Ausgabe 
6.3.1940
 
Einzelbild herunterladen

Truppenteilen in schlichten militärischen Feiern

um

J.-R. 116 auf dem

Aus der engeren Heimat

vor

(Nachdruck verboten!)

1. Fortsetzung.

rci

,Sie haben

der Gefallenen Krieges gelten, an diesem Tage

gangen, die dem Gedenken Weltkrieges und des jetzigen

Im Standort Gießen wird

9.30 Uhr am Denkmal des

be. des

Landgraf-Philipp-Platz der Standortälteste, Oberst­leutnant Kühne, im Namen des Standortes einen Kranz niederlegen. Zu dieser Gedenkfeier, die im kleinsten Rahmen stattfindet, sind die Partei und die der Wehrmacht nahestehenden Verbände auf* gefordert worden. Die Hinterbliebenen von Gefal­lenen werden gebeten, sich zu dieser Feier elnzu* finden.

Im Anschluß an diese Feier erfolgen Kranznie- derlegungen am Kriegerdenkmal von 1870/71 auf dem Marktplatz durch den NS.-Reichstriegerbund und im Ehrenfriedhof des Weltkrieges auf dem Rodtberg durch die NSKOV.

Eine größere militärische Feier kann in diesem Jahre nicht stattfinden.

Der Reichsminister des Innern und der Reichs­minister für Dolksaufklärung und Propaganda geben bekannt, daß am Heldengedenktag, dem 10. März 1940, die Beflaggung vollstocks zu erfolgen hat.

Schlichte Feier des Heldengedenltags.

Der Heldengedenktag am 10. März 1940 wird in allen Standorten der Wehrmacht und bei allen

rers an.

Renate Naumann

nur acht Wochen gearbeitet hat und während dieser Zeit zweimal in Schutzhaft war.

Der Angeklagte wurde des Vergehens nach der 2. Verordnung zur Durchführung des Vierjahres, plans vom 3. November 1936 in Verbindung mit § 1 der Verordnung zur Sicherstellung des Kräfte- bedarfs für Aufgaben von besonderer staatspoliti- scher Bedeutung vom 13. Februar 1939 schuldig erkannt und zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten, abzüglich drei Wochen Untersuchungs- haft, verurteilt.

Achtung! Kd Sport.

Sportamt Wetterau, Schanzenstraße 18.

Für Frauen: 995D

Donnerstags, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schlllerstrahe.

Für Männer und Frauen:

Hallensport (insbesondere Hallenspiele) setzt Mittwochs, 20 bis 21 Uhr, Goetheschule. Nicht wie bisher Donnerstags, 18 bis 19 Uhr.

Sinder-Sportkursistan einem Nachmittag geplant. Anmeldungen sofort erbeten beim Sporlamt.

7lS.-Frauenschast/Frauenwerk.

Ortsgruppe Giehen-Mitte.

Di-e Abteilungen D.-H. und Hilfsdienst veranstal­ten am 7. März im Schipkapaß um 20.15 Uhr einen Arbeitend end zum Selbstanfertigen von Haus­schuhen. Mitzubringen sind: Hausschuhleisten, Ein-

MmslMcite Renate

Roman von fjorjl Blernatlj.

CO Eberstadt, 5.Manz. Die hiesige Land­wirtschaftliche Bezugs- und Absatz* genofsenschaft hielt dieser Daye in der Gast­wirtschaft ,Lum Adler" ihre Generalversaummm- ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrcvtes, Karl Al* les, eröffnete die Versammlung. Der Rechner Wilhelm Schneider erstattete sodann den Kassen- bericht, der mit einem Uberschuß abschloß. Die Bi­lanz wurde gutgeh riß en. Dem Vorstand und bem Aufsichtsrat wurde Entlastung zuteil. Der Umsatz an Waren belief sich auf 36613 RM. Der angc- schlossene Konsumverein verzeichnete 20 368 RM. Umsatz. Der Verkauf an Weizen erbrachte 28862 RM. Düngemittel wurden für 13 268 RM., Futter- mittel für 12 414 RM. und Sämereien für 7749 RM. bezogen. Der Reingewinn wird auf die Be­triebsrücklage, auf den Reservefonds und ein Rest auf die neue Rechnung verteilt. Die Forderungen betrugen am Bilanztage 10 019,75 RM. Die aus- scheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Amtsgericht Gießen.

