Ausgabe 
6.5.1940
 
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Quer übers Oovre-Ijeld.

Die deutschen Truppen in Norwegen haben un- mittelbar vor dem Schlußakt noch eine bravoureuse Leistung vollbracht: sie haben in einem kühnen Querstotz dasDovre-Fjeld überschritten, damit die Engländer bei Andalsnes nicht nur umgangen, sondern im Rücken gepackt und ihren so­fortigen fluchtartigen Rückzug aus den vorgelager­ten Stellungen erzwungen. Soweit es Worte ver­mögen, soll dieser Gewaltstreich klargemacht werden: Man erinnert sich, daß die englische Presse die bei­den Orte D o m b a a s und Stören, am Anfang und am Ende der Bahn von Andalsnes nach Dront- heim, als Widerstandspunkte gegenüber dem deut­schen Vormarsch geschildert und auf sie die lebhaf­testen Hoffnungen gesetzt hat. Diese Hoffnungen waren unter Anlegung normaler militärischer Maß­stäbe auch durchaus berechtigt. Die Engländer haben sich bei Dombaas und Stören nicht nur gegen einen Stirnangriff, sondern auch gegen Umgehungen ge­wissenhaft abgedeckt. Sie konnten sich dabei auf die Hilfe der ortskundigen Norwegek verlassen, die in dem unwegsamen Gelände gut Bescheid wissen.

Da geschah aber etwas, was über die normale, verantwortungsbewußte Vorsorge, ja über jede Ein­bildungskraft der Engländer und Norweger völlig hinausging. Die deutschen Truppen kümmerten sich nicht um die englischen Tal-Riegel und um die Sicherungen zum Flankenschutz, sondern ü b e r st i e - gen in einem gewaltigen Anlauf das Dovre- F j e l d, das im Rücken von Dombaas und Stören in einer Ausdehnung von ungefähr 2500 bis 3000 Quadratkilometer liegt. Das Dovre-Fjeld ist ein Hochplateau in einer Höhe von durchschnittlich 810 bis 1100 Meter, und aus diesem Hochplateau erheben sich in schroffen, zerrissenen Steinformatio­nen Einzelberge bis zu mehr als 2300 Meter. Wie abseitig entlegen und unwirtlich diese ganze Hoch­gebirgswelt des Dovre-Ffelds ist, geht aus einer einzigen Angabe hervor: es gibt auf der runö 3000 Quadratkilometer Fläche nicht mehr als vier Ge­birgsherbergen. Sonst sagen sich dort die Füchse Gute Nacht. Man darf annehmen, daß die deutschen Truppen Höhen und Abgründe dieses Hochplateaus in einer Höhe bis zu 1350 Meter überschritten haben. Dann waren sie auf der anderen Seite, dann leuchtete ihnen aus den tief eingeschnittenen Fjorden das Meer entgegen.

Es mag eine Stimmung gewesen sein, wie vor fast 2500 Jahren, als fast 10 000 griechische Sol­daten sich aus innerpersischen Kämpfen in Sicher­heit brachten und nach einem maßlos schweren Marsch über die inneren Gebirge Vorderasiens end­lich das Meer winken sahen. Aber an solche ge­schichtliche Erinnerungen haben sicherlich die wenig­sten deutschen Gebirgssoldaten gedacht. Diese ge­schichtlichen Erinnerungen kommen erst hinterdrein. Hinterdrein kann auch die sprachliche Erläuterung kommen, daß das Wort Fjeld (gesprochen (Fjäl) nichts anderes ist als das deutsche WortFeld", aber nicht ein wogendes Getreidefeld im Norwegi­schen bedeutet, sondern eine vegetationslose Hochfläche mit viel Steinen und wenig Zwergkiefern. Die Parole war: weiter und vorwärts! Engländer und Norweger hatten gerade noch Zeit, sich die Augen zu wischen: dann schifften sich die einen auf ihre Schiffe ein und die anderen streckten die Waffen.

Dr. Ho.

Mexiko lehnt Washingtons Vorschlag im Oelkonflikt ab.

