ioo-j«»».»« nr.54 ynr« * V 4 . .‘'ü?“
Erscheint täglich, anher / jA ▲ ▲ k ▲ ▲ ▲ A. A Wk W ▲ ▲ A .Ak A A^. AA für die Mittagsnummer
Sonntags und feiertags M J9 A AM AMk 4M WH kW WHAM A^M W A^M AVL bis8'/.UHrdesVormittags
Beilagen: Die Illustrierte M WBMBk M M^MI M W M M M» H ▼ IM W H H M H ■ H M H V Grundvreise für 1 mm Höhe Giehencr Famllienblätter fig Ms HW M M jr MA W WWW W M W Eg M Jk WWW Hx W bei Anzeigen von 22 mm
HeimatimBild DieScholle WH W« WH W Hf W W H IW W ';i W KU M H Breite? Pf.,Tertanzeigen
ffiS WlzWVIIVIWVV Wlwrl SS» Zustellgebühr... „ -.25 v MW Matzvorschrift (vorherige
auch bei Nichterscheinen M ■ ™W Vereinbarung)25°/omehr
von einzelnen Nummern IV^ Ermäßigte Grundvreise
ÄvÄtatT« v-u-undv..,-g- dUtttrnIs)Itmwr für(hlwrhdfeit Sd,tiK:9s^inra^T"e: und Ss'Lig-n
PoMchÄl?686^ankf^M' vrühlscheUnioerfltStrdnnIerelR.Lange V/vl^k"4 |Ul' Vvilf V|f VII Sietzen,Schulstratze7 9 von 22 mm Brette 6 Pf.
Füns italienische Kohlenschiffe angehalten
flamten zunächst seine Landwirtschaft und Rohstoffproduktion, durch die Einfuhr aus Deutschland wieder versorgt sich Jugoslawien mit denjenigen Erzeugnissen, die für feine bergbauliche und industrielle Entwicklung von großer Bedeutung find. Wir sind auseinander angewiesen, deshalb ist die Erhaltung der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen für beide auch weiterhin eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Jugoslawien faßt seine Neutralität nicht nur als ein Recht auf, sondern ebenso sehr als eine Pflicht allen in Frage kommenden Handelspartnern gegenüber. Im aufrichtigen Wunsche, seine jetzige Lage aufrechtzuerhalten, hat Jugoslawien gerade auf dem wirtschaftlichen Gebiet manche Versäumnisse gemacht, welche in schroffem Gegensatz zu feinen wirtschaftlichen Interessen stehen. Das sind die Hautpgrundsätze der jugoslawischen wirtschaftlichen Neutralität, die unsererseits immer eingehalten werden, weil wir darin die beste Bürgschaft für die Erhaltung der politischen Neutralität erblicken.
Oer Wehrmachtsbericht.
Berlin, 5. März. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Zwischen Mosel und Pfälzer Wald teilweise lebhafteres Artilleriefeuer und beiderseitige Spähtrupptätigkeit.
Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat ein von Fernfahrt zurückgekehrtes U-Boot die Versenkung von 36 000 Brt. gemeldet.
Die Luftwaffe setzte am 4.3.1940 trotz ungünstiger Wetterlage ihre Aufktärungsftüge über Ostfrankreich fort.
slowakisches Holz kaufen. Ungarn verblüfft durch eine Leistung, an die man am wenigsten gerade bei Ungarn denkt: Prunkstücke einer Porzellanindustrie von höchster Leistungsfähigkeit. Lettland zeigt Sperrholz, seine führende Industrie, Fleischwaren, Kunsthorn und Süßigkeiten; Bulgarien Kelims und Tabak; Griechenland Teppiche von phantastischer Schönheit,' Sehnsuchterreger für jeden Kenner, denn auf griechischem Boden ist die berühmte Teppich-Knüpftechnik von Smyrna mit den anatolischen Griechen ausgewandert, die bei dem großen Bevölkerung sau stau sch ihre Heimat verlassen mußten. Jugoslawien imponiert mit einem kartographischen Schaubild seiner Erze, Rumänien mit der Schönheit und Kostbarkeit alter Ge- roebe — doch genug der Teste — es gibt nur eine Messe, und es gibt nur ein Leipzig!
Gichergänzende Wirtschaften.
Jugoslawiens Handelsbeziehungen zu Deutschland.
