Ausgabe 
8.1.1940
 
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Montag. 8. Januar Wv

Gießener Anzeiger l General-Anzeiger für Oberhejjen)

Nr. 6 Zweites Statt

Kameradschastsabenk» der ff und FM

Appelle der alten Soldaten

Schönheit.

er-

Ätmungsvorgang sichtbar werden zu lassen. Denn mannsOuvertüre -Scherzo - tfirm c ~ '

hier ist die stimmliche Funktion zu höchster Rest« Werk 52. E der Ae-rt (eurer ersten Symphonien

Ge-

Uhr

zu entsprechen vermochte. Die Zahl der Vertreter des lyrischen Baritonfaches ist groß. Beurteilt man sie aber nach der Vollwertigkeit des Materials in Durchbildung und künstlerischer Qualität, so ver­ringert sich der Kreis der Berufenen doch sehr. Willi Domgraf-Faßbaender stellt unbestritten den Jdealfall der Lösung des Baritonproblems dar. Bei ihm handelt es sich nicht um einen schulgemäßen Ausgleich der Naturmittel, sondern hier wurde eine Stimme in ihrer klanglichen Struktur in wohl- durchdachter Methode von grundauf organisch durch­konstruiert und aufgebaut, so daß ein äußerst be­trächtlicher Stimmumfang, der bis in die Tenor­region hinauf reicht, sich in völligster Gleichmäßig­keit ergibt, ohne jegliche Spur von registerlichem Wechsel oder gar Bruch. Diese neue Tonstruktur er­möglicht es ihm in jeder Lage, ganz besonders auf­fallend aber in der Höhe oder in den Uebergängen zur Höhe, den Ton aus dem Pianissimo heraus zum weitausladenden Forte zu entwickeln und ebenso wieder übergangslos zum leisesten Klang zurückzu­führen. Gerade der Charakter seines Pianotones unterscheidet ihn von den vielen seines Faches; während dieser sonst meist als Falsett zu werten ist, ohne tragende Fähigkeit, leuchtet bei ihm der Piano­ton mit denselben Obertönen wie das Forte, und als Basis des Schwelltones gibt er der Stimme die letztmögliche, wohl oft erstrebte, aber nur sehr selten erreichte klangliche Ausgeglichenheit und einzigartige

Sein Ton ist ideal gelöst von halsiger Enge und kann die Resonanzkräfte des Kopfes zur vollen Schwingung sich ausstrahlen lassen und so den Raum beherrschen und in jedem dnnamischen Grade bis zum letzten Winkel erfüllen. Dabei hat der Hörer niemals das Empfinden eines gewollten Hervor­bringen des Tones. In ursprünglicher Schlichtheit entströmt er dem Körper, ohne jede, sonst oft als aufdringlich empfundene Sängergebärde bei einer meisterhaften Beherrschung eines schier unerschöpf­lichen Atemstromes, ohne dabei überhaupt den

und Vollendung durchgebildet. Dieses überragende stimmliche Können tritt bei Willi Domgraf-Faß­baender niemals als Selbstzweck in Erscheinung, sondern wird durch einen nie versagenden künstle­rischen Willen und warmes innerliches Empfinden zu höchstem Ausdruckswert gesteigert. Die Gestal­tungskraft des Sängers ist so von allen seelischen Kräften durchdrungen und gestützt, daß selbst die leiseste Regung unmittelbar zum Hörer spricht und

Faßbaender nicht nur an einzelne Sondergebiete gebunden ist, sondern daß ihmalles liegt".

