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t9ü. Jahrgang Nr. 185
Eichener Anzeiger
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Zwischen Saarbrücken und Mülhansen.
Von unserem X p.-Sonderkorrespondenien.
IV.
Es sind nun über fünf Jahre vergangen, seitdem ich Saarbrücken wiedersah. Damals stimmte das Saargebiet mit rund 98 o. S). aller abgegebenen Stimmen für die Rückkehr ins Reich. Es war einer der erhebendsten Tage des Saargebiets und seiner Hauptstadt Saarbrücken. Vom 13. bis 15. Januar zwar herrschte noch die Willkür einer landfremden Regierung, der Terror jener Fremdlinge und Fremd- stämmlinge, die im Solde Frankreichs die politische Meinung des Saaroolkes glaubten umstimmen zu können. JBie schnell sind sie dann in der Frühe des 15. Januar, dem Tage der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses, aus dem Saargebiet verschwunden. Die Straßen Saarbrückens und der übrigen Städte und Dörfer waren ein wogendes Meer freudetrunkener Menschen, deren Leidenszeit nach fünfzehnjähriger Fremdherrschaft und Trennung vom Vaterland ein Ende gefunden hatte. Das Saargebiet kehrte heim und nahm nun tatbereiten Anteil an dem Neuaufbau des Reiches. Es folgten Jahre erfolgreicher Arbeit, die das Saargebiet säuberte von allen äußeren Spuren der 15jährigen Fremdherrschaft. Als dann der Führer im Interesse der Sicherheit des Reiches und als sichtbares Symbol feines Friedenswillens den Befehl zur Errichtung des deutschen Westwalls gab und nach der Fertigstellung der ersten Linie auch Saarbrücken in diesen Befestigungsgürtel einbezog, sah die Saarbevölkerung ihre Treue zum Reich doppelt belohnt: Der Führer nahm das Saargebiet in seinen Schutz.
Niemand allerdings ahnte damals, daß eine neue Leidenszeit über dieses kerndeutsche Grenzland und -volk hereinbrechen sollte: Die durch den Krieg gefährdeten Gebiete an der Saar mußten vorsorglich geräumt werden. Rund 600 000 deutsche Menschen des Saarpfalzgaues muhten Anfang September 1939 ihre Heimat verlassen, um die Entwicklung des Krieges zu ihrer eigenen Sicherheit in Bergungs- aebieten des deutschen Binnenlandes abzuwarten. Wer die Heimatgebundenheit dieser Grenzländer kennt, wird versahen, mit wie schweren Herzen sie ihre Wohnungen verließen, sie ihre Heimatdörfer und -städte räumten. Aber sie haben auch diese neue Prüfung in Treue, zur Heimat und zum Großdeutschen Reich und mit noch stärkerem Glauben an Deutschlands Zukunft bestanden. Als Frankreich, bezwungen durch die Gewalt der deutschen Waffen, am 25. Juni 1940 die Waffen niederlegte, schlug für diese treuen deutschen Menschen wohl die glücklichste Stunde ihres ereignisreichen Lebens: die Heimat rief zur Heimkehr. So sagte mir eine soeben heimgekehrte junge Frau: „Ich bin ja so glücklich, daß ich wieder in Saarbrücken sein kann. Alles Leid, alle Sorge und aller Kummer der vergangenen Monate waren in dem Augenblick vergessen, als ich wieder Saarbrücken betrat und die Schönheit der Heimat schauen durfte!"
