Ausgabe 
7.10.1940
 
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Nationalen Regierung" zu bringen, indem er den Gewerkschaftler B e v i n zum Mitglied des Kriegs» kabinetts und den arbeiterparteilichen Kommunal­politiker Morrison zum Minister für innere Sicherheit macht: einmal um die Arbeiterparteiler mit der Verantwortung für seine Kriegspolitik zu belasten, dann um auch eine Geste gegenüber Sow- jetrußland zu machen, die dort nebenbei gesagt nur mit Lächeln quittiert werden wird, und schließ­lich, um eben die an sich ziemlich in Verruf gera­tenen Konservativen unter dem Decknamen einer Nationalen Regierung" an der tatsächlichen Macht zu erhalten. Mit anderen Worten: Wir stehen hier vor einem Symptom der englischen Parteien- Irise, die schon lange Zeit gärt, aber sichtlich jetzt einem akuten Stadium enttzegentreibt. Und darum muhten die Konservativen durch den Rücktritt Ne­ville Chamberlains erst kopflos gemacht werden, womit nicht gesagt sein soll, daß Chamberlain ein glänzenderKopf" gewesen ist. Dr. Ho.

Wechsel im Oberbefehl der RAH.

Stockholm, 5. Oft. (DNB.) L-uftmarschall Sir Cyrill Newall ijt als Oberkommandie­render der britischen Luftwaffe ausgeschieden und zum Generalgouverneur in Neuseeland ernannt. Den Oberbefehl der Luftflotte übernimmt an seiner Stelle Luftmarschall Sir Charles Portal, bisher Oberkommandierender der Britenbomber. Gleich­zeitig sind eine ganze Reihe von Neu- und Umbe­setzungen in der Leitung der britischen Luftwaffe vorgenommen worden, von denen allerdings nur ein geringer Teil der Öffentlichkeit betanntgegeben

wurde. In ausländischen Kreisen der britischen Hauptstadt fragt man sich, welche Gründe die Re- aierung veranlaßt haben können, eine derartig um­fassende Umbesetzung in der Führung der britischen Luftwaffe durchzuführen in einem Augenblick, da die Luftwaffe in einem Kampf auf Leben und Tod verwickelt ist. Man glaubt, daß es auch innerhalb der britischen Luftwaffe zu Vorfällen gekommen ist, über die man sich selbstverständlich in amtlichen englischen Kreisen ausschweigt, die aber bestimmt keine Ehre für diejenigen darstellen, die für die Operationen der RAF. verantwortlich sind.

Englanv muß schwere Tonnaqeverlufte zugeben.

Stockholm, 6. Okt. (Europapreß.) Die bri­tischen Tonnageverluste durch deutsche U-Boot-An- griffe sind, so erklärt dieTimes", in den letzten Wochen größer gewesen, als man vorausgesehen hatte. Der Schutz der Handelsflotte müsse unbe­dingt verstärkt werden. Nach englischen Angaben verlor England in der Woche, die mit dem 22. Sep­tember schloß, 150 000 Tonnen. Dabei sind die Fahr­zeuge neutraler Staaten mitgerechnet, die von Eng­land befrachtet werden.Manchester Guardian" betrachtet diesen Verlust als ein Zeichen, daß Deutschland eine neue U-Bootoffensive gestartet hat. Die Ziffern für diese Septemberwoche sind die h ö ch st en seit Kriegsbeginn und dreimal Häher als der Jahresdurchschnitt. Gutuntevrichtete britische Kreise übersehen keineswegs die ernsten Tendenzen in diesen Ziffern.

3tn Hauptquartier des Reichsmarschalls

Vier Wochen lang steht nun Englands Hauptstadt unter dem Bombenhagel der deutschen Luftwaffe, deren Einsatz der Reichsmarschall selbst leitet. Unsere Aufnahme zeigt den Reichsmarschall in seinem Hauptquartier. (PK.-Eitel-Lange-Scherl-M.)

Volltreffer aus militärische Ziele.

30 feindliche Flugzeuge abgeschlossen.

Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag.

Berlin, 6. Oft (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Stärkere Verbände der Luftwaffe belegten bei Tag und Nacht Hafen- und Versorgungsanlagen sowie Rüstungsbetriebe und sonstige militärische Ziele in der britischen H a u p t st a d t wirksam mit Bomben. Die Del- und Gasbehälter von Tilbury erhielten mehrere Volltreffer. Weitere Angriffe richteten sich gegen Häfen, Flugplätze, Bahnanlagen, Truppenlager und Rüstungswerke im Süden der 3 nf*l und an der Weft- k ü st e. Zahlreiche Brände zeigten weithin sichtbar die Wirkung besonders der nächtlichen Angriffe.

