Ausgabe 
7.6.1940
 
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Gelweiß, Anker und Propeller im Abwehrkampf von Äarvik

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Dberft Freiherr von und zu Gilsa hat mit seinem Infanterie-Regiment bereits im polni­schen Feldzug hervorragend tapfer gekämpft. Bei der großen Westoffensive durchbrach das Regiment unter persönlichem Einsatz seines Kommandeurs eine wichtige feindliche Brückenkopfstellung und über­schritt die Maas, wobei es gelang, durch schnellen, kühnen Vorstoß die einzige noch nicht gesprengte

(P.K.) Ein a u s N a r v i k zur Uebernahme eines neuen Kommandos zurückberufener Herstörer- kommandant berichtet über den Abwehrkampf von Narvik alsdas schönste Gemeinschaftsunter­nehmen zwischen den drei Wehrmachtsteilen auf engstem Raum". In schicksalsmäßiger Verbindung kämpfen die Besatzungen unserer Zerstö- r e r Schulter an Schulter mit den Gebirgs­jägern der Ost mark, beide unterstützt durch die Luftwaffe, die nicht nur den Feind auf der See angreift, sondern sich als Artillerie der kämpfenden Truppe bewährt und diese durch Fall­schirmjäger verstärkt. Unter der symbolischen Ein­heit von Edelweiß, Anker und Pro­peller steht der Abwehrkampf von Narvik, der England von der Erzzufuhr abgeschnitten hat, ihm die Pforte nach Schweden versperrt und starke Teile der englischen Flotte bindet, die unserer Luftwaffe ständig zur Zielscheibe werden.

In den Kämpfen der Zerstörer mit der über­legenen britischen Marine waren unsere Personal­verluste so gering, daß die Besatzungen an Land st arte Einheiten bis zu Bataillons­verbänden bilden konnten. Während diese Ein­heiten eigene Frontabschnitte übernahmen, wurden andere Teile der Schiffbesatzungen unmittel­bar in die Gebirgsjägerverbände ein­gereiht, aus Mattosen und Heizern wurden teil­weise auch Schitruppen gebildet. Die Tunnels der Erzbahn wurden von Marineabteilungen besetzt. Die elektrische Bahn bis zur schwedischen Grenze wurde von dem technischen Personal der Zerstörer in Betrieb genommen. Das Elektrizitätswerk wurde übernommen. Schiffsgeschütze wurden an Land a l s Küstenbatterien eingesetzt. Bevor die Stadt

Oer deutsche Angriff wieder in Kluß.

Pioniere und Infanterie erzwingen in hartem Kampf den Llebergang über die Somme

(PK.) Tagelang war die Somme die Grenze zwischen Freund und Feind. Tagelang mußten un- ere Feldgrauen an den Ufern des Flusses, der im Weltkrieg so schicksalhaft für unser in der Ab­wehr ausharrendes Heer wurde, Gewehr bei Fuß tehen. Und schon wollte man drüben im alliierten Lager frohlocken: Die Deutschen wieder an der glei­chen Stromstelle festgehalten wie in den September­tagen 1914 ... Dann würde sich auch alles andere vielleicht noch wenden lassen. Es war eine ttüge- rische Hoffnung. Schon der Waffenlärm, von dem die Täler der Somme zum ersten Male seit dem Weltkriege widerhallten, als in der vorigen Woche die schweren Angriffe französischer Tanks und Kolonial-Divisionen an der deutschen Abwehr zerschellten, war ein drohendes Zeichen für Frankreich, daß keine Wun­der der Weltgeschichte sich wiederholen. Die Divi­sionen hier wußten, worauf es ankam: den Kame­raden der Flandernschlacht den Rücken zu decken, bis das Schicksal des großen Kessels im Norden endgültig entschieden sein würde. Dann mußte auch ihre Stunde kommen, wo sie wieder Tritt fassen konnten zum befreienden Angriff, zum Vormarsch.

