Montag,!. Oktobers
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen)
Nr. 23! Zweiter Blatt
Aus der Stad« Gießen, fiamerabfdwlisabeni) berSiefiener Stenograf en.
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G. P.
stark vertreten) spendete erhestert Hans Thyriot.
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auf der Gießener Herbstmeffe.
Der Samstag und der gestrige Sonntag nachmittag brachten auf dem altbekannten Giehener Messeplatz, dem Oswaldsgarten, ein gewaltiges Leben und Dreiben: die Gießener Herbstmesse begann. Bereits am Samstagnachmittag herrschte starker
Sterben geht durch Feld und Wald, Winterstürme kommen bald.
Süß und herb ist spätes Glück ... Gebt mir noch ein letztes Stück
Quetschekuche.
Färbt im Herbst sich Blatt um Blatt, Scheint die Sonne trüb und matt, Ziehn die letzten Vögel fort, Tröstet mich ein einzig Wort: Quetschekuche.
Komm' ich arbeitsmüd' nach Haus, Zieh die schweren Stiefel ans, Setz ich mich behaglich hin. Denn es liegt mir schon im Sinn: Quetschekuche.
Lädt ein guter Freund mich ein. Sag' ich ganz gewiß nicht nein. Denn die Hausfrau trägt mir auf — Und ich freu mich schon darauf — Quetschekuche.
Wär' ich jetzt in fernem Land, Wo das Frösteln unbekannt, Wär' mir doch nicht froh zu Mut, Denn mir fehlte — kurz und gut — Quetschekuche.
wärme Heizung abgibt.
Bornoiizen.
Tageskalender für Montag.
Quetschekuche!
Großbetrieb
der BDM. war Beifall.
Heizen — Blick auf«! Thermometer.
Heizen ist keine automatische Tätigkeit, schon gar nicht in dieser Zeit, die uns Sparsamkeit mit unseren Kohlen auferlegt. Wir werden nicht nur auf das Draußenthermometer sehen, wenn wir unsere Defen bei wärmerer Witterung mit weniger, bei kälterem Wetter mit mehr und bei kaltem Wind mit noch etwas reichlicherem Heizmaterial füllen. Wir werden auch auf die Thermometer in den Zimmern achten und unsere Zimmer nach ganz verschiedenen Grundsätzen heizen.
Am wenigsten benöttgt das Schlaftzimmer. Es kann bis zum Eintritt großer Kälte überhaupt ohne tätigen Ofen bleiben. Je wärmer das Schlafzimmer, um so unruhiger und ungesunder der Schlaf. Nur wenn Kranke sich im Schlafzimmer aufhalten, ist eine Ausnahme von dieser Regel zu machen. Friert man vor dem Einschlafen, so versuche man erst andere Mittel, ein besonderes Federbett zu Füßen, eine Wärmflasche, ein warmes Jäckchen mit Aermeln, eine auf die Mattatze gelegte wollene Decke. Nützt alles diess nicht und verttägt man wirklich kein kaltes Schlafzimmer, erst dann gehe man zum Anheizen über, das jedoch erst am späten Nachmittag zu erfolgen hat.
dies" macht sich über schnöde mißbrauchte Gutgläubigkeit und Vertrauensseligkeit eines biederen Bauernpaares lustig und läßt, moralisch ganz unbedenklich, den frechen Betrüger schamlos triumphiere; im „Kälberbrüten" endlich wird die groteske Selbsthilfe eines pantoffelheldischen Faulpelzes und Pechvogels auf eine höchst situationskomifche Weife dem fröhlichen Gelächter des Publikums preisgegeben.
