Ausgabe 
8.1.1940
 
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Dreimal Infanteriesturm

Silvester im Kameradenkreise

Hier wird entmint.

Vorsichtig schiebt sich der Pionier auf dem Bauche heran und gräbt mit den Händen die festgestellte Mine frei. Das Bild links zeigt im Hintergrund die geborgene Mine und vorn das Erdloch, in dem sie versteckt lag. (PK.-Klein-Atlantic°M.)

lang marschiert, hat nur schlechte und viel­leicht keine Unterkünfte gehabt und ist im­mer wieder für die Sicherung verantwortlich ge­wesen. Dieses dauerndeV o rn-a m-Fein d"- Sein verlangt Kraft, Geistesgegenwart und Nerven. Es ist oft auch ein Alleinsein, das sich mit der Verantwortung für das Leben an­derer verbindet. Es handelt sich in vielen Fällen um ein selbständiges Entschließen, um eine Kampfhandlung, die einzig und allein als Kämpfer- tum der Persönlichkeit zu bewerten ist. Die Infan­terie von 1940 ist von demselben Geist erfüllt, wie die vvn 1914! Nur ihre Kampfweise hat sich ge­ändert; man geht nicht mehr in dichten Schützen­linien vor, sondern der einzelne ist mehr aus sich gestellt. Daher wird das Verständnis nicht nur für das Kampfverfahren, sondern auch für die Kampftage vorausgesetzt. Es verbindet sich mit der Beherrschung verschiedener Waffen. Der In­fanterist muß sicher handeln.

Wenn sich auch das Zahlenverhältnis zwischen der Infanterie und den anderen Waffen stark zu Gun­sten der letzteren gewandelt hat, so stehen dennoch Hunderttausende deutscher Männer in den Reihen der Infanterie. Sie führen aus, was ihnen befoh­len ist. Sie erblicken in dem Sturm auf die feind­liche Stellung die selbstverständliche Pflicht. Den­noch, das neue Infanteriesturmabzeichen läßt sie ihnen und allen Deutschen von nun an als eine besondere ehrenvolle und stolze Auf­gabe erscheinen. Die drei WorteIch bin Infan­terist!" haben seit dem 1. Januar 1940 einen neuen Klang. Äe find ein Ehrentitel, wie er schöner für den deutschen Mann nicht zu denken ist. Sie werden, daran ist nicht zu zweifeln, viele gerade der besten Kämpfernaturen den Weg in die Infanterie finden lasten."

Große deutsche Kunstausstellung 1940

»Auch in ernster Kriegszeit soll die Kunst nicht schweigend

Berlin, 7. Januar. (DNB.) DerVölkische Beobachter" veröffentlicht einen Aufsatz von Oberst­leutnant Dr. Hesse, der sich mit der vom Ober­befehlshaber des Heeres eingeführten besonde­ren Auszeichnung für die Infanterie beschäftigt. Oberstleutnant Dr. Hesse schildert zunächst den Sinn der neuen Verordnung, nach welcher die Angehörigen von Jnfanterieschützen-Kompanien, die nach dem 1. Januar 1940 an drei Stürmen teilge­nommen haben, das Infanteriesturmabzeichen durch den Regimentskommandeur verliehen erhalten und chreibt weiter:

Gewiß ist der Infanterist der letzte, der eine olche Hervorhebung vor anderen Waffen in An- pruch nimmt. Er weiß, daß es der tatkräftigen Mithilfe der Jnfanterie-Begleitwaf- en, der Artillerie und der Flieger bedarf. Er sieht auch hier überall das Opfer für das Vater- land gebracht und erkennt es rückhaltlos an. Wenn dennoch dem Infanteristen die Auszeichnung eines besonderen Abzeichens künftighin zuteil wikd, so wibd damit anerkannt, daß er etwas zu lei st en hat, was für die anderen Waffen in dieser Form nicht oder nur selten zutrifft. Worin besteht dies? Es handelt sich nicht allein um die Tatsache, daß von ihm der Sturm und der Kampf Mann gegen Mann bestanden werden muß. Es geschieht dies ohne den Schutz einer be­sonderen Deckung, wie sie etwa der Panzer erreicht. Wenn auch beim Sturm auf die Schuß­waffe nicht verzichtet wird, so kommt es doch schließ­lich im letzten Augenblick zu einem Kampf Mann gegen Mann, bei dem jede Distanz vom Gegner aufgehoben ist.

