Ausgabe 
6.3.1940
 
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rungsmtttel ht Frankreich werden fmrm Kortof- fein gegessen mit Bohnenmehl vermischt gerne- ßen? Der Himmel fällt ein. Der Grund wankt. Denn selbst im Weltkrieg hatten die Franzosen zu essen wie in Friedenszeiten. Jetzt aber macht sich die Folge der Aushungerungsblockade gegen Deutsch- land für England und Frankreich selbst höchst un- angenehm bemerkbar. Man spürt jetzt den Krieg Da, wo man am empfindlichsten ist: am Magen, und der beliebte Aperitif, der Stimmungsschnaps vor jeder französischen Mahlzeit, wird auch bald verschwinden, denn der Alkoholverbrauch soll, so will es Daladier, eingeschränkt werden! Wir Deut- schen, wir Ausgehungerten, wir Barbaren mit den leeren Mägen,' wir Schwarzbrotesser, wir können die armen Franzosen nur bemitleiden, daß sie die Experimente Daladiers und seiner Freimaurer mit dem Verzicht aus alles bezahlen müssen, was einst dem Franzosen selbstverständlich erschien. Denn bei uns gibt es genug Brot, ohne daß wir es zu strecken brauchen, bei uns erhält jeder di« gleiche Menge, und die Sarge beunruhigt keinen Deutschen, daß der Reiche von seinem Geld Gebrauch macht wie in Frankreich und England und die Armen darben läßt. Aber die Frage ist wohl erlaubt: Wer leidet unter dem Krieg am meisten? E. S.

Oie Festung Tromgsund von den Nüssen genommen.

Moskau, 6. März. (DNB.) Auf der Kare- liscben Landenge haben die Sowjettrupven die Insel Uransaari mit Dorf und Festung U u r a a iTromgsund), die Insel Tejkarinsaari und die Mecken Heinlahti, Dilajoki und Muhulathi am West­ufer des Wiborger Meerbusens besetzt. Mit der Festung Uuraa sollen den Russen drei Batterien weittragender Geschütze und anderes Kriegsmate­rial in die Hände gefallen sein.

Ein Versuch der Russen, auf der westlichen Seite der Karelischen Landenge die Wiborger Ducht m überschreiten, soll, wie der finnische Heeresbericht mitteilt, abgewiesen worden sein. Weitere russische Angriffe in Richtung zwischen Wiborger Bucht und Vuoksen konnten von den Finnen aufgehalten wer­den. Auf der östlichen Seite der Landenge herrschte besonders bei Taipale lebhaftes Artille nie feuer. Auch bei Kollaanjoki fanden den ganzen Tag über Kämpfe statt. In Richtung Kümo melden die Fin­nen die Eroberung eines russischen Stützpunktes. An der Pettamo front sollen sich die Russen in der Nähe von Nautsi etwa drei Kilometer nördlich zu­rückgezogen haben.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer empfing heute mittag den Präsi­denten der mandschurischen Schwerindustrie-Entwick­lungsgesellschaft, y. Aikawa.

Reichsaußenminister von Ribbentrop empfing den jugoslawischen Handelsminister Andres und über­reichte ihm das ihm vom Führer verliehene Groh- kreuz des Ordens vom deutschen Adler.

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Der schwedische Forscher Sven Hedin wurde vom Reichsminister R u st empfangen und stattete chm seinen Dank für die Unterstützung des großen wissenschaftlichen Atlaswerkes ab. Bei dem Empfang waren auch der Präsident der Deutschen Forschungs- gemeinschaft, Ministerialdirektor Prof. Dr. Ment­zel, sowie Ministerialrat Ziegler vom Reichs­propagandaministerium anwesend.

Der Generalgouverneur für die besetzten polnischen Gebiete, Reichsminister Dr. Frank, traf in Lub - I i n ein, wo er die Einführung des Distriktchefs Gouverneur Z o e r n e r vornahm, des bisherigen Stadthauptmannes von Krakau.