Berlin, 5. März. (DNB.) Der zum Besuch der Leipziger Messe nach Deutschland gekommene jugoslawische Handelsminister Andres erklärte: Die deutsche Wirtschaftsstruktur mit ihrem mannigfaltigen Jndustriecharakter hat alle Eigenschaften für einen regen Warenaustausch mit einer Wirtschaft, die auf der Agrar- und Rohstoffgrundlage beruht. Durch seine Ausfuhr nach Deutschland hebt Jugo-
Kriegsaussichten-Debaüe in England
pessimistische Feststellungen.
Deutschlands Test in Leipzig
Don Or. paul Rohrbach.
Run auch in Frankreich...
Unvorstellbares ist geschehen. In Frankreich, wo man lebte wie eiji Gott, und Weizen und Fleisch, Kaffee und Kakao, Gemüse und andere leckere Dinge angeblich im Ueberfluß hatte, ist der Ruf nach Lebensmittelkarten immer dringender geworden. Die Rationierung soll als letztes Hilfsmittel gegen das plutokratische System der Oberschicht helfen, die, genau wie in England, dem Volk die Nahrungsmittel wegkauft und es hungern läßt.
In London hat das Blatt der Labour-Party, „Daily Heralb" einen Alarmartikel gebracht, nachdem es schon vorher zugegeben hatte, die Fleisch-, Speck- und Butterrationen seinen so teuer geworden, daß die englischen Massen sie nicht erschwingen könnten. Der Rat der Regierung, das Volk möge mehr Gemüse essen, fei verrückt, denn die Preise für Wirsingkohl z. B. seien so hoch geklettert, daß sich nur die Wohlhabenden den Gemüseluxus erlauben könnten. Wer den Briten und Franzosen bei Kriegsanfang angekündigt hätte, daß sie einmal nach dem Kartensystem verlangen mürbem wäre gelyncht worden. Denn „man saß dick drin", man verhöhnte die vorsorgliche Rationierung der Vorräte und der Erzeugung, wie sie sogleich in Deutschland eingeführt wurde; man verstand nicht, daß gerade das deutsche Rationierungssystem eine Maßnahme ist, die allen Volksgenossen die gleiche Ernährungsmenge zuteilt und es verhindert, daß sich solche Zustände entwickeln, wie sie heute in den Plutokratien an der Tagesordnung sind. Zu spät kommen jetzt alle Mahnungen, Englands Landwirtschaft zu stärken, denn was man durch Jahrzehnte vernachlässigte, kann nicht auf einmal wieder eingeholt werden. Trügerisch sind auch alle Maßnahmen Daladiers, die französische Landwirtschaft zu einer Vollernte für 1940 zu zwingen, nachdem alle Arbeitskräfte zur Fahne gerufen wurden. Das „Zu spät" macht sich auch auf dem Gebiete der Rationierung bemerkbar. Man will die Bäckereien beaufsichtigen, Lebensmittelkarten einführen und das Brot mit — Bohnenmehl strecken!
Staunend vernimmt es der Deutsche. Der Franzose soll künftig fein langes und dünnes Weizenbrot, fein geliebtes pain blanc, fein Hauptnah-
Rom, 5. März. (Europapreß.) Heber die Kriegsaussichten am Beginn des siebenten Kriegsmonats ist man nach dem Londoner Korrespondent der „Gazetta bei Popolo" in England geteilter Ansicht. Der frühere Kriegsminister, der Jube Hore-Belisha, äußert im „News oft the World" Zweifel über die amtliche Ansicht, daß d i e Zeit für bie Weftmächte arbeite. Sie scheine im Gegenteil für Hitler zu arbeiten, da die Widerstandskraft Deutschlands z u n e h m e , während bie britische Schiffstonnage langsam z e r st ö r t werbe. Lloyd George hat in einer Rede'auf die Schwächen Englands im Wirtschaftskrieg hingewiesen und dabei gesagt: „Meiner Ansicht nach find wir an einer lebenswichtigen Front nicht vollständig vorbereitet, und das ist die Lebensmittelversorgung. Wenn man die Blockade Deutschlands mit der des letzten Krieges vergleicht, so war Deutschland damals von uns vollständig umringt. Jetzt hat Deutschland die Hintertür ofsey. Die Seitentüren find auch offen. Deutschland hat mit Rußland, Italien und Rumänien spezielle Verträge für den Austausch von Lebensrnitteln." Lloyd George richtete einen Aufruf an die englische Landbevölkeruna, die Erzeugung von Lebensrnitteln zu erhöhen. Auch der Minister für wirtschaftliche Kriegführung, Croß, hat im Unterhaus zugegeben, daß die Blockade „einige
stelle schickte, sanden den Dampfer in sinkendem Zustand vor. Die Mannschaft hatte sicb bereits in die Boote begeben. Der „Charles Meyer' war 1938 auf der Hamburger Werft Blohm & Voß für die Oil Tankers Ltd. in Hongkong gebaut worden und hatte erst einige wenige Fahrten zwischen China und England hinter sich. In der Nähe der Stelle, wo der Tankdampfer versenkt wurde, sind außerdem zwei bewaffnete Fischdampfer vermutlich durch das gleiche U-Boot beschossen worden. — Auch das englische Motorschiff „P a z i f i c Reliance" (6700 BRT.) ist, an der englischen Westküste versenkt worden. Die 53 Mann der Besatzung begaben sich in die Boote und wurden unter Begleitung eines Militärflugzeuges in einen englischen Hafen gebracht. — Ferner ist der englische Tankdampfer „El Ciervo" (5481 BRT.) im Atlantik nach einer Explosion gesunken. Das Schiff befand sich mit einer Ladung Del auf der Fahrt von Trinidad nach London.