Die Jüdin Lilli Sara Harz in Mainz ist be­schuldigt, am Stichtag zur Vermögensangabe (27. April 1938) zwecks Feststellung der Judenver- mögensabgabe ihr Vermögen als Jüdin nicht rich­tig angegeben zu haben, indem sie anstatt 6000, RM. nur 2000, RM. angab, und weiterhin vor- sätzlich zum eigenen Vorteil bewirkt zu haben, daß Steuereinnahmen verkürzt wurden. Trotz ihres Leugnens wurde die Angeklagte überführt. Der An­klagevertreter beantragte eine Gefängnisstrafe von vier Monaten, eine Geldstrafe von 2000, RM. und Einziehung des 5000, RM. übersteigenden Betrags. Die Angeklagte wurde unter Freisprechung im übrigen zu einer Gefängnisstrafe von vier Mo­naten und einer Geldstrafe von 500,> RM. ver­urteilt.

Strafkammer Gießen.

Der Oskar Stähler in Gießen, z. Z. in Unter­suchungshaft, hatte sich wegen Vornahme unzüch­tiger Handlungen zu verantworten. Der Anklage- Vertreter beantragte Verurteilung des Angeklagten zu einer Gesamtzuchthausstrase von 2 Jahren und 6 Monaten auf Grund des § 2 der Verordnung gegen Dolksschädlinge vorn 5. September 1939.

Der Verteidiger vertrat den Standpunkt, daß die Verordnung gegen Volksschädlinge nicht zur An­wendung kommen könne und stellte dem Gericht anheim, auf eine wesentlich geringere Strafe zu erkennen und dem Angeklagten auch die Unter­suchungshaft anzurechnen. Der Angeklagte wurde dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend zu einer Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren und 6 Monaten verurteilt. Von der erlittenen Untersuchungshaft wurden 2 Monate auf die Strafe angerechnet. Straferschwerend wurde das hart­näckige Leugnen des Angeklagten, strafmildernd die seitherige Unbestraftheit berücksichtigt.

In nichtöffentlicher Sitzung wurde gegen Wil­helm Greinert aus Ravensburg, zur Zeit in Un­tersuchungshaft, wegen Arbeitsverweigerung ver­handelt. Der Beschuldigte war durch Derpflichtungs- bescheid des Arbeitsamts vom 23. November 1939 dienstverpflichtet. Er ist aber in der Zeit vom 1. Januar bis 6. Februar d. I. ohne Grund seiner Arbeit nicht nachgekommen. Es wurde festgestellt, daß der Angeklagte während vier Jahren regulär

Doktor.fuhr sich mit der Zunge über tut Lippen; es war, als wische er eine Verlegenheit fort.Hm", murmelte er,ich meine, S»e hätten ja auch schließlich" Er brach mitten im Satz ab und schob die Wange mit der.Zunge heraus, jedenfalls war es mutig und anständig von Ihnen. Ich weih nicht, ob ich Ähren Mut be­sessen hätte." Er drückte mit zwei Fingern ihr« Stirn leicht nach hinten und trocknete, als wünsche er keine Fortsetzung der Unterhaltung, mit der Warmluftdusche rasch noch einmal die behandelte Stelle und setzte seine Arbeit fort.

Unter den Fenstern flammten die Bogenlampen auf, und an der gegenüberliegenden Häuserfront begannen die Neonröhren der Lichtreklamen ihr buntes, zuckendes Farbenspiel. Im Westen ver­glühte über den Dächern das Rot.

(Fortsetzung folgt.)

Schön ... Und sonst beißen Sie mir halt in den Finger! Das ist eine gute Verabredung, wenn ich aufhören soll." ... ..

Der Doktor nahm das Handstück zwischen die Finger. Er löste mit dem Fuß einen Kontakt aus. Der Bohrer begann zu summen.

Trotz ihrer mutigen Versicherung blinzelte Renate Naumann bei dem niederträchtigen Geräusch em wenig nervös mit den Augen.

