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Aeltag. 6. September 1940

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Abdankung König Carols von Rumänien.

Bukarest, 6. September (Europapreß). König Carol II. von Rumänien hat in den frühen Morgenstunden des Freitags abgedankt.

Die Abdankung König Carols von Rumänien kommt vielleicht nicht ganz überraschend, denn die außerordentlichen außenpolitischen Schwierigkeiten, aus denen erst der Wiener Schiedsspruch dem Lande einen Ausweg gezeigt hat, waren die Folgen einer außenpolitischen Orientierung, die sich in der Grund­anlage als falsch erwiesen hat. Die politisch maß­gebenden Kreise in Bukarest hatten gemeint, das durch die Pariser Vorortdiktate geschaffene Groß- Rumänien in seinem Besitzstand durch eine enge An­lehnung an die Westmächte sichern zu können. Das entsprach auch der traditionellen politischen Linie, die die liberale Partei der Bratianu, der Jonescu und Titulescu schon vor dem Weltkriege in ständiger Opposition gegen den dreibundfreundlichen Kurs des alten Königs Carol verfolgt hatte, und die mit dem Eintritt Rumäniens in den Krieg an der Seite der Westmächte den ersten Erfolg ihres Wirkens sah.

Die starken finanziellen Verflechtungen, die rumänische Wirtschaftskreise namentlich in her Pe­troleumindustrie, aber auch den sehr geldbedürftigen großrumänischen Staat an die Westmächte banden, erhöhten die politische Abhängigkeit Rumäniens von Paris und London. Trotz der starken wirtschaftlichen Interessen, die Rumänien in dem neugeschaffenen großdeutschen Markt befriediget sand, glaubte man in Bukarest doch, daraus keint politischen Konse­quenzen ziehen zu brauchen und vielmehr auf das britische Garantieangebot eingehen zu müssen. Daß dies nicht nur völlig wertlos, sondern eine außer­ordentlich gefährliche Belastung der rumänischen Außenpolitik war, erwies sich zum erstenmal ekla­tant bei der Rückforderung Bessarabiens durch Ruß­land und dann bei den mit größter Energie vor- ^gebrachten Reoisionsansprüchen Ungarns und Bul­gariens, die dann endlich den rumänischen Politikern die Augen öffneten.

König Carol hat diese schwankende Außenpolitik verschiedener Regierungen, die vielfach der Stim­mung in weiten Kreisen des Landes keineswegs entsprach, gedeckt und ist auch den innenpolitischen Schwierigkeiten wir erinnern nur an das Ver­hältnis zur Eisernen Garde nicht Herr geworden, obwohl er mit der regierenden Liberalen Partei auf keineswegs gutem Fuße stand. Er ist ein Groß­neffe des ersten Königs von Rumänien, 1893 als Sohn des damaligen Kronprinzen Ferdinand von Rumänien und der Prinzessin Maria von Sachsen- Koburg-Gotha, einer Enkelin der Königin Viktoria von England, geboren. Unter Leitung des bekann- ten Politikers Professor Jorga studierte er an der Universität Bukarest und trat auf Wunsch König Carols 1913 in das 1. Garde-Regiment zu Fuß in Potsdam ein. Als Rumänien dann am Kriege teil­nahm, kämpfte er als Kommandant eines Gebirgs? Schützen-Regiments gegen die Mittelmächte. 1921 heiratete er die Prinzessin Helene von Griechenland, von der er jedoch geschieden ist.

Roch zu Lebzeiten Ferdinand I. hatte Carol mehr­mals auf den Thron Verzicht geleistet. 1926 wurde sein Sohn Michael zum Thronfolger erklärt. 1927 wurde dieser nach dem Tode König Ferdinands auch zum König proklamiert und ein Regentschaftsrat eingesetzt. Mach über vierjähriger Abwesenheit von Rumänien kam Carol 1930 nach Bukarest zurück und wurde zum König proklamiert. Eine erste mor­ganatische Ehe, die Carol im August 1918 in Odessa mit Zizzi Lambrino geschlossen hatte, wurde geschieden, die Beziehungen, die er seit 1921 mit Frau Lupescu, einer Jüdin, unterhiett, begegneten im In- und Ausland mancher Kritik.