Neue amerikanisch-skandinavische Gchiffahrtslinie.
O s l o , 5. März. (Europapreß.) Die amerikanische Schiffahrtsgesellschaft Moore and Mac Cormack Corporation, die die American Scantic Line betreibt, hat ihr europäisches Hauptbüro jetzt von Kopenhagen nach Bergen (Norwegen) verlegt. In Bergen sollen die Ladungen von und nach anderen skandinavischen Häsen jetzt umgeladen werden. Während die Gesellschaft den Verkehr nach den skandinavischen Häsen seit Kriegsausbruch mit alteren Schiffen unterhalten hatte, werden von jetzt an moderne Zehntausend-Tonnen-Schiffe eingesetzt, da die Kriegszone vermieden wird.
Abtretung englischer und französischer Inseln in USA. gefordert.
Washington, 5. März. (Europapreß.) Dec demokratische Senator Reynolds fordert, Verhandlungen mit England über die Abtretung einiger britischer Inseln gegen Streichung der Kriegsschub den einzuleiten. Der Plan betrifft, hauptsächlich die Inseln von Bermuda, Bahama und Nassau sowie Jamaica und die Kleinen Antillen, ferner die Windwards- und Leewards-Jnseln, die zur Verstärkung der Verteidigung von Porto-Rico dienen könnten. Ein ähnlicher Plan wurde im Abgeordnetenhaus von dem demokratischen Abgeordneten R a n d o l p h eingebracht. Senator Randolph erklärte, er werde auch Verhandlungen mit Frankreich über bie Abtretung der Inselgruppen im Karibischen Meer Guadeloupe und Martinique oder wenigstens für einen Verkauf der Inseln in der Nähe von Neufundland Miquelon-St. Pierre beantragen, die als Stützpunkte für die lleberfeeflüge amerikanischer Flugzeuge dienen könnten.
Oie USA. suchen neue Stützpunkte in Mittelamerika.
N e uy or k, 5. März. (DNB.) „New York Ti- mes" berichtet, Roosevelt habe auf seiner Panama- reife an Bord des Kreuzers „Tuscaloosa" mit Vertretern Panamas, Kolumbiens und Costaricas geheime Besprechungen gehabt und von diesen Ländern Zusicherungen erhalten, daß sie ihre Flugplätze im Kriegsfälle der 08^. -Flotte zur Verfügung stellen würden. „New York Times" meldet gleichzeitig, daß der neugewählte Präsident von Costarica Mitte März m Washington mit Roosevelt über die Verpachtung ober den Berkaus bet Cocosinseln und die Errichtung einer amerikanischen Flottenbasis in Salinäs-Bucht verhandeln werde.
Amsterbam,6. März. (Europapreß.) Aus London wird gemeldet, daß die britische Kontrolle b ie ersten fünfitalienischen Kohlenschiffe angehalten hat. Ferner ist ein italienischer Oel- bampser festgehalten worden. Die sechs Schiffe sind nach Deal in ben Downs weitergeleitet worben. Blockabeminister Ronalb Croß sagte im Unterhaus, daß alle weiteren derartigen Schiffe, die Rotterdam nach dem 1. März verlassen haben, gleichfalls fe st gehalten werden würden. Der Export deutscher Kohle für Italien über Rotterdam habe jetzt aufgehört. An zuständiger englischer Stelle wird mitgeteilt, daß auch bie Tatsache, daß Schiffe vor dem 1. März beladen wurden, sie nicht vor der Beschlagnahme ihrer Ladungen bewahren würde.