Washington, 5. Mai. (Euraoapreß.) Die mexikanische Regierung hat den Vorschlag der USA., den Oelkonflikt einem Schiedsgerichtshof zu unterbreiten, abgelehnt, da es sich um eine Ange­legenheit innerpolitischer Natur handle, deren Lö­sung unmittelbar bevorstehe. Mit der Sinclair-Ge- sellschaft sei eine Einigung erzielt worden, ähnliche Regelungen mit den anderen amerikani­schen Gesellschaften stünden bevor. Die mexikanische Regierung sei immer bereit gewesen, eine Ent­schädigung für den enteigneten Oelbesitz zu zahlen. Sie habe nur Wert darauf gelegt, daß die Ge­samtentschädigung vorher festgelegt werden müsse. Daß die Festsetzung des Gesamtwertes nicht er­folgte, sei die Schuld der beteiligten Gesellschaften, die sich ständig geweigert hätten, in eine Abschätzung einzuwilligen.

Kleine politische Nachrichten.

Die von deutschen Gebirgstruppen umstellte Ge­birgsfeste Hegra hat sich mit 15 Offizieren und 160 Mann ergeben.

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Im Auftrage von Generalfeldmarschall Göring hat der Kommandant für die Luftwaffe in Norwe­gen die berühmten Wikinger Schiffe auf B y g d o e y besichtigt und die notwendigen Maß­nahmen für ihren Schutz gegen Luftan­griffe getroffen. *

Im Sande-Fjord wurden die Handelsdamp­ferSalomon Paul" (8000 BRT.) undS a - lerno" (2500 BRT.) mit Erzladung beschlag­nahmt.

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Der Führer hat den Ministerialrat Dr. Hans Dellbrügge im Reichsministerium des Innern zum Regierungspräsidenten in Wien ernannt. Regierungspräsident Dellbrügge ist zum Reichskommissar für die besetzten norwegischen Ge­biete abgeordnet.

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Im Anschluß an denGroßen Preis von Bre­scia" folgte Reichsleiter Hühnlein einer Ein­ladung des Präsidenten des Königlichen Automobil- Clubs von Italien (Raci), Graf Bonnacosfa, nach Mailand, um vor der dortigen Sektion des Raci die hervorragenden Filme des deutschen Kraftfahrsports,Sieg der Arbeit",Jungens, Männer und Motoren" undSieg auf der ganzen Linie" zur Vorführung bringen zu lassen.

Oie Kriegsaufgaben

des preffepolitischen Apparates.

NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Spren­ger sprach auf einer Gaupressetagung, zu der sich die Kreispresseamtsleiter und die Pressereferenten der Gliederungen, angeschlofsenen Verbände und be­treuten Organisationen versammelt hatten, über das Kriegsaufgabengebiet des pressepolitischen Appa­rates. Er kennzeichnete dabei die Bedeutung der Presse als Führungsmittel der Partei in der ihr vom Führer gestellten Aufgabe, der Aufrechterhal­tung der seelischen Geschlossenheit und Widerstands­kraft des deutschen Volkes. Im besonderen behan­delte der Gauleiter die Zeitungs- und Zeiffchriften- Betreuung der Front, die Gestaltung von Feldpost­blättern der Dienststellen der Partei und Fragen des Pressenachwuchses. Gaupresseamtsleiter Ucker?

Die britisch-französische Flottenkonzentration im Mtelmeer.

Rom warnt: Offensive Ltnternehmungen stoßen auf entschlossene Gegenwirkung Italiens.

Rom, 5. Mai. (Europapreß.) Nach einer Mel­dung desGiornale d'Jtalia" sollen die bei Alexan­dria zusammengezogenen englisch-französischen See­streitkräfte aus dem zweiten französischen Geschwader bestehen, das durch zwei eng­lische Schlachtschiffe verstärkt worden sei. In Oran befänden sich zwei ftanzösische Schlacht- schiffe, dieDunkerque" und dieStrasbourg" (beide je 26 000 Tonnen). Verteilt über das östliche Mittelmeer seien sieben englische leichte Kreuzer und vier englische Torpedojäger-Flottillen. Die Zahl der U-Boote sei unbekannt. Der größere Teil der kleine­ren Einheiten der französischen Ueberwasserflotte befinde sich ebenfalls im Mittelmeer.

