LeichtachletikDeuW!and-LlngarnU7:8üpunNe
KM. -1900 2:4 (1:1)
VfB.-R.:
Heß
Fröhlich
1900:
41. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
; er könne
Tjaden die Tat ver»
-Als Zeuge?" wiederholt Klaus verwundert.
Pf“ verwundert Im Lehrerhaus versteht man es, daß er sogleich ' unb kannst du sufstehen. Meine Frau > aufbrechen will. Frau Klaaß packt ihm noch eine
Ehmann
Franke
Möhl Körner
Rohm Schlitz II.
runa. Und doch ist dies der Schlußpfiff schießt Kraft eine
stoß gegen 1900 verhängt wird. Durch Ehmann verwandelt, lautet das Ergebnis nunmehr 3:2 für die Blauweißen. Da nur noch wenige Minuten zu fpie« len sind, glaubt man nicht mehr an eine Verände- “ .......... Fall. Fast mit dem
Flanke von Gruben
Im Rückspiel um die Kriegs-Erinnerungsplakette zwischen den beiden Gießener Vertretern gelang es den Blau-Weißen, sich für die im Vorspiel erlittene Niederlage zu revanchieren. Hierdurch ist Watzenborn-Steinberg alleiniger Spitzenführer geworden, und es wird den beiden noch ausstehenden Spielen zwischen Watzenborn-Steinberg — VfB.°R. und 1900 — Watzenborn-Steinberg vorbehalten bleiben, hier die endgültige Entscheidung zu bringen.
Unter Leitung von Schiri Schmidt (Dillenburg) formierten sich folgende Mannschaften:
aus der Lust unhaltbar ein.
VfB.-R. brachte diesmal nicht die gewähnte Leistung auf. Verteidigung und Läuferreihe kannten noch genügen, während der Sturm sich zu keiner geschlossenen Leistung zusammenfinden konnte. 1900 hatte in Lutter einen Mann im Sturm, der zu schießen versteht, und in Grevert einen Mittelläufer, der durch seine Uebersicht viel zum Spielaufbau beitrug. Da sich die anderen Spieler entsprechend anpaßten, kam es zu einer befriedigenden Gesamtleistung, die den Sieg Herdient hat.
6 Ji.-Sport
Lin großer Tag des ? ""
Lutter Kraft Patalon Gruben
Heeg Grevert Sokolowski
Goß Schneider Fischer
Strafraum hervor, und da Fischer den Ball nicht fassen kann, gelingt es dem anstürmenden Ehmann, den Ball über die Linie zu bugsieren. Dieser Erfolg pulvert die Grünweißen mächtig aus, und ehe sich die Blauweißen versehen, sind sie derart eingeschnürt, daß sich der Ball meistens in deren Strafraum befindet. Bei etwas zielstrebigerem Handeln der Platzbesitzer — Schußpech darf man es nicht nennen, wenn solche klaren Torchancen nicht ausgewertet werden können — konnte hier leicht eine Möglichkeit geschaffen werden, die dem Spiel einen anderen Ausgang hätte geben können.
