Ausgabe 
6.7.1940
 
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Kleine politische Nachrichten.

Der Führe r hat dem ordentlichen Professor em. Geheimen Rat Dr. med. Albert Döderlein m München aus Anlaß der Vollendung seines 80. Le­bensjahres in Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiete der Geburtshilfe und Gynäkologie die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. *

Die Waffen st illst an dskommission hat die französische Abordnung aufgesordert, die Fr ei - lassung der volksdeutschen Elsaß- Lothringer aus den französischen Gefängnissen sofort zu veranlassen. Ferner hat die Waffenstill­standskommission der französischen Abordnung mit­geteilt, daß ihrem Wunsche auf Freilassung des ge­samten französischen kriegsgefangenen Sanitäts­personals entsprochen werden soll", soweit es nicht für die Pflege der französischen Kriegsgefangenen benötigt wird. *

Marschall Graziani behält auch weiterhin die Funktionen des G e n e r a l st a b s ch e f s des Hee­res bei. In seiner Abwesenheit können sie auch von dem stellvertretenden Generalstabsches General Roatta ausgeübt werden.

Für die norwegische Wiederaufbau- ünleihe, welche vor einer Woche aufgelegt wurde, sind allein am Montag annähernd IV2 Mil­lionen Kronen gezeichnet worden. Die Osloer Presse weist darauf hin, daß Interesse am beschleunigten Wiederaufbau in allen Bevölkerungskreisen zu fin­den sei, was besonders daraus hervorgehe, daß vor ollem auch die kleinen Sparer in großem Maße sich on der Änleihezeichnung beteiligten.

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Wie derPetit Dauphinois" aus Vichy meldet, befindet sich der Minister für nationale Verteidi­gung, General Weygand, in Vichy und nimmt an allen entscheidenden Beratungen der französischen Regierung teil.

Aus Clermont-Ferrand wird gemeldet:Der Ge­neral de Gaulle, der wegen seiner Haltung ab- aesetzt worden war, ist in Kenntnis gesetzt worden, daß er vor dem Kriegsgericht der 17. Re­gion zu erscheinen hat."

An der palästinensisch-syrischen Grenze ist es zu Gefechten zwischen britischen und französischen Truppen gekommen. Vermutlich haben polnische und orürere bei Kriegsausbruch von den Alliierten ge­dungene Streitkräfte versucht, von der französischen auf die englische Seite der syrischen Truppen uber- zuwechseln, wobei es zu Kampfhandlungen gekom­men ist. *

Wie das amerikanische Schatzamt mitteilt, ist in der am 26. Juni zu Ende gegangenen Woche Gold im Betrage von 118 236 631 Dollar in den Vereinig­ten Staaten eingetroffen. Mehr als die Hälfte davon kam a u s F r a n k r e i ch.

Aus dem Reich.

Das Wohnbauprogramm.

Ministerialdirektor Durst erklärt im Reichsarbeits­blatt: Der Zeitpunkt für das vom Führer geplante gewaltige Siedlungswerk werde bald nach dem Kriege gekommen fein. Gewaltig müsse das Sied­lungswerk sein, weil nicht nur für den künftigen Haushaltszuwachs Wohnraum geschaffen werden müsse und die Wohnbauten nachzuholen seien, die jetzt im Kriege zurückgestellt werden mußten, sondern weil auch der seit 1918 mitgeschleppte Wohnungsmangel beseitigt und überhaupt die Wohnverhältnisse grundlegend verbessert werden müßten. Es sei sicher, daß sich dieses Programm in der Größenordnung von Millionen von Wohnstätten bewegen müsse. Wenn man bedenke, daß seit der Wahrungsstabilisierung jährlich an­nähernd 300 000 Wohnungen erstellt wurden, ohne daß die Wohnungsnot beseitigt worden wäre, so sei ohne weiteres klar, daß das kommende Wohn­bauprogramm mit Jahresleistungen rechnen müsse, die erheblich über diesem Durchschnitt liegen. Entsprechend der Vielzahl der Bedürfnisse müsse das Programm Wohnstätten aller benötigten Größen und Arten umfassen, wobei natürlich zunächst das Schwergewicht auf den sozialen Wohnungs­bau zu legen sei. Schon jetzt sei festzustellen, wo die Errichtung von Wohnstätten nach dem Kriege besonders vordringlich ist. Das Sofortprogramm solle sich vor allem auf die Bauvorhaben stützen, die schon vor dem Kriege vorbereitet worden sind und deren Ausführung zurückgestellt werden mußte.