Zu dieser Nachricht schreibt der Herausgeber des halbamtlichen Blattes, Gayda, das italienische Volk verstehe noch nicht mit aller Deutlichkeit, welchem besonderen Zweck der solidarische Entschluß Englands und Frankreichs diene, ihre Kriegsflotte im Mittelmeer zu verstärken. Sicher sei, daß es voll­ständig ruhig bleibe. Es sei nicht dos erstemal, daß es eins offen gegen Italien gerichtete Zusam­menziehung der englisch-französischen Flotten im Mittelmeer zur Erfüllung eines gemeinsamen poli­tischen Planes erlebe, jedoch habe das italienische Volk sich niemals beeindrucken lassen und habe frei seine Politik weiter verfolgt, die auf den Schutz seiner berechtigten nationalen Inter­essen oder aus die Verteidigung seiner Auffassung von den höheren Interessen Europas gerichtet sei. Falls aber diese ungewöhnliche und mysteriöse Zusammenziehung englisch-französischer Seestreit­kräfte im Mittelmeer, die allzu offensichtlich mit der schweren Niederlage der Westmächte an den Küsten Norwegens und in der Nordsee zusammensalle, irgendeinen Versuch offensiver Unterneh­mungen darstellen sollte, mit dem Ziele, eine neue Ablenkung zu schaffen, oder das politische und militärische Prestige der Westmächte wieder herzu­stellen, dann würde dieser Versuch auf die schnelle und entschlossene Gegenwirkung Italiens stoßen. Italien sei entschlossen, jeder Drohung, von welcher Seite sie auch komme, die Stirne zu bieten und sie zurückzuweisen.

Auf das in der Presse der Westmächte immer wieder angeschnittene Thema der Verwundbarkeit Italiens gegenüber vom Meer kommenden Angriffen, veröffentlichtTevere" eine Karte Italiens, auf der der Schutzgürtel schematisch veranschaulicht wird, den die italienische Flotte, die italienische Luftwaffe und das italienische Heer um alle Grenzen herum gelegt haben. Unter der Ueber- schriftIst Italien verwundbar? Nein!" führt das Blatt folgende unwiderlegliche Gründe an:

1. Das Adriatische Meer, dessen Ausgänge von Italien beherrscht werden, ist völlig ab geriegelt

2. 121 italienische U-Boote halten von der Westküste Liguriens bis zum Eingang in die Adria Wache. Das Tyrrhenische Meer ist ein Bin­nenmeer, das vollkommen von den rund herum liegenden italienischen Stützpunkten aus durch die italienische Luftwaffe kontrolliert wird.

3. Im Ionijchen und Tyrrhenischen Meer, die durch die Meerenge von Messina miteinander in Verbindung stehen, befinden sich neben den U- Booten sechs Großkampfschiffe, 33 Kreuzer, 118 Zerstörer und 62 Torpedoboote der italienischen Kriegsmarine.

4. Die feindlichen Seestreitkräfte sind durch die Abriegelung des Mittelmeeres bei P a n t e l - leria in zwei Teile gespalten worden.

5. Eine vollkommene Küstenvertei- d i g u n g schützt die gesamte italienische Küste. 8 Millionen italienische Bajonette stehen auf italie­nischem Boden bereit.

Italien ist also völlig unverwundbar! Und wenn einmal die Stunde schlägt, wird nicht eine einzige Granate englischer oder französischer Kriegsschiffe auf italienischen Boden fallen.

DieGazzetta del Popolo" schreibt, es liege auf der Hand, daß namentlich in den Balkan- st a a t e n das Prestige der Westmächte nach dem katastrophalen Abschluß der Operationen in Nor­wegen erschüttert sein müsse. Man wisse jedoch nicht, ob es daher genüge, einen Teil der britischen Flotte aus dem Gebiet der Angriffe der deutschen Luftwaffe nach dem gastfreundlichen Mittelmeer zu verlegen. Jedenfalls werde Italien dadurch nicht im gering st en beängstigt. Wenn man jedoch für die Mißgeschicke in der Nordsee im Mittelmeer einen Ausgleich suche und eine feind­liche Handlung gegen Italien unternehmen wolle, werde die prompte und energische Aktion Ita­liens nicht ausbleiben.

Wachsende Beunruhigung aus dem Balkan.