Wsien verteidigt die Freiheit der Meere.
Mailand, 6. März. (DNB. Funkspruch.) Die norditalienische Presse macht aus ihrer Entrüstung über das Anhalten der italienischen Schiffe kein Hehl. Es wird darauf hingewiesen, daß Italien auf seinem Rechtsstandpunkt beharre und dabei gleidp zeitig auch im Namen aller neutralen Mächte das Recht auf sein Dasein und auf die Fr e ih e it der Meere gegen die britische Anmaßung vertrete. Entrüstet stellt der „Popolo d'Jta- lia" fest, bas England, anstatt ein Abkommen zu begünstigen, mit unnachgiebiger Haltung weiter bie italienischen Schiffe festhalte. Auch der „Karriere della Sera" kennzeichnet das britische Vorgehen gegen die italienischen Schiffe als g e f e tz- u n b rechtswidrig, während die „Stampa" bie immer stärkere Zustimmung ber übrigen Machte zur italienischen Haltung hervorhebt.
„Messaggero" betont, daß die Aufbringung, verschiedener italienischer Schiffe mit deutscher Kohle, deren Transport sich durch die Ungunst der Witterung verzögerte, den italienisch-englischen Streitfall kompliziert und verschärfst habe. Die Krise in den Beziehungen der beiden Länder habe noch ernstere Formen angenommen, als sie bereits von ber italienischen Note klar bargelegt würben. Man müsse feststellen, daß von britischer Seite bisher noch keinerlei Beweis eines Wunsches freunb- schaftlichen Uebereinfommens gegeben wurde, ber in den letzten Tagen wieberholt versichert worden sei. Man habe allem Anschein nach eine vollenbete Tatsache nicht vermeiden wollen, die heute auf dem
Fortgang des Streitfalles laste. Man könne nicht glauben, daß London ohne Besorgnis den Schaden veranschlage, der hieraus den wahren Interessen Großbritanniens erwachsen könne, bas gerade in diesem Augenblick gewiß nicht das Bedürfnis habe, sich vorsätzlich Schwierigkeiten oder gar weitere Feindschaften zuzuziehen.
Beunruhigung in Paris.
Brüssel, 5. März. (Europapreß.) Der Pariser „Exzelsior" schreibt, die Schärfe des italienischen Protestes müsse genügen,*um bie letzten Jllu- sionen, die man in Frankreich und Gnglanb noch gehabt habe, zu zerstören. Es sei besonders beunruhigend, daß sich ber Protest ber italienischen Regierung nicht nur auf die deutschen Kohlensendungen beschränke. Italien mache in seiner Note der Blockade im allgemeinen urtb der Seekon- trolle ber Westmächte im besonderen den Prozeß. Es sei daher zu befürchten, daß Rom daran denke, die neutralen Staaten, die an Deutschland lieferten, in einen Block gegen die Blockade ber Westmächte zusammenzufassen.
Ein schwerer Schlag für Rotterdam.
A m ft e r b a m , 6. März. (DNB.-Funkspruch.) Die hollänbische Presse weist barauf hin, baß bie italienisch-englischen Beziehungen sich sichtlich zugespitzt hätten. Für bie Rotterbamer Hanbelskreise, so berichtet ber „Telegraph", bie immer noch gehofft hätten, bie Durchfuhr beutscher Kohle über Rotter- bam nach Italien werbe auch weiterhin möglich sein, bebeute biefe Entwicklung eine schwere Enttäuschung, ba ber Transit beutscher Kohle nach Italien bas einzige übriggebliebene große Tranfitgeschäft war.
Britischer 10000-T-Tanker versenkt.
Amsterbam, 5. März. (Europapreß.) Der englische Tankbampfer „Charles F. Meyer" (10 516 BRT.) würbe im Aermelkanal torpebiert. „Telegraas" berichtet, bie Mannschaft bes Dampfers habe kurz vor ber Versenkung ein Unterseeboot entberft. Das Schiff habe versucht, mit höchster Geschwindigkeit zu entkommen. Das sei aber nicht gelungen. Eine Anzahl von Zerstörern, bie bie Abmiralität auf bie ausgesanbten Notsignale hin zur HMeijttmg an, dis Unglück
Praxis umgestellt.