Es ist wie beim Gewitter", sagte der Doktor trö­stend,den meisten Leuten ist der Donner unange­nehmer als der Blitz."

Eine flüchtige Röte lief über ihre StirnSie sind sehr freundlich zu.mir, Herr Doktor!' sagte sie leise.

, Oeffnen Sie den Mund!" befahl der Doktor. Und wenn Sie nach fünf Minuten noch derselben Ansicht sind, dann"

Aber er sprach nicht aus, was dann sein wurde. Er kniff die Augen ein wenig zusammen, um schärfer zu sehen, und setzte die feine Stahlspitze des Boh-

Der Doktor setzte mit dem linken Fuß den wunder- baren Mechanismus des grünen Operationsstuhles in Gang. Die Rückenlehne senkte sich um ein paar Grade, während der ganze Stuhl geräuschlos empor­schwebte und schließlich, von dem kundigen Fuß des Doktors gesteuert, mit einem leichten Knacken in der gewünschten Höhe stehenblieb. Der Doktor bat seine Patientin, noch einmal den Kopf zu heben, und legte ihr mit der Bewegung eines Juweliers, der einer Frau ein Schmuckstück umhängt, den Ser­viettenhalter um den Hals und befestigte ein blüten­zartes Leinentüchelchen an den beiden Klammern.

Die düstere Wolkenwand war inzwischen hinter den Dächern und Kuppeln versunken. Und die schei­dende Sonne überflutete mit letzter Glut noch ein­mal die Stadt. Ihr rötliches Licht fiel voll auf bas Antlitz der jungen Frau und zum erstenmal sah der Doktor es in aller Deutlichkeit vor seinen Augen. Ein straffes Gesicht mit breiten Flächen. Unter der hellen, freien Stirn schwangen zwei schmale Brauen in sanfter Biegung zu den kräftigen Schlafen hin. Es war die sanfte, fast melancholische Lime segelnder Schwalbenflügel. Die Lider schrägten sich leicht, wie auf den Frauenbildnissen mittelalterlicher Meister, und die dunklen, langen Wimpern beschatte­ten zwei Augen, deren Leuchtkraft und Tiefe den Doktor wie die Erinnerung an das Gluck des ersten Blickes in Frauenaugen traf und verwirrte.

Und plötzlich tauchte, wie aus einer Versenkung schnellend, die Frage nach dem Alter und den Schick­salen seiner Patientin zu ihm auf Es war eine Re­gung, die überallhin, aber nur nicht n die karbol- getränkte Nüchternheit eines zahnärztlichen Sprech­zimmers hineinpaßte ...Bitte, spülen Sie den Mund!" sagte der Doktor fast rauh.

Sie tat es gehorsam und fast ein wenig ängstlich rafä), als hätte der Umschwung seiner Stimmung sie «kfchreckt. , .

Und bei dem leisen Gurgelgerausch und beim Ausspritzen des Mundspülwassers im Glasbecken zer-

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 5. März. Die Krieger- kameradschaft Heuchelheim hielt am ver- gangen'SN Sonntag ihren Jahreshauptappell im GasthausZum Schwanen" ab. Der Kamerad­schaftsführer Dr. Reidt gab einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit der Kameradschaft im ab= gelaufenen Jahr. Am Reichskriegertag in Kassel, dem Kreiskriegerappell in Großen--Linden und an der Tannendergfeier hat sich die Kameradschaft be­teiligt. Auch wies Dr. Reidt auf die Pflichten der zu Hause gebliebenen Kameraden hin und ermahnte, jetzt die Kameradschaft in die Tat umzusetzen. Nach- biem der Kassenwart den Kassenbericht verlesen hatte, wurde ihm Dank und Entlastung für die gute Kassenführung zuteil. Dem langjährigen Fechtwart Böhmer konnte ein Divlom des Kreisverbandes für geleistete treue Arbeit überreicht werden. Für gute Schießleistungen erhielten die Kameraden August Engelhardt die goflfrene Ehrennadel, Fritz Steinmüller die silberne, Ludwig Rinn, Dhevdor Kreiling, Wilhelm Will und Karl Engelhardt die bronzene Ehrennadel. Zum Schluß hielt der Kameradschaftsführer noch einen Lichtbildervortrag über den Polenfeldzug.