Der Stammkunde.

Gerechte Verteilung nichtrationierter Mangelware.

Die von den Staatssekretären Dr. Schlegel- berget (Reichsjustizministerium) und Dr. S y - r u p (Reichsarbeitmimsterium) herausgegebene Soziale Praxis" betont, daß der Verzicht auf Rationierung mancher Waren den Einzelhänd­ler keineswegs von der Aufgabe ihrer gerechten Verteilung befreie. Zwei Methoden kämen da­für in Betracht: 1. an jeden Käufer die gleiche, nach der jeweiligen Marktlage bemessene Menge abzuge­ben, 2. die bevorzugte Versorgung der Stamm­kunden. Von den Aufsichtsorganen des Staates sei das Stammkundenprinzip gebilligt worden; allerdings unter der Voraussetzung, daß es nicht in eine Bevorzugung bestimmter Gruppen von Käufern ausarte, daß also nicht etwa nur die bessergestellten Käufer, die größere Mengen oder Waren höherer Qualität abzunehmen pflegen, als Stammkunden angesehen werden. Als Stammkunde müsse auch die Hausfrau mit dem schma­len Geldbeutel zählen und nicht zu ver­gessen die spätkaufende Angestellte oder Arbeiterin, wenn sie nur ihren Ein­kauf mit einer gewissen Regelmäßigkeit im gleichen Geschäft erledigt.

Der Einzelhändler habe aber noch eine zweite Aufgabe zu lösen, nämlich die Derbrauchslen­kung. Waren und Qualitäten, die reichlich vorhan­den sind, solle er auf jeden Fall restlos und schnell unterbringen, namentlich, wenn es sich um leicht­verderbliche Güter handelt. Er werde daher andere, knapper anfallende Ware solange zurückhalten und die Käuferschaft auf jene reichlich verfügbaren Wa­ren verweisen, bis diese abgesetzt sind. Zu fordern sei nur, daß er inzwischen alle Käufer gleich behandelt. Zu verwerfen wäre es, wenn der Stammkunde aus den verborgenen Vorräten ver­sorgt werden würde, während der gewöhnliche Käu­fer mit den übrigen Warenabgefpeist" wird. Ge­langt der Einzelhändler aber zum Verkauf jener Mangelware, dann werde er den Kreis derer, an die er sie abgibt, wieder begrenzen müssen auf den Kreis der Stammkunden. Den Verbraucher zu hin­dern, von einem Laden zum andern zu eilen und in mehreren GeschäftenStammkunde" zu wer­den, sei es, was der Einzelhandel mit der Beschrän­kung des Verkaufs gewisser Waren auf den Kreis der Stammkunden bezwecke. Daß der Käufer seinen Bedarf an bestimmten Waren ganz oder doch Über­wiegend im gleichen Geschäft deckt, mache ihn erst zum Stammkunden.

Aufbaukredite

für heimkehrende Fronthandwerker.

DasDeutsche Handwerk" berichtet über die Be­währung des genossenschaftlichen Einsatzes im deut­schen Handwerk. Die durch die Lieferunasgenossen- schaften ausgeführten und Kreditgenossenschaften finanzierten Aufträge übersteigen heute schon den Betrag von einer halben Milliarde RM. Ein neues Aufgabengebiet wird den Kreditgenossenschaften nach Beendigung des Krieges erwachsen, nämlich den heimkehrenden Handwerkern die Umstellung auf Friedensvechältnisse und die Wiederinbetrieb­nahme ihrer Werkstätten mit allen Mitteln zu er­leichtern. Die Reichshandwerksführung hat bereits mit der Zentralgenossenschaftskasse wie auch mit dem Sparkassen- und Giroverband die Gewährung von Aufbaukrediten für diese Handwerker geprüft und wird dafür sorgen, daß die Hereinnahme der mit Sicherheit zu erwartenden zahlreichen Aufträge auf allen Gebieten der Handwerkswirtschaft nicht durch Mangel an ausreichenden Finanzierungsmög- lichkeiten gefährdet wird.