Auch in Leipzig aber verstaub man, sich umzustellen. Aus ber Warenmesse würbe bie M u st e r - messe, so wie sie heute funktioniert. Der Verkäufer bringt nicht mehr ganze Portionen seiner Ware zum Verkauf, sonbern Muster, nach benen ber Einkäufer seine Auswahl trifft, währenb bie bestellte Ware birekt vom Fabrikationsort zum Besteller rollt. Die Ueberlegenheit bieses Systems beruht auf ber Mannigfaltigkeit ber Waren, von benen Muster an einem Ort zur Schau gestellt werben, unb auf ber Vorführung von Neuhe t = t e n, nach benen jeber Kaufmann begierig ist, weil sie ihm sicheren unb raschen Absatz versprechen. Sie werben ihm in Leipzig vorgeführt. Mit einer zugkräftigen Neuheit auf bie Messe zu kommen, ist bas Ziel bes Fabrikanten; ber Käufer roieberum kann alle Erzeugnisse tonfurrierenber Firmen nebeneinanber überblicken unb seine Wahl treffen.
Die Leipziger Messe ist die Zentral messe nicht nur Deutschlands, sondern der Welt überhaupt, unb die größte aller Länder. Sie gibt einen einzigartigen Ueberblick, einen T e st, über alles deutsche industrielle, handwerkliche und kunstgewerbliche Schaffen. Sie gibt aber auch dem fremdländischen Aussteller Gelegenheit zu einem Test auf Gebieten, auf denen er sich etwas Besonderes, Anziehendes, zutraut. Das Ring-Messehaus ist ber Sitz zahlreich er Au staub s -Au sf te [hinge n. Inte restant sind besonders die Länder, die zum erstenmal kollektiv ausstellen oder erst seit kurzem vertreten sind. Dor- züglich organisiert ist die Ausstellung Estlands. Die Slowakei paradiert mit ihrem Holz. Ein Meisterstück ist die in verschiedenen Holzarten ausgeführte große Karle von Europa, über die' eine Menge Fäden nach den Ländern Einlaufen, die
Lücken" aufweise. Anscheinend merken nun also auch maßgebende Vertreter ber englischen Politik, wie sehr sie sich verrechnet hatten, als sie glaubten, bas nationalsozialistische Deutschland mit den Waffen des Wirtschaftskrieges aushungern und bezwingen zu können.
In einem bezeichnenden Artikel gibt die „T i - mes" unverblümt bas Interesse Englanbs an dem finnischen Kriegsschauplatz zu. Sie fordert offen nachbrückliche Hilfeleistung der Westmächte für Finnland. Es würde jeden Tag klarer, schreibt das Blatt, daß der finnische Krieg keine Nebensache sei. Es sei jetzt keine Zeit mit Diskussionen zu verlieren. Das Gallipoli- Unternehmen im Weltkrieg sei ein hervorstechendes Beispiel dafür, wie durch falsche Sparsamkeit unb durch bie Unfähigkeit, bie verhältnismäßige Bedeutungslosigkeit von Risiken zweiten Ranges richtig einzusetzen, eine gute Gelegenheit versäumt worden sei. „Wir wollen uns nicht noch einmal auf die trübselige Aufgabe, verpaßte Gelegenheiten zu diskutieren, vorbereiten, nur um festzustellen, wie wir es in der Bergangen- cheit so oft getan haben, daß der Wille und die Mittel, die Gelegenheit zu ergreifen, die ganze Zeit hindurch vorhanden war, und baß nur ein Mißverständnis uns daran gehindert hat. Unser Inte r e s s e i st k l a r!"
