Ausgabe 
6.9.1940
 
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andere wie Guadeloupe und Martinique den Fran­zosen und Turacao den Holländern gehörten. Die Jungfern-Jnseln (St. Thomas), die Dänemark ge- hörten, haben die Vereinigten Staaten ihm schon 1916 für 25 Millionen Dollar ab gekauft. Auf den Großen Antillen Kuba und Porto Rico haben sich die Vereinigten Staaten schon seit mehr als 50 Jahren festgesetzt. Während Jamaika mit der Hauptstadt Kingston, etwa 870 000 Bewohner auf 12 000 qkm, die Insel des Rums, seit 1655 britischer Besitz ist. Jamaika liegt direkt nordöstlich des atlan­tischen Ausgangs des Panamakanals. Im äußersten Süden ist xu den Kleinen Antillen auch die Insel Trinidad an der Mündung des Orinoko zu zäh­len. Der Orinoko ist der Hauptstrom von Vene­zuela. Trinidad ist bekannt durch seine großen Oel- raffinerien, für das auf dem Kontinent an der venezolanischen Küste sehr reichlich gewonnene Oel. Etwa 400 Kilometer südöstlich liegt Britisch - Guyana auf dem südamerikanischen Festland, mit dem sich anschließenden holländischen Guayana (Surinam) und französischen Guyana (Cayenne) zwischen Venezuela und Brasilien. Schon vor einem Jahre bezeichnete eine amerikanische Zeitung diese Linie von Neufundland bis Britisch-Guyana als die Maginot-Linie" der Vereinigten Staaten. In die- s-em Zusammenhang erinnern wir schließlich an die vor wenigen Tagen erfolgte Pachtung der G a l a - pagos-Jnseln durch die Vereinigten Staaten von Ecuador im Stillen Ozean, s ü d w e st l i ch vom Panama-Kanal. Dr. Ho.

Amerika rechnet mit dem Zusammenbruch des Empire.

Eine russische Betrachtung.

M o 3 k a u, 5. Sept. (DNB.)Kraßnaja Swjesda" besckäftigt sich mit dem jüngsten englisch-amerika­nischen Tauschgeschäft und dem vorausgegangenen Abkommen über die Verteidigung Kanadas. Die Vereinigten Staaten hätten sich, was den Krieg in Europa anbelangt, gründlich verrechnet. Sie hätten in der stillen Absicht, sich selbst einen ge­bührenden Anteil bei der Neuaufteilung der Welt zu sichern, geglaubt, daß der Krieg mindestens mehrere Jahre dauern und die Erschöp­fung aller k r i e g f ü hr e n d e n Staaten mit sich bringen werde. In Wirklichkeit sei es jedoch ganz anders gekommen: England stehe heute allein den vereinten Kräften Deutschlands und Ita­liens gegenüber.

Die Gründe für dieBesorgnisse" der Vereinig­ten Staaten lägen in Anbetracht dieser Situation auf der Hand. Erstens seien die Vereinigten Staa­ten selbst noch n i ch t zur unmittelbaren Ein- misckuna in den Kampf der europäischen Groß­mächte bereit. Für die Verwirklichung ihres gewal­tigen Rüstungsprogramms brauchten sie eine lange Seit. Zweitens bestehe offenbar nach Ansicht der Amerikaner die Möglichkeit eines völligen Zu­sammenbruchs Englands. Damit werde, so glaube man in Amerika, auch die Bedeutung der Vereinigten Staaten als weltbeherrschende Seemacht in Frage gestellt sein. Drittens befurchte man in den Vereinigten Staaten, daß Deutschland einen vorteil­haften Frieden in Europa herbeiführen und dann m der Lage sein könnte, seine ungeheuerlichen wirt- schaftticben und technischen Machtmittel auf den Wirtschaftskrieg zu konzentrieren.

Auf jeden Fall aber wollten sich die Vereinigten Staaten auch noch eine zweite Möglichkeit offen lassen: Im Falle der Niederlage Englands solle sich die britische Flotte nicht ergeben, sondern über den Ozean fliehen. Dann würden die Ver­einigten Staaten, so stellt das Moskauer Blatt lako­nisch fest,, nicht nur ihre 50 Zerstörer mit großen Zinsen wieder erhalten, sondern die englische Flotte dazu.

