Ausgabe 
6.8.1940
 
Einzelbild herunterladen

Lustkämpfe in Nord- und Ostafrika

beit gerecht wird. In weiteren Rollen begegnet Paul Bildt, Carsta Lock, Erich Fied

man l er,

Italienischer Wehrmachtsbericht.

Rom, 5. Aug. (DRV.) Der Italienische Wehr- Machtsbericht vom TNontag hat folgenden Wortlaut:

Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt:

In Rordafrika hat eine unserer Kampf­und Jagdstaffeln einen heftigen Kampf gegen eine zahlreiche feindliche Formation ausgenommen, die versuchte, unsere an der Lyrenaika-Grenze in Be­wegung befindlichen libyschen Truppen zu bombar­dieren. Bei dem unserseits außerordentlich heftig ge­führten Kampfe wurden 10 feindliche Flug­zeuge, darunter 7 Gloucester und 3 Blenheim, abgeschossen. Außerdem wurden etwa ein Dutzend feindlicher Kraftwagen getroffen und in Brand gesteckt. Lin weiteres englisches Jagdflugzeug ist von unseren Bombern abgeschossen worden, die in der Rähe von Warsa Watruk eine wirkungs­volle Bombardierung durchgeführl haben. Alle un­sere Flugzeuge sind zu ihren Stützpunkten zurück- gekehrt.

In Ostafrika wurde unter Mithilfe der Ve- vülkerung ein starker feindlicher Angriff auf Ra­ma raput an der Grenze des oberen Sudan am Rudolf-See zurückgewiesen. Liner unserer Luft­waffenverbände hat den Hafen von B e r b e r a bombardiert und dabei einen Volltreffer auf ein Schiff erzielt. Lin feindlicher Luftangriff auf W a s - s a u a hat nur leichte Schäden lm Hafen verursacht und vier Tote und etwa 30 verwundete, darunter

Später gingen wir an der Mauer des Kloster- aartens vorbei bis in den letzten Winkel der tiefen Waldschlucht, und dann mutzten wir aufbrechen, denn die Sonne stand schon hinter den höchsten Bäumen der Berglehne, und unser Weg war weit. Als wir die schöne Einöde hinter uns hatten, und singend über die Landstraße gingen, fielen mir des Freundes Worte über Arkadien ein, und ich erzählte ihnen davon. Arkadien, sagte Dorothea übermütig, ist immer da, wo w i r sind. Da legte Hermann uns beiden leine Arme um die Schulter und sagte mit der schönen und höflichen Anmut, die ihm eigen ist: wo 2H r seid.

Es war ein arkadischer Tag.

Elisabeth L c n n a r tz , Gerhard Dammann u. a. Dem Film in seiner Gesamtheit widmet man eine herzliche Aufmerksamkeit vom ersten bis zum letzten

1 Bild. H. L. Neune»,

Japanische Ministerkonferenz zu den britischen Repressalien.

Dav mätzige Bildchen Zeigt die weitze Front einer barocken Kirche und den Eingang zu einem Kloster, alles hingebettet in den Winkel einer Schlucht, die von stillen, bemaldetep Berglehnen gebildet wird. Die Ruine freilich, die dem Tal seinen Namen gibt, ist nicht zu sehen, denn die gewaltigen Mauern sind schon fast überwuchert vom Efeu, und in die großen, dachlosen Räume ist der Wald hineinaewach. sen; von unten verdecken die Wipfel sogar den ge- wolligen viereckigen Turm.

Diesen Platz hatte man uns in der Westerwald­

ist durch den sichtbar werdenden Rückgang des eng­lischen Einflusses stark beeindruckt worden. Die Un- teroringung der indischen Soldaten in verwahrlosten Gebäuden, die im krassen Gegensatz zu den den eng- lischen Soldaten zur Verfügung gestellten luxuriösen Kasernen steht, hat zu dem Unmut der der indischen Garnison Angehörigen wesentlich beigetragen. Seit Mai d.2. sind daher 40002nber aus Singa­pur geflohen und in ihre Heimat zurückgekehrt. Zur Auffüllung der entstandenen Lücken versuchen die britischen Behörden gegenwärtig, alle erreich­baren Männer zwischen 17 und 45 Jahren für den Militärdienst auszuheben und ihnen eine improvi­sierte Ausbildung zu vermitteln.

