Aus der engeren Heimat.
75 Jahre alt.
* Trais-Horloff (Kreis Gießen), 6. August. Am 8. August wird der Mühlenbesitzer Leonhard S t e l l w a g auf der Neumühle bei Trais-Horloff in großer Rüstigkeit 7 5 Jahre alt. Er kam im Jahre 1895 von Bayern in unsere Gegend und erwarb hier die Neumühle. Müllermeister Stellwag ist weithin in der Umgegend geschätzt und beliebt. Seit 1895 gehört er zu dem treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Dem Jubilar bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche zum 75. Geburtstags dar. — (Bild: Aufnahme Privat.)
Oorfsonntag der Iungmädel in Laubach
* Laubach, 5. Aua. Zum gestrigen Sonntag hatten die Jungmädelführevinnen des Kreises Wetterau, welche in der vergangenen Woche in unserer Jugendherberge an einem Lager teilnahmen, die hiesigen Jungmädel sowie die Bevölkerung Laubachs zu ihrem Abschiedsnachmittag eingeladen. In Scharen strömte alt und jung auf den Ramsberg und verfolgte mit großem Interesse die Darbietungen.
Die Führerin des JM.-Untergaues 116, JM.- Ringführerin Inge Haack, leitete mit einigen frischen Worten das Treffen ein, an welchem die Jungmädelführerinnen, ehe sie Laubach wieoer verlassen mußten, ihre Gedanken — in einem Märchen zusammengefaßt — darstellen wollten unter dem Leitspruch: „Dem Fröhlichen gehört die Welt, die Sonne und das Himmelszelt."
Das darauf folgende, flott und mit großem Eiser gespielte Märchen zeigte eine Prinzessin, die an jedem Freier, der um sie warb, etwas ausMsetzen hatte, bis ihr Vater ihr im Zorn androhte, sie dem nächsten Spielmann zur Frau zu geben, der das Schloß betreten werde. Nun verkleidete sich einer der abgewiesenen Freier, der König eines Nachbarreiches, als Spielmann, und die Prinzessin mußte ihm in eine armselige Hütte folgen und ihr Brot durch Korbflechten und andere ihr ungewohnte Arbeit mühsam verdienen, so daß sie bald chren einstigen Hochmut bitter bereute. Ihre Qualen erreichten den Höhepunkt, als ihr Mann ihr eine Stelle als Handlangerin in der Küche eines königlichen Schlosses verschaffte, wo man zur Hochzeit des jungen Königs rüstete. Zu ihrem Erstaunen entpuppte sich dieser aber als ihr Gatte und beging nun mit ihr prunkvoll und glänzend die Hochzeit. Bei der Feier erschienen die Stände des Landes und brachten in frisch und schön gesungenen Chören ihre
Glückwünsche dar. Hieran schloß sich die Hochzeitspolonaise und ein lustiger Eulenspiegelstreich, gespielt von drei Laubacher Jungmädels, worauf die Hochzeitspolonaise nochmals getanzt wurde, gemeinsam mit den Laubacher Jungmädels und sämtlichen großen und kleinen Zuschauern.
Den Abschluß des wohlgelungenen Nachmittags bildete der Gesang: „Alle Leute, alle Leute gehen jetzt nach Haus."
Zwei Schwestern 176 Jahre alt.
Lpd. A l s f e l d , 5. August. Im Kreisort Münch- l e u s e l ist am 4. August eine der ältesten Einwohnerinnen, Frau Marie Weitzel geb. Schmidt, 9 0 Jahre alt geworden. Zwei Tage später, am 6. August, wird ihre Schwester, Frau Kath. Diehl geb. Schmidt, 8 6 Jahre alt. Es ergibt sich also der seltene Fall, daß zwei Schwestern zusammen das stattliche Alter von 176 Lebensjahren erreichen, eine Zahl, die weit über dem gewohnten Altersdurchschnitt liegt — selbst in dem durch seine gesunde Luft bekannten Vogelsberg.