Heute morgen um 4.30 Uhr ist die gewaltige deutsche Angriffswelle, die nur vorübergehend an­gehalten war, wieder in Bewegung ge­kommen. In den letzten Tagen schon rollte es unaufhörlich und endlos vom Norden heran. Regi­menter und Abteilungen aller Waffen, von den leich­testen bis zu den schwersten, von den motorisierten bis zu den in Sonnenglut und -hauch unermüdlich marschierenden Infanteristen. Trotz dieses gewalti­gen Aufmarsches, der sich dicht hinter der Front vollzog, hat der Franzose von den kommenden Er­eignissen offenbar nichts gemerkt. Die deutschen Flieger sorgten dafür, daß die feindliche Luftauf­klärung nur wenig in das Hinterland einsehen konnte. Das Tarnen gegen Fliegersicht hat man bei allen unseren Truppen ausgezeichnet heraus.

Eine schwere Kanonade, mitunter sich bis zum Trommelfeuer steigernd, lag in den beiden letzten Nächten auf den deutschen Stellungen und über den Dörfern nördlich der Somme. Als aber kein ein­ziges deutsches Geschütz antwortete, die Front der Deutschen sich in Schweigen hüllte, beruhigte man sich drüben bald und stellte am frühen Morgen das Feuer ein, zu der gleichen Stunde also, als der deutsche Angriff schon bis in die letzte Ein­zelheit aufgebaut war. Schon hatten die Pioniere ganz vorn im Schutze der Weiden und Holzungen in der Flußniederung ihre Schlauchboote fertigge­macht. Schon lauerte hinter Bäumen und Hecken, hinter Schützenlöchern geduckt, die deutsche Infan­terie mit allen ihren Waffen auf den Befehl zum Angriff.

Pünktlich heute morgen um 4.30 Uhr rollte das Uhrwerk dieser gewaltigen Organisation ab. Hier zwischen Amiens und Abbeville stehen

schreibe, daß besonders unter den Parlamentsmit« gliedern, die früher Chamberlain gestützt hätten, die Kritik immer stärker werde.Manchester Guardian' sage, auch viele befreundete Offiziere seien jetzt gegen ihn aufgebracht.

Die englischen Bundesgenossen.

Stockholm, 7. Juni. (DNB. Funkspruch.) Ein Frontberichterstatter vonSvenska Dagbladet, der Dünkirchen nach der Einnahme durch die deut­schen Truppen besuchte, berichtet auf Grund von Zeugenaussagen, daß die englischen Truppen lediglich durch Dünkirchen hindurch­marschiert sind und die Verteidigung völlig den Franzosen überlassen haben. Die ge­fangenen Soldaten, die man in Dünkirchen sehe, sein ohne Ausnahme Angehörige französischer Trup­penteile, darunter sehr viele Farbige.

Ein in Dünkirchen ansässiger Amerikaner berich­tete dem schwedischen Journalisten, daß die Eng­länder bereits acht bis zehn Tage vor der Einnahme von Dünkirchen begonnen hät­ten, sich nachts in aller Heimlichkeit nach Eng' land e i n z u s ch i f f e n. Die Serteibigung der Stadt hätten sie allein den Franzosen überlassen. Der Polizeichef von Dünkirchen stellte ausdrücklich fest, daß er keinen Engländer gesehen habe, her Dünkirchen verteidigte. Der Hafen ist nach bent Bericht bes schwedischen Korresponbenten ein ein­ziger Schiffsfriedhof. Die Hafenanlagen sind zerstört und auf dem Kai liegen tote Soldaten^ Munition aller Art und sonstige Ausrüstungsgegen­stände, sogar Golfschläger (!), mit denen sich die Engländer in Frankreich die Zeit vertteiben öollten.

liche Uebermacht in Schach gehalten, bei der man wiederum feststellen kann, daß die Engländer frembe Hilfsvölker ausnutzen. Neben Norwegern, fran­zösischen Fremdenlegionären und Polen wurden sogar rotspanische Emigranten festgestellt.