In den meisten Schlachten und Gefechten sind auch große körperliche An st re na ungen für die Infanterie vorangegangen. Sie ist tage­

tan d". Er liest vor und die anderen horchen hin. Es ist das Kapitel vom Weihnachtserleben 1917. Aber es paßt noch, denn das Bäumlein brennt ihnen im Bunker auch zum Jahreswechsel. Die Ge- schichte hatte alle nachdenklich gestimmt und ernst. Aber der Papa rettet die Sachlage. Er sagtKin­der, in wenigen Minuten ist Neujahr! Jetzt wollen wir uns mal die Gläser füllen und anstoßen!" Sie heben die Kanne auf den Tisch. Noch ist das Ge­tränk, das sie sich brauen ließen, heiß und duftig.

DerPapa" hat auf die Uhr geschaut und jetzt sagt er12 Uhr!" Der Lautsprecher in der Ecke zeigt ebenfalls die zwölfte Stunde an. Da erhebt sich die Bedienung des GeschützesDora", die Gläser mit heißem Punsch gefüllt, stoßen die Männer an und mit den besten Wünschen und Hoffnungen trinken sie dem jungen neuen Jahre einen herzlichen Will- komm. Dann holen sie eine alte Blechdose vom Ofen herunter, schieben eine Waschschüssel auf den Tisch und nehmen mit einem lappenumwickelten Löffel das flüssige Metall aus dem Schmelztiegel heraus, das zischend in das Wasser fällt und erstarrt. Da gibt es allerlei Späße und prophetische Weis­sagungen für den Schicksalsablauf eines jeden, der das blanke Blei in die Schüssel gießt.

Zwischendurch wird wieder das Glas gehoben und auch der Kameraden gedacht, die in Urlaub sind. Dann rauschen die Klänge derQuetschkommode

München, 6. Januar. (DNB.) DasHaus der Deutschen Ku n st" (Neuer Glaspalast), Anstalt des öffentliches Rechtes zu München, er­läßt folgenden Aufruf an die bildenden Künstler Großdeutschlands:

Als jeweilige Betreuerin Eurer besten Iahres- chöpfungen kann Euch das Haus der Deutschen Kunst keine schönere Neujahrsboffchaft übern tteln als die daß der Führer für das Jahr 1940 soeben die Durchführung einer neuen großen Ans­tellung deutscher zeitgenössischer Malerei, Graphik und Plastik der Gro- ;en Deutschen Kunstausstellung 1940 im Hause der Deutschen Kunst zu München angeordnet hat.

Ju einmütiger Entschlossenheit und mit hartem Willen steht das deutsche Volk bereit, sein Leben zu verteidigen. Mit Stolz und Zuversicht tritt die anze Natton den kommenden Ereignissen geaen- iber. Nicht allein mit der Klinge in der Faust, son­dern erfüllt von jenem ursprünglichen Optimismus, der zum Leben und noch mehr zum Kämpfen und Siegen notwendig ist. Und so soll in dieser ernsten Kriegszeit nach dem Willen des Führers auch die Kun st nicht schweigen, vielmehr es als ihre schönste und hehrste Verpflichtung ansehen, in einer Zeit größter, für das Bestehen unseres Volkes und seiner Kultur wichtigster Entscheidungen den deut­schen Menschen mit ihren Schöpfungen zu erfreuen und zu beglücken.

KriegSerleichlerungen für die Krastfahrzeugsteuer.

Sie Zulassungsstellen genehmigen in dringenden Bedarfsfällen die Benutzung stillgelegter Kraftfahr­zeuge für einzelne Tage oder für be­stimmte Fahrten, wobei statt des roten Wim kels eine schriftliche Fahrerlaubnis erteilt wird. Nach dem Gesetz muß der Fahrzeughalter die volle Monats st euer entrichten, auch wenn er das Fahrzeug nur wenige Tage im Monat benutzt. Er muß ebenso die volle Monatssteuer zahlen, wenn Bedarfs st eilen der Wehrmacht oder außerhalb der Wehrmacht das sttllgelegte Fahrzeug für kurze Fristen oder für bestimmte Fahrten zur Benutzung beanspruchen. Zur Vermeidung unbilliger Härten hat der Reichsfinanzminister für die Dauer des Krieges besttmmt, daß das Finanzamt in diesen Fällen die Monatssteuer auf Antrag stunden kann. Nach Ablauf des Steuermonats darf von der Erhebung der gestundeten Kraftfahrzeugsteuer ab­gesehen werben, wenn das Fahrzeug während des Steuermonats nicht mehr als fünf T a g e benutzt worden ist. Für die Vergangenheit entnch- tete Kraftfahrzeugsteuer wird nicht erstattet. Auf Antrag wird die Kraftfahrzeugsteuer auch für einen Teil des Steuermonats erstattet. Steuerfreie Per­sonenkraftwagen verlieren nicht schon dadurch die Steuerfteiheit, daß sie auf Grund einer behördlichen Freigabe zur Güterbeförderung benutzt werden. Ein steuerfreier Personenwagen wird erst steuerpflichtig, wenn er zum Lastkraftwagen umgebaut wird. Die Herausnahme der Sitzplätze und das Einlegen oott Brettern allein gelten nicht als Umbau.