Nach dem'Wechsel wird das Spiel der Blau- weißen etwas produktiver. Dies kommt denn auch in der 55. Minute durch einen zweiten Treffer von Lutter zum Ausdruck. Die Ueberlegenheit der Blau- weißen wird noch deutlicher. VfB.-R. wird fast ganz in feine Hälfte zurückgedrängt, und da ist es nicht verwunderlich, daß 1900 seine Führung weiter ausbaut. Wieder ist es Lutter, der durch geschickte Täuschung zum Erfolg kommt. Ein letztes Aufflackern
Ziegler Godglück
Nicolai Funk
Den Anstoß verwerten die Dlauweißen sogleich zu einem gut angelegten Angriff, der erst von Möhl in letzter Sekunde gestoppt werden kann. Ueber- haupt hat 1900 in den ersten Minuten durch kurzes und genaues Paßspiel einige Vorteile. Als man jeöod) nur mit diesem Spiel durchzukommen versucht, bleiben die meisten Versuche beim Gegner 9Engen Die Leute vom Waldsportplatz dagegen legen ihr Spiel weitmaschig an und erzielen damit eine weit größere Wirkung. Zn der 20. Minute fallt der erste Treffer. Eine harte Abwehr von Mohl gegen Lutter ahndet der Schiri mit einem Strafstoß. Lutter, Spezialist für solche Sachen, läßt die Gelegenheit nicht vorübergehen, und obwohl Mohl die Gefahr durch Kopfabwehr beseitigen will, .andet der Ball im Netz. Lange dauert dieser Zustand nicht, denn mitten in einer Drangperiode der Mauweißen fällt der Ausgleich. Mit einer weiten Abwehr von Ziegler geht Ehmann die Linie entlang. Seme Flanke ruft einige Verwirrung im
d
tersuchungshaft als verbüßt angerechnet werden, und zu einer Geldstrafe von 30 000 RM., ersatzweise 30 Tage Gefängnis; die Ehefrau zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, auf die fünf Monate der Untersuchungshaft angerechnet werden, und zu einer Geldstrafe von 20 000 RM., ersatzweise 20 Tage Gefängnis. Von der Anklage der Unterschlagung wurde die Ehefrau freigesprochen. Den Angeklagten wurde auf die Dauer von fünf Jahren der Verkauf von Photoapparaten und Feldstechern unter» sagt. Straferschwerend wurden die Mehrzahl der Fälle und der Umstand, daß die Angeklagten den Juden halfen, ihr Vermögen zu verschieben, strafmildernd die seitherige Unbescholtenheit der Ange- klaaten und die Tatsache, daß sie sich in einer gewissen Notlage befanden, berücksichtigt. Der Gesamtdevisenverlust des Reiches beziffert sich auf etwa 100 000 RM.
Landkreis Gießen
5 Albach, 7. Okt. Am heuttgen 7. Oktober wird der Landwirt und Kirchenvorsteher Hch. Ludwig Gerhard 70 Jahre alt. Dem Jubilar unsere herzlichen Glückwünsche.
der Grünweißen, und schon wird es im Strafraum der Gäste wieder lebendig. Bei einem Zusammenstoß zwischen Funk und Schneider weiß ersterer Den Schiri so geschickt zu täuschen, daß ein Straf-
Die Familie in der Krankenversicherung.
Ministerialrat Sauerborn macht Mitteilungen über den geplanten Ausbau des Familienschutzes in der Krankenversicherung. Die Normen der Reichsoersicherungsordnung fordern schon die Besserstellung des Familienvaters, die besondere Berücksichtigung des kinderreichen Versicherten, sie beschränken sogar das Recht zu Mehrleistungen an Ledige und Alleinstehende. Wirtschaftliche Not aber aber vermag nicht nur der Krankheit des Familienvaters, sondern auch der Familienmitglieder zu entspringen. Dem Familienoberhaupt nutzt die eigene Sicherung nichts, wenn das Unheil auf dem Wege über die Angehörigen an ihn herantritt. Die Kinder des Versicherten sind die Kassenmitglieder von morgen, an deren Gesunderhaltung die Krankenversicherung interessiert ist. Nur gesunde Staatsbürger sichern die Wehr- und Arbeitskraft der Nation. Das Ziel kann also nur in der völligen Gleichstellung mit den Versicherten liegen. Fast drei Viertel der alljährlich geborenen Kinder stehen unter dem Schutz der Krankenversicherung. Am Schutz der werdenden Mütter wird auch die Krankenversicherung Mitarbeiten. Beträchtliche Mittel werden für Kinderver- schickung und vorbeugende Gesundheitsfürsorge aufgewendet. Besonders die Bekämpfung der Zahnkrankheiten muß schon im Kindesalter beginnen. Plane für einen umfassenden Ausbau werden bald in die Tat umgesetzt werden.
Der erste Tag.