Wer die Verhältnisse im Kampfgebiet der Magi- notlinie mit der völligen Desorganisation sowohl der Evakuierung wie der Betreuung der Bevölkerung gesehen hat, wer den Strom der Rückwanderer erlebte und die Trostlosigkeit ihrer Lage erkennen mußte, der ist überrascht von der Planmäßigkeit der Zurückführung der Bevölkerung, der Herrichtung der Wohnungen, der Wiederingangsetzung des wirtschaftlichen Lebens in den deutschen Räumungsgebieten. Die Heimkehrer fanden nicht verkommene oder gar verwüstete Wohnungen und Ortschaften vor, sondern alles hefäubert und sogar mit Blumen geschmückt. Durch die Vorkommandos der Handwerker, Bäcker, Fleischer, Lebensmittelhändler usw. war die Versorgung sichergestellt, die Möglichkeit sofortiger Arbeitsaufnahme gewährleistet. Das Saargebiet kehrt zu neuem Leben zurück. Froher schlagen die Herzen, emsiger schaffen die Hände, denn die Heimattreuen Menschen kehrten in die Heimat zurück. Die Landschaft des schönen deutschen Saargaues ist dieselbe geblieben, vielleicht erscheint sie ihnen heute noch schöner: Berge, Wälder und Täler umschließen die Arbeitsstätten der Saarbewohner, die Kohlengruben, die Eisenhütten, die Fabriken der Glas- und Keramikindustrie und die vielen Tausende von Handwerksbetrieben aller Art. . ,
Ein Besuch in diesen Grenzgebieten zwingt immer wieder zu Vergleichen. Menschen beiderseits der bisherigen Grenze wurden vom gleichen Schicksal betroffen: der Krieg brandete um ihre Heimstätten, sie mußten die Heimat verlassen, sie kehrten jetzt nach dem Ruhen der Waffen wieder dahin zurück. Die einen mit übervollem Herzen des Glückes und frohen Arbeitswillen, die anderen in bang-froher Erwartung nach Jahren der Unfreiheit und Monaten der Verzweiflung. Was wird ihnen die Zukunft bringen? Zwischen dem Saargebiet und Lothringen bestanden vor dem Weltkrieg engste wirtschaftliche Beziehungen, die 1918 rücksichtslos zerrissen wurden; dasselbe war zwischen dem Badener Land und dem Elsaß der Fall. Die wirtschaftliche Struktur Elsaß-Lothringens wurde gewaltsam umgestellt, weil die französische Wirtschaft jede elsaß-lothingische Konkurrenz von vornherein auszuschalten verlangte. Man versteht, daß diese Menschen zunächst abwartend den kommenden Dingen entgegensahen, wenngleich man immer wieder feststellt, daß ihnen das deutsche Wort fließend vom Munde geht. Womit sie ^noch fertig werden müssen, ist die Ueberraschung über das neue Deutschland, wie es wirklich ist. Man hatte es ihnen ganz anders dargestellt, hatte ihnen erklärt, daß das deutsche Volk am Verhungern sei, nichts anzuziehen habe und aus Verzwejflung den Krieg begonnen hätte. Heute wissen sie Hs längst, daß alles ganz anders ist, daß in Deutschland Ordnung, Gerechtigkeit und Disziplin herrschen, daß Deutschland durch Arbeit, durch Vertrauen und durch eine ziel- bewußte starke Führung groß geworden ist. Und da ahnen sie wohl, daß ihr Grenzlandleid bald ein Ende
nehmen werde. Ein neuer Abschnitt ihres völkischen Lebens ist angebrochen: was iynen heute noch Erstaunen ist, ist für sie morgen Wunsch und Einsatz zum gleichen großen Ziel: Ein Reich, ein Volk, ein Führer!
Wiedereröffnung des Straßburger Hauptbahnhofes.
Wie die „Franks. Ztg." aus Straßburg meldet, ist nach umfangreichen Arbeiten an zerstörten Brücken und Gleisanlagen der Straßburger Hauptbahnhof am Montagabend für den Zugverkehr aus der Richtung von Norden und Süden wieder freigegeben worden. Der erste fahrplanmäßige Zug hat Rückwanderer, die aus dem Süden Frankreichs kamen, in die Heimat gebracht. Seit dem 1. August halten einige l)-Züge in Appenweier. Seit diesem Zeitpunkt verkehren auch zwischen Appenweier und Kehl wieder Anschlußzüge. Den Verkehr z w i -
Der Wehrmachlsbericht vom Dienstag.
Berlin, 6. Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Ein U-Boot hat drei bewaffnete feindliche Handelsdampfer mit insgesamt 16858 Bruttoregistertonnen aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen und versenkt.
Am 5. August kam es über dem Kanal wiederholt zu Luftkämpfen. Hierbei schoß ein deutsches Aufklärungsflugzeug zwei britische Jagdflugzeuge neuester Bauart ab. Sechs weitere feindliche Jäger wurden im Kampf mit unseren Jägern zum Absturz gebracht. In der Nacht zum 6. August griffen deutsche Flugzeuge verschiedene englische Häfen an.
Britische Flugzeuge flogen in der Nacht zum 6. August in No.rdwestdeutschland ein und warfen Bomben ab. Der angerichtete Sachschaden ist gering; Menschenleben sind nicht zu beklagen.