Gerhard Reuter hatte die kleinen Stücke mit spürbarer Liebe, Sorgfatt und viel Sinn für Humor in Szene gesetzt; Herr Löffler hatte eine einfache dreigeteilte Bühne im Stile der Zeit dazu aufgebaut. Fräulein Garbe machte die in ihrer naiven Einfalt fast rührende Bäuerin im „Eisen" und im „Paradies". Herr Erl er spielte dreimal den Bauern, am luftigsten, überaus naturgetreu brütend, in der letzten Szene. Hilde Kneip war eine beflissene Gevatterin und ein resoluter, knüppelschwingender Hausdrachen, Herr Lowitz der dreiste Lügenbeutel aus dem „Paradies" und zuletzt der geisterbeschwörende Pfarrherr; auch sprach er, bemüht, eine Brücke zwischen dem Sächsischen Thema und dem Sinn des Erntedankfestes zu schlagen, heiter und stilgerecht Prolog und Epilog. — Fritz Braun, Gustav Geisse, Imre Müller, Gert S ch l i e p h a k e und Helmut Baldauf aus der Spielschar des Bannes 116 der HI. umrahmten, munter musizierend, die lustigen Einakter mit altösterreichischen Märschen und Tanzweisen. — Das sehr gut besuchte Haus (besonders
Am meisten Heizung braucht das Zimmer, in dem sich die Familie spätnachmittags und am Feierabend auf hält, da der ruhende müde Körper die größten Wärmeverluste erleidet und am ehesten geneigt ist zu frösteln und sich zu erhälten. Auch ein Arbeitszimmer, in dem ohne körperliche Bewegung, beispielsweise am Schreibtisch, gesessen wird, erfordert eine gute Beheizung, die aber nicht länger dauern soll, als bis zum Frühnachmittag. Die Hausfrau, die über Tag herzhaft zu schaffen hat, reinmacht, kocht usw., braucht während dieser Zeit wenig Heizung im Zimmer. Erst wenn sie zum Sitzen kommt, stopft, flickt oder liest und schreibt, ist für sie ein gut geheizter Zimmer erforderlich, das dann rund 18 bis 20 Grad Celsius haben muß. Auch das Badezimmer wollen wir nicht vergessen. Ist ein großer Ofen vorhanden, dann besorgt dieser schon die nötige Wärme, die der Badende braucht, wenn er nicht eine Erkältung davontragen soll. Ergibt aber ein Wasserspeicher mit Elektrizität oder Gas das Badewasser, dann ist es schon schwieriger, dann muß entweder besonders geheizt werden oder die Tür zu gut geheizten Räumen muß offenstehen. Ist es trotzdem nicht recht warm im Badezimmer, so beeile man sich mit dem Bad, lege ein angewärmtes Badelaken zurecht und wärme ebenfalls das Bett an. In der Küche heizt der Herd mit. Hier wird oft ohne Sonderbeheizung auszukommen sein, 13 bis 14 Grad Celsius genügen in diesem Raum, in dem die Hausfrau sich bewegt und in dem Koch- " " G. A.
Es wurde sodann noch das am 3. November auch in Gießen ftattsindende Leistungsschreiben auf der Schreibmaschine um die Gaumeisterschaft bekannt- gegeben und darauf hingewiesen, daß als Mindestforderung 300 Silben Nettoanschläge verlangt würden. Auch die Geschäftsstenographenprüfung, die am 17. November in Gießen abgehalten wird, wurde den Mitgliedern zur Teilnahme gringend ans Herz gelegt .
Hierauf überreichte Pg. Merle den Mitgliedern des Ortsoereins Gießen die Urkunden für ihre erfolgreiche Beteiligung am Gauleiftungsschreiben.
Schriftfreunö Dörfner fesselte sodann durch seine hochinteressanten Filmvorführungen die Besucher des Kameradschaftsabends.
Oie Sieger beim Gauverbands-Leistungsschreiben.