Sofia, 5. Mai. (DNB.) Nach einer Nachricht aus Saloniki sollen am Freitag und Samstag mehrere britische Kriegsschiffe an der Ostküste Griechenlands gesichtet worden jein. Weiter werden jugoslawische und griechische Verstärkungen an der bulgarischen Grenze gemeldet. Der Anwesenheit des eng­lischen Botschafters in Ankara in Sofia wird weiterhin große Beachtung geschenkt. In po­litisch interessierten Kreisen wird die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß es sich hierbei um eine Vor­

fühlung im Zusammenhang mit einem etwaigen Durchmarschrecht englischer oder mit England verbündeter Truppen handeln könne. Starke TrUp­pen z u s a m m e n z i e h u n g e n der Türkei auf dem Balkan haben in der bulgarischen Haupt­stadt eine große Erregung hervorgerufen, da man der Meinung ist, diese Maßnahmen seien angesichts der loyalen Haltung Bulgariens nicht gerechtfertigt. Diese Truppenkonzentrationen stünden offenbar in Verbindung mit der britischen Aktivität im östlichen Mittelmeer, man glaube, daß sie auf englische Aufforderung hin oorgenommen worden seien.

Rumänische Sicherheitsmaßnahmen.

Bukarest, 6. Mai. (DNB.) Jrn Hinblick auf die englische Aktivität in Rumänien, die in den letz­ten Tagen immer offensichtlicher geworden ist, hat die Hafenverwaltung von Konstanza zu ver­schärften Sicherheitsmaßnahmen gegriffen. Alle im Hafen liegenden Schiffe müssen durch Schilder an­zeigen, welche Arbeiten zur Zeit auf dem Schiff ausgeführt werden. Purch eine strenge Personen­kontrolle wird der Zutritt Unbefugter zu den Hafenanlagen verhindert. Der englische Kon­sul soll bereits gegen die rumänischen Sicherheits- maßnahmen protestiert haben, da im Hafen- gelänbe mehrere englische Staatsangehörige f e ft » genommen wurden, die keinen glaubhaften Grund für ihren Aufenthalt in Konstanza angeben konnten.

Moskau durchschaut Englands Spiel im Men Osten.

Moskau, 5. Mai. (DNB.) Die Kriegsauswei­tungspläne der Westmächte werden in Moskau mit Aufmerksamkeit verfolgt. Das Blatt der fowjet- russischen KriegsmarineK r a s n y Flöt" sagt, die Absichten der brittfchen Imperialisten im Nahen Osten liefen auf die Vorbereitung neuer Kriegs­schauplätze im Süden und Süd osten Europas hin­aus. Man sei sich in den britischen Militärkreisen klar darüber, daß sich die sttategische Lage im Nahen Osten in den letzten Jahren erheblich geändert habe, und zwar nicht zugunsten des britischen Imperiums. Die beidenstrategischen Achsen" des brittschen Imperiums von Indien über Bagdad und Kairo nach Gibraltar und von Kapstadt nach Alexandria seien von den ita­lienischen Positionen in Libyen, im Zen­trum des Mittelmeers und in Abessinien stark bedroht. Man spreche jetzt bereits von der Ver­teidigung der britischen. Positionen im Nahen Osten, von der Vorbereitung neuer Waffepplätze und nicht zuletzt vom Del. Um seine Positionen im Nahen

Osten zu verstärken, wende England die verschieden­sten Mittel an, angefangen vom wirtschaftlichen Druck bis zur Entfachung der nationalen Zwie­tracht im Nahen Osten. Auch die traditionelle bri» tische Gelds ackpolitik spiele dort eine große Rolle. Nicht ohne Absichten habe England vor allem der Türkei und dem Irak bedeutende Anleihen gewährt und Kredite eingeräumt. Aber die traditio­nelle Politik Englands im Nahen Osten, durch Auf­stachelung der nationalen Gegensätze die einzelnen Länder ^u schwächen, verhindere jetzt die Zusammen­fassung der nahöstlichen Länder zu einem Block un­ter dem Einfluß Englands. In dieser Lage bleibe dem brittschen Imperialismus nichts anderes übrig, als sein Intrigenspiel im Nahen Osten unter Be­nutzung der ihm verbliebenen Machtpositionen fort­zusetzen. Das sei ein gefährliches Spiel, das auf die maximale Erweiterung des Krieges be­rechnet fei, was jedoch von ernsten Konsequenzen für feine Urijeber begleitet fein könne.