Brasiliens Kaffeewirtschaft.

Gegen die Monopolpläne der USA.

Rio de Janeiro, 4. September. (DNB.) Nach Beendigung des großen Kongresses der Kaffee­produzenten des Staates Sao Paulo über­reichte eine siebzigköpfige Abordnung dem Präsiden­ten Vargas ein eingehendes Memorandum über die augenblickliche schwierige Lage der Kaffeepro­duktton und -ausfuhr. Präsident Vargas versprach eine Untersuchung und sicherte Abhilfe zu. Die Pläne der USA., im Rahmen des Exportkar­tells die brasilianische Kaffee-Erzeugung aufzu­kaufen, fanden im Kongreß keine günstige Be­urteilung. Namhafte Mitglieder des brasilianischen Kafieebaues erklärten offen, daß sie die USA.°Ex° portkartellpläne ablehnten. Brasilien könne nicht die Freiheit seines Außenhandels aufgeben nur den USA. zuliebe.

Eine Kommission von 150 Vertretern der Pau­li st a n e r Landwirtschaft aus allen Gemein­den Sao Paulos wurde bei Präsident Varaas' we­gen der immer schärferen Absatzschwierigkelten in­folge des Ausfalles der Europamärkte durch die Ausdehnung der englischen Blvk- k a d e vorstellig. In dem BlattJmparcial" wendet sich der Präsident der Paulistaner Landwirtschafts­gesellschaft, Caio Simoes, gegen ein von Nord- amerika erstrebtes Handelsmonopol in Süd­amerika und gegen die Bildung von Trusts und Kartellen. Ein Land ohne Handelsfreiheit verliere seine Selbständigkeit und werde eine Kolonie. Bra- sllien wolle Kaffee an alle Länder ver­kaufen, suche neue Märkte und wolle die Wie- dererschließunb der durch die Blockade zeitweilig gesperrten Märkte. Die von den USA. geplanten Aufkäufe entbehrten jeder natürttchen Grundlage, weil Nordamerika sie nicht für den Verbrauch benö­tige und sie später an Europa in Konkurrenz gegen den Südamerika handel Weiterverkäu­fen wolle. Brasilien müsse Abttetung seiner Au- ßenhandelsbeziehunaen an ein einziges Land ableh- nen, da es damit seine wirtschaftliche Selbständig­keit aufgäbe. Auch einer der größten Landwirte Sao Paulos, Alves de Lima, erklärte sich als Gegner des Aufkaufplans der USA., und betonte die Not­wendigkeit der Aufrechterhaltung der alten Handels­beziehungen unter Anspielung auf den Verrech­nungsverkehr mit Deutschland.

Die amerikanischen Zerstörer.

Washington, 5. Sept. (Europapreß.) Die hartnäckige Weigerung des Weißen Hauses über die Pläne zur Ueberleitung der Zerstörer an England Einzelheiten bekanntzugeben, hat zu einem großen Durcheinander in der Berichterstattung geführt. Der gegenwärtia in San Franzisko weilende Sekre­tär des Marinedepartements, Knox, erklärte, das erfte Kontingent der an England zu übertragen­den Zerstörer werde am kommenden Freitagden Engländern übergeben werden". Gleichzeitig ver­lautet aber aus Kreisen des Marineministeriums, daß d r e i Zerstörer bereits nach Halifax ausgelaufen seien. Wieder einer anderen Les­art zufolge, sollen 18 mit Kanadiern bemannte Zer­

störer aus USA.-Häfen nach Halifax ausaelaufen sein, wobei jedem Schiff je ein nordamerikanischer Marineoffizier beigegeben worden sei. Schließlich erklärte Radio New York, sämtliche 50 Zer- st ö r e r hätten bereits am vergangenen Freitag vier Tage vor Bekanntgabe des Roosevelt-Chur­chill-Abkommens USA.-Häfen nach Halifax ver­lassen und befänden sich zur Stunde in britischen Händen.