Landkreis Gießen.
* Lollar, 4. Aug. In der Nacht zum Sonntag drang ein Unmensch in den Schafbesitz einer hiesigen privaten Schäferei ein und verübte eine bestialische Tat, indem er einen wertvollen Schafbock kastrierte und hilflos sich selbst überließ, so daß das Tier verendete. Hoffentlich gelingt es der Polizei, diesen gemeinen Menschen zu ermitteln, damit er seiner wohlverdienten exemplarischen Bestrafung zugeführt werden kann. Der Schaden des Besitzers ist recht wesentlich. Die gesamte Einwohnerschaft Lollars ist über diese Untat entrüstet und die Ermittlung des Täters erwünscht.
* Lollar, 5.Aug. Der Gefr. Werner Komp, ein Sohn unserer Gemeinde, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. — Kameraden der Kriegerkameradschaft Lollar wetteifern nach Beendigung des Bundeswettkampfschießens um die Erringung der Kyffhäuser-Ehrennadel. Fast jeden Sonntag wird geschossen. Zur Zeit sind 14 Kameraden im Besitz der bronzenen und 3 Kameraden im Besitz der silbernen Kyffhäuser-Ehrennadel. Es wäre zu begrüßen, wenn die Gemeinde alsbald wieder in den Besitz eines Kleinkaliberschießstandes käme, damit dem Wehrsport im Interesse der Wehrtüchtigkeit unseres Volkes noch mehr Rechnung getragen werden könnte.
Schweinemarkt in Hungen.
* Hungen, 5. August. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 126 Ferkel aufgetrieben. 6 bis 8 Wochen alte Ferkel kosteten 24 bis 28 RM., 8 bis 10 Wochen alte 28 bis 33 RM., ältere Tiere rund 34 RM. pro Stück. Das Geschäft war flott, der Markt wurde geräumt.
Schweinemarkt in Alsfeld.
* Alsfeld, 5. August. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 127 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 25 bis 30 RM., 8 bis 10 Wochen alte 30 bis 35 RM. pro Stück. Der Handel verlief flott, es verblieb kein Ueb erstand.
Notizen für den 6. August.
Sonnenaufgang 5.27 Uhr, Sonnenuntergang 20.44 Uhr. — Mondaufgang 8.57 Uhr, Monduntergang 21.41 Uhr. Mond in Erdnähe.
3n den Gärten kein Feuer anzündenl Das Feuer könnte über Nacht weiterbrennen und feindlichen Fliegern zur Orientierung dienen!
10 Mre Spielvereinigmig 1900.
Am heutigen Dienstag, 6. August, kann die Spielvereinigung 1900 auf ein 40jähriges Bestehen und auf einen 40jährigen Einsatz für die deutsche Lei- besübung zurückblicken. Der Verein hat in diesen 40 Jahren eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich. Auf dem Gebiete des Fußballsports leistete er in unserer engeren Heimat die erste Pionierarbeit. Der Verein, der von Karl D e m u t h , Albert B ö tz und Willy Schwan gegründet worden war, vereinigte zunächst als Mitglieder eine Reihe von Schülern der höheren Schulen in sich, die sich mit Begeisterung dem Fußballsport widmeten und sich auch durch manchen Widerstand nicht abschrecken ließen, die damals neue Sportart zu pflegen. Der Verein umfaßte in den elften Jahren seines Bestehens nur einen kleinen Kreis von Mitgliedern, die sich aber fast ausschließlich aktiv betätigten. Die ersten Fußballspiele wurden auf dem Trieb ausgetragen, auf dem rasch und provisorisch vor jedem Spiel die Tore aufgeschlagen und dann wieder abgetragen wurden. Ein Sportplatz im eigentlichen Sinne bestand in den ersten 10 Jahren des Bestehens nicht. Die Mannschaft konnte bereits in den ersten Jahren ihres Bestehens erfreuliche Erfolge verzeichnen. Sie spielte in der Gau klasse und besiegte damals die Mannschaften von namhaften Vereinen in Frankfurt, Hanau, Offenbach Siegen mit hohen Torerfolgen. Der schönste Erfolg, den die Mannschaft des Vereins erringen konnte, war die Teilnahme an einem Endspiel um die Westdeutsche Meisterschaft, das allerdings mit knappen
Ergebnis verloren wurde. Im Jahre 1910 konnte der Verein eine eigene Sportplatzanlage an der Hardt ihrer Bestimmung übergeben und damit auf eigener Platzanlage dem Sporte huldigen. Der Sportplatz an der Hardt bestand bis zum Jahrs 1925. Dann siedelte der Verein nach dem Trieb über und schuf sich die Sportplatzanlage, die auch heute noch besteht.
