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habe noch nicht einmal zwanzig Minuten Zeit gehabt, um sich zur Flucht vorzubereiten. Mit dem, was sie auf dem Leibe hatten,mußten sie viele Kilometer laufen, bis sie in Züge verfrachtet und zwei Tage und zwei Nächte gefahren wurden, bis sie zu ihrem Bestimmungsort kamen.
Sicherlich sei einiges bezüglich der Unterbringung der Elsässer besser geworden, die völlige Unordnung der ersten Zeit sei etwas gewichen, doch auch heute noch, nach vier Monaten, tappe man hinsichtlich der Organisation der Unterbringung noch im Dunkeln. Biele schwangere Frauen lägen heute noch auf Stroh, weil es nicht möglich sei, ihnen ein Bett zu verschaffen. Zu 15 bis 20 Personen seien die Elsässer in einem kleinen Bauernhaus untergebracht, in dem es für alle zusammen nur einen einzigen Kochtopf gebe. In diesem Kochtopf müsse der Kaffee, die Suppe, die Kartoffeln und auch Wäsche gekocht werden. Andere müßten an einem offenen Feuer sich erwärmen und kochen. Man brauche sich also nicht zu wundern, wenn die Elsässer heute an ihr Schicksal und an ihre Heimat nur unter Tränen denken könnten.
Die Zusammenkunft von Venedig
Das Ergebnis der ungarisch-italienischen Besprechungen.
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Angaben von einer Zerstörung und Sprengung der Murman-Bahn nicht begründet sind. Der russische Vormarsch in diesem Kampfsektor richtet sich au Kemijärvi und Rovaniemi, den wichtigen Eisenbahn- punkt, der die Verbindung mit Kemi und Tornea herstellt.
Venntiere werden evakuiert.
Kopenhagen, 6. Jan. (Europapreß.) Aus Sodankyle meldet „Politiken", daß die Finnen in Lappland begonnen haben, ihre Renntierbestände zu „evakuieren". Die Tiere, etwa 200 000 Stück,
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Das verlassene Elsaß
Ein belgischer Bericht.
die Lage nicht verändert habe. Für, Ungarn , von größter Bedeutung, auf Italien zählen zu
gelangt.
Frau Marie lebte wohl in der Stadt, aber sie war keine Städterin, war vielmehr innerlich mit dem Dorf, aus dem sie stammte, seinen breiten Wiesengründen und weiten Kornfeldern immer ver- wachsen geblieben. Deshalb hatte sie auch ihr väterliches Erbteil darangesetzt, daß sie und ihr Mann ich das kleine Haus am Rande der Stadt bauen konnten, wo nicht mehr die Enge der hohen Straßen drückend lastete, und sie am Blühen eines Apfelbaumes vor ihrem Küchenfenster und am Wachsen und Reifen seiner Früchte erkennen konnte, wie weit das Jahr vorgeschritten war. Nun hatten ihr das heimatliche Dorf und der väterliche Hof ein warmes, lebendiges Wesen von sich anvertraut, und machtvoll wie ein vereister Strom im Frühling brach in chr jenes uralte bäuerliche Gefühl verantwortungsbewußter Fürsorge aus, womit der Bauer sein Vieh gleich einen Seinesgleichen umgibt. Als sie das erstemal neben der Ziege saß, legte sie ihr Gesicht in das weiche Fett des Tieres, und sie sah sich wieder als junges Mädchen unter den Kühen des Vaters sitzen, die morgens und abends zu melken zu ihren Aufgaben gehört hatte.