Aus einer Nachweisung des Reichsjustizministers ergibt fick für Anfang 1940 bei den Justizbehörden eine Zahl von 7056 Referendaren für das ge­samte Reich gegenüber 8045 Referendaren, die im Vorjahr allein im Altreich vorhanden waren. An

Oie Welt liegt wech verschneit.

Don Ian Stammel.

Schnee ist, wie es in einem alten deutschen Gedicht heißt,der Erde ro armes Linnentuch"; die einen stimmt er festlich, die anderen denken an Schlaf oder Tod, aver alle lieben ihn. Während die Lebens- Äin warmen Jacken, Schals und Mühen mit ensgroßen Brettern hantieren, denken die Ruhigeren anverschlafne Städtchen", anFeen- zauber" oderverwunschene Gärten". Beglückt von der winterlichen Schönheit gehen sie wie Verzauberte 'durch die silberne Märchenwelt, deren Geheimnis Karl Nötiger eingefangen hat:

Wie kühles, blaß gewordnes Licht Liegt's mm gebreitet übers weite Feld Bis an den grauen Horizont. Sanft fällt Noch immer Schnee und hüllt die Ding« dicht. Mit stillem Frieden. Alle Welt wird Traum In solcher Reinheit, alle Welt will nun Sich sanft verschließen. Und der große Raum Wird eng und klein. Weltseele will nun ruhn In großer Stiller Abgeschiedenheit Des weißen Friedens. Wie es leis fällt Aus nahem, grauem Himmel: hüllt und hält Uns eng und kühl die weiße Einsamkeit... Ein Märchen wird der Raum und Traum die Zeit .

Mit anderen Augen sieht ein anderer Dichter die verschneite Stadt, deren Zinnen, Erker und Giebel und deren kleine Holpergassen der Schnee mit einem weißen Mantel warm und weich zu-gedeckt hat: Wie ein Märchen, das kein Ende hat, Sind die alten, lieben engen Gassen, Und so träumst du, tief verschneite Stadt» Kannst die Märchen alle gar nicht fassen. Draußen braust Oie Welt so eilig her Um die alten, morschen Giebelbauten, Und die neigen sich erinnerungsschwer Und verstehen nichts von diesen Lauten...

Dunklere Gedanken gab der Schnee dem im An­fang des Weltkrieges gefallenen Dichter Georg Trakl, der fein frühvollendetes Schicksal geahnt haben mag. Einen Spaziergang vor die Stadt im Winter hat er festgehalten in den Strophen: Der Acker leuchtet weiß und kalt.

Der Himmel ist einsam und ungeheuer. Dohlen kreisen über dem Weiher Und Jäger steigen nieder vom Wald. Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt. Ein Feuerschein huscht aus den Hütten. Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten Und langsam steigt der graue Mond. Ein Wild verblutet sanft am Rain Und Raben plätschern in blutigen Gossen. Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen. Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Ham.

Französische Zwischenbilanz.

Nachdem England mit seiner übereilten Antwort auf den deutschen Wehrrnachtsberickt durch Schatz- kanzler Sir John Simon gerade den entgegenge­setzten Eindruck in der Welt erreicht hatte, den es erreichen wollte, glaubte man in Paris belfer daran zu tun, wenn man ebenfalls eine Art Halbjahresbilanz durch das Havas-Büro veröffentlichte, die ausdrücklich von dem Minister­präsidenten Daladier genehmigt worden ist. Genau genommen ist dieser französische Bericht über die ersten sechs Kriegsmonate ein großes Dementi gegenüber dem ganzen System der französischen Lügenmeldungen über angebliche Erfolge der Franzosen an ihrer Ostfront. Nach­dem man monatelang vor der Welt den Anschein erweckt hatte, als sei der Einbruch in den West­wall nur noch eine Frage der Zeit und als schwirr- ten die französischen Luftgeschwader nur so über deutschen Städten herum, muh der Havas-Bericht jetzt zugeben, daß sich Frankreichnoch immer im Stadium des strategischen Abwar. tens" befindet. Während man ferner die Preis­gabe des Geländes zwischen Westwall und Magi- not-Linie durch die Franzosen gegen Ende oergan- genen Jahres totschwiea, wird sie jetzt plötzlich mit dem Hinweis auf den Fortfall des ehemaligen pol­nischen Bundesgenosfen zugegeben, weil man keinen Anlaß habe, noch starke deutsche Kräfte im Westen zu binden. Damit wird also in umschriebener Form zugegeben, daß das deutsche Feldheer den Raum zwischen Westwall und Maginot-Linie be­herrscht.