Im ersten offiziellen Länderkamps mit Ungarns Leichtathleten erkämpfte die deutsche Mannschaft am Samstag in Budapest den erwarteten Vorsprung. Das Ergebnis lautete nach dem ersten Tag 64:51 Punkte. Rund 10 000 Zuschauer, darunter als Ehrengäste Reichssportführer von Tschammer und Osten und der ungarische Kriegsminister Feldzeugmeister Bartha, hatten sich eingefunden. Von Den elf Wettbewerben des ersten Tages gewann Deutschland sieben, darunter drei Doppelerfolge, während Ungarn viermal siegreich blieb, davon einmal mit einem Doppelfieg. Ergebnisse:
10 0 Meter: 1. Mellerowicz (D) 10,5; 2. Ko- rornpai (U) 10,7; 3. Gyenes (U) 10,7; 4. Kersch (D) 10,8. — 400 Meter: 1. Har big (D) 48,0; 2. Ahrens (D) 49,3; 3. Polgar (U) 49,6; 4. Gobi (U) 49,8. — 1 500 Meter: 1. Kain-dl (D) 3:53,8; 2. Szabo (U) 3:54,2; 3. Giesen (D) 3:59,6; 4. Har- fangt (U) 4:01,6. — 10 000 Meter: 1. Kelen (U) 30:23,6 (ung. Rekord); 2. Haushofer (D) 30:58,8; 3. Nemeth (U) 31:06,6; 4. Segge (D) 32:05,8. — 110-Meter-Hürden: 1. Dr. Szabo (U) 15,4; 2. Becker (D) 15,5; 3. Nadasdi (U) 15,8; 4. Neckermann (D) ohne Zeit. — Kugel: 1. Trippe (D) 16,15 Meter; 2. Wöllke (D) 15,66 Meter; 3. Da- rangt (U) 14,94 Meter; 4. Nemeth (U) 14,40 Meter. — Hammer: 1. Storch (D) 56,97 Meter; 2. Blask (D) 50,90 Meter; 3. Biro (U) 46,10 Meter; 4. Racz (U) 43,65 Meter. — Weitsprung: 1. Gyuricza (U) 7,18 Meter; 2. Vermes (U) 7,17 Meter; 3. Glötzner (D) 6,98 Meter; 4. König (D) 6,81 Meter. — Hochsvrung: 1. Cserna (U) 1,90 Meter; 2. Nacke (D) 1,85 Meter; 3. Schlegel (D) 1,85 Meter; 4. Gaspar (U) 1,85 Meter. — Dreisprung: 1. Honolka (D) 14,60 Meter; 2. Somlo (U) 14,57 Meter; 3. Munding (D) 14,43 Meter; 4. Dusnoki (U) 13,77 Meter. — 4X100- Meter: 1. Deutschland (Scheuring, Melleiowicz, Neckermann, Kersch) 41,8; 2. Ungarn (Szigetoary, Korompai, Sandor, Gyenes) 42,1 Sek.
Der zweite Tag.
zweitägige Leichtathletik-Länderkampf zwischen Deutschland und Ungarn in Budapest schloß mit einem überlegenen deutschen Sieg. 117:80 Punkte lautete das Gesamtergebnis. Von den acht Wettbewerben des Sonntags konnten die Ungarn nur das Stabhochspringen durch den jungen Kovacs, der allein 4 m übersprang, gewinnen. Die relattv beste Leistung des 2. Tages bot Weltrekordmann Harbig, d^r die 800 m in 1:51,7 Minuten gewann. Ergebnisse: 200 m: 1. Mellerowicz (D.) 21,8- 2 Sandor (U.) 22,0; 3. Boenecke (D.) 22,2; 4. Gyenes (U.) 22,3. 800 m: 1. Harbig (D.) 1:51,7; 2. Brandscheit (D.) 1:52,2; 3. Miklos Szabo (U.) 1:53,8; 4. Harsanyi (U.) 1:54,4; 5000 m: 1. Eitel
Eberlein (D.) 14:43,6 3. Kelen (U.) 14:46,8; 4. Szilagyi (U.) 14:49,2. 400 m Hürden: 1. Oblt. Hölting (D.) 54,9; 2. Mayr (D.) 55,3; 3. Nadasdi (U.) 57,6; 4. Polgar (U.) gestürzt
L Wotepek (D.) 49,88; 2. Kulitzy (U.) 48,18; 3. Horvath (U.) 48,18; 4. Trippe (D.) 46,89. Speerwerfen: 1. Loose (D.) 66,07; 2. Varszegi fiß7Ä64S fc u^eI^r (D-) 61,25; 4. Rakhely (IL) Wegzehrung ein. Ob er zu Kröger etwas von sei- ner Absicht geäußert habe, hier ins Dorf zurückzukehren, erkundigt sich Klaaß.