Das neue Regime.

Bukarest, 5. Sept. (Europapreß.) Am Don­nerstagvormittag hatte Ministerpräsident General Antonescu eine Unterredung mit den Mitgliedern der bisherigen Regierung, die vorläufig die Staats­geschäfte weiterführt. An dieser Unterredung nahm auch der Generalstabschef, General M i h a i l, teil, mit dem der Ministerpräsident die Art der Räu­mung der an Ungarn abzutretenden Gebiete be­sprach. Der Ministerpäsident hat alle bisherigen Minister und Unterstatssekretäre sowie die Beamten und Offiziere angewiesen, auf ihren Plätzen zu bleiben und ihre Arbeiten fortzusetzen. Offi­ziere, die dieser Anordnung nicht folgen, verlieren nicht nur ihre Posten, sondern werden auch vor ein Kriegsgericht gestellt. Dann suchte General Anto­nescu den deutschen Gesandten Fabricius und den italienischen Gesandten C h i g i auf. Später be­rief er die Direktoren der rumänischen Presse zu­sammen und gab ihnen Anweisung über die Maß­nahmen der neuen Regierung zur Verhinderung jeder Krittk in der Presse.

In einem Aufruf des neuen Ministerpräsiden­ten an sein Land heißt es: Es ist keine neue Re­gierung, es ist ein neues Regime, nicht Worte, sondern Arbeit, nicht Zögern, sondern Taten. Eine ernste und schmerzliche Vergangenheit ist ab­geschlossen. Ueber sie werde ich nicht den Schlekl-r des Vergessens, sondern der Gerechtigkeit breiten. Aber heute müssen wir den Staat und die Nation retten. Mit dem ganzen Einsatz müssen wir unsere Kräfte sammeln, unsere Ehre wieder aufrichten und unsere Zukunft sichern. Die wahren Völker formen aus den Niederlagen die großen Schicksale. Die Verfolgungen haben aufge­hört. Jetzt muß die Jugend, die Hoffnung des Volkes, ihre Pflicht erfüllen. Unsere Na­tion soll ihre Gegenwart in der Geschichte beweisen Die Beamten des Staates sollen verstehen, daß sich alles auf sie stützt. Sie sollen sich ihrer Verantwor­tung wert erweisen. Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und Arbeit sollen die Tättgkeit aller Beamten leiten. Ich werde die Regierung auf neue Grund­lagen stellen. Das Programm werde ich auch vor­legen, damit Ähr alle es beurteilt. Es wird ganz

und gar dem einheitlichen nationalen Glauben entspringen. Allmählich werden wir die Erneuerung des Staates durchführen. Mit dem Glauben an Gott, an das heilige und unver­gängliche Recht des Volkes vorwärts an die Pflicht.

Wer ist Antonescu?

Jon Antonescu, der neue rumänische Minister­präsident, ist von Haus aus Generalstäbler. Er diente als Major während des Weltkrieges in der rumänischen Nordarmee und wurde später rumäni­scher Militär-Attache in London. 1930 kehrte er als Divisionskommandeur in seine Heimat zurück und wurde 1933 zum Generalstabschef ernannt. Ueber seine politische Richtung gibt Aufschluß, daß er sich trotz der offenbaren Risiken entschloß, als Kriegs­minister in das Kabinett des verstorbenen Goga ein­zutreten, der mit der Judengesetzgebung in Rumä­nien zum erstenmal Ernst zu machen versuchte. Antonescu mußte den Mut zu diesem Experiment büßen. Er wurde wegen seiner engen Freundschaft mit Zeleo-Codreanu, dem Gründer der Eisernen Garde, erst im Vorjahr aus der rumänischen Armee ausgestoßen, in ein abgelegenes Kloster verbannt und erst später wieder aktiviert, als die Dersöh- nungspolitik des Königs einsetzte.