Hinsichtlich des See - und des Luftkrieges hilft sich der französische Haoas^Bericht entweder mit Lügenmeldungen, die sich an Hand der Tat­sachen widerlegen lassen, oder mit allgemeinen Be- hauptungen, die selbstverständlich für Frankreich günstig ausfallen. Der Ministerpräsident Dala­dier hat, als er fein« Unterschrift unter das Do­kument setzte, anscheinend vergessen, daß der Kriegs­minister Daladier noch unlängst in der geheimen Sitzung der Kammer beispielsweise über die Unter- legenhett der französischen Luftwaffe bewegliche Klagen führte.

Daß der Bericht auf die wirtschaftliche und inner- politische Lage Frankreichs mit keinem Wort ein­geht, erscheint begreiflich angesichts der Tatsache, daß ja eben erst der französische Finanzminister im Rundfunk Frankreichs wirschaftliche Lage rund her- ausein Unglück" genannt hat. Alles in allem wird also der französische Bericht über die ersten sechs Monate Krieg dieselbe Wirkung haben wie die Rundfunkrede des englischen Schatzkanzlers: der Eindruck der klaren Tatsachen, die der deutsche Wehrmachtbericht in seiner kühlen, unbestechlichen Art knapp aneinander reiht, wird nur nach verstärkt werden. Darüber hinaus dürft« man sich bei gewis­sen Staaten nach dieser doppelten Demaskierung der demokratischen Lügenpropaganda doch wohl allmäh­lich darüber klar werden, auf welcher Seite die größere Wahrheitsliebe und di« größere Leistung liegt.

der Spitze steht Berlin mit 996 Referendaren, dann folgen die Oberlandesgerichtsbezirke Wien, Breslau und Hamm mit je knapp 500 Referendaren.

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Die Kammer der Fasci und der Korporationen hat ihre Beratung des Haushalts des Land- und Forstwirtschaftsministeriums wieder aufaenommen. Der Duce wohnte der Sitzung bei. Die Aussprache erstreckte sich auf die Landverbesserungen in Süd- Hatten, vor allem auf die Aufteilung des siziliani­schen Großgrundbesitzes in kleine Bauernstellen.

Der rumänische Minister für Presse und Propa­ganda, R a d i a n, ist zurückgetreten. An feine Stelle tritt der bisherige Minister und Generalsekretär der Front der Nationalen Wiedergeburt, Giurescu. Zum Unterminister für Presse und Propaganda wurde der bisherige rumänische Botschafter, S t o y k a, bestimmt.

Nach einer Meldung aus (Sanbia (Kreta) haben die Engländer drei Eingeborene von Zy­pern, die sich geweigert hatten, an der Westfront zu kämpfen, zum Tode verurteilt und h i n g e r i ch - t e t. Zypern ist seit 1925 britische Kronkolonie.

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Die erste englische Kriegsanleihe in Höhe von 300 Millionen Pfund wird am 12. März zur Zeichnung aufliegen. Die Anleihe wird zu pari ausgegeben und 3 v. H. Zinsen tragen.

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Das japanische Geschwader in China hat mit Un­terstützung des Heeres Operationen großen Aus­maßes auf der südchinesischen Insel Hainan be­gonnen. Dort betrieben die Chinesen feit einiger Helt einen für die Japaner besonders lästigen Kleinkrieg.

Aus aller Wett.

