Donnerstag, 6. Juni MV
Eichener Anzeiger
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General-Anzeiger für Oberhessen Siehen.^chulstrahe 7-9
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Die neuen Angriffsoperationen in Krankreich.
OieWeygand-Linie nachLlebergang über dieGomme an verschiedenenGiellen zuKatt gebracht
Berlin, 5. Juni. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Unsere Armeen sind heute früh in breiter Jronf zum Angriff gegen das Heer Frankreichs angetreten. Der Uebergang über die Somme zwischen der Mündung und Harn und dem Oise-Aisne- äanal wurde erzwungen und die dahinter im Aufbau befindliche sogenannte Weygand-Linie an verschiedenen Stellen zu Fall gebracht.
Der Wehrmachksbericht vom Mllwoch.
Jührerhauptquartier, 4. Juni (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde am 4.6. die Festung Dünkirchen nach schwerem Kampf genommen. Drei Generale und etwa 40000 Wann verschiedener französischer Verbände ergaben sich unseren siegreichen Truppen.
Bei Abbeville ist ein mit starkem Artillerie- Utid Panzereinfah geführter feindlicher Angriff abgewiesen worden. Ebenso scheiterte ein Angriff auf unsere Gefechtsvorposten südlich Longwy unter schweren Verlusten des Feindes. Bit Kampf- und Sturzkampffliegern griff die Luft- mffe feindliche Ansammlungen südlich Abbeville sowie die Hafenanlagen Le Havre erfolgreich an.
3n den frühen Morgenstunden des heutigen Tages haben neue Angriffsoperationen auf der bisherigen Abwehrfront in Frankreich begonnen.
Deutsche S(af vernichtete sieben feindliche panz°rtvagen.
Berlin, 5. 3uni. (DRV.) Am Dienstag hat Klitsche Flakartillerie wesentlich zum Scheitern eines feindlichen Panzerangriffes bei Abbeville beigetragen. 3n direktem Schuh vvrden durch sie sieben feindliche Panzerwagen vernichtet.
MdemRitterkreuzausgezeichnet
jührerhauptquartier, 5. 3uni. (DRV.) ter Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshaber des Heeres, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz <m folgende Offiziere verliehen: Generalleutnant Aidolf Schmidt, Generalleutnant Rudolf Veiel, lüeneralleutnant Adolf K u n h e n, Generalmajor Berner Kempf, Oberst Wolfgang Fischer, Oberst Hermann B r e i t h, Oberst Paul-Hermann Berner, Oberst 3ohann von Ravenstein, Oberst Karl Rothenburg, Oberstleutnant her- vann Bald, Oberleutnant Gerhard Etzold, Züdwebel R u b a r t h.
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Generalleutnant Schmidt hat mehrfach durch tyne, selbständige Entschlüsse und tatkräftige Durch- figruna unter persönlichem Einsatz, Erfolge von «Scheidender Bedeutuna mit seinem Armeekorps erungen. Im richtigen Augenblick faßte er die Pan- Krkräfte seines Korps so zusammen, daß sie we- simlich zur Einkesselung des Feindes beitrugen. Generalleutnant Veiel durchbrach mit seiner Pan- Kr-Division die belgischen Grenzbefestigungen und erzwang den Maasübergang nördlich Eid an; unter hervorragendem persönlichem Ein- sttz gelang seiner Truppe der Durchbruch zur San a 11 ü ft e in Gegend Boulogne. Generalleut- Hart Kuntzen hat sich mit seiner Panzer-Division bri dem Durchbruch zur Kanalküste durch beson- dirz schneidiges Vorgehen und tapferes Verhalten ^gezeichnet. Am 20. Mai eroberte seine Division ü Sturmfahrt Montreuil sur Mer; von dort sthrte Generalleutnant Kuntzen unter persönlichem Ariatz in erfolgreichen Kämpfen seine Division nach Ct.n. Generalmajor Kempf stieß an der Spitze Mer Panzer-Division bereits am ersten Angriffs- tief in den Feind vor. In kühnem Zupacken ü^e.-schrrtt die von ihm geführte Panzer-Division din O i s e - A b s ch n i 11 und machte in drei Kampf- tcgm mehr als 10000 Gefangene. General- roijor Kempf, der persönlich keine Gefahr mied, jji: die Seele des Angriffes und der Verfolgung. u>erst Fischer erzwang mit seiner Brigade, an birtn Spitze er selbst vorstürmte, den lieber» 9ii g über d i e Maas und bildete trotz schwe- feindlicher Abwehr einen starken Brückenkopf.