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Die halbamtlicheRomania" begrüßt den neuen Ministerpräsidenten: ,Hrn dramatischsten Augenblick unserer Geschichte", so schreibt das Blatt,wurde General Ion Anton escu berufen, die Lasten der nationalen Rettung auf sich zu nehmen. Wir er­leben einen jener Augenblicke, in denen nur ein Aus erwählter den Lauf des Schicksals ändern kann. Wir müssen Gott danken, daß an diesem Kreuzweg General Antonescu die Last übernom­men hat. In seinem Glauben und seiner Haltung verkörpert General Antonescu die glückliche Ver­einigung der großen soldatischen Tugenden, konse­quente politische Voraussicht und eine Energie, die kein Hindernis kennt. An der Spitze -eines Heeres- verbandes, in dem er widerspruchslosen Gehorsam und unbegrenzte Wertschätzung sand, wie man sie nur den großen Führern entgegenbringt, überwin­det General Antonescu heute alle Bitterkeiten, um sich seinem Volk in seiner schwersten Stunde zu schenken. In dieser Annahme liegt das mächtigste Zeugnis eines großen Patriotismus und eines star­ken Opfergeistes.

Das rumänische Petroleum.

Vor einer Schausensterfront auf dem Boulevard Bratiano in Bukarest staut sich die Menge. An ver- chiedenen Modellen, farbig beleuchteten Schaubil­dern, stellt eine rumänische Pettoleumgesellschaft die Entwicklung des Rohrnetzes, den Umfang ihrer Lieferfähigkeit, die Zahl der chr gehörenden Tank­wagen usw. dar. Gleichzeitig wird gezeigt, welche Entwicklung noch möglich ist Und angesttebt wird. Weshalb diese Entwicklung auf Schwierigkeiten stößt, ist nicht gesagt. Sie wird aber sofort erkenn­bar, wenn man die K a p i ta l z u s a m me n - setzung der rumänischen Erdölindustrie ansieht. Englisches und französisches Kapttal beherrschen zu rund 52 v. H. die rumänische Erdölwirtschast, wäh­rend in chr nur 26 v. H. rumänisches Kapital ver­treten sind. Angesichts dieser heute noch gültigen Tatsache wird oft übersehen, daß die technische und finanzielle Entwicklung der rumänischen Eroölpro- duktton auf deutsche Initiative zurückgeht. Im Jahre 1907 war Deutschland noch mit 62 v. H. an dem in der Erdölwirtschast investierten Kapital beteiligt. So befand sich z. B. die Aktienmajorität einer der größten rumänischen Gesellschaften, der Steaua Romana, in deutscher Hand. 11 v. H. rumä­nisches, 10 v. H. englisches, 6 v. H. holländisches, 4 v. H. französisches Kapital war u. a. außerdem in der rumänischen Erdölwirtschast tätig. Nach dem Weltkrieg mußte unter Einwirkung des Friedens- verttages die deutsche Beteiligung an englische und französische Firmen abgestoßen werden. Seit dieser Zeit besteht der beherrschende Einfluß des französi­schen und englischen Kapitals.