6 0 S i I b e n : Irmgard Schäfer, Gießen, Schnellschreiben sehr gut, Richtigschreiben sehr gut; Fritz Niepoch, Gießen, gut bzw. sehr gut; Fritz Lotz, Giehen-Wieseck, gut bzw. gut; Inge Dietz, Gießen, gut bzw. gut. — 8 0 Silben: Elsb. Karnbach, Gießen, sehr gut bzw. sehr gut; Elli Henn, Gießen, sehr gut bzw. gut; Elis. Wallenfels, Gießen, gut; Marie Fischer, Gießen, gut; Alfred Weller, Münchholzhausen, gut. — 100 Silben: Hilde Reusch- ling, Heuchelheim, gut bzw. gut; Ilse Neskudla, Gießen, gut bzw. sehr gut; Erika Kowalczyk, Gießen, gut bzw. gut. — 120 Silben: Willi Einsfeld, Gießen, gut bzw. genügend; Elis. Ganß, Gießen, gut bzw. gut; Anneliese Diehl, Gießen, gut bzw. gut; Annel. Nennstiel, Gießen, sehr gut bzw. gut. — 1*4 0 Silben: Karl Bender, Gießen, genügend-; Luise leimiger, Gießen, genügend. — 16 0 Silben: Rich. Arnold, Gießen, genügen}); Gertt. Ziegler, Gießen, gut; Erika Koch, Gießen, gut; Hilde Pflüger, Gießen, sehr gut; Elfr. Wer- ner, Gießen, sehr gut. — 180 Silben: Margot Walter, Gießen, gut; Ilse Petri, Gießen, gut; Hildeg. Henning, Heuchelheim, sehr gut; Herta Bree, Gießen, fehr gut; Adelh. Bosold, Gießen, sehr gut. — 2 0 0 Silben: Liesel Bingel, Gießen, gut; Ilse Biedenkopf, Gießen, gut; Hedwig Pfeffer, Gießen, gut.
in den Tonstärken; Gustav Bley gab in der Aufwallung des Rachebegehrens besondere Höhepunkte. Bernhard Schmitz in seiner Doppelrolle als Mar- quese und Pater Guardian war einmal väterlich und standesbewußt, zum anderen von menschlichem Mitfühlen und Würde; Farbe und Klangttaft seiner Stimme bestätigten das. Gustav Brunn war als Alkalde ein anderer als Fra Melitone; besonders in der Rolle des Klosterbruders entfaltete er eine lebensvolle Darstellung und gab so der Kapuzinerpredigt charakteristische Auswirkung.
Als Prsziosilla hätte Ilse Winhold noch lebendiger sein können, sie setzte bestes Bemühen ein. Alle anderen Rollen fügten sich dem Rahmen geschlossen ein.
Das Haus ging lebhaft mit und bezeugte durch starken Bestall sowohl nach den einzelnen Arien sowie den Aktschlüssen seine berechtigte Zustimmung.
Dr. Hermann Hering.
Bauernschwänke von Hans Sachs.
Die erste der diesjährigen Morgenveranstaltungen brachte zum Erntedankfest aus dem Zyklus „Deutsches Lustspiel" drei bäuerliche Fastnachtsspiele von Hans Sachs. Der berühmte Nürnberger Handwerksmeister und Poet hat in seinem gesegneten Leben ein nahezu unübersehbares, vorwiegend dramatisches Werk geschaffen: darin spielen neben Königen und Heiligen, römischen und biblischen Helden und Heldinnen auch zeitgenössische Bürger und Bauern eine beträchtliche Rolle, vor allem als Personal jener heiteren Fastnachtsspiele, die aus Hans Sachsens Werk bis heute am lebendigsten und theaterwirksamsten geblieben sind und für Stil und Zeitgeist des Humanistenjahrhunderts als charakteristisch gelten können: Polemik, Sattte und derber Spaß gehören zu den typischen Elementen seiner reichen Dichtung; der Narr (als Inbegriff aller menschlichen Laster und Schwächen) ist die berühmteste Figur, der „Narrenspiegel" (in dem die sündigen Menschenkinder Revue passieren) die beliebteste literarische Form der Reformationszeit. Als heitere Szenen aus einem bäuerlichen Narrenspiegel können auch die drei Fastnachtsspiele gelten, die wir gestern vormittag sahen. Im .Heißen Eisen" erlebt man die pfiffige Entlarvung und Bestrafung ehelicher Untreue; „Der fahrende Schüler im Para-
Kleiner Unterschied.