Das bestätigten die drei italienischen Arien des ersten Teils der Vortragsfolge; Gaben sublimier­tester Belcantokunst, die aber das Stimmliche stets mit letzter Ausdrucksfähigkeit banden und tiefer Gefühlsbewegung ebenso nachgingen, wie sie die Koloratur zum affektgebundenen Ausdrucksmittel erhoben. Man hätte gern die im zweiten Teil der Vortragsfolge vorgesehenenVier ernsten Ge­sänge" von Brahms gehört, denn auch sie wären durch den Solisten, der auch als Liedersänger höchste Qualitäten besitzt, zu einer Offenbarung geworden. Dafür gab er Proben aus seiner Operntätigkeit. Hier bewies er, trotz der Loslösung von dem szeni­schen Rahmen, welche suggestive Kraft von seiner Gestaltung auf den Hörer ausstrahlt. Das bezeug­ten die Arie des Rene aus VerdisMaskenball"

Nun?"

Loffelgans.*

Zwischen Theorie und Praxis ist doch ein großer Unterschied. Ich wohnte einmal in Wien einem theoretischen Unterricht bei, den die jungen Flug- chüler in Aspern von einem alten, grauhaarigen Herrn erhielten. Eine Krähe flog über ihnen vorbei. Da deutete der alte Herr auf sie und rief:

Sehen Sie dort oben die Krähe? Also, diese fliegt vollkommen falsch!"

wollen, demgegenüber es aber für ftden Deutschen und besonders für die alten Soldaten nur die e i ne Pflicht gebe, auch in der Heimat alle Kräfte für einen vollen Sieg des deutschen Volkes einzusetzen. Bei einer kurzen Rückschau auf die letzten Wochen machte der Kameradschaftsführer die Mitteilung, daß zu Weihnachten aus Spenden der daheimgebliebe- nen Kameraden und aus Mitteln der Kamerad- fchaftsvasse viele Liebesgaben an die im Felde stehenden Angehörigen der Kameradschaft und an die Soldaten unserer Gießener Artillerie-Abteilung geschickt wurden. Die Liebesgaben find überall rechtzeitig zum Weihnachtsfest eingetroffen, bei den Batterien der Gießener Abteilung gerade am Weih­nachts-Heiligabend. Zahlreiche herzliche Schreiben sowohl der einzelnen Kameraden, als auch von dem - Abteilungs-Kommandeur und den Batteriechefs brachten die große Freude und den herzlichen Dank aller bedachten Waffenbrüder zum Aufdruck und bildeten eine erneute Bestätigung des guten kame­radschaftlichen Verhältnisses. .

Kamerad Hauptmann Dr. Michel, der zur Zeit hier auf Urlaub weilt, brachte den Dank der Front­soldaten für die reichen Liebesgaben noch einmal persönlich zum Ausdruck, er würdigte ferner auch die bisherige ideelle Pflege der Beziehungen der Kameradschaft zu den im Felde stehenden Waffen- brüdern mit eindrucksvollen und dankbaren Wor­ten. Dazu gehöre, so betonte er, insbesondere auch der Briefverkehr, denn der Soldat an der Front freue sich immer, wenn er aus der Heimat durch Briefe oder Zeitungen Nachricht erhalte.

Im weiteren Verlaufe des Abends hörten die

Ich schluchzte:

Wegen des Rumsteaks! Vielleicht läßt es sich weichen!"

(1841) wurde besonders in der Phantastik seiner Scherzos lebendig. Franz Liszts Symphonische Dich­tung Mazeppa gab dem Abend machtvollen Aus­klang mit Bildhaftigkeit des musikalischen Ausdrucks, packender Gegensätzlichkeit und impulsiver Klang- prägun'g. Dr. Hermann Hering.

Am Samstag fand imBurghof" ein Kamerad­schaftabend der ff und der Fördernden Mitglieder im Bereich des Sturmbannes 1/83 statt, der einen sehr guten Verlauf nahm. Die Veranstaltung wurde eingeleitet durch Marschmusik von Mitgliedern eines Musikkorps der Wehrmacht.