Als Rumänien nach Ausbruch des Krieges durch das Verhalten der unter fremdem Kapitaleinfluß stehenden Erdölgesellschaften die Augen geöffnet wurden, versuchte es schrittweise, hier Wandel zu schaffen. Es wurde ein Petroleumkommis- s a r i a t errichtet, um zu erreichen, daß die Petro­leumgesellschaften für ihre Ausfuhr nicht nur Pri­vatinteressen, sondern auch die Interessen des Staa­tes maßgebend sein ließen. Die Pettoleumaktten müssen zur Abstempelung vorgelegt werden, sie wer­den zu Namensaktien umgewandelt, ihre lieber« tragung ist nur nach Genehmigung zulässig, Pe- ttoleumgesellschaften dürfen keine Dokumente, die sich auf den Betrieb und den Besitz von Oelfeldern beziehen, aus ihrem Archiv 'entnehmen oder ent­fernen. Außerdem ist die rumänische Regierung be­rechtigt, Bohrgeräte, Material und Fachleute zu requirieren und dort einzusetzen, wo 5s ihr beliebt. Nun hat der rumänische Wirtschaftsminister Leon erklärt, die Erdölindustrie könne als nationale Industrie angesehen werden. Die Bestrebungen Rumäniens, die in fremdem Besitz befindlichen Ak­tien in rumänische Hände zu überführen, wurden gefördert durch den Erfolg der 4V2prozenttgen Schatzbonds, die zur Finanzierung der nationalen Verteidigung dienten. Von ihnen wurde bisher ein Bettag von etwa 12 bis 15 Milliarden Lei gezeich­net. Das Ergebnis dieser Anleihe hat in den zu­ständigen rumänischen Kreisen die Auffassung be­stärkt, daß auch die zur Nationalisierung der rumä­nischen Petroleumgesellschaften erforderlichen Mittel aufgebracht werden könnten. Nach Auskunft der rumänischen Sachverständigen soll die. Nationali­

sierung mit einer Summe von rund 10 Milliarden Lei erzielt werden können.

Rumänien braucht nicht so sehr ausländisches Ka­pital als in erster Linie die notwendigen An­lagen, um Bohrarbeiten vorzunehmen. Deutsch­land ist heute und wird nach dem Kriege in beson­derem Maße in der Lage sein, die Anlagen zu stellen. Die in den deutsch-rumänischen Wirtschafts­verhandlungen getroffenen Vereinbarungen werden dann erst ihre volle Auswirkung erfahren, wenn die Bodenschätze Rumäniens mit Hilfe der deutschen Technik erschlossen werden. Vorerst hat der rumä­nische Staat dafür gesorgt, daß das rumänische Erd­öl nicht den Anlaß zu einem Aufflammen der Brandfackel des Krieges in Südosteuropa geben wird. Dr. Beck.

Bulgarisch-rumänische Verhandlungen wieder ausgenommen.

Rom, 5. September. (Europapreß.) Die bulga­risch-rumänischen Verhandlungen in Craiova sind nach zweitägiger Unterbrechung wieder ausgenom­men worden. Die bulgarische Presse scheint dem noch keine entscheidende Bedeutung beizumessen, je­doch macht sich die Ueberzeugung geltend, daß we­nigstens in den technischen Fragen, d. h. hinsichtlich des Zeitpunktes der Besetzung der Süd-Dobrudscha durch die bulgarischen Truppen und in der Finanz­stage kein Schiedsspruch notwendig sein werde. Je­denfalls setzt man in Sofia festes Verttauen in ein schnelles Eingreifen der Achsenmächte, falls dies zur Erhaltung des Friedens im Südosten erforderlich sein solle. Man sieht in dem deutsch-italienischen Schritt in Bukarest einen wertvollen Beweis für die diplomatische Aufmerksamkeit, die die Regierun­gen in Berlin und Rom dem Balkanraum schenken.

Einmarsch in Nordsiebenbürgen planmäßig begonnen.

Bukarest, 5. September. (Europapreß.) Der Einmarsch der ungarischen Truppen in Nordsieben­bürgen hat am Donnerstagmorgen begonnen Der Rückzug der rumänischen Truppen soll wie vorge- ehen in Ruhe erfolgt sein. Von Zwischenfällen oder Zusammenstößen ist bis jetzt nichts bekannt. In Großwardein ist bereits eine ürüiche ungarische Po-

Oer britische Ausverkauf.