die Wegnahme der starken Seefestung C a - Ms war im wesentlichen das Verdienst Oberst öfaers und der von ihm geführten Truppen. u>eist B r e i t h hat als Kommandeur einer Pan- Ji^Brigabe beim ersten Zusammentreffen f r a n - wüsche Panzer vernichtend geschla- 9^ und eine große Anzahl von ihnen zerstört, «cier überwand er in vorbildlichem Angriffsgeist '^erstes feindliches Abwehrfeuer und führte, ob- selbst verwundet, feine Brigade persönlich Jtir. Sieg. Oberst Werner hat als Kommandeur ps Panzer-Regiments durch fein entschlossenes *J?i?res Verhalten und seine geschickte Führung den «rtoß starker feindlicher Panzerkräfte gegen eine ®dtige Vormarschstraße abgewiesen. Später hat «Abständig den Entschluß gefaßt, die Festung -cubeuge von Süden her zu nehmen. Er be- mit Teilen seines Regimentes die Zitadelle
sowie zwei Forts und hielt sie bis zum Eintreffen weiterer Verstärkungen. Oberst von Ravenstein war mit seinem Schützen-Regiment maßgeblich am Uebergang über d i e Maas und am Durchbruch durch die belgischen Befestigungen beteiligt. Unter seiner persönlichen Führung wurde die Besatzung eines von feindlichen Panzer- und Jnfanteriekräften gehaltenen Ortes in umfassendem Angriff vernichtet bzw. gefangen genommen. Unter den Gefangenen befanden sich auch Teile des Stabes der französischen 9. Armee. Oberst Rothenburg war mit seinem Panzer-Regiment bei fast allen Durchbrüchen und Verfolgungen an der Spitze der Division. Persönlich setzte er mit seinem B.efehlswagen eine feindliche Batterie außer Gefecht. Mit der Durchbrechung feindlicher Befestigungen und der Zersprengung zweier Divisionen schuf er die Grundlage für den raschen Vormarsch auf Arras. Oberstleutnant Balck, der bereits am 17. Mai im OKW.-Bericht genannt wurde, durchbrach mit seinem Regiment bei Sedan die Befestigungen der verlängerten Maginot- Linie und nahm in siegreichen Versolgungskämpfen mehrere tausend Mann gefangen. Auch beim Durchstoß unserer Verbände auf Abbeville war
Genf, 5. Juni. (Europapreß.) Die Frage, ob die Engländer nach dem Fiasko von Dünkirchen weiter bei der Stange bleiben und ihre Kräfte auch fernerhin zur Verfügung stellen für die Verteidigung des französischen Bodens, oder ob sie sich jetzt ganz auf ihre Insel zurückziehen und nur noch für deren Schutz Interesse haben, Frankreich aber seinem Schicksal überlassen, macht der Pariser Presse jetzt die ernstesten Sorgen, die sich hinter den gequälten Trostworten für die Leser über die Rettung gewisser Teile der Nordarmee aus dem Hexenkessel von Dünkirchen nicht verbergen lassen.