Das Gesamtergebnis des Handelskrieges gegen England vom Lriegsbeginn bis zum 8. Juli 1940 wurde im Bericht des OKW. vom 12. Juli bekanntgegeben. In der Zeit vom 9. bis 31. Juli wurden an feindlichen und dem Feind nutzbaren Handelsschiffsraum versenkt: durch U-Boote 344 174 BRT., durch Ueberwas- serst r ei t kräft e 98 500 BRT. In diesen Zah-
Sto ckh o lrn, 6. August. (Europapreß.).Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß in Londoner Regie- rungs- und Militärkreisen ganz beträchtliche Ungewißheit über die deutsch en Aktionsplänegegen England und über die Vorbereitungen zur Durchführung dieser Invasionen herrscht. Neutrale Beobachter glauben, daß, die am vergangenen Samstag von Winston Churchill an das englische Volk gerichtete Forderung, wachsam zu bleiben, ein Beweis dieser Ungewißheit ist. Bekannte Militärsachverständige haben sich darüber hinaus in den letzten drei Tagen mit den Jnvasionsmöglichkeiten beschäftigt und zugegeben, daß England eine Invasion nicht verhindern kann.
Nachdem man in England bisher alle Rationierungsmaßnahmen in Deutschland lächerlich gemacht hat, kündigt jetzt der parlamentarische Unterstaatssekretär im Ministerium für Nahrungsmittelbeschaffung, Boothly, im Unterhaus weitere Nahrungsmittelrationierungen für ganz England und Schottland an, indem er dem Wunsche Ausdruck gab, daß diese Rattonierungen „möglichst lange" hinausgeschoben werden könnten. Wie ernst die Dersorgungslage in England ist, geht daraus
Genf, 6. Aug. (Europapreß.) Die antibritische Sttmmung wächst nach Berichten aus Alexandrien und Kairo in Aegypten immer mehr. Dem „Paris Soir" zufolge ist jetzt eine antibritische Partei gegründet worden. Sie nenne sich Unabhängigkeitspartei. Ihr Ziel sei, das Land gegen die britische Vorherrschaft zu verteidigen. Vor allem wende sich die Partei an d i e Jugend, um sie zu einem Kreuzzug gegen die britische Herrschaft zu gewinnen. Gründer der Partei seien Offiziere, Rechtsanwälte, Aerzte und Professoren.
schen Kehl und Straßburg versieht ein Reichsbahn-Kraftomnibus.
Oer Wiederaufbau
des belgischen Verkehrswesens.
Brüssel, 5. Aug. (Europapreß.) Unter der Leitung der deutschen Militärverwaltung wird das durch die kriegerischen Ereignisse zerstörte belgische Verkehrsnetz mit einem geradezu atemberaubenden Tempo wiederhergestellt. Die besondere Sorge gilt der Rückführung des rollenden Materials aus Frankreich. Mit dem gleichen Nachdruck wird an der Wiederinbetriebnahme des begischen Kanalnetzes gearbeitet. Abgesehen davon, daß durch diese Arbeiten Zehntausende von belgischen Arbeitslosen wieder Arbeit gefunden haben, wird der Aufbau des Verkehrsnetzes es ermöglichen, daß die Lebensrnittel- und Kohlenversorgung Belgiens bald wieder normal sein wird. Die belgische Bevölkerung, die seinerzeit mit Staunen den unerhört schnellen Vormarsch der deutschen Truppen miterlebte, bewundert heute das Tempo, in dem die Deutschen die Kriegsschäden wieder zu beseitigen wissen.
len sind die Erfolge durch Minen nicht enthalten, die gerade in letzter Zeit in erhöhtem Umfange erzielt worden sind und die der Feind bisher verschwiegen hak. Sie sind durch die wiederholte Schließung feindlicher Häfen und durch andere Anzeichen erwiesen.
Durch die Luftwaffe wurden versenkt:
an Kriegsschiffen 21 650 Tonnen,
an Handelsschiffen 215 000 BRT.
Es wurden beschädigt:
an Kriegsschiffen 32 000 Tonnen
an Handelsschiffen 328 000 BRT.
Die Gesamtschiffsverlufte, die dem Feind vom 9. bis 31. Juli zugefügt worden sind, betragen also — ohne Berücksichtigung der Erfolge durch Minen und ohne Einrechnung des beschädigten Kriegs- und Handelsschiffsraumes —
679Z24 BRT.