Die angeblicheVerpachtung" und tatsächliche Ab­tretung von 18 Flotten- und Luftstützpunkten durch England an die Vereinigten Staaten wird in ihrer vollen Bedeutung erst klar, wenn wir die Entfer­nung auf uns näher liegende ostkontinentale Ver­hältnisse übertragen. Rein geographisch gesprochen, reichen diese Abtretungen vom 51. bis etwa 13. Grad nördlicher Breite. In Deutsch­land liegt auf dem 51. Grad etwa Dresden. Und um einen Ort auf dem 13. Grad n. Br. zu finden, müssen wir nach Afrika gehen. In Afrika liegt der Tschad-See oder auch der Tana-See in Abessinien oder die letzthin vielgenannte französische Hafenstadt Dschibuti oder in Südarabien Aden auf demselben Breitengrad. Wollen wir die Entfernung von rund 4000 Kilometer recht drastisch formulieren, so können wir sagen, es ist der Unterschied zwischen dem Som­mer- und dem Winterquartier der Störche.

Im geschichtlichen Sinne setzt sich damit die Ent- »Wicklung fort, die mit dem amerikanischen Unab­hängigkeitskrieg (1776 bis 1783) begonnen hatte und ihre erste große nächste Etappe in dem ameri­kanischen Bürgerkrieg (Sezessionskrieg) von 1861 bis 1865 fand. In diesem unterstützte England die rein kolonialen Plantagenstaaten des Nordens gegen die Nordstaaten als die Verkörperung der aufstre­benden amerikanischen Industrie. Man kann sagen, daß die Vereinigten Staaten erst in diesem Bür­gerkrieg, also vor nunmehr 75 Jahren, ihre wirt­schaftliche Unabhängigkeit von Alt-England er­kämpften.

Die Bedeutung des jetzigen englischen Verzichtes geht aus der geographischen Lage der den Ver­einigten Staaten eingeordneten Flotten- und Luft­stützpunkten hervor. Da ist zunächst die Insel Neu- fzindland, die mit 111 000 qkm Oberfläche aber nur 290 000 Einwohnern flächenmäßig etwa doppelt so groß ist wie Böhmen (als geographischer Begriff) und den für Kanada so wichtigen Lorenzsttom dank ihrer vorgelagerten Lage völlig sperrt. Halbwegs zwischen Neufundland und den westindischen Inseln stoßen wir auf die Bermuda-Inseln, die nach chrer Oberfläche (49 qkm) und nach Einwoh­nerzahl (31000) nebensächlich sind, aber gerade in den letzten Jahren als Flugzeugstützpunkt für den Ver­kehr von den Vereinigten Staaten nach den Azoren und Lissabon sehr große Bedeutung gewonnen haben. Weiter südlich zwischen Florida und Kuba liegen die B a h a m a - I n s e ln, die insgesamt mit 11300 qkm etwa eine Fläche von der Größe Thüringens haben, aber nur von 67 000 Einwoh­nern besiedelt sind Ebenso wie die Berrnuda-Jns'ln liefern sie sehr viel frühes Frischgemüse in die Ver­einigten Staaten. Hier sind wir bereits im östlichen Bereich d-es Panama-Kanals.

Wiederum weiter nach Süden liegen die Klei­nen Antillen, die ebenfalls dem Golf von Mexiko und dem Karibischen Meer vorgelagert sind. Von ihnen gehören^ vor allem Antigua, Dominique, Montserrat, St. Christopher, Barbados, Granada, St. Lucia und St. Vincent den Briten, während

lizei tätig.

Großer Erfolg deutscher Schnellboote.

Britischer Geleitzug zersprengt. 5 Handelsschiffe mit 39000 BRT. und 1 Zerstörer versenkt.

Berlin, 5. Sept (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In der Nacht zum 5. September griff eine Schnellboot-Flottille vor der englischen Ostküste einen britischen Geleilzug an. Es wurden fünf bewaffnete vollbeladene feindliche Handelsschiffe mit insgesamt

39 000 BRT., darunter ein Tanker von 12 000 BRT., durch Torpedoschuß versenkt. Ein weiterer Dampfer wurde schwer beschädigt. Der gesamte Ge- teitzug wurde völlig auseinandergesprengt. Einem Schnellboot gelang es, einen den Geleitzug sichern­den Zerstörer derImogen"-Klasse durch Tor­pedoschuß zu versenken.