Kisenbahnanschlaa in Indien.

Stockholm, 5.Aug. (Europapretz.) Auf der Eisenbahnstrcckc KalkuttaDacca waren die Schi e- n e n mehrere hundert Meter weit entfernt roor-

Stockholm, 6«Auy. (Europapretz.) Die in den letzten oierundzwanzig Stunden von den eng­lischen Behörden in Singapur, Hongkong und Rangoon angeordneten Verhaftungen von insge- samt fünf bekannten japanischen Geschäftsleuten und Journalisten haben am Montagabend in To­kio zu einer längeren Konferenz des Ministerpräsi­denten, Außenministers und Krieasministers ge­führt. Die Konferenz faßte wie Domei meldet folgende Beschlüsse: Die Verhaftung der spionage- verdächtigen Anten fei eine rein innere An­gelegenheit Japans, während das bri­tische Vorgehen eineheimtückische Maßnahme politischen Einschlags" bedeute. Japan werde trotzdem Wiedervergeltungsmah- nahmen vermeiden. Aufmerksam werde es beobachten, wie weit England feine Vergeltungs­maßnahmen treiben werde. Es werde wirksame Gegenmaßnahmen erareifen, falls England seine Aktion weitertreibe. Der japanische Außenminister werde demnächst den britischen Botschatter um volle Aufklärung des Falles ersuchen und gleichzeitig in London schärsstens prote st irren. Man könne annehmen, so bemerkt Domei, daß das Außenamt entschlossen lei, eine Beilegung des Falles auf der Basis der Gegenseitigkeit unter allen Umständen zu verweigern.

Die Tokioter ZeitungKokumin" spricht die Der-

Mädchen im Vorzimmer, dabei an einen energischen, liebenswürdigen und sympathischen Mann kommt (und zwar an einen anderen, als ihre Mitarbeiter unter dem Vorwurf der Spekulation vermuten), drängt die Handlung aus der dienstlichen Sphäre und läßt dein Mädchen ein fast vergessenes Privat- loben zum Bewußtsein kommen. Damit rundet sich das Thema glücklich und natürlich ab.

Der Film baut sich aus einer Fülle gut beob­achteter, aus der Wirklichkeit des Alltaas gewonne­ner Einzelszenen auf, die in einer geschickten und unaufdringlichen Weise ihre filmische Gestaltung er­fuhren. In allem lebt eine anhaltende, feine, nir­gends sensationelle Spannung. In klar gezeichneten Gegensätzen stehen sich Charaktere und Tempera­mente gegenüber. In feiner Tendenz sind immer wieder die Grenzen zwischen dem Dienstlichen und dem Privaten aufgezeigt und der Konflikt ange­deutet, der entsteht, wenn diese Grenzen verwischt werden. Unter der Regie von Gerhard Lam­precht sind diese psychologischen Feinheiten mit gutem Geschmack behandelt worden.

Daß dabei den Darstellern ein gerütteltes Maß an ernster schauspielerischer Aufgabe gestellt war, ist fast eine Selbstverständlichkeit. 2m Vordergrund steht Magda Schneider, die Sekretärin des Ver­lagsdirektors, erschüttert von der Erkenntnis der Aufgabe, zwischen Dienst und Privatleben hart und klar entscheiden zu müssen. Sie tut es mit schöner Sicherheit des Herzens und klarem Gefühl. Sie tut cs außerdem mit einer so gewinnenden Menschlich­keit, daß es schwer siele, ihr nicht alle Sympathien entgegenzubringen. Ihre geläuterte darstellerische Kunst erlaubt ihr dabei, auf jeden Effekt zu ver­zichten. Heinz Engelmann, ihr Partner, der draufgängerische Ingenieur, imponiert durch seine zielsichere Art und seine unwandelbare Liebe zu ihr. Hans L e i b e l t stellt den vielbeschäftigten Verlags- direktor dar, einen Mann von. reifer Menschlichkeit und einer gewinnenden Jovialität; Richard H ä u ß- l e r hat als zweiter Verlagsdirektor eine umstrittene Rolle, der er aber mit darstellerischer Ueberlegen»