Noch mehr als die bisherigen Ausstellungen im Haus der Deutschen Kunst soll die kommende große Schau Zeugnis ablegen von der Schaffenskraft und -größe unserer lebenden deutschen Maler, Bildhauer und Graphiker. Darum werden auch bei dieser Aus­stellung wieder hohe künstlerische An­sprüche an die eingesandten Arbeiten zu stellen sein: Mit den besten Werken der reifsten Künsller soll die Ausstellung ein leuchtender Stern am Kunst­himmel des kommenden Sommers werden. So rufen wir Euch, Großdeutschlands Künstler, im Namen des Führers auf, zu schaffen und zu werken und Euer Bestes zu geben für unser gemeinsames Ziel: dieGroße Deutsche Kunstausstellung 1940" zu einem eindrucksvollen Manifest deutschen Kultur­willens und zu einem künsllerischen Ereignis ersten Ranges zu gestalten.

Mit der E r ö f f n u n g der Ausstellung ist diesmal früher als sonst, voraussichtlich am 1. Juni 1940 zu rechnen. Die schriftliche Anmeldung der zur Einsendung beabsichtigten Arbeiten ist bis 10. März 1940 erforderlich. Die Einlieferung der Kunst­werke findet vom 15. bis 30. März 1940 statt. Nähe­res ist aus den Ausstellungspapieren ersichtlich, die ab 15. Februar beim Haus der Deutschen Kunst, München, Prinzregentensttaße 1, Fernruf 20 214, 20 215, 24148, 24 149 gegen Erstattung eines Un­kostenbeitrages in Höhe von 0,50 RM. erhältlich sind.

tung befindet sich der Stabschef Graf Ehrens- värd. Der ehemalige schwedische Außenminister Sandler ist in der schwedisch-finnischen Grenz­stadt Haparanda eingetroffen. Er wird seine Reise nach Nordfinnland fortsetzen, wo er im Zusammen­hang mit dem schwedischen Freiwilligenkorps tätig sein wird. Ein S o n d e r z u g mit Freiwilligen für Finnland aus allen Teilen Schwedens hat Stock- j holm verlassen. Man bemüht sich ferner, ein schwedi- sches Schibataillon aufzustellen. Auch zwei \ Leutnante der dänischen Luftwaffe sind in die Dienste Finnlands getreten.

Oer Wehrmachisbericht vom Sonntag.

Berlin,?. Januar. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe klarte über Großbritannien und Frankreich auf. Deutsche Seestreitkrafte haben in letzter Zeit wieder- holt Gruppen von wehrfähigen Polen, die aus den baltischen Ländern versuchten, das feindliche Ausland zu erreichen, abgefangen.

Strategische Erweiterung des Hafens von Alexandria.

Kairo, 8.Ian. (PNB.) Die ägyptische Presse meldet die Erweiterung und Vertiefung des west- tichen Teiles des Hafens von Alexandrien zwischen der Kanalmündung und Al Mets. Die Arbeiten sollen in drei Wochen beendet^ sein. Zweck der Aus­baggerung ist, auch den größten englischen Kriegsschiffen das Dorankergehen im West­hofen von Alexandrien zu ermöglichen. Die Kosten von 4000 Pfund werden von der britischen Regie- rung getragen. Die ägyptische ZeitungEgyp- tian Mail" weist darauf hin, daß während des ita- linisch-abessinischen Krieges aus denselben Gründen Ramleh, der Osthafen von Alexandrien, aus­gebaut worden ift

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat dem ordentlichen Profesior em. Geheimen Regierungsrat Dr. Lore n z M o r s hach in Göttingen aus Anlaß der Vollendung fei­nes 90. Lebensjahres die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Morsbach war seit 1893 Ordinarius für Vergleichende Sprachwissen, fchast an der Universität Göttingen.