Am Somttagmorgen kommt Besuch. Der Vater holt die Zigarrenkiste, aber der Besuch dankt. Er raucht nur Zigaretten, zieht fein Etui, hält es auch dem fünfzehnjährigen Peter hin und fragt: „Rauchst du auch schon?"
Peter gibt eine diplomatische Antwort. „Wenn ich eine kriege", sagt er, „rauche ich eine."
„Er hat sich nur verfprochen", greift da der Vater ein und klopft auf den Tisch, „wenn er eine raucht triegt er eine!" ria»
Gießener Gtadttheater.
GmsePPeBerdi: „DieMacht desSchicksals."
Verdis Oper „Die Macht des Schicksals" hat erst allmählich die ihr zukommende Stellung errungen. Nach der Uraufführung in Petersburg (1862; Verdi hatte von dort aus einen ehrenvollen Auftrag erhallen) begegnete sie in Rom geteilten Meinungen. 'Erst nach gründlicher Umarbeitung (1869) wurde ihr Dauererfolg durch eine Aufführung in der Scala gefestigt. In Deutschland faßte sie erst nach dem Weltkriege im Zuge der Verdi- Renaissance festen Fuß.
Die nach einem Drama von Angelo di Saveeora bearbeitete Handlung verbindet in der Vielfältigkeit ihrer Lebensfülle stärkste Gegensätze der Gefühlsinhalte wie auch der Charaktere. Gerade die Kontraste des verschiedenartigen Milieus, Klosterleben, Volks- und Soldatenszenen, Kampf und Momente innerster Seelenschau hat Verdi mit einer bewunderungswürdigen Schlagfertigkeit und Treffsicherheit ein gefangen; besonders aber macht sich ein Zug zur dramatischen Straffung bemerkbar. Die Rezitative lösen sich ariosohaft auf, feinsinnig intensiviert durch das im einzelnen bis zum letzten aktive Orchester. Das bestätigt z. B. die dem Schu- lerschen Vorbild folgende Kapuziner-Predigt nut ihrer akzentuierten Deklamation und dem behende mitgehenden Orchester. Dafür zeugen auch die Szenen zwischen den beiden Widersachern Alvaro und Don Carlos, die jeden individuell charakteristisch zeichnen in der dramatischen Deklamation und mit höchstem Affekt in der Kantilene. Das Seelen- biß der Leonore in seiner tiefen Aufgewühltheit sind et bei ihm Unmittelbarkeit in der Ausdruckskraft der melodischen Führung und in der engen Ver- knüpsung der Orchesterthematik mit der Solostimme. In viel stärkerem Maße, als es sich in der mittleren Periode bei Verdi zeigt, treten die einzelnen Instrumente mit ihren Eigenwerten heraus.
Woran es bei der Aufführung dieses Werkes an- kornrnt, darüber äußert sich Verdi brieflich: „ ... Um Erfolg zu haben, braucht man auch Sanger, die für die Oper passen. Es ist nicht notig, in der Macht des Schicksals Solfeggien zu singen, aber man mutz Seele haben und den Sinn der Worte herausbringen."'
rCjliiiksmunn mddef: WiedereinIiinfhunderter in Gießen.
Am Sonntagnachmittag wurde bei dem Messebetrieb in einer Gaststätte der Neustadt wiederum einn Gewinn von 500 RM. auf Los Nr. 5/1325030 gezogen. Ein verwundeter Soldat des Lazaretts G^ßen, der Ausgehurlaub hatte, war der glückliche Gewinner. Dies war der 6. größere Gewinn innerhalb eines Monats. Die Geschäftsstelle der Lotterie nahm am selben Nachmittag die Auszahlung vor.
Laßt die Pramienscheine nicht verfallen!
Ein Soldat in Kassel, der dieser Tage seine Prämienscheine der. Reichslotterie der NSDAP, einer Nachprüfung unterzog, fand einen, auf den eine Sonderprämie von 5000 RM. fiel, die 7ihm beim Vorzeigen sofort ausbezahlt wurden. Die Nachprüfung hatte sich gelohnt.