Aus der Volksgemeinschaft entfernt

NSG. JnBadBerka wurde die 36 Jahre alte geschiedene Frau Neumann, die sich mit einem polnischen Kriegsgefangenen eingelassen hatte, verhaftet. Ihre ehrvergessene Handlung wurde von der Bevölkerung selbst bestraft, indem man sie als abschreckende Mahnung m 11 g e -

schorenen Haaren durch den Ort führte. Danach wurde sie in das Gefängnis eingeliefert. Das deutsche Volk weiß heute, daß jedes artvergessene und damit gemeinschaftsschädigende Verhalten feine gerechte Sühne erfährt und sieht auch in dieser sitt­lichen Haltung eine wesentliche Grundlage unseres Sieges.

Hagelsturm über dem Horboffen der USA.

Der Nordosten der Vereinigten Staaten wurde von einem heftigen Hagelsturm heimgefucht. Durch umstürzende Bäume wurden zwölf Personen getötet. Die Telegraphen- und Fernsprechver­bindungen sind unterbrochen. Der Frost ver­ursachte zahlreiche Unfälle.

Daldbrand in der Lombardei.

Am Fuße des Sacro Monte bei Varese brach ein Waldbrand aus, der sich mit ungeheurer Schnelligkeit au&breitete und eine Fläche von vie­len Quadratkilometern verheerte. Durch einen hef­tigen Sturm genährt, griff das Feuer auf die Hänge der benachbarten Berge über und breitete sich bis zur Ortschaft (Sanna aus. Feuerwehren, Forstmiliz und Militär vermochten noch nicht dem gewaltigen Brand Einhalt zu gebieten.

Dauernde Erfolgskontrolle an den Hochschulen.

Im Anschluß an die Mitteilung der Reichs- studentenführung, daß der Reichserziehungsmini- fter Maßnahmen getroffen habe, um Die Durch­führung jedes Studiums gerade während der Kriegszeit sicherzustellen, wird nun der Erlaß des Ministers bekannt. Danach werden Nichtgeeig­nete, die es an der notwendigen Eignung, Lei­stung, der angemessenen Haltung und Dem selbst­verständlichen Einsatz innerhalb und außerhalb der Hochschule während ihres Studiums fehlen lassen, aus der Hochschule entfernt. Die Nach­prüfung der Eignung und Leistung des einzelnen Studenten muß, jetzt im Kriege schon vor der Ablegung von Prüfungen möglich sein. Testat ist künftig erst nach der Feststellung regel­mäßiger und erfolgreicher Teilnahme am Unter- richtsvetrieb zu erteilen. Vorher kann der Hoch-

Das ist Wedgwood.

Das Unterhausmitglied der englischen Labour Party, Josiah C. Wedgwood, hat es immerhin zu einem Alter von gegenwärtig 68 Jahren, aber noch niemals zu einer solchen Beschimpfung seiner eigenen Vergangenheit als Soldat gebracht wie jetzt, als er den Vorschlag machte, über der Nord­see ab stürzende deutsche Flieger einfach e r t r i n k e n zu lassen, deutsche Soldaten als Geiseln auf englische Schiffe zu setzen usw. Dieser typische Ver­treter echt britischer Humanität weiß anscheinend nicht einmal, daß eine ganze Reihe englischer Flie­ger bei oder nach Luftkämpfen über der Nordsee von deutschen Fliegern unter Einsatz ihres Lebens gerettet worden find; und wenn er es wüßte, so ist er ersichtlich Engländer genug, Daran mit Der ganzen Arroganz Des Briten achselzuckend vorüberzugehen.