Im „Jour" stellt General Duval nachdenkliche Betrachtungen an, ob wohl die Engländer ihren Nutzen daran erkennen würden, weiterhin gemeinsam mit Frankreich die Deutschen auf französischem Boden „zu schlagen", ober ob sie, wie Hiller hoffe, die Franzosen im Stiche lassen werden, um bie Sicherheit ihrer Insel zu schützen. Hiller täusche sich, meint der General, benn ber britische Generalstab wisse wohl, baß der Sieg ber Westmächte nur dann gewiß sei, wenn beide gemeinsam auf französischem Boden schlagen. Für seine Leser jenseits des Kanals schließt er mit dem Hinweis, ein deutscher Sieg in Frankreich würde das britische Empire einer schweren Gefahr aussetzen, er hoffe, man wisse dies in London so gut wie in Berlin.
Während die Blätter noch gestern eine schwache Hoffnung nährten, als werde Dünkirchen zu halten sein, sehen sie sich heute vor die schwierige Aufgabe gestellt, die Niederlage im ganzen Umfange einzugestehen. „Das Drama voü Dünkirchen ist beendet", so schreibt der frühere Kriegsminister Jean Fabry im „Matin". Der Hafen, so fährt er fort, sei von Admiral A b r i a l als letztem verlassen worden, nachdem er ihn während der Einschiffung der französischen und englischen Truppen der Nordarmee bis zuletzt verteidigt und dann unbrauchbar gemacht habe. Die furchtbaren Zerstörungen der Einschiffungsanlagen sollen also als eine Leistung des französischen Admirals erscheinen, während Fabry schon im nächsten Satz zugibt, daß die Einschiffungen bis zum Schluß unter schweremdeutschem Feuer lagen.
An demselben 4. Juni 1940, an dem der deutsche Siegesbericht in straffer Linienführung, aber mit einem klaren Blick in die Breite und Tiefe des deutschen Erfolges veröffentlicht wurde, hatte Churchill vor dem Unterhaus seinem Lande auch einen Rechenschaftsbericht zu geben. Dieser Rechenschaftsbericht hatte eine bestimmte Absicht: das bisherige englische Geblödel über den „erfolgreichen Rückzug" mit der Wahrheit auf einen Nenner zu bringen.
Churchill zog sich auf die Weise aus der Schlinge, daß er zunächst einmal die lachhaften Verlustziffern der englischen Presse wiederholte: er sprach von über 30 000 Gefallenen, Verwundeten und vermißten Engländern und stellte diese Zister den geretteten Engländern gegenüber, die er auf 335 000 angab. Er behauptete, es seien 1000 „Geschütze, Transport- und Panzerwagen" annähernd verloren worden, wobei es fraglich blieb, ob sich die Zahl 1000 auf diese Ausrüstungsgegenstände zusammen oder auf jede einzelne Art bezog. Schließlich erklärte er seinem Lande, daß diese britische Luftwaffe dem Gegner Verluste im Verhältnis von vier zu eins beigebracht habe.
Damit knüpfte Churchill an das alberne Gefasel vom „erfolgreichen Rückzug" an, und von hier aus fand er den Absprung in bie Wahrheit. Mit einer kolossalen Wurschtigkeit, die in ihrer Art eine Rekordleistung ist, ließ er nun die schönfärberischen Zistern hinter sich, gestand das „größte militärische Desaster unserer langen Geschichte" ein, bezeichnete die Materialverluste als enorm, bekannte, daß die Engländer „außer den Geschützen alle Transportfahrzeuge und alle Panzer, die sich bei der Armee im Norden befanden, verloren hoben" und schloß dieses Geständnis
Oberstleutnant Balck mit seinem Schützen-Regiment hervorragend beteiligt. Oberleutnant Etzold errang bei den Kämpfen einer Panzer-Division m i t seinen Krad-Schützen besondere Erfolge. Er setzte am 19. Mai acht feuernde feindliche Panzer außer Gefecht, vernichtete zwei Batterien und ein englisches Bataillon und machte etwa 12 0 0 0 Gefangene, worunter sich auch ein Teil des Stabes der 9. französischen Armee befand. Er hat bei all diesen Taten vorbildlichen Schneid und hervorragende Umsicht bewiesen. Feldwebel Rubarth hat als vorder st er Stoßtrupp- Führer seines Pionierbataillons im Floßsack die Maas überquert. Am anderen Ufer gelang es ihm, in kühnem Einsatz mit seinen Pionieren sieben feindliche Bunker, die die Uebergangsstelle beherrschten, nach Sprengung der Scharten zu, erobern und dadurch wesentlich zum Gelingen des Maas-Ueberganges beizutragen.