SPANIEN

ÄGYPTEN

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(Zeichnung von Hemke Scherl-M.)

mann gab einen Ueberblick über die dem presse- politischen Apparat vom Reichspressechef übertrage­nen Arbeiten während des Krieges. Nach Sonder­referaten der Gauhauptstellenleiter im Gaupresse- amt, Leitz, Engemann und Moser und des Kreispresseamtsleiters Struth (Worms) über in­terne Arbeitsvorgänge, berichtete Kreispresseamts­leiter Schweikart über seinen Einsatz im Warth egau.

Das idngemartfffabmm.

NSG. Es ist das Ziel des Nationalsozialismus, aus allen Schichten und Berufen unseres Volkes den Begabtesten und Tüchtigsten den Weg zu verantwortlichen Stellen zu erschließen, wie es auch der Programmpunkt 20 der NSDAP, be­sagt:Um jedem fähigen und fleißigen Deuffchen das Erreichen höherer Bildung und damit das Ein- rücken in führende Stellung zu ermö-glichen, hat der Staat zu einem gründlichen Ausbau unseres gesam­ten Volksbildungswesens Sorge getragen."

Aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen war in den Jahren des Niederganges bis 1933 zahl­reichen Volksgenossen dieser Weg, den sie auf Grund ihrer Anlagen und Gaben sowie ihres Könnens ver­dient hätten, versperrt. Viele mußten einen ganz anderen Beruf ergreifen, als den, den sie erstrebten und für den sie geeignet gewesen wären, nur weil es ihnen am Geld mangelte. Das Langernarck- studium hat es sich zur Aufgabe gemacht aus allen Schichten und Ständen des gesamten Volkes den Tüchtigsten und Fähigsten den Weg zur Hoch­schule frei zu machen. Ausschlaggebend ist dabei nicht die Vermögenslage der Eltern, sondern einzig und allem die Haltung und die in ihrem Beruf bewiesene ^Das^Langemarckstudium ist die Vorstudienausbil- dunq begabter und tüchtiger junger Manner. Disziplin und Treue, Härte und Gehorsam, Sauber­keit und Wahrhafttgkeit, das sind die Tugenden, die von den Männer im Langemarckstudlum immer neu bewiesen werden müssen. Es gilt, alle diejenigen aufzufinden, denen eine hervorragende Begabung gegeben ist. Es geht deshalb der Ruf an alle Be­triebsführer, Meister, kurz an alle Leiter von Ar­beitsstätten, an die Führer der Partei und ihrer Formationen, der Wehrmacht, des Arbeitsdienstes und der Berufsorganisationen, in ihrem Kreis nach solchen jungen Leuten Ausschau zu halten und sie für das Langemarckstudlum vorzufchlagen.

Es fei an dieser Stelle gleich darauf hmgewiesen, daß die jungen Leute durch das Langemarckstudlum dem Betrieb nicht entzogen werden, sondern nach Abschluß ihres Hochschulstudiums wieder in den Be­trieb, aus dem sie hervorgegangen sind, zuruckkehren sollen, um dann einen ihrer Ausbildung entsprechen­

den Arbeitsplatz einzunehmen. Aber auch jeder, der glaubt, den Anforderungen eines Hochschulstudiums wirklich zu genügen, möge sich selbst vertrauensvoll an seinen Betriebsführer, an seinen Meister oder sonst seinen Vorgesetzten in seiner Arbeitsstätte oder seinen Berufsverband wenden. Sie alle sind durch die Organisationen der Wirtschaft und durch die deutsche Arbeitsfront genau unterrichtet, in welcher Weise die Vorscyläge einzureichen sind. Wer in den Formationen der Partei steht, wende sich an seinen HJ.-Führer. an seinen Sturmführer in der SA., ff, NSKK. und NSFK. Junge Soldaten sollen mit ihrem Kompanieführer, Männer vom Arbeitsdienst mit ihrem Abteilungsleiter Rücksprache nehmen. Schließlich stehen für alle Volksgenossen die Orts­gruppenleiter der NSDAP, zur Verfügung. Denn die Partei und alle diese Organisationen haben das Vorschlagsrecht für das Langemarckstudium der Reichsstudentenführung.