Die beiden Töchter konnten es nicht verstehen, warum ihre Mutter so an dem Tiere hing, was ihnen nicht einmal verdacht werden kann. Denn woher sollten sie wissen, die in ter Stadt geboren und aufgewachsen waren, daß der bäuerliche Mensch die Trennung von der mütterlichen Erde und allem, was sie trägt, nur damit erkauft, daß er fein ganzes Leben lang ein Heimweh danach mit sich herumtragen muß und oft in erschütternder Liebe an den Brosamen hängt, die für ihn in der Fremde vom Tische der Heimat fallen. In ihrer Art aber sorgten auch sie für die Ziege: sie gaben chr gleich am ersten Tag den doch wirklich hübschen Namen Minka, womit das gute Tier endlich seiner Namenlosigkeit entrissen wurde, sie brachten ihr manches Grünzeug von ihren Sonntagsausflüaen mit und waren ehrlich enttäuscht, wenn Minka wählerisch das eine oder das andere verwarf. Das Verhältnis des Mannes und Vaters zu der neuen Hausgenossin aber beschränkte sich darauf, daß er die Frau mit ihrer neuen Liebe neckte und sich im übrigen die'Milch im Kaftee und die Butter auf dem Brot gut schmecken ließ.
Die Zeit rann dahin, und in ihr erwies sich t Minka als treu und gewissenhaft in der Erfüllung
Helsinki, 7. Januar. (Europapreß.) Aus Suo- mussalmi wird berichtet, daß trotz der fürchterlichen Kälte — es herrschen in diesem Gebiet 4 1 Grad unter Null — die Kämpfe an Heftigkeit nicht nachgelassen haben. Allerdings fei n o ch t e i n e Entscheidung erzielt worden. Die finnischen Hoffnungen auf einen Sieg im Salla-Abschnitt haben sich nicht erfüllt, da der russische Widerstand in diesem Kampfabschnitt kürzlich verstärkt worden ist. Die Tatsache, daß die Russen nach wie vor Verstärkungen sowohl an Truppen als auch an Kriegsmaterial erhalten, zeigt, daß dir finnischen
[orten m westlicher Richtung z u r s ch fische n Grenze qetrieben werden. Die Renntiere sind ■ür das finnische Heer van »rößter Bedeutung, da ie das notwendige Material für die Herstellung von Stiefeln, Mützen, Mänteln und sonstigen Ausrustungs- und Uniformstücken liefern. Ferner ist das Renntier, leisch ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung »es Heeres. Die 200 000 Renntiere entsprechen einem Gegenwert von hundert Millionen Finnen- mark und sind damit ein wesentlicher Teil des Reichtums des Landes.
Englands Umtriebe in Skandinavien
Moskau,?. Jan. (DNB.) Das Blatt der russischen Armee, „Kraßnaja Swjesda", beschäftigt sich mit den Hintergründen der von den Westmächten ür die angebliche „U n t e r st ü tz u n g Finnlands entfachte Kampagne. Diese Unterstützung fei nur ein Deckmantel für viel weitergehende Absichten der Londoner und Pariser Regierungen, welche die skandinavischen Länder auf feiten des englisch-französischen imperialistischen Blockes in den Krieg hineinziehen möchten. Der berüchtigte Pertinax habe noch unlängst geschrieben, daß Schweden und Norwegen, diese durch ihren Erzreichtum besonders wichtigen Länder, auf die Seite der Westmächte übertreten müßten. England und Frankreich müßten darauf ausgchen, die skandinavischen Länder ganz ihrer Kontrolle zu unterwerfen, indem sie Schweden und Norwegen zur „Unterstützung" Finnlands aufforderten. Der militärische Mitarbeiter des Pariser „Matin", General Duval, schreibe, das Vorhandensein der Magi- notlinie erlaube es den Westmächten, den Krieg auch auf andere Schauplätze auszudehnen. Dabei weise er ausdrücklich auf die skan di na- vischen Länder hin, welche im Zusammenhang mit dem finnisch-sowjetrussischen Konflikt zu die- semZweck ausgenützt werden müßten.