Wedgwood, dessen Familie eine Der größten eng­lischen Töpfereien besitzt, war um Die Jahrhundert­wende bei Der englischen Rüstungsfirma Armstrong als Schiffsingenieur tätig, nahm am Buren kriege teil und spielte danach als Mitglied des linken Flügels der Liberalen, als sog.radical" im Un­terhaus Die Rolle eines politischen enfant terrible: er machte grundsätzlich in Obstruktion, ereiferte sich heute für die Neger in Afrika, morgen plötzlich für Das Proletariat, übermorgen für den indischen Na­tionalismus usw., fiel also der jeweiligen englischen Negierung ganz nach Laune auf die Nerven. Seine Laufbahn im Weltkriege beendete er mit einer ge­heimen Mission nach Sibirien im Auftrage des ena- tischen Geheimdienstes. Nach dem Kriege wechselte er plötzlich aur Labour Party über, hielt von einem Dutzend Jahren in Deutschland Vorträge über das neue jüdische Palästtna", das er in seinem Duck kurzerhand als siebentes Dominion bezeichnet, uns hat Doch mit all dieser Geschäftigkeit nie erreicht, daß er in Der großen Politik irgendeine Rolle spielte.

Dieser saubere Herr sucht nun von sich reden,zu machen durch Empfehlungen wie diese: Man möge doch, um den deutschen Handelskrieg lahmzulegen, Die deutschen Flieger, die über der Nordsee aoge- stürzt sind, einfach ertrinken lassen. Man möge doch deutsche Gefangene als Geiseln auf eng­lische S chi f f e setzen, man möge sie auch zum Straßenbau in Frankreich oder besser noch in Sierra Leone oder St. Helena gebrauchen. Di« Deutschen wünschten ja Kolonien, und also möge man die deutschen Kriegsgefangenen diese Kolonien sehen und entwickeln lassen. Von diesem Erguß reinster Menschlichkeit versucht sich DerDaily Ex­preß" etwas zu distanzieren. Aber warum druckt denn die Zeitung den Artikel erst ab, wenn sie nicht damit einverstanden märe? Warum schritt Der Sprecher im Unterhaus nicht ein? Die Antwort ist einfach genug: Man möchte in diesein Lande der Gefeierten ,,Bora long"-Mörder undCossack"-Der- brecher nichts unterlassen, was Die niedrigsten In­stinkte Der Masse aufpeitscht, man möchte sich aber auch die moralische Rückzugslinie nicht ganz ab- schneiden. Aus uns Deutsche freilich machen solche Spiegelfechterelien nicht Den geringsten Eindruck. Wir kennen Den grausamen englischen Demichtungs- willen und werden ihm mit eiskalter Entschlossen­heit begegnen.

schullehrer Feststellungen über den Erfolg Des Un­terrichts durch Fragestellung treffen. Eine Anrech­nung von Semestern bzw. Trimestern und eine Zu­lassung zu Zwischenprüfungen und Prüfungen, für die Die Teilnahme an bestimmten Vorlesungen und Uebungen gefordert roiro, erfolgt nur, wenn die Bestätigung der Teilnahme am Unterrichtsbetrieb erteilt ist. Der Hochschullehrer soll sich durch eigene Feststellungen über den Fortgang der Ausbildung des einzelnen Studenten unterrichten und gege- benenfaüs auf die notwendige Verbesserung von Fleiß und Stiftung Hinweisen. Es ist selbstverständ- lich, daß nur Die Teilnehmer Die Prüfung bestehen, Deren Ausbildungsstand eine erfolgreiche Tätigkeit im Berufsleben gewährleistet.

Mit wenigen, aber kräftigen Farben malt G u - ft a d Falke einen Winterabend, den ein großer Dunkler Vogel gespenstisch belebt:

Ein weißes Feld, ein stilles Feld. Aus veilchenblauer Wolkenwand

' Hob hinten, fern am Horizonts Sich facht des Mondes roter Rand. Und hob sich ganz heraus und stand, Bald eine runde Scheibe, da In düstrer Glut. Uno durch das Feld Klang einer Krähe heif'res Kräh. Gespenstisch Durch Die Winternacht Der große dunkle Vogel glitt. Und unten huschte durch den Schnee Sein schwarzer Schatten lautlos mit. Georg von Der Örings schönes Winterlieb ist wie eine Wolke Jugendzeit, aus Erinnerung und tiefer Menschlichkeit gesungen:

Mit seinem weißen Munde Haucht mich Der Winter an, Er hat in weiter RunDe Sein Schneekleid hingetan. Der Schnee gefällt Den Knaben, Sie springen Drin herum. Das merken auch Die Raben UnD wehen still davon.

