter, für die Politiker und die Regierung über­haupt, besonders drückend. Die militärische Vernich­tung Deutschlands hat sich als Illusion erwiesen; dazu kommt die Enttäuschung darüber, daß die eng­lisch-französische Blockade Deutschland nicht auf die Knie zwingen kann. Im Norden, Osten und Süden des Reichs gibt es keine Blockade so hat man bitter enttäuscht feststellen müssen. Also will man Deutschland auch von dieser Seite her in die Zange nehmen. Um der eigenen Beweispolitik willen soll der Krieg auf unschuldige Staaten ausgedehnt wer­den, deren einziges Verbrechen darin besteht, daß sie sich herausnehmen, mit Deutschland Handel zu treiben.

Seit Wochen arbeitet die französische Diplomatie, natürlich von einem planmäßigen Pressefeldzug unterstützt, an dieser Ausweitung der Kriegsschau­plätze, und auf zwei Schauplätze im besonderen hat sich ihr Augenmerk konzentriert: den europäischen N o r d o st e n und den S ü d o st e n , einschließlich des asiatischen Nahen Ostens. Das Ziel liegt klar zutage: Rußland soll abgeschnürt wer­den, denn man hat in Paris wie in London er­kennen müssen, daß die methodisch vorbereitete deutsch-russische Zusammenarbeit auf wirtschaft­lichem Gebiet auch die letzten Hoffnungen auf die Erdrofselung Deutschlands zerstören muß.

Was den Norden und den Nordosten Europas betrifft, so hat der zynische Angriff englischer Pi- ratenschiffe auf die norwegische Neutralität das Spiel der Alliierten mit einem Schlag aufgedeckt. Die Alliierten wollen Skandinavien in den Strudel des Krieges ziehen. Zuerst hat manFinn- l a n d mit schönen Worten ermuntert, sich für Paris und London zu verbluten. Dann hat man Schweden und Norwegen mit allerlei Druck­mitteln und in immer heftiger werdenden Artikeln aufgefordert, sich in das Getümmel zu stürzen. Blätter, wie dasOeuvre" und dasOrdre", aber auch große Nachrichtenblätter, haben sich gar nicht gescheut, das Kind beim Namen zu nennen: Deutsch­land sollte die Zufuhr des schwedischen Eisenerzes unmöglich gemacht werden.

Was dann aus den beiden skandinavischen Staa­ten geworden wäre, wäre den Alliierten ebenso gleichgültig gewesen wie das Schicksal Finnlands. Für die Alliierten handelt es sich ausschließlich darum, den geregelten Wirtschaftsaustausch zwischen Skandinavien auf der einen Seite und Deutschland und Rußland auf der anderen Seite zu unter­binden. Daher alle die Lügenmeldungen über an­gebliche deutsche militärische Vorbereitungen gegen Schweden, wie sie besonders dasOeuvre" lan­ciert hat, daher die dauernden Beeinflussungsver­suche, Schweden müsse seine Neutralität den Wün­schen der Alliierten anpassen, und daher schließlich die lügnerischen Unterstellungen von englischer Seite, die man in die Form einesProtestes" bei der Oslo-Regierung kleidete! Man darf jedoch er­warten, daß die Regierungen der nordeuropäischen Länder, die das Schicksal Finnlands hellhörig ge­macht hat, ihre Vernunft gegenüber solchen Drohungen, hinter denen sich nichts als das Ein­geständnis der Ohnmacht der Westmächte gegenüber Deutschland verbirgt, bewahren werden.

Eisenerze in Nordeuropa Petroleum im Südo sten. Durch den Weltkrieg hatten sich die englisch-französischen Kapitalisten in den Besitz des Petroleums von Mofful gesetzt, und sie hatten in dem arabischen Mandatsstaat Irak ihre politische Macht zum Schutze ihrer Oelinteressen verankert. Jetzt scheint das russische Petroleum-Vorkommen im Kaukasus ihren Appetit gereizt zu haben. Die Vorbereitungen für die Bildung der sogenann­ten Orientarmee unter dem französischen General Weygand waren bisher von einem geheimnis­vollen Halbdunkel umgeben; in Aegypten und in Syrien hat man diese Armee aufgestellt, die aus einem Gemisch von Arabern, Franzosen, Englän­dern, Negern, Juden und anderen Völkerstämmen besteht. General Weygand hat kürzlick in Kairo eine Truppenschau über die sich in Aegypten befindenden Teile der Orientarmee abgehalten, und kurz darauf wurde ein neuseeländisches Truppen­kontingent, das ebenfalls zur Verstärkung der Orientarmee diente, dort von dem englischen Do- minienminister Eden in reichlich reklamehafter Form begrüßt.