Zwei neue Ritterkreuzträger der Luftwaffe.

Berlin, 5. Sept. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Bor­schlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichs­marschall Göring, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz Major Freiherr von Maffenbach, Kommandeur einer Kampfgruppe, und Oberleutnant Wick, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, verliehen.

Major Freiherr von Massenbach gab bei Füh­rung seiner Staffel, später seiner Gruppe, das Bei­spiel höchster Einsatzbereitschaft und vorbildlichen Schneides. Schon im Polenseldzug führte er ferne Staffel zu größten Erfolgen bei geringsten eigenen Verlusten. In Norwegen unterstützte er als Kom­mandeur einer Kampfgruppe das Dargehen des Heeres in kameradschaftlicher Waffenhilfe bei Lille- hammer und Hamar. Bei Andalsnes ttchrteer wuchtige Angriffe auf die fluchtenden Engländer durch. Schneidig geflogene Tiefangriffe aus aie hol­ländische Peel-Stellung erleichterten den rachen Durchbruch des Heeres. Zu Hilfe eilende französische motorisierte Verbände wurden versprengt. Gegen die in Flandern eingekesselten Feindkrafte geflogene Angriffe fügten dem Gegner schwerste Verluste zu. Oberleutnant W i ck hat in schweren Lustkampsen 2 0 Siege errungen. Mit vorbildlichem Schneid und nie erlahmendem Angriffsgeist war er seiner Staffel Führer und Vorbild im Kampf. W0*'' ragendes persönliches Können, gepaart mit höchstem Mut und Kampfgeist brachten ihm den schönsten Erfolg.

Englische Kreuzer bombardiert.

Erfolgreiche Kämpfe im Aegäischen Meere. II Flugzeuge abgeschoffen.

Italienischer Wehrmachtsbericht.

Rom, 5. Sept. (DNS.) Der italienische wehr- machlsbericht vom Donnerstag Hal folgenden Wort­laut:

Drei englische Kreuzer und zwei Io r- pedozerstörer wurden auf der Fahrt entlang der algerischen Küste von unseren Fliegern heftig bombardiert. Zwei Kreuzer wurden m i t Bomben schweren Kalibers getroffen. An Deck eines der beiden Kreuzer ist starke Rauch­entwicklung beobachtet worden.

Im Aegäischen Meer wurde ein aus zahl- reichen Schiffen bestehender feindlicher Ge­le i t z u g in Begleitung von Seestreitkräften gesich­tet und im Laufe des Dienstags versenkt. In der Absicht, den Geleitzug um jeden Preis sicherzustellen, haben feindliche Luft- und Seestreitkräfte in den frühen Morgenstunden des gestrigen Tages einen Angriff auf unsere Luft- und Atollen- stützpunkte im Aegäischen Meer gemacht. Der Angriff wurde von zwei Flugzeugverbänden gegen die Flugplätze von Gadurra und Ma­ri z z a durchgeführt, wo zwei italienische Flugzeuge am Boden getroffen worden sind sowie von einem Flottenverband, der Scarpanto beschoß und da­bei leichten Schaden an Privathäusern sowie einige Verwundete unter der Bevölkerung zur Folge hatte. Die Intervention unserer Jagdflugzeuge und un­serer Flakartillerie hat den Angriff in kurzer Zeit abgeschlagen. 7 feindliche Flugzeuge wurden abgeschoffen. Die Besatzungen von drei

Flugzeugen, insgesamt 8 Mann, wurden gefangen genommen.

Rach der so erfolgten Zurückweisung des Fein­des gingen unsere Luftstreitkräfte zum Gegenangriff über. Bon 7 bis 17.30 Ahr wurden in 5 Wellen Bombenaktionen gegen die feindlichen Berbände durchgeführt. Trotz des Eingreifens der feindlichen Jagdflieger und der feindlichen Flakbatterien wurden vier Schiffe schwer getroffen und beschädigt und fünf Jagdflugzeuge abgefchoffen. Zwei italienische Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Einige Berwundete an Bord der übrigen Flug­zeuge.