Keine Streichhölzer in Ieldpostsendungen.
In letzter Zeit sind wieder Feldpostpäckchen während der Postbeförderung in Brand geraten, weil sie trotz des ausdrücklichen Verbots Stteichhölzer enthielten. Hierdurch sind auch zahlreiche andere Postsendungen vernichtet oder beschädigt worden. Die Deutsche Reichspost bittet daher nochmals dringend, keine Streichhölzer und auch keine anderen leicht entzündlichen Gegenstände in die Postsendungen aufzunehmen. Die Versender sind nicht nur für den entstandenen Schaden verantwortlich, sondern sie machen sich auch straftbar.________________________
Schießbuden, die Schaudarstellungen und alle übrigen Unterhaltungsstätten, aber auch die 23er- kaufsaeschäfte hatten sich über Mangel an Besuch gleichfalls nicht zu beklagen. So nahm denn die diesjährige Gießener Herbstmesse nach jeder Richtung hin einen sehr erfreulichen und für die ganze Messewoche verheißungsvollen Auftakt.
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** Ernennungen bei der Universität Gießen. Der Rektor der Ludwigs-Universität Gießen hat gemäß § 4 der Reichsassistentenordnung vom 1.1.1940 den Dr. med. habil. Karl Katz zum Oberarzt, den Dr. med. Walter Daniel, Dr. med. vet. Friedrich Frank, Dr. phil. Leo Krasser, Dr. med. Friedrich Wallau, Dr. med. vet. Stefan Tillmanns, Dr. med. Walter Tschackert, Dr. med. Georg Scheer, Dr. agr. Ludwig Pie- l e n und Dr. med. vet. Gerhard Heidrich durch Urkunde vom 23. September 1940 zu wissenschaftlichen Assistenten ernannt.
Strafkammer Gießen.
Die Eheleute O. und I. B. in Gießen waren durch Urteil der Strafkammer Gießen vom 12. Juni 1939 wegen gemeinschaftlicher Beihilfe zum Devisenoergehen, der Ehemann auch wegen Betrugs und Unterschlagung, zu Zuchthausstrafen verurteilt worden, lieber die zweitägige Verhandlung haben wir damals eingehend berichtet. Der Angeklagte O. B. verkaufte an Juden, die auswandern wollten, Photoapparate und Feldstecher, beides hochwertige Gegenstände, die die Juden mit ins Ausland nahmen, um dadurch ihr Vermögen, was bei Gold und Edelmetallen nicht möglich war, zu verschieben. Die Lieferfirmen hatten im Ausland fast keine Absatzmöglichkeit mehr, während der Verknus im Instand erheblich -zunahm. Hierdurch kam man hinter die Schiebungen. Die Zollfahndungsstelle hatte die Angeklagten am 14. Juni 1938 darauf aufmerksam gemacht, daß derartige 23erfäufe an Juden unterbleiben müßten.
Gegen das Urteil legten die Angeklagten Revision ein. Auf die Revision wurde das Urteil der Sttaf- tammer, insoweit Verurteilung wegen Beihilfe zum Devisenvergehen erfolgt war, vom Reichsgericht aufgehoben. Die angeklagte Ehefrau bestritt nach wie vor, an dem Verkaus beteiligt gewesen zu fein. Sie will lediglich die Buchführung und den Schriftverkehr besorgt haben.
Der Anklagevertreter beantragte gegen den Ehemann eine Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren und fechs Monaten, gegen die Ehefrau eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren und drei Monaten wegen Beihilfe zum Devisenvergehen und eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten wegen Beihilfe zur Unterschlagung und daraus die Bildung einer Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren und sieben
Eine große Anzahl von Mitgliedern des Orts- vereins Gießen der Deutschen Stenografenschaft traf sich am Samstag im „Burghof" zu einem Kameradschaftsabend.