Die Entsendung von schwedischen Freiwilligen nach Finnland und die Unterstützung der finnischen Armee mit Mafien und Munition genüge den westlichen Kriegstreibern nicht mehr. Sie würden jetzt darauf hinarbeiten, Schweden zum Abschluß eines Beistandspaktes mit England und Frankreich zu bewegen. Die britische Politik wolle mit diesen Plänen eine „neue Front" gegen Deutschland schaffen.
pariser Hoffnungen
Brüssel, 8. Jan. (Europapreß.) Die Pariser Presse beschäftigt sich erneut sehr eingehend mit der Rolle Skandinaviens bei der Weiterentwicklung der kriegerischen Ereignisse zwischen Rußland und Finnland. Der militärische Mitarbeiter des „Petit Parisien" spricht bereits von einer „skandinavischen Front", die die Aufmerksamkeit der ganzen Welt in Anspruch nehme. Die nationalistische „Action Fran^aise" sagt, die Möglichkeit, daß der Krieg sich auf andere Schauplätze im Norden oder fortftige Teile Europas ausdehnen forme, habe Nichts, was die Verbündeten erschrecken würde. Wenn die Verbündeten es verstünden, die Gelegenheit zu ergreifen, und die Initiative behalten würden, dann seien viele Hoffnungen erlaubt, und es würden sich große Möglichkeiten eröffnen.
Finnischer Weltmeister an der Front gefallen.
Helsinki, 7. Jan. (Europapreß.) Der Weltmeister im Eislauf, der 28jährige Finne Birger W a s e n i u s , ist in den Kämpfen nordöstlich des Ladoga-Sees gefallen. Wafenius gehörte der Weltelite im Schlittschuhsport an und stand in der Weltrangliste an siebenter Stelle. Der Weltmeister im Speerwerfen, der Finne N i i k a - ! nen, ist an der karelischen Front schwer verletzt r worden.
i Die schwedischen Freiwilligen für Finnland.
Stockholm, 7. Jan. (Europapreß.) Der Ober- i kommandierende des schwedischen Freiwil- i ligenkorps für Finnland, General Li n - i der, hat am Samstagabend Stockholm verlassen , und sich nach Finnland begeben. In seiner Beglei-
Brüssel, 7. Jan. (Europapreß.) L6on Degrelle gibt im „Pays Rsel" ein wahrhaft erschütterndes Bild vom heutigen Elsaß und den Leiden, die die evakuierten Bewohner dieses Gebietes ertragen müssen. Die einst so lieblichen, kleinen, elsässischen Städte böten jetzt einen Anblick namenloser Traurigkeit, denn sie seien heute nicht nur von ihren Bewohnern verlassen, sondern obendrein von den Soldaten ausgeplündert und verwüst et. Degrelle beschreibt, wie bald englische, bald französische, bald farbige Truppen in diesen verlassenen Wohnungen Hausen, einer dem anderen die Trümmer übergibt, die er nach intensivster Nutzung noch übrig läßt. Oft erschienen in diesen Häusern aber auch herumstreichende Soldaten, die gerade auf der Suche nach irgendwelchem brauchbarem Material, nach Wellblech, Holzplanken oder Einrichtungsgegenständen seien. In solchen Fällen würde dann rücksichtslos genommen, was man brauche. Bei alledem ist zu bedenken, daß die Elsässer bei ihren Zwangsevakuierungen nichts von all ihrer Habe m i t n e h m e n konnten, sondern' alles stehen und liegen lassen mußten, wie es gerade mar. Ein groß-er Teil der Evakuierten, so schreibt Degrelle,
Venedig, 7. Jan. (Europapreß.) Am Sonntog- oormittag Hut im Hotel „Danieli" in Venedig eine abschließende Besprechung zwischen dem italienischen Außenminister Graf C i a n o und dem ungarischen Außenminister Graf C s a k y stattgesunden. Graf Ciano äußerte sich mit höchster Befriedigung über das Ergebnis der Zusammenkunft, die die vollkommene Ueberein ft immun g der Ansichten bestätigt habe. Sie habe volles Verständnis für die im europäischen Geiste und ohne nationalen Egoismus betrachtete Lage gezeigt. — Die beiden Außenminister haben sich im Anschluß an ihre Besprechung mit ihrer Begleitung im Motorboot nach der malerischen Insel von Torcello begeben, wo der Präsident der Weltausstellung von Rom, Senator Cini, in einem venezianischen Restaurant zu Ehren der Gäste ein Frühstück gab. Am Sonntagnachmittag kehrte Graf Ciano im Flugzeug nach Rom zurück, während Gras Csakg um 18 Uhr, entgegen seinem ursprünglichen Reisepro- gramm, das einen einwöchigen Erholungsurlaub in San Remo vorsah, mit dem Schnellzug nach Buda p e ft abreifte. Nach Abschluß der Besprechungen wurde das folgende Kommunique veröffentlicht:
„Der italienische Außenminister Graf Ciano und der ungarische Außenminister Graf Csaky hatten anläßlich ihrer Zusammenkunft in Venedig einen Meinungsaustausch über die allgemeine europäische Lage. Sie konnten von neuem mit Befriedigung feststellen, daß die Grundlagen, auf die sich die fteundschastliche und enge Zusammenarbeit der beiden Staaten stützt, fest und sicher sind, und daß in allen Fragen eine vollständige Heber» einftimmung der Ansichten zwischen den beiden Regierungen besteht."