Der Wald in ober Schwärze, Er bleibt an feinem Ort, Und auch aus meinem Herze Derschwebt fein Klagewort. Verspring' dich mit den Knaben Im tiefen Winterschnee: Ein brennend Herz xu haben, Im Schnee tuts halb so weh.

Zeitschriften.

Die ^roße Umfassungsschlacht von Äuüio, die bas ruhmreiche Enbe Des Polenfeldzuges bedeutete, P ein Beispiel für jene großen Vernichtungs- Schlachten, deren Ähnengalerie bei Cannae mit bem Sieg Hannibals beginnt,b i e neue I i n i e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) rekonstruiert in dem Märzheft alle wichtigen Umfassungs-Schlachten der Weltgeschichte in anschaulichen Und dem Laien be­sonders ansprechenden Zeichnungen. Die Leistungen der deutschen Wehrmacht im Polen-Feldzua be­ruhten vor allem auf dem hohen Stand der Trup- pen-Ausbildung, von der man sich auch in dem mit schönen Aufnahmen ausgeftatteten Bildbericht ®ie Gebirgsjäger^ einen Begriff machen kann. Ein intereffanter AufsatzDie Stadt am Rhein" Zeigt das geistige und künstlerische Antlitz Kölns. Der Erzähler-Wettbewerb ergab eine große An­zahl preiswürdiger Novellen. Das Ergebnis und die $rcis träger sind im Mrzheft veröffentlicht.

Gießener Giadttheaier.

Robert Hohlbaum:Lombardische Nacht"

Das Ringen zwischen Staatsprinzip und Volks- tumsibee, das Zentralproblem Der alten Habsburger Monarchie, hat Robert Hohlbaum, Der Grenz- deutsche aus Oesterreichisch-Schlesien, aus eigenem Erleben in seiner ganzen Tragik zur.efst erfaßt und es immer wieder dichterisch zu gestalten gesucht. Eine Der packendsten Episoden aus seinem 1936 er­schienenen RomanZweikampf um Deutsch­land" hat der Dichter dramatisiert, und es ist ihm gelungen, durch straffste Konzentration und sorg­same Abtönung einiger markanter Cbaraktere in von Szene zu Szene sich steigernder und unaufhalt­sam vorwärtsbrängender Handlungsführung das chm am Herzen liegende Problem in hellstes Licht zu setzen.

Dis Lombardei war nach Den napoleonischen Kriegen wieder unter habsburgische Herrschaft ge­zwungen, aber die österreichischen Garnisonen in den lombardischen Städten hatten einen schweren Stand. Die italienische Ariswkratie, von der Flamme der nationalen Einigung erfaßt, lehnte jede Beziehung mit den Oesterreichern ab und blieb jedem Versuch zu einem Ausgleich unzugänglich. Nur wenige Geschlechter fanden sich ab und sandten ihre Sohne in aufrichtigem Bemühen um ein er­trägliches Zusammenleben in die österreichischen Regimenter, mußten jedoch Dafür Die Verachtung ihrer Landsleute auf sich nehmen. Aber als nach einem beispiellosen Affront Des Kaiserpaares bei einem Besuch der Lombardei der auf Versöhnung und Ausgleich zielende Kurs einem Regime här­tester Unterbücfung aller revolutionären Bestrebun- gen wich, mußte sich für Die im österreichischen Df- fizierkorvs stehenden Italiener der Konflikt zwischen ihren Pflichten gegenüber Staat und Volkstum ins unerträgliche steigern. Das Geschick eines solchen jungen lombardischen Aristokraten, der von seinem Kommandeur, einem von der kroatischen Militär- grenze zum Zweck rücksichtslosen Durchgreifens hierher versetzten barten Soldaten, auf die Probe gestellt wird, erfüllt sich, als ihm zum Beweis fei­ner Kaisertreue in grausiger Ueberspitzung Der Be­fehl bei der Exekution eines noch obendrein seiner festen Ueberzeugung nach unschuldigen und tod­kranken Landsmannes übertragen wird. Die gleiche Salve, Die er kommandiert, bringt auch ihm selbst Erlösung aus unausweichlichem Konflikt.