* Lollar, 5.März. Am Sonntag hiett tue hie- sige Kriegerkamerads chaft in ihrem Der- einslokal ihren Jchreshauptappell ab. Kamerad­schaftsführer Säubert hieß die Kameraden will­kommen und ehrte dann das Opfer aller für Deutsch­lands Freiheit gefallenen Helden. Auch der vier im vergangenen Jahre verstorbenen Angehörigen der Kameradschaft wurde ehrend gedacht. Aus dem Jahresbericht war zu erkennen, daß die im Felde stehenden Kameraden zweimal mit Liebesgaben­paketen bedacht wurden und ihnen des öfteren Grüße aus der Heimat übermittelt wurden. Aus zahlreichen Briefen, die verlesen wurden, geht die enge Verbundenheit der jungen Soldaten mit den alten Frontsoldaten des Weltkrieges hervor. Der Jahresbericht ließ weiter erkennen, daß die Tätig­

ten mit einer kurzen ärgerlichen Kopfbewegung ab und hustete spröde.

Die Sonne war unter die Dächer gesunken. Der Doktor sah sich mit einem raschen, prüfenden Blick im Zimmer um. dessen Ecken die ersten Schatten des nahenden Abends füllten.Ich glaube, wir brauchen Licht?" sagte er, als hinge die Entschei­dung darüber von seiner Patienttn ab, und schaltete die hundertkerzige schattenlose Lampe ein.

Und ich möchte sie doch lachen hören! wünschte der Mann unter dem Arztkittel in ihm hartnäckia. Der Doktor faßte das Handstück des Bohrers so grimmig an, daß die Fingernägel weiß wurden.

Die Maschine begann wieder zu summen, und Renate Naumann bog den Kops zurück; ihr Hals sprang zart und schlank aus den kräftigen Schul* lern und der ruhig atmende Brust.

Der Doktor beugte sich vor aber er setzte das Instrument noch einmal ab und lieh es leer weiter* schnurren.Sagen Sie: Wußten Sie eigentlich, daß mir unsere Rechnungen stets erst nach beendig­ter Behandlung zu stellen pflegen?" Die Worte kamen nach einem anfänglichen Zögern kurz und schnell. Sein Blick zielte über ihre Stirn hmweg auf die spiegelnde Nickelleiste der Kopfstütze.

Natürlich ...", antwortete sie, leicht nickend und mit einem fragenden Ausdruck im Gesicht, als ver­stünde sie den tieferen Sinn seiner Frage nicht

Sie dürfen den Mund jetzt wieder für eine Weile zumachen!" sagte Dr. Menzel in einem Tonfall, als ob sein Urteil gefällt und er über alles Wissenswerte im Bilde sei.

Er wandte sich wieder dem Jnstrumentenschrank zu, öffnete andere Fächer, legte sich einige Watte­einlagen zurecht und prüfte sorgfältig den Bohrer, ehe er ihn in die Klaue des Handftücks einschraubte. Ich werde Ihnen zunächst eine Einlage machen . bemerkte er und schwenkte den Arm der Bohr­maschine näher an den Operationsstuhl heran. Wahr cheinlich können wir den Nerv noch retten. Aber das hängt von dem Zustand des Zahnes ab, und ich werde mir ein abschließendes Urteil erst in einigen Tagen bilden können."

Er beugte sich über seine Patientin und schob ihr einen Wattebausch unter die Oberlippe. Der schöne, energische Mund war nunmehr Operationsfeld.

Sie haben sich übrigens eine ziemlich unange­nehme Stelle für die Behandlung ausgesucht. Ich hätte Ihnen, wenn es schon durchaus sein mußte, lieber zu einem Backenzahn geraten. Das sind mäch­tige Kerle die halten was aus." Er betupfte das Zahnfleisch mit einem scharf riechenden Antiseptikum. Sind Sie lehr empfindlich?"

Ich werde es schon aushalten.