Der Führer des Sturmbannes 1/83, ^-Ober­sturmführer Sta st ny-Hain, begrüßte zugleich in Namen des Leiters der FM.-Kameradschaft, Louis A l t h o f f, die Kameraden und ihre Frauen, insbesondere von der Polizei Major Hellwege- Emden und Hauptmann H e i n a ck e r, die Kame­raden der Staatspolizei, Sturmbannführer G e r - nandt als Vertreter der SA., sowie die Kame­raden aus Friedberg und Wetzlar. Dann dankte er allen Kameraden für die bei der Schaffung des Fürsorge-Fonds bewiesene Opferbereitschaft, und schiDerte, welch starken Beifall dieses Verhalten bei den ff-Kameraden draußen gefunden hat. Zn zahl­reichen Briefen kommt immer wieder zum Ausdruck, welche Freude'über diesen Kameradschaftsgeist un­ter ihnen herrscht. Wie der Obersturmführer aus­führte, werden aus diesem Fonds auch die einge­zogenen FM.-Kameraden betreut.

Hierauf schilderte Sturmbannführer S t a st n Y - Hain die Bedeutung dieses Krieges, der ein totaler ist und darum in das ganze Leben der Nation ein­greift und jeden einzelnen Deutschen angeht. Er wies nach, wie in diesen Tagen nicht die Para­graphen, wohl aber das Herz zu regieren hat, wenn es um den Bestand des deutschen Volkes geht und von jedem Volksgenossen Opfer verlangt werden. Der Krieg wird siegreich für uns entschieden wer­den, wenn das ganze Volk wie Kameraden zusam­mensteht, wie einstmals die ersten SA.- und ffc Männer, und wenn es sich der Opfer der Kamera­den an der Front würdig erweist. Dabei wird es nie auf die Zahlen, sondern immer nur auf das Herz und den guten Willen ankommen. Unsere Gegner haben nur ein Kriegsziel, das der Vernich­tung Deutschlands, und sie haben wiederholt zum Ausdruck bringen lassen, daß Versailles dann eine Neuauflage erleben soll. Diesen Absichten haben wir den entschlossensten Willen zur Abwehr ent­gegenzusetzen ; denn Deutschland muß siegen, damit

Tleujahrsappell der Gießener alten Artilleristen.

Die Arbeit der Artilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen im Jahre 1940 wurde am Samstagabend mit dem Neujahrsappell eröffnet. Mit den alten Artilleristen der Kameradschaft hatten sich auch, ebenso wie bei den früheren Appellen, wieder Ur­lauber von der Front im KameradschaftsheimHes­sischer Hof" vereinigt, um im Geiste der bewährten Waffenkameradschaft einige Stunden gemeinsam zu verleben.

Kameradschaftsführer Müller richtete in seiner Eröffnungsansprache besonders herzliche Grußworte an die Urlauber-Kameraden von der Front, denen er die Versicherung gab., daß die daheimgebliebenen Alten ihre besondere Verpflichtung darin sehen, die Verbindung mit den Kameraden vor dem Feind stets aufrechtzuerhalten, den daheimgebliebenen Kameraden legte er mit seinen Grußworten zum neuen Jahre dringend ans Herz, weiterhin wie bis­her alles zu tun, um den Zusammenhalt und die Arbeit der Kameradschaft nach besten Kräften zu fördern. Sodann lenkte er in kurzen Worten die Gedanken der Kameraden zurück zu den großen politischen und militärischen Ereignissen des ver­gangenen Jahres, die als besondere Höhepunkte die Erstehung Grohdeutschlands und den siegreichen Feldzug in Polen brachten. Er erinnerte daran, daß gegenüber dem deutschen Aufstieg auch jetzt wieder die alten Neider England und Frankreich uns den gebührenden Platz an der Sonne streitig machen'

Das Mädchen langweilte sich maßlos.

Der junge Mann sprach immer nur von sich.

Jetzt sprach er gar: . .

Mir jchlafen immer meine Fuße em!

Das Mädchen lächelte boshaft:

Kein Wunder! Sie befinden sich ja den ganzen

Tag in Ihrer Gesellschaft."

Kleine Abenteuer.

Don 3o Hanns Rösler.

Wetterprognosen sind Glückssache.

Der Laubfrosch ist immer noch der beste Wetter- macher.