Es ist klar, daß sich jeder ernschast prüfen muß, wenn er darum nachsuchen will, für das Lange­marckstudium vorgeschlagen zu werden. Erste Vor­aussetzung ist eine überdurchs chnittliche Begabung für geistiges, wissenschaftliches .Ar­beiten. Wir verlangen aber auch eine hervor­ragende charakterliche Haltung und eine politische und weltanschauliche Bewährung. Es kommt uns nicht darauf an, irgendwelche Einzelne zu fördern, ihnen Aufstiegs­

möglichkeiten zu verschaffen, die sie vielleicht nur um materieller Vorteile willen anstreben. Auch kör­perliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit ist nötig, um der großen Anforderung zu genügen, sich in IV2 Jahren soweit vorzubilden, daß ein Hochschul­studium mit Erfolg ausgenommen und durchgeführt werden kann.

Zu den Einrichtungen der NSDAP, und des neuen Staates, die auf Auslese und Förderung der Begabten auf allen Gebieten bedacht sind, tritt als Beweis studentischer Sozialarbeit das Langemarck» studium. Es hilft mit, den bereits erwähnten Pro- grammpunft 20 der NSDAP, zu verwirklichen und tatsächlich jedem Fähigen und fleißigen Deuffchen den Weg zu verantwortungsvollen Plätzen frei zu machen. Für dieses Sozialwerk der Reichsftuden- tenführung konnte wahrlich kein schönerer Name gefunden werden als der NameLangemarck", der längst im deutschen Volke ein Begriff geworden ist, denn bei Langemarck kämpften einst im großen Völkerringen in jenen deuffchen Fr eiwilligen-Regi­mentern Studenten und Jungarbeiter Schulter an Schulter. Nun trägt diesen verpflichtenden Namen Langemarck das Studium, das ganz auf national­sozialistischen Grundsätzen aufgebaut ist und den hervorragend Begabten aus dem Heer der deutschen Schaffenden, also auch den Söhnen von Arbeitern der Faust, das Studium völlig kostenlos ermöglicht.

Othmar Ehmann.

Oie Lage des deutschen Films.

Heber die Lage des Films gibt imVölkischen Beobachter" Dr. Fritz Hippler, der Leiter der Filmabteilung im Reichsministerium für Volksauf- kläruna und Propaganda, einen Ueberblick. Trotz der besonderen Anforderungen kann festgestellt wer­den, daß der Krieg für das gesamte deutsche Film­wesen eine unerwartet große Aktivierung herbei­geführt hat. Seit Kriegsbeginn weisen die Licht­spieltheater eine Besucher st eigeruna um 14 v. H. und eine Umsatzsteigerung von 12 v. H. auf. Für 1940 dürfen wir mit einer Besucherzahl von 700 Millionen und einem Umsatz von 500 Mil­lionen rechnen. Damit erreichen wir für sämtliche Filmhersteller, die vor wenigen Jahren z.T^ noch beträchtliche Verluste aufwiesen, eine Liquidität, die sich wiederum auf die weiteren Filmvorhaben be­fruchtend auswirken wird. Die Ateliers in Berlin, Wien, München und Prag arbeiten in rationell­ster Ausnutzung mit Hochtouren. Seit Kriegsbeginn waren bzw. find hier 63 deutsche Filme,in Arbeit.

Was nun die Frage anbelangt, in welche Form sich der deutsche Film während des Krieges in der Stofftvahlumgeftent" habe, so ist hierzu zu sagen,

daß es nicht um eine grundsätzliche Aenderung der Thematik geht, sondern nach wie vor um eine He­bung der Qualität. Im Gegensatz zu den Feindländern weisen das laufende und das kom­mende Programm Stoffe auf, die als große künstlerische Würfe jenseits der Tagespolemik im höchsten Sinne des Wortes stehen: ein Film über Beethoven, ein Film in Farbe über Rubens, über Friedemann Bach, über Carl-Maria von We­ber gehören beispielsweise hierzu. In dieselbe Kate­gorie fallen Filme, die sich mit Taten großer Deut­scher befassen:Diesel",Borsig",Anilin",Gu­tenberg", dann ein Film über Woermann und einer über den Erfinder der Schiffsschraube.

Einige historische Filme leiten dann zu den im engen Sinnpolitischen Stoffen" über: ein Film aus der Zett der französischen Kontinentalsperre, ein Film über das Schicksal der zwölf Schillschen Offi­ziere, ein Film über das England zur Zeit Napo­leons und Rothschilds und einer über Bismarck. Auch die Filme mit unmittelbarem Gegenwartsbe- zug gestalten große historische Schicksale mit künst­lerischen Mitteln, aber vom Blickpunkt des deuffchen Freihettskampsesr ein Film über ,FHm Krüger",