Vor der Ostküste zersprengte der Angriff mit Bomben schweren Kalibers drei Geleitzüge. Zwei große Handelsschiffe wurde« getroffen. Das eine blieb mit Schlagseite liegen, das andere geriet in Brand. Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt.

An verschiedenen Stellen kam es zu Luft- kämpfen, die für unsere 3äger erfolgreich ver­liefen. Versuche des Feindes, in der Nacht zum 6. 10. nach Norddeutschland einzufliegen, wurden bereits im Grenzgebiet abgewehrt und die feind­lichen Flugzeuge zur Umkehr gezwungen. Dem Ab­wurf mehrerer Bomben auf drei deutsche Orte und eine holländische Stadt fiel eine Reihe von Zivil­personen zum Opfer. 3n den Luftkämpfen über England verlor der Gegner 30 Flugzeuge, während 7 eigene Flugzeuge vom Feindflug nicht zurückkehrten. Hauptmann W i ck schoß am gleichen Tage fünf Jäger im Luftkampf ab und errang da­mit seinen 41. L u f t s i e g.

Luftangriffe trotz ungünstigen Wetters. Der Wehrmachtsbericht vom Samstag.

Berlin, 5. Okt. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Trotz besonders ungünstiger Wetterlage griffen starke verbände des Generalfeldmarschalls Zperrle im Laufe des Tages kriegswichtige Ziele in und bei London erfolgreich an. Zahlreiche Brände am Nordrande Londons, in der City und am nördlichen Themseufer liehen die Wirkung der deutschen Bom­ben erkennen. Volltreffer wurden in den Bahn­anlagen bei College-Park beobachtet. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hasenanlagen, Versor- gungs- und Rüftungsbetriebe, Großtanklager sowie

gegen Lifenbahnziele und Flugplätze in Südoft-, Ost- und Wittelengland. Treffer in hallen und Unterkünften, starke Detonationen, Brände und Rauchentwicklung waren die Folge der Bom­benwürfe. Auf dem Flugplatz Penrose am St.-GeorgsKanal gelang es. außer der Vernichtung von festen Anlagen auch eine größere Anzahl von Flugzeugen am Boden durch Bomben- und 2Ha- schinengewehrfeuer zu zerstören.

Marineartillerie nahm einen britischen Geleit­zug, der den Kanal zu passieren suchte, unter Feuer und zwang ihn zum Abdrehen nach Dover.

Am 4. und in der Nacht zum 5.10. fanden keine Einflüge in deutsches Reichsgebiet statt. Der Gegner verlor, außer den am Boden zerstörten, fünf Flugzeuge, die im Luftkampf abgefchos- sen wurden. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. Auch am Sonntag neue Vergel- tungsflüge gegen London.

Rüstungswerk

mit Bomben schweren Kalibers belegt.

Berlin, 6. Okt. (DNB.) Unmittelbar nach den letzten Nachtangriffen begannen bereits in den frühen Vormittags st unden des 6. Ok­tober die neuen Vergeltungsflüge der deutschen Luftwaffe gegen London. Stärkere Verbände der deutschen Luftwaffe griffen wenige Stunden nach dem letzten nächtlichen Fliegeralarm in den Mor­genstunden des Sonntags zahlreiche kriegs­wichtige Ziele in der britischen Hauptstadt er­folgreich an. Dabei belegte il<l die Besatzung eines Kampfflugzeuges ein in der Nähe Londons ge­legenes Rüstungswerk mit mehreren Bomben schweren Kalibers. Durch Volltreffer wurde eine Montagehalle zerftört und das Kessel­haus zur Explosion gebracht.

Oie Wohnviertel von Boulogne unter britischen Bomben.

Doulogne-sur-Mer, 5. Okt. (DNB.) Bou­logne und die Vororte sind in der vergangenen Woche immer wieder von britischen Fliegern heim­gesucht worden, die ihre Bomben auf gut Glück aus größter Höhe abwarfen. Dabei ist jedoch nie­mals ein militärisches Ziel getroffen worden, sondern lediglich die Wohnviertel. Der Bevölkerung hat sich wegen dieser britischen Schandtaten eine große Empörung bemächtigt, da es jedermann völlig klar ist, daß sich die britischen Nachtangriffe lediglich gegen die Zivilbevölkerung und die Privatwohnungen richten, von denen eine große Anzahl in Brand geworfen wurde. Eine Kirche wurde ebenfalls von den Engländern ge-

Ehrung der Frontbauern am Erntedanktag.