Ich eilte zum Aquariumhändler:

,Hch möchte einen neuen Laubfrosch haben.*

,Hst der alte Laubfrosch gestorben?" fragte er.

Ich konnte ihn beruhigen:

Das nicht. Aber ihm fällt schon das Treppen­steigen arg sauer."

Eine neue Rätselart ist aufgekommen. Man ver­eint zwei Begriffe zu einem Begriff. Helene gefiel das Spiel ausgezeichnet. Gestern wollte sie das Wort Silberblick" veranschaulichen. Sie nahm daher einen silbernen Löffel und blickte ihn an.

Was ist das?" fragte sie.

Alles riet.

Keiner kam auf die Lösung.

Bis auf Busse. Busse rieft

M habe toi*

Willi Domgraf-Faßbaender

Lieder- und Arienabend der NLG.Kraft durch Freude".

Art folgen.

Diesem Erleben erlesenster Art gab das Rhein- Mainische-Landesorchester unter Fritz Cuje, dessen Wirksamkeit am hiesigen Stadttheater noch in aller Erinnerung lebt, den instrumentalen Rahmen. Abseits von alltäglicher Programmgestal­tung hatte der Dirigent sein Augenmerk auf bisher weniger gehörte, teils zu Unrecht ver­gessene Werke gelenkt. Zu Anfang Bocchermis Ouvertüre in D-dur mit ihrem rokokohaften Ein­schlag und ihrem anmutigen Wechselspiel der Klang- nruppen im Mittelsatz. Zwei Stücke von Giuseppe Martucci, einen der Jungitaliener aus der Liszt- bzw. Wagner-Nachfolge, beschlossen mit ihrer klang­lichen Farbigkeit den ersten Teil. Robert Schu- Ouvertüre - Scherzo - Finale" m E-dur,

Zwischen Rumsteak und Rumsteak ist ein großer Unterschied. ä _

Ich erwischte ein falsches. Die (Sabel verbog. Das Messer zerbrach. Ich nahm alle Kraft zusammen. Da entwischte mir das Rumsteak im Bogen durch die Luft. Ich holte es zurück. Legte es sorglich aus den Teller und begann zu weinen.

Warum weinen Sie denn?" fragte der Wirt.

Die Gaustraßensammlung in Gießen.

Für das Kriegswinterhilfswerk wurde am Sams, tag und Sonntag auch in unserer Stadt mit star­kem Einsatz von'Sammlern die Gaustroßensamm- lung durchgeführt. Die Polittschen Leiter, die Helfer der NSV. und des Kriegs-WHW., die alten Sol- baten des NS.-Reichskriegerbundes, die Angehön- gen des NS.-Deutfchen Marinebundes, des Reichs­bundes der deutschen Beamten und des NS.-Lehrer- b und es standen am Samstag und Sonntag im Dienste dieses großen Hilfswerkes. Bereits am Samstagvormittag setzte die Sammeltättgkeit in starkem Maße ein, die ununterbrochen bis weit in den Samstagabend hinein auf den Straßen und Plätzen, in den Gaststätten, am Bahnhof usw. du"ch- geführt wurde. Am gestrigen Sonntag war der Sammelbetrieb ebenfalls rege im Gange, allerdings ging jetzt dasGeschäft" etwas langsamer, da be­reits am Samstag das Arbeitsfeld schon sehr weit«

mit dem unvergleichlich verklingenden Schwellton des Schlusses und die Auftritts-Arie des Figaros aus RossinisBarbier von Sevilla" mit dem über­aus flüssigen Parlando selbst im deutschen Text. Stürme hellster Begeisterung ließen das Ständchen aus MozartsDon Juan" in seiner innig graziösen Schlichtheit und die Arie der Luna aus Verdis Troubadour" mit ihrer feinsinnigen musikalischen

Tageskalender für Nonlag.

NS.-GemeinschaftKraft durch Freude": schlossene Vorstellung im Stadttheater; 20 Gasparone". Gloria-Palast (Seltersweg):Der singende Tor". Lichtspielhaus (Bahnhofftraße): Das Gewehr über".