Unter den neuen Trägern des Ritterkreuzes sind zwei Ritter des „Pour le merite“, die Obersten vonRavenstein und Rothenburg, und zwei Ritter des Hohenzollern-Hausordens, der Oberstleutnant Balck und der Oberst B r e i th.
Im „Jour" spricht General B r e c a r b die Hoffnung aus, daß das Drama von Dünkirchen eine Quelle moralischer Kraft für Frankreich sein werde, was der geschichtlichen Erfahrung über die moralische Wirkung einer großen Niederlage zuwiderlaufen dürfte. — Duval entledigt sich im „Journal" seiner Aufgabe als Militärkritiker durch den unantastbar richtigen Satz, man wisse nicht, wie lange der deutsche Generalstab brauchen werde, um seine Kräfte in guter Ordnung zu einem neuen Angriff zu führen. — Zu einer Art Fatalismus ringt sich Maurice im „Petit Parisien" durch. Das Glücksrad, meint er, fei bisher Frankreich nicht günstig gewesen, es werde sich aber weiter drehen und vielleicht bald zu Frankreichs Vorteil. — Jeder tröstet sich also so gut er kann!
London blick sorgenvoll auf das französische Schlachtfeld.
Stockholm, 6. Juni. (Europapreß.) Ein für die Westmächte recht pessimistischer Ausblick auf die am Mittwochmorgen eingeleitete große deutsche Offensive in Frankreich wurde im englischen Rundfunk gegeben. Der Sprecher hatte kaum Einzelheiten mitzuteilen und beschränkte sich auf die Wiedergabe des französischen Vormittags-Cvmmuniquös. Er teilte mit, daß man vorerst keinen Ueberblick über die derzeitige Lage habe. Der deutsche Angriff sei aber äußerst heftig. Gewaltige Artilleriekräfte und eine große Anzahl von Sturzkampfbombern seien eingesetzt worden.
Schließlich wurde in einer Pariser Meldung auf die Schwierigkeiten der Versorgung der Millionen von Evakuierten und Flüchtlingen in Frankreich hingewiesen. Das Rote Kreuz unb andere Hilfsorganisationen seien kaum in der Lage, die Aufgaben zu bewältigen und die Versorgung der Flüchtlinge zu garantieren. Zu der Versorgung der französischen Flüchtlinge komme noch der erschwerende Faktor hinzu, daß auch viele Belgier nach Frankreich geflohen seien und dort den Behörden zur Last lägen.
mit dem zusammenfassenden Satz: „Das Beste von allem, was wir zu geben hatten, ging an das britische Expeditionskorps. Diese sehr gut und fein ausgerüstete Armee hatte die vorzüglichsten Kampfmittel, die unsere Industrie aufbringen konnte. Das i ft h i n ... Wir haben noch einmal die britische Expeditionsstreitmacht zu rekonstruieren und wieder aufzubauen. Es besteht kein Grund zu der Annahme, warum wir nicht in einigen Monaten diesen plötzlichen ernsten Verlust wieder qutgemacht haben sollten."