mutung aus. daß es sich bei der Verhaftung der Londoner Vertreter der Mitsubishi- und Mitsui- Gesellschaften um wirtschaftliche Druck­mittel der Engländer gegen die genannten japa­nischen Firmen handelt. Das Blatt erinnert daran, daß die englische Regierung den beiden großen Ge­sellschaften im April denAbbruchihrerHan. oelsbeziehungen zu Deutschland vor­geschlagen und als Entschädigung dafür besondere Vergünstigungen in Aussicht gestellt hatte. In den jetzigen Verhaftungen glaubtKokumin" daher einen Racheakt für die Ablehnung des Vorschlages der bri­tischen Regierung zu sehen. Sollte sich diese Ansicht bestätigen, so werde Japan allerdings entscheidende Schritte unternehmen müssen. Das Londoner Vor­gehen sei nur als ein Verzweiflungsakt Englands zu verstehen. Freilich grabe England mit solcher Handlungsweise sein eigenes Grab. Die Volkserre­gung in Japan über die Verhaftungen sei heute be­reits größer als die Unruhe über den Tientsin- Disput und selbst über denAsama-Maru"-Zwi- schenfall lm Februar. WieTokio Asahi Schirnbun" meldet, fand in Schirnonoseki eine große a n t i - britische Demonstration statt. In einer Entschließung wurde die zwangsweise Auflösung der britischen Botschaft und sämtlicher britischer Konsulate in Japan gefordert.

Mädchen im Vorzimmer/-

Wenn mit Absicht ein Filmthema aus dem Leben gegriffen wird, gar noch aus dem Leben der un­mittelbaren Gegenwart und aus einem Bereich, der dem Verständnis aller zugänglich ist, so dürfen die Verantwortlichen des Films schon damit rechnen, daß einer solchen Absicht eine erhöhte Aufmerksam­keit enbgegengebracht und kaum jemand verstimmt wird.

Der Ufa-Film, der seit gestern im Gloria- Palast gezeiat wird, schildert (einem Roman von Walter v. Hollander nachgeschaffen), das Leben und den Wirkungsbereich eines Mädchens, das ganz aufgeht im Kreis seiner täglichen Pflichten, als Sekretärin und rechte Hand des Direktors, alles wissend, was den großen Verlag angeht und dem Ches mit ihrem sachlichen und menschlichen Urteil beistehend. Sie nimmt teil an allen den Kümmer­nissen und Sorgen, an denen es nicht fehlt und sie ist cs auch, die mit sicherem Gefühl und lm rechten Augenblick den in finanzielle Schwierigkeiten ge­ratenden Verlag durch eine kluge Aussprache mit einem Geldgeber aus einer drohenden Verlegenheit hilft, obwohl gerade in diesem Falle ihre ureigen­sten privaten Interessen hineinspielen und sie in das Zwielicht einer eigennützig erscheinenden Hand­lung geraten lassen, sie in unerfreuliches Gerede bringen und sogar eine Vertrauenskrisis zwischen dem Verlagsdirektor und ihr auslösen. Schließlich wird für alle Beteiligten erkennbar, daß ihre Hand­lungsweise, über ihre eigene Person hinweg, vom Änteresie des Berlages bestimmt war. Daß sie, das

nahende Katastrophe. Aber noch glauben seine Staatsmänner, das Volk beruhigen zu können, in­dem sie auf die angeblich täglich stärker werdende Verteidigung des Landes und vor allem auf die bri­tische Seemacht Hinweisen, die in ihren Augen noch alles vermag. Diele aber hat bereits sehr starke Ein­bußen erlitten. Mit ziemlicher Sicherheit kann an­genommen werden; daß alle Werften mit Repara- turschiffen überfüllt sind. Diese Werften aber, die gleichzeitig das Neubauprogramm der Flottenver- , stärkung durchführen sollen und die Aufgabe haben, j Den Verlust an Handelsschiffstonnage auszugleichen, , liegen zum größten Teil im Bereich der deutschen Luftwaffe. Dazu kommt, daß Italien im Mittelmeer ; starke Flottenteile bindet