Robert Henseling spricht in Gießen.

Die Vortragsvereinigung Goethe-Bund, Kaufmän­nischer Verein und Gesellschaft für Erd- und Völker­kunde hat in Arbeitsgemeinschaft mit der Dolks- bildungsstätte Gießen der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" zum ersten Vortragsabend des neuen Jahres Robert Henselingzu einem interessanten LichtbildervortragVorstoß ins Unendliche. Das Weltbild der heutigen Sternforschung" gewonnen.

wichtiges Verhalten bei Gasrohrbrüchen.

Bei Frostwetter, besonders auch bei einttetendem Tauwetter, können durch Erdbewegungen Gasrohr- brüche entstehen. Dabei kann es vorkommen, daß das ausströmende Gas in die Häuser eindringt. Da es beim Durchtritt durch Erdboden und Mauerwerk feinen warnenden Geruch verliert, ist es mit der Nase nicht mehr wahrzunehmen, und die Anwohner werden durch Gasgeruch nicht mehr gewarnt. Des­halb ist beim Auftreten der ersten Dergistungs- erscheinungen (Kopfschmerzen, allgemeines Uebelsein, unter Umständen mit Erbrechen und Durchfällen) besonders dann an die Einwirkung von Gas zu denken, wenn mehrere Familienmitglieder ober Bewohner einer Wohnung ober eines Hauses er­kranken. In solchen Fällen ist unter allen Umstän­den Licht und Feuer fernzuhalten; elektrische Schal­ter dürfen wegen der Funkenbildung nicht betätigt werden. Durch Oeffnen der Türen und Fenster sorge man für ausgiebige Durchlüftung. Auch in den an­liegenden Häusern sind die Kellerfenster zu öffnen und in den unteren Räumen die Feuerungen zu löschen. Selbstverständlich muß das Gaswerk sofort benachrichtigt werden._______________________________

Aus der Stadt Gießen.

Wunder des Winters.

Eisblumen, Rauhreif und Schnee, das sind die drei Wunder, die der kalten Jahreszeit ihren beson­deren Charakter geben, Wunder in vielfacher Hin­sicht mag die Physik auch noch so gültige Erklärun­gen'ihrer naturgesetzlichen Entstehung besitzen. Du erwachst in deinem Schlafzimmer, und über Nacht hat der Winter die Begeanung seiner Kälte mit der warmen Feuchte deines Atems in kristallenen Eis­blumen an den Fensterscheiben für einige wenige Stunden festgehalten. Verwirrend ist die Fülle der bizarren Formen. Etwas, was unseres Lebens war, ist in ihnen zu Kristall erstarrt. Vielleicht offenbart sich in ihnen, weil unser Atem sie schuf, mehr von unserem Wesen als wir ahnen und die an das Ge­setz der Logik gebundenen menschlichen Gedanken zu tragen vermögen.

Nicht weniger Wunder und wunderbar zugleich ist der Rauhreif, der der Begegnung zwischen dem Atem der Landschaft und der winterlichen Kätte seine Entstehung verdankt. Wer je den Atem der Landschaft verspürt hat, wie er sich im ersten Früh­lingsblühen, im schweren Sommerduft, im kühlen Erdgeruch des Herbstes offenbart, der wird wissen, daß gerade dieses Undefinierbare die innere Schön­heit einer Landschaft ausmacht. Aber Endgültiges über das, was wir die Seele der Landschaft nennen wollen, vermag weder der Zauber ihrer Frühlings-, ihrer Sommer- und ihrer Herbstlüfte auszusagen, das kann nur der Rauhreif, der die letzten und feinsten lebenswarmen Regungen der Landschaft an jedem Baum und Strauch und jedem toten Gegen­stand im strahlenden Glitzern seiner Kristalle sicht­bar macht. Selbst die ödeste Landschaft, die trau- rigste Schutthalde wird bann schön. Und wenn über Nacht dicke Flocken vom Himmel fallen und über alles Irdische ihr weißes Schneetuch ausbreiten, dann offenbart sich uns das dritte wunderbare Rätsel des Winters.