Der stellvertretende Ortsoeremsfuhrer Pg. Merle begrüßte die Schriftfreunde und Gäste, insbesondere den Kreisverbandsführer Pg. K. H. Kuhl und die Ehrenmitglieder Pgg. Gravelius und Karn- b a ch. Er wies darauf hin, daß infolge der Kriegs- verhällnisse seit längerer Zeit feine festliche Veranstaltung mehr gehalten werden konnte, und daß der Ortsverein an die unter den Fahnen stehenden Mitglieder je ein Liebesgabenpäckchen in Gestalt von Zigarren und Zigaretten gesandt hat. Auch die Reichszeitung der Deutschen Stenografenschaft würde den einberufenen Mitgliedern regelmäßig zugestellt, lieber diese Aufmerksamkeit wären sehr interessante Dankschreiben eingegangen. Sein besonderer Dank galt Schriftfreund Dörfner, der sich in liebenswürdiger Weise bereiterklärt hatte, durch seine Filmvorführungen über Schifahrten zur Unterhaltung beizutragen. Auf stenografischem Gebiet seien auch in der abgelaufenen Zeit wieder sehr gute Leistungen erzielt worden uno überall fruchtbare Arbeit zu verzeichnen gewesen. Es konnte das Gauverbands-Leistungsschreroen am 30. Juni in den einzelnen Kreisverbänden ab gehalten werden. Im ganzen beteiligten sich daran in den Abteilungen 60 bis 300 Silben 2367 Mitglieder von 62 Ortsvereinen. Aus dem Kreisverband Gießen schrieben aus acht Ortsvereinen 186 Mitglieder. Der Gauverb and hat beschlossen, die besten Arbeiten in den einzelnen Abteilungen mit Ehrenpreisen in Gestalt von guten Büchern auszuzeichnen.
Der Kreisverbandsführer Kuhl gab darauf die Ehrenpreisträger des Kreisoerbands Gießen wie folgt bekannt: Thilde Krauch (Friedberg) in der Geschwindigkeitsstufe von 200 Silben in der Minute; Hildegard Henning (Heuchelheim) 180 Silben; Otto Henkrach (Wetzlar) 160 Silben; Waltraud Handstein (Grünberg) 160 Silben; Edmunde Kipp (Ockstadt) 120 Silben; Kläre Bardorf (Bad-Nau- heim) 120 Silben; die erst 14jährige Elsbeth Karnbach (Gießen) 80 Silben; Irmgard Schäfer (Gießen) 60 Silben; Josef Franz (Hsldenbergen) 60 Silben.
Dom folgte die hiesige Ausführung, indem die Spielleitung — Intendant Hans Walter Klein — die dramatischen Wendepuntte scharf heraus arbeitete zugunsten der Klarheit der Handlung, und so erschienen im Verein mit dem Willen des Komponisten diese Stellen als starke eindrucksvolle Akzente. Der verschiedenen Umgebung folgend waren Gebärde und Bewegung, ganz besonders auch in den Massenszenen, einzeln durchgestaltet und abgestimmt; ausgelassen in den Soldatenszenen, gemessen im Klosterbilde. Die Milieukraft war durch die Bühnenbilder Karl Löfflers unterstützt. Sie ermöglichten für die Gruppen des Chores und der Tänzer (Irmgard T r ö m e l) freie Entwicklung. Für die Chöre zeichnete Nadine Galla; hier war der Exttasingchor des Stadttheaters unter der Leitung von Otto S ö 11 n e r zur Verstärkung und wertvollen Unterstützung herangezogen worden. Denn diese Oper gründet sich in ihrer Auswirkung besonders mit auf den Chor und fordert von ihm feinste dynamische Modulation. Dem wurde weitgehend entsprochen in bisher hier noch nicht beobachteten Krescendo-Wirkungen und Abstufungen der Stärkegrade.