Die Strapazen dieser Kämpfe sind natürlich groß. Außer einigem Unterholz gibt es hier keine Ve­getation, kaum _ Holz zum Abkochen. Der tiefe Schnee und dann die Schneeschmelze erschweren die Verbindungen. Der Marinenachrichtenoffizier hat auch im Gebirge mit den geborgenen Funkgeräten der Zerstörer Funkverbindung mit der Heimat einrichten können. Gebirgsjäger und Seeleute wuß­ten, daß sie nicht auf verlorenem Posten stehen. Das dauernde Erscheinen deutscher Flieger war ihnen stets ein Gruß aus der Heimat und eine Bestätigung dafür, daß die deutsche Stellung hier oben im Norden im gemeinsamen Einsatz aller Wehr­machtsteile allen Schwierigkeiten zum Trotz gehalten wird. Als dann auch Fallschirmjäger landeten und sich sofort in den Erdkampf einreihten, gab es große Begeisterung. In diesem Kampf lebt die Füh­rung bis zum General einschließlich unmittelbar mit der Truppe und teilt mit ihr alle Strapazen. Die wochenlangen erfolgreichen Abwehrkämpfe gegen eine ungeheure feindliche Uebermacht haben nörd­lich des Polarkreises aus Verbänden unserer drei Wehrmachtsteile eine Einheit des Kampfes und, wie jeder Narvikkämpfer fühlt, eine Einheit des Herzens gemacht, die nie wieder vergessen werden wird. Es ist das stärkste Erlebnis dieses Kampfes für Deutschland, 2000 Kilometer von der Heimat entfernt.

Feldherrn kann man nicht ausgebildet werden, man muß dazu geboren fein'1, sagt Schliessen, an­dererseits sagt MoltkeGenie ist Fleiß". Das scheint ein Widerspruch zu sein und ist es doch nicht. Denn auch Moltke wollte mit diesen Worten nicht etwa sagen, daß man mit Fleiß allein und vielleicht der nötigen Dosis gesunden Menschenver­standes sich zuitt Genie heraufarbeiten könne, viel­mehr wollte er betonen, daß Genie ohne Fleiß wertlos ist. Es ist in der Tat so, daß dem Feldherrn angeborene Eigenschaften des Geistes und der Seele eignen müssen: von der geistigen Seite ein über­ragender Verstand, größte Klarheit des Denkens, ein aeradezu visionäres- Vorausschauen, von der seeli­schen Sette höchster Mut der Verantwortung, Festig­keit, Unternehmungslust, psychologischer Scharfblick, Ehrgeiz im edelsten ©inne. Aber auch wem diese geistigen und seelischen Eigenschaften gegeben sind/ der kann damit noch keineswegs ein * ..........

den, wenn nicht ein unermüdliches, umfassendes

Studium der Kriegskunst hinzutritt, und zwar um so mehr, je größer und verwickelter die technische Entwicklung der Kriegsmaschine wird. Der Feldherr muß die Waffen und ihre Wirkung genau kennen, um sie richttg einsetzen zu können. Er muß auch die technischen Fortschritte auf dem Gebiet der Be­waffnung ständig verfolgen, um sie in den Dienst der Kriegsvorbereitung und Kriegführung stellen zu können. Er muß die möglichen Kriegsschauplätze von der militärgeographischen Seite bis zu völliger Beherrschung erforschen. Er muß die Stärke, Be­waffnung und Ausrüstung sowie die Leistungsfähig­keit fremder Heere kennen und darüber hinaus sich ein klares Bild von den moralischen und mili­tärischen Eigenschaften anderer Völker machen, um sie richtig einzuschätzen. Er muß durch Studium der Kriegsgeschichte und durch Lösung takttscher und strategischer Aufgaben seinen Geist schulen, die Be­fehlstechnik souverän beherrschen. Er muß die Or­ganisation der Verpflegung und des Nachschubes, des Nachrichtenwesens und der Verbindungen, Eisenbahnen, Land- und Wasserstraßen gründlich kennen und vieles andere mehr. Es ist ein nie endendes Studium, denn das Sprichwort:Wer raftst, der rostet" gilt für keinen Beruf mehr als für den des hohen und höchsten militärischen Füh­rers.