Leipzig, 3. März 1940. \
Das Wort „Test" für die Erprobung bestimmten < Könnens ist amerikanischen Ursprungs. Man 1 braucht es für menschliche Begabung, für technische i Leistungen, für Materialprüfung und noch manches < andere. Die Leipziger Mustermesse 1940 ist ein ! Test für die deutsche Schaffens- unb i Organisation straft mitten in einem schwe- 1 ren Kriege. Reichsminister Dr. Goebbels sagte in ; feiner Eröffnungsansprache, daß Deutschland durch i feine Lage unb durch bas Fehlen bestimmter ncttür- । licher Reichtümer darauf angewiesen ist, besonders । intensive unb besonders solide Arbeit zu leisten. Im : Vertrauen auf bie Qualität beutscher Arbeit ist selbst im Kriege ber Besuck aus dem Aus- Ian b e in Leipzig nur unwesentlich schwächer als im letzten Friedensjahr 1939. Das höchste Kontingent ausländischer Messebesucher stellen auch diesmal, wie zu vielen früheren Messen, die Niederlande. Auch aus Italien haben die neuen Wirtschaftsoereinbarungen einen steigenden Zustrom von Einkäufern herbeigezogen. Aus einem besonders wichtigen Absatzgebiet für deutsche Waren, bem europäischen Südosten, sind bis jetzt etwa 1000 Besucher gezählt worden. Die norbeuro» päischen Staaten sind, wie in den Vorjahren, mit über 800 Einkäufern vertreten. Daneben stellen Belgien, die Schweiz unb bie baltischen Ranbstaaten beachtliche Kontingente. Ein Gang burch die Messeräume läßt Sprachen von Schweben bis Arabien, von den Niederlanden bis zur Türkei hören. Estland, Rumänien, Schweden, die Schweiz, die Slowakei unb Ungarn finb zum erstenmal durch Kollektivausstellungen vertreten; Lettland, Luxemburg und das Protektorat Böhmen unb Mähren zum zweiten, Bulgarien zum vierten, Belgien unb Griechenlanb zum fünften, bie Nieder- lanbe zum sechsten, Jugoslawien zum achten, Japan zum dreizehnten unb Italien zum fünfzehnten Mal! Allen Auslänbern imponiert es, baß in Branche für Branche ein großes, vom Krieg wenig berührtes deutsches Angebot oorhanden ist.
Die Leipziger Messe ist älter als die Stadt Leipzig, denn als Markgraf Otto von Meißen ums Jahr 1160 Stadtrechte an den Ort Leipzig verlieh, bestanden bereits bie Märkte, um bereu willen Leipzig zur Stadt erhoben wurde. Hier liegt der Schnittpunkt einer Anzahl alter Handelsstraßen vom Rhein, von der Donau, von der, Nord- unb Ostsee unb von der Weichsel her. Anfangs hatte Leipzig Nebenbuhler in benachbarten Orten, wie Magdeburg, Halberstadt unb anderen, bis Kaiser Maximilian 1497 die Leipziger Messe gegen eine bedeutende Geldleistung der Leipziger Kaufleute zur Reichsmesse erklärte und die Abhaltung anderer Messen im Umkreise von 15 Meilen verbot.
Im 16. Jahrhundert wuchs Leipzigs Bedeutung über bie einer Zentrale bes beutschen Hanbels hinaus. Die ost- unb sübosteuropäischen Kaufleute bis tief nach Polen unb ber Türkei hinein gewöhnten sich baran, mit ihren Waren in Leipzig zu erscheinen unb beutfche Erzeugnisse mit men. Die Leipziger Messe war bamals eine W a - r enmeffe, b. h. bie großen, warengesullten Planwagen zogen von überallher zu ben Toren Leipzigs hinein, unb ihr Inhalt würbe ben Kauflustigen aus aller Herren fiänber zur Schau gestellt. Das war bie Zeit, wo in Pelze gehüllte Polen unb Russen, Türken mit bem Turban, Perser tn ihrer schwarzen Lammfellmütze, Bucharen im farbenbunten gezierten Chalat, bei ihrem Rauchwerk, ihren Teppichen unb Seibenstoffen saßen unb für ben Erlös ihrer Ware beutfche Erzeugnisse auf bie Wagen luben, bie ben Transport bis baffin besorgten, wo bie europäische Fahrstraße aufhörte unb ber Donauweg ober ber Saumtierpfab begann.
Dieser Typus ber Warenmesse bauerte noch bas erste Drittel bes 19. Jahrhunberts hinburch. Dann schienen bie Fabriktechnik unb Eisenbahn sich zu Feinben bes Messebetriebes zu entwickeln, benn bie Fabrik erlaubte bie Herstellung vieler Gebrauchs- gegenstänbe in mustergetreuen Exemplaren; nach bem Muster konnte ber Hanblungsreisenbe Bestellungen aufnehmen, bie bepi Kunben bie Reise zur Messe ersparten, unb bie Eisenbahn trug ihm bie Dinge schnell unb sicher ins Haus. Der ganze bis bahin übliche Hanbelsverkehr würbe burch bie neue