Selbstverständlich stellte Churchill den Brückenschlag vom Geblödel zur Wahrheit nicht so her, daß er das Gerede vom „erfolgreichen Rückzug" unmittelbar den Tatsachen geqenüberstellte. Er ist ja ein geschickter rednerischer Bluffer. Zwischendurch fand er das wirklich anschauliche Wort von dem „S e n s e n s ch n i t t, den die deutschen gepanzerten Divisionen von der Maas bis zum Kanal geführt hätten: „Die Stteitmacht schnitt alle Verbindungen zwischen uns und den französischen Hauptarmeen ab; sie schnitt unsere eigenen Lebensmittel- und Munitionsoerbindungen ab, die uns zuerst über Amiens und dann über Abbeville erreicht hatten .. Und ebenso wie Churchill in dieser dramatischen Weise den deustchen Vorstoß schilderte, so belastete er die Franzosen der Schuld für den deutschen Durchbruch durch die Maginotlinie und den belgischen König mit der Verantwortung für den Verlust der flandrischen Küste.
An einer Stelle merkt der aufmerksame Leser ganz genau, wie schwer selbst dem geschickten advokatori- schen Sprecher Churchill es wurde, die englischen Phantastereien mit der harten Wahrheit auf einen Nenner zu bringen. Das war dort, wo er der b r i - tischen Luftwaffe das Hohelied fang. Hier
Frankreich in Sorge um Englands weitere Hilfe.
„Das Beste, was wir zu geben hatten..."
Churchills Rechenschaftsbericht vor dem Unterhaus.
Von unserer Berliner Schristleiiung.
Die erste Phase.
Von unserer Berliner Schrisileiiung.
Großdeutschland durchlebt weltgeschichtliche Tage. Acht Tage lang wehen die Fahnen mit dem Hakenkreuz über den Gauen, die das Herz Europas bilden, drei Tage lang läuten die Glocken von allen Türmen im Jubelsturm, denn die erste Phase dieses revolutionierenden Krieges ist von unseren Tapferen siegreich beendet worden. In einem Tagesbefehl an die Truppen hat der Führer seinen und des deutschen Volkes Dank für die beispiellose Hingabe und Tapferkeit ausgesprochen, mit denen diese Stürmer gegen eine vermorschte Welt die bisher größte Vernichtungsschlacht der Weltgeschichte schlugen, um durch das Schwert den Plutokraten in London und Paris das Gesetz des Handelns zu diktieren.
Unvorstellbares ist geschehen, ungeheuer sind die Erfolge unserer Truppen. Im Zeitraum von 25 Tagen sind die Vortrupps des englischen und französischen Vernichtungswillens Holland und Belgien, die den Weg zum Ruhrgebiet öffnen sollten, geschlagen, sind die englische Fesllandarmee und die drei besten französischen Armeen vernichtet worden, die Kanalküste von der Somme - Mündung über Boulogne, Calais, Dünkirchen, Ostende bis nach Emden ist in unserer Hand, 1,2 Millionen sind in der Hölle von Flandern und dem Artois gefangen genommen, haben unübersehbares Material zurück- gelassen, der Rest ist vernichtet, ein kleiner Teil ist entblößt und abgerissen nach England entflohen.
Wie ein Sturmwind zerbrach deutscher Führungs-
sprach er den englischen Soldaten, die ihre eigenen Erfahrungen gemacht hatten, unmittelbar an. Man muß hier Wort für Wort mit Andacht lesen, um den großen Bluffer Churchill nach seinem spezifischen Gewicht wägen zu lernen: „Viele unserer Soldaten, die zurückkommen, haben bie Luftwaffe nicht an ber Arbeit gesehen. Sie sahen nur bie deutschen Bomber, bie ihrem Schutzangriff entkamen. Sie unterschätzen die Leistung unserer Luftwaffe. Ich habe viele solche Rederei gehört, uitb deshalb spreche ich davon." Also: der englische Soldat, der aus ber flandrischen Hölle entkommen ist, ist ein Idiot. Den richtigen Erlebnisbericht erzählt Winston Spencer Churchill! Der Churchill, ber auch jetzt den „Krieg bis zum Untergang" proklamiert. Er will sich „nicht auf einen Verteidigungskrieg beschränken", er will Englanbs „Pflicht gegen seine Verbünbeten erfüllen", was freilich ein Erstmaliges und Einmaliges wäre. Er will „bie britische Expe- bitionsarmee unter ihrem tapferen Oberbefehlshaber Lord Gort neu aufstellen". Er will „im Vertrauen auf die solide Sicherheit, die unsere Seemacht uns verleiht (siehe Andalsnes, Namsos, Dünkirchen!) neue Methoden anwenden", bis die Herrschaft ber englisch-jüdischen Plutokratie wieder in den Sattel gesetzt ist und reitet. Aber auf solch lautes Bramarbasieren, mit dem ein unverbesserlicher Schaumschläger wie Churchill die Sorgen in der eigenen Brust übertönen möchte, fällt heute niemand mehr herein, vielleicht nicht einmal mehr in England.