Wir Deutschen dürfen wohl sagen, daß in keinem Heere der Welt diese geistige Ausbildung des mili­tärischen Führertums mehr gepflegt wird wie in dem unfrigen. Wer einen Einblick in die Arbeit des deutschen General st abes gehabt hat, der weiß, welche Unsumme angespanntester geistiger Ar- bett hier seit Generationen geleistet worden ist und

Brücke des Abschnittes unversehrt in die Hand zu bekommen. Oberst Jordan überwand mit sei­nem Infanterie-Regiment im schweren feindlichen Feuer die Maas und traf, selbst weit vorn, die er­forderlichen Maßnahmen für die Fortführung des Angriffes, die den Erfolg des Tages bedeuteten. Unter feiner kaltblütigen Führung nahm das Re­giment Befestigungen, deren Ausschaltung für die Durchführung der Gesamtoperationen von großer Bedeutung war. Oberstleutnant Schubert riß durch seinen persönlichen tapferen Einsatz sein In­fanterie-Bataillon zu besonderen Leistungen mit, wobei die Truppe trotz schwerer feindlicher Gegen­wirkung der entscheidende Uebergang über die Maas gelang. Der von ihm erkämpfte Brückenkopf wurde unter seiner energischen Führung gegen alle feind­lichen Gegenangriffe gehalten. Major Filzin - g e r, Kommandeur einer Artillerie-Abtlg., hat sich bei der Abwehr eines Angriffes schwerer feindlicher Panzer durch sein kaltblütiges Verhalten und seine zweckmäßigen Maßnahmen besonders ausgezeichnet, so daß die erfolgreiche Abwehr wesentlich seinem persönlichen Einsatz zuzuschreiben ist. Oberleut­nant Langen st raß, dessen Tat bereits im OKW.- Bericht vom 25. Mai erwähnt wurde, nahm an der Spitze seiner Pioniere ein neuzeitliches Fort bei Maubeuge, das einen Eckpfeiler dieser Festung bildete und den Weg für den entscheidenden Angriff sperrte.

Auch Chamberlain fällig.

Stockholm, 7. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Londoner Korrespondent desSvenska Dagbladet" meldet, die Kritik an Chamberlain werde immer stärker. Jetzt sei auchNews Chronicle" zum offe­nen Angriff übergegangen, nach demDaily Herald" seit längerem stark poknftsiere,News Chronicle"

Drüben aber, in den kleinen Dörfern und in den Waldstücken jenseits des Flusses haben die In­fanteristen immer noch schwere Arbeit zu leisten. Jedes Haus muß durchsucht, jeder Garten mit seinen Büschen und Hecken Sorgfältig durch- getämmt werden. Denn überall finben sich noch diese schwarzen Bestien, die daskultivierte" Frank­reich gegen uns geschickt hat. In viehischen Greuel- taten macht sich ihr tierischer Blutdurst Luft. Mit langen verrosteten Messern versuchen sie sich in der Verzweiflung zu wehren. Zähnefletschend greifen sie noch hinterrücks zum Gewehr, wenn sie verwundet zurückgeblieben sind. Aus den Bäumen und Hecken müssen sie einzeln abgeknallt werden. Auf den Straßen und Durchfahrten aber lauern Minen und heimtückische Fallen aus Eierhandgranaten, um den deutschen Vormarsch aufzuhatten. Aber vergeb­lich. Oben auf der Höhe geht bereits eine Kom­panie von hinten einem Waldstück zu Leibe, aus dem immer wieder MG -Feuer herausbricht. Wir sehen die grauen Gestalten unangefochten im Walde verschwinden. Dann dröhnt der kurze harte Schlag der Handgranaten auf. Dort macht man restlose Arbeit.

Im Höllentanz der gewaltigen Detonationen, im Lärm bes Nahkampfes bricht sich der deutsche An­griff langsam, aber unaufhaltsam Bahn. In das Dröhnen der deutschen Granateinschläge mischt sich das Rattern der MG.s, das langsame Tack-Tack der französischen, das rasend schnelle Tack-Tack-Tack der deutschen. Gewehrschüsse bellen auf» Handgranaten krachen und in diesem scheinbaren Chaos geht der Synitäter opferbereit seiner schweren ernsten Arbeit nach.