Zur gleichen Zeit griffen unsere Schnell­boote (MAS.) den feindlichen Flollenverband an und erzielten im Kanal von Easo gegen einen Kreuzer und zwei feindliche Torpedojäger gute Erfolge. Eines unserer Schnellboote ist nicht zurückgekehrt.

In Rordafrika auf beiden Seiten lebhafte Flugtätigkeit. Die feindlichen Einflüge verursachten geringen Schaden. Ein Toter und elf Berwundete. Bier feindliche Flugzeuge wurden abgeschoffen, zwei davon von der Flak. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt.

In Ostafrika ist bei einem feindlichen Luft­angriff auf den Flugplatz I a v e 11 o ein feindliches Flugzeug vom Hampden-Typ abgeschoffen wor- den. Der Abschuß eines zweiten ist wahrscheinlich. Eine italienische Bomberformation hat auf einem englischen Dampfer im Roten Meer einen schweren Treffer erzielt.

Zerstörte Mgazine nach dein Lnstangriff ansSovthainpton

W

Die deutschen Bomben finden ihre Ziele trotz der starken britischen Flakabwehr. Unser Bild zeigt einen Bombentreffer in ein Magazin des britischen Hafens Southampton, das, wie man sieht, völlig vernichtet wurde. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Das LandestheaterSaarpsalzist im Rahmen der Truppenbetreuung durch die NSG. Kraft durch Freude mit einer Spiel- gruppe in Westfrankreich eingesetzt. Ein Mit­glied gibt einen interessanten Bericht Über seine Eindrücke in Paris.

Wir sind in Paris. Die Bevölkerung ist fast voll­kommen in die Hauptstadt zurückgekehrt. Nur viele große Geschäfte sind noch geschlossen und verbergen sich hinter Gittern und Rolläden. Das Bild der Straße zeigt wieder Leben, Eile, Geschäftigkeit und quirlendes Durcheinander. Es unterscheidet sich wohl kaum von den Eindrücken kriegsferner Tage. Der Pulsschlag der Großstadt, um die sich so mancher Roman, so manches Märchen gesponnen hat, ist auch heute, da eine andere, neue Zeit den Tag bestimmt, spürbar. Erschreckend ist für uns die unvermittelte Nähe von Reichtum und furchtbarstem, unbarmherzig erlebtem Elend. -

Durch die Straßen pilgern Träger von großen Reklametafeln, deren obere Hälfte deutschen, die untere französischen Text trägt. Auch die Speise­karten in den Restaurants und Hotels üben diesen Dienst am neuen Kunden.

Auf dem Boulevard des Capucines erhebt sich als turmhoher, massiger Gebäudeblock ein stolzes Kaufhaus. Man kauft hier nach englischem Ge- schmack und Ton manche schöne Sachen,' z. B. Stoffe macke in England, Yardleywasser, Trenchcoats Tropenhelme, Pfeifen und Tabake. Zu Zeiten der fieundschafllichen Kanalüberbrückung und Waffen-

Paris von heute.

Zwischen Fronttheater und Montmartre-Nevue.

bruderschaft war das sicher ein begehrter Laden. In ledem Schaufenster leuchtet in goldenen Buchstaben aus Mahagoniholz der Name des HausesOld Eng- fjängt 50 Zentimeter darüber ein Pappschild von 1 Quadratmeter mit den Farben der Trikolore in den Ecken und der Inschrift:Kein englisches Geschäft, französischer Inhaber." Wie tief sind die Aktien des Weltreiches Old England ge­sunken, wenn man sogar im befreundeten Paris von einer Verwechslung damit abrückt

Für die Vorstellungen des Fronttheaters hat die N^.-Gememschaft Kraft durch Freude in Paris das Ipeatre Empire in der Avenue de Wagram bereit­gestellt. Die Raume und die rotbespannten Plüsch- t r munöern sich gewiß über das ungewohnte Publikum, das sich allabendlich zu ein paar Stun- den herzlicher Freude einfindet. Eine so dankbare Zuschauerschaft wird hier nur selten versammelt ge- wesen fein, allerdings hat es auch hier noch nie ein xpeater von so großer und schöner Ausgabe gege­ben wie jetzt.