Der Führer hat dem Ordentlichen Professor em. Geheimen Regierungsrat Dr. Paul U h l e n h u t h in Freiburg i. Br. aus Anlaß der Vollendung seines 70.Lebensjahres die Goethemedalle für Kunst und Wissenschaft verliehen. Uhlenhuth hat in Straß- bürg, Marburg und seit 1923 in Freiburg das Ordi­nariat für Bakteriologie und Hygiene innegehabt. Er war Assistent Robert Kocks und Löfflers und Direktor der bakteriologischen Abteilung des Reichs- gesurckheitsamts.

Der Stabsführer der HI., Lauterbacher ist wahrend eines mehrtägigen Aufenthaltes in der italienischen Hauptstadt von Parteisekretär Muti empfangen worden und hatte Gelegenheit, sich mit den führenden Persönlichkeiten der italienischen Ju- gendorganisatton über die Vertiefung der beider- fettigen kameradschaftlichen Beziehungen zu unter­halten. e

Auf dem mit den Fahnen Großdeutschlands fest­lich geschmückten Wilhelmsplatz in P o s e n fand am Sonntag in Anwesenheit des Kommandierenden Generals sowie des Reichsstatthalters die erste Verewigung ber Rekrutendes Heeres des Standortes Posen statt. *

In der Werft von Spezia ist das italienische Hoch- see-U°BootLuigi Torelli^ vom Stapel gelaufen.

Zwischen der japanischen Regierung und Wang- tschingwei ist eine grundsätzliche Übereinstimmung über die Pläne zur Bildung der neuen Zen­tra l r e g i e r u n g in China erreicht worden.

Der italienische Botschafter in Washington, Fürst Colonna, wurde von Präsident Roosevelt zu einer langen Besprechung empfangen.

NSG. PK. Eine schwere Flakbatteri^! Die Ge­schützstellungen liegen dicht nebeneinander! Draußen steht im Wirbel der Schneeflocken der Flugmelde­posten am Kommandogerät. In den Bunkern aber hockt alles eng und dicht beieinander. Da ist eine Bombenstimmung. Noch einmal haben sie den Weih- nachsbaum angesteckt und freuen sich über den feinen Schimmer, der über die grauen Wände des Bunkers gleitet. Einer spiett auf seiner Ziehharmo­nika Weihnachtsweisen und die anderen summen und brummen die Melodien mit, die sie sooft als Kinder und auch als Erwachsene noch gesungen hatten. Heute sind auch die Kameraden wieder m der Runde, die Weihnachten heimfahren Durften, dafür sind zwei mit frohen Gesichtern abgedampft.

DerPapa", ein alter Frontkämpfer des Welt­krieges, erzählt von feinen verschiedenen Sttvester- feiern in Frankreich, Polen und Rumänien. Und die Jungen horchen ihm aufmerksam zu. Vor lhm hat­ten sie Respekt, denn derPapa" hatte langst schon daheim sein können bei seiner Familie, weil er Den Entlassungsjahrgängen" angehort. Aber wenn ein­mal ein alter Krieger unter einer Rotte so schnei­diger Burschen vier Monate lang steckt urck wirk­lich ihrPapa" geworden ist, dan blieb ihm nur eines, bableiben. . m ,

Einer holt aus seinem Rucksack em schlichtes Buch. Es ist ZöberleinsGlaube an Deutsch­

Der DampferCity of Marseille", 8317 Tonnen, erhielt beim Auflaufen auf eine Mine an der schottischen Oftküste ein großes L e ck mittschiffs. Ein Mattose wurde getötet, 13 in» bische Seeleute wurden verwundet. Der Dampfer wurde in einen Hafen eingeschleppt.

Der brittsche TrawlerKingston Corne­ll an", 449 Bruttoregistertonnen, sank nach einem Zusammenstoß mit Dem fronz o si sch en PassagierdampferCHella , 8920 Vrgt, am Freitagabend in der Meerenge von Gibraltar. Die gesamte Besatzung des Trawlers von 16 Mann wurde getötet. DieChella" wurde am Vorder­teil beschädigt.

durch den Raum. Ein Lanbserlled lost das andere ab. Herrlich ist die Stimmung. Langsam verlöschen am Bäumchen die Kerzen. Ehrliche Müdigkeit senkt ich herab in den Bunker. Zum letzten Male klingen yie Gläser zusammen und vorbei ist die Silvester­eier im Kameradenkreise. Und sie war schön!

Eugen Press.

Wegweiser im Bunkergelände.