Kampf gegen angeborenes Siechtum

Der Reichsinnenmimster hat den Hebammen die Verpflichtung auferlegt, dem Gesundheitsamt Anzeige zu erstatten, wenn ein neugeborenes Kind verdächtig ist, mit bestimmten schweren ange­borenen Leiden behaftet zu sein. Der Reichsgesund­heitsführer hat die Meldepflicht auch für Aerzte eingeführt. Ferner sind Kinder zu melden, die mit , einem dieser Leiden behaftet sind und das dritte Le­bensjahr noch nicht vollendet haben. In diesen Fäl- I len soll mit allen Mitteln der ärztlichen Wissenschaft

eine Behandlung der Kinder durchgefuhrt werden, um sie davor zu bewahren, dauerndem Siechtum zu verfallen. Zu diesem Zweck werden besondere An­stalten oder Abteilungen an bestehenden Anstalten errichtet. Die Fürsorgeverbände werden ersucht, bei Hilfsbedürftigkeit die Ueberführung der Kinder im Wege der öffentlichen Fürsorge durchzuführen. Es handelt sich auch hier um eine wichtige vorbeu­gende Fürsorge, da die Behebung der Schäden für die Zukunft wesentliche Ersparnisse an Fürsorge- kosten bringt.

Mehrere Deutschamerikaner verhaftet.

N e u y 0 r k, 5. Juli. (DNB.) Während einer vom Deutsch-Amerikanischen Bund in Andower Township (New Jersey) veranstalteten öffentlichen Feier an­läßlich des amerikanischen Unabhängigkeitstages wurden in dem dem Bund gehörigen LagerNord­land" Bundesleiter Wilhelm Kunze sowie die Bundesmitglieder August Klapproth und Mat­thias Kohler unter der Anklage derAufwiege­lung zum Religions- und Rasfenhaß" in Haft genommen. Gleichzeitig wurde gegen den Schriftleiter der BundeszeitungDeutscher Weckruf und Beobachter" unter der gleichen Anklage Haft-, befehl erlassen. Die Anklage stützt sich darauf, daß neben der USA.^lagge auch d i e Bundes- f a h n e , die das Hakenkreuz enthält, gehißt war, und daß sich die 4000 Festteilnehmer mit dem Deutschen Gruß begrüßten.

Aus aller Weli.

Nationaler Musik- und Kompositionspreis.

Der diesjährige Nationale Musikpreis wurde dem Pianisten Erik T h e n B e r g h und dem Geiger Helmut Zernick verliehen. Mit dem Nationa­len Kompositionspreis wurden die Komponisten Prof. Max Trapp, Karl Höller und Kurt H e f f e n b e r g ausgezeichnet. Reichsminister Dr. Goebbels empfing die Preisträger und sprach ihnen seine herzlichsten Glückwünsche aus.

Bei Widerstand erschossen.

Der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Poli­zei teilt mit: Arn 4. Juli wurden bei Widerstand erschossen der 32 Jahre alte Jude und Berufsver­brecher Max Israel Cohn aus Berlin sowie der 25jährige, wiederholt vorbestrafte Sittlichkeits­verbrecher Horst Schröder aus Berlin.

Vombenexplosion am britischen Pavillon der Weltausstellung.

Nach einer Mitteilung des Neuyorker Polizei­kommissariats wurde der britische Pavillon auf der Weltausstellung in Neuyork durch eine Bombe be­schädigt. Die Bombe befand sich im britischen Aus­stellungsgelände und war dort als Rundfunk­empfänger getarnt Besucher hatten sie dort entdeckt und sofort die Polizei benachrichtigt. Drei Detektive brachten die Bo/nbe außerhalb des Ge­bäudes, wo sie plötzlich explodierte, die Detektive in Stücke riß, mehrere andere Personen verletzte und erheblichen Sachschaden an dem naheliegenden Ausstellungspavillon anrichtete.

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Der Reichsstatthalter in Hessen hat die Auflösung der Hessischen Kraftfahrtechnischen Prüfstelle in Darmstadt, Heinrichstraße 56, angeordnet. Die Ge­schäfte dieser Prüfstelle (Prüfung von Kraftfahr­zeugführern und Kraftfahrzeugen) gehen mit Wir­kung vom 1. Juli 1940 auf die Technische Prüfstelle für den Kraftfahrzeugverkehr (TUeV. Frankfurt am Main, Dienststelle Frankfurt am Main, Huf­nagelstraße 21, Fernruf: 78 147 über. Die Prüfstelle ist geöffnet von 813 Uhr werktäglich. In dieser Zeit können hier Kraftfahrzeugprüfungen ohne vor­herige Anmeldung vorgenommen werden. Für Prü­fungen, welche nicht am Sitz der Prüfstelle aus­geführt werden sollen oder können, ist, wie bisher, schriftliche oder fernmündliche Anmeldung not-

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Front gegen England Unsere Luftwaffe ist einsatzbereit für die Stunde der Vergeltung. Vorher: Ein Film von den nationalpolitischen

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