Fünf britische Zerstörer versenkt.

Bombenangriffe auf Flugplätze und Rüstungswerke.-Nachtangriffe aufHafen- und Oockanlagen. 57 britische Flugzeuge vernichtet.

Der Wehrmachjsbericht vom Donnerstag.

Berlin, 5. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Kriegsmarine hat in den letzten Tagen fünf britische Zerstörer versenkt. Außer den beiden Zerstörern, die, wie bereits am 2. September mitgeleilt, durch deutsche U-Boote in der Nordsee vernichtet wurden, sind die drei modernen britischen ZerstörerExpreß",Esk" undJvanhoe" versenkt worden. Ein U-Boot hat aus einem stark gesicherten Geleitzug mehrere bewaffnete feindliche Han­delsschiffe mit insgesamt 27 000 BRT. versenkt.

Am 4. September griffen unsere Kampfflieger-, Jagd- und Zerstörerverbände wiederholt Flugplätze, Werke der Flugrüstungsindustrie sowie ein Muni­tionslager wirksam mit Bomben an. In der Flug- meforenfabrit Rochester und in der Flugzeug­fabrik Weybridge sind Treffer in hallen und Gebäuden erzielt worden. Bei diesen Angriffen kam es zu mehreren für unsere Jäger siegreichen Luft- kämpfen. In der Nacht griffen Kampffliegerver­bände hauptsächlich Hasen-und Dockanlagen an der West- und Ostküste Englands sowie mehrere Flugplätze an. In Liverpool, Swansea, Bristol, Weymouth, Poole, Lhathan, Tilbury, Great Zar- mouth und hüll entstanden zahlreiche Brände.

Das Verminen englischer Häfen aus der Lust nahm seinen Fortgang.

Britische Flugzeuge flogen in der Nacht wieder in das Reichsgebiet ein. Der. Versuch, die Reichs-

h a u p 1 st a d t anzugreifen, scheiterte an der starken Flakabwehr. Lediglich an zwei Stellen gelang es dem Gegner, Bomben über dem Stadtgebiet abzu- roerfen, die hier, wie auch an anderen Stellen im Reich, nur unbedeutenden Schaden anrichteten. 3n einer norddeutschen Stadt fiel eine Bombe in eine Arbeiterunterkunft und tötete 18 Zivilpersonen, die sich außerhalb des Luftschutz- raumes aufhielten.

Der Feind verlor gestern insgesamt 5 7 Flug­zeuge, davon wurden 54 in Luflkämpfen bei Tage, 1 Flugzeug durch Flakartillerie bei Nacht ab­geschossen und 2 Flugzeuge am Boden zerstört. 17. eigene Flugzeuge werden vermißt.

Oie versenkten Zerstörer.

Berlin, 5. Sept. (DNB.) Die im Wehrmachts­bericht vom Donnerstag als versenkt gemeldeten ZerstörerE s k" undE x p r e ß" gehören der glei- chen im Jahre 1934 erbauten Klasse an, die acht Schiffe umfaßt, von denen im Juli der Zerstörer Escor t" versenkt wurde. Die Geschwindigkeit dieser 1375 Tonnen großen Zerstörer beträgt 35,5 Seemeilen. Ihre Friedensbesatzung besteht aus 145 Mann. Als Bewaffnung besitzen sie 4 12-om-Ge- schütze, 8 Maschinengewehre und 8 Torpedorohre, außerdem können sie Minen legen. Der Zerstörer Jvanhoe" gehört zur selben Klasse wie der bereits im Juli versentte Zerstörer Imogen", die aus dem Baujahr 1936/37 stammt und acht Schisse umfaßt. Die Wasserverdrängung 1370 Ton­nen, die Geschwindigkeit 36 Seemeilen, die Frie­densbesatzung ist 145 Mann stark. Die Bewaffnung besteht aus vier 12-cm-Geschützen, 8 Maschinenge­wehren und 10 Torpedorohren. Einrichtungen zum Minenlegen sind gleichfalls vorhanden,