Noch verhängnisvoller aber wirkt sich d l e d e u t - ( sche Gegenblockade aus. Mehr denn je zuvor ist das englische Mutterland abhängig von Über- . sceischen Zufuhren, von Nahrungsmitteln für das Leben der Bevölkerung, von Rohstoffen für die Pro­duktion kriegswichtiger Güter, nicht zuletzt vom Oel für den Antrieb feiner Schiffe und Fahrzeuge aller Art. Alles dies mutz sich um so stärker auswirken, als das gesamte Material seiner Expeditionsarmee verlorengegangen ist und ersetzt werden mutz. Wie aber soll England feine Zufuhren auf­rechterhalten, wenn seine größten und für die Ver­sorgung des Landes wichtigsten Häfen unter deut­scher Waffenwirkung stehen?

Die Sperrung des Kanals und der Ausfall sämt­licher Zufuhren aus Skandinavien und den Ostsee­ländern mutz zwangsläufig für die Hauptstadt und die wichtigsten Industriezentren In Süd- und Mittel­england eine katastrophale Lage herbeiführen. Lon­don allein nahm in normalen Zelten etwa 40 Pro­zent der Gesamteinfuhr des Landes auf. Diese Lage muß sich zwangsläufig verschärfen in dem Umfange, wie auch die süd- und westenglischen Häfen unter unsere Blockadewirkung gelangen.

Dennoch wird dieser wirtschaftliche Druck allein England nicht auf die Knie zwingen. Zu ihm muß der militärische Druck kommen, und dieser wird heute nicht nur in den (ljewässern um die britischen Inseln, sondern auch im Mittelmeer fühlbar. Das Schwergewicht der Kriegführung gegen England aber liegt im Kanal. Im Kanal kann das schwere Schiff, das für die großräumige See­kriegführung feinen Wert behalten wird, nicht den Ausschlag geben; denn die Seeräume find begrenzt und stehen vollkommen unter der Wirkung der Luftwaffe und der Kleinkriegsmit­tel des Seekrieges. Damit fällt ein wesentlicher Be­standteil der britischen Seemacht für die Verteidi- Sung der Inseln fort. Nicht mehr aus der sicheren erne eines Scapa Flow kann die englische Flotte wirken, jetzt, wo es sich darum handelt, das Land vor drohender Invasion zu schützen. Deutschland hat dieses bequeme Instrument einer veralteten ©ec- strategle unwirksam gemacht und verbietet seine Anwendung. Heute diktiert Deutschland das Gesetz des Handelns. Der Kanal hat aufgehört, der Graben" zu fein, der die britischen Inseln vom Festland trennt.

Kapltcinleufnant Rollmann mitdemMerkreuMSgezeichnei

Berlin, 5. August. (DNB.) Dir Führer und Oberste Befehlshaber des Heeres verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Großadmiral Dr. h. c. Rae der das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz dem .Kapitänleutnant Wilhelm Nollmann. Ka- pltänleutnant Rollmann hat aus mellst schwer ge- sicherten Geleitzügen 24 Dampfer mitt insgesamt 118 890 BRT. versenkt. Es gelang ihm hierbei, al­lein aus einem einzigen Geleitzug in kürzester Zeit 42 000 BRT. zu versenken. Ferner versenkte er durch Torpedoschuß einen Minenleger sowie den eng­lischen ZerstörerWhirlwind", brachte zwei Prilen mit insgesamt 7770 BRT. ein und führte eine schwere Minenaufgabe an der englischen Südküste mit Erfolg durch. Durch ausgezeichnetes Können, hervorragenden Schneid und rücksichtslosen Einsatz hat er wesentlichen Anteil an den Erfolgen des U- Boot-Einsatzes. Sein jüngster Erfolg war die Ver­senkung eines feindlichen ^U-Bootes.

Wilhelm Rollmann wurde am 5. August 1907 in Wilhelmshaven als Sohn des Kapitäns zur See Wilhelm Rollmann geboren. 1926 trat er als Ma- trofe in die Kriegsmarine ein. An Bord des Kreu­zersEmden" nahm er an einer olle Erdteile be­rührenden Weltreise teil. 1933 wurde er auf den KreuzerKarlsruhe" kommandiert, mit dem er als Kadetten-Ansbildungsofstzier abermals eine mehr-

Arkadischer Sommertag.