Die Ziele, die mit dieser Orientarmee verfolgt werden, werden gelegentlich angedeutet; sie soll dem Schutz der Länder des Nahen Ostens gegen ein mysteriöses deutsch-russisches Unternehmen dienen. Mit der Türkei haben die Alliierten bereits im vergangenen Herbst ein Bündnis abgeschlossen, das der Türkei allerdings eine gewisse Bewegungsfrei­heit läßt, denn nach einer Bestimmung des Ver­trages gilt die Bündnispflicht nicht für den Fall, daß die Türkei dadurch in einen Krieg mit Ruß­land verwickelt werden könnte. Aber man hofft, alle diese Länder letzten Endes doch in ein kriegerisches Unternehmen zugunsten der Alliierten einspannen zu können, indem man sie immer wieder durch eine Flut von falschen Nachrichten als bedroht durch Deutschland und Rußland hinstellt. Und wenn es den Alliierten gelingen sollte, auf diese Werse die Kriegsfackel in den Nahen Osten zu schleudern. dann würde sich, wie man hofft, schon die Möglichkeit bieten, die Hand nach den russischen Oelfeldern im Kaukasus auszustrecken. Dann könnte man zwei Fliegen mit einem Schlag treffen, nämlich die eng- üsch-sranzösischen Kapitalem uni> Delinter eüenteit.

die Anglo-Persian-Company und ähnliche Gesell­schaften bereichern und gleichzeitig der deutschen Brennstoffversorgung Schwierigkeiten bereiten.

Nur haben alle diese Berechnungen einen großen Haken, nämlich die planmäßig organisierte Bewirt­schaftung der deutschen Brennstoffversorgung, die es unmöglich macht, daß die deutsche Front jemals durch Mangel an Brennstoff zum Erliegen kommen könnte. Weiter scheinen sich die alliierten Strategen nur ein sehr unvollkommenes Bild von den Schwie­rigkeiten des Feldzugs zu machen, den ein solches Unternehmen nach dem Süden Rußlands darstellen würde, selbst in dem unwahrscheinlichen Fall, daß die Türkei sich bewegen lassen könnte, ihre Hand dazu zu bieten. Aber der Traum einer Ausdehnung des Krieges auf eine solche östliche Front, die Sucht nach der Erweiterung der Kriegsschauplätze, spukt vielleicht doch zu sehr in den Köpfen gewisser Ama-

Mailand, 8. März. (Europapreß.)Gazzetta del Popolo" schreibt die Verschärfung der eng­lischen Seekriegführung gegenüber den Neutralen und Nichtkriegführenden der Nervosität der britischen Regierung zu, weil die Kriegsgeschäfte für England nicht gut gingen und der Krieg für Eng­land einen ganz anderen Verlauf nehme, als sich die englischen Staatsmänner ihn vorgestellt hätten. Das bereite ihnen ernste Besorgnisse. Als die bri­tischen Staatsmänner Deutschland vor sechs Monaten den Krieg erklärt hätten, erhofften sie einen neuen Koalitionskrieg, in dem die Völker des Kontinents sich auf die Seite Englands gestellt und ihm so Gelegenheit gegeben haben würden, seine hergebrachte Waffe der Blockade anzuwenden und damit zu siegen. Die englischen Hoffnungen seien zunichtegemacht worden. Die Blockade habe n i ch t die Wirkung gehabt, die ihre Urheber erhofft hätten. Alle Staaten, die im September dem Kon­flikt ferngeblieben seien, zeigten sich jetzt noch mehr entschlossen, nicht daran teilzunehmen. Selbst die Türkei zeige keine Lust zu einem Kriege gegen Rußland.