In der Folge gesellten sich zu den Fußballspielern auch die Leichtathleten, die ebenfalls beachtliche Erfolge erringen konnten und bis in die Gegenwart ihren Sportbetrieb lebhaft aufrechterhielten. Manchs schöne leichtathletische Veranstaltung wurde insbesondere in den vergangenen Jahren durchgeführt.
Einen schweren Rückschlag erlebte der Verein durch den Weltkrieg, 63 seiner Mitglieder starben den Heldentod. Unverdrossen wurde aber nach dem Kriege die Arbeit wieder ausgenommen, denn immer wieder fanden sich Idealisten, die den Fußballsport und die Leitathletik uneigennützig förderten. Viele Mitglieder haben sich dabei immer neu bewährt. Ihre Arbeit wurde durch manche Ehrung innerhalb des Vereins aber auch durch Auszeichnungen der Sportbehörden anerkannt und ausdrücklich gewürdigt. Der Verein, der sich die Pflege der Leibesertüchtigung der Jugend mit besonderer Aufmerksamkeit widmet, sieht mit Zuversicht in die nächste Zukunft und ist bereit, auch weiterhin seinen Beitrag für die Ertüchtigung der kommenden Generationen im Rahmen des NS- Neichsbundes für Leibesübungen zu leisten.
Stadtmannschast
Gießen - Lustwaffe Gießen.
Die Stadtmannschaft Gießen hat zum Mittwochabend auf dem Waldsportplatz die Mannschaft der Luftwaffe zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Nach dem guten Abschneiden der Gießener gegen die starke Vertretung der Wehrmacht dürfte auch dieses Spiel einem lebhaften Interesse begegnen. Die Stadtelf befindet sich in bester Spiellaune. Die Gäste gelten als spielstark. In der Mannschaft findet man alte Bekannte, die auch wiederholt in der Mannschaft des VfB.-Reichsbahn standen. Es find vor allem Lu- kaschewski, Patalon, Solokowski, aber auch andere sehr gute Spieler vorhanden, die zu kämpfen verstehen.
Weitere Ergebnisse vom Altersiurnen in Heuckelkeim
Altersklasse III (51—60 Jahre): (Siebenkampf): 1. Hch. Koch, To. Herborn, 147 Pkt.: 2. Reichenbächer, CT.-H. Pr. Kassel, 142,5: 3. Wald- schmidt, Tv. Wetzlar. 139,5; 4. Holzschuh, Turn- und Fechtklub Hanau, 136; 5. Weber, To. Sinn, 129; 6. Hild, Tv. Herborn, 128,5; 7. O. Koch, Tv. Herborn, 123,5; 8. Haar, To. Herborn, 123; 9. Ritsert, Tv. Weißkirchen, 119,5; 10. Bill, To. Wetzlar, 118; 11. Schmitz, Tv. Wetzlar, 116; Ferd. Jüngst, Tv. Herborn, 116; 12. Cunz, Tv. Sinn, 115,5; 13. Gottschalk, Tv. Weißkirchen, 113; 14. Weyrauch, Tv. Wetzlar, 112; 15. Köhler, Tv. Wetzlar, 104,5; Jüdt, Tv. Sinn, 104,5; 16. Wiegand, Tv. 1846 Gießen, 102,5; 17. Michl, Tv. 1846 Gießen, 77,5. — (Dreikampf): 1. Popp, Tgd. Friedberg, 82 Pkt.; 2. Oestreich, Reichsbahn Treysa, 77; 3. Lehmer, CT.-H. Pr. Kassel, 75; 4. Schmidt, Postsport Gießen, 50.