Don Stta Rohlss.

In meiner Stube hängt ein kleines Bild, ein Photo, ein überaus mäßiges Photo, ich könnte es selbst gemacht haben, jo mäßig ist es. Aber eine freundliche Hand hat es. auf ein weißes Blatt von feinem Japanpapier geklebt, unter Glas und Rah­men gebracht und SaMers WortAuch ich war in Arkadien geboren" mit schöner Hand darunter ge­schrieben. So ist es denn doch ein ganz ansehnliches Bild geworden, aufmerksame Besucher sehen es an, und manchmal fragt' jemand, der in der Erdkunde unsicher ist, zögernd, ob es in Arkadien so aussähe.

Nachdem nun das Stichwort Arkadien gefallen ist, kann ich von einem alten Freunde erzählen, der viele Länder lm Norden und im Süden gesehen hat, vielleicht Griechenland und Arkadien selbst. Arka­dien, pflegte er zu sogen, sei indes nicht nur jene Landschaft, die selten em Mensch kennen lerne, Ar­kadien sei gewissennaßen ein Zustand. Und dann fuhr er gern fort, In feiner behaglichen und kurz­weiligen Weitschweifigkeit näher zu erläutern, wo überall Arkadien sei, und nannte viele Orte lm Norden und im Süden, am Meer und im Gebirge. Da überall könne Arkadien sein und auch nicht sein, wenn wir ihn nämlich nicht in uns hätten, den arkadischen Zustand, der recht eigentlich der Zustand aller Reisenden sein solle. Und wo man den nicht habe, sähe man auch im griechischen Arkadien weder Hirten noch Nymphen und nichts anderes als eine öde Hochebene mit dürrem Wuchs und einsamen Horden.

den, so daß sich die Lokomotive und die ersten drei Wagen des Zuges überschlugen. Die Zahl der Toten betragt 34 und die der Verletzten 90. Uebcr die Hintergründe des Attentats wird von den britischen Behörden nichts bekanntgegeben. Man vermutet je­doch, daß der Anschlag einem hohen eng­lischen Beamten des Geheimdienstes, dessen Name nicht genannt wird, galt. Der Beamte soll sich in dem Zuge befunden haben, jedoch unverletzt aeblieben sein. Nach anderen Meldungen aus eng­lischer Quelle handelt es sich um einen wohlvorbe- reiteten Sabotageakt des radikalen Flügels der Indischen Kongreßpartei, mit dem beabsichtigt war, den britischen Vizekönig zu treffen, der, wie man vermutete, am Montag auf einer Inspektions­reise diese Strecke passieren mußte. Tatsächlich soll der Sonderzug des Vizekönitzs diese Strecke be­fahren haben, jedoch schon, bevor die Schienen auf- gerissen waren.

Griechenland feiert die Einführung der autoritären Staatsform.

Athen, 6. Aug. (Europapretz.) Ganz Griechen­land beging am Sonntag die Wiederkehr des Tages, an dem vor vier Jahren Ministerpräsident M e taxas die parlamentarische Verfassung aufhob und die autoritäre Staatsform einführte. Von allen Häu- fern grüßten die blauweihen Landesfarben, und in jebem Fenster ftanben nebeneinatiber ble Bilber bes Königs unb bes Minifterpräsibenten. Schon am frühen Morgen fuhr General Metaxas an hundert- taufenben Jungen unb Mäbchen ber nationalen Ju- genb vorüber, bie in ihren blauweihen Uniformen auf einer viele Kilometer langen Strecke vom Pi­räus bis nach Athen Aufstellung genommen hatten. Dann fanb in allen griechischen Kirchen ein Dank- gottesbienst statt, bem in ber Kathebrale von Athen Die Regierung unb alle Spitzen ber Behörben bei­wohnten. Zum Festakte im Stadion von Athen er­schien General Metaxas an der Spitze des Kabi­netts. Auf ber Ehrentribüne hatte sich bas Diplo­matische Korps eingefunben. Eine bunte Folge von Gesängen, Volkstänzen unb allegorischen Darstel­lungen bes schaffenden Griechenlanbs bltbeten das Programm. Nach bem Festakt marschierten 200 000 Männer und Frauen an Metaxas vorüber.