Langsam aber schon wendet sich das Bild. Der Gefechtslärm wandert allmählich.nach Süden und verklingt hinter den Höhen, die der deutsche Angriff dem immer schneller weichenden Gegner entteißt. Zur Rechten von uns ift.es schon beinahe still geworden dort sind die weit nach Süden sich dehnenden Höhen im schnellen An- sturm genommen nur zur Linken liegt noch das Feuer unserer Batterien auf Picquigny, Dort rattern immer noch französische MG.s aus ver­borgenen Nestern. Sie können das Schicksal des Tages nicht mehr wenden ...

lieber die Schlauchbrücke fließt es bereits in end­loser Folge nach Süden: Infanterie, Kompanie auf Kompanie, Pakgeschütze, jetzt kommt schon, sechs­spännig viele Hände greifen fest in die Speichen die erste Haubitze herübergerollt und dann Wagen auf Wagen mit Munition und Gerät ... Wir sind drüben! Der deutsche Infanterist hat sich nicht, wie man so gern glauben machen wollte, in den Schützengraben zwingen lassen. Er ist an­getreten zum neuen Angriff, zum neuen Vormarsch, und dieser Vormarsch rollt schon am Nachmittag dieses denkwürdigen 5. Juni stetig und unaufhaltsam.

Friedrich Schultz.

Narvik selbst aufgegeben wurde, haben Sprengttup- pen der Pioniere und der Kriegsmarine die Hafenanlagen und Kais restlos zer­stört, so daß der Besitz der Ruine Narvik für die Engländer völlig wertlos wurde.

Neben der Erfüllung dieser Aufgaben sind aber das größte Erlebnis die gemeinsamen Ge­birgskämpfe selbst. Es gibt dort oben außer der Stadt Narvik selbst nur einige Hütten an der Eisenbahn. Gebirgsjäger und Seeleute übtzknachten teilweise seit vielen Wochen im Freien. Schnee­höhlen und Felsspalten dienen zur Unter­kunft in den noch' immer recht kalten Nächten. Mu­nition und Verpflegung werden auf Schlitten heran­gebracht. Mit dem Eintreten der Schneeschmelze wurden die Verhältnisse zunächst noch schwieriger. Beim Abtransport von Verwundeten aus hohen Gebirgsstellungen zum Feldlazarett haben unsere Soldaten im Geiste der Kameradschaft wahre Wun­der an Rettungsaktionen vollbracht. Glücklicherweise blieben die Verluste gering. Das planlose Einsetzen von englischen Schiffsgeschützen gegen Ge­birgsstellungen war meist völlig erfolglos. Die eng­lischen Schiffsgefchütze schossen buchstäblich Löcher in eine wilde, von ihnen gar nicht zu über­sehende Gebirgslandschaft. Auch im Erdkampf be­wirkte der Charakter des Geländes mit seinen vielen Deckungsmöglichkeiten hinter Felsvorsprün- gen, daß die Verluste gering blieben. Nirgends ist es dem Feind gelungen, unsere Stellungen zu um­gehen. Ein paar Soldaten haben oft mit erbeute­ten norwegischen Maschinengewehren ganze Kompanien des Feindes solange aufhalten können, bis über die Berge von anderen Stellungen her Verstärkungen eintrafen. So wird eine feind-

Handgriff, jede der unendlich verwickelten Tätig­keiten so in Fleisch und Blut übergegangen ist, daß keine noch so schwere Lage Verwirrung stiften kann. Wir wissen, daß bei der Ausbildung besonderer Wert daraus gelegt wird, die Tätigkeit der Be­satzung beim Ausfall von Offizieren, Mannschaften, Geschützen, Maschinenteilen, Befehlsübermittlungs­anlagen und bergt so zu üben, daß das Schiff selbst bei schwersten Beschädigungen und Ausfällen so lange kampffähig bleibt wie es schwimmt und noch ein Geschütz feuert. Der Heldenkampf der Wiesbaden" in der Skagerrak-Schlacht und der Kampf der Torpedoboote vor Narvik sind Beispiele hierfür.