„Ja", sagt Klaus und berichtet, der Gemeinde- Vorsteher habe gemeint, wenn ein bißchen Geld da fei, könne das wohl gehen. Als ihn darauf der Lehrer fragend ansieht, setzt er hinzu: „Da muß man freilich noch eine Zeitlang arbeiten und sparen.
taiW darauf mit seiner Frau einen Blick des Einverständnisses, geht einmal durch die Stube hm und zurück, bleibt stehen und sagt de- dochttg: „Na, Klaus, wenn das wirklich bei dir feststeht ... Große Rücklagen haben wir ja bei meinem schmalen Einkommen nicht machen können aber dir ein bißchen den Anfang erleichtern helfen' ia, das konnten wir schon."
Klaus stützt die Hände auf den Tisch und steht langsam auf steht so, etwas gebeugt und mit gesenktem Kopf. Er sucht nach Worten, kann nur stammeln: „Ohm Klaaß ..."
Der Lehrer lächelt, wendet sich ab und geht wieder em paar Schritte, tritt an das niedrige Fenster, durch das man über grüne Weideflächen bis zum Deich hinübersieht. „Dein Vater hat uns früher manches Mal beigestanden. Er sagte dann immer: es gehört sich so!
Klaus atmet mühsam. Was in ihm drängt, kann er nur schwer zu Worten formen. „Nun kommt Das wieder so, wie es ... schon einmal war ... vor einem halben Jahr ..." ringt es sich langsam von semen Lippen. „Da war ich am Ende! Nahe dem Verrecken! ... Und alle wichen dem Strolch aus. Da fand ich die eine, die nicht fragte: Warum bist öu ein Vagabund? ... Und da waren dann gleich noch ein paar Menschen, die auch nicht weiter fragten, sondern mir halfen; heraushalfen aus Not und Verkommenheit! So wurde mir ein neues Leben geschenkt, und alles war gut. So gut wie nie vorher. Und jetzt, vor einer Woche, ist das Furchtbare geschehen! ... Sie haben die Maria, die zu mir gehört, in die Verzweiflung getrieben! ... Die andere war es, die ihr den Stoß versetzte, daß sie nun nicht mehr aus noch ein wußte und bloß noch den Weg ins Wasser ... Aber sie lebt! ... Gott fei Dank, die Marta lebt! Die andere aber ; die an allem schuld ist, sie ist hin ..."
Mit ein paar Schritten auf den Lehrer zutretend, der halb abgewandt am Fenster steht, stößt Klaus hervor: „Aber nicht ich war es, Ohm Klaaß! Meine । Hand ist rein geblieben! Einmal hab' ich sie gegen
Ein Unentschieden in Budapest.
Mit großer -Zuversicht war die deutsche Fußball- Nationalelf nach Budapest zum 16. Länderkampf gegen Ungarn gefahren. Alle Kräfte waren angespannt, um endlich einmal in der ungarischen Hauptstadt einen Sieg zu landen, aber auch diesmal war das Glück nicht auf deutscher Seite. Wie schon bei der letzten deutsch-ungarischen Begegnung im Frühjahr in Berlin gab es Zweifel über die Gül- tigfeit eines von Deutschland erzielten Tores, und so Pidete der Kampf statt 3:2 für Deutschland nur 2:2 — ein überaus schmeichelhaftes Ergebnis für Die diesmal spielerisch unterlegenen Ungarn. Noch nie war eine deutsche Mannschaft in Budapest einem Siege so nahe wie diesmal, aber zum Siegen gehört neben Können auch Glück — und das fehlte diesmal der deutschen Elf. Die sportpolitische Bedeutung des Länderkampfes unterstrich die Gegenwart von Reichsverweser v. Horthy, des deutschen Gesandten von Erdmannsdorf und des Reichssport- fuhrers von Tschammer und Osten. Auch sonst war der Rahmen des Ländertreffens mit 35 000 Besuchern eindrucksvoll.
Zehn Treffen um den Neichsbundpokal
20 Auswahlmannschaften der Bereiche standen am Sonntag im Kampf um den Reichsbundpokal. Auch diesmal ging es nicht ohne Überraschungen ab. So konnte beispielsweise der Pokalverteidiaer Niedersachsen nicht gewinnen. 3:3 (0:2) endete der Kampf nach Verlänge-
2. Haunzwickel (D.) 3,90; 3. Glötzner (D.) 3,90; 4. Zsuffka (U.) 3,80. 4 X 400 m : 1. Deutschland (Ahrens, Wieland, Linnhofs, Harbig) 3:14; 2. Ungarn 3:19,2.