11 Askarls, gefordert. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgefchoffen, ein drittes ist wahrscheinlich abgeschofsen worden. In L a s s a t a wurde ein feindliches Flugzeug von der Flak abgeschofsen.

Oie Strecke

Kassala-port Sudan zerstört.

Rom, 5. Aug. (Euxopapreß.) Zum ersten Male seit bem Eintritt Italiens in ben Krieg, so schreibt Popolo di Roma", habe die Italienische Luftwaffe Z e i l a in Britisch-Somaliland angegriffen. Es sei noch in guter Erinnerung, daß von diesem Punkte aus während des Abessinienkrieges unzählige Waf­fen- und Munitionstransportkolonnen dem Negus zugeleitet worden feien. Jetzt sei der Augenblick ber Abrechnung gekommen und werde von ber italieni­schen Luftwaffe gründlich besorgt. Die italienische Luftwaffe in Ostafrika hat nach einer Melbung der Stefani-Agentur in den letzten Tagen zahlreiche A u f k r u n g s fl ü ge über bem Sudan und Aden unternommen. Im Sudan seien von den Engländern angelegte Stützpunkte für Jagdflug­zeuge ausgeforscht und erfolgreich mit Bomben be­legt worden. Eine Flugzeughalle in einem dieser Stützpunkte sei zerstört worben. Die von Kassala über Haifa nach Port Sudan führenibe Eisen­bahnlinie, die von englischen Jagdflugzeugen stark geschützt werde, sei angegriffen worben. Gleich nach bem Angriff durchgeführte Aufklärungsflüge hätten ergeben, baß die Eisenbahnanlagen von Haifa stark beschädigt und die Bahn­strecke auf einem Teilstück so gründlich zerstört wor­den sei, daß sie fürlängereZeitunbrauch- bar bleibe.

Englands neuer Bundesgenosse.

-Üon unserer Berliner Schristeiiung.

England ist bas Land, das ewig auf der Suche nach Bundesgenossen ist. Durch die Jahrhunderte ist man das so gewöhnt: man kämpft nicht selbst, son­dern man läßt a n d e r e f ü r s i ch k ä m p f e n. Die vergangenen Monate haben uns gezeigt, einen wie starken Verbrauch anBundesgenossen" England hat. Da haben erst die Tschechen daran glauben müssen, für die man sich so warm ins Zeug legte, dann kamen die Polen an die Reihe, dann die Dänen und Norweger, die Holländer und Belgier, und endlich die Franzosen, bei denen sogar die große Entente corbiale nicht davon abhielt, ben Mohr zum Teufel zu schicken, als er seine Schuldigkeit für Eng­land getan hatte

Ein neuer Bundesgenosse sollte es sich also sehr wohl überlegen, ob er für England eintritt ober nicht. Dieser neue Bunbcsgenosse ist der liebe Gott so bildet man es sich in London wenigstens ein. Und derjenige, der sozusagen die diplomatischen Ver­handlungen mit ihm führt, um ihn für das aus­erwählte Volk der Engländer zu interessieren, ist ber Kardinal Hinsley, der Erzbischof von West­minster. Dieser geht, das muß man ihm schon lassen, recht energisch an bie neue Aufgabe heran. Vor allem hat er verkünden lassen, daß er nunmehr für die englischen Soldaten und Rüstungsarbeiter l1/» Millionen Kruzifixe liefern werde. Davon sind, triumphierend wird es verkündet, sogar 50 000 schon geliefert worden! Man nehme es uns nicht übel: Wenn mir dies hören, haben wir einen unangeneh­men Geschmack im Munde, mir sehen schon im Geiste die geschäftstüchtigen Firmen, die dieses ein­trägliche Geschäftgedreht" haben.