Die Spielleitung Hans Geißlers entwickelte schon in Der Eingangsszene Das Problem in gut geführtem Dialog und wußte sodann durch scharfe Kontrastierungen die ungeheuere innere Spannung

wirkungsvoll zu steigern. Dazu trugen Die sorgfäl­tig abgeftimmten Bühnenbilder Karl Löfflers, vor allem die mitternächtlich düstere Kasematte Der letzten Szene wesentlich bei. Friedrich Grohn- dahl gab seinem jungen Grafen Calvi, vielleicht um einen Grad zu weich und farblos, Gesicht und Haltung eines Traumwandelnden, Der sich unrett­bar in feinen Gewissenskonflikt verstrickt sieht und unter hypnotischem Zwang seinen Weg geht. Hil- mar Manders war, ausgezeichnet in Maske und Sprache, der Kroatenoberft, unbedingt und schroff bis zu sinnloser Grausamkeit, in aller Ein- seitigkeit eine ganz geschlossene Leistung. Im Dffi. zierkorps waren Hans Geißler der grabe und offene Major, Biktor von Gschmeidler, sehr sauber nuanciert, ein überlegen denkender, ver­ständnisvoller Kamerad, Walter E r l e r der lyri­sche Typ, Hans Caninenberg Der stramme, ehrgeizige Streber, Karl Volck Der väterlich sor- genDe Reaimentsarzt, Schewe und Lowitz als aristokratische Verschwörer repräsentierten Die Ge- genfette. Ein leider nur mäßig besuchtes Haus dankte mit herzlichem Beifall für die gute Auf­führung. Dr. Fr. W. Lange.

Angelika."

Der neue Film Im Gloria-Pala st schttDeU das Schicksal einer Frau, die einen Mann erschießt, weil er eine Bildfälschung, Die ihr verstorbener Gatte begangen hatte, dazu ausnützen will, sie als Gattin zu gewinnen. Um Das Ansehen Des Ver* storbenen und vor allem Das seines Vaters zu wah­ren, schweigt sie auch vor Gericht über Die Gründe ihrer Handlungsweise, nimmt mehrere Jahre Zucht- haus auf sich, trägt die gesellschaftliche Verfemung und entschließt sich erst zu einer Darstellung des wahren Sachverhalts, als auch Das Lebensglück ihrer Tochter davon abhängig wird. Der Film, in dessen Handlung einige Unwahrscheinlichkeiten stören, vor allem bas Motto für den tödlichen Schuß nicht ausreichend erscheint, ist mit viel Sorg­falt in Szene gesetzt und bewegt sich in Der Dar­stellung auf erfreulichem Niveau. Olga Tsche- chowa bemüht sich innig um eine überzeugende Darstellung Der weiblichen Hauptrolle. Albrecht Schoenhals verkörpert in vornehmer Zurück- Haltung den Rechtsanwalt, Der sich um Die Auf­klärung des Falls bemüht. Am eindrucksvollsten aber gestaltet Friedrich K a y h l e r Die Rolle Des auf die Wahrung Der Ehre seines Hauses bedachten Geheimrats. Franz Schafheitlin als Kunst- Händler, Der unter Angelikas Kugel zu fallen hat, n,acht sich gewaltsam unsympathisch und dient Da­mit dem Gang Der Handlung. In der neuester Wochenschau sieht man Bilder von Dem verbreche­rischen UeberfaU auf dieAltmark" im JHsingfsord.

H. U Neunes,