Der Feind Hal damit seit Kriegsbeginn an eigenem oder ihm nutzbaren Handelsschiffsraum verloren: durch Kampfhandlungen der Kriegsmarine 3 725 547 BRT.
durch Kampfhandlungen der Luftwaffe
1 261 313 BRT.
insgesamt 4 986 860 BRT.
Außerdem sind durch die Luftwaffe seit Kriegsbeginn Handelsschiffe mit einem Gesamtinhalt von etwa 1 500 000 BRT. beschädigt worden.
hervor, daß ab Anfang nächster Woche ein sogenannter Vorrats-Ausschuß seine Arbeiten aufnehmen wird. Der Vorrats-Ausschuß wird Anordnungen erlassen, nach denen jede Verschwendung von Nahrungsmitteln bestraft werden wird.
Welch ungeheure Summen der Krieg der Plutokraten das britische Volk kostet, geht aus Anfragen hervor, die jetzt im Unterhaus dem Schatzkanzler Kingsley Wood gestellt wurden.
Kingsley AZood erwiderte, daß die (Staats- ausgaben mit 2,2 Milliarden (!) Pfund Sterling über den Einnahmen liegen. Damit lüftet der Schatzkanzler ein wenig den Schleier über der katastrophalen Finanzlage Englands, auf die in ausländischen Blättern schon seit längerer Zeit wiederholt hingewiesen wurde. Dieses Defizit müsse zum größten Teil durch neue Steuern gedeckt werden, so fügte Kingsley Wood hinzu und versuchte sich damit zugleich gegen den im Haus und in der Presse erhobenen Vorwurf zu rechtfertigen, daß er nur ungenügende Steuern auferlege. Kingsley Wood zeigte an „einigen Beispielen", daß die neuen Steuern „in gewissen Fällen" viermal so hoch sind wie vor einem Jahre.
Eine neue Verschärfung der Beziehungen zwischen England und Aegypten berichtet ein schwedischer Kurier, der aus Kairo in Istanbul eintraf. Anlaß zu dieser Verschärfung der Lage sei vor allem die Entwaffnung der ägyptischen Armee, die durch die brittschen Behörden ungeachtet des Widerstandes des ägyptischen Generalstabes durchgeführt werde, nackdem die ägyptische Regierung sich zu einem Verkauf der Waffen ihrer Armee an England habe verstehen müssen. Daß man englischerseits trotz der anttbrittschen Reaktion auf
Seit Kriegsbegiim rund 5 Millionen VRT. Handelsschiffsraum versenkt.
Deutsches !l-Boot versenkte aus stark gesichertem Geleitzug wieder drei bewaffnete Handelsdampfer. — Lustkämpfe über dem Kanal. — Deutsche Lustangriffe auf englische Häfen.
England in Ungewißheit über die deutschen plane
Neue Lebensmittelrationierungen. - Wachsendes Defizit im Staatshaushalt.
Wachsende Gärung in Aegypten.
Nach Entwaffnung der ägytischen Armee.
Neue antibritische Partei. — Hermetische Absperrung des Landes.
Oie naffe Wand.
England wurde stark durch die Kriege anderer. Jahrhundertelang schöpfte es bei den Streitigkeiten auf dem europäischen Kontinent den Rahm ab, konnte es ohne Ernstlichen Konkurrenten sein Weltreich erjagen. Die englischen Politiker erfanden für den Kontinent die Devise der „Balance of power" und prägten in b^zug auf die Inseln mit Stolz und Sicherheit das Wort von der „splendid Isolation*1'. 3n der durch einen Seearm hergestellten „glänzenden Vereinsamung" wußte man sich sicher vor allen kontinentalen Angriffsgelüsten. Doch heute ist das Prinzip der „splendid Isolation" überholt, es zeigt sich die Wahrheit des Führerwortes: „Es gibt keine Inseln mehr." Die britische Selbstherrlichkeit ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Es erfüllt sich das Seherwort, das ein schwedischer Dichter zur Zeit der napoleonischen Kontinentalsperre den Engländern entgegenschleuderte:
„Ringsum den Erdball steckst du in Brand, Um zu plündern im Wirrwarr ...
Freiest das Meer, doch chr schließt es, Als wär's ein englisches Packhau^ ...
Doch an dem Strand einmal steigt dir der Rächer empor."