Kardinal Hiysley ist aber nicht nur groß in Liefe­rungen, er ist auch groß in Worten. Die englischen Soldaten bezeichnet er alsKämpfer für eine gute Sache", bie gegen denHochmut des rebellischen Luzifer" ins Feld zögen. Natürlich sieht er die eng­lische Sache so an, als ob sie biechristliche Vertei­digung ber brutalen Gewalt" märe. Wenn England rücksichtslos unb ohne jedes menschliche Empfinden in Indien oder im Burenland vorging, bann war das natürlich britisches Recht und britische Gerechtig-

mühle nicht genannt, als wir von da aus in den Ferienwochen alle Tage bas Land durchstreiften. Auch ijermann und Dorothea, die schon mehrmals ba gerne feit waren, hatten ihn nicht gekannt; wir hat­ten ihn gemeinsam entdeckt, als wir auf einer ber Basaltkuppen, an benen die Gegend so reich ist, vom Ausstieg rasteten. Aber vielleicht hätten wir ihn nicht einmal gesehen, wenn wir nicht im Uebermut unb verbotenerweise auf bie runbe Bank bes Ver­kehrsvereins gestiegen unb wie bie Zirkuspferbe darauf herumgelaufen waren (denn sonst hätten wir nicht über das dichte Gestrüpp am Rande der Ruppe hinwegsehen können). So entbeckten wir plötz­lich Das Gemäuer tief unten lm Tal, in weiten Wöl­bern gelegen, unb da wurde uns ganz glücklich zu­mute, wie fahrenden Rittern, meinten toir, die zum Abend eine Burg suchen unb nun eine entbeaen; obwohl es noch nicht Abend war, sondern strahlen­der und früher Nachmittag. Wir brachen sogleich aus, suchten uns Wege durch ben Wald unb verlie­fen uns, ehe wir bas gesichtete Tal erreichten, in eine buftenbe unb blühenbe Einöbe. Auf Stein und Moos, auf Brombeer- unb Himbeergerank unb nie- berem Wald glühte bie Sonne, und ber sanfte Winb wehte den Sommerduft der aber Tausend Blätter und Kräuter vor sich her. Dies war dieSchweiz" jener Gegend, wie wir nadyher erfuhren, und durch sie gelangten wir, über eine schmale Hügelwand hin- weg, in jenes Ruinental. Aber als wir da waren, sahen wir, daß neben der Ruine eine Kirche stand unb neben ber Kirche ein Mönchskloster, unb im riesigen Burghof, den nur noch die fast schon ab- geschlissene Mauer umgab, stand ein Forsthaus mit einem Ruheplatz für die Gäste auf grasigem Grund unter hohen Bäumen. In einem Kinderställchen abseits lag auf einer weißen Decke ein kleiner sck)la- fenber Junge; ein Mädchen ging ab unb zu und brachte uns, um was wir baten; ein schöner großer Hund folgte khr nach und aus bem Kl

zwei Mönäye, die vor dem Forsthaus in ein Auto stiegen. Was hier alles beieinander tst, sagte Doro­thea, als mir beim Kaffee saßen, das Alte und bas Neue, die We-ltfluäst unb das Leben, und alles paßt baher unb feino stört bas anbere.

Wir hätten nicht sagen können, warum alles ho­her paßte, wir fpurten nur die Stille unb ben Frie­den. genossen hie Sonne und den Duft unb das sanfte Rauschen ber Wälder an den Berglehnen.

monatige Auslandsausbildungsreise mitmochte. 1937 begann die U-Boot-Ansbildung Rollmanns, der in- zwischen zum Kapitänleutnant befördert wopden war. Im Oktober 1938 wurde er U-Boot-Komman- bant.

Singapur unter englischer Zwingherrschast.

Toklo, 5. Aua. (Europapretz.) Heber bie Lage In der britischen Seefestung Singapur auf ber Halbinsel Malakka (Hinterindien) berichtet das Tokioter Blatt Pomiuri". Das Leben In ber Stabt steht völlig unter bem Einbruck bes Krieges. Ueberall stößt man auf Stacheldrahtverhaue unb Verbote zum Welter­gehen. Der Babestranb Ist völlig verübet. Auch bie Garnison von Singapur, bie normalerweise aus 11 000 Mann besteht, von benen 70 v. H. Jnber sinb,