Gesamtergebnis: 1. Deutschland 117 Punkte, 2. Ungarn 80 Punkte.
Kurze Sportnotizen.
Im Frauen-Tennisländerkampf zwischen Deutschland und Ungarn, der am Sonntag in Berlin zu Ende geführt wurde, siegten die Ungarinnen mit 3:2 Punkten. Ungarn gewann damit den Königin-Maria-Pokal.
*
Deutsche S ch w i m m e r s i e g e gab es am Sonntag bei einer internationalen Veranstaltung in Kopenhagen. Werner Plath (Berlin) siegte über 100- und 400-m-Kraul in 1:01,1 bzw. 4:52,6 Minuten, Fritz Hafter (Berlin) wurde Sieger im Kunst- und Turmspringen, Erwin lernte (Berlin) gewann das 200-m-Brustschwimmen in 2:53,4 und Anni Kapell (M.-Gladbach) war im gleichen Rennen der Frauen in 3:01,1 erfolgreich.
*
D ie Sonderklasse unserer Fechter wurde vom Reichssportwart auf Grund der Ergebnisse des Wettkampfjahres 1940 aufgestellt. Ihr gehören auch die Süddeutschen Fritz-Lothar Jakob, Richard Benkert (beide Frankfurt a. M.), Boris Detters (Offenbach) im Florett, Josef Uhlmann (Ulm) im Degenfechten, Max Köstner (Nürnberg), Richard Wahl (Frankfurt), Heinrich Sintpert (Fürth), Fritz-Lothar Jakob (Frankfurt) im Säbelfechten, sowie Lilo Allgayer (Offenbach), Rotraut von Wachter (München) und Elsbeth Grell (Höchst a. M.) im Florettfechten der Frauen an.
einen erhoben mit vollem Vernichtungswillen: Aber diesmal nicht! ... Und doch sieht es so aus. Darum bin ich fort."
Langsam wendet sich Klaus um, geht zum Tisch zurück und setzt sich wieder, streicht mit dem Handrücken über feine Augen. Wie zü sich selbst sprechend, fährt er halblaut fort: „Alles war wie- der zerstört! Ich trieb mich umher, war ein Verfolgter, war wieder ein Ausgestoßener! Und jetzt ... finde ich hier euch ..." Er sieht von dem Mann am Fenster zu der alten Frau hin, die still auf der Bank vor dem breiten Kachelofen sitzt — „und stehe noch einmal vor einem Wunder , schließt er flüsternd.
Die beiden alten Leute fühlen mit, wie sich mit diesem erschütternden Bekenntnis eine Seele von dem Druck unsäglich schweren Erlebens befreit. Sie eben feit fünfzig Jahren unter Menschen, die härt scheinen und Riegel vor Mund und Herzen tragen.
Klaus nimmt Abschied von ihnen. Der Gemeinde- Vorsteher hat ihm gesagt, er könne zur Bahnhalte» stelle nut dem Kraftwagen fahren, der die Milch- Faunen dorthin bringe. So bleibt ihm noch Zeit Zu e^em Gang nach dem Dorffriedhof zum Grab der Mutter. Er findet es nicht verwildert und zerfallen. Ein Rosenbusch voller Knospen umwuchert das schlichte Kreuz, und der Efeuhügel ist gut er» gatten. Er erkennt die Soralichkeit der alten Freunde, die zugleich mit dem Grabe ihrer Tochter auch das seiner Mutter gepflegt haben.
Auch noch einmal zum Deich hinaus kann er gehen. Lange steht er oben, und der Wind um» bläst ihn, spült den starken feuchten Atem des Meeres tn feine Lungen, in sein Blut und 'Lw^ntt aöe Dumpfheit und Verzagtheit hinaus. Die Wellen rollen hurtig mit weißen Schaumkäm- men heran, und er blickt hinaus in die endlose graue Weite, sieht sich dann um und blickt über das. grüne Vorland, wo viele scheckige Kühe weiden und weiter landein hinter jungbegrüntem Buschwerk sich die Häuser des Dorfes in die flachen Bodenwellen schmiegen. Sein Blick umfängt das Bild, das er fo lange, lange nicht gesehen hat, das nur immer fein Heimweh ihm zeigte.