In dieser für England sehr schattenreichen Lage kommt nun der Lügenminister Duff Cooper und macht in falscher Hoffnung mit der Redewendung: „England wird mit dem Rücken gegen die Wand kämpfen." Mit dieser Wand meint Duff Cooper den Atlantischen Ozean. Ist nun aber diese Wand wirklich so fest, wie das hartbedrängte England sie braucht? Ganz gewiß nicht! Es zeigen sich heute schon große Lücken, und wer die Dinge nicht von Amts wegen beschönigen muß, darf feststsllen, daß die schon längst brüchig gewor-
dieser Maßnahme besteht, erklärt sich, wie der Kurier berichtet, nicht in erster Linie aus dem britischen Waffenmangel, sondern aus der Absicht der brittschen Behörden, der ägyptischen Armee eine Wiederholung der in letzter Zeit vorgekommenen Zusammenstöße mit britischen Truppen unmöglich zu machen. Gleichzeitig wird überall eine passive Resistenz auch der ägyptischen Beamtenschaft geaen die britische Armee spürbar, so daß alle Amtsgeschäfte, die in einem Zusammenhang mit britischen Befehlsstellen stehen, verschleppend gehandhabt werden.
Ueber seine Reise von Kairo nach Istanbul berichtet der Kurier, daß die Grenze zwischen Aegypten und Palästina von den britischen Behörden hermetisch geschlossen werde, so daß selbst hohen britischen Beamten ein Grenzübertritt verboten wird. Man mut' nach Möglichkeit verhindern, daß die britisch-ägyptische Spannung in arabischen Kreisen Palästinas Widerhall findet. Da auch die Vorgänge in Palästina von den brittschen Behörden nach Möglichkeit geheimgehalten werden, wird jeder Ausreisende aus Palästina von den britischen Grenzbehörden einer Leibesuntersuchung unterzogen, bei der das Augenmerk der Beamten vor allem auf Briefe und Schriften gerichtet ist, die die prekäre Stellung der Engländer in Aegypten und Palästina verraten könnten.
Erregung unter den französischen Kanadiern.
Der Bürgermeister von Montreal im Konzentrationslager.
Rom, 6. Aug. (Europapreß.) Wie„Corriere della Sera" meldet, macht sich in Montreal eine starke Gärung unter der französischen Bevölkerung dieser Stadt bemerkbar. Die Polizei soll bereits Tausende verhaftet und die Führer der faschistischen Bewegung in Montreal sowie die Leiter anderer unabhängiger Gruppen interniert haben, die gegen die Unterstützung Englands eingetreten seien. Diese scharfen Maßnahmen hätten zu heftig en Kundgebungen unter Leitung des Bürgermeisters H o u d e geführt, der zur Verweigerung der Militärdienst pflicht für andere als kanadische Interessen aufgefordert habe.
Houde ist seit über 15 Jahren eine der bekanntesten Erscheinungen im politischen Leben Quebecs und erfreut sich großer Anhängerschaft vor allem unter den französischen Kanadiern. Der gemaßregelte Bürgermeister wurde auf Veranlassung des Ministerpräsidenten Mackenzie King in ein Konzentrationslager gebracht. Houde beschuldigt die kanadische Regierung, entgegen ihren Versprechungen die allgemeine Dienstpflicht einführen zu wollen, deren erster Schritt die von der Regierung angeordnete Musterung aller erwachsenen Männer und Frauen sei. Als die kanadische Bundesregierung Ende voriger Woche meh.rere städtische Gebäude in Montreal als Meldestellen beschlagnahmte, erließ Houde sofort einen Gegenbefehl und forderte die Bevölkerung zu passivem Widerstand auf, worauf der Justizminister seine Verhaftung anordnete.
Keine Schiffsbeförderung der brasilianischen Europapost mehr. Rio de Janeiro, 6. Aug. (Europapreß.) Um der fortgesetzten Verschleppung brasilianischer Europapost durch britische Blockademaßnahmen ein Ende zu machen, ist die Schiffsbe- förderung der brasilianischen Post vorläufig ein- gestellt worden. So lud der brasilianische Passagierdampfer „Bage" (8235 BRT.) in Pernam- buco seine gesamte für Europa bestimmte Post aus, bevor er die Weiterfahrt nach Europa antrat. Eine amtliche brasilianische Verlautbarung besagt dazu, b-af? das brasilianische Außenamt bemüht ist, die Angelegenheit der Postbeschlagnahme endgültig zu klären.