Einen freien Abend benützen wir, unveines der französischen Revuetheater auf dem Montmartre zu besuchen. Es wird eine der üblichen Racktrevuen gezeigt, deren ganzer Inhalt nur Va­riationen des gleichbleibenden Themas einer raffi- ^rten. Enthüllung sind. Auch hier versucht man, M auf den deutschen Gast umzustellen und bietet neben der französischen auch eine deutsche Conse- manches hervorragend und gcfchE gemacht. Die Schamlosigkeit der Vorfüh­rungen, an denen neben Französinnen übrigens

bei den Jagern.

Auf einem Feldflugplatz unserer Jäger irgendwü in Nordfrankreich. Soeben sind die Maschinen wie­der von einem Feindflug zurückgekehrt und haben kräftig gewackelt. Also wieder einige Abschüsse. Da ertönt Marschmusik herüber. Erst der schmissige Fliegermarsch der Legion Condor, bannRosa­munde" und sogarTannhäuser". Alles horcht auf. Und dann des Rätsels Lösung: die fliegende Frontbuchhandlung fährt auf dem Flug­platz auf und macht durch Lautsprechermusik auf sich aufmerksam. Ein großer Reiseomnibus mit An­hänger, der an Lesbarem alles enthält, was sich ein Fliegerherz nur wünschen kann, denn diese fahr­bare Buchhandlung ist besonders für die Betreu­ung der Luftwaffe eingesetzt.

Natürlich sind die' beiden Wagen im Nu um­lagert, und t)rinnen kann man sich kaum noch um- drehen. Das Bedürfnis nach gutem Lesestoff ist groß.Wir sind eine bar zwölf fhegenben Frontbuch­handlungen, die von der DAF. eingesetzt sind und zwischen Drontheim und der Biskaya die ganze Front betreuen", hören wir zwischendurch von einem Frontbuchhändler.Natürlich fahren wir nicht wild in der Gegend umher, sondern werden nach einem festen Plan eingesetzt." 1

Inzwischen greife ich einmal in die Regale, die über 6000 Bände enthalten.Nanu, was ist denn das? Homers Odyssee und Ilias im Ori­ginaltext auf Griechisch?"Jawohl", lautet die Auskunft.Ist sogar schon mehrmals ver­kauft worden. Ueberhaupt werden gerade von den Fliegern gern klassische und philosophische Werke verlangt. In der Hauptsache verkaufen wir natürlich Unterhaltungsromane, Erlebnisbücher, Gedichtbände und Sprachführer. Auch GoethesF a u st" muß immer in mehreren Exemplaren vorrätig sein. Als Spezialwagen haben wir nattirlich auch eine reich­haltige Luftfahrtbücherei an Bord."

Mehr Zeit zur Unterhaltung ist nicht, denn nur drei Stunden darf sich die Frontbuchhandlung auf­halten. Dann geht es wieder weiter mit reichlich geplünderten Regalen, während dieIlias" uni) der Faust" Einzug in die Quartiere und Zelte unserer Jäger halten. Kriegsberichter Harry Gehm.

auch Negerinnen und Mulattinnen beteiligt ftni>; wird schon nach wenigen Szenen offenbar. Es muß schon ein armseliges Leben sein, das diesen Aust führungen außer der ersten Sensation einen mew teren Reiz abgewinnt. Wir sahen einige Tage zu* vor in dem im Auftrag des Gauleiters für die ost­märkischen Soldaten zusammengestellten Programm des Reichssenders Wien das Wiener Staatsopern­ballett in Metz. Zwei Welten stehen sich hier in einer Entfernung von astronomischen Weiten gegen­über. Welche Reinheit, welche Lebensbejahung, wie­viel Kultur konnten wir dort bewundern, und wel­cher Abgrund, welche Dekadenz, welche Selbstent­würdigung erlebt man hier."