„Werde ich es nun bald Wiedersehen? ...Und du mit mir, Maria? ... Und wirst du es liebge- wmnen, weil es meine Heimat ist?" fragt er leise. Sem Herz gibt ihm Antwort. —
Mit dem Dunkelwerden trifft Klaus Tjaden wieder in Berlin ein.
(Fortsetzung folgt)
hat deine Sachen getrocknet und gebügelt. Sie bessert noch ein paar kleine Schäden daran aus, zieh den Anzug von Jens also noch an ..."
Eine Stunde später tritt Klaus beim Gemeindevorsteher Kröger ein.
Der schlägt ihm auf die Schulter und erzählt mit breitem Lachen, alle im Dorf wüßten schon, daß er wieder hier sei. Und wie er gestern gleich mitgemacht hatte, als es nottat, ja, daran erkannten sie den Sohn vom Kapitän Tjaden!
So sagt Kröger ungefähr das gleiche, was Klaus gestern von Klaaß gehört hat. Er muß einen Köhm mit dem Gemeindevorsteher trinken, und der erzählt dabei, daß der gerettete Kapitän der Bark, der bei ihm untergebracht ist, sich auch wieder erholt und schon nach Klaus gefragt hat, denn was der da gemacht habe, das fei schon „ein s—tarkes S—tutf gewesen", meint Kröger. Dann zeigt ihm der em Aktenstück, darin steht mit Maschinenschrift geschrieben, was Klaus noch nicht zu fassen vermag: In dem Ermittlungsverfahren wegen des an der Kammersängerin Dietmuthe Röhl verübten Mordes wird er als wichtiger Tatzeuge gesucht.
Immer wieder liest er die Sätze, und es saust X• in seinem Kopf rote gestern, als ihn
die Wellenberge herunterdrückten und er nahe am Ersticken war. Er hört Kröger von dem Steckbrief reden, der ja nun gegenstandslos geworden fei. Der alte Klaaß hätte wieder mal recht behalten, als er zu ihm und Landjäger Liedtke sagte, es nicht glauben, daß Klaus Tjaden die ubt habe. Bei solchen Ereignissen würde, in Verfolgung aller irgendwie Verdächtigen, manchmal danebengegriffen. „Tfcha, und weil man nu doch Dabei an die schlimme Sache von früher dachte, Tjaden, in die Sie mal 'reingeraten waren, da mußt man doch nid) ..."
Klaus hört den Mann reden, aber es geht an ihm vorbei. Er fragt, ob hier im Ort ein Kursbuch einzusehen wäre. Das kann ihm Kröger sogar geben. Wahrend Klaus darin blättert, fragt ihn Der Gemeindevorsteher, warum er denn gerade jetzt hierhergekommen fei, nach so langen Jahren. Daraus antwortet ihm Klaus, es habe ihn schon lange getrieben, einmal sein Heimatdorf aufzusuchen, und er möchte auch gern für immer Herkommen. Mit feinen Gedanken ist er aber weniger bei dem Gespräch als beim Suchen nach einer schnellen Verbindung nach Berlin.
Im Lehrerhaus versteht man es. dak er fnnioü-h
Die Worte des alten Klaaß hatten wieder aufgeweckt, was für Stunden wie ausgelöscht war. ,Hch werde morgen nach Berlin zurückkehren, Ohm Klaaß", sagt er. v
„Ist recht, Klaus."
Den Blick vor sich auf den Tisch geheftet, fuhr Klaus wie zu sich selbst sprechend fort: „Ich muhte her! Ich konnte nicht anders. Da durfte ich nun heute draußen mit dabeifein, und es gelang, fo verzweifelt es ausfah. Und nun ist mir fo, als ... Ich cheiß nicht ..." Er schwieg und dachte es weiter, fühlte es vielmehr nur, als fei etwas leichter geworden, als fe.i der furchtbare Druck, der auf ihm lag feit vielen Tagen, irgendwie angehoben. Etwas in ihm wollte wieder hoffen und glauben. „Ich gehe morgen fort, aber ich will wieder Herkommen", sagte er nach einer Weile. „Wenn sie hier jetzt auch noch nichts von mir wissen wollen: ein Plätzchen roirö es geben, wo wir beide, die Frau und ich, eine Heimstatt finden, wo wir leben und arbeiten können.