Dieser deutsche Drill, der aus jedem, auch dem weniger soldatisch veranlagten Manne einen voll­wertigen Kämpfer macht, ist die erste Grundlage der deutschen Kriegskunst. Es genügt aber nicht, denn die neuzeitliche Kriegführung verlangt mehr als waffensührende Automaten, nämlich selbstän­diges Denken und Handeln. Die heutige Waffenwirkung zwingt zur Anwendung so zer- ftreuter Formen, datz ein dauerndes Lenken der Mannschaft durch Befehle ausgeschlossen ist. Wird ein Truppenteil, sei es eine Kompanie, ein Zug oder eine Gruppe zu einer Kampfhandlung eingesetzt, so hört in vielen Fällen mit dem Einsatzbefehl jede weitere Einwirkung der vorgesetzten Dienststelle während dieser Kampfhandlung auf, ja oft genug ist der einzelne Mann auf sich selbst angewiesen. In dieser Lage richtig zu handeln, sich der oft wechselnden Lage anzupassen, schnelle Entschlüsse zu fassen, ja selbst in manchen Fällen von dem er­teilten Befehl abweichen zu müssen und doch im Sinne der Lage und Aufgabe zu handeln, das er­fordert nicht nur von den Führern bis zur klein­sten Einheit herab, sondern auch schon vom einzelnen Manne ein geistiges Können -von nicht geringem Ausmaße. Diese geistige Schulung auf den Krieg in der Friedensausbildung ist noch erheblich schwerer als der körperliche Drill. Sie erfordert von den Ausbildenden volle Beherrschung des Stoffes, größte Klarheit des Denkens und darüber hinaus ein leb­haftes Vorstellungsvermögen. Eine Gefechtsübung ist wertlos, ja sie kann sogar schädlich sein, wenn der Ausbildende sich nicht in die Schwierigkeiten und Reibungen, die der Krieg bringt, hineinzudenken vermag und sie seiner Mannschaft nicht darzustel­len versteht. Daß diese geistige Arbeit bei allen Teilen der deutschen Wehrmacht geleistet worden ist, das zeigen unzählige Einzelheiten in diesem Kriege, wo oft durch die Initiative einzelner Män­ner große Erfolge erreicht wurden, wo z. B. bei schwer beschossenen Fluazeugen der Beobachter ober Bordfunker den ausgefallenen Flugzeugführer er­setzt und die stark havarierte Maschine doch noch in den Flughafen gebracht hat, wo eine einzelne Kampfwagenbesatzung weit überlegene feindliche Panzerkräfte erledigt, ein einzelner Pak-Schütze eine Reihe feinolicher schwerer Tanks vernichtet hat. Den Einzeltaten kleiner Kampfeinheiten sind die schwer­sten Festungsanlagen, wie das Fort Eben-Emael, durch kühnes und zugleich wohl durchdachtes Zu­greifen in die Hand gefallen. Solche Fälle zeugen nicht nur von hervorragendem Schneid, sondern auch von größter Geistesgegenwart, die aber nur dann möglich ist, wenn der Soldat seine Aufgaben geistig beherrscht. Das sind die Grundlagen der deutschen Kriegskunst: sorgfältige körperliche und geistige Ausbildung, deutsche Gründlichkeit und tiefes Nachdenken, die alle Wehrmachtsteile in voll­endeter Schulung in den Krieg eintteten ließen.

Zu der körperlichen und geistigen Ausbildung müssen aber auch noch seelische Eigenschaften treten, die nicht erworben werden können, sondern im Volk vorhanden sein müssen: Tapferkeit, Ehrgefühl, Neigung zur Disziplin, Pflichttreue, Kameradschaft­lichkeit. Gewiß können sie durch Erziehung und Ausbildung gesteigert werden, aber, wenn sie einem Volke nicht naturgegeben sind, sondern nur äußer­lich anerzogen werden, so versagen sie in der schwersten Prüfung des Soldaten: dem Kriege. Es ist ein Glück für unser deutsches Volk, daß eine gütige Vorsehung ihm die wichtigsten Eigenschaften für den Krieg in die Wiege gelegt hat.

Wenn wir von der Kriegskunst sprechen, so müs­sen wir aber auch ganz besonders an die höheren und höchsten Führer denken. Mag eine Wehr­macht noch so gut ausgerüstet uYit) ausgebildet sein, mögen ihre seelischen Eigenschaften die besten sein, so wird sie dennoch keine großen Erfolge erreichen, wenn die obere und oberste Führung versagt.Zum

wird. Wir können daher sicher sein, daß, wenn unserer Wehrmacht Männer mit den Tugenden eines Feldherrn von der Vorsehung geschenkt wer­den, sie auch diese Tugenden durch ihre Vorbildung bis zum höchsten Maße steigern. Genie ohne Fleiß setzt sich in der deutschen Wehrmacht nicht durch, militärisches Dilettantentum ist hier nicht denkbar.