Der Reichsluftfahrtminister stellt klar, wann Lufts chutzraumfenstern oder «turen, deren Oberkante in Höhe ober nur wenig unter der Erdgleiche liegt, Splitterschutzvorrichtungen oder --mauern zu errich­ten sind. Dor derartigen Fenstern oder Türen sind Lichtschächte oder Lichtgräben angelegt. Die Her­richtung von Splitterschutzvorvichtungen oder -mauern ist in solchen Fällen nicht notwendig, wenn die Umfafsungswand des Lichtschachtes oder Licht- arabens die Wandfläche oberhalb der zu schützenden Oeffnung um mindestens ein Drittel des lichten Ab­standes zwischen Außenwand des Gebäudes und Umfafsungswand überdeckt und in ihrer Dicke den Bestimmungen entspricht. Liegen diese Voraus­setzungen nicht vor, so sind auch vor solchen Fen­stern und Türöffnungen Splitterschutzvorrichtungen zu schaffen. Hierbei ist insbesondere für eine aus­reichende Ueberdeckung der Wandflächen oberhalb und seitlich der zu schützenden Oeffnung zu sorgen.

Manchmal schien es Renate Naumann, daß die Zahl seiner Finger sich verdovpett habe. In einer kurzen Pause wechselte er die Wattebausche aus und gestattete ihr, zu schlucken, zu atmen und die angestrengten Nackenmuskeln durch em paar drehende Kopfbewegungen ein wenig zu entlasten.

Der Doktor wechselte den Bohrer.Na Sie haben sich tapfer gehalten!" lobte er.

Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt ...Und außerdem: Was hätte ich in diesen letzten Tagen nicht mit Vergnügen auf mich genommen, wenn ich dadurck) diese schrecklichen Schmerzen losgeworden

Die Stimme war tief, ein Alt von einer satten, dunkelgetönten Klangfarbe. Der Doktor ertappte sich bei dem Wunsch, aus diesem Munde em Lachen zu hören ... Er schütelte den unsachlichen Gedan-

schloß die Augen: ihre Sohlen stemmten sich gegen die Fußleiste, und ihre Hande spannten sich so fest um die Armstutzen, daß die Knöchel weiß und spitz aus der bräunlichen Haut des Handrückens sprangen.

Der Doktor arbeitete schweigend und aufmerksam. Auf seiner Stirn stand eine kleine senkrechte Falte. Der Mund schien schmäler zu sein. Die kräftigen, geschickten Hände besorgten seine Befehle sicher und

stoben des Doktors ungebührliche Gedanken.Sitzen Sie fest und bequem?"

Renate Naumann legte den Kopf auf bas Nacken­polster zurück.Jawohl, Herr Doktor!" Sie umfaßte mit beiden Händen die schmalen, griffigen Armlehnen und öffnete auf des Doktors Geheiß den Mund, groß und weit.

Der runde Spiegel glitt langsam hinter den beiden Zahnreihen vorüber.Noch nie beim Zahnarzt ge- wesen?" fragte Dr. Menzel. Das klana wie eine Feststellung, und es schwang auch ein leiser Ton von Anerkennung mit.

Sie schüttelte vorsichtig den Kopf und brachte bei offenem Munde einen Laut zustande, derNein!' heißen sollte.

Und plötzlich fuhr, tückisch und aus dem Hinter­halt aus geschossen, aus der Spritze in der rechten Hand des Doktors ein feiner eiskalter Wasserstrahl gegen den linken oberen Schneidezahn.

Renate Naumann zuckte zusammen.