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Diesen Wegweiser beobachtete unser Bildbericherstat« ter im Westwall. Die verschiedenen Aufschriften, die zu den einzelnen Stellungen und Bunkern führen, verraten den Humor, den unsere Soldaten bei der Namengebung ihrer Stellungen entwickeln. (PK.-Schöpf-Scherl-M.)

Aus aller Wett.

Vollstreckung von Todesurteilen.

Am 6. Januar 1940 wurde der am 24. Juni 1905 geborene Kazys Venzlauskas hingerichtet, der vom Schwurgericht in Memel wegen Mordes und besonders schweren Raubes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte verurteilt worden war. Venzlauskas hat in der Nacht zum 23. März 1937 in Metterqueten (Memelaebiet) die 71 Jahre alte Pächterswittve Marie Klaschus überfallen, ermordet und beraubt. Am 6. Januar 1940 ist der am 24. Mai 1920 in Podewitten, Kreis Wehlau, ge­borene Fritz Krause hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Königsberg (Preußen) am 6. De­zember 1939 wegen Verbrechens gegen Die Ver­ordnung gegen Volksfchädlinge zum Tode und dauernden Ehrverlust verurteilt worden war. Krause hat am 1. Dezemoer 1939 in Maraunen, Kreis Heiligenbeil, aus Rache einen Stall seines Betriebsführers angesteckt. Dadurch wur­den Bich, Futtermittel und Gebäude im Werte von 180 000 RM. vernichtet. Am 6. Januar 1940 ist der am 17. November 1906 in Boguschewen (Ost­preußen) geborene Hermann Stroemer hinge- rtdjtet worden, der vom Sondergericht in Königs­berg am 30. November 1939 wegen fortgesetzten Verbrechens nach der Verordnung gegen Volks­schädlinge zum Tode und dauernden Ehrverlust ver­urteilt worden war. Stroemer, ein schwer vorbe­strafter Verbrecher, gab sich nach Verbüßung einer dreijährigen Zuchthausstrafe Bauern gegenüber a l s Flüchtling aus einem ostpreußischen Grenzort aus und beging unter gewissenloser Ausnutzung Des Mitleides der Volksgenossen Betrügereien. Er erweckte dabei bewußt Den Anschein, als ob die Flüchtlinge keine staatliche Unterstützung erhielten und daher auf Bettelei und mildtätige Gaben ange- nüefen feien. Am 6. Januar 1940 ist Der am 21. Dezember 1911 in Königsberg (Preußen) ge­borene Artur Britt hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Königsberg (Preußen) am 24. No­vember 1939 wegen Verbrechens nach § 4 der Ver­ordnung gegen Volksschädlinge sowie wegen fort­gesetzten Rückfallbetruges und fortgesetzter schwerer urdundenfälschung zum Tode und zu 15 Jahren Zuchthaus sowie zu dauerndem Ehrverlust ver­urteilt worden war. Britt, ein erheblich vorbestraf­ter Gewohnheitsbetrüger, hat auch kurz vor dem Krieg wieder viele Darlehensschwinde­leien begangen. Nach Kriegsbeginn gab er sich als Frontsoldat oder Militärarzt aus und erschwindelte so Geldbeträge unter gewissenloser Ausnutzung der Gebefreudigkeit zahlreicher ärmerer Volksgenossen.

Türkischer Passagierdampfer

vom Sturm auf den Strand geworfen.

Der Dampfer ipha n", der mit 200 Passa­gieren und einer wertvollen Ladung von Alexan- Drette zurückkehrte, wurde durch Sturm bei Anta- laya auf Strand geworfen und befindet sich in einer gefährlichen Lage.

Lyoner Seidenspinnerei und -Wirkerei eingeäschert.

Eine Seidenspinnerei und -Wirkerei in Lyon ist völlig eingeäschert worden. Die Feuerwehren waren machtlos, da die Flammen in den Rohstoffvorräten immer wieder neue Nahrung fanden. Das Haupt­fabrikgebäude ist eingeäschert. Der Schaden wird auf über 700 000 Francs geschätzt.

Wolfsrudel überfallen mazedonische Dörfer.

Verschiedene Dörfer in Westmazedonien und Thrazien nahe der griechisch-bulgarischen Grenze wurden von Wolfsrudeln heimgesucht, die zahl­reiches Vieh verschleiften. Mhrere Bauern wurden im Kampf mit den Tieren verletzt. Zehn Wölfe konnten getötet werden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder- Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Pro- vinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., samtluh m Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ift PnisMe Nr, 5 vom 1, DMMöLL IM Mis-