Vornotizen.

Ehemänner klagten ihr Leid.

Warum ist die Frau zuletzt van Gott erschaffen! worden?"

Damit sie ihm nicht überall bei der Schöpfung breinreben konnte!"

Jedes Jahr im Herbst findet in Berlin ein Lana- streckenwalblauf ber Sportler statt. Die Strecke geht burch ben Grunewalb über Potsbam unb enbet im Stabion. Ich saß mit einem Mädchen im Grünewald. Plötzlich vor uns der erste Sportler im schnellen Lauf in einer kurzen weißenHofe.

Wohin läuft der Mann so schnell? rief das Mädchen. .

Da ertönte hinter uns die Stimme eines biederen Berliners: .

Das sehen Sie doch, Fräulein! Sich eine Hose kaufen!"

Der Schneider Schneider arbeitet ausgezeichnet.

Nur Zeit muß man ihm lassen.

Anton bestellte sich einen Anzug.

Ein volles Jahr später brachte ihn der Schneider.

Anton tobte: , ,

,Hetzt erst?? Ein ganzes Jahr brauchen Sie zu einem Anzug? Gott hat die ganze Welt m sechs Tagen geschaffen, und Sie brauchen em Jahr zu einem Anzug?" # rjr _

Der Schneider lächelte bescheiden:

Das können Sie nicht vergleichen, guter Herr! Sehen Sie sich die Welt an und dann den Anzug!

*

Das große Fußballmatch war zu Ende.

Die Zuschauer verließen das bretterumzaunts Stadion.

Nur Stolle stieg über den Zaun.

Der Aufseher kam gelaufen.

Herr! Können Sie nicht dort herausgehen, rod Sie hereingekommen sind?"

Stolle nickte:

freilich. Das tue ich doch gevads*

Alten aus dem Munde eines an der Westfront stehenden Kameraden mancherlei Interessantes über Eindrücke und Erlebnisse während der bisherigen Kriegswochen. Die alten Artilleristen folgten den Schilderungen mit größter Spannung.

Der dienstliche Teil des Appells schloß in üblicher Weise mit dem Gruß an den Führer als Gelöbnis zu treuer Gefolgschaft wie bisher auch für die Zu­kunft. Im übrigen füllte gute kameradschaftliche Unterhaltung die Stunden aus.

Standortappell des Reichstreubundes.

Unter Leitung des derzeitigen Standortführers Kamerad Hans Bill fand am Samstagabend im Burghof" ein Standortappell statt, an dem sich auch wieder Kameraden der Wehrmacht beteiligten Es wurde eine Reihe von Dienstsachen bekanntgegeben, u. a. auch neue Gesetzesverordnungen über die Be­treuungsarbeit, die Betreuung der Wehrmachts­angehörigen, soweit für sie der Reichstreubund in Betracht kommt, über das Ruhen ber Rechte unb Pflichten unb über bie Unterstützungen. Es würbe hervorgehoben, baß bie Anwartschaften weiterlaufen. Kassenwart Lubwig Friedrich berichtete über bie Verfenbung ber Weihnachtspäckchen an bie Kaine- raben ber Front, für bie bereits zahlreiche Dank­schreiben eingegangen sinb. Einer Reihe von Kame- raben würben neben Rauchwaren auch wertvolle Bücher zum Geschenk gemacht, über bie bie Freude desonbers groß ist. Der bisherige Standortführer Kamerab Hauptmann Schwenber, ber hier zum Urlaub war, hatte bem beseitigen Stanbortführer an alle Kameraben bie besten Grüße unb Wunsche zum Jahres wechsel aufgetragen.

Kameradschastsappell ehemaliger Kavalleristen.