keit innerhalb der Kameradschaft während des ver­gangenen Jahres fefyr rege war. Monatlich wurde ein Appell ab geh alten, mit dem jeweils auch ein Saalschießen verbunden war. Der Reichskriegertag in Kassel wurde von sechs Kameraden besucht. Auch die 200 Jahre alte Traditionsfahne des Vereins wurde mitgeführt. Das Schießen mit Kleinkattber wurde weitgehend gepflegt. Zehn Gruppen mit 40 Mann nahmen am Bundesschießen teil. An den Veranstaltungen der NSDAP, nahm die Kamerad­schaft regen Anteil. An der Tannenbergfeier be­teiligten sich zwei Kameraden. Die Sammlung für die Kyffhä ui er -Waisenheime brachte guten Er olg. Die Kameradschaft zählt gegenwärtig 163 Mitglie­der, unter ihnen acht Ehrenmitglieder. Der Ka sen- bevicht wies einen günstigen Stand der Finanzen aus. Zum Schluß des Appells danbte der Kamerav- schaftsführer allen seinen Mitarbeitern im Führer­rat für die tatkräftige Unterstützung. Abichlieheno wies er noch auf Die Feier des Heldengedenktages und auf den Dag der deutschen Wehrmacht hin.

Aus der Stadt Gietzen.'

Oer Oust der Ackererde.

Munals duftet die Scholle stärker als in der Zeit, da der Bann des Eises von ihr gewichen ist, das Tauwetter sie durchdringt und die Erde in i tiefer Schwärze ihrer Aufgabe harrt. Herb ist die- I ser Dust und schwer. Man spürt in ihm mütterliche ; Reife und ahnt in ihm das ewige Wunder des Säens und Erntens, das Sttvb und Werde, in dem , alles Sein und alles Leben beschlossen liegt.

Süß ist der Dust der Rosen, auch der der Beil- chen und des Flieders. Betörend mag er an som­merlichen Abenden in den Gärten versttömen und die Menschen erfreuen, aber nichts geht über den Geruch der des Frühlings harrenden Ackererde. Sie ist das Ursprüngliche, das schon immer Gewesene und immer wieder Seiende. Sie bleibt ewig jung, sie welkt nicht und wandelt sich nicht.

Sie spendet immer ihren Segen. Nichts wäre ohne sie, kein Keimen und Sprießen, kein Blühen und Fruchttragen, kein Reifen und Ernten. In ihr haftet alles, was da lebt. Sie ist unser aller ewige Mutter. So wie nichts Lebendes ohne Sonne zu wachsen vermag, kann niemand ohne Erde sein. Das aber ist das Größte: In ihr fest und tief zu wurzeln, aus ihr die Kräfte zu schöpfen, den Geist zu erheben zur Sonne und zu den ewigen Ster­nen, Kämpfer^ zu fern für sein Volk und seine Scholle!

Tageskalender für Mittwoch.

Populärwissenschaftliche Vorträge der Universität: 20.15 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Jnstttuts Professor Fröhlich überDenkmäler Deut­scher Rechtsvergangenheit in Hessen und den Nach- bargebieten". Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr ,Hugend". Gloria-Palast (Selter sw eg):Ange­lika . Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Der Feld­zug in Polen". Städtische Frauenarbeitsschule, Steinstrahe 10, von 9 dir 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr Ausstellung der Arbeiten der abgehenden Seminaristen. Öbevhessischer Kunstverein: Aus­stellung im Stadttheaier 17 bis 18 Uhr.

Bunter Abend zugunsten des Minterhilsswerks.

Am Montag, 11. März, findet im Stadttheater In Zusammenarbeit mit der NSG.Kraft durch Freude" zugunsten des Kriegs-Winterhilfswevkes einBunter Abend" statt, der zum größten Teil von Soldaten ausgeführt wird. Das Programm bringt Marschmusik, Trompeten-, Xylophon- und Saxophonsolis, Gesangs - Solodarbietungen aus schönen deutschen Operetten und auch einige humo­ristische Darbietungen.

Osterpost frühzeitig einliefern!

Neben den großen Aufgaben, die der Deutschen Reichspost im Kriege gestellt sind, kann sie den Osterdienst nur dann bewältigen, wenn er sich nicht auf die letzten Tage vor dem Fest zusammendrängt. Pakete und Päckchen, namentlich Feldpo st Päck­chen, müssen daher in diesem Jahre möglichst bald, späte st e n s bis zum 14. März, ein­geliefert werden. Hierbei ist auf besondere gute Verpackung und genaue Anschrift zu achten. Es darf nicht vergessen werden, ein Doppel der Anschrift in die Pakete zu legen.