Die italienische Presse betont die enge Zusammenarbeit und Hebereinstimmung der Ansichten der beiden Regierungen zur Erhaltung der Ordnung und des Friedens in Europa. Der offiziöse „P o p o l o d' I t a I i a" schreibt, Ungarn könne auf die Freundschaft Italiens als der ersten B a l k a n m a ch t zählen. Die Begegnung von Venedig fei gegen ni emand gerichtet. Es handle sich um eine normale Fühlungnahme hn Geiste der Freundschaft, die die italienisch-ungarischen Beziehungen kenn- zeichne. In den zwanzig Jahren seit den unheilvollen Friedensverträgen habe Ungarn stets fein Recht betont, und es wünsche, daß seine Ansprüche bei der Neuordnung Europas erfüllt würden. Ungarn trete jetzt wie Italien für eine Begrenzung des Konflikts ein. In diesem Geist bewähre sich die italienisch- ungarische Zusammenarbeit als aufbauende Kraft für die Geschicke des neuen Europa, wie sie Mussolini vorschwebe. Die „Stampa" schreibt, man müsse zwar vorläufig gewisse Ansprüche aus Gründen höherer Gewalt zurückstellen. Die Beziehungen zwischen Ungarn und Jugoslawien könnten aber der Anfang und das Vorbild einer umfassenden Verständi - g u n g fein. Der „(Sortiere della Sera" betont, daß alle nichtkriegführenden Staaten heute eine friedliche Wider st andszone bildeten, und daß sich
Kölner Professor Dr. Wolfgang Keller im Ja» nuarheft von Del ha gen & Klasings Monatsheften. Er kommt dabei zu dem Ergebnis, daß in England selbst der ursprünglich verachtete und von den Angefiachsen unterworfene keltische Brite auf Grund einer propagandistischen Geschichtsfälschung des 12. Jahrhunderts obgefiegt hat, woraus sich ergab, daß der Engländer heute im Deutschen den Nachkommen barbarischer Germanen und nicht mehr seinen nächsten Blutsverwandten erblickt, ein Umstand, der auch auf das politische Verhältnis zwischen den beiden Völkern von verhängnisvollem Einfluß gewesen ist.
Zeitschriften.
— Ebenso wie ein Soldat richtig ausgerüstet sein muß, um kämpfen zu können, so müssen auch untere Selbstschutzkräfte zweckmäßig gekleidet sein und sich die notwendigen Ausrüstungsstücke anschaffen. Wie das neueste Heft der „S i r e n e" beweist, geht alles, wenn man nur will! Das trifft auch für die Verdunkelung zu, von der ein aufschlußreicher Bilderbogen der „Sirene" erzählt. Ein anderer berichtet, wie der Selbstschutz auch größere Brände bekämpft. Neben weiteren interessanten Berichten veröffentlicht die „Sirene" die Auflösung sowie die Gewinnerliste ihres 2000-Mark-Preisausschreibens „Fliegeralarm! — Was nun?"