Reichsobmann Behrens sprach vor den Gaarpsälzer Bauern.

Mannheim, 6. Okt. (DNB.) Zu Ehren der Frontbauern fand am Erntedanktag in der südvfäl- zffchen Stadt Kandel eine große Kundgebung statt. Landesbauernführer Bonnet schilderte die Arbeit in dem frei gemachten Gebiet und den Wie­deraufbau im Westwallgebiet, der nicht nur eine rein technische Frage sei, sondern der zugleich in entscheidender Weise eine Neuordnung der Dörfer durch Umlegung, Dorfauflockeriung und Neubildung deuffchen Bauerntumes mit sich bringe und so eine Verbesserung der Wirtschaftsgrundlagen und eine Verminderung des Arbeitsaufwandes dar­stelle.

,Hhr habt", so begann dann Reichsobmann Beh­rens,mit den Bauern aus Baden und aus dem Rheinland den Begriff Front bauer geschaffen. Erntedanktag war für den Bauern immer ein Tag des Nachdenkens. 1933 wies der Führer auf dem Bückeberg dem deutschen Bauer den Platz an, der ihm in den Jahrzehnten vorher verloren gegangen

war. Eine Neuordnung wurde geschaffen, die in dem Begriff Reichserbhofrecht, Reichsnährstandge- setz, Marktordnung und Erzeugungsschlacht umrissen ist Die Bauern haben freiwillig die gegebenen Pa« rolen befolgt und so die gesetzten großen Ziele er­reicht. Wie der deutsche Soldat der beste Sol­dat der Welt ist, so wollen mir Bauern den Ehr­geiz haben, die besten Bauernder Weltzu fein. Der Weg, den Darre eingeschlagen hat, führt zum Sieg über den Hungerkrieg, den England will. Auch nach dem Kriege brauchen wir ein starkes Landvolk. Das deutsche Volk wird ewig Brot vom deutschen Boden essen oder zugrunde gehen. Jeder hat heute das Wort Darres begriffen, daß ohne Bauerntum das Volk hungert und daß ohne Bauerntum das Volk stirbt. Wir können auf das Bauerntum als Lebensquell nicht verzichten. Wir roert)en in eine große Zukunft marschieren mit dem Führer, und mir deutschen Bauern merden da­bei unsere Pflicht bis zum letzten Atemzug tun."

Warschau begeht den Tag des Sieges.

Ein Jahr deutsche Aufbauarbeit im Generalgouvernement.

Warschau, 7. Okt. (DNB.) Im Gedenken an die vor einem Jahre vorn Führer nach Abschluß des Polenfeldzuges hier abgenommene Siegespa- rade von Teilen der in die Festung Warschau ein- gezogenen siegreichen Divisionen fand am Sonntag- oormittag die Umbenennung der damaligen Pa­radestraße inSi e g e s st r a ß e" statt. Anschlie­ßend nahmen Generalfeldmarschall List und Gene­ralgouverneur Reichsminister Dr. Frank den Vor­beimarsch von Teilen des Heeres und der Luft- maffe somie der Polizei und ff ab.

Am Vorabend hatte Generalgouverneur Dr. Frank in einer großen Kundgebung vor den Volks­deutschen des Distrikts und der deutschen Oeffent- lichkeit Warschaus das Kriegs-WHW. im General­gouvernement eröffnet. Nach einem Jahre könne man mohl sagen, so erklärte er, daß alle ihr Mög­lichstes geleistet hätten, um aus Chaos, Wirrwarr, Zerstörung, aus Hunger und Elend wieder einen Raum zu machen, in dem heute Ruhe, Ordnung und Frieden herrschten. Wenn die Schwierigkeiten noch nicht restlos beseitigt werden konnten, so treffe die Schuld jene, die die Schuld überhaupt an dem Kriege hätten, die Kriegshetzer von London und Warschau. Das müßten sich die Polen in diesen Tagen immer vor Augen galten. Wir seien nicht verantwortlich für den Zusammenbruch des polni­schen Volkes, sondern nur verantwortlich dafür, daß dieser Zusammenbruch sich nicht schädlich für das deutsche Volk auswirke. Im übrigen aber müsse im­mer wieder betont werden, daß das Schicksal dieses Gebietes aufs engste verbunden fei mit dem Schick­sal des Deutschen Reiches und für alle Zu­kunft verbunden bleibe. Ein gewaltiges Pro­gramm zur Intensivierung der Land­wirtschaft zwecks Sicherung der Ernährungs­grundlage sei in Angriff genommen. Ein großes Bauprogramm werde bereits feit vielen Mo­naten durchgeführt. Ganze Stadtviertel entständen. Straßen würden ausgebaut, Eisenbahnen wieder- hergestellt, die Postverbindungen auf den modern­sten Stand gebracht und daher auch in zunehmen­dem Maße der Wert der Arbeit in diesem Gebiet sichergestellt.