Auch die brieflichen Ostergrüße dürfen nicht erst in den letzten Tagen vor dem Fest abgesandt wer­den, wenn sie den Empfänger rechtzeitig erreichen sollen.

legesohlen oder Pappe und Stoff (beides eine Nummer größer), Ober- und Futterstoff, Nähzeug, Hammer, 3ange, Nägel, Kordel, Kerze ober Wachs und zwei Rundnadeln. Gäste sind willkommen.

(Spart Verpackungsmaterial

Der Bedarf an Rohstoffen für die kriegswichtige Erzeugung verpflichtet Kaufleute und Der- 1 brauner zur umsichtigen Verwendung von Ver­packungsmaterial. Wenn beide dazu beitragen, Ver­packungsmaterialien ebenso sparsam wie sachgerecht zu verwenden, werden mir auch weiterhin so ver­paßen können, daß die Ware keinen Schaden er­leidet. Wir bitten daher in den Betrieben auf mög­lichst zweckmäßige Verpackung zu achten, mehr denn e liegt dies im Interesse der Allgemeinheit. Die Verpackung dient dem Schutz der Ware, nicht dem Wettbewerb!

Das Deutsche Frauenwerk bittet seinerseits die Verbraucherschaft um Verständnis und Mithilfe.

Kampf gegen Schwarzfahrer.

In einer Sitzung des Beirats der Fachgruppe Straßenbahnen, die dieser Tage in Bersin stattfand, beschäftigte man sich eingehend mit dem Thema Schwarzfahrer". Dabei wurde insbesondere auf eine Aenderung des Reichs-Strafgesetzbuches hinge­wiesen, die folgenden Wortlaut hat:Wer die Lei­tung eines Automaten, die Beförderung durch ein Verkehrsmittel oder den Zutritt zu Veranstaltungen oder Einrichtungen in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten, wird mit G e fän g- n i e bis zu einem Jahr oder mit Geld- träfe bestraft, soweit die Tat nicht mit an­deren Dorsch;visten mit schwererer Sttafe bedroht ist. Schon der Versuch ist ftrafbar."

Aus dem Gesetz ist also zu erkennen, daß ein Fahrgast, der auf eine wenig schone Weise, vielleicht 10 oder 15 Pfennige sparen will, sich im Falle einer Anzeige um dieses nichtigen Betrages willen für ein Jahr in das Gefängnis setzen kann. Die Tatsache, wie sie sich durch die erwähnte Aenderung des Gesetzes ergibt, dürfte zweifellos sehr dazu beitragen, von Schwarzfahrten abzu- schrecken. Wie wir von der Verwaltung unserer Gießener Straßenbahn hören, kommen Schwarz­fahrten auch in unserer Stadt nicht etwa, selten, sondern verhältnismäßig häufig vor. Diejenigen, oie es auf eineSchwarzfahrt" anlegen, müssen sich durch die neue gesetzliche Lage als nachdrücklich gewarnt fühlen.

Fahrpreisermäßigung zum Besuch verwundeter Soldaten.

NSG. Es wird noch einmal darauf hingewiesen, daß die Deutsche Reichsbahn zum Besuch verwun­deter oder kranker deutscher Teilnehmer am Kriege und zur Beerdigung verstorbener deutscher Teilneh­mer am Kriege eine Fahrpreisermäßigung von 50 vH. in der 2. oder 3. Klasse für Personenzüge gewährt. Für jede Person und für jede Fahrt (Hin- und Rückfahrt jeweils besonders) ist beim Abgangs­bahnhof ein Antrag nach vorgeschriebenem Muster durch die Gemeinde- (Ortspolizei-) behörde des Hei­matortes des Angehörigen zu stellen. In dem An­trag muß angegeben sein, welchesDerwandt- schaftsverhältnis zu dem Kriegsteil­nehmer besteht. Mind^erbemittelte Volksge­nossen, die nicht in der Lage sind, das ermäßigte L Fahrgeld zu bezahlen, können von den NDV.- : Dienststellen Gutscheine erhalten. . Die Formu- 1 lare für den Antrag sind bei den größeren Fahr­kartenausgaben der Reichsbahn zu Haven.

, Splitterschutzmaßnahmen vor Fenstern und Türen.