Dr. Ho.
Die Wirkung der Lhurchill-Rede.
M a i l a n d , 5. Juni. (Europapreß.) Wie der Londoner Korrespondent der „Gazzetta del Popolo" zur Rede Churchills meldet, hätte im Unterhaus und in diplomatischen Kreisen die Erklärung am meisten Eindruck gemacht, England werde nötigenfalls allein weiterkämpfen, weil diese Erklärung schon das stille Einverständnis mit der Möglichkeit einer Trennung von Frankreich einschließe. Lebhaftes Aufsehen habe ferner das Eingeständnis der Unmöglichkeit erregt, dem Lande Sicherheit gegen eine Invasion zu bieten. Man schließe daraus, Churchill selbst betrachte die Flotte nicht mehr als ausreichenden Schutz gegen die Invasion. Die äußerst nervöse und unzufriedene Stimmung im Unterhaus habe sich erst beruhigt, als Churchill eine geheime Sitzung des Unterhauses versprochen habe.
Die Blätter klammern sich übereinstimmend an die Feststellung, daß Churchill den Willen bekundet habe, den Kampf bis zum Ende durchzuführen, wobei bei einigen Zeitungen der tröstende Hinter- aedanke zum Ausdruck kommt, daß der französische Bundesgenosse wie bisher d i e Hauptlast dieses Kampfes zu tragen haben werde. So schreibt „News Chronicle", in der Tat werde Frankreich, das bisher die schwersten Verluste hatte, der neuen deutschen Offensive und den nahe bevorstehenden ernsten Möglichkeiten a l - lein entgegentreten müssen. Im übrigen geben die Zeitungen zu, daß die Rede Churchills vor allem eine Bestätigung des ungeheuren Ernstes der militärischen Lage der Westmächte gewesen sei. Der Satz, daß „Kriege nicht durch Rückzüge und Räumungen gewonnen würden", wird als eine „feierliche Warnung an die Nation" bezeichnet. „Evening News" meint, der Weg zum Siege sei schwerer, härter und länger geworden. Das Blatt versucht sich mit der Feststellung zu tröften, daß der Krieg „noch n i ch t" verloren sei und daß das ermutigendste Moment an der Rede Churchills die Ankündigung gewesen sei, daß England nicht nur defensiv bleiben wolle. Der Star sagt, die Materialverluste stellten einen Ansporn an die Zivilbevölkerung dar, zu arbeiten wie nie zuvor. Der „Evening Standard betont, daß die Oberkommandos der Westmächte durch die neuartigen deutschen Methoden überrascht worden seien. Man dürfe sich aber nicht überraschen lassen. Die Kräfte des Festhaltens an veralteten Formeln und Ideen müßten sofort beseitigt werden. Die Griechen hätten ein Sprichwort gehabt, wonach die besten Generale diejenigen seien, die ihre Feinde am besten kennen. Nie zuvor habe dies so sehr gegolten wie heute für England, wo noch immer die Hälfte der wichtigsten Posten von Leuten besetzt sei, die das Ausmaß der deutschen Gefahr gar nicht erkannt hätten.