— Mit ihrer letzten Nummer des laufenden Jahrganges legt die Jllustrirte Zeitung noch einmal eine prachtvolle Sonderausgabe vor: „Rumänien — Land, Doll und Wirtschaft". In einer Fülle hervorragenden Bild- und Textmaterials wird ein Querschnitt durch dieses reiche Land Südosteuropas gegeben. Wir können uns an Hand der Beiträge über Rumäniens Wirtschaft und seine Handelsbeziehungen zu Deutschland ein plastisches Mld von der Bedeutung der so ausgedehnten Handel spartnerschaft unserer beiden Lander machen. Nach einer Würdigung des Herrscherhauses und des Ministerpräsidenten behandelt Reichswirtschafts- Minister Funk die deutsch-rumänischen Wirtschaftsbeziehungen^ im allgemeinen, während Dr. Ober- ascher unter dem Titel „Wirtschaftliche Zusammenarbeit auf neuer Basis" das Wesen des deutsch- rumänischen Wirtschaftsvertrages heraussteltt. Der rumänische Generalkonsul in Berlin schreibt über . Rumänische Kirchentunst". Es folgen dann noch Beiträge über rumänische Eigenarten und Besonderheiten, rumänische Dolkssitten und das Deutschtum in Rumänien. Besondere Erwähnung verdienen die farbigen Äunfttwitage*,
plan und Kriegswirtschaft auch organisatorisch zu- sammengefaßt und in eine Hand gelegt werden müssen. Er hat daher für die Unterstellung der gesamten Kriegswirtschaft unter die Leitung des Generalfeldmarschalls die Initiative ergriffen.
Lenkung der Wirtschaftspolitik und Leitung der Kriegswirtschaft befinden sich also nunmehr in den Händen Hermann Görings. Er hat einen „G e - n e r a I r a t" eingesetzt, dem alle obersten Reichsstellen angehören, die an der Kriegswirtschaft beteiligt sind. Auch der Chef des Wehrwirtschaftsamtes des Oberkommandos der Wehrmacht und der Beauftragte des Stellvertreters des Führers der NSDAP, sind ständige Mitglieder. Dieser General- rat wird die Gleichrichtung aller Maßnahmen sicherstellen und die Arbeiten der einzelnen Ressorts zu prüfen haben. Es entsteht dadurch keine neue Behördenstelle, denn der Apparat des Beauftragten für den Dierjahresplan tritt in diese neuen Aufgaben ein. Im Gegenteil: es wird eine w e i t e r e Vereinfachung der Organisation angekundigt und es wird besonders betont, daß Raschheit der
Solch ein junges, unglaublich übermütiges Ding war auch Minka einmal gewesen, die übrigens damals noch nicht Minka hieß, sondern gänzlich ohne Namen in der Frühlingssonne auf einem weiten und geräumigen Bauernhaus derart luftige Sprünge und groteske Hopser vollführte, daß selbst der ernste Bauer mehr als einmal laut lachen mußte. Als sie dann entwöhnt war und es gelernt hatte, hier ein Maul voll frischer Triebe, dort ein Maul voll zarter Shräuter zu rupfen, machte der Jugendübermut allmählich anderen Gefühlen Platz, und eines Tages war es soweit, daß auch um sie drei muntere Zicklein herumsprangen.
Um diese Zeit war es, daß Minka ihre Reise in die Stadt antreten mußte. Und das kam so: Damals, vor zwanzig Jahren, hätte Frau Marie in selbiger Stadt eine Million und wenige Tage spä- ter zwei Millionen für ein Pfund Butter bezahlen müssen und sie sogar gerne bezahlt, denn papierene Millionen hatte man damals mehr als genug, wenn sie überhaupt eines hätte bekommen können. Als sie wieder einmal mit leerer Tasche vom Wochenmarkt nach Hause kam, erklärte sie: „Jetzt kommt mir eine Ziege ins Haus!" Anderntags schon schrieb sie ihrem Bruder einen Brief, und es dauerte gerade so lange, wie man braucht, um einen Ziegenstatt ausbauen zu können, bis eines Abends ein Holzverfchlag vor das Haus gefahren wurde, aus
gegenüber ihren möglichen Entwicklungen festzulegen. Dabei habe sich Der Wunsch Ungarns ergeben, auf friedlichem Wege zur Lösung seiner bekannten Probleme zu gelangen. Andererseits sei aber auch festgestellt worden, datz Ungarn diese Probleme noch immer als offen betrachte und nicht auf deren befriedigende Losung verzichte. Aber die europäische Lage werde von dem Verlauf des neuen Krieges beherrscht, und da dieser Verlauf noch unbestimmt Uftd unsicher sei, so erscheine auch der allgemeine politische Status Europas, der sich daraus ergeben noH ebenso unbestimmt. Die Aufgabe der italiemschen Politik und die seiner Freunde fei daher heute, mit Aufmerksamkeit und Anpassungsfähigkeit tee Vorgänge zu verfolgen, um die eigene Position uno etwaige Absichten nach ihrem Verlauf und aufeinanderfolgenden Wendungen einzurichten.