Das sind die Grundlagen der deutschen Kriegs­kunst, die zum Höchsten greifen kann: der völligen Vernichtung des Gegners durch Einkreisung. Auf diesem Boden sind die Vernichtungserfolge von Sedan, Tannenberg, Kutno, der Schlacht im Weichselbogen und in diesen Tagen die größte Der- nichtungsschlacht der Weltgeschichte in Flandern ge­wachsen und in diesem Zeichen werden wir den Endsieg erringen.

MdeniMerkremaWezelchntt

Fiihrerhauplquarkler, 6. 3unL (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehr­macht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres an folgende Offiziere das Ritterkreuz zum Eisernen kreuz verliehen: Oberst Freiherr von und zu Gilsa, Oberst Hans Jordan, Oberst­leutnant Günther Schubert, Itlajor Friedrich Filzinger, Oberleutnant Langen st raß.

eine Anzahl aktiver Division en zum Angriff bereit. Süddeutsche erprobte Soldaten, die zwei Jahre gedient haben, sich in Polen die Waf­fenerfahrung holten und die langen Monate des Wartens zu fttenger ernster Arbeit verwandt haben, eine gefechtserfahrene Truppe, der der Feind das hat auch dieser Tag heute wieder gezeigt nichts Gleichwertiges . entgegenzusetzen hat. Hinter den Marschierern aber steht d i e deutsche Artil­lerie aufgebaut. Geschütz neben Geschütz, Batterie und Abteilungen aller Kaliber, daneben Flak und die Geschützwachen der Infanterie. Der Divisions­stab ist auf eine Waldhöhe gerückt, von der man einen weiten Rundblick hat, auf das weite Somme­tal, auf das Ufer drüben, das zum Teil jäh an­steigt, auf die Wälder und Hügel, auf denen der Feind in den letzten Tagen geschanzt hat. Als das erste Tageslicht den Blick auf die Landschaft frei­gibt, richten sich die Gläser gespannt nach drüben. Schon ist der Angriff im Fluß.

Die Pioniere sind an den Fluß vor gestürmt und haben vor den Augen des zunächst völlig überrasch­ten Feindes ihre Brücke geschlagen. Aber dann, als sie darangehen, für die nachkommenden Kolonnen Bohlen auf den Bahnkörper hinter den Fluß zu lenen, bricht der feindliche Feuersturm los. Im Laufschritt kommt aber die Infanterie noch gut über den Fluß. Und nun beginnt ein harter, erbitterter Häuserkampf mit dem sich zäh wehrenden Gegner. Es ist französische Infanterie und vor allem Schwarze, Neger von der Elfenbeinküste, sehnige Gestalten, brutale Mes­serschlächter, die den offenen Kampf meiden, aber heimtückisch aus Haustüren und Kellerlöchern, von den Bäumen und hinter Hecken auf die Infante­risten und Pioniere knallen. Ueberall find ver­deckte MG.-Nester, die das Vorfeld besttei- chen und nun auch die Brücke unter Feuer nehmen.

In dem gleichen Augenblick aber, als die In­fanterie am Feind ist, der Trumpf des Ueberraschens ausgespielt wurde, beicht das deutsche Artil­le r i e f e u e r mit verheerender Wucht los. Von allen Höhen ringsum dröhnt und blitzt es auf. Pausenlos reihen sich die Abschüsse aneinander. Unten im Tal stehen Granatwerfer und Minen­werfer und schleudern ihre verderbenbringenden Ge­schosse über den Fluß. Drüben auf den steilen Hohen, an den Waldrändern und in den Ortschaften, wo die Stellungen des Gegners in den letzten Tagen sorgfältig erkundet wurden, steigt schwärzlich-brauner Rauch auf. Immer dichter sitzen die Einschüsse, und der erschütterte Feind weicht langsam aus seinen vorbereiteten Abwehrlinien zurück. In der tief ge­staffelten Reihe der deutschen Batterien stehen die schweren Kaliber und nehmen die Artillerieftellun- gen des Gegners und seine rückwärtigen Verbin­dungen unter Feuer. Ihr Erfolg muß ausgezeichnet fein, denn bei dem ganzen Angriff, der in breiter Front über das Sommetal geht, fällt kaum ein Schuß der französischen Batterien.

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