Arn Samstag fand imBayrischen Hof* der Monatsappell der Kameradschaft ehemaliger Kaval- leristen unter Leitung von Kamerad'schaftsführer Ernst Hartmann statt. Eingangs des ersten Kameradschaftsappells im neuen Jahr gedachte der Kameradschaftsführer des Führers und sprach den Kameraden, die im Westen und Osten erneut ihrer Vaterlandspflicht genügen, die besten Wünsche aus. Dann wurden bie Feldpostbriefe verlesen, u. a. auch einer von Kamerad Immel, ber als Leutnant im Westen ist. Auch die Kameraden vom Reiterzug des Infanterie-Regiments 116 hatten Feldpostgrüße gesandt. Wie der Kamerad schaftsführer hervorhob, wurden den Kameraben Weihnachtspäckchen gesandt. Nach ber Verlesung der letzten Dienstbefthle wurde über bie Führertagung des NS.-Reichskriegerbun­des mit den Vertretern der Gießener Kamerad­schaften berichtet. U. a. wurde darauf hingewieftn, daß jede Kameradschaft über gute Schützen verfügen soll, die evtt. mit Kameraden anderer Kamerad­schaften zusammen in der Lage sind, eine Ehren­salve zu schießen. Dieser soldatische Brauch, ber in den ländlichen Ortschaften besteht, soll auch m Gießen wieder aufleben. Weiterhin wurde über die Fechtsammlung zu Gunsten der Hinterbliebenen und über die Propaganda gesprochen.

unsere Kinder die Aufbauarbeit friedlich fortsetzen können. Das Vermächtnis der Gefallenen des Welt­krieges, der Bewegung und des jetzigen Krieges er­heischt gebieterisch, daß jeder Deutsche seine Pflicht tut. Erst wenn Englands Vormachtstellung ge­brochen sein wird, können die Völker Europas ihrer fri edlichen Entwicklun g entgegen sehen. Wir werden aber nur dann England besiegen, wenn wir von dem Willen jener Männer durchdrungen sein wer­den, die die Bewegung und das Großdeutsche Reich schufen.

NSKK.-Oberfturmmann Adolph von Wetzlar führte im weiteren Verlauf des Abends Farben­photos von Landschaften aus den Tiroler Bergen vor. Anschließend wurde ein Farbfilm vom Reichs- kriegertag in Kassel gezeigt, der deshalb besonderes Interesse fand, weil er Ausschnitte aus dem Dienst des Sturmbannes 1/83 zeigte. Der Sturmbann be­teiligte sich an den Absperrarbeiten, und von dem Vorbeimarsch einzelner Gruppen, wie der Fahnen- und der Ehrenkompanien, der Auffahrt der Gäste des In- und Auslandes, wurden Aufnahmen herge- fteilt, die jetzt wiedergegeben wurden.

Der Hauptfilm war aber der, den der Sturm­bann 1/83 unter dem TitelEin Jahr aus bem Dienstbetrieb des Sturmbannes 1/83" aufnehmen ließ unb der ff-Mann Kaucher 11/83 Wetzlar bearbeitet und von den HenfoldtEerken hergestellt wurde. Er begann mit Aufnahmen von den Früh- jahrswettkämpfen in Friedberg, zeigte den Auf­marsch des Sturmbannes in Schotten und die Staf­felmänner beim Empfang des Gauleiters Sauckel van Thüringen und beim Kreiskriegertag in Wetz­lar, an dem Landeskriegerführer ff - Oberführer Generalleutnant z. D. Fett teilnahm. Abschließend war die ff beim Ernteeinsatz zu sehen. Leider ist durch den Krieg eine Unterbrechung der Aufnah­men erfolgt. Dieser Film soll später vervollständigt werden.

Eine Sammlung für das WHW. erbrachte rund 200 RM.

Sturmb annfüh rer St ast ny-Hain schloß den Kameradschafts ab end mit dem Treugelöbnis zum Führer.

Wer die Gelegenheit hatte, die Entwicklung Willi Domgraf-Faßbaenders im Laufe der Jahre zu oer-