„Das suchst du hier?"
„Ja, Ohm Klaaß!" —
Klaus liegt und denkt über das gestrige Gespräch nach. Er kann nicht mehr schlafen und wartet, bis sich Leben im Hause regt und er aufstehen kann
Nach einer Weile öffnet Klaaß leise die Tür, sieht Klaus wachend und kommt zu ihm herein. „Du wirst zum Gemeindevorsteher gehen müssen", sagt er.
Klaus richtet sich auf. „Ja, ich will gleich hin."
Der alte Mann setzt sich zu ihm auf die Bettkante. „Sie suchen dich, mein Junge", sagt er und blickt Klaus besorgt an.
,.Ist ein Steckbrief nach mir erlassen, nicht wahr?" „Ja", sagt Klaaß, „erst war's so. Aber jetzt scheint das überholt. Da ist eine gerichtliche Auf- forberung, daß du dich als Zeuge in Berlin melden sollst.
rung, und er muß nun wiederholt werden. Einen feinen Erfolg trug der Bereich Südwest tm Frankfurter Sportfeld davon, gelang ihm doch gegen den Bereich Ostmark ein 5:2 (3:1)-Sieg. Die Ostmärker gefielen im Feld sehr gut, aber die Abwehr deckte schlecht, und der Sturm war im gegnerischen Strafraum ziemlich harmlos. Württemberg kam gegen den Niederrhein mit 4:3 (3:3) zu einem recht glücklichen Sieg, denn der entscheidende Treffer fiel erst in der letzten Minute, nachdem der Niederrhein den Kampf lange diktiert hatte. Unerwartet starken Widerstand fand B a ° ben in Teplitz gegen das Sudetenland. Erst zwei Minuten vor Schluß der regulären Spielzeit kam Baden auf 2:2 und buchte dann in den ersten Minuten der Verlängerung das zum Sieg notwendige dritte Tor. Sachsen hatte in Chemnitz gegen Westfalen, das auf die Schalter Spieler verzichtete, nur eine Halbzeit lang zu kämpfen und siegte sicher 2:0 (0:0). Brandenburg behauptete sich in Berlin mit 4:3 (2:3) gegen Mittel« rh ein, in Königsberg siegte Ostpreußen mit 3:2 (2:2) über Hessen, mit dem gleichen Ergebnis war in Stettin Pommern über Mitte (Halbzeit 1:0) siegreich, Danzig-Westpreußen unterlag in Danzig 1:3 (1:1) gegen Nord- mar k und in Posen setzte sich Schlesien in verlängerter Spielzeit mit 2:1 (1:0) gegen Warthe- land durch. Die Sieger der Vorrunde bestreiten ani^ 3-November die fünf Spiele der Zwischen-
tafäügteiiineiiesLebenaii
Roman von Helene Kalisch
Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München
Monaten, gegen beide eine Geldstrafe von je 50 000 RM. und Berufsverbot auf die Dauer von fünf Jahren.
Der Verteidiger führte aus, der Ehemann könne, wenn er überhaupt strafbar fei, nur wegen Der Verkäufe nach Dem 14. Juni 1938 bestraft werden, da ihm erst an diesem Tage durch die Zollfahndungsstelle Der Verkauf an Juden, die ausroanbem wollten, untersagt worben sei. Erst durch die Verordnung vom 28. Dezember 1938, in Kraft getreten am 1. Januar 1939, sei präzis ausgedrückt, was alles unter das Gesetz über Die Devisenbewirtschaftung falle. Hinsichtlich der Ehefrau beantragte der Verteidiger Freisprechung sowohl hinsichtlich der Beihilfe zum Devisenvergehen, als auch der Beihilfe zur Unterschlagung. Die Ehefrau B. habe lediglich die Buchführung und den Schriftverkehr besorgt.
Die Angeklagten wurden Der gemeinschaftlichen Beihilfe zum Vergehen nach dem Gesetz über die Devisenbewirtschaftung vom 4. Februar 1935 schuldig erkannt und demgemäß in Verbindung mit § 49 StrGB. verurteilt: der Ehemann zu einer Gefängnis st rafevonzwei Jahren und zwei Monaten, auf die vier Monate der Um