Auch USA. verurteilen die britischen Älokademaßnahmen.

Rom, 7. März. (Europapreß.) Staatssekretär Hüll erklärte, die Note, die die englische Regie­rung vor einigen Tagen in Beantwortung der amerikanischen Protestnote von Anfang Dezember 1939 nach Washington übermittelt habe, sei noch nicht zur Veröffentlichung bereit, da sie noch

Kopenhagen, 7. März. (Europapreß.) Neue Preiserhöhungen, zunehmende Arbeitslosigkeit, Er­höhung der Staatsausgaben in Form von Teue­rungszulagen für Beamte und Angestellte, Ankün­digungwahrer Sparmaßnahmen" und ein be­ängstigendes Anziehen der Indexziffern für den Großhandel rechtfertigen schon am Donnerstag den erst am Vortage vom Ministerpräsidenten Stau- ning gemachten Ausspruch:Ich bin kein Opti­mist". Zwölf Stunden nach dieser Rede wird be­kannt: Am 1. April werden die Sätze für elek­trischen Strom von 35 auf 50 Oere je Kilo­wattstunde und die Sätze für das Gas von 18 auf 25 Oere je Kubikmeter erhöht. Sie liegen da­mit um 4 0 v. H. über dem Porkriegs- fuß. Der höchstzulässige Elektrizitätsverbrauch je Wohnung wurde von 20 auf 15 Kilowattstunden gesetzt. Wer die vorgeschriebene elektrische Ration überschreitet, muß 75 Oere je Kilowattstunde zah­len oder drei Kronen je Kilowattstunde bei vor­sätzlicher Verschwendung elektrischen Stromes. Die Erhöhung der Preise für Gas und Elektrizität wird begründet mit dem weiteren Anziehen der Kokspreise, die am Donnerstag mit 10,20 Kronen notiert wurden im Vergleich zu 2,25 am 3. Sep­tember 1939. Zum Ausgleich dieser Verteuerungen wird der Staat seinen Beamten die Bezüge er­höhen müssen. Das Parlament wird diese neue Ge­haltsregelung es handelt sich um 7 Millionen Kronen bewilligen.

Jeder dritte Arbeiter in Dänemark ist nach einem Ausweis des Statistischen Amtes ohne Be­schäftigung. Ende Februar wurden 182 690 Arbeitslose gemeldet gegen 165 498 Ende Januar. Die Großhandelsziffer ist vvn Januar bis Febrüar von 154 auf 162 Punkte angestiegen. Sie ist damit um 51 Punkte höher als zu Beginn des Krieges. Die stärkste Steigerung weisen Brenn­stoffe und Mineralöle auf. Sie zogen von 259 aus 305 an und damit seit Ausbruch des Krie­ges um 190 Punkte. Gleichzeitig ist die Indexziffer für Importwaren von 181 auf 195 gestiegen. Da­gegen blieb die Indexziffer für Exportwaren un­verändert. Sie ist seit Kriegsausbruch um nur 19 Punkte anaefttegen, eine Tatsache, die die Anspan­nung der dänischen Staatsfinanzen erklärt. Han­delsminister K j e e r b o e l kündigt an, daß die bis­herigen Rationierungen lediglich Vorläufer der zu erwartenden Verbrauchsbeschränkungen sind. Es scheint mir, erklärte der Minister, als ob es gewis­sen Leuten noch nicht auf gegangen sei, daß die Dinge sich ganz anders entwickeln werden, als in den Jahren 1914 bis 1918.

Man beginnt die Sammlung von Sägemehl, Dünengras, Heidekraut, Stroh, Schutt und Kloa­kenschlamm zu organisieren, um sich durch die Ver­arbeitung ölefer. Stoffe von der Einfuhr wichtiger Produkte frei zu machen. Es werden Anlagen ge- jchassen öur Anjbereitung des Flachses. Im Herbtz

teur-Strategen der Weftmächte, als daß diese so einfach auf chre Ziele verzichten würden. Ist nicht Winston Churchill, der im Weltkrieg die furcht­baren Blutopfer des erfolglosen Gallipoli-Unter­nehmens gegen die damalige Türkei auslöste, heute wieder in einem entscheidenden Amt?