Die Abnahme der Parade und die Führer- ehrung am Sonntag waren einem der erfolgreichen Heerführer des Feldzuges der 18 Tage, General­feldmarschall List, übertragen worden. Der graue Oktoberhimmel, der die Stadt mit ihren noch immer nicht getilgten Spuren eines erbitterten Kampfes nicht gerade freundlicher macht, hatte sich an diesem Sonntagvormittag entwölkt. Hell steht die Sonne am Himmel, als die Einheiten zur Paradeaufftel- lung anmarschieren. Paradewetter. Marschmusik

klingt durch die Straßen und der Tritt deutscher Soldatenstiefel, an deren Klang man sich in War- chau schon gewöhnt hat, dicht gedrängt die Men- chen an den Straßenrändern. Fahnen überall, in dichten Bündeln an den Straßenlaternen und -masten, an den Häusern und in den Händen der Menschen, die die Paradestraße säumen. Der die Parade kommandierende Offizier, Oberstleutnant Muth, meldet dem Generalfeldmarschall die an­getretene Truppe. Generalfeldmarschall List schreitet die Front ab, an seiner Seite der Generalgouver­neur Reichsminister Dr. Frank uno der Mili­tärbefehlshaber im Generalgouvernement General der Kavallerie v. Gienath. Dann betritt der Ge- neralfeldmarichall die Rednertribüne. Mit knappen, soldatischen Worten umreißt er die Bedeutung der Stunde. Die Tage des siegreichen Vormarsches wer­den noch einmal lebendig, besonders die einzig- artigen Taten der deutschen Infanterie.

Generalgouverneur Dr. Frank übermittelt der Wehrmacht den Dank der Deuffchen des General­gouvernements. Zur Erinnerung an ihre Taten und gleichzeitig als Wegweiser in die Zukunft soll die historische Paradestraße von nun anSieges- ftrafje" heißen. Nun formieren sich die angeh e- treten en Einheiten zum Vorbeimarsch. Es sind Teile des Feldheeres, der Luftwaffe, der Waffen-und der Polizei. Im Augenblick, als die ersten Einheiten der Luftwaffe vor dem Generalfeldmarschall in Ach­tungsschritt übergehen, brausen nur wenige Meter über der Paradestraße die Formationen der Luft­waffe vorbei, Messerschmitt-Jäger, Kampfmaschinen und Sturzkampfbomber.

Auf dem stillen Friedhof in der Warschauer Vor­stadt, auf dem 1600 deutsche Soldaten beigesetzt sind. Die in dem Feldzug der 18 Tage fielen, steht dann Generalfeldmarschall List mit dem Generalgouver­neur. Sie legen einen Kranz an dem Ehrenmal von 1914/18 nieder und ehren damit die Gefallenen beider Kriege.

In Gegenwart des Generalgouverneurs Reichs- Minister Dr. Frank, vieler Offiziere des General­gouvernements und der Spitzen der Verwaltung wurde am Abend durch den Beauftragten des Di­striktschefs das Theater der Stadt War­schau eröffnet. Das Staatstheater des Generalgou­vernements aus Krakau gab ein erstes Gastspiel in Warschau mit Hebbels deutschem Schauspiel Agnes Bernauer". Damit wurde 12 Monate, nach­dem die deutschen Truppen in Warschau einzogen, in dem umgebauten und deutschen Ansprüchen an­gepaßten Theater dem sich immer stärker entwickeln- oen deutschen Kulturleben in Warschau ein würdiger Mittelpunkt gegeben.

troffen und zerstört. Auch das Hospital St. Louis wurde von einer schweren Bombe getroffen. Ins­gesamt fielen in der vergangenen Woche 4 0 Per­sonen englischen Bomben zu« Opfer. Unter den Toten befindet sich auch .der Bürgermeister der Stadt Boulogne.

pausenloses Bombardement aus London.