Die jugoslawische Neutralität
Belgrad, 7. Jan. (Europapreß.) Die „Politika" veröffentlicht eine Erklärung des jugoslawischen Außenministers Gincar Markowitsch, m der es heißt, die jugoslawische Außenpolitik könne angesichts der fortschreitenden Vertiefung der Geaen- satze zwischen den Großmächten nur g le i d) m a B t g gute Beziehungen z u allen Großm a ch- t e n aufrechterhalten und die Bereinigung aller offenen Fragen mit allen Nachbarn versuchen. Diese Bemühungen seien von Erfolg gekrönt gewesen; Jugoslawien habe daher bei Ausbruch des Konfliktes neutral bleiben können. Jugoslawien überprüfe, unterstütze und inspiriere Aktionen, die das Ziel verfolgten, die Beziehungen im Donaubecken und auf dem Balkan zu e n t f p a n n e n. Es fei zwar nicht ab zu sehen, zu welchem positiven Ergebnis diese Bestrebungen führen würden, eines aber fei sicher, daß Jugoslawien fest entschlossen sei, eine strikte Neutralitätspolitik zu verfolgen. Diese Politik liege auch im Interesse ter anderen Balkanvölker und ter ttiegfüfjrenten Mächte.
Entschlüsse und Wagemut in ter Beschreitung neuer Wege zu den Kennzeichen der deufichen Kriegswirtschaft gehören sollen. Dadurch wird es vor allem möglich sein, den englischen Plänen ter Hungerblockade schlagkräftig entgegenzutreten
Generalfeldmarschall Göring hat selbst die Leitung des Generalrats inne, er hat zu feinem Stell- vertteter den Staatssekretär Körner bestimmt. In den grundfätzlichen Fragen der Kriegswirtschaft ist im Falle der Abwesenheit des Generalfeldmarschalls Reichswirtschaftsminister Funk sein Stellvertreter. Funks große Leistung bestand in der Umstellung der deutschen Wirtschaft auf ihre Kriegsaufgaben. Er ist an ter Spitze seines Ministeriums und als Leiter der Reichsbank auch weiterhin einer der maßgebendsten Männer für die wirtschaftlichen Aufgaben dieser Zeit. Die jetzige Zusammenfassung der Spitzen der Kriegswirtschaft verfolgt den Zweck, auf wirtschaftlichem Gebiet durch straffe und einheitliche Führung das Höchstmaß der Kräfte zu entfalten. Das deutsche Volk hat allen Grund, diese Gestaltung mit höchstem Vertrauen zu begrüßen. B. R.
können.
Das halbamtliche „Oiornale d Italia wendet sich gegen die Kombinationen in einem Teil der europäischen Presse. Die verschiedenen Themen, die sich ohne weiteres aus dem Ablauf der europäischen Ereignisse und der täglichen politischen Chronik ergaben, die also sowohl mit den allgemeinen Problemen des Donau- und Balkanraumes als auch mit den eigentlichen ungarischen Interessen zusam- menhängen, seien einer Nachprüfung unterzogen roorten mit dem doppelten Ziel, sie in ihrer Gesamtheit zu klären und die Haltung Italiens und Ungarns
Minka.
Don Ernst JRint.