So geht der Nervenkrieg, den die unverantwort­lichen Drahtzieher in London und Paris entfesselt haben, zunächst weiter und peitscht mit einer Flut von Gerüchten und widerspruchsvollen Nachrichten die Gemüter in vielen Ländern auf. Aber die Er­fahrungen derjenigen Staaten, die sich in diesem Kriege und schon vor ihm durch die Westmächte in unbesonnene Abenteuer gegen Deutschland bzw. Rußland nein treib en ließen, stehen als warnen­des Beispiel allen anderen in Frage kommenden Staaten vor Augen. Man hat an den Beispielen Finnlands und Polens gesehen, daß die Westmächte zwar in der Lage sind, andere Staaten ins Unheil zu treiben, daß sie sich aber vorsichtig und auch aus Mangel an eigener Macht zurückhalten, wenn es gilt, diesen Opfern einer hemmungslosen Pro- paganda zu Hilfe zu kommen.

Das englische Kohlenproblem.

England hat einen einzigen Rohstoff zur Ver­fügung, der die Grundlage seiner Industrialisierung bildete: seine K^hlenschätze. Eisenerze muß es nach dem Abbau seiner eigenen Vorkommen bereits seit Beginn des vorigen Jahrhunderts ein- führen, dagegen versorgte es eine Zeitlang alle kohlenarmen Länder mit den schwarzen Diaman­ten. Das Aufkommen anderer Energiequllen, z. B. der elektrischen Energie, die in Italien und der Schweiz aus Wasserkräften gewonnen wird, hat diese Sachlage nur wenig erschüttern können, da­gegen hat der Abbau der deutschen, polnischen und böhmischen Kohlenflöze und die Verwendung der Braunkohle, die in England fehlt, die britische Kohlenausfuhr schwer erschüttert. Noch 1938 be­lief sich die englische Kohlenförderung auf 232 Millionen Tonnen, die deutsche auf 186. England hatte also einen Vorsprung von rund 24 v. H. Durch die Gewinnung der böhmischen und polniq schen Kohlengruben aber hat die deutsche Stein­kohlenförderung bereits jetzt die englische erreicht, ferner hat Deutschland vier Fünftel der Braun­kohlenförderung der ganzen Welt zu verzeichnen Diese Förderung beträgt rund 200 Millionen Ton­nen im Jahr, sie ist, auf Steinkohlenwert umge­rechnet, bedeutender als die ganze französische Steinkohlenerzeugung und größer als die belgische und wolländische zusammengenommen. Das neue Deutschland hat also auf dem Felde der Kohlen­förderung England mit 40 bis 50 Millionen Ton^ nen jährlich geschlagen!

Auch im Ausfuhrhandel merkte England schon in Friedenszeiten den Wettbewerb der deut­schen Kohle. Im Jahre 1938 führte England 47 Millionen Tonnen aus, davon gingen aber nach sicheren" Absatzquellen nur 17 bis 20 Millionen Tonnen, die restlichen Steinkohlenmengen mußten um das Absatzgebiet schwer mit der deutschen und polnischen Kohlenausfuhr ringen, die schon im Jahre 1938 zusammen 42 Millionen Tonnen be­trug. Jetzt im Kriege kann Deutschland mit einer Mindestkohlenausfuhr von 27 Millionen Tonnen rechnen. Kohle ist für uns ein wichtiges Zahlungs­mittel, und die Auslöfchung der bisherigen eng­lischen Kohlenvorherrschaft ist daher ein Sieg, der um so wertvoller ist, als er im friedlichen Wett­bewerb errungen wurde.

Während Deutschland Kohle nach wie vor aus»

Passadierdampfers der Welt kennzeichnet.Ohne die üblichen Musikkapellen", schreibtWorlds Tele- gram",ohne den Flaggenschmuck und ohne die Begrüßung durch mit jubelnden Menschen ange­füllte Ausflugsboot gleitet der größte Paffagier- dampfer in den Neuyorker Hafen, denn dieQueen Elizabeth", größer und länger und schneller als dieQueen Mary", trifft als Flüchtling aus dem Kriegsgebiet ein und wird für die Dauer des Krieges an einem Neuyorker Pier verbleiben.