So geht es weiter, den ganzen Bericht hindurch. Mit deutschen Augen gesehen, die die' Dinge mit hohen Maßstäben zu messen aelernt haben und die am Wirklichkeitssinn der deutschen Heimat geschärft sind, verliert Paris seinen Talmiglanz. Es bleibt die nackte Wahrheit übrig, auf sozialem sowohl wie auf künstlerischem Gebiet. Und die zeugt gegen Frankreich.

Lebensmittelversorgung Englands immer unregelmäßiger

Stockholm, 4.September. (DNB.) Auf dem Mittagstisch des Durchschnittsengländers fehlen jede Woche neue Gerichte, da die Lebens­mittelversorgung in der letzten Zeit immer unregel­mäßiger funktioniert. Infolge der fortgesetzten deut­schen Angriffe auf die britischen Häfen müssen die Schiffe immer wieder umdirigiert werden oder gehen bei den Angriffen zugrunde. Dazu kommt der an sich schon bestehende Mangel an Schiffs­raum, der beispielsweise eine außergewöhnliche starke Verringerung der Hammelanlieferungen aus Australien und Neuseeland erzwang. Austra­lisches Hammelfleisch ist aber eines der Stapelnahrungsmittel der Bevölkerung.

Aehnliches gilt für das zum großen Teil aus Argentinien stammende Corned Beef. Zwar waren in England große Vorräte von Corned Beef aufgehäuft worden, aber der größte Teil wurde für Heereszwecke beschlagnahmt. Dazu kommt, daß Fischgerichte immer seltener auf dem Speisezettel der britischen Dürchschnittshaushaltun- gen erscheinen. Die Anlieferung von Fischen ist stark zurückgegangen, da die Fischer in weiten Bezirken sich infolge der fortgesetzten Luftkämpfe an der eng« lisch en Küste nicht mehr zum Fang hinauswagen.

Dieser Mangel an Gefrierfleisch, Corned Beef und Fischen tritt also nunmehr zu dem schon früher bestehenden Mangelan Butter, Eiern und Milch. Reine Butter ist für gewöhnliche Sterb­liche in England überhaupt nicht mehr erhältlich, sondern höchstens ein Gemisch aus Butter und Margarine. Eier sind im allgemeinen nur im Schleichhandel für die begüterten Kreise zu erhal­len. Auf diese Art ist der Tisch des englischen Ar­beiters von Tag zu Tag karger und einförmige^ bestellt.

©tarier Verkehrsrückgang im Guezkanal.

R o m 5. Sept. (DNB.) Der rapide Rückgang des Schiffsverkehrs durch den Suezkanal, der be­reits zu Arbeiterentlassungen und Gehaltskürzungen ' 7- allerdings nur für die kleinen Angestellten die­ser typisch plutokratischen Einrichtung geführt gat, wird durch einige Zahlenangaben unterstrichen, öie die ägyptischen Zqllbehorden oer- offentlichen. Danach passierte den Kanal in den erften sieben Monaten dieses Jahres nur noch knapp der dritte Teil Schiffstonnage, ge- m.llen am Doualir. 1939 waren es noch 1310 Schiffe m!t §545 000 BRT., 1940 dagegen nur 640 Schiffe nut^UOOOO BRT Dabei umfaßt dieser Zeitraum in der Hauptsache noch die Monate vor dem Kriegs­eintritt Italiens.

Ungarns Znkunffsaufgabe.

5-®ePt (Europapreß.) Das un- ga i^e £^^5 hielt eine Festsitzung ab. Mi­nisterpräsident Graf Teleki erklärte:Die Ein- ö M h n fr ; : cm "er1 ab e n wir nicht voll»

@n?rnnJar1 Vk'rtllchkeit erst begonnen. Auch im Karpatenland sind wir vor eine riesige Zahl v?n Problemen gestellt. Und nun erhalten wir ein rofees Gebiet mit einer noch und mehr als einer Mil- JJmanGn- Es wird sich die Notwendigkeit grö- unb Zarterer Führung der ungari- s^i.?^"ung worunter ich natürlich den gan­zen staatlichen Apparat verstehe ergeben.