Stockholm, 7. Okt. (Europapreß.) Fast un­unterbrochen hat die deutsche Luftwaffe seit Sonn­tag morgen ihre Angriffe gegen London, die Themsemündung, Südengland und andere Bezirke Großbritanniens fortgesetzt, obwohl das Wetter überaus schlecht war, was der englischen Abwehr die Zielmöglichkeit nimmt, nichtsdestoweniger aber die deutsche Luftwaffe in ihren Aktionen nicht be­hindert. Die Abwürfe über der Themsemündung müssen ebenso heftig gewesen sein wie die über dem Zentrum von London, den Londoner Vororten und den ostenglffchen Grafschaften. Durch die Bomben- abuiürfe sind erhebliche Verkehrsstörungen heroor- ä worden. Die Aktionen dauerten in den . .unden des Sonntags noch an. Man hat den Eindruck, daß sich die Vorstöße der deutschen Luft­waffe in den letzten 24 Stunden entgegen den ge­hegten Erwartungen überaus verschärft haben. Jedenfalls spricht man davon, daß das Ab­wehrfeuer der Flak in und um London in der Nacht zum Sonntag und am Samstagabend das heftigste gewesen sein dürfte, das die Millionenbe-> oölkerung der englischen Hauptstadt seit Ausbruch des Krieges überhaupt erlebt hat. lieber Kent soll sich ein dreistündiges Luftgefecht entwickelt haben. Stellenweise setzte die deutsche Luftwaffe nach englischen Behauptungen Geschwader bis zu 70 Bombern ein. Zahlreiche Küsten- ft ä b t e erlebten noch in den Abendstunden des Samstags heftige Angriffe.

Ein Werk t n Ostlondon, das eine Beleg­schaft von 1200 Mann hat, so heißt es in einem amtlichen Londoner Bericht, wurde von deutschen Flugzeugen angegriffen. Es seien Bomben aufden einen oder anderen Teil des Werkes gefallen". Die große Tischlerei, Lager, ein großes Farblager und ein Metallverarbeitungsbetrieb wurden beschädigt". Der Hauptgenerator wurde außer Aktion gesetzt. Andere Werke, so heißt es in dem Bericht weiter, mußten nach fast völliger Zerstö­rung ihrer Produktionshäuser die Aufträge ande­ren Fabriken übertragen. Bezeichnend für die wirk­liche Lage in England ist auch ein Bericht der Irish Jndependence", die berichtet, daß täglichein

Strom von Flüchtlingen" aus England eintreffe. Die Berichte dieser Flüchllinge lauteten immer gleich: sie haben wochenlang unter beständigen schweren Bombardements in den Londoner Schutz­räumen und Untergrundbahnstationen gelebt. Die irische Presse meldet weiter, daß, um die vielen Flüchtlinge aufnehmen zu können, zahlreiche Son­derlager eingerichtet werden mußten.

Das Eichenlaub zum Ritterkreuz für Hauptmann Wick.

Berlin, 6. Ott (DBB.) Der Aührer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat dem Hauptmann Wick, Kommandeur einer Iagdgruppe, anläßlich seines 4 0. Luftfieges das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Der Führer hat an Hauptmann Wick fol­gendes Telegramm gerichtet:3n dankbarer Wär- digung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen zu Ihrem 40. Luftsiege als viertem Offizier der deut­schen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Hauptmann Helmuth W i ck wurde 1915 zu Mannheim als Sohn eines technischen Direktors geboren. Er besuchte das Realgymnasium Danzig, die Oberrealschule Königsberg und eine Berliner Oberrealschule. 1936 trat er als Fahnenjunker bei der Fliegertruppe ein und wurde 1938 Leutnant. Nach Kommandierungen zu einem Kampfgeschwa­der und zu einer Jagdfliegerschule wurde er einer Jagd gruppe als Flugzeugführer zugeteilt. Im Juni 1940 wurde er ins Jagdgeschwader Richthofen ver­setzt, am 19. Juli zum Oberleutnant und am 4. Sep­tember zum Hauptmann befördert.

Zwei tapfere Jäger mit demRitterkreuz ausaerelchuet

Berlin, 5. Oktober. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes: dem Hauptmann Lippert und dem Oberleutnant Hahn. Haupt­mann Lippert hat im Luftkampf zwölf Gegner ab» geschossen und fünf Sperrballone vernichtet. Ober­leutnant Hahn hat seinen 20. Luftsieg errungen.

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Hauptmann Lippert wurde 1911 zu Frau­reuth als Sohn eines Arztes geboren. Nachdem er