Piraten unter sich.

Buenos Aires, 7. März. (DNB.) Als der englische DampferSt. Helena" vor einigen Wochen auf Teneriffa auslief, wurde er nachts von einem Schiff verfolgt und kurz vor Tages» anbruch plötzlich beschossen. Dabei wurden mehrere Besatzungsmitglieder verletzt. Der Engländer er­widerte das Feuer. Ein sechszölliger Volltreffer traf den anderen Dampfer mittschiffs bei den Deck­aufbauten unterhalb der Brücke. Darauf stellte die­ser das Feuer ein und gab sich durch Signal als französischer Dampfer zu erkennen. Der französische Kapitän erklärte, er hätte erfahren, daß ein deutsches Schiff aus Teneriffa auszulaufen beabsichtigte. Daraufhin habe er sich auf die Lauer gelegt. Als nun dieSt. Helena" um die erwartete Zeit den Hafen verließ, alaubte er, den deut­schen Dampfer vor sich zu haben. Er eröff­nete das Feuer, welches jedoch wider Erwar­ten sofort erwidert wurde. Daraufhin wurde den Franzosen klar, daß das angegriffene Schiff fein deutsches fein konnte, weil die deutschen Handelsschiffe bekanntlich unbewaffnet sind. Ehe jedoch der Irrtum aufgeklärt wurde, waren 14 Mann durch Vo II treffer getötet worden. Nach dem Eingeständnis des Kapitäns griff also das französische Handelsschiff, das, wie viele andere, nach der Behauptung der Westmächte nur zur Verteidigung der eigenen Sicherheit bewaff­net sein soll, bedenkenlos ein vermeintliches deutsches unbewaffnetes Handelsschiff mit Geschützfeuer an, womit es sich außerhalb des internationalen Rechts stellte.

Innerpolltische Probleme Italiens.

Mussolini läßt sich Bericht erstatten.

Rom, 7. März. (Europapreß.) Der Duce emp­fing in Anwesenheit des Ministers für öffentliche Arbeiten und des Stabschefs der Miliz den Be­fehlshaber der Straßenmiliz, General Leo- n a r b i, der ihm über die Tätigkeit dieser Polizei­truppe im Jahre 1939 Bericht erstattete. Ferner ließ sich der Duce vom Gouverneur von Rvm, Fürst Borghese, die Pläne für den Bau neuer Arbeitersiedlungsviertel in der Hauptstadt vorlegen. Mit dem Landwirtschafts- minifter und dem Vorsitzenden des Reisanbauver- bandes prüfte Mussolini den gegenwärtigen Stand und die Möglichkeiten der künftigen Erhöhung der italienischen Reiserzeugung unter besonderer Berücksichtigung der Ausfuhr. Schließlich empfing der Duce in Gegenwart des Finanzministers für Dolkskultur den früheren Leiter der römischen Filmstadt, Senator Tofani, der ihm die Bilanz dieses Riesenunternehmens unterbreitete und ihm über die befriedigende Entwicklung der ita­lienischen Filmerzeugung Bericht erstattete. Der italienische Ministerrat wird Dienstag, den 2.April, also in rund vier Wochen, unter dem Vorsch des Duce zujammentreteH, _

Englands Knegsgeschäste gehen schlecht.

Der wahre Grund für die Verschärfung der britischen Blockade.

Dänemarks Wirtschastssorgen.

einige unklare Punkte enthalte. In poli­tischen Kreisen Washingtons werde darauf hinge- wiefen, so berichten die italienischen Zeitungen, daß die Haltung der USA. gegenüber der englischen Wirtschaftsblockade gegen Deutschland sich in den großen grundsätzlichen Linien mit der italie­nischen decke, die in so klarer Weise in der von Rom nach London geschickten Protestnote fest­gelegt worden fei.

Griechischer Einspruch gegen britische Anmaßungen.