Minka war eine Ziege, eine weiße, hörnerlose Ziege, und unterschied sich von den meisten ihrer Ar tg.'nof sinnen wohl nur dadurch, daß sie das Unglück hcttte, in einer Stadt zu leben. Denn es ist schon ein Unglück für eine Ziege, in der Stadt leben zu müssen. Gibt es dort Wiesen, auf denen sie, mit einem langen Seil an einen Pflock geb unten, sich wählerisch mit spitzen Lippen die schmack- bafteften Kräuter selbst aussuchen kann? Und wo sollen dort Schmandlauch und Weißklee wachsen, für die nun einmal Ziegen eine besondere Vorliebe haben? War Minka so vom Schicksal nicht gerade glücklich bedacht worden, so schien dieses nicht ohne Absicht sie an diesen Platz gestellt zu haben, ja, ihr damit gleichsam eine Aufgabe gegeben zu haben, soweit eine gewöhnliche Ziege überhaupt eine Aufgabe haben kann außer ter, recht viel Mich zu geben und im Frühjahr zwei oder drei Zicklein zur Welt zu bringen.
ihrer Pflicht, täglich zweimal frische Milch zu geben und um Ostern sich unter Schmerlen von ihren jungen Geißlein zu trennen, denen sie lange nach- trauerte. Längst konnte Frau Marie wieder so viel Milch und so viel Butter gegen gutes und reelles Geld kaufen, wie sie nur brauchte; doch den gutgemeinten Vorschlag, Minka wegen ter vielen Arbeit und mancherlei Unbequemlichkeiten nunmehr abzuschaffen, wies sie — mehr verwundert als aufgebracht — ruhig zurück. Was wußten schon die anderen, warum sie das Tier nicht mehr hergeben wollte!
Noch viele Male blühte der Apfelbaum norm Küchenfenfter und spielte der Herbstwind mit seinen bunten Blättern. Frau Marie und Minka waren beite darüber alt geworden und ganz allein zurückgeblieben in dem kleinen Haus. Der Mann war gestorben und die Töchter hatten geheiratet und waren in eine andere Stadt gezogen. Auch außer der Zeit ging die alte Frau letzt manchmal zu Minka in den Stall, kraulte sie hinter den Ohren und sprach wohl auch einmal mit halblauten Worten zu ihr: „Mnka, weißt du noch, wie bei uns daheim schon Ende Februar die Sonne so warm hinter der Scheuer lag?", und Minka meckerte leise, als wolle sie sagen, daß sie es noch genau wisse.
Bis eines Morgens Minka zur gewohnten Stunde vergebens wartete, daß die Eimer leise vor der Tür klapperten und die Frau den Stall öffnete, sie zu füttern und zu melken und ihr gar ein wenig den Kops zu kraulen. Als es ihr gar zu lange dauerte, wurde sie sehr ungeduldig und zog und zerrte so lange an ihrer Kette, bis sie ihren Kopf durch das Leterhalsband hindurchgebracht hatte. Da entdeckte sie sogleich in einer Ecke des Stalles einen Stoß frischen Klees, ter bei weiser Einteilung für mehrere Tage gereicht hätte, und es dauerte nicht lange, bis sie sich auch das letzte Kleeblatt einoerlerbt hatte. Doch sie sollten ihr kein Glück bringen!
Als die beiden Töchter, die zu ter sterbenden Mutter gerufen worden waren, den Stall aufmach, tcn, lag Minka vor ihnen, starr und steif, und streckte alle Biere weit von sich.
(Snfllänber oder Brite?
— Die meisten verwenden die beiden Bezeichnungen in gleicher Bedeutung, höchstens, daß ter eine oder andere den Unterschied macht, das Wort englisch für den sprachlich kulturellen, britisch für den politischen Begrifiskreis vorguziehen. Was es mit den beiden Namen auf sich hat, untersucht der
dem heraus es ängstlich meckerte. Und damit war Minka in dem kleinen Haus am Rande der großen Stadt wohlbehalten — abzüglich der unterwegs ausgestandenen Aengste — und prallen Euters an-