Alters kla s s e IV (über 60 Jahre): (Siebenkampf): 1. Hoffmann, Tv. Herborn, 127 Pkt.; 2. Franz, Tv. Herborn, 122,5; 3. Schüler, Tv. Wetzlar, 118,5; 4. Hauser, Tv. 1846 Gießen, 118; 5.
Reuse, Tv. Sinn, 117,5; 6. Vaupel, Tv. 1846 Gie^ feen, 116,5; 7. Vögel, To. Herborn, 112,5; 8. Marx, To. 1846 Gießen, 111,5; 9. Fritz Jüngst, Tv. Herborn, 109,5; 10. Schaaf, To. Sinn, 105; 11. Lichten- fels, To. 1846 Gießen, 93,5; 12. Dapper, Tv. 1846 Gießen, 91,5; 13. Haubach, Tv. 1846 Gießen, 89,5; Jung, Tv. Herborn, 89,5. — (Dreikampf) 2 1. Pfeffermann, Tv. Weißkirchen, '47 Pkt.
Ehrung
des Gebieismeisters Lützellinden.
Die im Rahmen der Gießener Veranstaltung vor-- genommene Ehrung des Gebietsmeisters Lützellinden durch eine Plakette der Bezirksführung ist allgemein als ein Zeichen der Verbundenheit zwischen dem NSRL. und der HI. angesehen worden. Zugleich aber ließ sich daraus erkennen, wie sehr man sich über die Leistungen des Nachwuchses freut und alles tut, um die guten Beziehungen auch weiterhin im Interesse beider Teile zu fördern.
Auch die Verbundenheit zwischen den 2Ingehörigen der Wehrmacht und dem Fachamt Handball kam deutlich zum Ausdruck durch die Anwesenheit vieler Soldaten. Mit Genugtuung wurde allseits ausgenommen, daß es möglich war, auch einem Teil der Verwundeten die Gelegenheit zu geben, dem Spiel beizuwohnen. Wir sind überzeugt, daß der Schritt, den das Fachamt Handball damit getan hat, überall Anklang fand und beispielgebend für alle übrigen Zweige des Sportes sein wird.
Acht Kämpfe — acht Siege.
Der zweite Boxländerkampf zwischen Deutschland und der Slowakei, der am Samstagabend in Klagenfurt durchgeführt wurde, endete mit einem eindrucksvollen Sieg der deutschen Mannschaft, die alle acht Begegnungen gewann und fomit ein Punktverhältnis von 16:0 erzielte. Die erste Begegnung im Januar d. I. in Preßburg endete 14:2 zugunsten > Deutschlands.
Gießen, den 3. August 1940.
3522 D
Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 7. August, nachmittags 3% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt.
fast 82 Jahre alt
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Lulu Cellarius, geb. Gerbode,
Heute entschlief nach längerem schweren Leiden meine liebe, treue Schwägerin, unsere gute Tante und Großtante
Fräulein Anna Cellarius
im 44. Lebensjahre.
Lang-Göns, den 5. August 1940.
3520 D
Heute vormittag gegen 7 Uhr entschlief nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. August, nachmittags V/2 Uhr, vom Trauer hause aus statt
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Boller und Kinder Familie Wilhelm Weih
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