Rom, 7. März. (Europapreß.) Aus Athen wird gemeldet, in griechischen Handelskreisen herrsche Entrüstung darüber, daß die Engländer die grie­chischen Handelsschiffe, selbst diejenigen, die in­nerhalb der griechischen Hoheitsge- wässer verkehren, regelmäßig a n h a l t e n und kontrollieren. Die griechische Regierung habe gegen dieses Vorgehen bereits bei der englischen Gesandt­schaft in Athen Einspruch erhoben. Der Ge­sandte habe erklärt, er habe die englischen Flotten­behörden aufgefordert, dem Schiffsverkehr inner­halb der griechischen GewässerErleichterun­gen zu gewähren". Der griechische Dampfer L e o n", der auf der Linie PatrasLeukaPre- veza verkehrt, wurde von einem bewaffneten eng­lischen Hilfskreuzer angehalten und durchsucht. Der englische Kapitän weigerte sich, seinen Namen und den Namen seines Schiffes in das Bordbuch derLeon" einzutragen. Der Name des Hilfskreu­zers war mit Oelfarbe über strichen.

soll Dänemarks erste Leinenfabrikation in Betrieb fein. Es wirb über den Anbau von ölhaltigem Flachs verhandelt, wodurch der normale Import von Leinsamen und Oel futter buchen überseeischen Ursprungs im Werte von 20 Millionen Kronen überflüssig wird. Man hat Aufbereitungs- und Der- füterungsoersuche angestellt zur Verwenduna von landwirtschaftlichen Abfallprodukten. Die Einsamm­lung von Obst, Kastanien, Bucheckern und Eicheln und die Auswertung von Blut, Molken unb Kasein nach neuen Gesichtspunkten wird organfiert. Wei­ter ist untersucht worden, inwiefern es möglich ist, aus inländischen Rohstoffen wie Torf und Braun- kahle Treibgas und Benzin herzustellen. Man hat zu diesem Zweck eine Studien kommission nach Deutschland entsandt. Brennstoffe für den heimischen Gebrauch sollen aus Sägemehl, Heidekraut, Papier, Dünengras, Küchenabfall und Kloakenfchlamm hergeftellt werden. Die Karbid- lampen-Fabrikation wird wieder aufgenommen, da die Beschaffung von Petroleum für Leuchdzwecke ins Stocken geraten ist.

OieQueen Elizabeth" sucht Unterschlupf in Neuyork.

Neuyork, 7. März, (DNB.) Im Neuyorker Hafen, in dem dasmeerbeherrschende England" aus Angst vor der deutschen Seekriegführung be­reits die OzeanriesenQueen Mary" und M a u r e t a n i a" seit Kriegsbeginn zusammen mit den französischen DampfernNormandie" undI f l e d e France" liegen hat, ist jetzt auch noch unter starkem britischen Geleitzug das neueste Luxusschiff, die 85 000 BRT. großeQueen Eli­zabeth" eingetroffen. Aus Furcht vor Verlust hat man dieQueen Elizabeth" eine überstürzte Jung­fernfahrt antreten lassen, ohne die Fertigstellung der Inneneinrichtung abzuwarten. In Neuyork er­regte diese Flucht vor dem Zugriff der deutschen Kriegführung großes Aufsehen, liegt doch darin das Eingeständnis, daß England seinen eigenen Schiffen keinen sicheren Hafen mehr bieten kann und deshalb lieber eine Hafengebühr von 1000 Dollar täglich opfert Die Tatsache, daß die Bank von England immer mehr Gold nach Amerika ver- schifft, daß die Großgrundbesitzer ihre Liegenschaf­ten in England abstoßen und statt dessen Grund­stücke in Uebersee erwerben, und daß ein Riesen­dampfer nach dem anderen in die sicheren ameri­kanischen Häfen gebracht wird, ist nur ein weite­rer Beweis dafür, daß die Geldsäcke an der Themse bestrebt sind, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen und ihr eigenes Volk feinem Schicksal zu überlassen.

Die Neuyorker Abendpresse unterstreicht den Mangel an Zeremoniell, der im Gegensatz zu den Neuyorker Gepflogenheiten die Ankunft biefes gryß- ten. rvevy auch noch nicht gan§ ftrtjHgejtellten