Otto Zöllner führte das Orchester mit Temperament und besonderem Einfühlen für die feine Zeichnung der Partitur und eindringender Gliederung. Im Fortissimo wäre bisweilen mehr klanglicher Ausgleich angebracht (Blech), die Einzelstimmen des Orchesters, zumal aber das schmiegsam und tonschön geblasene Klarinettensolo zu Beginn des dritten Aktes (Heinrich Grau) verdienen her- oorgehoben zu werden.
Anni A s s i 0 n ließ ihre Darstellung der Leonore zu einer Seelenschau werden, die von innerlicher Verarbeitung und stärkstem Einfühlen zeugte. Weit ausladend in der Höhe des Affektes spannte sie den Bogen der Kantilene, anderseits aber auch fähig zu schwebenden Tönen von Innerlichkeit.
Die beiden Widersacher, Don Carlos (Gustav Bley) als rächender Bruder und Alvaro (Heinrich Durst) als schicksalsverfolgter Liebhaber, standen in Stimmfarbe und Temperamentsentfaltung in betontem Konttast zueinander. Ihre innere Entwicklung vom Freundschaftsduett bis zu letzter kämpferischer Bereitschaft zeichnete sich plastisch ab. In den Arien schlug Heinrich Durst lyrische Töne an, wenn auch nüH bei vollem klanglichen Ausgleich
NSG. ,Kraft durch Freude": 19.30 bis 22 Uhr im Stadttheater „Paganini". — Gloria-Palast, Seiter sweg: ,^Jud Süß". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lieselotte von der Pfalz", — Schützen-Verein ab 17 Uhr Ausschüßen von Ehrenscheiben; 20.30 Uhr: Siegerehrung.
Ortszeit für den 8. Oktober.
Sonnenaufgang 7.38 Uhr, Sonnenuntergang 18.45 Uhr. — Mondaufgang 15.11 Uhr, Monduntergang 0.12 Uhr. Erstes Viertel 8.18 Uhr.
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Achtung! Achtung!
Sportamt KdF.
Neuer Schwimmkurs! Am Dienstag, 8.10.1940, beginnen wir wieder mit unseren
Dienstag-Schwimmstunden!
Jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr.
Die Freitag-Schwimmstunden bleiben wie bisher von 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.30 Uhr.
Alle Stunden auch für Anfänger. 4491D
Betrieb. Aber er war noch gar nichts gegen das Gedränge und Geschiebe der Besuchermassen am gestrigen Sonntagnachmittag. Zeitweise war gestern der Betrieb so gewaltig, daß man nur mit mancherlei Schwierigkeiten Zutritt zum Messeplatz bekommen konnte, denn nicht nur auf dem Platze elbft, sondern auch in den anliegenden Straßen bis n die Neustadt und den Horst-Wessel-Wall hinein tauten sich die Besucher. Insbesondere war die Landbevölkerung gestern in noch selten erlebtem Ausmaß erschienen, so daß sich in den Mittagsund dann auch in den Abendstunden bei der Reichsbahn starker Nahverkehr geltend machte. Die Schausteller sind auf der Messe wieder in großer Zahl erschienen. Auf vielseitige Art kann man sich dort vergnügen. Das taten denn auch groß und klein gestern in ausgiebiger Weise. Die Fahrgeschäfte waren ständig nicht nur voll besetzt, sondern von Fahrlustigen auch in dichten Scharen umlagert. Die
Der hamster, in manchen Gegenden auch fiorn- rourm genannt, ist ganz unschuldigerweise zu der zweifelhaften Ehre gekommen, als abschreckendes Beispiel zu dienen. 4357V
Wie dem aber auch sei, Schuhcreme braucht nicht auf Vorrat gekauft zu werden. Wenn die Erdal- Blechdose mal nicht da ist, nimmt man die Erdal- Nachfüllpackung und setzt sie in die leere Erdal- Blechdose ein. Man braucht nicht wahllos zu taufen, denn Hamstern ist unnötig. Man kauft in aller Ruhe das altbewährte Erdal, ob Blechdose oder Nachfüllpackung. Es ist eins und dasselbe, in Menge und Qualität!


